Ausgabe 
14.2.1899 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Szenen veranstalteten. Dann zogen sie vor das Bankhaus Rothschild, um dort zu manifestieren. Ein Polizist, der einschreiten wollte, wurde von ihnen entwaffnet und durch zwei Revolverschüsse schwer verwundet. Einer Polizei-Ab­teilung gelang es, die Demonstranten zu zerstreuen.

Paris, 12. Februar. Der vielgenannte Beaurepaire hielt am Freitag Abend einen öffentlichen Vortrag über die Dreyfus-Angelegenheit, zu dem sich eine große Zuhörerschaft eingefunden hatte. Der Redner forderte unter dem Beifall der Versammlung auf, die Armee gegen ihre Beleidiger zu verteidigen und sagte:Die Dreyfus-Angelegenheit geht jetzt zu Ende; die Regierung muß das Wiederaufleben der­selben verhindern, sollte sie das nicht thun, würden wir lauter sprechen." (Beifall.) Der Vortrag verlief un­gestört; aber ein starker Trupp Liguisten zog nach dem Kriegsministerium und dem Palast Bourbon, um dort unter den RufenHoch die Armee",Nieder mit den Juden", Kundgebungen zu veranstalten.

Bonbon, 12. Februar. Die Presie kommentiert fort­gesetzt den vorgestrigen Pariser Kammerbeschluß und ist der Meinung, daß der Gesetzentwurf einen baldigen Sturz der Republik herbeiführen werde. Man ist der Meinung, daß die Entscheidung, welche der Prozeß bringen wird, von dem Generalstabe und desien Anhängern sehr gefürchtet wird und für denselben so vernichtend ist, daß alles Mögliche versucht werden dürfte, den Prozeß zu verhindern.

Algier, 12. Februar. Rochefort und seine Begleiter werden sich am Dienstag nach Frankreich einschiffen.

Afrika. Den Kalifen hat man noch immer nicht. Eine fliegende Kolonne des Obersten Kitchener fand ihn auf einem Aufklärungsmarsche in fester Stellung am Scherkela-See, kehrte aber nach dem Nil zurück, ohne sich auf einen Kampf einzulassen. Mittlerweile aber schaffen die Briten rüstig im Sudan. Die Eisenbahn ist jetzt auf der halben Strecke zwischen Atbara und Khartum vollendet. Ein großer Teil der Gegend befindet sich schon wieder unter Anbau. In Khartum, vor kurzem noch ein öder Trümmerhaufen, herrscht jetzt eine emsige Bauthätigkeit, und allenthalben erheben sich bereits die Grundmauern der im Entstehen begriffenen Ge­bäude. Der Palast Gordons wird umgebaut und Amts­wohnung werden. Die polizeilichen Einrichtungen in Khar­tum sind vortrefflich, und Leben und Eigentum sind völlig sicher. Die endliche Einführung des General-Gouverneurs wird mit großen Festlichkeiten erfolgen, für welche in Kairo und Alexandrien bereits große Einkäufe an venetianischen Laternen, Flaggen und Whisky gemacht werden.

Males und Provinzielles.

Gießen, den 13. Februar 1899.

* Provinzialausschuß Sitzung. Samstagdenl 8. Feb­ruar 1899, vormittags 9 Uhr, findet in dem Regie­rungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Provinzial- ausschuffes der Provinz Oberhessen mit folgender Tages­ordnung statt: 1. Die Nebenbahn Nieder-Gemünden Nieder-Ofleiden; hier: die Enteignung von Grundstücken in der Gemarkung Homberg betreffend. 2. Klage des Ludwig Schwarz II. zu Büdingen wegen Verweigerung von Los­holz. 3. Klage des Ortsarmenverbandes Offenbach gegen den Ortsarmenvergand Heldenbergen wegen Unterstützung des Friedrich Faulstich zu Heldenbergen. 4. Klage des David Schwab zu Rinderbügen wegen Verweigerung von Losholz.

* Konzert. Der berühmte ungarische Violin- und Cello-Virtuose-ndor Schreyer, welcher bereits in einer Reihe von Städten des Landes unter brausendem Beifall der Hörer und verdienter Anerkennung der Presse aufgetreten ist, wird demnächst hier ein Konzert geben. Die deutsche Kritik ist voll des Lobes über diese außerordentliche Er­scheinung. Einem Auszug aus demFränkischen Volks­blatt" entnehmen wir folgendes:Paganini redivivus! das war der elementare Eindruck, den die begeisterte Zuhörer­schaft gestern von Sandor Schreyers Spiel empfing. Es ist ein großartiger, überwältigender Eindruck. Seine Technik in den verwegensten Flageoletpassagen, glissandes Spiel auf der 6-Saite, Terzen in den exzentrischsten Sprüngen, über­trifft alle Erwartungen, und kaum je wurde der Humor und die phantastische Laune des paganinischen Karnevals hin­reißender gehört. Schreyer verfügt zudem über ein pianissimo, das ersterbend in Sphären verklingt, sein fortiesimo ist elementar und packend." Fürstliche Anerkennungen hat Schreyers Spiel, wie anderwärts, auch hierzulande erhalten. Es ehrte ihn neuerdings das Anerkennungsschreiben Ihrer Großherzoglichen Hoheit der Fürstin zu Leiningen, sowie nicht minder das des Fürsten Karl zu Löwenstein. Der­artige Erfolge rechtfertigen es, daß wir unser kunstsinniges Publikum auf den bevorstehenden Genuß aufmerksam machen.

** Stadttheater. Neber die Aufführung vonAscher- mitttwoch", Schwank in drei Akten von Hans F- Fischer und Josef Jarno, schrieb seinerzeit derMünchener General- Anzeiger": Conrad Dreher, der Liebling des Münchener Publikums, hat am Samstag unter stürmischem Beifall wieder seinen Einzug als Gast im Gärtnertheater gehalten, und das vollbesetzte Haus bewies, daß die unvergleichliche Kunst Drehers ihre alte Anziehungskraft auszuüben vermag. Er eröffnete sein diesmaliges Gastspiel mit einer neuen Posse,Aschermittwoch", von Hans Fischer und Josef Jarno. Die neue Posse ist so geschickt gemacht, das lustige Durch­einander, das an die französische Mache erinnert, amüsiert bis zum Schluß. Wir haben es mit einer tollen, froh­launigen Posse zu thun, deren verwickelter Inhalt mit seinen Verwechselungen und Verkleidungen sich in dem kleinen Rahmen einer Besprechung nicht wiedergeben läßt. Man muß sich das Stück selbst ansehen, und wer Grillen und Sorgen hat, dem werden sie vertrieben, dafür garantiert schon die köstliche Darstellung der Hauptfigur des Stückes, des Großkaufmanns Naumburg, durch den Gast. So war es denn auch nicht zu verwundern, daß Dreher nach jedem

Akt stürmisch'gerufen wurde, und daß er am Schluß nicht weniger als achtmal vor der Rampe erscheinen mußte. So wirkte alles zusammen, den Erfolg zu sichern, der denn auch nicht ausgeblieben ist. Das Stück dürfte eine Reihe voller Häuser bringen.

** Gestern abend wurde durch den Orkan, welcher plötzlich entstand, dem Schaukelbesitzer I. Walldorf von hier seine obere Schaukel vollständig vernichtet. Die Macht des Orkans war derart, daß sich die dicksten Eisenstäbe vollständig verbogen und die Stützen wie Streich­hölzer brachen. Das Zeltdach ist vollständig zerfetzt und zerrissen. Dem fliegenden Photographen spielte der Sturm ebenfalls arg mit, was umsomehr zu beklagen ist, als seine Verhältnisse an sich schon nichts weniger denn glänzend sind. Vielleicht findet sich ein Weg, die Verluste erträglich zu machen.

** Befitzwechsel. Das Haus des Zuschneiders Engel­hardt, Schanzenstraße 6, ging für 30,000 Mk. in den Besitz der Firma Robert Hasse, Tapeten-EngroS-Lager, über.

Bersrod, 11. Februar. (Verspätet eingetroffen). Durch eine ungefähr 80 bis 100 Personen starke Zigeuner­bande, welche am Sonntag vormittag von Beuern her­kam, wurde unser stilles Dorf in seiner sonntäglichen Ruhe gestört. Die braune Bande, im Besitze von 8 Wagen und 16 Pferden, durfte wohl zu den vermögenderen Gliedern ihres Stammes gezählt werden. Die Männer gaben sich für Musikanten und Pferdehändler aus. Während sie sich bei den Wirten über die vorhandenen Weinsorten erkundigten und für den Abend ein großes Weinzechgelage in Aussicht stellten, um dadurch ihre Pferde in den Ställen unterzu­bringen, tranken, rauchten und bettelten die Weiber und hießen mitgehen, was sich nicht wehrte. Auf ganz listige Art wußten sie sich in den Besitz von Hühnern zu setzen. Bei den Wagen streuten die Weiber unter den Schürzen verborgen gehaltene Haferkörner hin und lockten damit die Hühner herbei. Ein blitzschneller Griff genügte, und die armen Hennen büßten ihre Zutraulichkeit mit Gefangen­schaft oder dem Tod. Eier und Hühnerfleisch scheint dem­nach auch Zigeunergaumen zu munden. Einem Bauer wurde das Austreten seiner neuen Schuhe erspart; denn Zigeunerfüße eignen sich besonders gut dazu, weil sie un­empfindlicher sind. Zwei Suppenschöpflöffel, sowie des Wirtes Taschenmesser waren mit dem Weggange der Zigeuner auch verschwunden. Gerade als sich die braunen Strichvögel so recht nach ihrer bekannten frechen Manier häuslich niederlaffen wollten, ertönten Alarmsignale durch die Feuerwehr. Diese versammelte sich rasch. Schon hackte man Löcher in das Eis, um die Feuerspritze füllen zu können, da merkten die Zigeuner, daß derkalte Wasserstrahl" ihnen zugedacht war. In raschem Tempo traten sie unter Begleitung der ihr bis hinter Winnerod nachrückenden Feuerwehr die Weiterreise nach Lindenstruth an. Auch hier geberdeten sie sich ähnlich, weshalb auch die dortige Feuer­wehr gegen sie alarmiert wurde, worauf sie schleunigst in der Richtung nach Grünberg übrückten. Als ein Glück ist es zu bezeichnen, daß durch die Zeitungen die Feuerspritze als ein zuverlässiges Bekämpfungsmittel empfohlen wurde; denn das Wasser fürchtet das schmutzbedeckte Gesindel mehr, als alles andere. Hiedurch ist es auch kleineren Orten, denen die nötige Polizeimacht fehlt, ermöglicht, sich der braunen Gesellen auf die bequemste Art zu entledigen. Zur steten Gewohnheit der Zigeunerhorden gehört es, besonders die von den Hauptverkehrsadern abgelegenen Orte heimzusuchen. Gendarmeriestationen und größere Orte wissen sie meistens zu umgehen. Der ruhige Bürger aber fragt sich:Gibt es kein Mittel, um ein für allemal von diesen Schmarotzern der Bevölkerung, denen Stehlen, Rauben und Wilddieberei Haupterwerb, dagegen ein ehrliches Geschäft, wofür sie ge­wöhnlich Patente bei sich führen, Nebensache und nur Deck­mantel ist, befreit zu werden?"

n. Friedberg, 11. Februar. Während am Anfang der abgelaufenen Woche noch allenthalben Eis und Schnee zu finden waren, brachte uns das Ende derselben wahres Frühlings­wetter. Die Blütenknospen an frühblühenden Sträuchern schwellen schon. Bei den Syringen sind sie soweit entwickelt, daß sie, wenn man abgeschnittene Zweige in laues Wasser im warmen Zimmer stellte, nach wenigen Tagen Blütenrispen getrieben haben. In Berstadt wird jetzt auch die Feld­bereinigung vorgenommen. Von den 403 Begüterten, deren Eigentum eine Fläche von 972,4800 Hektar beträgt, stimmten 246 mit 426,5886 Hektar beteiligter Fläche dagegen, 157 mit 545,8914 Hektar dafür. Auch in unserer Gegend haben die letzten Jagdverpachtungen durchweg höhere Preise gebracht. Hier z. B. werden 1420 Mk. gegen 1050 Mk. früher jährlich bezahlt. In Wohnbach erzielte man einen jährlichen Pachtpreis von 1220 Mk. gegen 575 Mk. früher, in Leidhecken 700 Mk. gegen 410 Mk.

nn. Darmstadt, 10. Februar. Vor der Strafkammer I des Landgerichts stand heute der internationale Gauner und Fahrräderdieb Waldemar Gaagert aus Winslak bei Bremen, um sich wegen einer ganzen Anzahl von Fahrrad­diebstählen und der Unterschlagung von 580 Mk. zu ver­antworten. Der Sitzungssaal der Strafkammer glich fast einer Fahrradhandlung, denn Fahrräder aller Systeme waren in demselben aufgestellt worden, welche der Angeklagte zu Darmstadt, Mainz, Frankfurt und Wiesbaden gestohlen hatte. Mitangeklagt war noch der Fahrradhändler Schink aus Köln, welcher von den gestohlenen Maschinen fünf Stück gekauft hatte. Aus der Verhandlung, zu der eine große Anzahl Zeugen geladen war, ging hervor, daß der Gauner im Juni vor. Jahres bei einem neuen Fahrraddiebstahl durch den Gastwirt Löhr von hier verhaftet und auf die Polizei gebracht wurde. Nach umfangreichen Ermittelungen der Staats­anwaltschaft wurde festgestellt, daß man es mit einem inter­nationalen Gauner zu thun hatte. Die in den Städten Mainz, Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden gestohlenen Fahrräder

brachte der Dieb nach Köln, wo er sie dann an den Mit­angeklagten Schink oder nach Bonn und Mühlheim absetzte In Köln und Wiesbaden, wo er sich aufhielt, führte er di< Namen Schmitz, Maß und Schaf, und will bei eine» Dr. Treiholz als Diener gewesen fein. In Wirklichkeit war er in Bremen Hausbursche, und seinem Prinzipal, Lauf« mann Remmer mit 580 Mk., die er zur Post bringen sollte, durchgebrannt. Staatsanwalt Hofmann wies auf die <Be» meingefährlichkeit des Diebes hin und hob hervor, daß eg Pflicht der Gerichte sei, die Clique der Fahrraddiebe besonders hohen Strafen zu treffen. Er beantragte daher eine Gefängnisstrafe von 5 Jahren und Aberkennung dr» bürgerlichen Ehrenrechte auf die gleiche Dauer. Nach länge:« Beratung verurteilte der Gerichtshof den Angeklagten z, 3 Jahren 8 Monaten Gefängnis und Aberkennung btt Ehrenrechte auf 5 Jahre. Der Mitangeklagte Käufer bergt, stohlenen Räder, Althändler Schink aus Köln, wurde weg» mangelnden Beweises von der Anklage der Hehlerei fiei- gesprochen.

L. Mainz, 12. Februar. Das Kaffeekränzchen, welch, am Freitag in der Stadthalle stattfand, bildete den Sch lij der diesjährigenSitzungssaison. Das Präsidm lag in den Händen des Herrn Ferdinand Schmitz. Nachdaa Lied Nr. 1 vom Narren Müller, 1900 betitelt, gesungen, betrat Narr Diebold das Podium, um zwei Kouplets voi- zutragen. Es folgte Lied Nr. 2 vom Hofpoeten Kori. Fräulein Hedwig Materna erfreute alsdann durch zwei Liedervorträge. Als Josephine von der Heilsarmee errang sich Narr Simon Konrad den ungeteilten Beifall btt Närrinnen und Narren, und der pseudonym reisende Trom­peter von Säkkingen blies wiederum zwei Lieder vortrefflich Nachdem noch Fräulein Warmersperger dasFrühlings- lied" von Becker undNarr Liebster" von Hildach vor. getragen hatte und Lied Nr. 3 vom Narren Felix Dam gesungen war, bestiegen die hohen Befehlshaber der Prinz«, und Ranzengarde, Se. Excellenz General Feldmarschck Adolar von Ruef und Se. Excellenz General-Feldmarschü Reitz von Reitzenstein die Tribüne, um glänzenden Sitz über die Philister zu versprechen. Gerhards jun. fang darauf, reich applaudiert, zwei Lieder, und Urnarr Dremv.ck spiegelte den eingefleischtesten Junggesellen eine verlockend? Bienenhaus-Idylle vor. Weiter traten noch auf die Marrn Drescher, Willwohl, und der Mainzer Hans Sachs, Dank, trug wirkungsvoll unterstützt von den Narren Hauser, Watm, Brückner, Dentz, Hilge, Köberich, Knaus und Mansfeld, seine humoristische Szene Dr. Eisenbart vor. Zum Schluffe dekorierte der Präsident den Urnarren Jean Dremmel, für fein närrisches Theaterstück, mit dessen Einstudierung aber zu spät begonnen worden war, mit dem wohlverdienten Lor­beer. Nach Absingen des Chorliedes Nr. 6 vom Narre« I. Stein war die Sitzung nach 11 Uhr zu Ende. Die Rekruten der Prinzen- und Ranzengarde zogen gestern, Samstag, per Schiff von Kostheim kommend, um 3 Uhr i« die Stadt ein. Auf dem Balkon des Theaters erwartete sie das närrische Ministerium, sowie die Generalität der Prinzen- und Ranzengarde. Es wurde ein Lied aus die MelodieHessen Darmstädter sein mer" gesungen und als die Rekruten den Fahneneid geleistet hatten, hielt Präsident Alexander eine schneidige Rede. Nachdem noch die Excellenze« Witt von Wittmann von der Prinzen- und Adolar von Rucs von der Ranzengarde die Rekruten ermahnt hatten, tapfer in den Kampf gegen die Philister zu ziehen, zogen die Re- kruten wieder ab, um dann eingekleidet zu werden. Der Fackelzug gestern abend, an dem sich etwa 500 Personen sowie drei Musikkorps beteiligten, setzte sich um 8 Uhr m Bewegung, und durchzog, von einer ungeheuren Menschen­menge begleitet, die Hauptstraßen der Stadt. Heute herrscht in der ganzen Stadt, besonders aber auf der Ludwigsstraßr reges Leben und Treiben. Zwischen 12 und 1 Uhr zöge« die beiden Garden vor das Gouvernement, das Proviuziul- gebäude, und vor die Wohnung des Bürgermeisters, woselbst der Generalstab seine Besuche abstattete. Beide Garbe» machen einen großartigen Einzug, die Ranzengarde ist noch durch ein Kadettenkorps und zahlreiche Berittene verstärk^ während die Prinzengarde in vollständig neuer geschmack­voller Kostümierung erschienen ist. Die Prinzengarde hat ihr Lager auf dem Hallenplatze, während die Ranzengarde ihr Quartier auf der Kaiserstraße aufgeschlagen hat. Die Abrüstungsfeier in der Halle war sehr stark besucht Neben einer Tombola waren daselbst verschiedene Verkauf und Juxbuden sowie ein Theater Variet4, wo Zauberer Kunstschützen, Soubretten rc. auftraten. Die Stimmung wai eine äußerst animierte, obwohl das Werfen von Luftschlangen und Confetti in der Stadthalle polizeilich verboten ist. 3n Theater wurde heute die Fledermaus vor recht gut besetzten Hause flott gespielt. Besonders Herr Costa als Eisenstem Frl. Tobis als Adele und Frl Rudolf vom Stadttheate, in Metz als Rosalinde waren vorzüglich. Zu dem morgiges Balle sind bereits im Vorverkaufe über 5000 Karten geW worden, sodaß derselbe sehr stark besucht werden wird.

Aus der Zeit für die Zeit.

Vor 43 Jahren, am 14. Februar 1856, wurde der Afiik: reisende Eduard Vogel (Bruder der Dichterin ElisePolk.' in Wadai ermordet. Unter den Afrikaforschern ist sein Nau- einer der bekanntesten. Seine Reisen machte er zum Tc- mit dem Hamburger Heinrich Barth gemeinschaftlich,^ dessen Unterstützung er von der englischen Regierung au- gesandt worden war. Vogel hat sich speziell durch Erfo schung von Bornu und der Benueländer verdient gemäss Er wurde am 7. März 1829 in Krefeld

Meratur, Wissenschaft und Kunst.

- Ernst v. WUdenbruch über baS Wesen Wft Dramen. Ernst v. WUdenbruch hat ietnem neuen Bühnen»^ Gewitternacht", Tragödie in fünf Akten, ein Borwort ooreu-, geschickt, das lautet:Dichter sollen keine Borredm zu ihren

$4,

- Da Y rlotwttpeo fflj KaWkl cigdont

Wa to

9Xontaa < ßmfiwanbenM Lrrs 18 an. C Dr. Naumann.

Dtenilig bt 1 lo Ftbrun flüä : idmam Demi l tzmiUtz btn

ick glichst e w

Mii, 13 W aus Lon

Dielck

L»*>8,ree

fgi ?a8«oxHtfl« Ä' hieM

tt WM

Mt dI

ÄW 1 Bdidialt tlnjeM StWatnr b« 6

AMidjit tont -

nl hebt ich 6^

NitivchK

^chm ""ben nn!8iet »UM al, ------nj

Hohve -W Rtz eu». Mi

hi fi** LK :

DimStig 15. Februar: <8 ia,r. hosscharch Zaza. Freitag lunar: Die! leben. Sittli ment. ZumS «'/.llhr:Fub! Emeller-MuS Regiment. S fänbltr.

Wetzr,

ttaHtj, tOTXUflty-j W * 00,00- 4 00,00,1