Ausgabe 
13.9.1899 Zweites Blatt
 
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'W«<beiW4, i^renb er bie ©feuerreform « Mt Hnterjog.fi W« hallen m Land,-, rache angeschnitten. Abg 7 die Stellung zum Eisen­de )et. Seit der preußisch­ere bie (Erbauung der tzt kämen die Privatgesell- 1 abscheulichen Material, sichern. Das müsse ver- überall nur Staatsbahnen >t allein bei den Abgeord- n zum Durchbruch kommen. I hieraus mit der Thätig- i ze einstimmig einverstanden, mann,nach jeder Land- ücht herauszugeben", an- istadt berichtete hieraus über ihl. Wenn auch die Wahl- o hoffe man doch mit bem erringen. Der 14. Bezirk eter £)fann, muffe erobert , fleiirt tt)äf)renb in den

6. Bezirk (Oberhessen),

usßchten aus Ersvtg be- 1 vu anynommtn, in allen htamps einzutreten. Abg. die die Partei beschäftigen- Weise, wobei er die Ketzer­energisch bekämpfte. Die einemProgramm oder an QUm Schluffe empfahl er i;(l) Die Landeskonferenz; eht 'm den Sätzen des all- roqramms keine unanfecht- Hilden W-hrheit-n. Da rje als eine wissen sch aft-

Ludwigshafeu, 11. September. Durch einen Re- volverschuß entleibt hat sich der Pflasterermeister I Chrrstran Kärner. Finanzielle Schwierigkeiten, in die er momentan geraten war, werden als Motiv des Selbstmordes | angegeben.

* Zweibrücken, 11. September. Bei den Manöver- I Übungen des 18. Jnf.-Regts. bei Battweiler erlitten drei Soldaten Hitzschläge. Ein Lehrer aus Landau, der erst seit Pfingsten verheiratet war, ist nach derPfälz. Zta." gestorben.

* Wurzburg, 11. September. Jnnungsmüde werden die hiesigen Handwerksmeister. Nachdem erst vor kurzem ' die Schneidermeister aus Mangel an Mitgliedern und Geld ihre Innung auflösten, haben jetzt auch die Friseure an den Magistrat das Ansuchen auf Auflösung ihrer Innung gestellt. Bon einer Zwangsinnung wollen die Meister gar nichts wissen.

* Leipzig, 11. September. In Flöha bei Freiberg wurden 20 dortige Einwohner unter dem Verdacht, schwerer Sittlichkeitsverbrechen verhaftet. Die Verbrechen sollen seit Jahren an schulpflichtigen Kindern des Ortes begangen sein. Die Verhaftungen erregen großes Aufsehen. Unter den Festgenommenen befinden sich mehrere sehr an- gesehene Persönlichkeiten.

* Plauen i. V., 11. September. In Schönheide sind gestern abend zwei Häuser abgebrannt. Eine fünfzig­jährige Frau und ihr 20jähriger Sohn kamen in den Flammen um.

* Singen, 10. September. Bei der Zollrevision wurde eine aus der Schweiz kommende Dame, die nach Rheydt in Westfalen reisen wollte, wegen Schmuggelns verhaftet. Sie hatte nach badischen Blättern für ca. 500 Mk. |

Vermischtes.

* Berlin, 10. September. Spielerprozeß des Klubs der Harmlosen". In der vielbesprochenen Spielaffaire ist nunmehr Termin zur Hauptverhandlung für den 2. Oktober und die folgenden Tage vor der vierten Strafkammer des Landgerichts Berlin 1 anberaumt worden. Die Anklage ist gerichtet gegen Negierungsreferendar Bruno v. Kayser und Genossen, v. Kayser, der seit dem Februar d. I. in Untersuchungshaft sich befindet, ist 30 Jahre alt und Reserveoffizier. Der zweite Angeklagte ist der ehe­malige aktive und jetzige Reserveoffizier Hans v. Kroecher, der im Alter von 23 Jahren steht und gleichfalls seit Februar verhaftet worden ist. Als dritter Angeklagter figuriert der wie die beiden Mitangeklagten in Unter­suchungshaft befindliche Kaufmann Paul v. Schachtmeyer, der 24 Jahre alt ist. Es wird den Angeklagten fort­gesetztes gewerbsmäßiges Glücksspiel zum Vorwurf gemacht. Ursprünglich hatte die Anklagebehörde auf Grund der Er­gebnisse der Voruntersuchung auch eine Anklage wegen Betrugs gegen die drei Obengenannten erhoben, die Ein­leitung des Hauptverfahrens wegen dieses Deliktes ist aber im Juli d. I. von der Ferienbeschlußkammer des Land­gerichts 1 abgelehnt worden, und es findet daher nur lediglich die Verhandlung wegen gewerbsmäßigen Glücks | fancte statt. Die Zahl der Zeugen, die zu den sechs- tägigen Verhandlungen Vorladungen erhalten haben beträgt etwa hundert. Es befinden sich darunter nicht weniger als 20 Grafen und zahlreiche Freiherren und Barone. Das militärische Element ist durch etwa 40 Offi­ziere, die als Zeugen vorgeladen sind, vertreten. Der I »Klub der Harmlosen", in welchem hunderte von Offizieren und auch andere wohlhabende junge Herren aus dem Zivilstande viele Hunderttausende im Laufe der Zeit ver- I LOnCn' h""e in einem Berliner Hotel für eine monatliche Miete von 1000 Mark elegante Spielräume inne. Und I dort sollen die drei Angeklagten in der Rolle von Bank- I gewerbsmäßigen Glücksspiels sich schuldig qe- I maajt haben, während die anfängliche Behauptung der I Anklage, daß sie gemeinschaftlich mit einander und dem I Fi rn ärIc£ Wolff Lhre Mitspieler betrogen hätten, infolge I ces Beschlusses der Ferienstrafkammer ausscheidet. Einige der I Zerren, welche imKlub der Harmlosen" besonders schwere I k ar c ^"en hatten, veranlaßten Ende vorigen Jahres I uno Anfangs dieses Jahres Veröffentlichungen über das I oort herrschende Treiben in der Tagespresse. Die daraufhin |

| eingeleiteten behördlichen Untersuchungen hatten im Februar d. I. die Einleitung des Strafverfahrens und die Ver­haftung der drei Angeklagten zur Folge. Der Falschspieler Hermann Wolff wußte der ihm drohenden Verhaftung rechtzeitig durch die Flucht sich zu entziehen, und es mußte, da alle Bemühungen, seiner habhaft zu werden, mißlangen, I die Anklage auf die erwähnten drei beschränkt werden.

Berlin, 11. September. Der Müggelsee hat I wieder ein Opfer gefordert. Der Gastwirt Brüning vomSpreeschloß" zu Friedrichshagen veranstaltete gestern I eine Segelregatta, deren Start und Ziel die Waldwirtschaft Rübezahl" an der Dampferbrücke gegenüber den Müggel- I bergen war. Brünings BootMarie" steuerte der bei ihm I wohnende 50 Jahre alte Bandagist Julius Nehring. I Außer diesem befanden sich noch drei Mann in dem Boote. I Um 3y4 Uhr brachte ein heftiger Windstoß, der unerwartet I in die Segel fiel, dieMarie" in der Nähe von Rahns- I dorf zum Kentern. Die vier Insassen fielen ins Wasser. I Drei retteten sich durch Schwimmen, Nehring dagegen er- I trank. Als das Boot der Rettungsstation bereits in seiner Nähe war, um ihn aufzunehmen, ging er unter.

I * Berlin, 11. September. Kaiserin Elisabeth- I Gedächtnis-Feier. Eine erhebende Feier zum Gedächtnis I an die am 10. September v. I. in Genf ermordete Kaiserin Elisabeth von Oesterreich fand Samstag vormittag in der katholischen Kirche St. Maria Viktoria in der Karlstraße I statt. Das Gotteshaus war von Andächtigen dicht gefüllt.

Den österreichisch-ungarischen Botschafter, der sich noch auf Urlaub befindet, vertrat der Geschäftsträger Botschaftsrat I v. Velics, welcher mit seiner Gemahlin und den hier an­wesenden Mitgliedern der Botschaft und deren Damen er- I schienen war. Außerdem bemerkte man den Prinzen von I Braganza, den Geschäftsträger der bayerischen Gesandtschaft Legationsrat Freiherrn v. Guttenberg, sowie zahlreiche Mit- I glieder des diplomatischen Korps. Ebenso war die öster- I reichisch-ungarische Kolonie zahlreich vertreten.

I * Osnabrück, 11. September. Gestern nachmittag ging I hier und in der benachbarten westfälischen Gegend ein heftiges Unwetter nieder, bestehend in bedeutenden Nieder­schlägen, Hagel und Gewitter. Auf dem Lande wurden arge Verwüstungen angerichtet. Auf einen Personen­zug auf der Strecke Osnabrück-Bielefeld wurde ein Attentat versucht, indem Steine auf den Bahnkörper gelegt wurden, Ein Unfall wurde verhütet.

* Boppard, 10. September. Einen grauenvollen Selbstmord beging heute vormittag eine anscheinend den besseren Ständen angehörende unbekannte Dame, indem sie sich vor den kurz nach 8 Uhr hier von St. Goar eintreffenden Personenzug warf. Sie wurde ganz entsetzlich verstümmelt. Der Kopf wurde etwa 40 Mtr. vom Rumpf entfernt gefunden und einzelne Teile bis zu 60 Meter weit geschleift. Be- I kleidet war die Lebensmüde mit feinem Hut mit schwarzer Feder, grünlichem Lodenkleid, weißer Leibwäsche und spitzen­besetztem Unterrock; die Uhr wurde 40 Meter entfernt im Geleise aufgefunden. In der Börse befanden sich etwa 6 Mk. Bargeld. Das braune Haar war etwas meliert. Ueber die Persönlichkeit der Unbekannten sowie über den Grund der That fehlt jeder Anhalt.

* Bonn, 11. September. Auf dem hiesigen Friedhöfe wurde eine Dame von einem bis jetzt unbekannten Strolch angefallen und aufgefordert, ihre Barschaft herauszugeben. Als die Dame sich weigerte, dies zu thun, erklärte der Strolch, er werde sie ermorden, falls sie das Geld nicht 99rac^C&e Die Dame gab hierauf ihre Geldbörse mit | 33 Mark Inhalt her, worauf der Attentäter flüchtete.

* Schmalkalden, 11. September. Gegen 9 Uhr entstand em größeres Schadenfeuer, dem 6 Wohnhäuser und 1 Scheune anheim fielen. Es wird Brandstiftung vermutet. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt.

* Straßburg, 11. September. Der Wirkt. Geh. Ober- regrerungsrat Mebes, der bis zum 1. Juli Präsident der Generaldirektion der Reichseisenbahnen in Elsaß- Lothrmgen war, ist heute früh gestorben.

* Halle, 11. September. Nach schweren Leiden ver- ! stjarb in der hiesigen Klinik der Oberregisseur des Stadt- I theaters, Wisch Hausen.

Erfrischende Fruchtspeisen.

Wer Flammris von köstlichem Geschmack begehrt, sollte sie mit Brown & Polson's Mondamin Herstellen. Ein Pfund Mondamin ist überall für 60 Pfg. zu haben und ist so ergiebig, daß sich aus einem solchen Paket 12 Flammrts für je vier Personen bereiten laffen. Die Kosten des Mondamins werden daher für einen Flammrt so gering, daß es sich jeder gestatten kann. Mondamin ist überall erhältlich. Auch sind neue Rezepte in einem Büchlein von Brown & Polson, Berlin C. 2, kostenlos franko zu haben.

Spitzen um den Leib gewickelt. Man vermutet, daß sie einer weitverzweigten Gesellschaft angehört.

* Luzern, 10. September. Bei den verhafteten Gebrüdern Loibl, die aus München mit einer unter­schlagenen Summe von 40000 Mk. flüchtig gegangen waren, wurde das Geld fast vollständig noch vorgefunden. Die Loibl, deren Verhaftung kürzlich fälschlicherweise aus Zürich gemeldet worden war, trafen gestern nachmittag hier ein und stiegen in einem Hotel am Bahnhof ab. Bei einem Kleiderhändler kauften sie sich neue Kleider und gingen Abends in den Kursaal. Nachts um 11 Uhr verließen sie denselben, wurden aber von dem ihnen folgenden Polizei- Hauptmann Jans, dem sie, obwohl sie sich durchaus nicht auffällig benahmen, verdächtig vorkamen, auf der Quai­promenade gestellt und zur Feststellung ihrer Personalien nach der Polizeiwache gebracht, hier verwickelte sich der eine der Brüder in Widersprüche und gestand dann schließlich zu, daß sie die gesuchten Gebrüder Loibl seien. Beide trugen geladene Revolver bei sich, der eine der Brüder außerdem noch einen scharfen Dolch. Die Auslieferung an die deutschen Behörden wird alsbald erfolgen.

* Lemberg, 11. September. Bei Pluhow stießen zwei Züge zusammen. Ein Passagier wurde schwer, sieben leichter verwundet.

* Budapest, 11. September. Auf dem Mikolzer Man­överfeld schlug der Blitz in ein Zelt. Vier Soldaten wurden getötet, zehn verwundet.

* Budapest, 11. September. 45 Offiziere des 37. In­fanterieregiments sind nach Genuß giftiger Schwämme während des Marsches erkrankt. Es ist mit schwerer Mühe gelungen, sie außer Gefahr zu bringen.

* Innsbruck, 11. September. Seit gestern abend herrscht im Gebirg starker Schneefall. Heute früh reichte der Schnee bis auf 1200 Mtr. herab. Auf dem Brenner liegt er einen halben Meter hoch.

* Paris, 11. September. Der Staatsrat bewilligte 300000 Frs. für Schutzmaßregeln gegen die Pest.

* Paris, 11. September. Heute abend brach ein be­deutender Brand in der Rue d'Arborg in der Nähe der Kirche St. Joseph, dem Schauplatz der letzten Straßen­unruhen, aus. Eine große Niederlage von Federn unh Roßhaar wurde eingeäschert. Die Polizisten, die die Straße raumen wollten, wurden von dem Pöbel ausgepfiffen, trieben [ jedoch die Menge auseinander. Einige Feuerwehrleute wurden leicht verletzt. Der Schaden ist bedeutend.

* Marseille, 11. September. Seit drei Tagen herrscht in der Umgebung ein furchtbarer Waldbrand. Der­selbe hat sich bereits auf 20 Kilometer ausgedehnt. Soldaten und die gesamte Feuerwehr von Marseille sind an Ort und Stelle, um des Feuers Herr zu werden, leider bis jetzt ohne Erfolg.

* Konstantinopel, 11. September. Der in das Lazarett m Beirut aufgenommene Pestkranke, ein Grieche, ist ge­storben. Die strengsten Vorsichtsmaßregeln sind getroffen worden.

I . * Aus dem züchtigen Albion. Das Kafferndorf in

i oer Earls Court-Ausstellung in London ist definitiv den Frauen wegen der in der Oeffentlichkeit unangenehm be­merkten Vertraulichkeit zwischen den Engländerinnen und den Kaffern verschlossen worden. Damit dürfte die Kaffern- frage in London, die viel Staub aufwirbelte, endlich einmal erledigt sein.

UniverMts Nachrichten.

. A^ßen. Am 13. September begeht der Senior der medi­zinischen Fakultät Geh. Medizinalrat Professor Dr. Konrad Eckhard die Feier des 50jährigen Doktorjubiläums.

* r r^?e.rHnl Ein Auskänker, der in Paris lebende Herzog 3oscph Florimond von Loubat aus New-York hat der Berliner Unio-rfität ein Kapital von mehreren hunderttausend Mark als Geschenk überwiesen mit der Bestimmung, auS den Zinsen des­selben eine Profesiur für amerikanische Forschungen zu errichten und zu unterhalten.

,, ~ Berlin. Ein Kuriosum aus einer PromotionS- 'svrttt enthält das neuerdings von der Königlichen Unioersitäls- iqialtJ ?^?Ssegebene Verzeichnis der Berliner UnimrsttätSschriften 1810 bis 1885. Zu einer botanischen D'siertatton eines Berliners Frttz Kurtz wird bemerkt: Einzelne Exemplare dieser Disiertation

am Schluß der biographischen Mitteilungen den Zusatz: Srmd seiner Studienzeit trank der Verfasser etwa 6 (genau 5,930) Kubikmeter Bier."

, Wien. Der Professor der Geschichte an der hiestgen Universität Hofrat Dr. Max Büdinger tritt in den Ruhestand.

r ""i Krakau. Der Prtvatdozent Stephan Jentys wurde zum außerordentlichen Profesior der Acker- und Pflanzenlehre an der oiestgen Universität ernannt.

Darmstadt meinte, daß Bernstein mit seinen Vorschlägen mit vollen Segeln in das bürgerliche Lager hineinsegle. Einer großen Anzahl Parteigenossen habe Bernstein mit seinem Buch aus der Seele geschrieben, weil sie schon auf dem Standpunkte der bürgerlichen Demokratie ständen. Nach längerer Debatte wurde die Resolution Dr. David mit 49 gegen 11 Stimmen angenommen. Das Landes­komitee wurde noch beauftragt, eine Umänderung des Or­ganisationsstatuts vorzunehmen. Zum Schluffe wurde Abg. Ulrich als Vorsitzender und Orb-Offenbach als Kassierer des Landeskomitees wiedergewählt.

Butzbach, 11. September. Der langjährige frühere Distriktseinnehmer am hiesigen Platze, Herr Rendant Bonn, ist, wie dieButzb. Ztg." schreibt, gestern nach­mittag im Kreise seiner Freunde in dem Restaurant Kalb­fleisch von einem Herzschlag getroffen worden und war sofort tot. Der so plötzlich von seinen Angehörigen Abgerufene bekleidete lange Jahre hier das Amt eines Distriktseinnehmers und wird von allen Denen des Ein­nehmereibezirks, die mit ihm in Berührung gekommen find, als äußerst zuvorkommend und zugänglich geschildert, in die hiesigen Verhältnisse hatte sich der Verstorbene sehr gut eingelebt, dies bekundet uns sein Verbleib nach der Ruhe­standsversetzung. Bei seiner vorgesetzten Behörde galt Bonn als pflichttreuer Beamter. Für die Dauer der Herbst­übung ist hier ein Manöver-Proviantamt errichtet worden.

* Bad Nauheim, 11. September. Gestern fand hier in Gegenwart der Prinzessin Christian von Schleswig-Holstein, die eigens zu diesem Zweck von London hierher gekommen war, die Einweihung der neuerbauten englisch­amerikanischen Kirche statt. Der Bischof vonHorwich celebrierte. Die Spitzen der Behörden sowie die gesamte englisch-amerikanische Kolonie, zirka 300 Personen wohnten der Feier bei. Die Kaiserin Friedrich, die ihr Erscheinen zugesagt hatte, war durch Unpäßlichkeit daran verhindert. Heute fand in der Neinhardkirche dahier zum Andenken au den Todestag der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich eine Trauerfeier statt, an der sich auch Fürst Ferdinand von Bulgarien mit gesamten Gefolge, sowie die Spitzen der Behörden beteiligten.

Darmstadt, 10. September. In voriger Woche ist an einem Neubau in der Landskronstraße der 22 jährige Zimmer­geselle Peter Plößer aus Ober-Beerbach beim Aufschlagen des Gebälks des zweiten Stockwerks an der Außenseite des Baues heruntergestürzt und erlitt hierdurch einen Schädelbruch und Gehirnerschütterung. Der Schwerverletzte wurde sofort in das städtische Krankenhaus verbracht.

Michelstadt, 10. September. Dem . Erb. Krsbl." wird geschrieben: Sicherem Vernehmen nach wurde der seitherige .Lehramtsassessor an der hiesigen Realschule Herr Foermes durch allerhöchstes Dekret zum Direktor der höheren Bürgerschule in Lauterbach in Oberhessen ernannt.

Mainz, 11. September. In der Klagesache wegen Beleidigung des hessischen Ministeriums be­gangen durch den Abdruck eines Artikels derFrankfurter Zeitung" ist der Termin gegen den Redakteur desMainzer Journal" und den Redakteur derMainzer Neuesten Nach­richten" auf den 12. Oktober 1899 vor der Strafkammer , zu Darmstadt anberaumt.

Arbeiterbewegung.

M.-Gladbach, 11. September. Bet Frank L Sohn kündigten sämtliche Weder und Weberinnen wegen Lohnzwtstes.

Zürich, 11. September. In der Kunstanftalt Benziger in Einftedeln sind 700 Arbeiter wegen Lohnherabsetzung auSständl? Der schweizerische Arbeitersrkretär Greulich vermittelt seit heute moraem

Zahlungseinstellungen.

Konkurseröffnungen: Wittwe des Pächters Diedr. Klinker Tenstedt (Cloppenburg); Bauer Jos. Hohmann, Eiserfeld; früherer Delikatessen- und Fettwarenhändler Heinr. Rich. Quast Hamburg- früherer Krämer Heinr. Sumfleth, Hamburg; Handschuhmacher Alb Dittert, Landeck i. Schles.; Maler Eduard Wilh. Max Götze Leipziu- Undenau; Kaufmann Ernst Krieg, Lörrach; Agent Moritz Louis Hasse, Plauen; Maler Roh. Lange, Radeberg; Wirtschaftbesitzer Fnedr. Fürchtegott Schmerler, Dittersbach (Sayda); Nachlass des Webers Wilh. Dankenbring, Grossenheidorn (Stadthagen); Kauf­mann Alfr. Zenner gen. Zeiner, Altwasser (Waldenburg); Rasierer Jak. Lohr, Westhofen (Wasselnheim); Glaser Job. Gregor Götz, Würzburg._________