Ausgabe 
13.7.1899 Zweites Blatt
 
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hingen die Bilder, die die Demonstration seinerPila" vor Napoleon darftellen: Oelgemälde, Stiche und Seidengewebe in allen Formaten und Variationen. Besonderes Interesse erregten die von Volta benützten Apparate, die ebenfalls ausgestellt waren. BD

Unterm 9. Juli meldet ein Telegramm aus Como: Das Ausstellungskomitee hat beschlossen, daß die in Aus­sicht genommenen Festlichkeiten, wie auch der internationale elektrische Kongreß trotz des Brandes stattsinden sollen.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 11. Juli. Infolge Ablebens Seiner Kaiser­lichen Hoheit des Großfürsten-Thronfolgers von Rußland haben Ihre Königlichen Hoheiten der Groß­herzog und die Großherzogin die Reise nach Rußland vorerst aufgegeben und werden sich demnächst zum Land­aufenthalt nach Jagdschloß Wolfsgarten begeben.

Berlin, 11. Juli. Aus Hellesylt wird gemeldet, daß der Kaiser gestern mittag wohlbehalten von Merok eingetroffen ist.

Berlin, 11. Juli. Nordlandfahrt des Kaisers. Wie derT. R." aus Hellesylt unter dem 10. Juli ge­meldet wird, hielt der Kaiser Sonntag an Bord derHohen- zollern" Gottesdienst ab, an welchem auch die Mannschaft derHeia" teilnahm, und unternahm mit dem Gefolge einen längeren Spaziergang am Lande. Montag wurde die Fahrt nach dem Geirangerfjord fortgesetzt. Dabei er­ledigte der Kaiser Regierungsgeschäfte. Das Wetter ist trübe; trotzdem wurde nach Ankunft in Merok ein Spazier­gang unternommen. Voraussichtlich bleibt dieHohen- zollern" einige Tage im Geirangerfjord vor Anker.

Berlin, 11. Juli. Nicht nur der Kaiser sandte den Hinterbliebenen des verstorbenen Oberpräsidenten v. Achen­bach eine in den herzlichsten Worten gehaltene Beileids- depesche, sondern auch von der Kaiserin ging ein Kondolenz­telegramm bei dem Sohne des Verstorbenen ein.

Berlin, 12. Juli. Am 10.Juli haben in Bayern die Urwahlen für die Kammer der Abgeordneten stattgefunden. Heber das Ergebnis liegen noch keine vollständigen Berichte vor. Soweit indes bis jetzt zu überblicken, büßten die Liberalen durch diese Wahlen etwa 20 Sitze ein. Hierdurch ist leider eine ultramontane Kammermehrheit gesichert. Auch die Sozialdemokraten ziehen verstärkt in die Kammer ein. Das bisher liberal vertretene München erhält infolge eines überraschenden Kompromiffes zwischen Sozialdemokraten und Zentrum drei ultramontane und drei sozialdemokratische Ab­geordnete.

Neue Ausführungsbestimmungen zum Im Pfgesetz. Im Juni vorigen Jahres hat im Reichs- gesundheitsamt eine vom Reichskanzler einberufene Kommission getagt, die aus Vertretern der medizinischen Wissenschaft und Praxis, der Medizinalbehörden der größeren Bundes­staaten, zuständigen Verwaltungsbehörden und auch von Aerzten aus den Reihen der Jmpfgegner beschickt war. Die Kommission hat die Ausführungsbestimmungen des Jmpf- gesetzes auf ihre Zweckmäßigkeit geprüft und Vorschläge ausgearbeitet, um die schädlichen Nebenwirkungen zu be­seitigen, die bei der Impfung wahrgenommen sind. Vor längerer Zeit bereits sind diese Vorschläge dem Bundesrat zur Beschlußfassung unterbreitet worden. Wie jetzt ver­lautet, ist gegen das Ende des Jahres der Erlaß neuer Ausführungsbestimmungen zum Jmpfgesetz zu erwarten. An den Grundlagen des Jmpfgesetzes wird aber nichts ge­ändert werden.

Aus Herne wird gemeldet: Die Polizei nimmt fortgesetzt Verhaftungen von jungen Polen vor, die bei dem letzten Strike Arbeitswillige belästigt und mißhandelt haben. Wiederum wurden sieben Verhaftete dem Gericht vorgeführt. Von den bei der Verübung von Ausschreitungen Verletzten befindet sich einer noch in Lebensgefahr; die übrigen sind als geheilt aus dem Krankenhause entlassen und in das Gerichtsgefängnis übergeführt.

Aus Südwestafrika. Sehr günstig scheinen sich die landwirtschaftlichen Verhältnisse in Grootfontein zu entwickeln. Ueber diesen in Großnamaland ge­legenen Ort berichtet Hauptmann v. Estorff imDeutschen Kolonialbl.", daß die planmäßig und sorgfältig ausgeführten Entwässerungen der Sümpfe bis jetzt einen überraschend guten Einfluß auf die Gesundheit der Weißen wie Einge­borenen ausgeübt haben. Der Gesundheitszustand der Mannschaft kann im Vergleich mit 1896/97 als vortrefflich bezeichnet werden. Fieber gehören jetzt zu den Seltenheiten. Ein anderer großer Erfolg der Arbeiten ist hier in den Gartenanlagen zu erkennen. Das durch die Entwässerung gewonnene Wasser hat jene ermöglicht und bei gutem Boden ebenfalls überraschende Erfolge gezeitigt. Mais zum Bei­spiel gedeiht in außerordentlicher Ueppigkeit, und Kartoffeln in der Größe von zwei Fäusten sind keine Seltenheit. Der Berichterstatter empfiehlt daraufhin dringend die Anlage einer Versuchsstation.

Ausland.

Budapest, 11. Juli. Das Magnatenhaus hat heute sämtliche Ausgleichs-Vorlagen angenommen.

Rom, 11. Juli. Einigen Blättern zufolge ist die Begnadigung Gilettas nur das Vorspiel noch in­timerer Freundschafts-Beweise Frankreichs für Italien.

Mailand, 11. Juli. Der Wiederaufbau der elektri­schen Ausstellung in Como hat bereits begonnen. Die Wiedereröffnung der Ausstellung findet am 15. August statt.

Paris, 11. Juli. Infolge der Veröffentlichung eines Zwischenfalles betreffend den General Pellieux und Ester­hazy in derAurore" sandte der General Pellieux dem Redakteur Delpeuche, aus dessen Feder der betreffende

Artikel stammt, seine Zeugen. Der Redakteur nahm die Forderung an.

Paris, 11. Juli. Das Testament des verstorbenen italienischen Gesandten Reßmann, das in der hiesigen italienischen Gesandtschaft deponiert war, ist gestern eröffnet worden. Der Gesandte hat, abgesehen von einigen Privat­legaten sein ganzes Vermögen der StadtLigurna vermacht.

Madrid, 11. Juli. Seitens der Deputierten Morayta und Jbanetz wurde in den Cortes der Antrag eingebracht, alle seit dem Jahre 1837 gegründeten Orden und Klöster aufzuheben und die Jesuiten unb deren Affi- liierte auszuweisen.

Bukarest, 11. Juli. In vielen Distrikten verweigern die Bauern die Ausführung der vertragsmäßig über­nommenen Arbeiten. Im Distrikt Cainesti zündeten die Bauern die Ernte der Gutsbesitzer an.

Balkanstaaten. Die Gerüchte von einem Aufschub der Vermählung des Erbprinzen Danilo beruhen auf .Erfindung. Die Vermählung ist endgiltig auf den 27. d. M. festgesetzt. Der Gesundheitszustand des Erbprinzen ist aus­gezeichnet.

Belgrad,8.Juli. Zum Mordanschlag auf Milan läßt sich dieKölnische Zeitung" schreiben: Milan lernt nichts. Als im Jahre 1883 in Zajetschar der bekannte antidynastische Putsch ausbrach, ließ er gleichfalls die radikalen Führer einfangen und vom damaligen Blutgerichte teils zum Tode, teils zu langen Kerkerstrafen verurteilen; 60 radikale Parteigänger wurden erschossen. Sieben Jahre später jedoch war der zum Tode verurteilte Nikola Paschitsch Ministerpräsident, der ebenfalls zum Tode verurteilte Kosta Tauschanowitsch Minister des Innern. Die einstigen Hoch­verräter teilten sich in die Macht, während sich der ehemalige König in einemelenden Hotel" des französischen Städtchens Bayonne nach einem beglaubigten Briefe an Frau Natalie mit Selbstmordgedanken trug. Seither ist Milan abermals Serbiens thatsächlicher Herrscher geworden. Nicht ganz innerhalb zweier Jahre ist er aber wieder da angelangt, wo er im Jahre 1883 gestanden hat. Abermals ist das Gefahrvolle und Unerträgliche der politischen Lage in einem gegen den Thron gerichteten Gewaltstreiche zu Tage getreten, und abermals sind die radikalen Führer eingefangen worden. Ob der gegen sie erhobene Vorwurf diesmal zutrifft, muß sich erst noch Herausstellen. Es schien eine Weile, als ob die Radikalen ihre Taktik, seitdem ihr Führer Paschitsch so reiche Erfahrungen im In- und Auslande gesammelt hat, ändern wollten. Vor ungefähr einem Jahre wenigstens trat Paschitsch in einer Konferenz mit vielem Eifer gegen jeden Gewaltstreich auf, und seine Gesinnungsgenossen versicherten, laßMilan nicht die Knochen eines Uzizaer Hajduken wert et", daß man daher am besten thue, wenn man seine Herr- chaft in sich selbst zerfallen lasse. Wenn eine gründliche Intersuchung eingeleitet würde, müßte sich bald Herausstellen, ob Paschitsch und die Radikalen damals nur ein Schein- manöver aufgeführt haben oder ob es ihnen mit der Aenderung ihrer Taktik ernst gewesen ist. Freilich hat die erbische Rechtsprechung immer wenig Vertrauen erweckt, und wenn sie jetzt unter dem Drucke des Oberkomman­dierenden der Armee ein Urteil fällt, so wird man mehr )enn je im Zweifel darüber sein, ob sie Recht spricht oder »richt.

Lokales und Provinzielles.

-f- Bad Salzhausen, 11. Juli. Der Besuch unseres Bades ist im fortwährenden Steigen begriffen; besonders kommen aus der Umgegend des Nachmittags viele Personen zum Zwecke des Badens und zwar meist per Bahn. Gestern nachmittag nun trafen etwa 150 Badelustige hier ein, die ich förmlich um den Vorrang stritten und von denen bis um Abend nur cirka 110 Personen wegen Unzuläng- ichkeit der Zellen und der Leitungsanlage Bäder erhalten onntcn, während die Übrigen Gäste unverrichteter Sache wieder Heimwandern mußten. Bei dieser Hebung unseres Bades dürfte ein baldiger Neubau ober doch wenigstens eine Erweiterung des Badehauses nötig werden.

§§ Bermuthshain, 8. Juli. Heute fand in dem benach­barten H artmannshain Bürgermeister wahl statt. Gewählt wurde einstimmig mit 42 Stimmen der seitherige Bürgermeister Christian Schmalbach. Herr Schmal- lach blickt auf eine 18jährige Dienstzeit zurück und war dies >ie dritte Wahlperiode. Der Wiedergewählte hat sich seit einer Amtsthätigkeit die Liebe und Achtung der sämtlichen Ortseinwohner erworben, wofür als Beweis die einstimmige Wahl vollständig genügend ift. Nach der Wahl gab es denn ein gemütliches Beisammensein, wobei es an dem nötigen Essen und Trinken nicht fehlte. Gegen Abend unternahmen )ie Wähler, voran eine Fahne mit Musikbegleitung und ihrem wiedergewählten Oberhaupt (mit Strauß und Band am Hut) einen Zug durch den Ort, wo sie überall mit Be­grüßung empfangen wurden. Möge es Herrn Schmalbach vergönnt sein, noch lange Jahre das Amt als Bürgermeister wie seither mit Treue und Gewissenhaftigkeit zum Wohl und Segen der ganzen Gemeinde zu verwalten.

*t Eine Darmstädter Künstlerkolonie hat bekanntlich unser Großherzog kürzlich begründet. Unter anderem wurde zu diesem Zweck der Wiener Architekt Olbrich nach Darmstadt berufen. An diese Thatsache. knüpft Ludwig Hevesi imWiener Fremdenblatt" folgende Ausführungen: Der Großherzog Ernst Ludwig von Hessen ist ein erleuch­teter Freund der modernen Kunst und sieht, wie ringsum deutsche Mittelstädte und kleine Residenzen alle Anstreng­ungen machen, um sich zu Mittelpunkten der Kunst oder des Kunstgewerbes zu entwickeln. Was ist nur aus Karlsruhe in wenigen Jahren geworden! Welche Industrie hat sich in Krefeld durch die Schöpfung des Kaiser Wilhelms- Museums entwickelt! Wie rührig ist jetzt Stuttgart hinter­drein, sein Kunstwesen zu verbessern, und hat den Karls­

ruhern gleich drei Hauptkräfte (Carlos Grethe, den Grafen Kalckrenth und den Wiener Plötzlberger) weggeholt. UebcraU sieht man ein, daß die bildende Kunst, und gar das Kunst- gewerbe, endlich in den Vordergrund des allgemeinen In­teresses getreten ist, und nachgerade die größte volkswirt­schaftliche Bedeutung gewonnen hat. Wo sich ein schöpfe­rischer Kopf zeigt, bringt man ihm von allen Seiten Kränze und Kronen entgegen. Jeder Künstler von Ursprünglichkeit und Erfindungsgabe ist durch die Ausstellungen und mehr noch durch die Fachzeitschriften, die jetzt einen weiten Leserkreis haben, im ganzen Auslande bekannt, und kann von heute auf morgen überallhin berufen werden. Die Talente haben jetzt einen großen internationalen Markt. Olbrich aber steht heute an Leistungsfähigkeit als Architekt und vielseitiger Gewerbekünstler in allererster Reihe. Der junge Oesterreichisch-Schlesier, der unter Hasenauer studiert hat, aber erst an der Seite Otto Wagners im praktischen Bauleben seine moderne Persönlichkeit bewähren konnte, steht heute auf gleicher Höhe mit Van de Velde in Brüssel, Plurnet in Paris und Eckmann in Berlin. In München kennen wir, trotz des trefflichen Martin Dülfer, der den Kaim-Saal erbaut hat, keine moderne Kraft von dieser Ausgiebigkeit und persönlichen Note. Der junge Großherzog hat dies mit raschem Blick erkannt und es ist keine Phrase, wenn Olbrich brieflich versichert wurde, daßgerade seine architektonische Ausdrucksweise an entscheidender Stelle un­gemein sympathisch" fei. Der Großherzog ist für die moderne Kunst gewonnen worden, nachdem er einen Teil des Darmstädter Schlosses nach Entwürfen von Ashbee in London hat neu einrichten lassen, die aber von Darmstädtern ausgeführt wurden. Diese moderne Palasteinrichtung war eine kunstgeschichtliche That, die nun fortwirkt. Was der Großherzog jetzt gründet, ist aber nicht etwa irgend etwas Kunstakademisches nach altem Muster, sondern eine frei­schaffende Künstlerkolonie. Keinerlei Behörden stehen zwischen ihm und den von ihm berufenen Künstlern, er verkehrt per­sönlich mit ihnen und ist vor allem der Wächter ihrer künst­lerischen Freiheit. Wenn Olbrich berufen wurde, geschah es unter Bedingungen, die bei uns fabelhaft klingen. Er erhält etwa das Doppelte des Gehalts, das ein Professor der Wiener Akademie bezieht, und hat dafürmichts zu thun, als in Darmstadt zu sein. Alles, was er macht, wird ihm besonders bezahlt. Jene Summe soll ihm nur die Existenzsorgen abnehmen und seinem Künstlergeist eine ideale Freiheit des Schaffens gewähren. Der moderne Mäcen sucht fein Jntereffe darin, daß er seinen Künstlern hilft, ihre eigene Persönlichkeit frei zu entwickeln. Die erste Arbeit, die Olbrich in Darmstadt vorfindet, ist auch gerade eine, wie er sie sich hier vergebens ersehnt hat. Wir haben ja einmal davon gesprochen, wie er sich mit dem Plane einer Künstlerkolonie in Hietzing trug, mit lauter Häuschen und Werkstätten für die Gesinnungs­genossen. Es wurde nichts daraus. In Darmstadt ift er nun vor allem beauftragt, die ganze neue Künstlerkolonie zu bauen, mit allen Häusern und Werkstätten. Einstweilen hausen die Künstler im prächtigen alten Lustschloß Mathil- denhöhe bei Darmstadt, einem Barockbau nebst Zubehör. Und was für Künstler sind es! Der Großherzog hat Hans Christiansen in Paris gewonnen, dazu den Medailleur Ru­dolf Bosselt aus Paris, einen Frankfurter, den Maler Heinz Heim, den Sticker und Weber Paul Bürck u. s. w. Aber Olbrich ift nicht etwa an den Ort gebunden, seine Frei­zügigkeit ist ihm belassen, er kann bauen, wo er will. Und die Umgebung Darmstadts sind reiche deutsche Städte; Frankfurt, Mainz, Baden-Baden, das ist sein Wirkungsge­biet. Die Hauptsache aber ist für ihn das fruchtbare Zu­sammenleben mit freigesinnten Arbeitsgenossen. Ohne die geräuschvollen Ablenkungen der Großstadt, ohne Sitzungen und andere Amtlichkeiten, in Stille und Sammlung sorgen­los bloß seinem Schaffen leben zu können, das war fein Traum. Und der ist nun verwirklicht. Aber für Wien bedeutet diese Wirklichkeit den Verzicht auf eine seiner größten Hoffnungen.

Uermischtes.

* Die Firma C. Buchner in Wiesbaden, der be­kanntlich die elektrische Beleuchtung des Feftplatzes gelegent­lich des 17. Verbandsschießens übertragen war, nebst ihren Zweigniederlassungen in Karlsruhe und Mainz, wurde mit Wirkung vom 1. Januar d. I. in eine Aktiengesellschaft unter der Firma Elektricitäts-Aktiengesellschaft vorm. C. Buchner, umgewandelt. Die Gründung erfolgte unter Mitwirkung einiger dem Unternehmen zum Teil schon seit Jahren nahestehender Kapitalisten; die Leitung bleibt in den Händen des bisherigen Inhabers der Firma C. Buchner, Herrn L. Klamberg, der als alleiniger Vorstand bestellt ist, und erfolgt auch fernerhin nach den Grundsätzen, denen das Unternehmen seine wachsende Entwickelung verdankt.

Prinz WUhelm von Preußen in Paris. Gerade jetzt, wo die Pariser Presse von der Möglichkeit eines Besuches Kaiser Wilhelms auf der dortigen Weltausstellung spricht, wird ein Brief veröffentlicht, der feststellt, daß unser jetziger Kaiser bereits im Jahre 1878 als Prinz in Paris gewesen ist. Der Brief rührt von der Hand des damaligen Kronprinzen her und ist an den König von Rumänien ge­richtet. Er findet sich nach denLeipz. N. Nachr." im Whitmans englischer Bearbeitung der Aufzeichnungen des Königs. Die betreffende Stelle lautet:Wilhelm ist eben aus England und Schottland zurück; er hat Charlotte und Bernhard in Paris getroffen, wo sie sich im strengsten In­kognito herrlich amüsiert haben."

* Die Ueberfiedelung der Deutschen nach den Karolinen u. s. w. dürfte sich wahrscheinlich im Herbst vollziehen. Ein Kriegsschiff wird die feierliche Uebernahme durch das Reich und die Hissung der Reichsflagge vollführen. Mit einem Dampfer sollen das deutsche Personal, die notwenoigen Be­dürfnisse und einige Abteilungen eingeborener Schutztruppen dahin gebracht werden.