Ausgabe 
15.8.1899 Zweites Blatt
 
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und von dort per Wagen nach der Remscheider Thalsperre begeben, wo die Ankunft gegen 11 Uhr vormittags erfolgte. Nach Besichtigung des Werkes begab sich der Kaiser nach Schloß Burg.

Berlin, 12. August. Das kaiserliche Hoflager in Wilhelmshöhe wird am 18. ds. aufgehoben werden. Während der Kaiser einen Tag zuvor, und zwar wie verlautet, in Begleitung der Kaiserin nach Lothringen zur Teilnahme an den Denkmals-Enthüllungsfeierlichkeiten sich begiebt, siedeln die noch auf Wilhelmshöhe anwesenden kaiserlichen Kinder in das neue Palais bei Potsdam über.

Berlin, 12. August. DerPost" zufolge ist an hiesiger unterrichteter Stelle nichts davon bekannt, daß, wie ein holländisches Blatt zu melden weiß, die deutsche Regierung zwischen Aden und Singapore eine Kohlen-Station er­worben hat.

Berlin, 12. August. Wie demBerliner Tageblatt" gemeldet wird, ist die Stadt Marienburg, welche noch unter dem Eindruck der furchtbaren Feuersbrunst vom 25. Juli steht, in der vergangenen Nacht abermals von einem Brande heimgesucht worden, der indessen glücklicher­weise keinen großen Umfang annahm. Um Mitternacht brach in dem Hause des Kaufmanns Kohrtmann in den unteren Lauben Großfeuer aus, das den ganzen Stadtteil gefährdete. Eingedenk des großen letzten Brandes räumten viele Einwohner ihre Wohnungen. Besonders herzzerreißende ©eenen spielten sich an den Fenstern ab, wo nur notdürftig bekleidete Menschen um Hilfe riefen, da die Treppen bereits brannten. Viele Menschen wurden durch Sprungtücher gerettet. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Nach fünf­stündiger Thätigkeit der Feuerwehr wurde der Brand gedämpft. Zwei Häuser sind niedergebrannt, während ein drittes von dem Feuer nur ergriffen wurde.

Berlin, 13. August. Finanzminister Dr. vonMiquel ist gestern abend 5 Uhr von Langenschmalbach kommend, in Berlin wieder eingetroffen. Er wurde auf dem Anhalter Bahnhof vom Chef des Civilkabinetts von Lucanus empfangen. DieStaatsbürger-Zeitung" nimmt von dem Gerücht Notiz, daß der preußische Finanzminister bereits an maßgebender Stelle den Wunsch zu erkennen gegeben hat, von der Ver­antwortung für die preußische Finanz-Verwaltung fürderhin befreit zu sein. Hierfür spricht vielleicht die Anwesenheit des Herrn von Lucanus auf dem Bahnhof und der weitere Umstand, daß der Reichskanzler noch gestern abend unmittel­bar? nach seiner Rückkehr von Dortmund Herrn von Miquel einen längeren Besuch abgestattet hat.

M.P.C. In politischen Kreisen wird angenommen, daß der Kaiser während der entscheidenden Beratungen des Abgeordnetenhauses resp. des Landstags über die Kanal­vorlage in Potsdam resp. in Berlin sein werde.

M.P.C. Wie wir aus Potsdam erfahren, glaubt man dort, daß der Kaiser als Nachfolger des verstorbenen Oberpräsidenten Dr. von Achenbach den Chef des Geheimen Civilkabinetts von Lucanus ernennen werde.

M.P.C. Aus den Verhandlungen des vierten Verbandstages der Baugenossenschaften Deutschland geht hervor, daß die Hauptgeldquelle für die letzteren die Jnvalidenversicherungsanstalten bleiben, welche Ende 1897 bereits 35,4 Millionen Mark für Arbeiterwohnungen ge­geben hatten. Als besonders bedeutsam für die Zukunft wurde das Verfahren hingestellt, welches die Jnvaliden- versicherungsanstalt Hannover einschlagen will. Sie hat mit dem hannoverschen Sparkassenverbande die Vereinbarung getroffen, daß die Sparkassen das Geld zu 3 v. H. erhalten und ihrerseits zu 3*/, v. H. an die Baugenossenschaften weiter geben sollen. Dadurch werden die Gelder mündel­sicher angelegt, während die Versicherungsanstalt den Betrag ihres Vermögens, den sie für Arbeiterwohnungen aufwenden kann ein Viertel zu zweiten Hypotheken verwendet. Daß dieses Beispiel in anderen Provinzen Preußens Nach­ahmung finden werde, wurde allerdings bezweifelt; haben doch einige Provinzen, z. B. Schlesien, noch nicht einen Pfennig für Arbeiterwohnungen hergegeben. Aus den Ge­nossenschaften heraus wurde berichtet, daß nach Ueberwindung

Ein korpulenter Herr in den dreißiger oder vierziger Jahren, der bequem in der Ebene oder im Hügellande trotz seines stattlichen Gewichtes von 100 Kilo und darüber Tagestouren von 25 bis 30 Kilometer und mehr mit ziem­licher Geschwindigkeit absolviert, unternimmt eine Besteigung der Schneekvppe, des Karwendelsteines oder eines anderen Berges von ungefähr gleicher Höhe. Anfangs geht die Sache in sehr flottem Tempo; dann stellt sich starker Schweiß­ausbruch ein mit Schmerzen im Rückgrat während des Steigens. Nach 1 bis l* 1/, Stunden, während der säfte­reiche Körper durch Schwitzen und stärkere Ausatmung etwa

1 bis 2 Kilo Wasser verloren hat und kühlere Regionen erreicht worden sind, verlieren sich diese Beschwerden gänz­lich; der Tourist glaubt sich zu den höchsten Besteigungen befähigt; aber nach einiger Zeit beginnt die Spannkraft nachzulassen; man ist inzwischen bedeutend höher hinauf- gelangt, und der Weg ist steil. Unser Tourist merkt, daß es ihm sichtlich Mühe macht, mit seinen schlanken Gefährten Schritt zu halten; mit Willensanstrengung setzt er die Füße vorwärts, und doch muß er immer häufiger rasten. Sein sonst mit etwa 70 Schlägen normaler Puls hat längst 100 überschritten; er hat das Gefühl eines immer heftiger werdenden Fiebers und der Benommenheit im Kopfe; die Atemzüge jagen sich, und er sieht die herrliche Umgebung nur wie durch einen Schleier; erreicht er zur rechten Zeit fein Ziel oder eine Zwischenstation, und kann er den Flüssigkeitsverlust ausreichend ersetzen, so erfolgt binnen kurzem vollständige Wiederherstellung. Werden aber die Warnungen, welche die Natur giebt, nicht beachtet, so kann es zuweilen auch zur Herzlähmung kommen, und in wenigen Minuten ist alles vorbei.

(Schluß folgt.)

der ersten Schwierigkeiten die Baugenossenschaften teils bei verständigen wohlhabenden Personen, namentlich auch bei Unternehmern Geld bekommen hätten, daß insbesondere aber die Arbeiter ihre Ersparnisse bei den Sparkassen abgehoben und bei den Baugenossenschaften zur Verstärkung der Be­triebsmittel derselben angelegt hätten.

Frankfurt a. M., 13. August. Der bekannte Dermato­loge, Sanitälsrat Dr. Herxheimer ist gestern in Tyrol, wo er in der Sommerfrische weilte, an einem Herzschlage plötzlich verschieden.

Ausland.

Wien, 13. August. Die gesamte hiesige Presse, mit Ausnahme der antisemitischen Blätter, bespricht an leitender Stelle die Vorgänge in Frankreich und gibt der französischen Regierung den Rat, mit äußerster Strenge gegen die Ver­schwörer vorzugehen. DasFremdenblatt" hält die Lage für eine derart gespannte, daß bei dem geringsten Zeichen von Schwäche die französische Regierung unbedingt ver­loren sei.

Ischl, 13. August. Heute vormittag sollte hier ein Mini st er rat unter dem Vorsitz des Kaisers stattfinden, um, wie verlautet, den Termin für die Einberufung der Delegationen festzusetzen.

Budapest, 12. August. Anläßlich der feierlichen Ein­weihung des Hentzi-Denkmals, welcher die gesamte Garnison beiwohnte, veranstaltete die Unabhängigkeits-Partei eine Gegendemonstration vor dem Honved-Denkmal, wobei zwei Abgeordnete an das Volk aufreizende Reden hielten. Als die Truppen von der Hentzi-Feier zurückkehrten, wurden dieselben von den Demonstranten bedroht, worauf das Militär mit aufgepflanztem Bajonnet vorging. Reitende Polizei zerstreute schließlich die Demonstranten.

Semlin, 13. August. Entgegen den offiziellen Berichten behaupten hier eingetroffene serbische Unterthanen, daß die Verhaftungen im großen Stile fortdauern.

Zürich, 12. August. Die oberhalb Zinal abgestürzte Engländerin ist die Schwester des Admirals Bridge. Die Leiche wird in Sieders (Kanton Wallis) beigesetzt werden.

Paris, 12. August. Dvroulede wurde heute morgen 11 Uhr auf seinem bei Paris belegenen Landgute verhaftet. Die Verhaftung Derouledes sowie diejenige des Präsidenten der Antisemiten-Liga erfolgte infolge der ergänzenden Unter­suchung, welche über das Komplott im Gange ist. Weitere Verhaftungen von Royalisten, Monarchisten und Nationalisten sollen bevorstehen.

Paris, 13. August. Bis gestern abend sind 48 Roya­listen und Antisemiten wegen des Komplottes verhaftet worden. Obwohl Ruhe herrscht, ist doch die gesamte Garnison konsigniert.

Paris, 13. August. Antisemiten und Nationalisten ver­suchten gestern abend Kundgebungen zu veranstalten, wurden aber energisch verjagt. Im ganzen wurden 36 Per­sonen wegen Teilnahme an dem Komplott verhaftet.

Paris, 12. August. Zu den heute erfolgten Ver­haftungen von Mitgliedern der Patriotenliga und der Antisemitenliga wird noch gemeldet, daß der Verhaftsbefehl gegen den Präsidenten der Antisemitenliga Guerin noch nicht ausgeführt werden konnte, weil derselbe sich weigert, die Thür zu seiner Wohnung zu öffnen. Er erklärte dem mit der Verhaftung beauftragten Polizei-Agenten, er sei ent­schlossen, sich mit Gewalt seiner Verhaftung zu widersetzen. Die Thüren und Fenster zu seiner Wohnung hat er ver­barrikadiert und er verteidigt sich mit dem Revolver in der Hand. Er erklärte dem Polizei-Agenten, er könnte es drei Wochen lang aushalten, ohne sich zu ergeben. Die bei der Haussuchung beschlagnahmten Papiere lassen keinen Zweifel, daß ein neues Komplott geplant war, welches sofort nach dem Dreyfus-Prozeß ausgeführt werden sollte.

Paris, 12. August. Von der heutigen Sitzung des Renner Kriegsgerichts wird noch gemeldet, daß Mercier, als er den Saal verlassen wollte, vom Publikum ausgepfiffen wurde. Dreyfus zeigte sich furchtbar erregt. Gegen 1 Uhr mittags wurde die Sitzung geschloffen.

Paris, 12. August. George Thiebaud, die rechte Hand von Däroulede, ist ebenfalls verhaftet, sowie auch Depressencourt, ein Redakteur der monarchistischenGazette de France". Eine Haussuchung fand bei dem Royalisten Vicomte de Ramel statt. Das Ergebnis derselben ist nicht bekannt, doch steht die Verhaftung desselben bevor. Alle Verhafteten sind der Teilnahme an einem Komplott gegen die Sicherheit der Republik beschuldigt.

Kopenhagen, 13. August. Nachdem alle Verhandlungen gescheitert sind, haben die Arbeitgeber beschlossen, die Sperre auf mehrere Gewerbe auszudehnen. Dieselbe wird über 50000 Arbeiter umfassen.

Petersburg, 13. August. Die Verhandlungen des päpstlichen Stuhles wegen der Errichtung einer Nunziatur hierselbst wurden wieder aufgenommen. Der Nuntius im Haag, Carlotti, soll demnächst hier eintreffen, um die Ver­handlungen zu beendigen.

Lokales and Provinzielles.

x Mendorf a. d. Lumda, 12. August. Der Verschöne rungsvereinLumdathal" hat sich in einer gestern abend im GasthausZur Post" dahier abgehaltenen Hauptver­sammlung endgiltig konstituiert. Die vorher entworfenen Statuten wurden beraten und unterzeichnet. Nach denselben ist jedes Mitglied zu einem jährlichen Beitrag von drei Mark verpflichtet. Für das laufende Jahr werden nur die freiwilligen Beiträge erhoben, welche vor einigen Wochen bei Errichtung des gegen vierhundert Mark kostenden Bade­hauses gezeichnet worden sind. Dem Vorstand des Vereins gehören an die Herren Kaufmann Moll-Allendorf als erster Vorsitzender, Pfarrer Walter-Londorf als zweiter, Pfarrer

Eckstein-Allendorf als Schriftführer, Gutsbesitzer Mollineus- Nordeck als Rechner, Ingenieur Kraff-Kesselbach und Lehrer Friesleben-Winnen. Als spezielle Verschönerungs-Kommission sind dem Vorstande noch beigegeben die Herrn Kaufmann Braunwarth und Lehrer Eimer zu Allendorf, Postverwalter Hottes, Lehrer Stohr und Pfarrer Weber zu Londorf und Lehrer Koch zu Nordeck.

+ Gränberg, 13. August. Gestern und heute fand in unserem Städtchen der diesjährige (dritte) Verbandstag des Gabelsberger Stenographenverbandes für Hessen und Nassau statt, zu welchem die meisten Vereine Vertreter ent­sendet hatten. Die Delegiertenversammlung, auf deren Tagesordnung als wichtigster Gegenstanddie Vereinigung des Main-Rheingau-Verbandes mit dem Verband Hessen und Nassau" stand, tagte gestern abend im GasthausZum wilden Mann". Der heutige, eigentliche Festtag begann mit dem Preis-Wettschreiben, das im GasthofZum Hirsch" in sieben Abteilungen unter reger Beteiligung veranstaltet wurde. Um 12 Uhr wurde die Hauptversammlung durch den Vorsitzenden, Herrn Kammerstenographen Winkler aus Darmstadt namens des Vorstandes mit einer kurzen Be­grüßungsansprache eröffnet. Der Vorsitzende des hiesigen Stenographenvereins, $err Feldbacher entbot hierauf den zahlreich erschienenen Gästen ein herzliches Willkommen, und im Auftrage des Stadtvorstandes begrüßte Herr Kauf­mann 'Louis Moll die Festteilnehmer, indem er gleichzeitig der Hoffnung Ausdruck gab, daß die Stenographie immer mehr Gemeingut des Volkes werde, schließend mit dem Wunsche, daß die Arbeit des Verbandes besten Erfolg haben und es den Teilnehmern des Berbandstages in unserem gastlichen Städtchen gut gefallen möge. Alsdann ergriff Herr Lehrer und Redakteur Heck-Meiderich das Wort zu dem Festvortrage überFortschritt und Einigung, steno­graphische Grundgedanken." In seinen trefflichen Aus­führungen wies der äußerst gewandte Redner hin auf den bedeutenden Aufschwung, den die Schule Gabelsbergers ge­nommen. Zählt dieselbe doch bereits an 2000 Vereine mit 100,000 Mitgliedern, und wird die Gabelsberger Steno­graphie heute in allen Berufskreisen gelehrt. Nachdem so­dann auf die Vorzüge der Gabelsberger Schrift, die ein wörtliches Nachschreiben des gesprochenen Wortes sein will, hingewiesen, und betont worden war, daß die Gabelsberger Vereine von jeher dem wirklichen Fortschritt auf stenogra­phischem Gebiete huldigen, schloß der etwa einstündige Vor­trag mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß bei den An­hängern der verschiedenen Systeme der Geist der Versöhn­lichkeit immer mehr Platz greifen möge, damit in nicht all zu ferner Zeit eine Einigung zustande komme. Namens der Versammlung sprach der Vorsitzende dem Referenten den Dank der Zuhörer für den anregenden Vortrag aus, und schloß um Va2 Uhr die Versammlung. Das um ya4 Utjr beginnende Konzert des hiesigen Musikvereins war sehr gut besucht. Die Preisverteilung wird heute abend zu Begin« des Festballes, der den Schluß des Verbandsfestes bilden wird, stattfinden.

Bad Nauheim, 10. August. Wie schon berichtet, ist heute früh der Fürst Ferdinand von Bulgarien zum Kurgebrauch hier angekommmen. Der Fürst hat sich als Graf v. Murany angemeldet und sich in die Behänd- lung des Medizinalrats Dr. Groed el begeben. Im Ge­folge des Fürsten befinden sich: Geh. Hofrat Peter Ritter v. Fleischmann, Oberst Peter Marcow, Flügeladjutant; Rittmeister Alexes Storanow, Ordonnanzoffizier; Dr. med. Stanislaus Ludwig, Leibarzt, und Dienerschaft. Alle wohnen in derVilla Tielemann". Im Schlosse zu Friedberg wird, so verlautet mit Bestimmtheit, für das russische Kaiserpaar eine Wohnung eingerichtet; der russische Kaiser wolle vom Schlosse zu Friedberg aus die Nauheimer Bäder gegen sein Herzleiden besuchen. Thatsache ist, daß in dem Schlosse mit fieberhafter Eile an der Einrichtung mehrerer Zimmer gearbeitet wird und fortwährend große Kisten mit Weißzeug rc. von Darmstadt eintreffen.

Viernheim, 8. August. Der beim Böllerschießen ver­unglückte Peter Müller wurde in vergangener Nacht durch den Tod von seinen Schmerzen erlöst.

Alzey, 11. August. Am 10. Mai d. Js. wurden auf der Pariser Straße eine große Reihe junger Nußbäume freventlich abgebrochen. Es gelang der Gensdarmerie, den Thäter zu ermitteln, der heute, ein ziemlich harmlos aussehender junger Bursch, vor dem hiesigen Schöffengericht stand. Der angerichtete Schaden wurde auf etwa 40 Mk. festgestellt, doch kam das wohl weniger in Betracht gegen­über der beispiellosen Rohheit der Gesinnung, die sich in der That ausdrückte. Angeklagter hat sich sogar ausgedrückt, daß der Staat derartiger Bäume genug habe. Der Amts­anwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von vier Monaten, das Gericht schloß sich vollinhaltlich den Ausführungen des Herrn Amtsanwalts an, sah sich veranlaßt ein Exempel zu statuieren und erkannte auf drei Monate Gefängnis.

(A. Beob.)

Vermischtes.

* Zur Dienstboteufrage wird aus Berlin geschrieben: Es scheint, als ob die Dienstbotenfrage, die seit ein paar Wochen aufgerollt worden ist, von anderen Leuten viel ernster genommen wird, als von denen, die es am meisten angeht, d. h. von den Dienstboten selber. Darauf lassen wenigstens die Berichte über die Versammlungen schließen, die jetzt hie und da stattgefunden haben. Daß diejenigen, welche dieBewegung" ins Leben gerufen haben, und die damit ein besonderes Interesse verfolgen, sei es die Ein­führung eines Blattes oder die Reklame für ein Zahn- Atelier ober dergleichen, die Sache möglichst wichtig nehmen, ist selbstverständlich. Aber alle anderen, soweit sie eben nicht blos theoretisch an die Sache herantreten manche Artikel, die darüber geschrieben sind, verraten direkt, daß der Der-