Ausgabe 
16.9.1899 Zweites Blatt
 
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mehr aktiv ist, und deshalb frei in seinen Handlungen ist, beauftragte den bekannten hiesigen antisemitischen Senator und Advokaten mit Erhebungen über alle belgischen Blätter, welche während des Dreyfus-Prozesses dem genannten General wenig schmeichelhafte Dinge gesagt haben.

Paris, 14. September. Guörin hielt heute auf dem Dache seiner Festung eine Truppenschau ab über seine 12 Mann zählende Besatzung. Eine Dame, welche sich aus einem gegenüberliegenden Fenster mit Gusrin durch die Zeichensprache unterhielt, wurde verhaftet.

Paris, 14. September. DiePatrie" meldet, die Regierung sei thatsächlich bereit, eine allgemeineAmnestie zu fordern, in welche alle mit der Dreyfus-Angelegenheit zusammenhängenden Prozesse inbegriffen sein sollen. Nur die Komplottangelegenheit soll ausgeschlossen sein.

Paris, 14. September. Der Senatspräsident kehrt am Sonntag nach hier zurück. Die Instandsetzung der neuen Gefängniszellen im Bibliotheksaal des Senats­palastes wird am Samstag beendet. Weiter wird ein spezieller Saal eingerichtet, damit die Angeklagten sich nicht mit den Familiengliedern unterhalten können. Auch für den Gerichtshof und für den Regierungskommissar wird je ein Saal eingerichtet. Die Senatoren sollen zur Verhandlung im Frack und weißer Binde erscheinen, um der Angelegen­heit den Stempel der Feierlichkeit aufzudrücken.

Paris, 14. September. Wie derFranks. Ztg." ge­meldet wird, sandte die Königin von England an den englischen Botschafter in Paris, der ihr die Verurteilung Dreyfus' angezeigt, eine französische, nicht chiffrierte Depesche, worin sie ihre -tiefe Betrübnis über die empfangene Nach­richt ausdrückt und erklärt, die Verurteilung Dreyfus' sei eine Herausforderung an die menschliche Vernunft. Auch die Exkaiserin Eugenie telegraphierte einem ihrer hiesigen Freunde, sie sei tief betrübt über die Verurteilung Dreyfus'.

Paris, 14. September.Aurore" veröffentlicht einen Brief des Professors And^ade von der Universität Mont­pellier, der an den Justizminister gerichtet ist und in dem er mitteilt, daß er im Besitz eines Schriftstückes sei, welches die Unschuld Dreyfus' beweise. Er fordert, da dies eine neue Thatsache sei, die Revision des Prozesses, und behauptet, er habe das Schriftstück dem Präsidenten Jouaust angeboten, derselbe habe aber nicht für nötig befunden, ihm zu antworten. Der Professor schließt seinen Brief mit der Bekräftigung, das Kriegsgericht von Rennes habe sich auf eine grobe Weise täuschen lassen.Ich schwöre, daß Dreyfus unschuldig ist, und erkläre mich bereit, dies vor der Justiz- kammcr auf Grund unwiderleglicher Beweise darzulegen." Aurore" bemerkt, daß das Schriftstück ein Brief eines Schweizer Obersten und vom September 1896 datiert sei.

Von den Philippinen liegen wieder neuere Mit­teilungen vor, die nicht eines weiteren Interesses entbehren. An erster Stelle wird gemeldet, daß der deutsche Vize­konsul Streisf auf Jloilo weder tot noch sallit ist, wie gerüchtweise verlautete. Doch hat er durch die Beschießung von Jloilo und die neueren Kämpfe auf Negros fast alles verloren, was er in langen Jahren erworben hatte. Er wird, wenn er keinen Ersatz erhält, einen Vergleich schließen müssen. Der Tagalen-Anführer Aguinaldo hat eine Ver­fügung erlassen, die von dem Minister des Auswärtigen, Philipp Buencamino gegengezeichnet ist, worin er alle Schisse, welche unter amerikanischer Flagge segeln, als gute Prise erklärt unter Respektierung der nicht­amerikanischen Passagiere und deren Eigentums. Solchen Schissen soll auch kein Zutritt in einen philippinischen Hafen gestattet werden. Aus diesem Grunde ließ er den Dampfer Saturnus" in San Fernando nehmen, der 100,000 Doll, bar führte neben vielem Proviant; das Schiff wurde verbrannt. Wie das möglich war, ist unbegreiflich, da sich jetzt 23 Unions-Kriegsschisse in den philippinischen Ge­wässern befinden!

Pr'ätoria, 14. September. Die letzte Depesche Chamberlains wurde nachmittags im Volksraad in Gegenwart des Präsidenten Krüger und der Mitglieder des Ausführenden Rates verlesen. In der Depesche wird die Antwort innerhalb 48 (?) Stunden verlangt. Während des ganzen Nachmittags wurden zwischen der hiesigen Regierung und der Regierung des Oranje-Freistaates Depeschen aus­getauscht. Nachdem die Ansichten des Oranje-Freistaates endgiltig festgestellt sein werden, wird morgen früh die Antwort aufgesetzt und den beiden Volksraads unterbreitet werden. Die Lage wird von der öffentlichen Meinung im allgemeinen für ernst angesehen. Staatssekretär Reitz, der über seine Ansicht befragt wurde, sprach sich dahin aus, daß er die Sachlage nicht für völlig hoffnungslos halte.

Lokales rmd ProvinMrs.

Gießen, den 15. September 1899.

** Zum Fall Dettweiler bemerken wir auch an dieser Stelle berichtigend, daß nicht auf Amtsenthebung, son­dern nur auf einen Verweis erkannt worden ist. Wir hatten bereits die richtige Meldung im Satz, als das DepeschenbureauHerold" die falsche Nachricht uns zugehen ließ. Der Irrtum selbst ist uns bei einem sonst so ange­sehenen Institut unbegreiflich, und wir bedauern, daß namentlich im Hinblick auf die verschiedenen Familien­beziehungen, die Dr. Dettweiler in Gießen hat, diese Falsch­meldung Eingang in unsere Spalten gefunden hat.

** Ernannt wurde am 9. September l. I. der Steuer­aufseheraspirant Franz Wetzel aus Mörlenbach zum Steueraufseher.

** Einen riesigenAufsitzer" hat ein Wormser Blatt soeben erlebt. Es bringt in seiner jüngsten Nummer folgende Notiz:Darmstadt, 13. September. (Eia. teleph. Mitteil.) Der Großherzog hat dem Geheimen Ober­schulrat i. P. Professor Dr. Schiller aus Anlaß seines

| 50jährigen Dienstjubiläums das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen." DieN. H. V." bemerken dazu: Entweder hat einguter Freund" das Blatt mystifiziert, und in diesem Falle ließe sich ja leicht ermitteln, von welcher Stelle aus das Ge­spräch geführt wurde, oder demKorrespondenten" des­selben ist der riesigeBär" aufgebunden worden. Daß der vor einigen Wochen disziplinierte Direktor Schiller, dessen unqualifizierbaren Angriffe gegen die hessische Re­gierung in der Zweiten Kammer von allen Parteien, mit alleiniger Ausnahme der Sozialdemokraten, auf das Schärfste verurteilt wurden, nicht nachträglich eine so hohe Aus- ! Zeichnung erhalten konnte, bedarf wohl nicht erst besonderer Versicherung.

** Radrennen. Neben den Berufsfahrer-Rennen wird auf unserer Rennbahn an der Hardt unstreitig das Mann­schafts-Rennen um den Wanderpreis der Stadt Gießen das größte Interesse erregen. Schon jetzt wägt man in Sportkreisen ab, welcher von den gemeldeten vier Vereinen die meiste Aussicht hat, das erste Mal den Preis zu gewinnen. DieWanderer, G. R.-G.", sind in der Lage, eine ganz brillante Mannschaft ins Feld zu schicken: Duill, Nikolaus, Burron, Betge und Dönjes jun. sind Fahrer, die alles einsetzen werden, um den Wanderpreis zu erringen. Ihnen steht als gleichwertiger Gegner gegenüber die Mannschaft des Radfahrer-VereinsWanderlust"- Weisenau, bestehend aus Seischab, Drescher, Göller, Gottrom und Fries. Weitere Rivalen sind der Radfahrverein Lollar und derRadsport"-Frankfurt a. M.

* * Fahrrad-Diebstahl. Am Dienstag dieser Woche ist aus dem H ruse Südanlage 7 ein Fahrrad, Straßenrenner Opel III, Jtr. 75 333 gestohlen worden. Der Bestohlene hat Anzeige bei der Polizei erstattet und eine Belohnung von 20 Mk. für die Wiedererlangung seines Fahrzeuges ausgesetzt.

* Befitzwechsel. Die Selterswasserfabrik des Herrn Dr. Mettenheimer in der Sonnenstraße wurde an die Herren Apotheker Spieß-Wetzlar und Ludwig Süll- Frankfurt a. M. für den Preis von 31,000 Mk. verkauft.

Polizeibericht. Ein hier zugereister Handwerks­bursche, Schreiner Jakob Hölken aus Schlitz, mußte, weil sehr krank, von der Herberge nach der Klinik mittelst Krankenwagen verbracht werden. Gleich nach dem Ein­treffen verstarb derselbe.

** Die Verhandlungen der evangelischen Landessynode wurden gestern (Donnerstag) um 9/4 Uhr mit Gebet eröffnet. Das Haus tritt in die Spezialdebatte über die vorliegenden Gesetzent­würfe, zunächst den über die Gehalte der Geistlichen, ein. Berichterstatter Brand empfiehlt namens des Aus­schusses Annahme der Paragraphen des Gesetzes in mög­lichst unveränderter Form. Die §§ 1 bis 6 werden ein­stimmig angenommen. Zum § 7 kommt ein Antrag der Geistlichen mit Vikaren zur Verlesung, die um Teil­nahme an der Gehaltsaufbesserung bitten. Ober-Konsistorial- Präsident Buchner beantragt Ablehnung, das Gesuch widerspreche den Rechtszuständen früherer Gesetze und sei gleichbedeutend mit der Bitte um ein Privileg. Das Kirchen- Regiment müsse sich unbedingt ablehnend verhalten, er bitte daher von weiteren Aeußerungen über den Antrag abzu­sehen. Berichterstatter Brand empfiehlt Annahme des § 7. Synodale Iost, Pfarrer in Bechtheim, hat einige Bedenken gegen verschiedene Punkte. Nach aufklärenden Bemerk­ungen seitens des Kirchenregiments erklärt sich Synodale Jost einverstanden. Die §§ 7 bis 11 werden angenommen. Synodale D. Weiffenbach, Direktor in Friedberg, stellt den Antrag auf Einfügung eines Paragraphen, wonach für die noch nicht definitiv angestellten Geistlichen, PfarrVerwalter, Vikare eine jährliche Zulage von 80 beziehungsweise 50 Mark gewährt werden soll, je nachdem sie zwei Jahre im Dienste stehen oder nicht. Er begründet den Antrag in warmen Worten. Ober-Konsistorial-Präsident Buchner bittet, den Antrag zu­rückzuziehen, das Ober-Konsistorium habe ein warmes Herz und würde noch höher gehen, sobald es möglich sei. Syno­dale D. Weiffenbach glaubt durch Aufklärung und Zu­sicherung des Vorredners den Zweck seines Antrags erreicht zu haben und zieht ihn zurück. Die folgenden Paragraphen des Gesetzes und ein Zusatzparagraph des Ausschusses werden angenommen, danach der ganze Gesetzentwurf. Der nächste Gesetzentwurf betrifft die Gehalte der im Ge­schäftskreis des Ober-Konsistoriums und des Predigerseminars in Friedberg angestellten Beamten und Bedien­steten. Nach Begründung durch Berichterstatter Brand wird § 1 angenommen. Zu § 2 wird ein Antrag Heß, Kirchenrat in Crumstadt, dem Direktor des Predigerseminars eine jährliche Stellenzulage von 400 Mk. zu bewilligen, allseits befürwortet und als Zusatz zu § 2 angenommen. Zu einem Gesuch des Seminardieners Haber wird ein von Synodale Weiff-enbach gestellter Antrag auf andere Gehaltsnormierung avgelehnt, doch soll durch Großh. Ober- Konsistorium etwas geschehen. Das Ober-Konsistorium wird ermächtigt, den Angestellten desselben und dem Diener am Predigerseminar für 1899/1900 als einmaligen Bezug den Unterschied zwischen dem derzeitigen Gehalt und dem durch vorliegenden Gesetzentwurf vorgeschlagenen auszubezahlen. Danach wird die ganze Gesetzesvorlage angenommen. Es kommt zur Einzelberatung des Gesetzentwurfes, die all­gemeine geistliche Witwenkasse betr. Die §§ 1 und 2 werden angenommen. Synodale Wahl-Hausen bittet um Streichung des zweiten Absatzes des § 3, der die Befreiung von den Beiträgen zur Witwenkasse den Geist­lichen ehemaliger preußischer Gebietsteile nicht gewährt. Ober-Konsistorial-Präsident Buchner und Synodale Gold­mann, Exz., widersprechen; der Antrag wird gegen 2 Stimmen abgelehnt. Die §§ 37 und das ganze Gesetz werden angenommen. Zum Gesetzentwurf, betreffend die ein­malige Aufbesserung der Gehalte der Geist- ltchen für 1999/1900, bittet Ober-Konsistorial-Präsident

i Buchner um Annahme ohne weitere Diskussion. Syno­dale D. Weiffenbach begründet eine Resolution: Hohe Synode wolle an Großh. Oberkonsistorium das Ersuchen richten, dasselbe wolle in Erwägung ziehen, ob nicht auf budgetmäßigem Wege Sorge getragen werden könne, daß den Vikaren, Pfarrverwaltern u. s. w., die länger im Dienste stehen als der jüngste der definitiv angestellten Pfarrer, eine Zulage von 100 Mk. erteilt werden könne. Oberkonsistorialpräsident Buchner: Man könne derartige Fälle nicht kasuistisch, sondern nur prinzipiell erledigen. Festlegen könne sich das Oberkonsistorium nicht, die Konse­quenzen solcher Anträge seien nicht zu übersehen. Auf eine Anfrage des Synodalen Wahl-Schlitz über die An-

I rechnung der Militärzeit gibt Oberkonsistorialpräsident i Buchner entsprechende Aufklärung. Der Antrag Weiffen- | bach wird mit Mehrheit abgelehnt, der Gesetzentwurf selbst genehmigt. Ein Antrag des Synodalen v. Dieffenbach- Schlitz, den Anfang der Unterrichtsstunden in den höheren Schulen nach den Ferien betr., wird nach Antrag des Ausschusses, nachdem die Schulabteilung die nötige Weisung gegeben, als erledigt erachtet. Ein wei­terer Antrag des Synodalen D. Dieffenbach betrifft den Erlaß gesetzlicher Bestimmungen über die regelmäßige Unter­suchung der Kirchen und Pfarrhäuser auf ihren bau­lichen Zustand. Der Ausschuß beantragt, die Sache für er­ledigt zu erklären. SynodaleLühl, Pfarrer in Nieder-Eschbach, bittet um einstimmige Annahme des Antrags Dieffenbach. Nach längerer Debatte wird der Ausschußantrag angenommen. Zum nächsten Punkt, Nachweis des Vermögensstandes der unter Verwaltung Großh. Ober-Konsistoriums stehenden Fonds in der Finanzperiode 1890/95, beantragen die Aus­schüsse Genehmigung der Rechnungen, der Ueberschreitung Voranschlags in Einnahme und Ausgabe und Festsetzung des auf die Rechnungsperiode 1895/1900 zu übertragenden Betrags auf 486,927 Mk. 48 Pfg. Dem Antrag wird stattgegeben. Der Antrag des Synodalen D. Dieffen­bach, die Umgestaltung des Vikariatswesens in der hessischen Landeskirche betr., wird vom Antragsteller, der eine Denkschrift sich vorbehält, zurückgezogen. Synodale Jost-Bechtheim hat den Antrag gestellt, in Filialorten, wo kein Pfarrhaus ist, ein Di en st zimmer auf Kosten des Lokalkirchenfonds durch allgemeine Verordnung zur Ver­fügung zu stellen. Der Antrag wird aus verschiedenen Ge­sichtspunkten begründet. Der Ausschuß beantragt, den An­trag für erledigt zu erklären. Der letztere Antrag wird mit Mehrheit angenommen. Das Großh. Oberkonsistorium beantragt Zustimmung der Landessynode zu verschiedenen Aenderungen im Pfarrverband und in den Kirchen­gemeindeverhältnissen, sowie zur Gründung neuer Pfarrstellen. Hier wird die Beratung um 1 Uhr ab­geschlossen. Beginn der morgigen Sitzung 9/4 Uhr, vor­mittags. D. T. A.

* Mainz, 13. September. Am 1. Oktober bss. IS. kommt im hiesigen Direktionsbezirk der früheren Linien der Hessischen Ludwigsbahn die schon wiederholt angekündigte Bahnsteigsperre definitiv zur Einführung. Gleichfalls von diesem Tage ab werden die zwischen HamburgFrank­furt-MainzWeißenburg und Basel verkehrenden Schnell­züge 41, 42, 75 und 76 in D-Züge umgewandelt. Die Wagen werden alsdann von Hamburg bis Basel und um­gekehrt durchgeführt.

Worms, 14. September. Vor kurzem hatten Wormser Zeitungen eine Hetze gegen den Gymnasiallehrer Professor Dr. Staudinger in Worms eröffnet, die zur Einleitung einer Disziplinaruntersuchung durch die Ober­schulbehörde führte. In der vom Geheimen Oberschulrat Nodnagel vorgenommenen Untersuchung zerflossen die An­schuldigungen in nichts. Dann wurde Professor Staudinger, jedenfalls im Interesse des Dienstes, nach Darmstadt versetzt. Die Versetzung, die allerdings nicht als Strafversetzung aufzufassen ist, genügte den Angreifern nicht, und es wurde nun die Nachricht verbreitet, es schwebe noch ein Disziplinar­verfahren gegen Staudinger. DieFranks. Ztg." kann demgegenüber authentisch erklären, daß diese Nachricht erfunden ist.

Vom Hochwasser.

Bei den fortdauernden Regengüssen ist leider keine Hoffnung vorhanden, daß das von vielen Orten gemeldete. Hab und Gut, Leben und Verkehr bedrohende Hochwasser im Steigen nachlassen werde. Die neuesten Meldungen aus den Hochwassergebieten bestätigen vorwiegend diese Annahme. Aus dem besonders stark betroffenen

Odergebiete

liegen uns folgende Nachrichten vor:

Görlitz, 13. September. Das Hochwasser hat vielfach großen Schaden angerichtet, so in Friedland und in Seiden­berg. In Marklissa hat ein Dammbruch stattgefunden. Die Görlitzer Neiße fällt langsam, ihr höchster Stand be­trug 2,20 Meter.

Breslau, 13. September. Nach den bis 7 Uhr abends eingezogenen amtlichen Telegrammen steigen noch die Neben-- flüsse der Oder, die Oppa, die Lohe, die Peile, der Bober und die Lausitzer Neiße. Die Strombauverwaltung nimmt an, daß der Scheitel der Oderwelle und derjenige aus der Glatzer Neiße gerade Zusammentreffen werden. Danach steht noch recht erhebliches Hochwasser der Oder bevor.

Teschen, 13. September. Die Oppa ist über ihre Ufer getreten und hat weite Länderstrecken überschwemmt; sämt­liche Brücken und Stege sind fortgerissen, und der Bahn­verkehr ist unterbrochen.

Hirschberg i. Schl., 13. September. Das Wasser er­reichte hier Mittags mit 4,50 Metern den höchsten Stand und fällt nachmittags bei aufklärendem Wetter langsam. In den Oberläufen stieg das Wasser zwischen 7 und 9 Uhr vormittags bis zur Höhe von 1897, floß aber infolge der

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