Ausgabe 
14.11.1899 Zweites Blatt
 
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DieMag den 14. November

M. 268 Zweites Blatt

Wetzener Anzeiger

Heneral-Anzeiger

Amts- unb Anzeigeblatt für den Areis «Sieben

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Bei Postbe-u, 2 Mark 50 Pf,, vierteltährlich.

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Mr Meßen« >ew*t<»*UtUx erben ban Rnzei^r «schentUch viermal bettrie,L

U»a«chM«« ««zeigen zu bet nachmittag für bee htybi Xe, erfchrinenben Nummer btt vor». 10 Uhr.

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und sein Stab.

General White

Jgo.

Generalmajor Yule.

Von den in Ladysmith ein­geschlossenen Führern der eng­lischen Truppen ist es dem Generalmajor French gelungen, sich nach Durban durchzu­schlagen. Gegenwärtig ist er auf~"bem Wege nach Kapstadt zum Oberstkommandierendeu Sir Redvers Buller. General- major Aule wurde in der Schlacht bei Glencoe ziemlich schwer verwundet, so daß von den drei Stabsoffizieren nur noch Generalmajor Hunter Dienst versieht. Wir führen die vier Offiziere unseren Lesern im Bilde vor.

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Abreffe für Depeschen: Anzel-er -Utz«.

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Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt Klätter für hessische Volkskunde.

der österreich-ungarische Minister des Aeußern, Graf Goluchowsky, sandte telegraphisch seine Glückwünsche.

Zu der Meldung derBerliner Neuesten Nachrichten" über die Einladung des Abgeordnetenhaus- Präsidenten von Kröcher zur Hofjagd schreibt tue Deutsche Tageszeitung": Die ganze Sachdarstellung ver­folgt den durchsichtigen Zweck, die Meinung aufkommen zu lassen, als ob in der Beurteilung der Kanal-Vorlage eine Meinungs-Verschiedenheit innerhalb der konservativen Partei, soweit ihre Mitglieder dagegen gestimmt haben, vorhanden gewesen sei. Das ist durchaus nicht der Fall gewesen. Herr von Kröcher hat zu der Kanal-Vorlage keinen anderen Stand­punkt eingenommen, als seine Fraktionsgenossen, welche die Vorlage abgelehnt haben. Die Einladung zur Letzlinger Hofjagd ist vermutlich darauf zurückzuführen, daß Herr von Kröcher in der Nachbarschaft von Letzlingen begütert ist.

Lokales und Vrsvmsielles.

Gießen, den 13. November.

** Gefchicht-kalerr-er. (Nachdruck verboten.) Dor 66 Jahrm, am 14. November 1831, starb zu Berlin einer der bedeutendsten unb einflußreichsten neueren Philosophen Georg Friedrich Wil, Helm Hegel, der (Stifter eines eigenen Systems, d.ssen oberster Satz lautet:<5dn und Denken ist EtnS . £>f0eI und feine An- Hänger erfreuten sich der Gunst des preußischen KuliuSmimsterS

zwar geschieht dies auf ausdrücklichen Wunsch Lord Salis- burys, der die Königin Viktoria zur Einladung v. Bülows veranlaßt habe.

Bom Komplott-Prozesi.

Paris, 11. November. Vor dem Slaatsgerichtshofe legt Staatsanwalt Bernard in seiner Rede dar. daß für die Aburteilung der Angeklagten der Staatsger t ch tsh o f zuständig sei, weil diese, selbst wenn sie keinen auf eine gewaltsame Aenderung der Staatsform gerichteten Angriff begangen hätten, sich doch Verbrechen schuldig gemacht hätten, die einem solchen Angriff sehr nahe ver- wandt waren. Der Staatsanwalt fordert am Schluß seiner Ausführungen den Senat auf, sich für zuständig zu erklären. Darauf wird die Sitzung unterbrochen.

Aus der gestrigen Verhandlung ist über die charak­teristische äußere Gestaltung noch folgendes nachzutragen:

Beim Zeugenaufruf erhebt sich plötzlich Jules Gusrin von seiner Bank und ruft: Ich will die Zeugen sehen, das ist mein Recht, das ift sehr wichtig für mich. Der Vorsitzende schneidet ihm das Wort ab mit dem Bemerken: Schweigen Sie, Sie haben die Verhandlung nicht zu leiten. Unter den vorbeigehenden Zeugen bemerkt man einen Lastträger im Arbeitsanzug, der seinen großen Lederhut in der Hand trägt. Un­mittelbar auf ihn folgen die Generäle Florentin und Roget. Die Be­lastungszeugen sind 67 an der Zahl, ein Teil fehlt. Sodann werden die Entlastungszeugen aufgerufen, mehrere derselben geben den Ange­klagten, bei denen sie vorbeikommen, die Hand. Die große Zahl der I Zeugen drängt sich in dem Halbkreis zwischen der Präsidententribüne und den Sitzen der Verteidiger und Senatoren durcheinander, dadurch entsteht Lärm. Der Vorsitzende verfügt, daß die Zeugen, welche geant- I wortet haben, durch die auf der Gegenseite befindliche Thür abtreten I sollen Jules GuLrin steht abermals auf und will sich als Leiter der I Verhandlungen aufwerfen, er will dem Vorsitzenden eine gute Methode I vorschlagen, wie die Zeugen den Ausgang finden können. Der Vorsitzende I sällt ihm abermals ins Wort. ES entsteht neuer Lärm, die Zeugen und I die Angeklagten gestikulieren. Guörin ruft: Ich bin ein Angetlagter, I meine Freiheit steht auf dem Spiel, ich muß, um mich verteidigen zu I können, mir die Zeugen ansehen können. Ich fordere dieses Recht I I Abermals Lärm. Der Angeklagte Cailly erhebt sich mit lebhaften Ge- I beiden. Nachdem der Vorsitzende die Ruhe wieder hergestellt hat, wird I der Zeugenaufruf wieder ausgenommen. Das Erscheinen der Madame I Gyp, alias Gräfin Märtel, scheint unter den jungen Gehilfen der Ver- I leidiger eine gewisse Erregung zu bewirken. Sie beeilen sich, sie zu be- I grüßen. Der Zeuge Oberst Monteil will ähnlich wie Guörin Einspriich I erheben. Der Vorsitzende erhebt sich und erinnert daran, daß das Gesetz I den mit sechs Monaten Gefängnis bestraft, der die Sitzung stört, selbst I wenn es Zeugen fein sollten. Er werde keinen Anstand nehmen, ge- I gebenenfalls diese Strafe zu verhängen, er sei nicht geneigt, den Lärm I zu dulden. Diese strenge Mahnung stellt die Ruhe auf einige Zeit

Ausland.

BohmifchBrod, 11. November. Der hiesige Stadtrat verweigerte die Einquartierung der behufs Aufrechterhaltung derOrdnung eingetroffenen Kompagnie Infanterie. Die Soldaten mußten zwangs­weise in einem Gasthofe einquartiert werden.

Brüffel, 12. November. Hiesige Studenten begaben sich in die Transvaal-Gesandtschaft und drückten dem Dr. Leyds ihre Sympathie für die Buren aus. Dieser dankte in warmen Worten den Studenten für ihre Gefühle. Die Studenten organisierten hierauf in den Straßen eine burenfreundliche Kundgebung.

Antwerpen, 12. November. Bestem Vernehmen zufolge befinden sich in Antwerpen mehrere englische Offiziere, welche Leute für das englische Heer nach Süd- a f r i k a a n w e r b e n. Die Polizei ist den Werbern auf der Spur.

London, 11. November. Die Königin gedachte heute vormittag in Windsor, wohin sie von Balmoral zurück­gekehrt ist, die königliche Leibwache, welche nach Afrika geht, zu inspicieren.

Loudon, 11. November. In Estcourt find im Hotel des Generals Murray zwei Kisten Dynamit entdeckt worden. L .. m

Belgrad, 12. November. Es werden neuerdings Ver­suche gemacht, eine Aussöhnung zwischen dem Ex- königMilan und derExkönigin Natalie herbei- zuführen. Letztere verhält sich jedoch ablehnend.

Paris, 11. November. Der Londoner Korrespondent desMatin" hält die Meldung aufrecht, daß Graf Bülow den Kaiser nach England begleiten werde, und

Deutsches Keich.

Berlin, 11. November. DerReichsanzeiger" ver­öffentlicht eine Anzahl Auszeichnungen, welche der Kaiser aus Anlaß der diesjährigen großen Herbst- manöver an badische Beamte verliehen hat. U. a. er­hielten das Großkreuz deS Roten Adlerordens Staats- minister Dr. Nokk, den Noten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub Minister v. Brauer, den Roten Adlerorden 2. Klasse Generalintendant Dr. Bürklin, den Kronenorden 1. Klasse mit Brillanten der preußische Gesandte am badischen Hose, v. Eisendecher, und den Kronenorden 1. Klasse der Fmanz- minister Dr. Buchenberger.

Der Kaiser hat gestern abend ein längeres Tele­gramm als Erwiderung auf das Dank-Telegramm des Kolonialrates in der Samoa-Angelegenheit zu Händen des Fürsten Wied dem Kolonialrat zugehen lassen. Staats­sekretär von Bülow hat in einem Schreiben, das m der Sitzung des Kolonialrates zur Vorlesung kam, seinen Dank ausgesprochen.

Wie dieBerliner Neuesten Nachrichten" hören, hat unmittelbar nach dem Bekanntwerden des Samoa- Abkommens Kaiser Nikolaus von Rußland m der langen Unterredung, mit der er nach der Tafel in Potsdam den Staatssekretär Grafen Bülow auszeichnete, diesem in sehr herzlicher Weise zu seinem Erfolge gratuliert.

DieBerliner Neuesten Nachrichten" bleiben bei der Annahme, daß die Reise des Botschafters Grafen Eulenburg an die süddeutschen Höfe nut den poli­tischen Ereignissen in den letzten Wochen z u- sammenhängt. , ,

DieBerliner Neuesten Nachrichten" Horen, daß die Anmeldungen zum Eintritt als Seekadett in die kaiserliche Marine bis jetzt um 60 Prozent zahlreicher erfolgt sind, als in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

- DerLokal-Anzeiger" schreibt: Unsere Mel­dung, daß der Staatssekretär Graf von Bülow den Kaiser auf der Reise nach England begleiten wird, können wir entgegen allen Anzweifiungen auf das Bestimmteste aufrecht erhalten.

Auch dieStaatsbürger-Ztg." brmgt die Reise des Grafen Philipp Eulenburg mit einem bevorstehenden Kanzlerwechsel in Zusammenhang. .

Dem Staatssekretär des Auswärtigen, Grafen v. Bülow, sind, wie dieNordd. Allg. Ztg." meldet, nach dem Abschluß des Samoa Abkommens von vielen Seiten Glückwünsche zugegangen. Mit besonderer Wärme gratulierten der Großherzog von Baden und der Herzog Regent Johann Albrecht zu Mecklenburg-Schwerin. Auch

Rochefort wird aufgerufen. Er fragt allsogleich den Präsidenten: Weshalb bin ich vorgeladen? Dieser antwortet: Ich weiß es nicht besser als Sie. Sie sind ein Entlastungszeuge. Sie rotrben antworten, wenn man Sie fragt; unterdessen ziehen Sie sich zurück! Man hört im Saal von draußen hereinschallende Ruse: Es lebe Guerm, es lebe Doroulvde! Nieder mit den Juden!Man möge diesen Rufen ein Ende setzen!" befiehlt der Vorsitzende. Die Saaldiener eilen hinaus und sogleich entstehen neue Zwischenfälle im Saale. Einige der Angeklagten schreien die benachbarten Senatoren an, so ©uörin, Cailly und Dubluc. Sie rufen: Nieder mit den Juden! Bande von Erkauften! Der Anwalt Menard besteigt die Tribüne, um für feinen Klienten das Recht zu fordern, auf eine gehässige Drohung und Beleidigung, die diesem von der öffentlichen Tribüne zugerufen worden ist, antworten zu dürfen. Der Vorsitzende erklärt, er würde das selbst gerügt haben, wenn er es gehört hätte. Mehrere Zeugen rufen, indem sie vor dem Vorsitzenden vorbeimarschieren: Es lebe die Armee! Es lebe die Republik! -Set Lärm ist unbeschreiblich. Der Generalstaatsanwalt erhebt sich und will sprechen, muß sich aber wieder setzen.

Der Vorsitzende gibt Befehl, einen Zeugen, der im Vorbeikommen Hochrufe auf Döroulöde und die Armee ausgebracht hatte, zu verhaften. Anhaltender Lärm. Dieser Zeuge wird abgeführt. Der Anwalt Falateus erklärt, daß Beschimpfungen von der rechten Seite des Sennts ausg^ gangen seien. Der Vorsitzende erwidert, diese Worte des Verteidigers seien gewiß über seine Gedanken hinausgegangen.Inmitten des Lärmes konnten mir wohl einige Zwischenfälle entgehen, aber wir sind hier Richter, und ich befehle, daß Jedermann stillschweige " Falateus bemerkt, der Abgeordnete Pörillier, der sich unter den Zuschauern befinde, habe einen Zeugen unterbrochen; er erinnert Pärillier daran, daß er hier nur Gast sei und daß er Stillschweigen zu beobachten habe. Der Vorsitzende drückt die Hoffnung aus, daß nunmehr alles mit Ruhe und Würde vor sich gehen werde, und der Zeugenaufruf wird unter verhältnismäßiger Ordnung fortgesetzt. Unterbeffen ist eine Abteilung Mumzipalgardisten in den Saal eingetreten und nimmt längs der Zeugenbarre Aufstellung. Die Zeugen müssen an ihnen vorüber.

Während der Verhandlung spielten sich im Zeugenzimmer ähnliche Szenen wie gestern ab. Man hatte heute die Zeugen getrennt, die Be- lastungszeugen auf die ein?, die Entlastungszeugen auf die andere Sette i gewiesen. Letztere riefen fortgesetzt: Es lebe Dsroulvde, nieder mit den Juden! Rücktritt! Rücktritt! Sie fangen die Marseillaise und den chant da döpart, indessen die Munizipalgardisten und die Saaldiener ruhig zusahen. (KölmZtg)

Generalmajor General Generalmajor

French. White. Hunter.

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