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Der Angeklagte wiederholte auch diesen Punkten gegenüber im wesentlichen seine Aussagen vom Vormittag. Bei den allgemeinen Vorbereitungen habe es sich nie um Exerzitien gehandelt. Seiner Ansicht nach habe er in der Regel die Zettel, die er erhielt, zerrissen und weggeworfen. Einigemal habe sein Sohn dieselben gehabt, von Belang sei dies nicht gewesen. Thatsache sei, daß sein Sohn sich die Kenntnis eines zu schreibenden Exerzitiums aus seinem Notizbuch verschaffte. Als eine wichtige Aufgabe habe er für einen Direktor das Hospitieren im Unterricht angesehen. Die Konklusionen des Herrn Dr Schrohe, den er auch mehrfach besuchte, seien jedoch in jeder Beziehung hinfällig. Dem Vertreter der Staatsanwaltschaft danke er für seine loyale Auffassung; an manchem, was dieser mit Recht Klatsch nannte, sehe man, wie man ohne Grund in der Presse verdächtigt werden könne.
Ministerialrat Braun wandte sich nun zu den Darmstädter Angelegenheiten, auch hier war der junge Dettweiler über die kommenden Arbeiten besser a's seine Mitschüler unterrichtet. Auf Befragen pflegte derselbe zu sagen, Dr. Ahlheim habe an seinen Vater geschrieben. Diese beiden stünden so, daß der erstere garnicht anders könne. Mit den Zetteln trieb der junge Dettweiler zum Teil einen schwungvollen Handel. Einmal erbrach derselbe auch einen verschlossenen Brief, den Ahlheim ihm für seinen Vater mitgab. Ein anderer Brief kam bekanntlich verspätet in die Hände des Angeklagten, daher entschuldigte sich Dr. Ahlheim, zumal der junge Dettweiler deshalb im Lateinischen „ungenügend" erhalten hatte. Letzterer unterschlug diesen Brief, nachdem er denselben verschiedenen Schülern bekannt gemacht hatte. Der Angeklagte bezeichnet viele Redensarten seines Sohnes für Renommisterei, über die ein ernster Mann lache. Unwahr sei, daß er die übermäßige Vorbereitung bei Ahlheim gewußt oder gar veranlaßt habe. Ebenso stehe er jeder Täuschung eines Lehrers seinerseits fern. Kurz vor 9 Uhr wurde die Verhandlung abgebrochen.
Der Verwaltungsgerichtshof setzte heute die Verhandlung fort. Als erster Zeuge wird der Reallehrer Joseph Geyer in Alzey vernommen. Derselbe war vom Jahre 1890 bis 1894 in Bensheim und hat 3 Jahre lang dem jungen Dettweiler Unterricht erteilt. Demselben aber keine Beihilfe gewährt, die andere Schüler 'nicht hatten. Auch von anderer Seite sei dies nicht geschehen. Jeder Schüler habe gewußt, daß das Pensum der letzten Woche oder 14 Tage bei der Uebungsarbeit verarbeitet werde. Dies sollte eine Kontrolle fein, ob der Stoff sitze. Herr Dettweiler habe von ihm hie und da über seine Disposition Mitteilung verlangt, er habe nicht gedacht, daß derselbe etwas Unerlaubtes für seinen Sohn thun wollte, zumal derselbe ihm die größte Strenge gegen seinen Sohn an- empfohlen habe. Der Zeuge wurde nicht beeidigt.
Der GymnasiallehrerHeinrichSchrohe inBensheim erklärt unter Verweisung auf den bereits abgeleisteten Eid, der junge Dettweiler sei von ihm von 1894 bis 1896 in der Unter- und Oder-Tertia unterrichtet worden. Seiner Ansicht nach habe der Direktor Dettweiler in einzelnen Fällen Mitteilungen, die er als Direktor erhielt, zu gunften seines Sohnes verwendet. Im Januar 1896 habe der Angeklagte einer Stunde beigewohnt und Aufzeichnungen gemacht, während kein Schüler solche machen durfte. Später fand er im Heft des jungen Dettweiler notiert, was damals vorgenommen wurde. Er bestreite dem Schüler die Fähigkeit, dies von sich heraus vornehmen zu können. Laut in feinen Händen befindlichen Notizen habe in zwei weiteren Fällen der Angeklagte ebenso gehandelt. Die Aufzeichnungen habe er gemacht, damit er für alle Fälle gesichert sei, der Angeklagte habe auch über jeden Notizen gemacht. Herr Dettweiler sei sein Lehrer gewesen, demselben verdanke er viel, was er auch nie vergessen werde. Der Presse habe er von seinem Material keine Mitteilungen gemacht. Bei einer Übersetzung aus dem Griechischen ins Deutsche, die als Prüfungsarbeit dienen sollte und zu welcher der Direktor Dettweiler die Aufgabe stellte, habe der junge Dettweiler eine Übersetzung geliefert, die über seine Fähigkeiten hinausging. Auch bei zwei anderen Uebersetzungen, zu welchen er vorher dem Angeklagten die Arbeit vorlas, habe der junge Dettweiler Arbeiten geliefert, die sicher nicht von ihm herrührten. Als eine Entfremdung eingetreten war, sei in den Monaten November und Dezember 1895 und Januar 1896 der Direktor Dettweiler häufiger als früher in feinen Unterricht gekommen. Auf Vorhalt erklärt der Zeuge, daß die in dem Heft des jungen Dettweiler von ihm gefundenen Notizen selbst Schülern ausgefallen seien. Im März 1895 habe eine'Konferenz wegen ein£r Bismarckfeier stattgefunden. Damals habe fein Kollege Messer mit Rücksicht auf die Verhältnisse in Bensheim gegen eine solche gestimmt, er habe sich aus persönlichen Gründen angeschlossen. Die Anregung zur Feier sei von der Schulbehörde ausgegangen.
Ministerialrat Braun stellt fest, daß im Konferenzprotokoll von der Hand des damals beurlaubten Direktors Dettweiler zu lesen steht, daß drei Lehrer gegen die „angeordnete" Feier gestimmt hätten.
Zeuge Schrohe versichert, daß es ihm nicht eingefallen fei, einer ministeriellen „Anordnung" zu widersprechen. Unrichtig fei, daß er damals mit seinen Notizen begann oder solche von da an verschärfte.
Der Angeklagte bemerkt erläuternd, daß er, da kein Protokoll da war, auf Grund ihm gewordener Mitteilung dasselbe nachträglich anfertigte, lieber Herrn Schrohe habe er ms in die letzte Zeit nur das Beste gesagt.
Auf Vorhalt des Verteidigers erklärt der Zeuge, daß der junge Dettweiler sich einer Bevorzugung erfreute, wenn
Hm Notizen zukommen ließ, die kein anderer L-chüler hatte. Hätte ein Privatlehrer von ihm Notizen verlangt, würde er solche demselben in allgemeiner Form
gegeben haben, ans diesen hätte dieser aber nicht so viel entnehmen können.
** Für die Hauptversammlung des Vereins für lateinloses höheres Schulwesen, die am 7. und 8. Oktober in Marburg stattfindet, ist jetzt die Tagesordnung festgesetzt worden. Es stehen darauf folgende Vorträge bezw. Referate: 1. Professor Böhmel-Marburg: „Das Bildungsziel des lateinlosen höheren Schulwesens, vom Standpunkte der theoretischen Pädagogik aus beleuchtet". 2. Professor Dr. Victor-Marli urg: „lieber den Bildungswert der neueren Sprachen". 3. Direktor Dr. Schmidt-Hanau (Oberrealschule): lieber Schulreform". 4. Direktor Dr. Ziehen - Frankfurt a. M. (Realgymnasium): „Die lateinlose höhere Schule in ihrem Verhältnis zur Reformschule". 5. Prof. Dahn - Braunschweig (Oberrealschule): „Das herrschende Schulsystem und die rationelle Schulreform". 6. Direktor Dr. Hintzmann- Elberfeld (Oberrealschule): „Gegenwärtiger Stand der Berechtigungsfrage und die Promotionsordnungen". 7. Oberlehrer Presler-Hannover (Oberrealschule): „Der zweite Nachtrag zum Normaletat". 8. Direktor Dr. Knabe-Mar- burg: „Ausgaben der Gesellschaft für deutsche Erziehungsund Schulgeschichte". Zur Besichtigung sind in Aussicht genommen: Das Universitäts- und Oberrealschulgebäude, der botanische Garten, das physiologische und das mathematisch-physikalische Institut, die Elisabethkirche, das Schloß und der Stadtpark.
** Die Gutenberg-Feier in Mainz. Nachdem vor einiger Zeit das in Aussicht genommene Festprogramm veröffentlicht worden war, wurden am 9. d. M. in einer Sitzung des Gutenberg-Komitees neun Ausschüsse gebildet, denen jetzt die Durchführung des Programms obliegen wird. Die Liste des Gesamtausschusses zeigt die stattliche Zahl von 522 Namen. Bringt man auch hiervon jene Personen in Abzug, die in mehreren Kommissionen funktionieren, so bleiben immer noch mehr Mitglieder, als der deutsche Reichstag Abgeordnete zählt. Bei der Zusammensetzung der Ausschüsse fanden die verschiedensten Berufsarten Berücksichtigung. Neben den staatlichen, städtischen und militärischen Würdenträgern sind die Seelsorger des katholischen, protestantischen und jüdischen Glaubensbekenntnisses vertreten. In ansehnlicher Zahl erschienen auch die Leiter und Lehrer der Mainzer Unterrichtsanstalten. Unseres Wissens vollzählig gewählt sind die Mainzer Buchdruckereibesitzer. An gutem Rat dürfte es auch nicht fehlen, denn an Regierungs-, Rechnungs-, Kommerziell-, Kirchen- und Hofräten ist kein Mangel. Sehr gut abgeschnitten haben auch die Rechtsanwälte: von etlichen 40, die das Mainzer Adreßbuch aufzählt, ist gut ein Drittel gewählt. Dagegen sind Gutenbergs eigentlicheJünger, jene Gesellen der „schwarzen Kunst", die zu ihrem Meister mit einer in unserer realen Zeit sehr seltenen Verehrung emporblicken, recht stiefmütterlich behandelt: nicht ganz ein D u tz e n d Schriftsetzer figurieren in der großen Liste, in der so mancher Name prangt, dessen Träger sich vergeblich den Kopf zerbrechen dürfte, was er eigentlich mit dieser Jubelfeier zu thun habe — obgleich in Mainz, nach ungefährer Schätzung, mehr als 500 Schriftsetzer beschäftigt sind.
+ Nidda, 13. September. Bei der heute dahier stattgefundenen, durch die Abdankung des seitherigen Bürgermeisters Erk veranlaßten Wahl eines Ortsoberhauptes erhielten die Kandidaten Gerbereibesitzer Hermann Roth 163, Bürgermeistereigehilfe Förster 55 und Glaser- meister Wilhelm Ringshausen 36 Stimmen. Von etwa 350 Wahlberechtigten stimmten hiernach blos 254 ab. Herr Roth ift somit zum Bürgermeister gewählt. — Gestern machte dahier ein 25 jähriger unverheirateter Mann seinem Leben durch Erschießen ein jähes Ende; das Motiv hierfür ift unbekannt.
□ Nidda, 10. September. Heute vormittag scheuten die Pferde eines Hotelfuhrwerks am Bahnhof und rasten die abschüssige Bahnhofsstraße hinab durch die Stadt. Der Kutscher wurde in den Wagen geschleudert, die Insassen des Wagens, Jäger von hier und auswärts, sprangen nach einander ab, verletzten sich aber dabei, der eine im Gesicht, der andere an der Hand. Der Wagen selbst wurde durch Anprall an einen andern beschädigt, die Pferde schließlich durch mutige Leute aufgehalten. — Der Großh. Turn - Inspektor inspizierte heute die Turnschüler unserer Schulen, wie er ein gleiches gestern in Büdingen gethan hatte.
□ Bobeuhausen (Vom Manöverfelde), 13. Sept. Unserm Berichte vom 6. über das Scharfschießen bei Wiesenhof-lUrichstein haben wir berichtigend nachzutragen, daß nicht 4, sondern die 7 aufgefahrenen Batterien mit je 6 Geschützen in Thätigkeit waren und daß, wie damals richtig bemerkt, aus jedem Geschütz 18 Schüsse abgegeben wurden, also von einer Batterie 6 x 18 und aus den 7 Batterien 7 x 108 — 756. Auch wurde meistens mit Schrapnels geschossen und nur einige Schüsse mit Granaten gewechselt. Es dürfte wohl nur zum wenigsten bekannt fein, daß Schrapnels in der Luft Platzen, während die Granaten erst beim Aufschlagen explodieren. Für geschloffene Kolonnen, besonders bei Kavallerie-Attaken sind darum die Schrapnels von viel verheerender Wirkung, weil jeder Cylinder mit mehreren Kugeln geladen, welche gleich Kartätschen auseinander fahren. Vorgestern, den 11. manöverierten die 117er und 118er, also Brigademanöver, am ersten Tage endigten dieselben bei Bobeuhausen und fingen an bei Flensungen, Mücke, Groß-Eichen, Lardenbach. Jedesmal war eine Schwadron Ulanen zum Rekognoszieren dabei. Gestern dehnte sich das Manöver bis Grünberg, Saasen und die umliegenden Orte von Grünberg aus. Heute finden dieselben bei Ober-Ohmen, Ruppertenrod und nach Zeilbach hin statt. In der Nacht vom 12. auf den 13. biwakierte 1 Bataillon bei Unter-Seibertenrod, und Freitag, den 15. ist großes Biwak bei Ulrichstein. Die 115er und 116er kommen von Fulda herauf bis Ulrichstein und Umgegend, woselbst manöoeriert wird. Das Divisions
manöver findet dann in der nächsten Woche bis in bi * Nähe von Gießen statt, woselbst es seinen Abschluß erreicht Daß als rekognoszierende Reitertruppe nicht unsere Dra goner engagiert sind, soll seinen Grund darin haben, daß unter den Pferden der Leibdragoner (weißen) eine Krankheit ausgebrochen, und die roten waren, wie bekannt, bei dem Kaisermanöver mitwirkend. Was die Verpflegung der Truppen und das Entgegenkommen seitens unserer Vogelsberger betrifft, so hört man allerseits nur Rühmliches. Es ist ja auch bekannt, daß unsere Vogelsberger Bewohner Soldatenfreunde sind, die es sich zur Ehre machen, daß wieder einmal solche militärische Uebungen sich bis in den Vogelsberg ausgedehnt haben, und dürfte der durch die Manöver hin und wieder verursachte Feldschaden nur ein geringer sein, zumal bei der sehr günstigen August- und Anfangs Septemberwitterung die Ernte bis auf das Grummet zu Ende ist.
P.Ä Groß-Umstadt, 13. September. Die Gewerbe- Ausstellung wird trotz des Negenwetters noch sehr gut besucht. Besonders machen jetzt zum Schluffe die Landleute der Umgegend zahlreiche Ankäufe. Da eine Verlängerung der Ausstellung unmöglich ist, mögen alle, die beabsichtigen, das interessante und reichhaltige Unternehmen zu besichtigen, sich mit ihrem Besuche beeilen.
Universitäts-Nachrichten.
— Berlin. Eine Auskunftsstelle für studierende Frauen, welche über Studienverhältnisie Der in- und ausländischen Universitälen, über Wohnung, Pensionen u. s. m. Auskunft erteilt, ist hier errichtet worden. Leiterinnen des Bureaus sind Fräulein Dr. Anna Gebfer und Fräulein Chowanetz.
— Königsberg i. Pr. Der Hilfsgeologe bei der geologischen Landesaufnahme und Privatdozent an der hiesigen Universität, Professor Dr. Alfred Jentzsch, ist zum Landesgeologen bet der geologischen Landesanstalt in Berlin ernannt worden.
— Bonn. Prof. Adolf Kamp h ausen, der Senior der evangelischtheologischen Fakultät der hiesigen Universität beging am 10. September seinen 70. Geburtstag.
— Graz. Der ordentliche Professor der darstellenden und praktischen Geometrie an der Bergakademie Leoben, Ingenieur Adolph Klingatsch wurde zum ordentlichen Professor für niedere und höhere Geodäsie an der technischen Hochschule in Graz ernannt
— Dr. Max Lehmann, bisher Assistent der sächsischen landwirtschaftlichen Versuchsanstalt Möckern, ist als Lehrer für Tabakfabrikation mit einem jährlichen Gehalt von 6000 Den vom japanischen Ministerium für Landwirtschaft und Handel auf drei Jahre engagiert worden.
Kandwirtschastliches.
A Aus Oberhcffen, 13. September. Ueber die Aufzucht von Jungvieh. Bewegung und frische Luft, das ist eine Hauptsache bei jedem lebendigen Wesen, es mag hingehören, wohin es will. Wie sieht es aber in dieser Beziehung mit unserem Jungvieh aus? Nicht blos schlecht, sondern sogar sehr schlecht. Die Kälber werden angebunden und gefüttert, wachsen zu Rindern und Kühen heran, geben Milch, werden zur Zucht gebraucht und nach Jahren abgeschafft. Die Bewegung, die diese armen Tiere haben, ist fast Null; soweit es die kurze Kette gestattet, können sie etwas vor- rückwärts und seitwärts gehen. Ist es da nicht ganz selbstverständlich, daß die Tiere bocksteif, daß sie krank und unfruchtbar werden müssen? Manche Bauernhöfe haben einen laufenden Brunnen und dabei einen langen Wassertrog, zu dem bafr Vieh getrieben wird, um getränkt zu werden. Die Tiere machen Freudensprünge, wenn sie herausgetrieben werden, sie brüllen, kaum kann man sie losketten, und nur ungern gehen sie in den Stall zurück. Hier ist also doch ein wenig Bewegung und frische Luft. Wie schaut es aber bei hundert und aber hundert anderen Ställen aus? Jämmerlich und elend! Das Vieh steckt in dumpfigen Ställen, deren Luft mit schädlichen Keimen angefüllt ist. Der Bauer frage sich einmal selber: Kann in einer solchen Luft ein gutes Gedeihen erzielt werden? Wie steht es mit der Fortpflanzung? Wie können die Kälber brauchbar werden? Nachdem dieses alles nur ganz kurz angedeutet worden ist, wird der freundliche Leser sehr wohl begreifen, haß unter 10 Kühen 7 bis 8 lungenkrank werden. Er wird aber auch begreifen, daß hier Besserung geschafft werden muß, wenn unser Viehstand nicht mehr und mehr in Rückgang geraten soll. Diese Besserung wird in erster Linie dadurch herbeigeführt, daß die jungen Tiere während des Sommers auf eine Weide gebracht werden, wo sie Bewegung, frische Luft und reichliche Nahrung erhalten. Vor 25 Jahren errichtete man im Weschnitzthale eine Fohlenweide, zu welchem Zwecke 70 bis 80 Morgen standesherr- liches Gelände erpachtet und eingefriedigt wurde. Der Schreiber dieser Zeilen war damals im Odenwalde und konnte oft hören, wie die Landwirte über die Weide schimpften. Nach und nach verlor sich das Nörgeln, und kürzlich pachtete man das ganze standeshercliche Gut, zusammen etwa 230 bis 240 Morgen, um auch eine Weide für Jungvieh daraus zu machen. Schon vor 25 Jahren sprachen sich tüchtige Viehzüchter für eine solche Weide aus, die Zeit war jedoch noch nicht dafür gekommen. Hätte man damals das riesige Geld für Simmenthaler Vieh auf Weiden und zur Aufzucht von fein auserlesenen Odenwälder (oder bei uns von Vogelsberger) Muttertieren .verwandt, würden wir um ein gutes Stückchen weiter fein. Damals war es Mode — und teilweise herrscht sie noch — Simmenthaler Vieh zu züchten. Es herrscht auch Mode in der Viehzüchterei, wie in der Kleider- und Hutbranche, und diese Moden können in der einen Richtung so närrisch und kostspielig fein, wie in der anderen. In der Viehzucht fängt man an, sehr sorgfältig abzuwägen, das ist hocherfreulich. Bei dem kleinen Bauer haben sich aber unterdessen manche Vorurteile eingebürgert, die he-aus müssen. Ich habe versucht, ein bischen in die Ecken zu leuchten, vielleicht lernt mancher sehen; erschöpft ist der Gegenstand jedoch bei weitem nicht und will es auch nicht fein. Soviel wird aber der eine oder der andere Viehzüchter einsehen, daß wir zum befferen vorwärts schreiten müssen, und dazu Hilst eine Weide für Jungvieh!
Humoristisches«
* Modern. Sie: „Und wann bekomme ich den Verlobungsring von Dir?"
Er: „Sobald ich ihn von meiner früheren Braut zurück- bekomme!"
* Entrüstung. Leutnant v. M. zu Leutnant v. B. (auf einen Pasianten deutend): „Aeh, Frechheit von dem Zivilisten — trägt der Kerl ooch 'n Monocle!" („Uns. Gesellsch.")
* Arges Mißverständnis. „Wir würden Ihre Tochter gern als Bemch bet uns behalten, aber wir find leider ein bischen sehr beschränkt."
Ach das macht nichts, meine Jule ist auch gerade nicht Helle!"
* Cohns Empfehlungsgesuch. Die eingezogenen Reservisten sollen in die einzelnen Kompagnuen eingestellt werden. Der dienst- thuende Adjutant fragt zurrst nach etwaigen Wünschen. Einzelne lassen sich ihren alten Kompagnieen zuteilen. Da tritt auch Cohn vor und meint: „Herr Adjutant, Sie entschuldigen, ich bin fremd hier, ich kenn' mich nicht aus in de diesige Verhältnisse. Könne Se mer net empfehle ne gute, ne schöne Kompagnie?"
(.Stmplicisstmus.")
Die bekannte Firma Thee-Mesimer bringt wiederum prächtig ausgestattete Ansichtsposttarten (Wartburg und Niederwald) heraus, welc^ von Sammlern sehr gesucht werden dürften. Die Karten sind von ersten Künstlern entworfen und stehen Käufern von Meffmers Thee gratis zur Verfügung bei den Niederlagen von Messmers Thee.


