Ausgabe 
12.10.1899 Drittes Blatt
 
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Gegenüber bestimmt auftretenden Angaben englischer Blätter über die Reise Kaiser Wilhelms nach Eng­land halten dieBerliner Reuest. Nachr." an der Auffassung fest, daß eine Regelung der Einzelheiten einer Reise des Kaisers nach England noch nicht stattgefunden hat.

Abreise der Königinnen von Holland. Die Königin Wilhelmina der Niederlande und die Königin- Mutter Emma verabschiedeten sich heute vormittag im Stadt­schlosse zu Potsdam aufs herzlichste von der Kaiserin und fuhren alsdann, von dem Kaiser begleitet, um 9% Uhr im vierspännigen Wagen ä la Daumont zum Bahnhofe. Der Kaiser geleitete die Königinnen, nachdem diese von den Erb- prinzlich Wied'schen Herrschaften Abschied genommen hatten, zum Waggon und verabschiedete sich durch Handkuß, worauf die Abreise der beiden Königinnen erfolgte. Der nieder­ländische Gesandte Jonghcer Tets van Goudriaan mit dem Personal der Gesandtschaft, sowie zahlreiche Mitglieder des .HolländervereinsNederland en Oranie halten sich gleich­falls zur Verabschiedung eingefunden; letztere überreichten prächtige Blumengaben und sangen die Nationalhymne.

Wie dieBerl. Reuest. Nachr." hören, hat der Kaiser das Entlassungsgesuch des Präsidenten der Seehandlnng, Freiherrn v. Zedlitz, ge­nehmigt und letzterer die Geschäfte der Seehandlung bereits abgegeben.

DerReichs-Anzeiger" veröffentlicht im amtlichen Teile seiner heutigen Nummer die bereits kurz erwähnte Ansprache des Kaisers während der Besichtigung des aus Oftasien zurückgekehrten großen KreuzersKaiser" an die Besatzung im Wortlaut. Danach sprach der Kaiser als oberster Kriegsherr der Besatzung seinen und des ge- samten deutschen Vaterlandes Dank dafür aus, daß sie von neuem den deutschen Namen im Auslande zu Ehre gebracht haben.

Reichskanzler Fürst Hohenlohe, welcher von seiner Erkältung wiederhcrgestcllt ist, folgte gestern einer Einladung zur kaiserlichen Tafel im Neuen Palais zu Potsdam. Am Freitag wird der Reichskanzler zu Ehren des hier anwesenden ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, General Harrison, ein Diner geben, zu welchem der Botschafter der Vereinigten Staaten am hiesigen Hofe, Minister White, der englische Botschafter, die Staatsminister Graf Posadowsky und Graf v. Bülow und andere hochgestellte Persönlichkeiten Einladungen erhalten haben.

Die heute früh verbreitete Nachricht, daß der Finanzminister v. Miquel von einem neuen Unwohlsein befallen sei und deshalb die Reise nach Hannover aufgegeben habe, ist unrichtig, denn der Minister ist heute früh nach Hannover abgereist.

Die Reichsschulden Kommission ist heute zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengetreten. Man nimmt seitens der Kommission an, daß es sich um die Revision der Bestände des JuliusturmeS in Spandau handelt.

Betreffs der Frage der Entschädigung für die in Samoa den Weißen zngefügten Verluste hört dieNational-Zeitung", daß zwischen Deutschland und England eine Verständigung auf der Grundlage erfolgt ist, daß die Kosten der Entschädigung von den drei Vertrags­mächten getragen werden. Der Beitritt der Vereinigten Staaten zu diesem Abkommen wird in den nächsten Tagen erwartet.

Eine neue Stellung ist in dem Kreuzer- Geschwader geschaffen. Ein Chef des Stabes ist er­nannt worden, und zwar in dem Kapitän zur See, Müller, Kommandant des Kreuzers Deutschland.

Der erst kürzlich zum Oberlandesgerichtsrat er­nannte ehemalige Reichstagsprüsident Frhr. Ru­dolf von Buol-Berenburg wurde, wie aus Karlsruhe gemeldet wird, wegen leidender Gesundheit in den Ruhe­stand versetzt. Das Befinden des ehemaligen Reichstags- Präsidenten hat sich in letzter Zeit so verschlimmert, daß er das neue Amt nicht mehr auözuüben vermochte.

Hannover, 11. Okober. (Sozialdemokratischer Parteitag.) David-Mainz setzte heute während der ganzen Vormittags-Sitzung die Verteidigung Bernstein's fort, lieber die Resolution Bebel und andere Resolutionen wird erst im Laufe der nächsten Tagung abgestimmt werden.

Nürnberg, 11. Oktober. Die heutige Hauptver­sammlung des evangelischen Bundes sandte Hul- digungSdcpcschen an den Prinzregenten und den Kaiser. Zur Begrüßung der Versammlung waren erschienen: der Oberbürgermeister, Vertreter des bayerischen Ober-Kon- fistoriumS, der Universität Erlangen, der Siebenbürger und Waldenser Gemeinden, der evangelischen Kirche Belgiens und Hollands. Zahlreiche telegraphische Grüße liefen aus Oesterreich ein. Den Festvortrag hielt Dr. Berger-Berlin über Humanismus und Protestantismus.

Ausland.

Wien, 11. Oktober. Die Vermählung der Kron­prinzessin Stephanie mit dem Grafen Lonyay wird hier als feststehend betrachtet, trotz des Dementis eines Wiener Blattes. Der Familienrat unter Vorsitz des Kaisers gab bereits seine Zustimmung. Der Kaiser sprach nur den Wunsch aus, daß mit der Vermählung gewartet werde, bis die Tochter Stephanies, Erzherzogin Elisabeth, heiratet. Die Vermählung Stephanies wird nun dadurch ermöglicht, daß ihre Tochter mit dem Herzog von Württem­berg verlobt werden wird; hierauf wird Kronprinzessin Stephanie auf ihre Rechte und Titel verzichten und sich mit Lonyay vermählen. Der König der Belgier, der Vater Stephanies, willigte ebenfalls in die Heirat. Kronprinzessin Stephanie lernte int vorigen Jahre Lonyay kennen. Schon damals tauchten Gerüchte über das Projekt dieser Ehe auf.

Amsterdam, 11. Oktober. Zur Unterzeichnung ver­

schiedener Verträge und Erklärungen wird der italienische Delegierte der Friedenskonferenz, Graf Nigra, gegen den 18. d. M. im Haag erwartet. Vermutlich treffen auch Abgeordnete von anderen Staaten ein.

Kopenhagen, 11. Oktober. Der deutsche Anarchist Gold mann, der während des Zarenbesuches unter ver­dächtigen Umständen hier verhaftet wurde und dabei hef­tigen Widerstand leistete, wurde ausgewiesen.

(Die politischen Nachrichten aus der ganzen Welt kon­zentrieren sich in den letzten Stunden naturgemäß auf Transvaal und England und so finden unsere Leser diese an erster Stelle. D. Red.)

Lokales.

Gießen, 12. Oktober 1899.

** GeschichtSkalender. Vor 74 Jahren, am 13. Oktober 1825, starb zu Nymphenburg bei München Maximilian I. Joleph, König von Bayern. Um sein Land und Volk bat er sich unvergängliche Verdienste erworben. Der Akademie der Wissen­schaften widmete er, ein Fürst deS Friedend, vollste Aufmerksamkeit, und stiftete die noch jetzt ein.6 Weltrufes genirßende Akademie der Künste. Sein leutseliges Wefen und gutherziger Charakter verschasiten ihm allgemeine Beliebtheit. Er wurde am 27. Mat 1756 zu Mann­heim geboren.

Schularbeiten bei Lampenlicht. Die Abende werden länger, und unsere alte, im Sommer mißachtete Freundin, die Hauslampe, tritt wieder in ihre Rechte. Wie hell muß sie brennen, wenn die Augen unserer Kinder nicht den Ge­fahren ausgesetzt sein sollen, welche das Arbeiten bei einer zu schwach- n Beleuchtung mit sich bringt? Wir wiffen ja, daß Lesen, Schreiben und Nähen bei ungenügendem Licht das Auge anstrengt, daß wir in einer solchen Lage gezwungen sind, andauernd nahe zu sehen, und daß dieses Nahesehen die Entstehung von Kurzsichtigkeit im höchsten Grade be- günstigt. Ein Verstoß gegen die richtige Beleuchtung kommt namentlich in denjenigen Familien vor, in welchen mehrere Kinder an einem und demselben Tische arbeiten müssen. Das ist kein Wunder, denn die Kenntnisse über die zum Arbeiten erforderliche Lichtmenge sind erst neueren Ursprungs und noch keineswegs in die breiten Volksschichten gedrungen. Man kann als Regel aufstellen, daß unsere Durchschnitts­lampen, mit der besten Glocke ausgerüstet, auf nicht weiter als einen halben Meter seitlich benutzt werden dürfen.

* *

Empfang. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfingen am 11. Oktober u. a. den Königlich Groß­britannischen Geschäftsträger Mr. Buchanan.

* Aus dem Gerichtsdienst. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 11. Oktober den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lorsch Dr. Gottfried Haustädt zum Landrichter bei dem Landgericht der Pro­vinz Starkenburg, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Seligenstadt Karl Rummel auf fein Nachsuchen zum Landgcrichtssekretär bei dem Landgericht der Provinz Rhein­hessen, den Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Lorsch Theodor Waas zum Gerichtsschreiber bei dem Amts­gericht Gernsheim, und den Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Gießen Jakob Do sch zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Nidda zu ernennen.

** Wie in früheren Jahren sind augenblicklich die Kreis- ämter von der Großherzoglichen Regierung beauftragt, Erhebungen über die derzeitige Lage des ArbeitSMarktes unb über die Lage des Arbeiter- standeS und der Industrie anzustellen. Ferner werden über die Produktionsverhältnisse, sowie über die Lebenshaltung der Arbeiter in Industrie und Gewerbe ein­gehende Ermittelungen gemacht, und sind die Handels- und Gewerbekammern mit der Durchführung dieser Erhebungen beauftragt worden.

** In den Ruhestand wurde versetzt am 30. September der Steueraufseher Anton Etz zu Mainz auf sein Nach­suchen unter Anerkennung seiner mehr als 50jährigen treu geleisteten Dienste.

* Ernennung. Herr Gerichtsasseffor Dr. Popper in Frankfurt a. M. ist zum Amtsrichter beim Gericht in Hanau ernannt worden.

** Stadttheater. Dem Wunsche vieler Abonnenten und Theaterfreunde entsprechend, hat die Direktion beschlossen, morgen Freitag das so beifällig aufgenommene Lustspiel, Der neue StiftLarzt", nochmals zur Aufführung zu bringen. Sonntag wird das Volksstück mit Gesang, Hopfenraths Erben", gegeben.

* Kriegerverein Gießen. In der am Montag ab- gehaltenen Generalversammlung des Kriegerver- cinS wurde die Schlußrechnung über das im Juni ab­gehaltene 25jährige Stiftungsfest nebst dem Prüfungsbericht der Revisoren vorgelegt und dem Festrechner Entlastung erteilt. Die Ausgabe übersteigt die Einnahme um etwa 200 Mk., welche dem aus freiwilligen Beiträgen gebildeten Reservefond entnommen wurden. Von diesem Fond bleiben rund 1000 Mk. übrig und wurde beschlossen, das Kapital zu je einem Drittel der Unterstützungskasse des Krieger­vereins, der unter Verwaltung des Verbanbspräsidiums stehenden Viktoria Melita-Stiftnng und dem in unserer Stadt bestehenden Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege zu überweisen.

** Dr. Georg Kolb f. Nach einem Bericht des Neuter'schen Bureaus wird aus Mombasa gemeldet, daß der auch hierorts durch seine Vorträge und Studium be­kannte Dr. Georg Kolb am Rudolf-See von einem Rhinozeros getötet worden ist. Eine Bestätigung dieser Trauernachricht muß allerdings noch abgewartet werden.

*' Es sei für die Hasenjagd darauf hingewiesen, daß die Treiber, welche bei Treibjagden verwandt werden, in der JnvaliditätS- und Altersversicherung versichert werden müffen. Im UntcrlaffungSfalle tritt eine Strafe von 300 Mk. ein.

Theater.

Gießen, 12. Oktober. (Stadttheater) Die gestrige erste Volksvorstellung in dieser Saison fand, wie gewöhnlich, vor vollständig, ausverkauftem Hause statt. Nur einige reservierte Logenplätze waren unbesetzt. Gegeben wurde SchillersDon Carlos*. Gespielt wurde flott und die für hiesige Verhältnifle recht brauchbare Vorstellung mit großem Beifall ausgenommen. Auf Einzelheiten kommen wir morgen zurück. -r.

L. Mainz, 11. Oktober.Feodora" musikalisches Drama in 3 Akten, Musik von Umberto Giordano, Text von Arturo Colatti, er­rang gestern bei seiner ersten deutschen Aufführung am hiesigen Stadt­theater, nach dem ersten Akte einen mäßigen, nach dem zweiten und dritten Akte einen ziemlich starken Erfolg. Der Text der Oper ist von Arturo Colatti, nach dem gleichnamigen Schauspiele von Sardou ge­schickt bearbeitet. Giordano, der bereits durch zwei andere Opern vor­teilhaft in der Mufikwelt bekannt ist, zeigt sich auch in dieser Oper als theoretisch wohlgebildeten Musiker, der die Instrumentierung trefflich ver­steht, nur hält er sich zu sehr an seine berühmten Landsleute wie Verdi, Mascagni und Leoncavallo, besonders an Traviata erinnert die Musik zu Fedora stark. Der musikalisch wertvollste Akt ist unzweifelhaft der zweite, gegen den die beiden andern merklich abfallen. Man hatte das möglichste gethan, um das Werk so glänzend als möglich herauszu­bringen. Zu sämtlichen drei Akten waren neue Dekorationen, teils in dem Atelier der Herren Gebr. Kautsky und Rottonara angefertigt, teils von Herrn Theatermaler Hermann Schilling hergestellt, angeschafft worden. Frau Neumann Hahndorff als Fedora war sowohl gesanglich als auch darstellerisch vorzüglich und auch Herr Frank als Boris Jpanoff genügte vollständig. Von der Menge der Mitwirkenden nenne ich noch Fräulein Wangerin und Herrn Rünger, die beide gut waren. Den obengenannten im Verein mit Herrn Direktor Steinbach und Herrn Regisseur Moor ist der Löwenanteil am Erfolg der Oper zuzuschreiben, die wohl kaum lange auf dem Spielplan bleiben dürfte, obwohl sie am Stadttheater in bürg angenommen sein soll. ______________________________________

Universitäts Nachrichten.

Gieße«. Die Herren Studierenden, welche im beginnen­den Wintersemester die Universität Leipzig zu besuchen gedenken, machen wir darauf aufmerksam, daß im dortigen Evangelischen Vereinshause (Noßstraße 14) nicht blos für die ersten Tage gutes Unterkommen zu finden ist, sondern auch während des Semesters ein reichlicher, kräftiger Mittagstisch (kein Trinkgeld, kein Bierzwang!) zum Preise von 60 Pfg. gewährt wird. Unter etwa 250 Tagesblättern und illustrierten Zeitschriften liegt auch unsere Zeitung au«. Der Rein­ertrag aus dem Mittagstisch fließt den Liebeswerken der Innern Mission zu.

Göttingen. Geheimerat Professor Dr. Wilhelm Ebstein feiert am 23. Oktober sein 25jähriges Professoren- und Klinikerjubiläum.

Der Berliner Börsenzeitung zufolge steht es fest, daß an der Straßb urger Universität eine katholische Fakultät errichtet wird.

Kiel. Der bisherige Privatdozent in der philosophischen Fakul­tät der hiesigen Universität Profeffor Dr. Heinrich Biltz ist zum außer­ordentlichen Professor in derselben Fakultät ernannt worden.

Christiania. An unserer Universität ist eine Profeffur für deutsche Litteratur errichtet und dem Dr. I. W. ©ruinier übertragen worden.

Kochkurse für Aerzte. Die WienerMedizinische Presse" schreibt: Nach dem Muster mehrerer Universitäten der Bereinigten Staaten Nordamerikas wird die Berliner Universität in kürzester Zeit an zwei Berliner Kochschulen Kurse für Aerzte einrichten lassen. Eiue derartige Institution erscheint in jeder Hinsicht überaus nach, ahmenswert, denn dem GrundsatzQui bene nutrit, bene curat kann nur jener Arzt vollauf gerecht werden, der über die richtige Herstellung der NahrungSmittcl im Klaren ist und seinen Kranken auch über die zweckentsprechende Zubereitung der Nahrung Ratschläge zu erteilen vermag. Nicht mit Unrecht wird vom Volksmund mancher alte Praktiker der Medizin als guter Koch gerühmt, und nicht zum mindesten auS diesem Grunde auch dem besten Diagnostiker vorgczogcn. Die jungen Aerzte unserer Zeit, die nach einer Periode therapeutischem NihiliSmuS in das Extrem therapeutischer Viclgeschäftigkeit zu verfallen drohen, sollten auS den Erfahrungen der sogen,alten" Aerzte wenigstens die eine Lehre ziehen, daß die Praxis vom Arzt nicht nur die Rczeptier- kunst, sondern auch Vorschrift über Krankcndiät verlangt. Durch ge­eignete Kochkurse wären unsere Aerzte allerdings am leichtesten der Mühe übcrhoben, sich ihre kulinarischen Kenntnisse entweder auS schlechten Koch, büchern oder erst in der Praxis und durch die Praxis zu verschaffen. Es wäre ein Anschauungsunterricht, und noch dazu ein notwendiger nöliger als so mancher gelehrter Ballast, den der Mediziner mit auf seinen Weg bekommt, und den er bald nach dem Doktorat frohen Herzen» und mit dem Gefühl der berechtigten Erleichterung über Bord wirft.

Geheimrat Prof. Robert Koch weilt, wie die Vossische Zeitung, mitteilt, gegenwärtig mit seiner Begleitung zum Studium der Malaria und anderer Krankheiten in Batavia in Niederländisch-Jndien. Wie lange der Forscher dort bleibt, steht noch nicht fest.

Dandel und Verkehr. Volkswirtschaft, an *Oktober. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. Jt 0.901.10, Hühnereier per St. 78 H, 2 St. 1415 H, Enteneier 1 St. 00 H, Gänse- der per St. 6-00 H Käse 2 St. 5-8 H, Kasematte 2 St. 6-6 A, «rbsen per Liter 18 A. Linsen per Liter 29 A, Tauben per Paar ** 0'10-0.80, Hühner per St. A 1.001.20, Hahnen per Stück ** 0.601.10, Enten per St. vtL 1.802.00, Gänse per Pfund * 0-b^-0.60, Ochsenflersch per Pfd. 6874 A, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 6264 A, Schweinefleisch per Pfd. 6674 A, Schweine- Md), gefallen, per Pfd. 78 H, Kalbfleisch per Pfd. 6466 A, Hammelfleisch per Pfd. 6070 A, Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 biS

Weißkraut per St. 0000, Zwiebeln per tttr. X 5.006.00, Milch per Liter 16 A, Zwetschen per Ctr. 8,0010,00.

Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens biö 2 Uhr nach­mittags. Während der ersten 8 Stunden der Marktzeit darf im Umherztehen nicht fellgeboten werden.

+ Gedern, 10. Oktober. Heute fand hier, vom schönsten Herbst­wetter begünstigt, der vierte diesjährige V ich markt statt. Aufgetrieben waren in Rindvieh etwa 40 Stück (schwach befahren). Die Durchschnitts­preise waren wie folgt: Einjährige Stiere das Paar 110 bis 120 Mk., welches jedoch meistens geringere Ware war. Zwei und dreijährige Stiere waren nicht da. Einige einjährige Rinder waren vorhanden, wovon das Stück 160 bis 180 Mk. kostete, zweijährige Rinder pro Stück 200 bis 220 Mk., trächtige Rinder das Stück 220 bis 260 Mk., jedoch auch hier mehr geringere Ware. Milchkühe wurden verkauft zu 220 bis 250 Mk. das Stück, frischmelkende Kühe daö Stück 250 bis 300 Mk. Saugkälber und fettes Vieh war nicht da. Der Handel war allgemein lebhaft. Preise find noch wie seither. Es waren viele fremde Handelsleute gekommen, welche mitunter in ca. 20J ahren nicht hier waren, infolge der fast überall herrschenden Maul- und Klauenseuche, wodurch meistens die Märkte nicht abgehalten werden dürfen. Es konnten auch viele er­schienenen Käufer nichts kaufen, da zu wenig Vieh da war. In Schweinen war der Markt dagegen sehr gut befahren, sogar etwas überfahren, da sehr wenig Handelsleute gekommen waren. Aufgetrieben waren in Schweinen etwa 800 Stück, meistens junge Herbstferkel im Alter von 5 bis 12 Wochen. Es kosteten das Paar: 5 bis 7 Wochen alt 12 brs 20 Mk., 7 bis 9 Wochen alt 25 bis 30 Mk., 9 bis 12 Wochen alt 35 bis 40 Mk. Besonders war hierin der Handel sehr flau, etwa die Hälfte blieb unverkauft, auch die Preffe waren verhältnismäßig sehr gering. Sommerferkel (sogenannte Einlegeschweine) kosteten das Paar 50 bis 70 Mk., bessere Sorte das Paar 80 bis 90 Mk., welche auch meistens verkauft wurden. Zuchtschweinc waren nicht da. Einige fette Schweine, welche aufgetrieben waren, wurden alle verkauft, der Gentner Schlacht­gewicht zu 50 bis 52 Mk. Preise waren allgemein verhältnismäßig schlecht, hauptsächlich etwas zurückgegangen. Der Handel war sehr ge­drückt. Der nächste Markt findet erst wieder im Monat Dezember statt..

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