Ausgabe 
16.7.1899 Erstes Blatt
 
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Heinrich Erb eine Tochter. 14. Dem Lehrer Wilhelm Michel ein Sohn, Wilhelm Heinrich Karl August.

Gestorbene.

Juli: 3. Christian Dechert, 45 Jahre alt, Taglöhner dahier. 7. Wilhelm Mat, 55 Jahre alt, Bergmann von Holpe bet Hamm a. d. Sieg. 10. Raphael Katz, 76 Jahre alt, Rentner dahier. 10. Katharine Henz, geb. Ranft, 40 Jahre alt, Ehefrau des Tag­löhners Christoph Henz dahier. 10. Christine Wolf, geb. Schüßler, 38 Jahre alt, Ehefrau von Ackersmann Wilhelm Wolf zu Mengers­kirchen. 12. Elisabeths Peppel, geb. Claus, 32 Jahre alt, Ehefrau von Fahrburfchen Heinrich Peppel zu Heuchelheim, Kreis Gießen. 12. Katharine Schnorr, 54 Jahre alt, Ehefrau von Eisenbahninvaliden Georg Schnorr III. zu Münchholzhausen. 14. Charlotte Dehaie, 76 Jahre alt, Prtoatin dahier.__

Uerkehr, Kand und Volkswirtschaft.

Gietzen, 15. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. 0.801.00, Hühnereier per St. 67 2 St. 1113 H, Enteneier 1 St. 78 H, Gänse-

eier per St. 1011 H, Käse 2 St. 56 H, Käsematte per St. 3 Erbsen per Liter 22 H, Linsen per Liter 32 Tauben per Paar

JL 0.750.90, Hühner per St. ,* 1.001.50, Hahnen per Stück 0.650.90, Enten per St. JL 1.501.70, Gänse per Pfund v* 0.000.00, Ochsenfleisch per Pfd. 6874 Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 6264 H, Schweinefleisch per Pfd. 6072 H, Schweine­fleisch, gesalzen, per Pfd. 76 Ä, Kalbfleisch per Pfd. 6066 Hammelfleisch per Pfd. 5070 H, Kartoffeln per 100 Kilo 7.00 bis 8.00 JL, Weißkraut per St. 0000, Zwiebeln per Ctr. JL 8.509.00, Milch per Liter 16 H, Kirschen per Pfd. 26 bis 30 Pfg.

Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nach' mittags. Während der ersten 8 Stunden der Marktzeit darf im Umberziehen nickt feilgeboten werden. _________________

Wegen Raummangel mutzte der Auszug aus den Kirchenbüchern für die nächste Nummer zurückgestellt werden.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 15. Juli. Wie dasKleine Journal" wissen will, sei es nicht unwahrscheinlich, daß Herr v. Lucanus zum Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg ernannt werde.

Berlin, 15. Juli. Zu dem Dementi derBerliner Polit. Nachr.", wonach Staatsminister Miquel durchaus nicht amtsmüde sei, meint dasKleine Journal", es sei nicht ausgeschlossen, daß sich dieses Dementi als verfrüht Herausstellen werde, und Herr v. Miquel, falls bei der Beratung der Kanal-Vorlage sich Ueberraschungen ergeben sollten, immerhin amtsmüde werden könnte.

Brüssel, 15. Juli. Das sozialistische OrganPeuple" erläßt einen Aufruf an alle Parteigenossen, am nächsten Sonntag massenweise sich in den Hauptstraßen einzusinden, um der Einweihung des Denkmals für den Sozialistenvater Voler beizuwohnen.

Brüffel, 15. Juli. Der König besteht auf dem Einzel- Bezirk-Wahlsystem, wodurch die liberale Partei die ihr gebührende Stellung im Parlamente wieder gewinnen würde. Damit ist auch der Kabinettschef van den Peere- boom einverstanden, aber die Mehrzahl der Minister wider­setzt sich dem System und droht mit dem Rücktritt. Doch auch innerhalb des Wahlreform-Ausschusses liegen die Dinge so, daß die Niederlage der Regierung sicher ist. Schon die gestern abgehaltene erste Sitzung des Ausschusses ließ das erkennen, da der klerikale Parteiführer Wüste mit drei seiner Anhänger in das Lager der Opposition übergeht. Man ist allgemein der Ansicht, daß die Beratungen des Ausschusses ergebnislos verlaufen und daß die Kammer-Auflösung un­vermeidlich sein wird.

Paris, 15. Juli. Das Nationalfest verlief in ganz Frankreich ohne Störungen. Die Parade über die Truppen in Longchamp nahm der Gouverneur von Paris, General Brugöre ab. Den Sudan-Soldaten der Mission Marchand wurde eine besondere Ovation bereitet. Deroulöde und Habert legten einen Kranz an der Statue Straßburg nieder. Das diplomatische Korps war stärker vertreten als in den letzten Jahren. Nur der russische Botschafter fehlte wegen der Trauer um den Großfürsten Thronfolger. Loubet wurde überall sympathisch begrüßt. Fiasco machte ein mit Deroultzde's Portrait illustriertes Flugblattt, das gratis verteilt werden sollte. Die Kolporteure verschwanden, weil

sie sehr sarkastische Worte zu hören bekamen, mit Bezug auf die 50000 Franks, mit welchen Doroulöde einen Staatsstreich machen wollte. Nach der Revue richtete Loubet ein Schreiben an den Kriegsminister Gallifet, in welchem er seine Befriedigung über den Verlauf der Revue, vor allem über die gute Haltung der reformierten Artillerie aus­sprach. Er befahl, dieses Schreiben den Truppen bekannt zu geben.

Paris, 15. Juli. In Cherbourg herrschten gestern abend Unruhen, weil betrunkene Soldaten zu Krawallen Anlaß gegeben hatten. Die Truppen mußten einschreiten, wobei mehrere Personen verwundet wurden. Alle Stadtteile waren militärisch besetzt.

Rennes, 15. Juli. Hier kam es zu antisemitischen Kundgebungen vor der Wohnung eines Universitäts- Professors, welche die Verhaftung von fünf Personen zur Folge hatten. Die Demonstranten wurden von der Polizei zerstreut.

Rennes, 15. Juli. Den letzten Bestimmungen zufolge soll der Dreyfusprozeß zwischen dem 1. und 3. August beginnen. Die Verhandlungen werden allem Anscheine nach 20 Sitzungen in Anspruch nehmen.

Belgrad, 15. Juli. Wegen Verschwörung gegen die Dynastie wurde gestern verhaftet der Vetter des Fürsten Nikola von Montenegro, Blascho Petrovic Nieg us, der als Flüchtling eine Pension von der serbischen Regierung bezog, und die Gemeindeärzte Mitanikolic und Dr. Wlado Georgievic. Der Prozeß gegen den Attentäter dürfte nicht sobald durchgeführt werden, da die Untersuchung mindestens einen Monat dauern wird, um alle Fäden des Komplottes klarzulegen. Aus 42 Städten, Kreisen und Bezirken, sowie von Vereinen kamen zahlreiche Glückwunsch-Deputationen an den königlichen Hof.

Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemeffm am 15. Juli, zwischen 11 u. 12 Uhr mittags: Wasser 17'/,°, Luft 19'/,°.

Rübsamen'sche Badeanstalt.

FalldmrWftlicher Kvnsum-Verem WlksklK

eingetr. Genoffenschaft mit unbeschr. Haftpflicht.

Bilanz am 31. Dezember 1898.

Aktiva. JL H Passiva. at H

Kaffenbestand 4036.02

Warenbestände 27188.95

Mobilienwert 187.60

Forderungen 1200.

32612.57

Geschäftsguthaben der Genoffen 3820.50

Reservefond 12737.33

Betriebsrücklage 2100.

Anlehen 5000.

Schulden an Lieferanten 3344 56

Rückständige Verwaltungs­kosten 33 33

Gewinn am 31. Dez. 1898 5576.85

32612.57

Mitgliederbestand Ende 1897 258

Zugang in 1898 7

Abgang in 1898 7 ____

Demnach Bestand Ende 1898 258

Wieseck, den 4. Juli 1899.

Hildebrandt, Direktor.

Generalversammlung*.

Samstag den 22. Juli 1899, abends 9Uyr, bei Daniel Hrö.

Tagesordnung: Vorlegung der Rechnung, Festsetzung der Divi­denden, Verschiedenes. 5347

Für den Aufsichtsrat: Emil Schäfer.

NB. Die Rechnung liegt 8 Tage bei Direktor Hildebrandt offeu.

Abbruch - Versteigerung.

Eine größere Partie

Brennholz, Falzziegel, Fenster und Thüren

soll am Mittwoch dem 19. Juli, vormittags 11 Uhr, im Hofe des Hauses

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(am Cafö Ebel) öffentlich meistbietend versteigert werden.

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DkrgkbuW von MeWndttlirbeit.

Die zur Erneuerung der Leim- uud Oelfarbeu-Austriche in den Gängen und Treppenhäusern des Gerichtsgebäudes zu Gießen nötige Weitzbiuderarbeit wird hierdurch unter Hinweis auf den Mtnisterialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Submissions­weg ausgeschrieben.

Die Ausführungebedingungen und Arbeitsbeschretbungen liegen in un­serem Amtslokal zur Einsicht offen, und können letztere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebots-Vermerk versehen, daselbst zum Selbstkosten­preis in Empfang genommen werden.

Angebote sind bis zum 27. Juli 1899, vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben.

Zuschlagsfrist zwei Wochen.

Gießen, den 14. Juli 1899.

Großh. Hochbauamt.

__________Neuling.______5345

Versteigerung.

Dienstag den 18. Juli l. Js., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung:

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Nähere Angaben unter 0. F. 02478 an die Expedition d. BI. erbeten.

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02482] Erfahrener Gartenarbeiter, der auch Hausarbeit versteht, sucht dau­ernde Stellung. Derselbe würde auch tageweise Beschäftigung übernehmen.

Näheres in der Expedition d. Bl.