erörtert, der allerdings der Vertrauensmann des Kaisers sei, aber nur aus dem Grunde, weil ihm diese Vertrauensstellung als Beamten des Königs übertragen sei.
o. ..3" dieser seiner amtlichen Stellungen findet daher seine Selbst- stanbigkeit ihre Grenze. Dringt er mit seinen Ansichten an der maßgebenden Stelle nicht durch, stimmten seine Anschauungen mit denienigen der Staatsleitung nicht überein, so hat er sich mit seinen Anschauungen unterzuordnen und als Beamter und Organ detz Staates denj-ntgen Meinungen in dem von ihm verwalteten Kreise Eingang zu verschaffen, welche die Staatsleitung als die maßgebenden Eingestellt hat. Insbesondere hat der Landrat zwar selbstverstSndltch dil-.«olle Freiheit seiner Ueberzeugung als Mitglied einer palamen- tarischen Körperschaft zu leben, aber, wenn ihn diese Ueberzeugung feinen st"tltchen Pflichten bringt, so muß er seiner- setts die sich daraus ergebenden Konsequenzen ziehen. Wäre eine andere Auffassung zulässig, so würde eine Zersetzung deS gesamten Staatswesens die unausbleibliche Folge fein. Ausschließlich diese 3at ru der getroffenen Maßregel geführt. Kein Mensch rann sich teilen. Es ist unmöglich, daß ein Landrat in seinem Kreise Maßnahmen vertreten kann, welche er in anderer Eigenschaft und one *. i reL^rteIIe bekämpft und verwirft. Dieser Zwiespalt kann auf keine Weise ausgeglichen werden.
Diese Ausführungen sind an sich ganz klar und berechtigt und vertreten den Regierungsstandpunkt mit Ruhe und Geschick. Es bleibt aber doch eine Frage übrig, um die wir, so wie die Verhältnisse bis jetzt gelegen haben nnd cke Hure eigentlich auch noch liegen, nicht herum kommen. Wenn nämlich kein Mensch sich teilen kann, warum hat man fast volle fünfzig Jahre gestattet, daß den königlichen Beamten ebenso wie anderen Parlamentariern die Abstimmung nach ihrer persönlichen Ueberzeugung ausdrücklich garantiert worden ist, ohne daß die Regierung danach zu i fragen hatte?
Karlsruhe, 11. September. Der Kaiser hörte gestern im Schlosse vor dem Gottesdienst die Vorträge des Chefs des Civil-Kabinetts von Lucanus und des Staatssekretärs v. Bülow. Heute Vormittag nahm der Kaiser die I Vorträge des Chefs des Militär-Kabinetts v. Hahnke und des Chefs des Generalstabes Grafen Schliessen entgegen. I ©e. Majestät begab sich heute Morgen nicht in das Ma- I novergelände, sondern verblieb in Karlsruhe. Im Manöver- I gelände finden heute nur Kriegsmärsche statt.
Karlsruhe, 11. September. Dem Generalintendanten I des Hoftheaters Dr. Bürklin ist der Titel Exzellenz verliehen worden. Exzellenz Bürklin ist der frühere lang- lahnge nationalliberale Vertreter des pfälzischen Wahlkreises Landau-Neustadt im deutschen Reichstage.
Ausland.
Wien, 11. September. Infolge Berufung wurde heute vormittag der Obmann der katholischen Volkspartei Dr. Kathrein sowie der ungarische Ministerpräsident Szell vom Kaiser in Audienz empfangen. Die Audienz steht im Zusammenhang mit der Aktion zur Einberufung des österreichischen Reichsrates. — Der von dem Abgeordneten Schönerer im Jahre 1894 gegründete „Bund deutscher Landwirt he in der Ostmark", der über 7000 Mitglieder, zum größten Teile Bauern zählte, ist von der Behörde wegen angeblicher Ueberschreitung seines Wirkungskreises aufgelöst worden. Der Bund deutscher Landwirte hatte insbesondere den Zweck, die Interessen und die Wohlfahrt der grundbesitzenden deutschen Bauern zu wahren und zu fördern. Der Bund hat eine lebhafte Versammlungs- thätigkeit entwickelt; fast kein Sonn- und Feiertag verging, an dem nicht eine Versammlung des Bundes abgehalten worden wäre, die stets zahlreich von Bauern auch aus der weiteren Umgebung des Versammlungsortes besucht zu sein pflegten. Der Bund war die Organisation der deutschnational gesinnten Bauernschaft. Trotz der Auflösung ist diese Organisation nicht zerstört, da längst ein Reserveverein — man lernt in Oesterreich diese Vorsicht — bereit
Herr Luciano de Castro den Portuensern nicht freundlich gesinnt ist, davon sind diese fest überzeugt.
Nun murrt das Volk, und Aufstände werden gefürchtet. Jegliche Arbeit ruht, die hiesigen Arbeiter, die fast ausschließlich ihre Familien auf dem Lande haben, die sie von Sonnabend auf Montag zu besuchen pflegen, sind that- sächlich in der Stadt gefangen. Die Nahrungsmittel werden theurer. Milch ist kaum zu erschwingen, das halbe Liter ist schon mit 300-400 Reis (1 Mk.—1,20 Mk.) bezahlt worden. Ebenso schlimm aber wie der niederen Bevölkerung geht es dem den Cordon bildenden Militär. Die armen Soldaten leiden Hunger und Durst, haben weder genügende Kleidung noch Decken um im Freien zu schlafen, nicht einmal die Offiziere erfreuen sich eines Zeltes, so daß schon Krankheiten unter ihnen ausgebrochen sind, und wenn nicht die mitleidigen Landbewohner wären, wüßte man nicht, was aus den Aermsten werden sollte. Erscheint es unter solchen Umständen glaublich, daß bei etwa ausbrechenden Unruhen das portugiesische Militär zur bestehenden Regierung halte? So ist denn die stete Frage jetzt: Was wird morgen sein?
Die Epidemie selbst erscheint uns als das am wenigsten gefährliche bei dieser Lage der Dinge, und die Furcht im Volk vor ihr ist gering. Zu unterschätzen ist sie darum noch immer keineswegs. Aus Messina sind zwei Aerzte, vr. Stagmtta-Baliesteri und Dr. Ivo Brandt hier. Als letzterer von Zweifeln hörte, die noch allenthalben über das Vorhandenseln der Pest auftauchten, rief er beim Anblick der ,m städtischen Laboratorium gemachten Kultur aus: „II faut &re bete pour mer ya — man muß ein Thor sein, um das zu leugnen!" Andere Länder haben schon Abgesandte geschickt oder sind im Begriff, es zu thun. So kamen aus Deutschland Dr. Frosch und Kossel vom Gesundheitsamt, Amerika sandte Dr. Fairfax Irwin und Frankreich Dr. Cal- mette vom Institut Pasteur, der gleichzeitig Ueberbringer des Kersin'schen Serums ist, das hier angewendet wird. Die Italiener wollen mit einer Verbesserung des Haffkin'schen Serums Versuche anstellen. (Berl. Lok. Anz.)
I gehalten wurde. Die Organisation wird als „Deutscher I Landwirtebund" ihre Thätigkeit fortsetzen.
Prag, 11. September. Hier wurde gestern eine Volks- I Versammlung unter freiem Himmel abgehalten, an der I die tschechisch-nationalen Arbeiter, die Agrarier und die I Radikalen teilnahmen. Der Hauptredner war Eduard Gregr, I der für den neuen Aufbau Oesterreichs auf streng natio- I naler, demokratischer Grundlage eintrat. Der Radikale I Baxa erklärte, mit den Deutschen könne nicht mehr nach dem I Grundsätze voller Gleichberechtigung verhandelt werden. Die I Tschechen müßten unbedingt ein höheres Maß von Recht I für sich in Anspruch nehmen. (!) Selbstverständlich wurde I diese Frechheit von der fanatisierten Menge bejubelt. Nach I Schluß der Versammlung zog die Masse, lärmend und I nationale Lieder singend, durch die Stadt; es kam jedoch I zu keinem Zwischenfalle.
Genf, 11. September. In der letzten Nummer des I „Strand Magazine" dementiert nun auch (vgl. gestrige Nummer) der Konsul der Vereinigten Staaten in Genf, Mr. Ridaely, das im Volk verbreitete Gerücht, daß Luccheni, I der Mörder der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich, in einer unterirdischen Zelle ein Leben der Qual führen muß. „Thatsache ist", sagt er, „daß Luccheni nicht gemartert wird. Er wird vorläufig in Einzelhaft gehalten, aber nicht in einer unterirdischen Zelle. Seine Zelle ist ge- I räumig, hell und besser ventiliert, als irgend eine Zelle in einem amerikanischen Gefängnis. Sie enthält ein gutes, Bett mit Strohmatratze, einen kleinen Tisch und einen Stuhl. Luccheni ist anständig gekleidet und lebt jetzt überhaupt unter besseren äußeren Bedingungen, als in seinem früheren | Leben. Allerdings — die Einsamkeit und Stille, zu der er verdammt ist, mag für ihn härter zu ertragen sein, als selbst der Tod. Er sieht ein vollkommen hoffnungsloses Leben vor sich. Der einst müßige Anarchist muß jeden Tag von 6 Uhr früh bis 6 Uhr abends fleißig arbeiten und wird nie die Früchte seiner Arbeit genießen. Da ist es kein Wunder, wenn er bereut. Schon nach sechs Wochen gestand er seinem Priester, daß sein ganzer Zynismus nur gekünstelt war; daß er drei Stunden nach seiner Thal schon Reue empfunden hätte. Er hat auch erklärt, daß er Genossen hat und man glaubt, daß er alle nennen wird. So hat die Einsamkeit den wildesten und waghalsigsten Anarchisten zu zähmen vermocht."
Paris, 11. September. Der Anarchist Sebastian Faure wurde heute von zwei Redakteuren des Sozialistenblattes „Peuple" den Zeugen gegenübergestcllt, welche die Angeklagten während der Kundgebungen vor der Josefs- kirche gesehen haben wollten. Die Zeugen erklärten, daß sie sich geirrt Hütten. Infolgedessen werden die Verhafteten in provisorische Freiheit gesetzt.
Sofia, 11. September. Das von einigen französischen Tagesblättern verbreitete Gerücht, wonach Fürst Ferdi- , nand nach Ablauf der offiziellen Trauerzeit sich mit der Prinzessin Clementine, der jüngsten Tochter des Königs der Belgier verloben werde, ist auch in hiesige Zeitungen übergegangen und von denselben eingehend besprochen worden. Im Allgemeinen wird aber diesem Gerüchte hier unter Hinweis auf das nahe Verwandtschafts- Verhältnis zwischen dem Fürsten Ferdinand und der Prinzessin Clementine, sowie im Hinblick auf andere Umstände kein unbedingter Glauben geschenkt. I
Lokales «rck UrsomfieUes.
Gießen, 12. September 1899. I
** Ueber die Beteiligung hessischer Industrieller au der „Stiftung der deutschen Industrie" anläßlich der 100jährigen Jubelfeier der Technischen Hochschule in Berlin-Charlotten- I bürg wurde schon einiges mitgeteilt. Wie wir weiter hier- I zu erfahren, haben zu der Stiftung in Anerkennung der I für die Forschung in Wissenschaft und Technik hochwichtigen Zwecke derselben gezeichnet: die Firma E. Merck in Darmstadt 3000 Mk., die Firmen Gebr. Röder, Herdfabrik I nnd Eisengießerei, und Karl Schenck Eisengießerei und I Maschinenfabrik, G. m. b. H., in Darmstadt, sowie Chr. Ad. Kupferberg in Mainz, je 500 Mk., die Waggon- I fabrik Gebr. Gastell in Mainz-Mombach hat sich an der I Kollektivzeichnung von 100000 Mk. der Norddeutschen I Wagenbau-Vereinigung in Köln-Deutz beteiligt. — Wenn I wir über unser Land hinausgehen, so sehen wir von großen I Firmen als Zeichner vertreten: Friedrich Krupp in Essen I mit 50000 Mk., Heinrich Ehrhardt in Düsseldorf, Fahr- I zeugfabrik Eisenach und Rheinische Metallwaren- gunb I Maschinenfabrik in Düsseldorf mit zusammen 22500 Mk., I A. Borsig in Berlin, vorm. Schuckert & Cie in Nürnberg, I Heinrich Lanz in Mannheim, Ludw. Löwe & Cie., A.-G., I in Berlin, I. Schichau in Elbing, Siemens & Halske, I Cäsar Wollheim, Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft, letztere I sämtlich in Berlin, mit je 20000 Mk., die Gutehofsnungs- hütte in Oberhausen und Baurat PH. Holzmann in Frank- I furt a. M. (zugleich für die Intern. Baugesellschaft und I die Firma PH. Holzmann & Cie., G. m. b. H., in Frankfurt a. M.) mit je 15000 Mk., eine größere Anzahl I Firmen mit je 10000 Mk. u. s. w.
** Sozialdemokratische Landes-Konferenz. Die hessischen I Sozialdemokraten hielten am Sonntag in Mainz unter dem Vorsitze des Abgeordneten Ulrich ihre jährliche Landes- Konferenz in der Restauration „Zur Wanz" ab. Herr Liebmann-Mainz begrüßte, wie der „M. A." meldet, I die Konferenz namens der hiesigen sozialdemokratischen I Partei, worauf der Gesangverein „Harmonie" zwei Lieder I zum Vortrag brachte. Wegen des vorgesehenen Referates Dr. Davids über die taktischen Streitfragen innerhalb der I Partei verlangte Arbeitersekretär K a tzenst ei « Mannheim I die Ernennung eines Korreferenten, weil Dr. David in der I Frage Partei sei. Der Antrag wurde mit 23 gegen I 22 Stimmen angenommen und als Korreferent Herr Katzen- I stein gewählt. Der Vorsitzende des Landes-Komitees, Abg. I
Ulrich, berichtete hierauf über die Thätigkeit des Komitees. Die Einnahmen seien durch die Einführung der Einheitsmarken gestiegen, dieselbe müßte aber noch bedeutend zunehmen, um richtig wirken zu können. Das Landeskomitee habe die Vorbereitungen zu den bevorstehenden Landtagswahlen vollständig getroffen und die Kandidaten aufgestellt. ! Ein Flugblatt von 60,000 Exemplaren sei schon in Händen der Genossen. Die Hoffnung erscheine berechtigt, daß die Partei nicht ohne Erfolg aus dem Kampfe hervorgehe, wenn die Genossen ihre volle Schuldigkeit thun würden. — Der Kassierer Orb-Offenbach erstattete den Rechenschaftsbericht. Die Einnahmen betrugen Mk. 2296.91 und die Ausgaben Mk. 1649.50, sodaß ein Ueberschuß von Mk. 647.41 verblieb. Die Revisoren erklärten, die Kasse in Ordnung befunden zu haben, worauf dem Kassierer Decharge erteilt wurde. Nach längerer Debatte über die Wirkung der Einheitsmarken wurde der Antrag Orb: „Zusatzmarken zur Landesmarke in den Kreisen und Orten Hessens sind unzulässig. Alle Marken derselben Art, welche noch bestehen, sind zu beseitigen und dürfen nur solche vom Landeskomitee benutzt werden", einstimmig angenommen. Abg. Haas referierte über die Thätigkeit der Landtagsfraktion. Der Redner bemerkte, daß das gegenwärtige Wahlgesetz dem Volkswillen in keiner Weise entspräche, bei der Wahlreform, welche nicht zur Durchführung gelangt sei, wäre die sozialdemokratische Fraktion mit den ultramontanen Antragstellern der gleichen Meinung gewesen, daß mit dem alten Wahlgesetz aufgeräumt werden müsse. Es müsse nicht allein eine Neueinteilung der Kreise, sondern auch eine Erweiterung der Zahl der Abgeordneten Platz greisen. Der Referent führte nun alle Gesetzentwürfe und Verbesserungen auf, bei welchen die Fraktion milgewirkt habe, während "er die Steuerreform und die hessische Staatslotterie einer Kritik unterzog. Bei den Fällen Dettweiler, Soldan-Küchler hätten im Landtag I nur die Sozialdemokraten die Sache angeschnitten. Abg. I Cramer-Darmstadt bemerkte, daß die Stellung zum Eisenbahnwesen eine außerordentlich wichtige sei. Seit der preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft würde die Erbauung der Nebenbahnen hinansgezogen und jetzt kämen die Privatgesellschaften, wie Bachstein mit seinem abscheulichen Material, um sich des fetten Bissens zu versichern. Das müffe verhindert werden, der Grundsatz, daß überall nur Staatsbahnen gebaut werden müßten, müffe nicht allein bei den Abgeordneten, sondern auch bei den Genossen zum Durchbruch kommen. Die Landeskonferenz erklärte sich hierauf mit der Thätig- kett ihrer Abgeordneten im Landtage einstimmig einverstanden.
* Ferner wurde der Antrag Heil mann, „nach jeder Landtagsperiode einen gedruckten Bericht herauszugeben", angenommen. Abg. Cramer- Darmstadt berichtete hierauf über die bevorstehende Landtagswahl. Wenn auch die Wahlreform zu Schanden geworden, so hoffe man doch mit dem elenden Wahlsystem Erfolge zu erringen. Der 14. Bezirk (Mainspitze), bisheriger Abgeordneter Osann, müsse erobert werden, behauptet würde der 15. Bezirk, während in den Bezirken 8 (Rheinhessen), 1. und 6. Bezirk (Oberheffen), 10., 12. und 17. Bezirk große Aussichten auf Erfolg beständen. Es wurde eine Resolution angenommen, in allen Bezirken energisch in den Wahlkampf einzutreten. Abg. Dr. David referierte nun über die die Partei beschäftigenden Streitfragen in eingehender Weise, wobei er die Ketzerrichterei in der Bernsteinfrage energisch bekämpfte. Die Sozialdemokratie dürfe nicht an einem Programm oder an einem Stücke Papier hängen. Zum Schluffe empfahl er zur Annahme folgende Resolution: „1) Die Landeskonferenz der Sozialdemokratie Hessens sieht in den Sätzen des allgemeinen Teils des Erfurter Programms keine unanfechtbaren, für alle Zeiten feststehenden Wahrheiten. Der Charakter der sozialistischen Theorie als eine wissenschaftliche Lehre erheischt ihre fortgesetzte voraussetzungsfreie Prüfung und Weiterbildung gemäß den Fortschritten der wissenschaftlichen Erkenntnis und der praktisch-politischen Erfahrung. 2) Die theoretischen Streitfragen, die von Bernstein aufgerollt worden sind, können natürlich nicht durch Majoritätsbeschlüsse entschieden werden. Die Landeskonferenz lehnt es daher ab, zu den theoretischen Streitfragen in zustimmendem oder ablehnendem Sinne Stellung zu nehmen, ebenso wie sie jeden Versuch, die Freiheit des Denkens und For. schens innerhalb der Partei einzuschränken, zurückweist. 3) Was die taktische Haltung der sozialdemokratischen Partei betrifft, so ist die Landeskonferenz der Ueberzeugung, daß das Hauptgewicht der Parteithätigkeit auf der praktischen Mitarbeit an allen aus der Gegenwart erwachsenden sozialpolitischen Aufgaben zu liegen hat. Dabei ist ein zeitweiliges Zusammengehen mit anderen Parteien nicht zu umgehen. Selbstverständlich darf dabei die Sozialdemokratie niemals ihren Charakter als äußerlich unabhängige und innerlich festgeschlossene Partei zur Durchführung des proletarischen Klaffenkampfes, dessen Ziele die volle politische, wirtschaftliche- und soziale Emanzipation der Arbeiterklasse ist, verleugnen. 4) Diese auch schon seither von der sozialdemokratischen Partei befolgte Praxis wird vom Genossen Bernstein in keiner Weise in Frage gestellt, sondern im Gegenteil ausdrücklich gebilligt. Die Landeskonferenz sieht darum auch in keiner Weise Bernsteins Zugehörigkeit zur Partei in Frage gestellt und ist der Meinung, daß alle diesbezügliche ketzerrichterischen Wünsche doktrinärer Theoretiker energisch zurückzuweisen sind." Der zweite Referent, Katzen st ein, bemerkte, daß der lebhafte Beifall bei den Ausführungen Dr. Davids beweise, auf welchen Boden diese gefallen seien. Wenn er auch auf dem Standpunkt stehe, daß nicht jedes Wort im Programm haltbar sei, so glaube er doch an den Zusammenbruch der heutigen Gesellschaft, wie ihn Engels beschrieben, derselbe vollziehe sich übrigens vor unseren Augen. Zunächst müffe die politische Macht erobert werden und dann könne man einen radikalen Systemwechsel vornehmen, um allmählich in die sozialistische Gesellschaft hineinzukommen. Der Redner schlug zum Schluffe eine Gegenresolution vor. Müller-
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Butzbach, DistnktseiE Born, iftj mittag int M wisch von ein berufene bell- DistriktseinnehnH nehrnereibezirks, als äußerst M hieben W eingelebt, dies fiandsversetzung. als pflichttreuer Übung ist hier morden.
* Bad Al Gegenwart der die eigens zu d mar, die Einw amerikanisch celebrierte. Die engManlerikan der Feier bei. zugesagt hatte, r. — Heute fand ii an den Todestai eine Trauerfeier von Bulgarien v Behörden betdli
Tamstadt, einem Neubau i geselle Peter P des Gebälks de- Baues /jerntr Schädelbruch un wurde sofort in Michelstadt, geschrieben: Sic Lehramtsassessor durch allerhöchst« Bürgerschule in.
Mainz, 11. ($ Beeidigung 1 gangen durch den Zeitung" ist der' Journal» und d< richten» auf den zu Darmstadt at
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