in Diensten der Buchdruckerei von Ludwig KlovS zu Nidda, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für treue Arbeit" zu verleihen
•• Der Sprechverkehr zwischen Gießen und Baden- Baden, Bretten, Bruchsal, Bühl (Baden), Durlach, Eppingen, Ettlingen, Heidelberg, Hockenheim, Karlsruhe (Baden), Mannheim, Pforzheim, Rastatt, Schwetzingen und Weinheim wird am 10. Oktober eröffnet werden.
** Oeffeutliche Lesehalle. 1836 Bände sind im September ausgeliehen worden, — ein sicheres Zeichen, daß der Winter naht. Von diesen Bänden kommen auf: Illustrierte Zeitschriften 473, Erzählende Litteratur 849, Vers- dichtungen 22, Jugendschriften, Märchen, Sagen 374, Geschichte und Biographieen 42, Länder- und Völkerkunde 20, Naturwissenschaft, Technologie 38, Philosophie 10, Sprachwissenschaft, außerdeutsche Texte 8 Bände; auf Männer: Handwerksmeister 128, Aerzte, Rechtsanwälte 18, Kaufleute 93, Beamte 23, Unterbeamte 55, Techniker, Schriftsetzer 54, Arbeiter, Tagelöhner 42, Diener, Burschen, Kellner 32, Lehrlinge, Gehilfen 435, Schüler, Volontäre 556, Studenten 16, Ohne Standesangabe 9; zusammen 1461 Bände; auf Frauen: Ehefrauen, Witwen, ältere Unverheiratete 94, Gewerbtreibende 33, Arbeiterinnen, Tagelöhnerinnen 15, Dienstmädchen 1, Beamtinnen 4, Junge Mädchen, Lehrmädchen 228; zusammen 375 Bände. Nach auswärts wurden 36 Bände verliehen.
** CircuS Lobe. Auch die gestrige Vorstellung int Circus A. Lobe fand trotz des vorher bekannt gegebenen äußerst reichhaltigen Programms vor nur mittelmäßig besetztem Hause statt. Die Leistungen sämtlicher beteiligten Künstler waren dennoch wiederum künstlerisch vollendet und fanden den vollen Beifall der Besucher. Einzelne Nummern dieses Programms herauszugreifen und eingehend zu würdigen verbietet uns der zur Verfügung stehende Raum. Wir wollen uns also nur auf den Hinweis beschränken, daß nur noch wenige Vorstellungen stattfinden werden und darum den Besuch des Circus auch an dieser Stelle an- gelegentlichst empfehlen.
** Polizeibericht. Gestern vormittag 11 Uhr fiel die Taglöhnerin Anna Müller aus Ulrichstein beim Auswaschen von Wäsche in die Lahn und ertrank. Da dieselbe in letzter Zeit öfters unpaß war, wird vermutet, daß dieselbe infolge eines Ohnmachtsanfalles in das Wasser gestürzt und dabei ums Leben gekommen ist. — Im Laufe des gestrigen Tages mußten zwei hiesige Arbeiter wegen Trunkenheit und Ruhestörung verhaftet werden.
*• Elektrizitätswerke für ganz Oberhessen. Die Elektrizitätswerke zu Niedersedlitz bei Dresden beabsichtigen bei Gießen ein großes Elektrizitätswerk für ganz Oberhessen (!) zu errichten und den Gemeinden Elektrizität zu Beleuchtungszwecken abzugeben. Auch Bad-Nauheim will sich diesem Unternehmen anschließen und ist geplant, daß die Stadt Bad-Nauheim die Abgabe von Elektrizität an Private in eigener Verwaltung übernimmt. Die „Friedb. Ztg." schreibt hierzu: Mit der Gesellschaft zur Errichtung eines Elektrizitätswerkes für Oberhessen vorm. O. L. Kummer zu Niedersedlitz-Dresden soll zwecks Abgabe elektrischen Lichtes und Preisfestsetzung desselben mit einem Vertreter verhandelt werden. (Kommt diese Centrale für Oberhessen zustande, so ist die Sache so gedacht, daß die Stadt den Strom von der Gesellschaft bezieht und denselben dann den Konsumenten auf eigene Rechnung abgiebt.)
** Wie wir schon meldeten, brachte kürzlich die „Köln. Ztg." die Mitteilung über die im hessischen Regierungsblatt veröffentlichte neue Organisation der Ministerialabteiluug für Schulangelegenheiten, woran gleichwie in anderen Blättern, (z. B. in der „Frkf. Ztg.") die Bemerkung geknüpft war, daß man wohl nicht fehlgehe, wenn man die getroffene Aenderung mit gewissen unliebsamenVorgängen der letzten Monate in ursächlichen Zusammenhang bringe. Des weiteren war gesagt, daß in Hessen den „neuen Männern" allseitig das größte Vertrauen entgegengebracht werde. Hierzu schreiben heute die „N. H. Volksbl.": Das hat nun offenbar eine Persönlichkeit, deren Namen zu erraten es gewiß keiner großen Divinationsgabe bedars, zu einer in der letzten Sonntagsnummer der „Köln. Ztg." zum Abdruck gebrachten Zuschrift veranlaßt, die wir hier etwas niedriger hängen möchten. Dieselbe lautet:
„Die Verordnung über die Zusammensetzung der Ministerial- abteilung für Schulangelegenheiten steht nicht in Verbindung mit jüngeren Vorkommnissen, sondern schafft nur die Möglichkeit, einen Juristen nicht nur, wie es bis 1898 der Fall war, als Vorsitzenden, sondern auch als Vortragenden Rat zu berufen. Das Bedürfnis dazu war längst vorhanden. Uebrigens hat die Abteilung nicht, wie früher gemeldet worden war, zwei Schulmänner als vortragende Räte, sondern einen, und zwar für die höheren Lehranstalten; nur als „außerordentliches Mitglied" wird weiter ein Gymnasialdirektor (Mathematiker) im Bedürfnisfalle zugezogen. Dem gewiffenhaften Berichterstatter erübrigt zu der an sich richtigen Bemerkung, daß „den neuen Männern das größte Vertrauen entgegengebracht werde", noch ein Zusatz: Wir stoßen in allen Kreisen, welche eine kräftige und selbständige Fortentwickelung des hessischen höheren Schulwesens für nötig halten — man nennt darunter auch allerhöchste Namen —, auf den Ausdruck des Bedauerns, daß es nicht möglich erschien, diejenigen Kräfte dem Lande zu erhalten, deren rmflenschaftliche und persönliche Befähigung zur Durchführung jener Aufgabe niemand leugnet. Und dieselben weiteren Kreise besorgen, daß die ^neuen Männer" weder geeignet noch auch nur gewillt seien, diejenigen Q urd)jufüf)ren, welche getroffen werden müssen, wenn das
he fische höhere Schulwesen, dem die Unterrichtswissenschaft Ausgezeichnetes verdankt, nicht stillstehen und zurückgehen soll. Denn hierzu gehört auch em Stück Rücksichtslosigkeit gegen Bequemlichkeit und Beharrungs- Vermögen, und — vestigia terrent."
Die letztere Bemerkung scheint auf Einen der ver- floffenen Männer abzuzielen. Im übrigen mag sich der Verfasser der hier produzierten Zuschrift trösten. Ueber den Weggang derjenigen, die dem Lande zu erhalten aus bekannten Gründen unmöglich war, herrscht außer bei ihm selbst und dem ihm zunächst stehenden Kreise, keinerlei Bedauern. Die „neuen Männer", denen man, wie nicht in Abrede gestellt werden kann, im Lande allseitig Vertrauen entgegenbringt, besitzen nicht nur ebenfalls die erforderliche wissenschaftliche Befähigung, sondern außerdem den großen Vorzug vollständig intakten Charakters. Man darf
deshalb mit voller Beruhigung einer kräftigen und selbständigen Fortentwickelung unseres hessischen Schulwesens entgegensetzen! . . .
Darmstadt, 10. Oktober. Heute morgen gegen 6 Uhr wurde der Leutnant a. D. Felix Perrott im unteren Hausflur der Hofraite Jrenestraße 81 liegend tot aufgefunden. Er ist offenbar die Treppe zwischen der Haus- thüre und dem Parterrestock heruntergefallen und hat sich das Genick abgestürzt.
Dieburg, 10. Oktober. Dem hiesigen Männer- Gesangverein ist eine große Ehrung zuteilgeworden. Wie Herr Präsident Frank den Vereinsmitgliedern in einer Versammlung gestern nachmittag in längerer Ansprache bekannt gab, hat Seine Königliche Hoheit der Großherzog Ernst Ludwig Allergnädigst geruht, zu dem im nächsten Jahre stattfindenden Gesangswettstreit einen Ehrenpreis zu stiften.
Mainz, 10. Oktober. Von einem bedauerlichen Schicksale wurde eine hiesige Familie betroffen. Das bereits erwachsene Mädchen der Familie wiegte sich, wie dies so häufig Kinder thun, zwischen zwei Stühlen; plötzlich kam einer der Stühle ins Rutschen, das Kind stürzte zu Boden und fiel auf den Hinterkopf so unglücklich, daß es alsbald betäubt war. Ein herbeigeholter Arzt konstatierte einen Schädelbruch. In einigen Tagen war das Kind verstorben. „M. A."
Marburg, 10. Oktober. Heute morgen durcheilte die Trauerkunde unsere Stadt, daß ein allbekannter und beliebter hessischer Lehrer, unser Mitbürger Herr Heinrich Schick, Vergangene Nacht durch den Tod abgerufen wurde. Der Verblichene ist, wie die „Oberh. Ztg." berichtet, im Jahre 1819 in Leidenhofen (Kreis Marburg) geboren, hat also das hohe Alter von 81 Jahren erreicht. Seit 1830 wirkte er, nachdem er das Seminar in Schlüchtern absolviert, als Lehrer an der Freischule Hierselbst. Nie meldete er sich zu einer anderen Stelle, weil er seine Befriedigung darin fand, ein Lehrer und Erzieher der Kinder der Armen zu sein. Im Jahre 1880 beging Schick sein 50jähriges Berufsjubiläum und wurde ihm bei dieser Gelegenheit ein von seinen früheren Schülern und Schülerinnen unterzeichnetes Ehrendiplom überreicht. Einige Jahre später trat er dann in den wohlverdienten Ruhestand. Ein bleibendes Andenken ist ihm gesichert.
Aus der Rhön, 10. Oktober. Der nunmehr sichergestellte Bau der Eisenbahnlinie Hünfeld-Geisa- Vacha (zum Anschluß an die Werra-Bahn), welche das Rhöngebirge im Norden umgeht, lenkt die Aufmerksamkeit auf die Verkehrsverhältnisse in diesem Gebiete. Auch diese neue Linie bedeutet keine Erschließung des Rhöngebietes. Es muß geradezu als eine Merkwürdigkeit bezeichnet werden, daß im Herzen von Deutschland ein Gebirgsstock, dessen höchste Erhebung 900 Meter beträgt, noch von keiner Bahn durchquert ist, obgleich deren sechs d'.cht an denselben heranführen! Die Endstationen derselben find Bischofsheim, Fladungen, Kaltennordheim, Hilders (Tann), Gersfeld und Brückenau; diese umschließen, wie aus der Landkarte zu ersehen, ein kleines Gebiet, das noch dazu bei mäßiger Länge ganz geringe Breite (zwischen Bischofsheim und Gersfeld eine solche von nur 9 Kilometer) besitzt. Um den Verkehrsbedürfnissen Rechnung zu tragen, wäre es daher das Nächstliegende, die beiden letztgenannten Punkte zu verbinden, wodurch das Rhöngebirge genau in der Mitte und in der wichtigsten Richtung von Ost nach West die so dringend nötige Querverbindung erhielte. Zudem sind hier die Geländeverhältnisse ganz günstig, indem von Bischofsheim über Oberweisenbach und Rengersheim nach Gersfeld nur geringe Höhenunterschiede und keine wesentlichen Schwierigkeiten vorhanden sind. Daß die in Betracht kommende Baustrecke je zur Hälfte auf bayerischem und preußischem Gebiete liegt, würde die Kosten für jeden der beteiligten Staaten Verringern. Abgesehen von dem Personenverkehr, der an Touristen und Sommerfrischlern in diesem Jahre im Rhöngebiete die Höhe von zirka 20,000 Personen erreichte, käme die neue Strecke auch dem Güterverkehr nach Nordwest Deutschland, der Ausfuhr von Holz, Basalt und Bergwerks-Produkten an der Rhön zu statten. Welch' hohe Bedeutung übrigens der gesteigerte Personenverkehr für den Wohlstand der Rhöner haben würde, geht aus dem Umstande hervor, daß jetzt schon in einzelnen Dörfern bis zu 150 Fremde Sommeraufenthalt nehmen, während in den Städtchen diese Ziffer über je 1000 steigt.
Vermisihtes.
* Berlin, 10. Oktober. Heute nachmittag versuchte der 20 Jahre alte Uhrmacher Hermann Manke aus Altona seine 17jährige Geliebte Bertha Albrecht aus Büel in Mecklenburg-Schwerin zu ermorden. Er hatte bereits in Hamburg mit ihr ein Verhältnis und war dieselbe, während er in Hamburg eine Gefängnisstrafe wegen schon einmal begangenen Mordversuches an dem Mädchen verbüßte, nach Berlin verzogen und hatte hierselbst in der Potsdamerstraße eine Stellung angenommen. Manke lauerte ihr daselbst auf und wollte sie zwingen, mit ihm zusammen eine Wohnung zu beziehen. Da das Mädchen sich dessen weigerte, versuchte Manke ihr mit einem Messer den Hals zu durchschneiden. Das Mädchen wehrte sich heftig und erhielt nur einen Schnitt durch die Mundwinkel. Auf das Hilfegeschrei des Mädchens herbeieilende Maurer nahmen den Attentäter fest und Übergaben ihn der Polizei.
Berlin, 10. Oktober. Ein neuer Raubmord ist in Berlin verübt worden. Der Polizeibericht meldet darüber: „Heute, Dienstag, Mittag 12'/, Uhr wurde die Witwe Hedwig Joost, geb. Thiele, in ihrer im vierten Stock des Hauses Skalitzerstr. 59b belegenen Wohnung in
der Küche tot aufgefunden. Anscheinend liegt Raubmord vor. Die That hat vermutlich heute früh zwischen 7 und 8 Uhr ftattgefunben. Die Ermordete ist durch einen mit einem stumpfen Instrument gegen die rechte Schläfe geführten Schlag getötet worden." — Nach weiteren Nachrichten ist der That verdächtig der 29jährige Zimmermann Richard Trotzer. Dieser hatte lange Zeit bei Frau Joost als Schlafbursche gewohnt und war vor etwa acht Wochen ausgezogen, wobei er ihr Geld schuldig blieb. Montag abend zog er wieder zu seiner früheren Wirtin und ging mit dem 18jährigen Sohn Dienstag früh nach 6 Uhr zusammen fort. Der Mörder hatte nach der That feinen blutbefleckten Anzug gegen einen reinen des jungen Joost vertauscht. Vermißt werden ein Portemonnaie mit Geld, Schmucksachen und eine Damenuhr. Die Personalbeschreibung des Trotzer lautet: Größe: 1,56, Haar: dunkelblond; Schnurrbart: blond und stark; Gestalt: schlank; Gang: etwas lahm. Tätowierungen auf dem linken Oberarm und am Handgelenk. Kleidung: Er trägt ein blaues Jackett und schwarzen, oben eingedrückten Filzhut.
* Köln, 10. Oktober. Nachdem über die vom Metro- politankapitel vorgeschlagenen Kandidaten über die Wahl eines Erzbischofs die Entschießnng Sr. Majestät erfolgt ist, wurde das Metropolitankapitel heute durch den. Regierungskommiffar, Herrn Regierungspräsidenten Frhr^ v. Richthofen, von der allerhöchsten Entscheidung in Kenntnis gesetzt. Die Wahl des Erzbischoses durch das Metropolitankapitel — die erste freie Wahl feit der Wiederherstellung des Erzbistums — wird nunmehr bald erfolgen.
• Göttingen, 10. Oktober. Am Samstag morgen fanden Arbeiter, die zur Bahn gingen, in den Wallanlagen vor dem Gronerthor die Leiche des Herrn Dr. med. Kreibohm. Derselbe war in der Nacht zu einem Schwerkranken gerufen worden, aber ihn selbst hatte unterwegs der Tod durch einen Herzschlag ereilt. Allgemein bedauert man den raschen Heimgang des allgemein beliebten und bewährten Arztes.
* Oberhausen, 10. Oktbr. Infolge falscher Weichen- fteHung fuhr ein Rangierzug auf einen Prellbock, wodurch die Lokomotive und der Packwagen zertrümmert wurden. Der Lokomotivführer und der Heizer wurden I getötet.
♦ München, 9. Oktober. Nach der „Münch. Freien Preffe" lautet das Gutachten des Bonner Professors Pelmann über den Geisteszustand des entmündigten Grasen Montgelas völlig zu gunsten des Entmündigten.
* Wien, 9. Oktober. In Rosenthal bei Budwcis landete ein großer Militärballon mit bayrischen Offizieren.
• Wie«, 10. Oktober. Der 20 Jahre alte Buchhalter Bewersdorf, der dem Holzhändler Stolz in Berlin 12000 Mark unterschlug, wurde hier verhaftet.
* Wie«, 10. Oktober. Heute fiel hier der erste Schnee.
* Moskau, 9. Oktober. In der vergangenen Nacht richtete ein Sturm auf der Nikolaibahn große Verheerungen an. Etwa 100 Telephon- und Telegraphenstangen wurden umgeworfen; zeitweise mußte der Verkehr unterbrochen werden. Stellenweise erfolgte starker Schneefall, der den Boden fast meterhoch mit Schnee bedeckte.
• Yokohama, 10. Oktober. Wie nunmehr angenommen wird, wurden infolge Her ab stürzens eines Zuges in. der Nähe von Utfunomiga 50 Personen getötet.
• Konstantinopel, 10. Oktober. Der im Juli in Berlin wegen angeblicher Unterschlagungen verhaftete Rechtsanwalt Bartsch aus Konstantinopel wurde heute hier vom deutschen Konsulatsgericht einstimmig fr eigesprochen.
Gingesandt.
Gießen, 11. Oktober 1899.
Nach langem Hoffen und Harren, ist den Bewohnern des Nordost Gießens, ein schöner Wahn zerrissen worden.
Kurz und bündig erklärte die Eisenbahndirektion Frankfurt, durch den Mund des stellvertretenden Oberhauptes der Stadt Gießen, daß sie nicht gewillt ist, den bescheidenen und doch so gerechten Ansprüchen der Provinzial-Haupt- und Universitätsstadt Gießen auf Errichtung eiueS Personenbahnhofs am Rovberg Rechnung zu tragen.
Dieser ablehnende Bescheid trifft nicht allein die Stadt Gießen, sondern auch den bedeutenden Ort Wjeseck Seit Jahren bemühen sich die Interessenten beider Orte, um ein kleines Aequivalent für den so sehr zurückgesetzten Stadtteil Nordost zu erreichen — aber leider wieder vergebens.
Noch trauriger ist es für W i e s e ck ! Ein aufblühender Ort, das größte Dorf in Oberhessen, muß zuschauen, wie rücksichtslos es bei Seite gedrängt wird. Vertrauensvoll legten beide Gemeinden ihre so wichtige Angelegenheit in bewährte Hände — und wie sieht das Resultat aus? War es wirklich nicht möglich, zu rechter Zeit an maßgebender Stelle, mehr Nachdruck zu geben und die Angelegenheit schärfer zu betreiben, zumal die Genehmigung schon ziemlich sicher war? Es bleibt nun den Interessenten weiter keine Unterstützung als sich selbst zu helfen. G1
Arbeiterbewegung.
M.-Gladbach, 10. Oktober. In einer Reihe Webereien sind neue Lohnforderungen gestellt worden. Bei der Gladbacher Wollindu- strie-Aktieng'-sellschaft vormals L. Josten, bei Elsner u. Co. und Peter Nonnenmühlen wurden Lohnerhöhungen bewilligt. Bei den Firmen Klein u. Vogel in M.-Gladbach und Klöters u. Lamerz in Giesenkirchen schweben die Verhandlungen noch. Da es bei Klein u. Vogel nicht zu einer Einigung kam, haben dort die Weber gekündigt. Bei Blöm und Remy sind sie, wie wir schon mitteilten, nach Ablauf der Kündigungsfrist heute in den Ausstand eingetreten. In dem Werke von Görtz, Clay u. Co. in Neuwerk verlangen die Weber Lohnerhöhung, zehnstündigen Arbeitstag und Einführung der 14 tägigen Kündigung. Eine Einigung ist noch nicht erzielt, und der Vorstand des christlichen Textilarbeiterverbandes für M.-Gladbach und Umgegend kündigt an, daß er die Sache der Arbeiter vertreten werde. Die Mitglieder des Vorstandes des Verbandes sind übrigens sämtlich auf Grund des Preßgesetzes mit einer Geldstrafe belegt worden, weil sie während des Ausstandes in der Weberei von von der Stemmen und Kaubes ein Flugblatt verteilen ließen, auf dem der Drucker nicht angegeben mar.
Krefeld, 10. Oktober. Sämtliche 416 heute arbeitenden Färber und Mädchen der beiden vom Ausstande betroffenen Großfärbereien richteten eine Eingabe an den Oberbürgermeister, worin sie wegen fortgesetzter Bedrohungen um polizeilichen Schutz und Aufhebung der Streikposten bitten.
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