Bekanntmachung,
Die Herbstübungeu der Großh. Hess. (25.) Division betreffend.
Von den Herbstübungen der Großh. Hessischen (25.) Division wird die Gemarkung Gießen voraussichtlich erst gegen Ende der Hebungen (20.—23 September) und zwar mit dem südlich gegen die Gemarkung Großen-Ltnden gelegenen Teil berührt. Um Flurschäden und Unglücksfälle nach Möglichkeit zu verhindern, empfehlen sich die nachstehenden Maßnahmen, um deren Anwendung ersucht wird.
1. Die reifen Feldfrüchte find, soweit ohne Schaden möglich, vor den Hebungen abzueruteu und nach der Aberntung möglichst bald eiuzufahreu bezw. auf Schober zu fetze«.
2. Die zu schoueudeu Grundstücke find zu bezeichnen und zwar:
») Die vom Betreten durch die Truppen überhaupt ausgeschloffenen Gärten, Parkanlagen, Holzschonungen, Pflanzgärten rc., sowie die Versuchs-Anstalten land ustd forstwirtschaftlicher Lehranstalten und Versuchsstationen, soweit dieselben nicht als solche abgezäunt oder von weither für jedermann deutlich erkennbar find — vermittelst hochstehender Tafeln mit Aufschrift.
b) Die vorzugsweise zu fchonendeu Felder (Zuckerrüben, Erbsen, Raps, Flachs, Samenklee, Samenrüven u. bergt) mittelst etwa 2 Meter hohen Stangen mit Strohwiepeu.
8. Bei Kartoffeln, minderwertigen Rüben, Dickwurz u. s. w. bedarf es der Bezeichnung mit Wiepen nicht. Das unterschiedlose Bestecken aller Felder mit Warnungszeichen würde den Truppen nur das Erkennen dec wertvolleren Felder erschweren.
Besonders sei heroorgehoben, daß eine Vergütung für etwa entstehende Flurschäden auch bei solchen Feldern gewährt wird, welche nicht abgewtept waren.
4. Rach einer Verfügung des Kriegsministeriums vom 30. 7. 95 darf das Einebnen der etwa während der Herbstübungen ausgehobenen Schützengräben durch die Truppen selbst nicht mehr stattfinden. Die betreffenden Geländeeigentümer haben daher das Einebnen dieser Gräben selbst zu veranlaffen, wofür ihnen alsdann eine Entschädigung auf Grund des Naturallerstungsgesetzes seitens der Flurabschätzungs- Kommissionen zuerkannt werden wird. Das Einebnen der Koch- rc. Löcher in den Biwacks wird durch diese Bestimmung nicht berührt, sondern ist nach wie vor Sache der Truppen.
5. Hm Hnglücksfälle zu verhüten, sind die Ränder von Steinbrüchen, Lehm-, Kies- und Sandgruben, Hohlwegen und Steinabfällen, außerdem sumpfige Stellen im Gelände durch Aufstellen schwarzer Flaggen zu kennzeichnen.
Die Brückendecken sind in stand zu setzen, sodaß ein Einbrechen von Fahrzeugen und Durchtreten von Pferden verhütet wird. Sensen, Pflüge, Eggen sind von dem Manöverfelde zu entfernen.
Die Grundbesitzer werden hiermit aufgefordert, etwa auf ihren Grundstücken entstandene Flurschäden sofort nach Beendigung der Hebung auf unserem Bureau — Zimmer 15 — unter Angabe von Flur und Nummer der betreffenden Grundstücke anzumelden.
Gießen, den 9. September 1899.
Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
I. V.: Wolff. 6604
Holzlieferung.
Die Lieferung des Holzbedarfes unserer Gruben in den Revieren Wetzlar, Weilburg und Dillenburg für das Jahr 1900 soll vergeben werden.
Reflektanten können das Nähere auf unserer Hauptverwaltung Wetzlar, Hauserthorstraße C. 119a, erfahren, woselbst die Bedingungen, Bedarfslisten und Angebotbogen kostenlos abgegeben werden.
Wetzlar, den 9. September 1899. 6563
Buderus'sche Eisenwerke.
OckllMltMlHlllgeil
Verdingung
sämtlicher Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung eines rinaförmigen Lokomotivschuppens (22 Stände) auf Bahnhof Gießen, ausgenommen die Lieferung des eisernen Daches und der Schlosserarbeiten.
Die Verdingung findet am 3. Oktober d. I., vormittags 10*/2 Uhr, in den Amts- räumen der unterzeichneten Betriebs- Inspektion statt und sind Angebote bis zu diesem Termin rechtzeitig sowie porto- und gebührenfrei einzusenden.
Bedingungen und Zeichnungen liegen zur Einficht hier aus und können die zur Angebotabgabe zu benutzenden Vordrucke (nebst Zeichnungen) gegen porto- und gebührenfreie Einsendung von 5 Mark (nicht in Briefmarken) ebendaselbst bezogen werden. 6648
Gießen, den 7. September 1899.
Großh. Eisenbahn-Betriebs-Jnspektion I.
Mittwoch den 11. Mtoöer, nachmittags 2V, Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Gastwirt Leopold Schütz Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien:
Flur 1 Nr. 236i/ip — 169 qm Hofraite auf dem Reichensand,
Flur 1 Nr. 2366/10 — 94 qm Grabgarten daselbst
öffentlich meistbietend versteigert werden.
Gießen, 29. August 1899.
Großh. Ortsgericht Gießen.
I. A.: Bogt. 6320
Mittwoch ben 13. September 1899
werden versteigert:
1. Um 2 Uhr nachmittags in meiner Amtsstube, Bahnhofstraße 48, und zwar bestimmt: eine Konzertzither.
2. darnach im Bieker'scken Saale: Möbel aller Arten, eine Partie Fahrräder, 1 Break, 1 Pferd u. a. m.
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