Ausgabe 
16.7.1899 Zweites Blatt
 
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bedeutend, daß eine Abhilfe dringend erforderlich erscheint. Die Sache, für welche Schiller kämpft, ist gut und züchtig. Hoffen wir, daß der unerquickliche Streit, der jetzt die Ge­müter in dem Großherzogtum erregt hält, eine zufrieden­stellende Beilegung findet.

Friedrichsruh und die Bismarck-Berehrer. Seit dem Tode des Fürsten Bismarck herrscht in Friedrichs­ruh nach derVoss. Ztg." eine den Ausflüglern entschieden feindliche Richtung. Zwar wurden die Spaziergänger aus Hamburg auch zu Lebzeiten des alten Fürsten Bismarck im Sachsenwalde nicht gern gesehen, aber so offen feindlich wie jetzt ist man ihnen früher dort nicht begegnet. Obschon auch damals viele und gerade die schönsten Waldwege im Sachsenwald durch Schilder alsVerbotener Weg" bezeichnet waren, wurde doch kein Spaziergänger an ihrem Betreten gehindert. Jetzt hat der neue Fürst manche Wege einfach absperren lassen. So ist z. B. der schöne Waldweg, der an der Aue entlang von Friedrichsruh nach Aumühle führt, vollständig gesperrt worden. Dieser Weg war der einzige im ganzen Sachsenwald, von dem aus man einen Blick auf das Schloß und das Sterbezimmer des Fürsten werfen konnte. Früher war es auch gestattet, den Saupark zu besuchen, jetzt wird jeder Besucher zurückgewiesen. Diese und noch andere Verbote, die der Veranlassung des Fürsten Herbert Bismarck zugeschrieben werden, haben die Ham­burger, dieihren Sachsenwald" beinahe so stark verehren, wieihren Fürsten Bismarck", stark verschnupft. Dazu kommt noch die vorläufige Zurückweisung des von den Damen Hamburgs für das Mausoleum des Fürsten Otto von Bismarck gespendeten Kranzes durch den Fürsten Herbert.

Hamburg, 13. Juli. Der Bericht des Vereins Hamburger Rheder über das Jahr 1898 weist darauf hin, daß der Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Spanien die Aufmerksamkeit wieder auf die verschiedene Behandlung hingelenkt hat, die nach dem gegenwärtigen Völkerrechte feindliches Privateigentum bei Landkriegen und bei Seekriegen erfährt. Es sei nicht ersichtlich, weshalb der bei Kriegen auf dem Lande längst anerkannte Grundsatz, daß die feindlichen Maßnahmen nur gegen den Staat und dessen Organe, nicht auch gegen die privaten Bewohner des feindlichen Landes und deren Eigentum gerichtet werden dürfen, nicht auch auf der See zur Anwendung kommen sollten. Der Verein hat sich daher der Anregung, es möge alles feindliche Privateigentum auf See von der kriegs­rechtlichen Wegnahme ausgeschlossen werden, angeschlossen. Der Kaiser Wilhelm-Kanal hat, wie der Bericht anführt, die in ihn gesetzte Hoffnung, daß er den Verkehr zwischen den deutschen Häfen der Nordsee und der Ostsee beleben würde, erfüllt. Seit Einführung des neuen Tarifes, der eine Erleichterung für die großen Schiffe brachte, hat sich auch der Gesamtverkehr durch den Kanal und mit ihm das finanzielle Ergebnis gehoben, wenngleich letzteres noch zu wünschen übrig läßt. Die Aussicht auf eine fernere Ver­kehrssteigerung und damit auf die finanzielle Rentabilität des Kanals würde sich befestigen, und der Kanal würde dem Austausche zwischen dem industriellen Westen und dem landwirtschaftlichen Osten Deutschlands noch größere Dienste leisten, wenn der Dortmund-Ems-Kanal um einen Meter vertieft würde, sodaß Seeleichter von 900 Tonnen Trag­fähigkeit vollbeladen Kohlen und Eisen von Dortmund bis nach Königsberg und Memel befördern und von dort Ge­treide und Holz zurückbringen könnten. Der Mittelland­kanal werde, nach Ansicht des Vereins, diese Verbindung zwischen Osten und Westen auch dann nicht in ähnlicher Weise herstellen können, wenn die östlichen Wasserstraßen auf die Dimensionen dieses Kanals gebracht werden würden, worauf in absehbarer Zeit nicht zu rechnen sei. Der Mittellandkanal stärke die Konkurrenz Rotterdams und Antwerpens gegenüber den deutschen Nordsee-Häfen, ins­besondere gegen Hamburg. Aus diesen Gründen habe der Verein dem Projekte des Rhein-Weser-Elbe-Kanals nie eine allgemein nationale, sondern nur eine lokale Bedeutung für die von dieser Wasserstraße berührten Gegenden bei­messen können. Des ferneren konstatiert der Bericht, daß die Lage für die Segelschiffahrt, bei den verhältnismäßig hohen Frachten und angesichts der hohen Kohlenpreise für Dampfer sich wieder günstig gestaltet habe. Die ham­burgische Seglerflotte habe sich daher 1898 um drei Schiffe mit 20,573 Registertons vergrößert. Auch außerhalb des Heimatlandes dehne sich die deutsche Nhederei zusammen mit der zunehmenden Bedeutung des deutschen Handels immer mehr aus. Ein erfreuliches Zeichen sei dafür, daß elf bisher unter englischer Flagge fahrende Schiffe, die von Singapore aus im Küstenverkehr Hinderindiens und der Sunda-Jnseln beschäftigt waren, unter deutsche Flagge gekommen sind. Die Erwerbung der Karolinen und Marianen eröffne dem deutschen Handel die Bahn zu weiterer Bethätigung in jenen Gegenden. Im ganzen könne das Jahr 1898 für die Nhederei als ein hervorragendes und günstiges bezeichnet werden und auch im neuen Jahre habe diese Lage sich bisher erhalten.Frkf. Ztg."

Kiel, 14. Juli. Zu einer Flott en-Demonstration im Hafen von Guatemala ist der in Westamerika stationierte KreuzerGeier" beauftragt worden.

Köln, 14. Juli. DieKöln. Ztg." schreibt zu der russischen Beurteilung der Vorgänge in Bergen: Die russische Auffassung sei im allgemeinen verständig. In manchen russischen Beurteilungen der deutsch-französischen Beziehungen spüre man etwas wie Besorgnis, daß Rußlands Wert in den Augen der Welt durch einen Ausgleich zwischen Deutschland und Frankreich leiden könne. Falls aber enge Beziehungen zwischen beiden Staaten möglich werden sollten, würde ein solcher Bund nur vollkommen segensreich wirken können, wenn Rußland hinzutrete. Das werde weder in Deutschland noch in Frankreich vergessen werden können. Trotz Bergen werde indessen vorläufig alles beim alten bleiben.

Bochum, 14. Juli. Auf der Zeche,, Recklinghausen I" ist das Flötz Sonnenschein ein gestürzt, wodurch eine

Anzahl Bergleute abgeschnitten wurden. Bis nachmittags wurden neun Verletzte geborgen. Die Ursache des Erd­sturzes ist in einer Erderschütterung zu suchen. Infolge derselben stürzten zahlreiche Schornsteine ein und viele Häuser erlitten Risse und Sprünge.

Ausland.

Wien, 14. Juli. In Hietzing fand heute mittag ein Zusammenstoß zwischen einem Dampfstraßenbahn- Wagen und einem voll besetzten Feuerwehr-Wagen statt, wobei ein mitfahrender Feuerwehrmann tötlich, mehrere andere leichter verletzt wurden.

Paris, 14. Juli. Die hiesigen Blätter fahren fort, von der bevorstehenden Reise Kaiser Wilhelms nach der französischen Küste zu erzählen und behaupten, während des Pariser Aufenthalts des kürzlich von hier abgereisten Fürsten Hohenlohe seien die notwendigen Pourparlers ge­führt worden. Diese Nachrichten sind samt und sonders erfunden. Fürst Hohenlohe hat seinen Zahnarzt konsultiert, aber keine politische Persönlichkeit empfanden. Der einzige diplomatische Empfang war der des hier weilenden Grafen Goluchowsky.

Paris, 14. Juli. Bis zu den ersten Nachmittags­stunden ist das Nation al fest ohne besondere Störung verlaufen. In Lille fand bei der Revue eine kleine Demonstration statt, wobei die Menge Hochrufe auf Picquart ausbrachte.

Paris, 14. Juli. Auf die zuletzt geradezu unerhört gewordenen Angriffe eines großen Teils der Dreyftis- blätter keineswegs aller gegen Lebon, den früheren Kolonienminister, antwortet der letztere heute in einem Briefe, den er an die Direktoren der Zeitungen richtet und in welchem er namentlich die Anschuldigungen Louis Havets, ein erbarmungsloser roher Henkersknecht für Dreyfus ge­wesen zu sein, zurückweist. Er gibt zu, daß im September 1896 Ordre gegeben wurde, eng ums Haus eine Palissade zu bauen und Dreyfus selbst nachts in Fesseln zu legen. Aber er erklärt auch, weshalb dies geschehen mußte, und nur ganz hervorragend böser Wille kann in der That den Unterschied in der Situation von damals und heute ver­kennen. Damals galt Dreyfus als Verräter bei der Mehr­heit der Franzosen. Es hätte eine Revolution gegeben, kann man beinahe sagen, wenn Dreyfus entwischt wäre. Die Regierung war gezwungen, dafür aufzukommen, daß Dreyfus nicht entkäme. Andererseits bot sich die Teufels­insel, auf der Dreyfus frei einher wandeln konnte, für einen Fluchtversuch dar, und gerade damals brachte namentlich die englische Presse Nachrichten, daß von amerikanischer Seite Versuche der Befreiung gemacht wurden. Die Negierung und namentlich Lebon glaubte sich deshalb zu schärferer Ueberwachung des Gefangenen berechtigt, dem die Gründe für diese Verschärfung mitgeteilt wurden. Derdoppelte Ring" nachts sollte sofort verschwinden, wenn die Palissade, die allerdings dicht ums Haus geführt wurde, fertig war. Letzteren Umstand hat die dreyfusfreundliche Presse und namentlich Havet veranlaßt, von einem dumpfen, licht- und luftlosen Käfig zu sprechen. Man vergesse aber nicht, daß derKäfig" zehn Meter lang war, daß Dreyfus sich kaufen und essen konnte, was er wollte, daß ihm keine Beschränkung in der Verzehrung der monatlichen 500 Franken auferlegt wurde, die ihm seine Familie schickte. Uebrigens wurde sehr bald diese Behausung, die natürlich doch nicht alle Beding­ungen für die Erhaltung der Gesundheit des Gefangenen bot, durch ein luftigeres und gesunderes Gebäude ersetzt. Die Sorgfalt, die man für die Erhaltung der Gesundheit von Dreyfus aufwandte, geht aus den zahllosen ärztlichen Bulletins hervor, die im Ministerium aufbewahrt werden und auch aus dem jetzigen Zustand des Dreyfus, der über­einstimmend als ein überraschend guter geschildert wird. Und zwar auch von denjenigen Zeitungen, die am Tage der Ankunft des Gefangenen in Rennes ein herzbewegendes Geklage über den zusammengebrochenen Mann anstimmten. Es ist wohl kein Zweifel, daß seine Energie allein das nicht zu Wege gebracht hätte, wenn er auf der Teufelsinsel that- sächlich bis aufs äußerste geplagt und gemartert worden wäre. Auch die Klagen über Verstümmelungen und Unter­schlagungen von Briefen erweisen sich als hinfällig. Nach- gewiesen ist nur, daß die Briefe dem Gefangenen in Kopie, nicht im Original zugestellt wurden und daß sie zuweilen infolge des festgesetzten bureaukratischen Weges, den sie zu nehmen hatten, Verzögerungen erlitten. Man kann zugeben, daß jene wohl etwas übertriebenen Vorsichtsmaßregeln zu sehr außer acht ließen, daß Dreyfus auch ein Mensch war, mit dem man Mitleid haben konnte, daß sie lediglich von dem Gedanken diktiert waren, sich der Unmöglichkeit einer Befreiung des Gefangenen zu versichern. Aber andererseits erschien dies damals es sei nochmals betont der Regierung als unabweislich notwendig, da zweifellos ihr niemand geglaubt hätte, daß Dreyfus ohne ihr Vorwiffeu entschlüpft wäre. Daraus nun der Regierung von damals, namentlich dem Kolonienminister Lebon, einen Strick zu drehen, der sie zu erwürgen hat, ist ungerecht. Und ein Teil der dreyfusistischen Blätter sieht das auch ein. Nament­lich erkennt dasPetit Bleu" die Verschiedenheit der Situation an und hebt hervor, daß Lebon tatsächlich immer als ein humaner, milder Mann gegolten habe, der keines­wegs den Titel einesFolterknechts", wie ihn einige vor Wut und Rachsucht schäumende Dreyfusards nennen, verdiene.

Belgrad, 14. Juli. Mehrere angesehene radikale Persönlichkeiten stellten sich unter den Schutz der aus­wärtigen Gesandten.

Bei der fortgesetzten Hetze in England gegen Tr ansvaal und der zweideutigen Haltung der britischen Regierung gegenüber dem Entgegenkommen der Transvaal­regierung in London spricht man bereits von einer Ab­berufung desMinisterSchreiner und einer eventuellen

Auflösung des Kapparlaments ist die Stimme einer an­gesehenen englischen Schriftstellerin, Frau Olive Schreiner, von Interesse. Sie hat eine BroschüreThe South Africa du e ft io n" herausgegeben, die in London über die Stimmung englischer Kreise in Kapstadt zu denken geben sollte. In der Broschüre heißt es u. a.: lieber die südafrikanische Frage werde viel geschrieben. Da ließen sich Engländer hören, die Jahre, Monate ober auch nur Wochen erst in Südafrika wären; darüber schrieben auch noch unzählige andere, aber eine Stimme habe man noch nicht vernommen, nämlich die der in Südafrika ge­borenen Engländer, die durch Bande des Blutes an Eng­land gebunden wären und dieses lieb hätten. So sehr sie auch an England hingen, so richtete sich doch ihre Sehnsucht stets nach Südafrika. Wenn sie in Europa die schönsten Gebirge und Länder besuchten, so dächten sie immer an ihre südafrikanischen Gegenden und hätten stets den Wunsch, in Südafrika ihr Leben zu beschließen. Neben diesen Leuten wären aber noch viele Weiße, die anderer Abkunft seien, doch dieselbe Anhänglichkeit an Südafrika hätten wie die Personen britischer Abkunft. Mit diesen müßte man in Freundschaft leben; wer den Kampf gegen sie anstrebe, brächte nur Unheil und Verlust hervor. Nun wäre ein neues Element hinzugekommen, das unter dem Namen der Uitlanders" bekannt wäre, meist Leute, die gar nicht in der Republik bleiben wollten. Wa» ihre Forderung auf Gewährung des transvaalschen Bürgerrechts anlange, so möge man sich vorstellen, daß in wenigen Jahren mehr Russen, Deutsche, Franzosen usw. in England einwanderten, als das Land überhaupt Bewohner halte, und das englische Bürgerrecht verlangten, obwohl sie nach Erwerbung großer Reichtümer wieder auswanderten. Würde England wohl anders verfahren, als jetzt die transvaalsche Republik? Wir Afrikaner, sowohl die holländischen wie die britischen, sind ein eigenartig Volk, tapfer und voll Selbstgefühl, aber nicht scharfsichtig und wohl eingeweiht in die Bewegungen der spekulativen Welt. In wenigen Jahren war der Reichtum von Südafrika, fein Gold, feine Diamanten, seine Kohlen und selbst wüste Ländereien in die Hände einer Gruppe von Spekulanten übergegangen. Fast in keinem einzigen Falle sind sie Afrikaner. Sie denken nicht daran, ihr Los mit dem unfern zu verbinden, mit uns in Sympathie, Hoffnung und Frieden eins zu werden. Obwohl wir das reichste Volk der Welt fein könnten, sind wir arm geblieben, der Reichtum wird nach anderen Ländern ausgeführt. Dieser Reichtum wird sogar vielfach angewendet, um uns zu ver­derben. Wir haben unser Geburtsrecht für ein Gericht Linsen verkauft! Arn Schluffe heißt es: Da ist ein Mann, auf den alle Afrikaner stolz sind: Paul Krüger. Auf dem ihm später zu setzenden Denkmale müßte stehen: Dieser Mann hatte die Freiheit lieb und kämpfte für sie: sein Herz war groß, er konnte Unrecht vergessen und edelmütig handeln.

Vermischtes.

* Marburg, 14. Juli. Gestern ging über dem Lahu- und Siegthale ein schweres Unwetter nieder. Der Blitz schlug verschiedentlich in die Telephon- und Tele- graphen-Leitungen und zerstörte dieselben. In Dillenburg brachen Brände infolge Blitzschlages aus. Auch einige Per­sonen wurden vom Blitz getötet.

J. Frankfurt a. M., 8. Juli. In einer in diesen Tagen stattgehabten Konferenz von Vertretern derjenigen Körper­schaften, welche der Bezugsvereinigung der deutschen Land­wirte angehören, bildete die zurzeit bestehende, die Land­wirtschaft bedrohende Ringbildung der Superphosphatfabriken, wie nicht minder die von den Hamburger Importeuren be- fchloffene Einführung einer neuen Garantie-Klausel für Chilisalpeter den Gegenstand einer eingehenden Besprechung. Man erblickte in beiden Maßnahmen eine schwere Gefahr für die deutsche Landwirtschaft, welche die letztere mit allen Mitteln bekämpfen müsse. Ein diesbezügliches energisches Vorgehen wurde verabredet. Insbesondere ist wegen des Salpeters alsbald eine Kundgebung erwähnter Körperschaften zu erwarten.

* Strelitz (Mecklenburg). Die Direktion des Techni­kums ist nach dem Ableben des Direktors Hittenkofer auf den bisherigen stellvertretenden Direktor Bennewitz über­gegangen. Das Technikum wird im Sinne des Verstorbenen weitergeleitet.

* Westerland Sylt. Vor einigen Tagen weilten hohe Regierungbeamte aus dem Ministerium m Berlin, wie von der Regierung in Schleswig in unserem Bade, um an Ort und Stelle über die Kanalisation unseres aufblühenden Badeortes zu verhandeln und zu beraten. Wir sind jetzt nach Beendigung der Verhandlungen imstande, mitteilen zu können, daß das Resultat ein durchaus günstiges ist und wir bestimmt darauf rechnen können, in der nächsten Saison eine Kanalisation zu haben um auch in dieser Beziehung den Anforderungen an ein aufblühendes Weltbab voll und ganz nachkommen zu können. Die Abende sind so lind und warm, daß die Konzerte nicht im Kurhaussaale, sondern auf der Teraffe vor dem Kurhause und am Strande stattfinden und stets sehr stark besucht sind; auch findet in den nächsten Tagen die so sehr beliebte Strandbeleuchtung, verbunden mit Feuerwerk, statt. Alles Zeichen, daß die Gerüchte über schlechtes Wetter falsch und, gelinde gesagt, irrtümlich er­funden sind.

* Ein Denkmal ans dem Großen Sl. Bernhard. Dem heil. Bernhard soll auf dem Großen St. Bernhard ein Denkmal errichtet werden. Es ist bekannt, daß dieser Heilige, der im 11. Jahrhundert lebte, der Gründer des Hospizes ist, das seinen Namen trägt, und das jedes Jahr tausende von Touristen aller Nationalitäten und hunderte von italienischen Auswanderern beherbergt. Zur Zeit, in welcher der heil. Bernhard lebte, wurde die ganze Gegend