v. Alkenftein. Auf d-m Hegelplatze in Berlin steht sein« Büste. Er wurde am 27. Auguu 1770 zu Stuttgart geboren.
* * Ermächtigung zur Annahme und znm Tragen fremder Orden. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 7. November Aller- gnädigst geruht, den nachstehend Benannten die Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen der ihnen von Seiner Majestät dem Kaiser von Rußland verliehenen Ordens- dekorationen, und zwar: der großen Silbernen Medaille am St. Stanislaus-Ordensbande: dem Hofstallfourage» meister Georg Friedmann, dem Leibkutscher Christian Schneider, dem Hofwagenmeister Heinrich Kircher; der kleinen Goldenen Medaille am St. Annen Ordens- bande: den Hofkutschern Jakob Philipp, Adam Amelung, Andreas Effler, Andreas Stumpf, Peter Götz, Philipp Reichert, Georg Gerot, Adam Kunkelmann, Friedrich Pabst, Balthasar Schreiber, Daniel Christ und Johannes Bertaloth, den Hofreitknechten Konrad Jox und Adam Kilian, dem Hofstallportier Kuno Nees, sowie dem Hofwagenwärter Nikolaus Neudörfer zu er. teilen; desgleichen des St. Annen Ordens 2. Klasse: dem Kammerherrn Maximilian Freiherrn v. Bellersheim; des St. Annen Ordens 3. Klasse: dem Hofarzt Medizinal- rat Dr. Draudt; der großen Goldenen Medaille des St. Sranislaus>Ordens: den Kammerdienern Philipp Wolf und Karl Küster; der kleinen Goldenen Medaille des St. Annen-Ordens: dem Silberverwalter Konrad Ickes, dem Hofkoch Ludwig Kloß, dem Kammerdiener Wilhelm Kühnel, dem provisorischen Kammerdiener Jakob Schmitt; der kleinen Goldenen Medaille des St. Stanislaus-Ordens: dem Kanzleidiener Johannes Kempf, den Hoflakaien Karl Brand, Peter Reiß, August Seipp, Friedrich N eit er, Joseph Leinberger, Ludwig Lang, Georg Borger, Adam Schäfer, Johannes Hamburger, Heinrich Ludolph und Lorenz Pfeifer; der kleinen Silbernen Medaille des St. Annen-Ordens: dem provisorischen Hofkoch Jules Perard; der kleinen Silbernen Medaille des St. Stanislaus Ordens: den Hoflakaien Jakob Dern und Paul Kantzenbach, dem Zimmerwärter Friedrich Braun, den Hauswärtern Adam Hohenadel und Heinrich Bolz, den Küchenwärtern Joseph Geiger und Adam Hambach, dem Gartenwärter Christoph Rosignol.
’* Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 10. Oktober dem Bürgermeister Andreas Ricker im Rembrücken das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste" am Bande des Philipps-Ordens zu verleihen.
* * Der Sprechverkehr zwischen Gießen und Höhr, sowie zwischen Gießen und Melsungen ist eröffnet worden.
• * Sitzung der Großh. Handelskammer um 10. l. Mts. Anwesend waren die Herren: Koch, Scheel, Balser, Katz, Klingspor, Schirmer und Wortmann. Die regelmäßige Ergänzungswahl zur Großh. Handelskammer für das verstorbene Handelskammermitglied Herrn Albert Kraatz, sowie die beiden weiteren in gesetzlicher Reihenfolge ausscheidenden, jedoch wieder wählbaren, Herren Ernst Balser und A. Katz sindet am Mittwoch dem 6. Dezember l. I., nachmittags von 2 bis 6 Uhr im Sitzungszimmer der Großh. Handelskammer statt. Zum Wahlkommissär wurde Herr Fabrikant Heinrich Schirmer gewählt und zu Urkundspersonen die Herren Fabrikant Gustav Müller und Kaufmann August Noll II. ernannt. Die Lifte der Wahlberechtigten soll vom 14. bis 24. d. Mts. inkl. in den Geschäftsräumen des Bankhauses A. Heichelheim aufliegen. Einwendungen gegen diese Liste sind bei Meidung der Nichtbeachtung in derselben Frist bei der Großh. Handelskammer vorzubringen. Es wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß in diesem Wahltermin nur diejenigen in das Firmenregister des Großh. Amtsgerichts Gießen eingetragenen Firmen und Gesellschaften von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen können, welche ihren Sitz in der Stadt Gießen haben. Für den Wahlbezirk Gießen-Land, umfassend die Orte des Kreises Gießen, die zu dem gleichnamigen Amtsgericht gehören, sowie für die Wahlberechtigten aus den Amtsgerichtsbezirken Grünberg, Homberg, Lich und Hungen und aus den Kreisen Alsfeld und Lauterbach werden die erforderlichen Bekanntmachungen demnächst durch die zuständigen Großherzoglichen Kreisämter erfolgen. — Die hiesige Reichsbanknebenstelle teilt der Kammer mit, daß Wechsel, welche in den Orten Bant, Heppens und Reuende zahlbar sind, von jetzt ab angekauft werden können; dieselben sind an die Reichsbanknebenstelle in Wilhelmshaven zu girieren. Der Zusatz „bei Wilhelmsaven" ist zulässig, dagegen sind Wechsel, welche die Bezeichnung tragen Bant-Wilhelmshaven usw. abzulehnen. — Solche Firmen, welche Geschäftsverbindungen mit Australien anknüpfen wollen, werden darauf aufmerksam gemacht, daß es sich empfiehlt, behufs Einholung einer möglichst zuverlässigen Auskunft nähere Erkundigungen überden hierbei einzuschlagenden Weg bei der Kammer einzuziehen. — Der Metern Berliner Kaufleute und Industrieller hat in einer an den Reichstag gerichteten Eingabe darauf hingewiesen, daß me beabsichtigte Ausgabe neuer Postwertzeichen auch ^9l °ßere Beträge, von 80 Pfg., 1 Mk., 2 Mk., 3 Mk. und 5 Mk. die zwischen den Wertzeichen der Reichspost emersetts, der bayerrschen und württembergischen Post andererseits bestehenden Verschiedenheiten vermehren und damit zugleich die Zahl der Unbequemlichkeiten erhöhen werde, welche aus der Geltungsbeschränkung der verschiedenen deutschen Postwertzeichen erwachsen. Der genannte Verein hat deshalb die Bitte ausgesprochen, der Reichstag möge dahin wirken, daß, unbeschadet der im Art. 52 der Verfassung des Deutschen Reiches enthaltenen Bestimmungen über die Postsonderrechte Bayerns und Württembergs, Postwertzeichen mit Geltung für das gesamte Reichsgebiet eingeführt werden. Die Kammer beschloß, den vorstehenden Antrag ui geeignet
erscheinender Weise zu unterstützen. — Die König!. Eisenbahn- Direktion Frankfurt a. M. ersucht uns, die Geschäftswelt darauf aufmerksam zu machen, daß die Auflieferung der Güter während der Tageszeit, möglichst entsprechend dem Güterzugfahrplan viel zur Beschleunigung der Güterbeförderung beitragen würde. Wir lassen diesen amtlichen Hinweis im Wortlaut folgen: „Bei größeren Güterabfertigungsstellen entstehen dadurch oft erhebliche Unzuträglichkeiten, daß Stückgut erst in den Abendstunden angeliefert wird. Zur Abhilfe haben wir vor Jahresfrist für die größeren Stationen unseres Bezirks angeordnet, daß die zweckmäßigsten Aufgabezeiten für Eil- und Frachtstückgut für die verschiedenen Hauptrichtungen des Verkehrs übersichtlich zusammengestellt und unter gleichzeitiger Angabe der Abgangszeiten der betreffenden Züge durch Aushang, durch Veröffentlichung in Lokalblättern und unter Umständen auch durch besondere Mitteilung an die größeren Versender bekannt gemacht werden. Diese Bekanntgabe hat seither leider nicht die wünschenswerte Beachtung gefunden. Ein geringer Erfolg ist nur auf einzelnen kleineren Stationen zu verzeichnen, auf den großen Stationen erfolgt die Auflieferung der Stückgüter seitens der bedeutenderen Versender, namentlich der Spediteure, nach wie vor größtenteils in den Abendstunden. Gleichwohl haben wir die in Frage kommenden Abfertigungsftellen angewiesen, die angeordnete Einrichtung unter Berücksichtigung aller Aenderungen in den Beförderungsvorschriften und Fahrplänen auch ferner beizubehalten.
* * Lefeabend des Ortsgewerbevereins. Wir wollen nicht unterlassen, noch an dieser Stelle darauf hinzuweisen, daß am Dienstagabend, 14. November, im Lesezimmer, Kaiserhof 2. Stock, die Lehrmittel — mechanische Apparate — der Großh. Gewerbeschule vorgeführt werden, und daß dabei den Mitgliedern, insbesondere den Handwerksmeistern manches Interessante und Belehrende für ihre Berufsarbeiten geboten werden wird. Möge dieses Entgegenkommen allseitig bei den Handwerksmeistern Wiederhall finden, und die Leseabende immer mehr dazu ausformen, zu was dieselben dienen sollen, nämlich zur Bereicherung des Wissens, — durch Studium der neueren Erscheinungen auf den verschiedenen Gebieten.
* * Die Frequenz der Geborenen hat sich im Großherzogtum Hessen seit dem Jahre 1890, nachdem dieselbe in den Jahren 1877 bis dahin zurückgegangen war, wiederum konstant von Jahr zu Jahr erhöht, die Geburtsziffer ist innerhalb der letzten 7 Jahre von 31 p. M. auf 34 p. M. gestiegen und es hat damit der sog. natürliche Zuwachs der Bevölkerung in dem Maße sich erhöht, daß während letztere in früheren Jahren zwischen dem Betrage von 8000 und 10000 sich bewegte, nunmehr regelmäßig ein jährlicher Geburtenüberschuß von 12000 bis über 14000 erreicht wird. Im Jahre 1898 wurden 35 301 Lebendgeborene verzeichnet, während nur 20 383 Todesfälle sich ereigneten, der Ueberschuß der Geborenen über die Gestorbenen erreichte damit den hohen Betrag von 14918 oder von 14 p. M. der Bevölkerung.
* * Beleuchtung der Treppenhäuser. In letzter Zeit, seit die Dunkelheit früher eingetreten, sind Unfälle in Häusern wieder öfter dadurch vorgekommen, daß viele Hausbesitzer, bezw. die von diesen Beauftragten, die Beleuchtung der Treppenhäuser und Fluren unterließen. Es kam u. a. ein Fall vor, daß eine ihrem Berufe nachgehende Waschfrau auf einer unbeleuchteten Treppe fiel und das Bein brach. Der Hausbesitzer ist in solchem Falle allein verantwortlich und für den vollen Schaden der verletzten Person haftbar.
* * Gefährdung eines Eiseubahnzuges. Am vergangenen Samstag abend zwischen 5 und 6 Uhr waren auf dem Schienengeleise der Bieberthalbahn an der Kurve Rodheimer- straße nach Heuchelheim von ruchloser Hand zwei Holz- pfähle niedergelegt morden, jedenfalls in der Absicht, einen Unfall herbeizuführen. Die Hölzer konnten noch rechtzeitig vor Ankunft des Zuges entfernt werden, wodurch ein Unfall verhütet wurde.
- m. Evangelischer Bund. Die hiesige Ortsgruppe des Evangelischen Bundes hatte für letzten Samstag den in der österreichischen Los- von Rom-Bewegung vielgenannten und viel geschmähten Pfarrer D. v. Zimmermann aus Wien zu einem Vortag über die auch in Deutschland die Gemüter bewegende Uebertrittsbcwegung gewonnen. Der Vortragende schilderte an der Hand zahlreicher Belege aus einer Diasporapraxis, deren Vorpostengefechte ihm augen- cheinlich weder den Blick für das unbewußt-komische in den Ansichten und Aussprüchen des katholischen Volkes über die Evangelischen, und noch viel weniger seinen gesunden Humor rauben konnten, die Lage der österreichischen evangelischen Kirche, der an der Wende des Jahrhunderts neue und ungeahnte Aufgaben dadurch zugefallen sind, daß das katholische Volk zu erwachen und für evangelische Frömmigkeit Sinn zu bekommen beginnt. Der Anfang unseres Jahrhunderts and die Völker und Fürsten im Kampf und die Konfessionen im tiefen Frieden; sein Ende zeigt uns das umgekehrte Bild: die Friedensbestrebungen der Nationen auf der einen, die Befehdung der Konfessionen auf der anderen Seite. Schuld daran sind die seit 30 Jahren zu unerträglicher Höhe gesteigerten Ansprüche der römischen Kirche, die ja nach dem Ausspruch des Bonifatiusblattes eine „Schwester- irche" überhaupt nicht kennt. Die Reaktion gegen solche Anmaßung hat nun in Oesterreich eine tiefe religiöse Bewegung gezeitigt als einen wunderbaren Abschluß unseres materiellen Jahrhunderts. Umso wunderbarer, als das katholische Böhmen ihre Geburtsstätte, das katholische Oesterreich ihr Gebiet ist! Die Bewegung ist religiös, wenn auch ihr Anfang mit Politischen Fragen verquickt war. Die reutschen Gemeinden in Böhmen, denen man czechische Priester sandte, besannen sich auf das Recht ihrer Mutter- prache, und auf die nie ganz vergessene Zeit, da ihren Vätern ein deutsches Evangelium in deutscher Sprache gepredigt wurde, bis die von den Jesuiten verschriebenen Dragoner sie
wieder in die Messe trieben. Ihre Nachkommen fühlen nun von neuem die Wahlverwandtschaft zwischen Deutsch und Evangelisch, und die Sehnsucht nach dem einen hat auch das Verlangen nach dem anderen wieder geweckt. So entstanden in der Stille evangelische Gemeinden, und nicht nur in Böhmen, sondern in ganz Oesterreich. Ueber 10,000 Personen sind bereits übergetreten, am Reformationsfeste in der Lutherischen Kirche zu Wien allein 40 auf einmal; und zwar nicht aus Demonstrationsgelüsten, sondern nach mehrwöchigem Besuch der evangelischen Predigt und des Unterrichts. Die Bewegung wird weitergehen trotz der Verdächtigungen und Chikanen. Die Versuche, das Volk irre zu leiten und kopfscheu zu machen, fruchten nichts mehr. Der gesunde Sinn sagt auch dem gemeinen Mann sehr wohl, daß LoS- von Rom weder soviel ist wie los von Gott, noch wie los vom Kaiser, wie man mit Vorliebe von ultramontaner Seite ausstreut; auch daß, wer nicht mehr katholisch ist, darum nicht etwa nicht mehr christlich, sondern erst recht ein Christ im apostolischen Sinne ist. Auch die Chikanen seitens der Behörden rc. werden nicht auf die Dauer hemmen können. Dem angebrochenen Frühling muß der Herbst und die Ernte folgen. Wie in Oesterreich selbst der Spott über die Uebertritte und das Mißtrauen vor dem Ernst der ganzen Bewegung allmählich schwand, so geschah es auch in Deutschland, und der evangelische Bund, dem anzugehören in Oesterreich den Evangelischen gesetzlich nicht gestattet ist, mit dem sie aber in ihrer stets gefährdeten Lage von jeher sympathisierten, hat nicht nur das Recht, sondern aufgrund seines Programms sogar die Pflicht, hier durch werkchätige Hilfe, aufklärende Schriften rc. helfend beizuspringen. — Der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe des Ev. Bundes, Herr Prof. D. Krüger sprach dem Redner für seine Ausführungen herzlichen Dank aus, den die zahlreich erschienenen Zuhörer ihrerseits bereits durch reichen Beifall ausgedrückt hatten. Die einer böhmischen Gemeinde für ihren Kirchbau zugewiesene Tellersammlung ergab über 80 Mk. Ein großer Teil der Anwesenden, insbesondere aus akademischen Kreisen blieb mit dem Vortragenden noch längere Zeit in lebhaftem Austausch vereint.
** Vereins- und sonstige Kueiplokale. Es besteht unter Vereinen und sonstigen Korporationen hier vielseitig die irrige Ansicht, daß die Polizeiorgane ihre Kneip- oder Vereinslokale in Fällen, in denen es sich nach Eintritt der Feierabendstunde um ruhestörenden Lärm oder unerlaubtes Musizieren handelt, nicht betreten und dort nicht Ruhe gebieten dürften. Diese Ansicht ist falsch. Die Polizei ist berechtigt, und in Fällen, wo es sich um nächtliche Ruhestörungen handelt, verpflichtet, sei es in öffentlichen Wirtschaften, gemieteten Kneiplokalen oder in geschlossenen Gesellschaften, ja sogar in Privatwohnungen einzuschreiten und die gesetzlich jedem Einwohner zustehende Nachtruhe herzustellen.
cT Rockenberg. 12. November. Seit einer langen Reihe von Jahren bestand am hiesigen Platze eine Apotheke, welche aber vor mehreren Jahren wegen zu geringer Rentabilität einging. Der letzte Inhaber, Herr Apotheker Sartor, siedelte nach Großen-Linden über, woselbst damals eine neue Apotheke errichtet wurde. Der Besitzer der Butzbacher Apotheke richtete später hier eine Filiale ein. Die hiesige Gemeinde hat nunmehr das Gebäude mit dem angrenzenden Garten käuflich erworben und Infjt dasselbe gründlich renovieren. Man hofft, daß die Regierung die Konzession zum Betrieb einer Apotheke für unsere Gemeinde wieder erteilen wird. — In den letzten Jahren hat hier die Sandstein-Industrie wieder ganz bedeutenden Aufschwung genommen, was hauptsächlich auf die rege Bau- thätigkeit zu Bad Nauheim zurückzuführen ist. Unsere ausgedehnten Steinbrüche liefern nämlich den größten Teil der zu den Neubauten dort erforderlichen Hausteine, wodurch zahlreiche Bewohner des Ortes lohnende Beschäftigung finden. Die Gemeinde selbst hat mit einem Unternehmer einen Vertrag abgeschlossen, nach welchem derselbe unter gewissen Bedingungen gegen eine bestimmte Abgabe zum brechen der Steine berechtigt ist.
— Eckartsborn, 9. November. In dem hiesigen Basaltbruche ist durch einen eingestürzten Pfeiler, ein aus Berg- heim gebürtiger, 37 Jahre alter Arbeiter, so schwer beschädigt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Es sind demselben beide Beine gebrochen und ist er außerdem am Rücken schwer beschädigt.
n, Büdingen, 11. November. Die Liste der Wahlmänner für die bevorstehende Landtagswahl im Wahlbezirk Büdingen-Alterstadt ist jetzt veröffentlicht und zeigt, daß die Reformpartei, die eine sehr rührige Agitation entfaltet hatte, am besten abgeschnitten hat, sodaß sie möglicherweise als Siegerin aus dem Wahlkampf hervorgeht. Ganz bestimmt läßt sich das zur Stunde noch nicht behaupten, da sie noch keinen Kandidaten endgiltig öffentlich normiert hat, und manche Wahlmänner nur für eine bestimmte Persönlichkeit, in zweiter Linie aber für Herrn Pfarrer Bernbeck in Staden, der als parteiloser Kandidat aufgetreten ist, verpflichtet sind. Das konnte deshalb geschehen, weil dieser in allen wirtschaftlichen Fragen mit der genannten Partei übereinstimmt. Aus diesem Grund war dieser auch in der öffentlichen Agitation, trotz des Drängens von mancher Seite, so sehr zurückhaltend. Gar keine Chancen hat Herr Landgerichtsrat Seeger von Gießen, der über 8 bis höchstens 10 Stimmen nicht erhalten dürfte.
x Mainz, 12. November. Für die das nächste Jahr hier stattfindende500jährige GeburtstagsfeierJohann Gutenbergs nehmen jetzt allmählich die Pläne für die in das-Auge gefaßten Veranstaltungen festere Gestalt an. Um )em Feste eine Anziehungskraft nach außen zu sichern, kam in den verschiedenen Kommissionen und Unterausschüssen die Ansicht zu allgemeinem Durchburch, daß neben der atabe* mischen Feier und einem projektierten Fackelzug unbedingt ein akademischer Festzug zur Ausführung kommen müsse.


