Ausgabe 
15.9.1899 Zweites Blatt
 
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habe.

Der Kriegsminister müsse doch einem Offizier, der alles brav gethan habe, auch Urlaub geben.

Wie man in Frankreich militärische Geheimnisse bewahrt! In dem Walde von Liv erd un bei Nancy ist ein seltsamer Fund gemacht worden, der zu den aufregendsten Gerüchten und Kommentaren unter der überall Spionage und Verrat witternden Grenzbevölkerung Veranlassung bietet. Ein Spaziergänger fand nämlich in einem Gebüsch mehrere Stücke Artilleriematerial und zwar recht wichtige: einen automatischen Lader mit Vollpatronen, den Aufsatz einer hydraulischen Bremse usw., sowie eine kleine, bereits krepierte Bombe. Die von dem Funde in Kenntnis gesetzten Gerichts­behörden verständigten die Militärverwaltung, die einen Genie-Offizier beauftragte, die aufgefundenen Gegenstände zu prüfen. Sie scheinen erst vor einigen Tagen in daö Gebüsch geworfen worden zu sein, wo man sie auffand, da keine Spur von Rost an ihnen entdeckt werden konnte.

* Männliche und weibliche Eigentümlichkeiten. Ein scharfer, humoristisch angehauchter Beobachter stellt in einer naturwissenschaftlichen Zeitschrift die entgegengesetzten Eigen­tümlichkeiten von Mann und Weib mit folgender Kürze zusammen: Die Frauen stecken ihre Kleidung von links nach rechts, die Männer von rechts nach links zu. Die Frauen knöpfen von rechts nach links, die Männer von links nach rechts. Die Frauen rühren von links nach rechts, ihren Kaffee zum Beispiel, die Männer von rechts nach links. Die Frauen finden selten den Unterschied zwischen einem rechten und einem linken Schuh heraus, und wenn die Haus­mädchen ihren Herren die Stiefel bringen, stellen sie sie unter zehnmal neunmal so hin, daß die Spitzen auseinander- stehen.

* Ein neuer Sprengstoff wird gegenwärtig von feiten der amerikanischen Regierung im Fort Sandy Hook versucht,

sein Name ist Thorit. Kürzlich wurde ein zwölfzölliges Geschoß mit 39 Pfund jenes Sprengstoffes geladen und aus einem der größten Küstengeschütze mit einer Ladung von 4o0 Pfund Pulver abgeschossen. Der Versuch lief glücklich ab, und die Bombe erreichte die See, ohne vorher zu explodieren. Darauf wurden 20 weitere Geschosse mit je 21/a Pfund Thorit geladen und aus einer fünfzölligen Kanone abgeschossen, wiederum mit Erfolg, obgleich die Geschützkammer den ungeheuren Druck von 40000 Pfund auf jeden Quadratzoll auszuhalten hatte. Die Sprengkraft des Thorit soll eine außerordentlich starke sein und ein großes Stahlgeschoß in tausend Stücke zerreißen. Für die Anwendung solch starker Sprengstoffe hat neuerdings ein Ingenieur aus Vermont eine Bombe erfunden, die die Be- Zeichnung Isham-Diaphragma-Bombe trägt und völlige Sicherheit bei der Anwendung starker Sprengladungen geben soll. Gleichzeitig kommt die Nachricht von dem Versuch einer neuen Panzerplatte auf dem britischen Schießplätze bei Shoeburyneß, die zu sechs Zoll aus gewöhnlichem Stahl und zu drei Zoll aus einer besonderen Masse besteht, deren Zusammensetzung noch geheimgehalten wird. Auf solche Platten wurde mit 350pfündigen Geschossen aus einem Ab­stande von 150 Metern geschossen. Bei der Benutzung von schwarzem Pulver blieb die Platte noch nach mehreren Schüssen unverletzt, und einigemale zersprang das Geschoß beim Aufprall zu Staub (!). Mit einer Corditsprengladung konnte die Platte auf etwa drei Zoll durchschlagen werden, aber die Platte zeigte auch dabei den großen Vorzug, daß sie keine Sprünge bekam, so daß sie auch bei einer völligen Durchbohrung im Ernstfälle schnell repariert werden könnte. Auch wenn zwei Geschosse nur um einen Fuß von einander getrennt gleichzeitig die Platte trafen, entstanden keine Sprünge.

* Englands Ultimatum au Transvaal.

Die vom englischen Kabinettsrat gebilligte Depesche Chamberlains an die Transvaalregierung ist ihrem Inhalt nach bekannt geworden-; sie stellt sich als ein Ultimatum ~?I' Elches von den Boeren wegen seiner diktatorischen Scharfe nicht angenommen werden und also recht bald zum Kriege fuhren dürfte. Eine recht lehrreiche Illustration zur Haager Friedenskonferenz, bei der gerade England die auf Vermeidung der Kriege gerichteten Bestrebungen mit besonderer Warme zu unterstützen sich den Anschein gab.'

Wie wir gestern bereits meldeten, wurde Chamberlains Depesche am Dienstag im Raad verlesen. Sie erregte große Aufregung. Die Depesche verlangt die Naturalisation u^anders in fünf Jahren, eine Vertretung für die Goldfelder im Volksraad zu einem Viertel, Gleichheit der Hollander und Engländer im Volksraad und Gleichheit der alten und neuen Bürger hinsichtlich der Präsidentenwahl und anderer Wahlen. Falls diese Bedingungen angenommen werden, soll eine Konferenz stattfinden, um einen Entwurf fut bie zu -treffenden Maßregeln aufzusetzen und zu ver­hindern, daß die Transvaal-Regierung unnötige Bedingungen mache oder Gesetze einführe, welche den beabsichtigten Zweck hindern könnten. Die Annahme dieser Forderungen ohne Verzug verlangt, anderenfallsMsse die englische Regierung die gesamte Lage in Erwägung ziehen und so handeln, daß eine endgültige Beilegung der Zwistiq- keiten herbeigeführt werde.

Die beiderseitigen Rüstungen sind in vollem Gange. Wre man aus London meldet, werden von Aldershot, Alexandria und Malta drei Regimenter, die am Samstag mobil gemacht wurden, nach Südafrika gehen; die nötigen Schiffe sind bereits gechartert. Auch die indischen Truppen, die für Südafrika bestimmt sind, sind reisefertig und werden von indischen Marineschiffen herübergebracht werden. Nach einem Telegramm aus Louren^o - Marques landete der DampferGreek" 539 Kisten Munition, der Dampfer Dunolly Castle" acht Kisten Munition und fünf Kisten Gewehre.

Regimenter und 4 reitende Batterien) übernommen, welche m,t dem 13. 14. und 15. Armeekorps die unter den Befehl hr<S WnMinA Vinn ... r. «V. '

I Die Vorbereitungshilse eines Lehrers an sich werde in dcr I .3a!ycn anerkannt. Herrn Dr. Ahlheim habe er ein I halbes Aahr laug gestattet, daß er seinen Sohn bei sich I oorbereite. Niemals habe er gedacht, daß dabei die Grenze des Erlaubten überschritten werde. Die Bestellungen von

I Zangen zu Lehrern seien überall vorgekommen, natürlich dürfe dabei von einem Entgelt nicht die Rede fein. Er felbft habe vielen Schülern in dieser Weise geholfen. Daß sein Sohn unerlaubte Hilfsmittel aus Büchern und Auf- zeichnungen zog, sei leider nicht zu leugnen. Er habe kein Mißtrauen gehegt, sonst hätte er die Dinge besser verwahrt. Der Vorwurs, daß er den Lehrern gegenüber ein strammer Vorgesetzter gewesen sei, werde ihm mit Unrecht gemacht. Den Eindruck, daß erschwer" gefehlt habe, habe er nie | von sich gehabt, den Vorwurf habe er sich aber gemacht, daß er nicht Mißdeutungen verhütet habe. Heute sei ihm klar, daß fein Sohn besser gefördert wurde, wie andere Schüler, früher habe er davon nichts gewußt. PräparationS- zettel an sich feien noch nichts ungesetzliches, denjenigen seines Sohnes habe er nicht ansehen können, daß diese nur diesem allein zu teil geworden seien, was natürlich illegal war. Wäre irgend jemand so kollegialisch gewesen und so ehrlich männlich und hätte ihm mitgeteilt, daß die Hilfe des Herrn Dr. Ahlheim Anstoß errege, so würde die Sache nicht so weit gediehen sein.

Da Ministerialrat Braun davon ausgehl, daß Mini­sterialrat i. P. Soldan nicht berechtigt war, als Vorsitzender der Schulabteilung dem Angeklagten eine Verwarnung zu erteilen, wodurch ein abgeschlossenes Disziplinarverfahren noch nicht vorliege und jetzt noch alle Umstände in Betracht zu ziehen seien, beantragt der Verteidiger Hallwachs, Herrn Soldan vorzuladen. Die Staatsanwaltschaft wider­spricht, da das Gericht in der Lage sei, ohnedies das Ge­setz auszulegen. Nach kurzer Beratung wird der Antrag abgelehnt und die Sitzung bis nachmittags 3 Uhr unter­brochen.

In der Nachmittagssitzung ging Ministerialrat Braun zu der Anklage in betreff der Bensheimer Fälle über. Auch dort hat der junge Dettweiler, wie die Zeugen aussagen, sehr oft anscheinend von Herrn Dr. Schmidt geschriebene Zettel in die Schule mitgebracht, welche Worte und Wend­ungen, die in den Exerzitien vorkamen, enthielten. Die Schüler rissen sich um diese Hilfsmittel. Da auf dem Schreibtisch des Angeklagten gewöhnlich alles offen lag, war es dem jungen Dettweiler leicht, hier vorgefundene Notizen zu verwerten. Der Gymnasiallehrer Dr. Schmidt erklärt, daß er nur dem Herrn Direktor Dettweiler Mit­teilungen zukommen ließ, die er theoretisch für durchaus berechtigt hielt, von welchen er aber zugebe, daß praktisch dieselben üble Wirkungen herbeiführen können. Wie der junge Dettweiler in deren Besitz kam, wisse er nicht. Das Mainzer Journal" behauptete, dem Angeklagten fei ein- mal von einem Lehrer die Hingabe von Exerzitien ver­weigert worden, diese Behauptung ist jedoch unbe­gründet. Der Klassenführer des jungen Dettweiler, Dr. Schrohe, giebt an, daß der Angeklagte Kennt­nisse, die er bei der Revision seines Unterrichts ge­wann, zu Gunsten seines Sohnes verwendete. Andere Lehrer wissen hiervon nichts, erklären aber, daß ihnen der Angeklagte mehrfach als Berater diente. Was die Themata der Klassenaufsätze angeht, hat dasMainzer Journal" behauptet, daß auch diese der junge Dettweiler ähnlich wie die Exerzitien gekannt habe. In dieser Beziehung liegt irgend ein Anhalt nicht vor. Manches andere, was be­hauptet worden ist, hat sich als leerer Klatsch herausgestellt. Insbesondere gilt dies von der Erzählung, daß eine sinn­reiche Verbindung hergestellt worden sei, um die Durch­stechereien zu fördern. Diese sinnreiche Verbindung bestand in einer leeren Sardinenbüchse, welche einige Tage beim Jndianerspiel hin- und herlief. Ganz ohne Grund ist die

In feiner Erklärung auf den in Darmstadt spielen­den Teil der Anklage fortfahrend, führt der Angeklagte aus: Der gewöhnliche Privatunterricht besitze seiner Ansicht nach nur einen Geldwert für den Lehrer, weiter keinen, anders verhalte es sich mit einer Hebung, die sich eng an die Schule anschließe. Er habe an sich em­pfunden, daß es ein wahres Verhängnis sei, wenn ein Direktor zugleich Vater fei. Den Vorwurf, daß er den Schein nicht ganz gemieden habe, nehme er auf sich, nie- __________,rwvv MUV e örunD

mal« habe er aber auch nut angebeutet, daß nicht auch Behauptung, daß der Angeklagtezu Gunsten seines Sohn-s" ledem andern Schuler em gleiches Maß von Anhaltspunkten den franzöflfch-n Unterricht eine Zeit lang übernommen zur Vorbereitung gegeben werden dürfe, wie feinem Sohne. | habe. 0 a

zwischen Kornberg und Möglingen besetzt und verschanzt und starke Reserven westlich von Kornwestheim zurückgehalten. Die erste Armeeabteilung ging gegen diese Stellung in der Front mit dem 13. und 15. Armeekorps über Ditzingen, Nippenburg, Schwieberdingen sowie Markgröningen vor und besetzte nut dem 14. Armeekorps, welches nördlich der Enz stand, über Bissingen und Bietigheim mit dem Kavalleriekorps noch weiter herumgreifend, die rechte Flanke des Gegners zu umfassen. Gegen 11 Uhr zeigten lange, ?ark feuernde Geschützlinien, welche sich auf den Höhen des östlichen Clems-Ufers entlang und dann schließlich von Ulperg bis nach Ludwigsburg hinzogen. Als die erste Armee- Abteilung ihren Aufmarsch vollzogen hatte und sich nun zum allgemeinen Angriff anschickte, und der markierte Feind zum Weichen gezwungen war, ritt das Kavalleriekorps aus der Gegend von Pflugfelden gegen die rechte Flanke und oen Rucken des geschlagenen Feindes zur Attacke vor. Gegen 1 mittag schloß das Manöver, dem der Großherzog von Baden teils bei der 30. und 31. Division und dem mar- kierten Feinde, teils beim Kavalleriekorps gefolgt war Der Kaiser versammelte hierauf das Offizierkorps auf dem Ried äur Besprechung, in deren Anschluß Höchstderselbe ein Hurrah auf den König von Württemberg ausbrachte. Der I ^onig von Württemberg dankte mit warmen Worten und brachie ein Hurrah auf den Kaiser aus. Der Kaiser ritt nun an der Spitze seines Ulaiien-Regiments Nr. 13 nach lubtt)ig«burg zurück und trat von hier direkt die Rückreise I nad) ..Potsdam an. Die übrigen Fürsten traten vom I Manöverfelde aus die Heimreise an. I

fernen Lande, in dem er, wie Madame Dreyfus ihren Kin­dern erzählte, eine schwere und wichtige Aufgabe zu lösen hatte, die ihn für lange, lange Zeit vom Hause fernhalte. Endlich kam er doch zurück. Es wurde ihnen gesagt, daß er tn Frankreich sei. Pierre ist jetzt acht, seine Schwester Jeanne sechs Jahre alt. Der Knabe sieht seinem Onkel Mathieu Dreyfus ähnlich, während das Mädchen das Eben­bild des Vaters fein soll. Die zwei Kinder, die von Frau Dreyfus in Liebe zu ihrem abwesenden Vater aufgezogen wurden, waren freudig erregt, als sie von der Rückkehr ihres Vaters nach Frankreich hörten. Ihre Freude wurde dadurch gedämpft, daß man ihnen sagte, pe konnten ihren Vater noch nicht sehen. Er hätte für den Minister einen langen Bericht über seine Reise 3u verfassen, mit dem er gleich nach feiner Landung be­gonnen hatte. Da er von der langen Reise sehr ermüdet fei, wolle die Mutter Pierre und Jeanne verlassen und so be'm,Vater bleiben, bis er seinen Bericht vollendet hatte. Natürlich würden sie sehr oft von ihren Eltern Horen und sie selbst müßten ebenfalls schreiben. So schrieben denn Pierre und Jeanne jeden Tag an ihren Vater und baten ihn, rasch zu kommen. Jeannes Stil ist noch ziemlich schwer und unbeholfen aber Pierre schreibt schon ganz gut nnb sandle seinem Vater lang- Briese, in denen er ihm wegen seines langen Ausbleibens Vorwürfe macht. Unlängst verlor Pierre vollständig die Geduld und Jeanne war ebenso ungehalten, wie er, weil der Vater sie beide trotz ihrer oftmaligen dringenden Bitten nicht besuchen wollte Nachdem der Vater nun schon so lange weg ist", schrieb Pierre seiner Mutter,so bitte ich wenigstens, daß er sich für zwei Tage frei machen soll und zu uns nach Paris kommt." Der aufgeweckte Knabe deutete in seinem Briefe an, daß ihm irgend etwas nicht ganz richtig vorkommt.

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Stornberanh Freitag eine große Versammlung in der et. James Hall

I organisiert hat, um gegen einen Krieg mit Transvaal zu I protestieren. Eine Anzahl von hervorragenden Persönlich- I keilen sagten ihre Beteiligung zu, darunter Morley und das I uniouistische Unterhausmitglied Courtney, der Sohn John I Brights, I. A. Bright, wird präsidieren. Das Liverpooler I Transvaal-Komitee wird kooperieren, und die umliegenden Distrikte werden Delegierte schicken; man hofft, die Demon- I ftration werde einen großartigen Charakter annehmen.

Weitere Meldungen aus Kapstadt besagen, nach dort, I aus Prätona cingegangenen, allerdings nichtamtlichen Be I richten, werde Transvaal die in Chamberlains Ultimatum enthaltenen Bedingungen annehmen. Auch ein Bloemfonteiner I Blatt schreibt, daß die Regierung von Transvaal die Ein­ladung zur Konferenz nach Kapstadt annehmen werde. Man

I wwd also zunächst noch verhandeln, aber zugleich rüsten. 1 I Wenigstens besagt ein Telegramm aus Johannesburg- I Die Kriegsrüstungen dauern fort.. Die Thore von Johannes- I uurg sind befestigt worden; Wälle werden aufgeworfen und | mit Verteidigungsgräben versehen.

I Die Londoner Blätter reservieren ihr endgiltiges Urteil I über Chamberlains Depesche, bis der Wortlaut derselben I I bekannt sein wird, doch äußern alle Jingo-Orange bereits I eine unverhohlene Befriedigung über den scharfen Ton und die gemeldeten Forderungen, welche sie cynisch alsge- I mäßigt" bezeichnen. Diese Organe vermissen nur eine I Antwort auf die Suzeränetätsverweigerung, hoffen jedoch, I daß der volle, bisher noch unbekannte Text eine solche enthält. DieTimes" sagt: Wir hoffen noch auf eine I gütliche Beilegung, doch wenn unsere letzten Anerbietungen zurückgewiesen oder durch Ausflüchte beantwortet werden, I so sind wir zu anderen Mitteln entschlossen; falls die höf­liche, aber feste diesbezügliche Sprache an Transvaal ein Ultimatum bedeutet, dann kommt die Depesche einem solchen I sehr nahe. Enttäuschung und Entrüstung wären allgemein, wenn dies nicht der Fall gewesen wäre. Wir müssen jetzt wissen, ob Krüger uns als freundschaftliche Ratgeber ober als Feinde behandeln will.Daily Chroniele" allein brand­markt die Depesche aufs schärfste und sagt: Kein Sachver- I ständiger braucht uns zu sagen, welche Hand diese unter» I schleierte und unqualifizierte Drohung entwarf. Sie ist I wundervoll geeignet, den Verhandlungen ein Ende zu be- I reiten und man muß annehmen, daß das Kabinett die Zeit für eine definitive Aktion für gekommen hält. Die Forder­ung, auf einer Konferenz Maßregeln zu entwerfen, fei ein verhängnisvoller Frontwechsel und in einer Form gemacht, I welche das Maximum von Demütigung einschließe. Man I könne sich nichts vorstellen, was so zur Vereitelung der I friedlichen Lösung geeignet sei, welche England angeblich I bezwecke.

Kskales und UrsoWelies.

Gießen, 14. September 1899.

Die Verhandlung gegen den Geheime« Oberschulrat Dr. Dettweiler.

(Ausführliche Meldung.)