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er. ^eit einer langen Reihe i Platze eine Apotheke, n wegen zu geringer Ren- Inhaber, Herr Apotheker nden übet, woselbst damals xbe. Der Besitzer der Butz- :tt hier eine Filiale ein. mehr das Gebäude mit dem erworben und dasselbe offt, daß die Regierung die potheke für unsere Gemeinde en letzten Jahren Hal hier wieder ganz bedeutenden Auf- -Wich auf bie rege S» Wsthm ift.
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unb zwar ein solcher, der durchaus dem Feste und seiner Bedeutung angepaßt. Wie die Sache durchzuführen, und ob mit dem Zug ein Festspiel zu verbinden ist, und insbesondere wie die Mittel zu beschaffen sind, soll jetzt die nächste Aufgabe der betreffenden Kommissionen sein.
** Mainz, 11. November. Folgendes der „Perronsperre" zu verdankende Kuriosum berichtet ein Wiesbadener Blatt aus Mainz, welches schreibt: Seit einer Woche sind auch wir mit der Perronsperre auf den hiesigen beiden Bahnhöfen beglückt. Diese Beschränkung wird besonders im Anfang nicht sehr angenehm empfunden. Dabei besteht eine komische Anomalie. Der Perronschein kostet 10 Pfg., der Fahrschein vierter Klasse vom „Hauptbahnhof nach Bahnhof Neuthor" nur 5 Pfg. Für 5 Pfg. kommt man also nicht nur auf den Perron, sondern noch zwei Kilometer weiter durch den Tunnel nach Neuthor. Nun hat es schon Schlaumeier gegeben, die sich Fahrscheine vierter Klasse nach Neuthor für 5 Pfg. genommen haben, blos um den Perron zu betreten. Beim Verlassen des Perrons sind sie über den Betrug, der nach juristischem Urteil offenbar vorliegt, von dem den Perron beaufsichtigenden Eisinbahnbeamten interpelliert worden, worauf sie die naheliegende Ausrede benutzt haben, sie hätten „leider" den Zug versäumt.
L. Mainz, 12. November. In der gestrigen Generalversammlung des Mainzer Karnevalvereins teilte der Kassierer Adolf Karlebach mit, daß die vorjährige Kampagne mit einem Destzit von 3622.51 Mk. abgeschlossen habe. Die Einnahmen betrugen zusammen 63815.12 Mk., denen die Ausgabe mit 67 437.62 Mk. entgegenstehen. Unter einstimmigem Beifall der Narrhallesen wurde beschlossen, trotzdem das Gutenbergfest im nächsten Jahre stattfindet, zu tagen.
Q Mainz, 12. November. Nach allgemeinem Verlauten dürfte die Wiederbesetzung des hiesigen Bischofstuhles nicht lange auf sich warten lassen. Sowohl innerhalb des Domkapitels wie bei den sonst mitredenden Faktoren ift man bezüglich der der Regierung vorzulegenden Kandidatenliste schon eifrig thätig und werden bereits vielfach Namen genannt, die der Regierung unterbreitet werden sollen. Da die Beziehungen zwischen dem Ministerium in Darmstadt und den kirchlichen Behörden beziehungsweise dem päpstlichen Stuhl die denkbar besten sind, so dürften die in Vorschlag kommenden Kandidaten auf keinen großen Widerstand in Darmstadt stoßen. Die Bischofswahl in Hessen vollzieht sich bekanntlich nach der Bulle ad dominici gregis custodiam vom 11. April 1827 in der Art, daß das Domkapitel eine Kandidatenliste bei der Regierung einreicht, iyotion die letztere die ihr nicht genehmen Personen streicht. Aus den übrigen Namen wählt das Domkapitel den Bischof, der alsdann noch der Bestätigung des Papstes unterliegt.
4- Aus Nheinheffen, 12. November. Die Lese ist jetzt in ganz Rheinhessen beendet. Bis zu 120 Grad gingen die erzielten Mostgewichte. Der Mostverkauf ging äußerst flott von statten und wurde der quantitative Ausfall durch die für den Most erzielten hohen Preise ziemlich ausgeglichen.
Geisenheim, 12. November. Von dem nun schon seit dem 1. d. Mts., vormittags 10 Uhr, vermißten Herrn Weingutsbesitzer und Weinhändler Franz Jann fehlt trotz aller Nachforschungen bis heute noch jede Spur. Der Vermißte, ein in allen Weinfachkreisen bekannter und hochgeschätzter Herr, lebte in den denkbar besten Vermögensverhältnissen, bekleidete alle Ehrenämter hiesiger Stadt, war ein zwar stiller, aber großer Wohlthäter der Armen und überall gleich hochgeachtet wie beliebt, so daß man sich keinen Grund zum Verlassen denken kann und leider annehmen muß, daß ihm irgend ein Leid zugestoßen ist.
Bingen, 12. November. Im Rheine ist sowohl auf hessischer Seite als auch auf preußischer Seite bei Rüdes- heim je eine Baggermaschine aufgestellt, um die durch das fallende Wasser entstandenen Unebenheiten zu entfernen und für die Schifffahrt günstige Fahrwege herzustellen. Die Passage wird durch das beständig fallende Wasser immer schwieriger und konnten die Schlepper mit Anhang nur mit größter Vorsicht diese Strecken befahren. Die größeren Schlepper der Firmen Haniel, Stinnes usw. bringen ihre Züge nur hierher, und werden diese Anhänge mit kleineren Dampfern von hier aus weiterbefördert. Die Leichierungen nehmen täglich zu, und sind es Güterboote und Segelschiffe, welche einen Teil ihrer Ladungen in Leichterschiffe überschlagen müssen, um im Rheingau weiterfahren zu können. Aussichten auf ein baldiges Steigen des Wassers sind noch keine vorhanden.
Rübesheim, 8. November. Dieser Abenbe kurz vor Arbeitsschluß ereignete sich an dem Neubau der Weinfirma Gebr. Schleif, dem hiesigen Staatsbahnhof gegenüber, ein schwerer Unglücks fall Bei den Kellerausschachtungs- Arbeiten rutschten plötzlich Erdmassen nach und erdrückten den Arbeiter Johann Retzel vom Nachbardorfe Aulhausen derart, daß er sofort tot war. Der Verunglückte hinterläßt eine arme Wittwe mit elf noch unmündigen Kindern, die nunmehr des Vaters und Ernährers beraubt sind.
Krofdorf, 10. November. Anläßlich seines 50jährigen Dienstjubiläums erhielt Herr Pfarrer Geibel von hier, den Kronen-Orden 4. Klasse. Es mag in Landgemeinden wohl wenig vorkommen, daß Pfarrer und Lehrer desselben Ortes auf ihr 50jähriges Dienstjubiläum zurückblicken können, und daß Beide noch im Amte sind. Vor einem Jahre nämlich konnte auch unser erster Lehrer, Herr Weil sein 50jähriges Dienstjubiläum feiern.
Marburg, 12. November. Die „Oberh. Ztg." schreibt: Zu unserer Mitteilung über die Verurteilung des Berichterstatters Becker bittet uns Herr Erdmannsdörffer um Aufnahme folgender Berichtigung: Die in Nr. 266 der „Oberh. Ztg." enthaltene Mitteilung, das „hiesige national- foziale Blatt" habe „in 2 Exemplaren ihrer Nr. vom
4. März eine falsche Nachricht eingeschoben", widerspricht den Thatsachen. Wahrheit ist es vielmehr, daß die „Hessische Landeszeitung" als solche, d. h. die im Unterzeichneten ver körperte Leitung des Blattes, der Einrückung jener Notiz in 2 Exemplare vollständig fern steht, nichts von ihr gewußt und sie nach Kenntnisnahme aufs entschiedenste getadelt hat, daß also die Einrückung eine reine Privatleistung des Berichterstatters Becker darstellt, die die „Hessische Landeszeitung" als solche nichts angeht. — Hierzu bemerkt die „Oberh. Ztg.: Daß Herr Erdmannsdörffer jene That entschieden mißbilligt, freut uns konstatieren zu können. Das Verhalten eines Angehörigen der „Hessischen Landeszeitung" rückt aber dadurch in noch schärfere Beleuchtung.
Vermischtes.
* Bendorf, 12. November. Auf dem hiesigen Bahnhofe stießen gestern abend zwei Güterzüge zu s am men, und zwar fuhr der eine Zug dem andern direkt in die Flanke. Der Materialschaden ist ziemlich erheblich. Menschen wurden nicht verletzt. Beide Geleise waren bis heute früh um 3 Uhr gesperrt. Von dieser Zeit an konnte der Betrieb wenigstens auf einem Geleise wieder ausgenommen werden.
* Paris, 10. November. (Die abgelehnte Erb schäft.) Rosa Bonheurs letztwillige Verfügungen haben große Ueberraschung bei ihren Freunden, bittere Enttäuschung dagegen bei ihren Verwandtem hervorgerufen. Bekanntlich hat die große Tiermalerin ihre Freundin Miß Anne Elisabeth Klumpke, die während RosaS letzter Lebens zeit ihre beständige Gesellschafterin war, zur Universal erbin eingesetzt. ES muß hier gesagt werden, daß die geniale Malerin bei weitem nicht so reich war, wie sie allgemein taxiert wurde. Abgesehen von den noch in ihrem Besitze befindlichen Gemälden, die bei den amerikanischen Dollarfürsten sehr gesucht sind, bestand ihre Hinterlassenschaft in 250,000 Mk., die sie in Hypotheken angelegt hatte, in 12,000 Mk. barem Gelde, das sich sorgfältig verborgen in ihrem Schlafgcmach vorfand, und in dem reizenden Landhause zu By, das sie mit Vorliebe bewohnte. Als vor zwei Jahren Miß Klumpke, eine Amerikanerin von Geburt und selbst Malerin, zu Rosa Bonheur in Beziehungen trat, die durch einen amerikanischen Kunst mäcen vermittelt wurden, bat sie um die Erlaubnis, die geniale Künstlerin malen zu dürfen. Während der Sitzungen bildete sich nach und nach ein so inniges Verhältnis zwischen den beiden gleichgesinnten Seelen heraus, daß Rosa die junge Amerikanerin zu sich ins Haus nahm und, noch bevor fünf Monate verstrichen, zu ihren Gunsten ein Testament abfassen ließ. Nach dem Tode der großen Malerin gaben Bruder und Schwager derselben — beide Bildhauer — die Absicht kund, das Testament ihrer Verwandten anzufechten, ein feines Taktgefühl aber hat Miß Klumpke, um jedes peinliche Aufsehen zu vermeiden, nunmehr endgiltig auf die ganze Erbschaft verzichten lassen.
* Paris, 11. November. Große Bestürzung herrscht hier infolge der Pest in Algier. Es sind daselbst bereits zahlreiche Erkrankungen festgestellt worden, besonders in der Provinz Konstantin. „Eclair" und „Matin" befürchten, daß hierdurch der Weltausstellung großer Schaden entstehen werde.
* Livorno, 11. November. In der vergangenen Nacht um 1 Uhr 10 Min. und heute vormittag 10 Uhr 14 Mm. wurden mehrere heftige Erdstöße verspürt.
Jagd und Spart.
»Waldheil," Verein zur Förderung der Interessen deutscher Forst» und Jagdbeamten und zur Unterstützung ihrer Hinterbliebenen. Auch in diesem Jahre richten wir an uns.re Mitglieder, Freunde und Gönner die herzliche Bitte, jetzt zur Zeit der beginnenden Treibjagden unserer besonders eingedenk zu sein. Überall, wo deutsche Jäger versammelt sind, um dem edlen Waidwerk gemeinsam zu huldigen, sollten sie auch den „Verein Waldheil" nicht vergessen, der sich die hohe Aufgabe gestellt hat, alle hilfsbedürftigen Angehörige der grünen Farbe, insonderheit unversorgte Witwen und Waisen mit Rat und That zu unterstützen. Gerade bei Treibjagden und allen sonstigen geselligen Zusammenkünften zur Winterszeit hat jedes unserer Mitglieder die beste Gelegenheit, Freunde der edlen Jägerei zum Eintritt in den Verein „Waldheil" zu veranlaßen und Geldsammlungen zu gunsten seines wohlthätigen Zweckes zu veranstalten. Jede nutzlos verschossene Patrone, jedes zu Unrecht erlegte Stück Wild und jede Sünde gegen die gerechte deutsche Waidmannssprache sollten bei allen Treibjagden zu gunsten der „Walbheil"-Kasse besteuert werden. Eine entsprechende Jagdordnung kann von der Geschäftsstelle des Vereins in beliebiger Anzahl unentgeltlich bezogen werden. Einige Worte beim Schüsseltreiben und das Herumreichen einer Meldeliste während desselben würden gewiß manchen zum Eintritt in den Verein „Waldheil" bestimmen. Jedrs unserer Mitglieder sollte seiner Jagdausrüstung auch Meldekarten für „Waldheil" und desien Satzungen beifügen, um solche unter die Jagdgäste zu verteilen. Die Geschäftsstelle des „Waldheil" liefert diese Drucksachen in jeder gewünschten Anzahl kostenlos Auch können sehr hübsch ausgeführte und praktische Jagdeinladungskarten unentgeltlich vom Verein „Waldheil" bezogen werden. Diese Jagdeinladungskarten haben eine neue Fassung erhalten und (affen sich jetzt als Postkarte versenden; auch ist auf denselben die zur Erhebung von Jagdstrafgeldern bestimmte Jagdordnung abgedruckt. Wenn wir das vorgestckte Ziel erreichen, daß alle Grünröcke Deutschlands und die Mehrzahl der Freunde und Gönner der edlen Jägere, dem Verein „Waldheil" angehören und ihr Scherflein spenden, kann der Verein die an ihn gestellten großen Anforderungen mit dem gewünschten Erfolg und Nachdruck in Zukunst erfüllen. Um aber dieses Ziel zu erreichen, bedürfen wir der treuen Hilfe und Unterstützung aller unserer Mitglieder. Hier ist Gelegenheit geboten, die leider immer noch zu oft wiederkehrende traurige Thatsache zu beseitigen, daß bedürftige Angehörige der grünen Gilde oder deren hilflose W'twen und Waisen der öffentlichen Mildthatigkeit anheimfallen müssen. Sind olle Grünröcke erst einig in freudiger Unterstützung unseres frisch aufblühenden, Segen spendenden Vereins „Waldheil", dann wird diese den Stand der Fachleute schwer bedrückende Thatsache verschwinden, und allen Bedürftigen kann und wird von dem Verein „Waldheil" in der Stunde der Not geholfen werden. Also frisch auf mit Waidmannsheil ans Werk, ihr „Waldheil"-Mitglieder, und sorgt dafür, daß wir das vorgesteckte Ziel recht bald erreichen. Werbt Mitglieder und sammelt für die „Waldheil"-Kasse bei jeder Gelegenheit, insonderheit aber auf den Treibjagden! — Wir rechnen auf treueste, kräftigste Unterstützung
Gerichtssaal.
NN. Darmstadt, 11. November. Der vor ca. 14 Tagen verhaftete und wegen Vergehen gegen die Sittlichkeit an seinen Schüler
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Kirchliche Nachrichten.
Svavqelisrye Gemeinde.
Montag den 13. November, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Text: Ap.-Gesch. 6, 8 ff. Pfarrer Euler.
Dienstag den 14. November, abends 6V< Uhr, in der Stadtkircke: Festgottesdienst zur Feier des Jahresfestes des Ober- hessischen Vereins für innere Mission. Pfarrer Reeg aus Offenbach a. M.
Die Konsirmanden-Vereinigung der Lukasgemeinde fällt — wegen des Jahresfestes des Oberhessischen Vereins für innere Mission — Dienstag den 14. November aus. Die nächste Zusammenkunft findet Dienstag den 21. November statt.
innen unter Anklage gestellte Oberlehrer an der hiesigen Mädchen-Volksschule in der Blumenstraße, Ehrhardt Gaß stand am Samstag schon vor der Strafkammer, um sich wegen dieses Deliktes zu verantworten. Zu der Verhandlung, welche den ganzen Tag in Anspruch nahm und bei verschlossener Thür stattfand, waren viele Zeugen geladen, da in Verbindung mit dieser Sache, auch gegen den 17jährigen Sohn dcS Besitzers des Schießhauses Girnhardt wegen desselben Vergehens Anklage gestellt war. Das Urteil für beide Angeklagte lautete auf Freisprechung und wurden dieselben sofort in Freiheit gesetzt. Die ganze Sache, welche seiner Zeit soviel Aussehen erregte, scheint sich auf eine Reihe von Klatschereien und Denunziationen gekränkter Eltern aufgebaut zu haben, wenn auch nicht verschwiegen werden darf, daß Herr Oberlehrer Gaß einer Anzahl seiner Schülerinnen gegenüber mehr wie väterliche Zuneigung besaß und dieses bei denselben öfters zu Tage treten ließ. Von seinen Kollegen und auch von Lehrerinnen soll Herr Gaß wegen dieser Manier oft berufen worden sein. Der Gerichtshof erkannte auf Freisprechung, da in dem vorliegenden Fall der § 176III nicht in Anwendung kommen konnte. Ob aber damit die vollständige Rehabilitierung und Wiederindienststellung des Herrn Gaß eintreten wird, muß dahin gestellt bleiben. Zur Ehre unserer gesamten hessischen Lehrerschaft kann aber gesagt werden, daß in diesen Kreisen die Erziehungs- Manier d es Herrn Gaß schon seit Jahren als mißständig angesehen und verurteilt worden ist, und wird wohl auch die Schulbehörde der Angelegenheit nochmals näher treten und die geeignete Remedur eintreten lassen zum Wohle unseres hessischen Schulwesens.
Schisssnachrichten
irorddeutschrr Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Lar Loos und I. M. Schulhof.
Bremen, 11. Novem'>er. [ßcr transatlantischen Telegraph.) Der Postbampfer Maria R ckme-s, Kaptiän E- O.ff lmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 9 Uhr vormittags wohlbehalten in Galvtfton angekommen.
Der Postdampfer „Switzerland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 11. November wohlbehalten in Philadelphia angekommen.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
11 Novbr. Fruchtpretic. Weizens 15 00—15 20, S-äv-- .. .. 15,50—15,80, M-fit a 15,10-15 50 Hafer 12,64—13 50, Lrbsen X 15,50-00 00, L^sen A CO,00—00,00, Wicken A 00,00, Lein 00,00, Kartoffeln 0,00—0,' 0, Same« A 19,00—00,00.
Frankfurter Börse vom 11. November.
"Wechsel auf New-York zu 4.191/2-2OV2.
Prämien auf Kredit per ult. November 1.25 / , do. per ult. Dez. 2.90 / , Diskonto Kommandit per ult. Nov. 1°/., do. per alt. Dez. 2 35 7o, Lombarden per ult Nov. 0.56%, do. per ult. Dez. 0.90 /o, Staatsbahn per ult. Dez —.—%.
Notierungen: Kreditaktien 230.40-10.20, Diskonto-Kom- mandit 191.90-192, Staatsbahn 141.30-20-00, Gotthard 143.—, Lombarden 32.20, Ungar. Goldrente 97.85, Italiener 92 70, 6prozentige Mexikaner —.—, 3proz. Mexikaner 25.90, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.18%, Privat-Diskont 5t3/ie /0 G.
1% bis 2% Uhr: «Kredit 230.10-229.90, Diskonto Kommandit 192.—191.90, Staatsbahn 141.10 Lombarden 32.20.
— Bom Tabaksmartt. Im Laufe der vergangenen Woche ging es im Einkäufe der noch bei den Produzenten hängenden Cigarrentabake sehr ruhig zu, da der erste Sturm sich gelegt, die Händler sich täglich besser überzeugen, daß die Qualität sowie Brand sehr viel zu wünschen übrig lassen und bie Tabaksbauern immer noch auf hohe Preise halten. Am besten wäre es, wenn die Händ.er die Produzenten in Ruhe ließen, bis der Tabak reif und abgehängt ist unb solchen dann nach Qualität und Beschaffenheit kaufen würden. Wir glauben, daß alsdann beide Teile befriedigt wären und niemand sich übervortellt glaubt. In Viernheim wurden dieser Tage die Tabake vom Produzenten empfangen und waren solche gut abgehängt. Dieselben fielen in Farbe mit w^nig Ausnahmen besser aus wie die Heddesheimer. Die Berg- sträßer Tabake wurden im Laufe der Woche ebenfalls empfangen, ließen aber viel zu wünschen übrig. Ueberall das gleiche Bild, viele grüne unreife Tabake. Was Reife anbelangt, fallen die Haardttabake am besten aus, nur dürften dieselben etwas länger sein. Der Tabak in Lampertheim, der dieser Tage abgehängt wurde, soll nicht nur feucht, sondern auch naß abgehängt sein, was für die dafür angelegten Preise (Mk. 36—) nicht viel bedeutet, denn dieser Tabak kann es ertragen. Wenn die Händler nicht bald einsehen, daß es bester ist, den Bauern auf eigene Rechnung adhängen zu lasten und dann erst zu kaufen, finden wir es vollständig in Ordnung, wenn die Händler an den Tabaken nicht nur nichts verdienen, sondern noch viel Geld verlieren. Dies rst das beste Heilmittel. Der Tabak in Ladenburg wurde dieser Tage abgehängt und rasch von Mk. 18—24 verkauft. Derselbe repräsentiert ein braunes und gutbraunes Schneidgut. In alten Tabaken wurde in Lorsch ein größerer Posten von einem Fabrikanten an Händler zu unbekannten Preisen verkauft und besteht aus Herbst- und Cigarrentabaken ca. 1000 Centner. In Mannheim wurden Kleinigkeiten in Um- unb Einlagetabaken, sowie lose Einlagen umgesetzt. Pfälzer Rippen geschäftslos, lose feine 9 bis 9Vs Mk.
Obst. In der abgelaufenrn Berichtswoche war Angebot auS H.sten, Rheinland, Oesterreich-Ungarn, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien und Italien vorhanden. Bezahl wurde Mk. 690—855 pro 10,000 Ktiogr., einzeln pro Ztr. Mk. 4-5.50. Im allgemeinen ift mau mit den erzielten Preisen sehr unzufrieden und mußte haupt- iächnch das französtsche Obst im Preise sehr nachgeben. Die Zufuhren nehmen merklich ab und befindet sich ziemlich viel der angebotenm Ware in Händen der Händler, die große Verluste erleiden dürften.
Vom Petroleum. Petroleum war auch in letzter Woche stramm behauptet. Der Konsum deckt sich langsam und regelmäßig für ben lrufenden Bedarf, während Amerika feste Tendenz bet abnehmenden Vorräten meldet.


