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1809
Nr. 218 Zweites Blatt Samstag den 16 September
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Ew. Kgl. Hoheit in vollster Uebereinstimmung zu wissen über die zu erstrebenden Ziele und die hohe Wichtigkeit, die der Erhaltung und Stärkung der Wehrhaftigkeit unsres deutschen Vaterlandes gebührt. Ich verlasse heute das herrliche Baden mit den herzlichsten Segenswünschen und mit warmbewegtem Danke für die Aufnahme, die Mir hier von Ew. Kgl. Hoheit, von der Stadt Karlsruhe und von allen Kreisen der Bevölkerung zu Teil geworden ist. Es hat alles das Meinem Herzen wahrhaft wohl gethan, und kann Ich nur mein lebhaftes Bedauern wiederholen, daß die Kaiserin, Meine Gemahlin, nicht mit Mir an diesen erhebenden Eindrücken teilnehmen konnte. Ew. Königl. Hoheit würde Ich ganz besonders dankbar sein, wenn Sie auch allen Beteiligten in Ihren Landen Kenntnis von diesen Meinen Gefühlen geben möchten. Ich verbleibe mit herzlicher Liebe, unveränderlich aufrichtiger Verehrung und Freundschaft Ew. Kgl. Hoheit freundwilliger Vetter, Bruder und Neffe (gez.) Wilhelm Rex. Karlsruhe, den 13. September 1899.
— Vom Hofe verbannt. Der Nachricht, daß die Hofwürdenträger, die gegen den Kanal gestimmt haben, bis auf weiteres nicht bei Hofe empfangen werden sollen, ist die „Freis. Z." etwas näher getreten. Sie hat darüber folgendes herausgefunden: Als Hofwürdenträger kommen im ganzen 19 Mitglieder des Abgeordnetenhauses in Betracht, 16 Kammerherren, von denen zwei auch Schloßhauptleute sind, außerdem noch der Schloßhauptmann v. Dziembowski, Kammerjunker Graf Finck zu Finckenstein und der Erbtruchseß Graf zu Solms-Rödelheim. Die 16 Kammerherrn sind dieAbgg. v. Arnim, v. Bandemer, Frhr. v. Bodenhausen-Burgkemnitz, Frhr. v. Bodenhausen-Lebusa, v. Buch, Frhr. v. Buddenbrock, Regierungspräsident v. Colmar-Meyenburg, Burggraf zu Dohna, Frhr. v. Erffa, v. Heyden, Graf v. Kanitz, Rabe v. Pappenheim, Frhr v. Plettenberg-Mehrum, v. Prittwitz und Gaffron, v. Riepenhausen und v. Veltheim. Die Abgg. v. Buch und v. Veltheim sind nicht bloß Kammerherren, sondern auch Schloßhauptleute. Von den 19 Hofwürdenträgern ist nur der Schloßhauptmann v. Dziembowski frei- konservativ; alle übrigen gehören der konservativen Partei an. Von diesen Hofwürdenträgern sind die beiden Landräte Frhr. v. Bodenhausen-Burgkemnitz und Frhr. v. Bodenhausen-Lebusa, sowie der Regierungspräsident v. Colmar wegen ihrer Kanal-Abstimmung bereits zur Disposition gestellt worden. 16 von 19 Hofwürdenträgern haben in allen vier Abstimmungen gegen den Kanal gestimmt Drei Kammerherren, Burggraf zu Dohna, Frhr. v. Plettenberg-Mehrum und v. Veltheim haben in der ersten Abstimmung für den Dortmund-Rheinkanal gestimmt, sich aber bei den übrigen Abstimmungen teils der Stimme enthalten, teils ohne Entschuldigung gefehlt.
Köln, 14. Sept. Die „Köln. Volksztg." schreibt zu i den beunruhigenden Nachrichten aus Schantung: Eine Erklärung, der man von amtlicher deutscher Scüe bisher eine Bestätigung nicht gegeben habe, liege vielleicht darin, daß die aus dem Alt-Ruhrgebiet an den deutschen Gesandten'in Peking gerichteten Telegramme von der chinesischen Regierung aufgefangen worden seien. In Berlin halte man an der Auffassung fest, daß der diplomatische Schutz sich nur auf deutsche Staatsangehörige zu erstrecken habe, aber nicht auf die christlich gewordene chinesische Bevölkerung, da man sonst zu unabsehbaren Konflikten mit der chinesischen Regierung kommen werde. Das Blatt sagt, aus dieser unklaren Lage werde die Diplomatie eine Aus- I flucht suchen müssen, zumal die Kulturarbeit der dortigen I deutschen Ingenieure bedroht ist. Man macht sich „darauf gefaßt, daß der Bahnbau unter beständigem militärischen Schutz betrieben werden muß, und daß nach der Fertigstellung der Bahn die einzelnen Stationen militärisch besetzt bleiben müssen, um sie vor der Zerstörungswut des chme- I fischen Pöbels zu sichern. .
Posen, 14. September. Der Chefredakteur der polnischen Wochenschrift „Fraca" in Posen, Dr. Casimir Rakowski ist heute aus dem Königreich Preußen ausgewiesen worden. Die Ordre lautete zuerst, er habe binnen 24 Sttinden das preußische Gebiet zu verlassen. Es ist ihm jebod) etne Frist bis zum 30. ds. zur Ordnung seiner persönlichen Ver- hältnisse gestattet worden.
des Ingenieur- und Pionier-Korps Generalleutnant Freiherr i von der Goltz den Roten Adlerorden 1. Klasse mit Eichen- I laub und Schwertern am Ringe, der Flügel-Adjutant des I Kaisers Major Morgen die königliche Krone zum Roten I Adlerorden 4. Klasse' mit Schwertern, der Flügeladjutant | des Kaisers Oberst von Mackensen den Kronenorden I 2. Klasse.
— Vom Bund der Landwirte. Die „D. Tgsztg." | behauptet, die Maßnahmen der Regierung hätten dem I Bunde der Landwirte großen Nutzen gebracht. Die Bei- I trittserklärungen hätten sich ganz erheblich gehäuft. I Das Blatt schreibt darüber:
Die meisten Landwirte und Gewerbetreibenden, die ihren Bet- I tritt anmelden, begründen es damit, daß sie zwar bisher aus außer- I lichen und innerlichen Gründen dem Bunde serngeblteben seien, e8 I aber jetzt für ihre unabweisbare Pflicht erachten müßten, beizutreten, damit der Bund feine Tätigkeit zu Gunsten der Landwirtschaft und I des Mittelstandes trotz der Befehdung um so entschiedener und | kräftiger durchführen könne. Unter den Beilretenden find, — und I das ist befonders interessant, — ziemlich viele, besonders aus Schlesien, die offen erklären, daß sie früher freisinnig gewesen, I jetzt aber durch das Vorgehen der Regierung und durch die Haltung I der freisinnigen Partei bekehrt seien. Endlich verdient auch hervor- I gehoben zu werden, daß eine ziemliche Anzahl von Staatsbeamten I a. D. dem Bunde in jüngster Zeit betgetreten ftnb.„ Einer dieser Beamten begründet seinen Beitritt damit, daß er es für seine Pflicht I halte, die Bestrebungen des Bundes im Interesse des Standes zu I unterstützen, der diejenigen Elemente in sich vereinige, welche unserm I Herrscherhaufe, unserm Heere und den Beamten hauptsächlich dazu I verhalfen hätten, Preußen zum großen Staate zu machen. Ein I anderer schreibt, daß er sich dem Bunde jetzt um so lieber anschließe, I als es den aktiven Beamten verwehrt werden solle, mit den staats- I erhaltenden Landwirten zusammenzugehen und ihrer Jnteressenoer- I tretung anzugehören.
Das Anwachsen einer oppositionellen Stimmung m sonst regierungsfreundlichen Kreisen ist nicht gerade unwahrscheinlich. Freilich darf man solchen Stimmungen auch nicht zu viel Wert beimessen; sie pflegen nicht von I Dauer zu sein. Zu wünschen wäre nur, daß nicht neue Fehler von selten der Regierung gemacht werden.
— Wie die „Berl. Neuest. Nachrichten" hören, hat sich das Befinden des Finanzministers Dr. v. Miquel zwar ein wenig gebessert, doch ist der Minister noch nicht I imstande, Vorträge entgegenzunehmen.
— Der Kultusminister Studt gedenkt am nächsten Samstag, Sonntag und Montag in Münster zu verweilen. Die Übersiedelung seiner Familie nach Berlin wird erfolgen , sobald Dr. Bosse seine bisherige Wohnung ge- I räumt hat.
— Nach den neuesten Bestimmungen trifft das Zar en- I paar von Kopenhagen kommend, am Samstag dem 16. ds. Mts. zum Besuch der Prinzessin Heinrich in Kiel ein. Am Sonntag erfolgt voraussichtlich die Weiterreise nach I Darmstadt.
— Vor der Abreise des Kaisers aus dem Gebiete des Großherzogtums Baden ist noch eine kaiserliche Kundgebung ergangen. Die Karlsruher Zeitung veröffentlicht an der Spitze ihrer heutigen Ausgabe folgendes Schreiben I des Großherzogs: „Mein lieber Herr Staatsminister Nokk! Ich übergebe Ihnen hiermit ein Handschreiben Sr. Majestät des deutschen Kaisers und Königs von Preußen, das Aller- höchstderselbe beim Schlüsse der großen Manöver der drei Armeekorps an Mich gerichtet hat. Außer den militärischen Fragen, welche in diesem Handschreiben berührt werden, spricht Seine Majestät auch seine dankbare Befriedigung über die Eindrücke aus, welche Allerhöchstderselbe während seines Aufenthalts im Lande gewonnen hat. Hocherfreut I über die ausgesprochenen Gefühle dankbarer Anerkennung I Sr. Majestät des Kaisers wünsche Ich, daß Allerhöchstdessen I Aeußerung allgemein bekannt werden möge, und ersuche Ich Sie, die Veröffentlichung des kaiserlichen Handschreibens baldig zu veranlassen. Ihr ergebener (gez.) Friedrich.
I Karlsruhe, 13. September 1899."
Das Handschreiben des Kaisers lautet:
Durchlauchtigster Fürst! Freundlichst geliebter Vetter, Bruder und Oheim! Bei dem heutigen Scheiden aus Ew. Kal. Hoheit Landen ist es Mir ein aufrichtiges I Herzensbedürfnis, Ew. Kgl. Hoheit durch Übersendung anliegender Abschriften Meiner Ordres an die kommcm- I biercnben Generale des XIV. und des zu Ew. Kouigl.
Hoheit Armeeinspektion gehörigen XV. Armeekorps von Meiner hohen Freude Kenntnis zu geben, mit der Mich der vortreffliche Zustand beider Armeekorps erfüllt ha . Das nie ermüdende Interesse und die htngebendeThatigkeit, welche Ew. Kgl. Hoheit mit Aufopferung Ihrer Kräfte allezeit der Ausbildung Ihrer Truppen widmen, finden in so glänzenden Erfolgen ihren schönsten Lohn Mir aber gereicht es zu wahrhafter Genugthuung, Mich mit
Ausland.
Venedig, 14. September. Morgen entscheidet die Versammlung hiesiger Industrieller und Künstler über den Boykott der Pariser Weltausstellung.
Brüssel, 14.September. General Mercier, der nicht
Der HochverratSprozetz in Belgrad.
In gewissem Sinne hat der Prozeß, welcher sich gegenwärtig in der serbischen Hauptstadt abspielt, manche Aehn- I lichkeit mit der Dreysusaffaire. Die französischen Chauvinisten brauchten ein »Opfer, an dem dargethan werden konnte, welche Anstrengungen die Feinde Frankreichs, insbesondere natürlich Deutschland machen, um die Pläne der französischen Heeresverwaltung in die Hand zu bekommen, also die Republik jenseits der Vogesen schwer zn schädigen. Der Dreyfusprozeß wurde inszeniert, d. h. vom Zaune gebrochen, I und es ist erklärlich, daß die Anstifter um keinen Preis ihr Opfer aus den Fingern lassen wollen. In Serbien steht I das Ansehen der Dynastie Obrenowitsch schon lange unter I pari, besonders der König-Vater Milan hat sich die Sympathien seiner früheren Unterthanen und des Auslandes I verscherzt, so daß es die höchste Zeit war, die Farbe der I Obrenowitsch etwas aufzufrischen. Da hat Milan am I 6 Juli d. I. das Glück, daß ein „Attentat" gegen ihn I verübt wird, bei dem er unversehrt bleibt, wobei jedoch der I Thäter in die Hände der Behörden fällt. Vater Milan I erntet eine Fülle von Beileidsbezeugungen, er ist durch das I Attentat auch in Serbien wieder populär und zum Herrn I bet Situation geworden. Wir wollen gar nicht so weit I gehen und behaupten, daß das Attentat bestellte Arbeit war, aber zu verkennen ist nicht, daß die Affaire von Milan im weitesten Sinne ausgenutzt wurde, um mit seinen persön- I lichen Feinden, den Radikalen reinen Tisch zu machen. Eine große Zahl von Verhaftungen ist erfolgt, und wenn die serbische Regierung sich auch noch so sehr gegen die Annahme wehrt, daß der Prozeß gegen den Attentäter und seine vermeintlichen Anstifter eine Posse ist, so wird sich durch diese amtlichen Versicherungen, die ja auch die serbische Gesandtschaft in Benin zu machen für gut befunden hat, I niemand bethören lassen. Der Prozeß mußte den Radikalen gemacht werden, damit die Regierung sich ihrer entledigen konnte, ob das aber selbst unter Anwendung französischer I Gerichtspraxis gelingen wird, ist denn doch noch zweifelhast. I
Aeußerlich ist bei dem Belgrader Prozesse alles vermieden worden, um den Verdacht aufkommen zu lassen, als solle das Recht gebeugt werden; aber wer zweifelt wohl daran daß die Richter unter dem Einflüsse der Regierung stehen' und nach deren Wünschen den Prozeß fuhren! Was auf das „Geständnis" des Attentäters Kneszevic zu geben ist geht aus dem bisherigen Verlauf der Verhandlungen klar hervor, die Widersprüche seiner Aussagen mit denen der übrigen Angeklagten, die er stark belastet, sind denn doch zu offenkundig, als daß man nicht annehmen mußte, tg läge ihm nur daran, die Mitglieder der radikalen Partei zu schädigen und vor der Oeffentlichkeit bloszustellen.
Der Prozeß in Belgrad bleibt eine Posse, wie auch das Urteil ausfallen möge. Ob das jetzige Vorgehen gegen die Radikalen der Dynastie zum Segen gereichen wird, ist sehr zweifelhaft, umsomehr als ja keine einzige Partei die herrschenden Zustände im Lande gutheißen kann. Die ! Regierung hat sich schon häufig auf die Radikalen stützen müssen, diese Stütze geht aber verloren, wenn die Partei unter Hintansetzung aller Rechtsgrundsätze verfolgt wird. Mag auch der Prozeß mit der Verurteilung etner Anzahl Angeklagter enden, die Regierung wird daraus kaum Vorteil ziehen, vielmehr die Folgen ihres Vorgehens später schwer empfinden.(xx)
Deutsches Reich-
Berlin, 14. September. Der Kaiser ist heute früh 7 Uhr auf der Wildparkstation wieder eingetroffen und hat sich sofort nach dem Neuen Palais begeben. Um 8i/2 Uhr vormittags ist et mit der Kaiserin nach Hubertusstock abgereist. — Die Kaiserin empfing und erwiderte gestern den Besuch der Königin von Württemberg. An der Abendtafel der Kaiserin nahm die Königin und die Herzogin Philipp von Württemberg und Umgebung teil.
— Der „Reichs-Anzeiger" veröffentlicht eine große Anzahl Auszeichnungen aus Anlaß der diesjährigen großen Herbstübungen. Es erhielten n. a. der württembergische Kriegsminister Freiherr Schott zu Schottenstein das Großkreuz des Roten Adlerordens, der kommandierende General des 13. Armee-Korps Generalleutnant Freiherr von Falkenhausen den Roten Adl-rorden 1. Klaffe mit Eichenlaub, der kommandierende General des 14. Armee-Korps General von Bülow den Schwarzen Adlerorden, der kommandierende General des 15. Armee- Korps, Generalleutnant Freiherr von Meerscheidt-Hüllesem -den Noten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub, der Chef


