Rußland. Das Marineministerium hat 13 611 300 Rubel für Vergrößerung und Verbesserung des Kriegshafens Wladiwostock bestimmt. Hiervon sollen in diesem Jahre 2 Millionen Rubel verbaut werden.
Griechenland. Der griechischen Deputiertenkammer ist, wie wir schon kurz meldeten, eine Gesetzesvorlage wegen Berufung ausländischer Offiziere zur Umgestaltung der Armee zugegangen. Die Umgestaltung der Flotte soll ausschließlich englischen Offizieren übertragen werden. Aehn- liches war bereits früher gemeldet, aber es hieß, König Georg sei nicht in allen Punkten mit dem Plan des Marineministers einverstanden. Jetzt wird berichtet, daß der Plan der Marine-Organisation Griechenlands nach englischem Muster und unter der Leitung englischer Offiziere gänzlich neu geschaffen werden soll. Die englische Presse folgert daraus, daß Griechenland aus der Einflußsphäre Frankreichs nunmehr auch formell ausscheide und sich sozusagen unter englische „Oberschirmherrschaft" begebe.
Balkanstaaten. Aus Belgrad erführt die „Köln. Ztg.", der russische Geschäftsträger Mansurow habe im Namen seiner Regierung amtliche Erkundigungen über die Ursache der Verhaftungen, welche die serbische Regierung unter den Radikalen vorgenommen hat, eingezogen. Die Verhaftungen dauern fort, und auch die Einmischung der österreichischen Regierung ist wahrscheinlich.
Afrika. Der erste Volksraad hat heute die einleitenden Bestimmungen des neuen Wahlrechts-Gesetzes angenommen.
— Die englischen Morgenblätter sprechen sich über die letzten Wahlrechtsvorschläge der Regierung der Südafrikanischen Republik ungünstig aus. Die „Times" sagt, die Vorschläge seien Spott und Hohn, „Daily Telegraph" nennt sie eine Litanei von Ungereimtheiten und Widersprüchen, „Standard" bezeichnet sie als unklar und verworren, „Chronicle" als seltsam verwickelt.
Males und Provinsielles.
Gießen, den 15. Juli 1899.
♦ * Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Groß- h erzog haben Allergnädigst geruht, am 12. Juli den Kreisarzt bei dem Kreisgesundheitsamt Oppenheim Dr. Wilhelm Groos zum Kreisarzt des Kreisgesundheilsamts Bensheim, — den Kreisarzt des Kreisgesundheitsamts Alzey Dr. Hermann Stigell zum Kreisarzt des Kreisgesundheitsamts Oppenheim, — den Kreisarzt des Kreisgesundheitsamts Erbach Dr. Wilhelm Schäffer zum Kreisarzt des Kreisgesundheitsamts Alzey zu ernennen.
* • In Sachen des Herrn Geh. Oberschulrats Profestor Dr. Schiller stellt die „Franks. Ztg." ihre Nachricht vom 13. ds. Mts. dahin richtig, daß, wie gen. Blatt aus zuverlässiger Quelle erfahren, der Herr Rektor der Landes- Universität, einer Einladung des Herrn Staatsministers Rothe folgend, sich mit drei Dekanen zu einer Besprechung der erfolgten Pensionierung Schillers am Mittwoch nach Darmstadt begeben habe.
* * Ehrung. Der von den Schülern des hiesigen Gymnasiums zu Ehren ihres ehemaligen Direktors, Herrn Geh. Oberschulrats Professor Dr. Schiller, geplante Fackelzug ist von diesem, wie verlautet, dankend ab gelehnt worden.
* * Die zweite internationale Hunde-Ausstellung wurde heute vormittag im Beisein der Mitglieder des Ehren- Komitees, des Nusstellungsvorstandes, der Preisrichter und zahlreicher Interessenten eröffnet. Der Ausstellungsleiter, Herr Adols Bieler, begrüßte die Versammlung, und dankte im Namen des Gießener Vereins zur Züchtung reiner Hunderassen für die reiche Beschickung der Ausstellung. — Herr Regierungsrat Dr. Wagner nahm in Vertretung des infolge anderweiter amtlicher Thätigkeit verhinderten Herrn Provinzialdirektors v. Bechtold das Wort; er erklärte, daß die Behörde gern der Einladung gefolgt. Der Zweck des veranstaltenden Vereins verdiene Verbreitung, es sei den Bestrebungen des Vereins Erfolg zu wünschen, damit die sogenannten Köter immer mehr verschwinden und edlen Rassehunden Platz machen; das Mittel dazu böten die öffentlichen Ausstellungen, und in dieser Beziehung habe sich der Gießener Verein durch die von ihm veranstalteten Ausstellungen ein Verdienst erworben. Die Ausstellung sei
reich beschickt; er hoffe, daß sich die daraus gesetzten Erwartungen und Wünsche erfüllten, und daß der Ausstellung gutes Wetter beschieden sein möge. Herr Dr. Wagner erklärte hierauf die Ausstellung im Namen des Komitees für eröffnet. — Hierauf fand ein Rundgang durch die Ausstellung statt. Dieselbe ist, wie bereits erwähnt, zahlreich und zum Teil aus weiter Ferne beschickt; der Katalog weist zirka 600 Nummern auf, das Verzeichnis der Aussteller 400 Namen.
* * Das Königs-Ulanen Regiment 1. Hannov. Rr. 13 wird auf Befehl des obersten Kriegsherrn an dem diesjährigen Kaisermanöver theilnehmen. Am 16. n. Mts. trifft dasselbe hier per Bahn ein und wird in der Umgegend von Gießen Quartier beziehen Es ist eines jener Regimenter, das sich in jeder Weise der Huld Seiner Majestät erfreut. Hat der hohe Herr doch diesem Truppenteile erst kürzlich den Garde-Adler und Stern verliehen. Am 24. Januar d. I. überreichte der Kaiser dem Regimente zwei kostbare silberne Kesselpauken. Der Lorbeer, welchen das ehemalige hannoversche Garde du Corps-Regiment sich erworben, ist nunmehr um die Standarte der Königs-Ulanen mitgewunden. Dieses Regiment sieht der oberste Kriegsherr als ein Fortbestehen der hannoverschen Garde du Corps an, und vor der Tschapka glänzen nunmehr die Namen der Schlachttage der Alt-Hannoveraner. Am 17. August wird die Kapelle desKönigs-Ulanen-Regiments in Steins Garten konzertieren.
* * Die Volkszählung im nächsten Jahre soll in weiterem Maßstabe stattfinden, um ein möglichst genaues Abbild der Bevölkerungsverhältnisse des Deutschen Reiches am Ende des Jahrhunderts zu erhalten. Namentlich auf Nationalitäten und Sprachenverhältnisse soll diesmal mehr Rücksicht genommen werden als 1895.
Mainz, 14. Juli. Gestern Abend wurde im Stadthaus unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Dr. Gaßner und unter Mitwirkung hiesiger Gesangvereinsvorstände und des Kapellmeisters Steinbach das Programm zum Empfang des Wiener Männergesangvereins festgestellt, der am 25. ds. Mts., vormittags, per Extrazug von Heidelberg her eintrifft. Am 25. ds. Mts,, vormittags, ist Empfang am Bahnhof durch sämtliche hiesige Gesangvereine, Oberbürgermeister Dr Gaßner wird eine Begrüßungsansprache halten. Von da geht es zur Stadthalle, woselbst ein Ehrentrunk vom hiesigen Männergesangverein gegeben wird. Abends gibt in der Stadthalle der Wiener Gesangverein ein Wohlthätigkeitskonzert, das zwölf Nummern umfassen wird. Für den anderen Tag ist vorgesehen: eine Rheinfahrt nach dem Niederwald, mittags Festbankett in der Liedertafel und abends Kommers in der Stadlhalle. Die Wiener werden am ersten Tage auch Wiesbaden einen Besuch abstatten. Am dritten Tage begibt sich der Verein per Extraboot nach Bonn.
L. Mainz, 14. Juli 1899.' Der 14. Kongreß der Allg. Radfahrer Union wurde heute durch eine Automobilfernfahrt Mainz-Koblenz-Mainz eröffnet. 16 Motorräder und Wagen nahmen an der Fahrt teil. Erster wurde mit Motorwagen I. Dietrich-Niederbronn in 4 Stunden 38. Min. Zweiter I. Schmitt-Nierstein (Wagen). Dritter E. Dietrich- Niederbronn mit Motorwagen. Erster mit Motorrad war Kirchheim-Eisenach in 4 Stunden 48 Min. Zweiter Kitt- steiner-Köln. Dritter Henken-Aachen. Vierter Mey-Frank- furt. Fünfter C. Heß-Mannheim. Den ersten Tag beschließt ein Nachtfest im Bassenheimer Hof. Ueber den weiteren Verlauf des Festes, das bei günstiger Witterung einen sehr schönen Verlauf zu nehmen verspricht, werden wir in der nächsten Nummer berichten.
t* Ursprnngsbezeichuungen auf Weinfendungeu nach Frankreich. Nach Artikel 2 des französischen Gesetzes vom 1. Februar 1899 sollen bei der Einfuhr fremder Weine nach Frankreich die Behälter mit einer um zerstörbaren Marke zur Angabe des Ursprungslandes versehen sein. Wie der Großherzoglichen Handelskammer in Mainz auf Anfrage von zuständiger Seite mitgeteilt wird, genügt es, wenn bei Versendung von Wein nach Frankreich' in Flaschen und Kisten, die Kisten mit der Aufschrift „Alle- magne“ versehen sind. Diese Aufschrift kann mittelst Schablone angebracht werden, jedoch muß die verwendete Farbe sehr haltbarer Natur sein; Oelfarbe ist also der
Wasserfarbe vorzuziehen. Daß auch jede Flasche eine Etiquette mit der Aufschrift „Allemagne“ trägt, ist nicht durchaus erforderlich.
Aus der Zeit für die Zett.
Vor 42 Jahren, am 16. Juli 1857, starb zu Paris der französische Liederdichter Pierre Jean de Beranger. Bekannt mit den Gefühlen und Stimmungen des Volkes, aus dessen Reihen er hervorgegangen, traf er in seinen Gedichten den natürlichen einfachen Ton, der zu Herzen ging, weil er von Herzen kam. Beranger ist der vollkommenste Ausdruck des französischen Nationalcharakters in seiner edleren Erscheinung. Er wurde am 19. August 1780 in Paris geboren.
Vor 106 Jahren, am 17. Juli 1793, starb zu Paris Charlotte Corday auf dem Blutgerüste, nachdem vier Tage zuvor der schmutzige und in seiner ganzen Erscheinung ekelhafte Marat durch ihre Hand gefallen war, ein Mann, der alles, was sonst für ruchlos gegolten, Totschlag des politischen Gegners, Raub des fremden Eigentums, als das gute Recht des Volkes forderte. Marats Leiche wurde im Pantheon beigesetzt.
Gingesandt.
Gießen, 15. Juli 1899.
Gestern Freitag, nachmittags zwischen 5 und 6 Uhr, Hütte mich mein alltüglicher Spaziergang bald teuer zu stehen kommen können. Da es stch hier um die Sicherheit des eigenen LebenS handelt, möchte ich meine Beobachtung den Lesern deS Gieß. Anz. und speziell den Spaztergüngern und Besuchern der Wälder in der Nähe der „Hochwart- nicht vorenthalten. Am genannten Tage ging ich also, nachdem ich das Bahnwärterhaus an der Anneröder Chaussee erreicht hatte, der 5. Schneise entlang, die quer durch den Wald über den nach der Hochwart führenden schönen Fußpfad der Licher Straße entgegenzieht. In der Milte dieser Schneise angekommen, hörte ich plötzlich das scharfe Zischen mehrerer Geschosse, die in unmittelbarer Nähe an mir üorbeiflogen und Zweige von den Bäumcn rissen. Offenbar sind diese Kugeln über den Kugelfang der Militärschletz- stände htnausgegangen, wobei sie gottlob keinen Schaden angerichtet haben. Daß es mir in jenem Augenblick, mitten in einem einsamen Wald nicht wohl zu Mute war, wird mir der geehrte Leser aufs Wort glauben. Ich habe mich dann schnell auf die Licher Straße begeben, woselbst ich den Forstwart G. antraf. Als ich diesem von der Sache Mitteilung machte, äußerte er, daß er selbst bet seinen dienstlichen Geschäften, die ihn in die Nähe der Schleßstände führen, schon in Gefahr gewesen sei.
Solcher Zustand erheischt öffentlich bekannt gegeben zu werden, damit solche, die in diesem schönen Wald Erholung suchen, nicht in Lebensgefahr geraten.
Soviel mir bekannt ist, und mir auch jener Bahnwärter schon oft versicherte, konnte die 5. Schneise immer begangen werden. Ist es aber eben gefährlich, dann möge man diesen Weg und schließlich noch andere sperren, oder die hohe Militärbehörde möge, wenn eS angängltch, noch bessere Vorsichtsmaßregeln am Kugelfang treffen.
M.
AllSMg aus den Standesamtsregistern der Stadt Gießen.
Aufgebote.
Juli: 8. Heinrich Karl Wilhelm Ewald, Vicefeldwebel dahier, mit Wilhelmine Magdalene Marie Eva Weigel zu Ltch. 10. Ludwig Sann, Weichenwärter zu Gießen, mit Maria Reichel zu Nieder- Ohmen. 11. Ferdinand Adolf Philipp Johann Martin Mahr, Schlosser zu Gießen, mit Elise Landmann zu Gedern. 11. vr. Wilhelm Wetz, Universitäts-Professor zu Gießen, mit Ida Buisson zu Freiburg im Breisgau. 11. Heinrich Wilhelm Rieb, Kutscher dahier, mit Anna Görtg Hierselbst. 12. Heinrich Bechthold, Kutscher dahier, mit Elisa- bethe Momberger Hierselbst. 12. Wilhelm Sartorius, Gertchts- schretber-ASpirant dahier, mit Emilie Georgine Hammann Hierselbst. 13. Friedrich Emil Diehl, Schlosser dahier, mit Katharine Wteßner hierselbst. 13. Heinrich Jung, Schneider zu Frankfurt a. M., mit Aana Maria Kappes daselbst. 14. Friedrich Lang, Mechaniker dahier, mit Georgine Katharine Körbächer hierselbst.
Eheschlietzurrgerr.
Juli: 8. Karl Wilhelm L-chwan, Kaufmann dahier, mit Anna Katharina Kreiling hierselbst. 8. August Hermann Friedrich Guntrum, Etsendreher dahier, mit Katharine Horn von Burkhardsfelden. 8. Otro Hermann August Wilhelm Günther, Kaufmann zu Stralsund, mit Anna Marie Katharine Elise Häuser hierselbst. 8. Heinrich Velten, Lohgerber dahier, mit Katharine Bartel hierselbst.
Geborene.
Juli: 3. Dem Sattler Johann Schweiger Zwillingstöchter, Marie und Martha. 5. Dem Schuhmacher Heinrich Döll eine Tochter. Louise. 6. Dem Wirt Andreas Sorgenfrei eine Tochter, Anna Luise Erna. 8. Dem Taglöhner Ludwig Becker eine Tochter. 10. Dem Wagenwärter Karl Klotz eine Tochter. 12. Dem Fabrikarbeiter Philipp Hahn eine Tochter, Gertrude. 13. Dem Maurer
—
Einwohnerzahl nach dem
Zunahme
s
© t i a t
heutigen Areal
auf
1820
1895
Hundert
1
Preußen.....
14 572 253
31 855 123
118,6
2
Bayern.....
3 725 330
5 818 544
56,2
3
Sachsen.....
1 386 900
3 787 688
173,1
4
Württemberg . . .
1 447 108
2 081 151
43,8
5
Baden......
1 090 910
1 725 464
58,2
6
Hessen......
631 761
1 039 020
64 5
7
Mecklenburg-Schwerin
410 005
597 436
45,7
8
Sachsen-Weimar . .
205 900
339 217
64,7
9
Mecklenburg-Strelitz .
90 000
101 540
12,8
10
Oldenburg ....
240 700
373 739
55,3
11
Braur.schweig . . .
230 400
434 213
88,5
12
Sachsen-Meiningen .
111 403
234 005
110,1
13
Sachsen-Altenburg
109 403
180 313
648
14
Sachsen-Codurg-Gotha
118 598
216 603
82,7
15
Anhalt.....
128 100
293 298
129,0
16
Schwarzburg Sonders-
bausen ....
46 500
78 074
67,9
17
Schwarzbg.-Rudolstadt
55 300
88 685
60,4
18
Waldeck.....
54 000
57 766
7,0
19
Reuß ilt. Linie . .
23 000
67 468
193,3
20
Reuß jung. Linie. .
53 800
132 130
145 6
21
Schau in burg-Lippe .
25 500
41224
61,7
22
Lippe......
71 200
134 854
89,4
23
Lübeck......
40 700
83 324
104,7
24
Bremen.....
48 500
196 404
305,0
25
Hamburg.....
134 500
681 632
406,8
26
Elsaß-Lothringen . .
1 242 229
1 640 986
32,1
Deutsches Reich . .
26 294 000
| 02 279 901
| 98,9
Vom Jahre 1820 bis zum Jahre 1895 nahm in den 26 Staaten des Deutschen Reiches die Bevölkerung auf je 100 Köpfe in folgender Abstufung zu:
1.
Hamburg
406,8
14.
Sachsen-Altenburg
64,8
2.
Bremen
305,0
15.
Sachsen-Weimar
64,7
3.
Reuß ält. Linie
193,3
16.
Hessen
64,5
4.
Sachsen
173,1
17.
Schaumburg-Lippe
61,7
5.
Reuß jüng. Linie
145,6
18.
Schwarzburg-
6.
Anhalt
129,0
Rudolstadt
60,4
7.
Preußen
118,6
19.
Baden
58,2
8.
Sachs.-Meiningen
110,1
20.
Bayern
56,2
9.
10.
Lübeck
104,7
21.
Oldenburg
55,3
Lippe
89,4
22.
Mecklenb.-Schwerin 45,7
11.
Braunschweig
88,5
23.
Württemberg
43,8
12.
Sachsen Coburg-
82,7
24.
Elsaß-Lothringen
32,1
Gotha
25.
Mecklenb.-Strelitz
12,8
13.
Schwarzburg-
26.
Waldeck
7,0
Sondershausen
67,9
Diese Uebersicht zeigt gewissermaßen die Bevölkerungsvermehrung auch für andere Gebiete. Groß- und Industriestädte haben gewaltig zugenommen, die Industriestaaten zeigen ein kräftiges Wachstum, Gegenden, in welchen der Gewerbfleiß und der Ackerbau nebeneinander gepflegt werden, zeigen eine mäßige Vermehrung, am geringsten ist die Zunahme in gebirgigen und sandigen Landstrecken wegen der beständigen Auswanderung.
Für spätere Vergleichungen folgt hier das Anwachsen
der Seelenzahl im Großherzogtum Hessen vom Jahre 1820 an durch die sechs Termine von 1871 bis 1895:
Um das Jahr 1820 631 761,
am 1.
12.
1871
852 894,
Zunahme 35,0 Prozent,
„ 1.
12.
1875
884 218,
40,0
„ 1.
12.
1880
936 340,
48,2
„ 1.
12.
1885
956611;
51,4
//
„ 1.
12.
1890
992 883,
57,2
„ 2.
12.
1895
1039 020,
M
64,5
//
Die nachfolgenden Skizzen führen die Bevölkerungsbewegung im einzelnen vor und zwar für die Ortschaften mit 2000 Seelen und darüber. In der Schlußskizze werden noch die kleinen Orte behandelt, soweit Einwohnerziffern für 1820 vorliegen. Bei Aufbewahrung der Erhebungen und Berechnungen bis zur nächsten Volkszählung kann jeder Interessent dann leicht die neuen Ergebnisse mit den Resultaten früherer Zeiten vergleichen. Nach sieben Gesichtspunkten soll der Gegenstand behandelt werden:
a. Die Bevölkerungsbewegung in den Jahren 1871 bis 1875. b. „ „ „ „ „ 1880 „ 1885.
c. „ „ „ „ „ 1890 „ 1895.
d. Historisch-statistische Erhebungen aus dem Anfang der zwanziger Jahre unseres Jahrhunderts.
6. Die Einwohnerzahlen von 1820 bis 1895.
f. Die Einwohner-Zunahmen, bezw. Abnahmen auf je 100 Personen von 1820 bis 1895.
g. Vergleichende Ergebnisse.


