Ausgabe 
12.7.1899 Erstes Blatt
 
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und fortschreitendes Maschinen-Wesen, als auch Persönliche, aus der sittlichen Beschaffenheit und technischen Leistungs­fähigkeit des einzelnen sich ergebende Momente darunter zusammenfaßt.

Was nun zunächst die volkswirtschaftlichen Ursachen der Arbeitslosigkeit anbetrifft, so haben solche im Jahre 1895 in nennenswertem Umfange überhaupt nicht vorgelegen. Hervorrragend geltend machten sich dagegen die betriebs- technischen Ursachen. In Preußen waren arbeitsfähig, aber arbeitslos am 14. Juni 1895: 115,975, am 1. Dezember aber 407,139 Personen. Auf die mit Einschränkung oder Unterbrechung der Arbeit im Winter verbundenen Berufs- arlen entfallen dabei von den winterlichen Arbeitslosen 289,681, das heißt vier Siebentel der Gesamtzahl der während des Winters arbeitslosen Personen überhaupt. Dr. Brösike folgert daraus, wie uns scheinen will, mit Recht, daß in Zeiten normalen Geschäftsganges, wie in dem Jahre 1895,die Technik der Betriebs-Perioden der eigent­liche Grund der Arbeitslosigkeit ist."

Die auf sozialen Ursachen beruhende Arbeitslosigkeit schließlich ist ein dauerndes, in seinem Umfange jedoch hinter der betriebstechnischen Arbeitslosigkeit weit zurückbleibendes Hebel, dessen Höchstgrenze sich etwa der sommerlichen, in Preußen 1895 115,975 Personen treffenden Arbeitslosigkeit nähern dürfte. Einen starken Prozentsatz liefert hierzu die Arbeitsscheu. Aber auch Maßnahmen der staatlichen Gesetz­gebung, die im übrigen von der allgemeinen Entwicklung geboten erscheinen und mit Recht als dankenswerter Fort­schritt gelten, wirken nebenher als Ursachen unverschuldeter sozialer Arbeitslosigkeit. Dies gilt namentlich von der un­beschränkten Freizügigkeit. Niemand wird leugnen wollen, daß durch das planlose Zusammenströmen arbeitsuchender Menschenmassen an gewissen Zentren das Hebel der Arbeits­losigkeit im größten Maßstabe heraufbeschworen wird. Hier liegt diejenige Seite des Problems, die unmittelbar in die Praxis hinübergreift und zu den denkbar schwierigsten Auf­gaben künftiger Sozialpolitik gehört. D. T. A.

Deutsches Keich.

Berlin, 10. Juli. Wie verlautet, ist bereits am Sonntag abend ein Beileidstelegramm des Kaisers bei der Familie des verstorbenen Oberpräsidenten von Brandenburg, v. Achenbach, eingetroffen.

Berlin, 10. Juli. Entgegen einer Zeitungsmeldung, wonach der Staatssekretär des Reichs-Marineamtes, Kontre- Admiral TirPitz, seine Geschäfte innerhalb der ersten Augustwoche wieder aufzunehmen gedenkt, wird derPost" mitgeteilt, daß derselbe voraussichtlich erst am 9. September wieder hierher zurückkehrt.

Berlin, 10. Juli. Demnächst werden ausländische Offiziere der Garnison Spandau einen Besuch ab­statten. Es sind dies, wie dasBerl. Tagebl." meldet, drei Offiziere der italienischen Armee, welche von ihrer Regierung mit der Mission nach Deutschland gesandt worden sind, um die Einrichtung in den Armee-Konservenfabriken eingehend zu studieren.

Berlin, 10. Juli. Die sämtlichen Landgerichts­präsidenten der Monarchie müssen in diesem Jahre nach einem Erlaffe des Justizministers auf Ferienurlaub ver­zichten, da mit Rücksicht auf die Einführung des Bürger­lichen Gesetzbuches noch viele Verwaltungsangelegenheiten erledigt werden müssen, die den nicht recht informierten Vertretern nicht gut überlassen werden können.

Neue Bundesrats-Bestimmungen sind in Bezug auf die Anstellung von Militäranwärtern im Kommunal­dienst erlassen worden. Danach sind die Subaltern- und Hnterbeamtenstellen bei den Kommunen und Kommunal­verbänden mit Ausnahme derjenigen, die weniger als 3000 Einwohner haben, ferner bei den Jnvaliditäts- und Alters­versicherungsanstalten, sowie bei städtischen und solchen Instituten, die ganz oder zum Teil aus Mitteln des Reichs, des Staates oder der Gemeinden erhalten werden aus­schließlich des Forstdienstes vorzugsweise mit Militär­anwärtern zu besetzen. Ausschließlich mit Militäranwärtern sind zu besetzen, falls die Besoldung einschließlich der Neben­bezüge mindestens 600 Mk. beträgt: 1) die Stellen im Kanzleidienst einschließlich der der Lohnschreiber; 2) sämt­liche Stellen, deren Obliegenheiten im wesentlichen in mechanischen Dienstleistungen bestehen und keine besonderen technischen Vorkenntnisse erfordern. Die den Militär­anwärtern vorbehaltenen Stellen können auch Offizieren und Deckoffizieren verliehen werden, denen beim Ausscheiden aus dem aktiven Dienst die Aussicht auf Anstellung im Zivil­dienst gemacht worden ist. Von den übrigen Bestimmungen sind folgende wichtig: Sind für gewisse Dienststellen be­sondere Prüfungen vorgeschrieben, so hat diese auch der Militäranwärter abzulegen, auch kann die Zulassung zu dieser Prüfung oder die Annahme der Bewerbung überhaupt von einer vorgängigen informatorischen Beschäftigung in dem betr. Dienstzweig abhängig gemacht werden, die nicht über 3 Monate dauern soll. Die Grundsätze treten am 1. April 1900 in Kraft.

Tagung des Abgeordnetenhauses. Im Abgeordnetenhause wird am ersten Tage nach Wiederauf­nahme der Beratungen also voraussichtlich am 15. August neben einer Plenarsitzung von minder wichtiger Be­deutung das Gemeindewahlrechtsgesetz in der Kommission und ebenso am Abend die zweite Lesung des Gesetzentwurfes betr. die Verwendung des Reservefonds der Ren'enbanken zur inneren Kolonisation stattfinden. Alsdann wird bald die Beratung der Kanalvorlage und zwischen der zweiten und dritten Lesung dieser Vorlage die des Gemeindewahl­rechtsentwurfs stattfinden? Da beide Beratungen längere Zeit beanspruchen dürften, wird das Herrenhaus wohl erst in der vierten Auguftwoche sich mit ihnen befassen. Man hat daher mit einem Sessionsschluß in den ersten September- tagen zu rechnen.

Eisenbahngemeinschaft mit Preußen. Zu der vielerörterten Frage einer Eisenbahngemeinschaft der übrigen deutschen Bundesstaaten mit Preußen ergreift jetzt dieLeipziger Zeitung", das amtliche Organ der sächsischen Regierung anscheinend offiziös in auffallend scharfer Form das Wort. Die Mittel, führt das Blatt aus, welche einer so großen Verwaltung, wie der preußischen zur Verfügung ständen, um die ohnehin notleidenden Kleinen mürbe zu machen, seien so mannichfaltig und zahlreich, daß sie ihren Zweck höchstens in Verwaltungsgebieten wie dem sächsischen, der trotz Anschlußerschwerung und Ablenkung des Durch­gangsverkehrs vermöge der Dichtigkeit seines Bahnnetzes und seiner Jndustriebevölkerung finanziell immer noch glänzend abschließe, verfehlen. Wenn preußische offiziöse Blätter versicherten, es handle sich nicht umpreußische Herrschsucht", nicht darum, die mittelstaatlichen Bahnen unter einpreußisches Eisenbahnjoch" zu bringen, und die politische Selbständigkeit der einzelnen Staaten werde nicht tangiert, so würden sie wohl guten Glaubens sein. Dessen­ungeachtet, fährt das Negierungsorgan wörtlich fort, müssen sie uns aber gestatten, an der Heberzeugung festzuhalten, daß wir in Sachsen bei dem Hebergang der Eisenbahnen auf das Reich oder bei einer Eisenbahngemeinschaft mit dem führenden Bundesstaate uns weder einer so kulanten Ver­waltung, noch eines so dichten Eisenbahnnetzes, wie das jetzige sächsische, erfreuen würden, daß mit der Selbständigkeit unseres Eisenbahnwesens auch der Lebensnerv unserer politischen Selbständigkeit, unsere Leistungsfähigkeit als ge­sundes Mitglied des Großen deutschen Nationalstaates unter­bunden würde. Die Zeiten, wo die staatliche Selbständigkeit dieser Mittelglieder für die nationale Sache eine Gefahr war, sind vorüber. In ihrer heutigen Gestalt kommt diese Selbständigkeit, kommt das Gedeihen der Gliedstaaten nur dem großen Ganzen zu gute und bildet vielleicht den ein­zigen Vorzug, den wir vor den großen zentralisierten Staaten des Ostens und des Westens haben. Von einer nationalen Gefahr also kann keine Rede sein. Machen die Verkehrs­bedürfnisse eine neuere Verstärkung der Reichsgewalt auch auf diesem Gebiete zur Notwendigkeit, sei es durch eine kräftigere Ausgestaltung des Reichseisenbahnamtes oder sonst wie, so wird man sich dieser Notwendigkeit, wie wir aunehmen, auch hier nicht verschließen, aber von dem Ge­danken, daß die Verhältnisse bei uns in allen diesen Dingen wesentlich anders liegen, als in den süddeutschen Staaten, namentlich in Hessen und Württemberg, können wir uns nicht trennen."

Bremen, 10. Juli. Der von Bremerhaven nach Wyk und Helgoland bestimmte LloyddampferSeeadler" ist an der Westküste von Helgoland bei dichtem Nebel gestrandet. Die Passagiere wurden in Sicherheit gebracht. Acht Schlepp­dampfer versuchten vergeblich, das Schiff abzubringen.

Austmü».

Wien, 10. Juli. Etwa tausend Arbeiter veranstalteten gestern vor der Sommerwohnung des Bürgermeisters-Stell­vertreters Str ob ach in Kalksburg, der jüngst die Sozial­demokraten Gesindel genannt hat, eine Kundgebung. Die Arbeiter riefen: Nieder mit Strobach, Nieder mit Lueger, Nieder mit den Wahlrechts-Räubern. Die Gendarmerie machte einen Bajonett-Angriff gegen die Menge. Beim Zurückweichen derselben wurde eine Holz-Umzäunung durch­brochen, wobei mehrere Personen ins Wasser fielen. Es wurden mehrere Personen verhaftet.

Krakau, 10. Juli. Heute früh ist die Rutawa au^s den Ufern getreten. In wenigen Minuten war der ganze Westen der Stadt einen Meter tief unter Wasser gesetzt. Militär und Feuerwehr retteten verschiedene in ihren Häusern gefährdete Personen.

Budapest, 10. Juli. Ein patieller Tischler-Streik ist hier ausgebrochen. Die Gehilfen verlangen 9*/, Stunden Arbeitszeit und 10 Prozent Lohn-Erhöhung.

Paris, 10. Juli. Der Kammerpräsident hat heute bei einem Frühstück, welches er den Mitgliedern der parlamen­tarische Presse gegeben hat, eine Ansprache gehalten, worin er den Mitgliedern der Presse für ihre Unterstützung und Mithilfe dankte, und worin er erklärte, er sei kein Parteimann, der diese oder jene Gruppe bevorzuge. Vom Präsidentensitz ein Parteiinstrument zu machen, heiße eine unehrliche Handlung begehen. Eine solche That werde er niemals begehen, er werde niemals ein solcher Präsident fein. Zum Schluß erklärte Deschanel sich befriedigt, nach einer der bewegtesten Perioden der parlamentarischen Ge­schichte die Journalisten aller Parteien um sich zu sehe.

Belgrad, 10. Juli. Die Verhaftungen radikaler Parteigänger dauern fort. Am Sonntag wurden mehrere Geistliche, unter ihnen der Erzpriester Militsch, festgenommen. Knezewitsch hat seine Schuld in vollem Umfange eingestanden, und hat ausgesagt, er sei von angesehenen Radikalen zu dem Mordanschlag gedungen. Die anderen Verhafteten leugnen einstweilen jede Schuld, doch sollen belastende Schriftstücke, namentlich hinsichtlich des Petersburger Ge­sandten Gruitsch beschlagnahmt sein. Nach einer späteren Meldung beschuldigt der Thäter ausdrücklich den ehemaligen Minister Paschic, den früheren Minister des Innern Tau- schanovic, den früheren Inspektor in demselben Ministerium Potic und den Obersten a. D. Nocolic, sowie verschiedene Abgeordnete. Diese Anschuldigungen tragen insofern den Schein der Berechtigung, als sich der Anschlag nicht gegen König Alexander, sondern gegen Milan richtete, der von der radikalen Partei als ihr ärgster Feind und als ent­schiedener Gegner ihrer panslavistischen Pläne gehaßt wird, und der als Oberbefehlshaber der Armee das Haupthindernis zu ihrer Verwirklichung bot. Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, daß Milan den Mordanschlag dazu be­nutzt, gegen die Radikalen einen Vernichtungsschlag zu führen. Dies Vorhaben ist aber gewagt, und könnte leicht zur Vernichtung der Dynastie führen, da zu dieser Partei

etwa acht Zehntel der gesamten Bevölkerung gehören, und selbst die Beseitigung der augenblicklichen Führer durchaus nicht die Vernichtung der ganzen Bevölkerung bedeuten würde. Einstweilen scheint int Lande Ruhe zu herrschen. Auf die Ansprache eines hervorragenden Bürgers beim Fackelzug am Samstag antwortete König Alexander, er erblicke in dieser Kundgebung einen erneuten Beweis der oft erprobten Unter- thanentreue; er danke Gott, daß er das für Serbien und dessen König kostbare Leben Milans bewahrt habe. König Milan führte in einer Ansprache aus, sein Tod werde die Zukunft der Nation nicht aufhalten, denn andere Generale würden seine Aufgabe unter dem König fortsetzen.

Rußlands neuer Eismeerhafen. Europa hat am Eismeer eine neue Hafenstadt erhalten, die ihrer Einwohnerzahl nach wohl die kleinste aller europäischen Städte, aber in handelspolitischer und strategischer Beziehung von weitgehender Bedeutung ist, und die daher schon seit ihrem Werden und Entstehen allgemeineres Interesse erregte. Es handelt sich um Kat har inen Hafen an der Murman- küste, dessen Einweihung am 6. Juli, und zwar in außer­ordentlich feierlichen Formen, von statten ging. Hafen und Stadt hatten Flaggenschmuck angelegt, und als Großfürst Wladimir, der als Vertreter des Kaisers an Bord des KriegsschiffesSwetlana" am Vormittag des genannten Tages dort eingetroffen war, an Land stieg, wurde er von der Geistlichkeit empfangen, die ihm nach russischer Sitte Brot und Salz darbot. Dann begaben sich alle Teilnehmer an der Einweihungsfeierlichkeit in großer Prozession zur Stadt, wo ein großartiger Gottesdienst abgehalten wurde. Hierauf verlas der Gouverneur von Archangel, A. Engel­hardt, den kaiserlichen Ukas, der bestimmt, daß die neue Stadt Alexandrowsk heißen solle. Gleichzeitig werden darin die Grenzen des Verwaltungsgebietes, deren Central- punkt jetzt Alexandrowsk an Stelle der bisherigen Kreis­hauptstadt Kola geworden ist, festgesetzt. Dann fand ein Vorbeimarsch der Truppen statt. Der Großfürst gab an Bord derSwetlana" ein Festmahl, bei dem er ein Hoch auf Kaiser Nikolaus und König Oskar ausbrachte. Von fremden Kriegsschiffen wohnte der norwegische Kreuzer Tordenskiold" den Einweihungsfeierlichkeiten bei. In Er­gänzung früherer Mitteilungen über den neuen Eismeer­hafen, dessen geographische Lage 69° 15' nördlicher Breite und 33° 30' östlicher Länge ist, kann noch erwähnt werden, daß die Arbeiten dazu im Sommer 1896 begannen und zum großen Teil, namentlich die Stadenanlagen, von nor­wegischen Arbeitern unter Führung eines norwegischen Ingenieurs ausgeführt wurden. Man hatte mit mancherlei großen Schwierigkeiten zu kämpfen; das Material mußte teils von Norwegen, teils von Archangel herangeschafft werden. Vorläufig bilden die Beamten die hauptsächlichste Bewohnerschaft, aber es sind bereits alle Einrichtungen, die eine Ansiedelung erleichtern, vorhanden, z. B. eine Anzahl fertiger Wohngebäude, die käuflich erworben werden können, und je nach Bedarf sollen weitere Häuser errichtet werden. Daß die Gründung dieser Stadt und die Verlegung der Verwaltung, die in Kola während der Wintermonate von der Umgegend völlig abgeschnitten war, nach Alexandrowsk einen heilsamen Einfluß auf die Entwickelung der Murman- küste ausüben werden, unterliegt keinem Zweifel. Beispiels­weise bildet die Schule der neuen Stadt den Anfang eines geordneten Schulwesens der Murmanküste überhaupt. Hierzu sind noch Schulen für Schifffahrtswesen und Schiffsbau, ja sogar eine zoologische Station zum Studium der Meeres­fauna, mit der eine Fischereischule verbunden werden soll, in Aussicht genommen. Die Einwohnerzahl der Murman­küste beträgt gegenwärtig nur 2000, wozu noch während der Fangzeit einige Tausend Fischer kommen, die an den Küsten Fischfang treiben; indessen sucht die russische Regierung die Ansiedelung an der Murmanküste durch Gewährung von Vorrechten, die in Steuerfreiheit und Darlehen bestehen, zu fördern. Das Klima ist nicht allzustreng, was dem Golf­strom zuzuschreiben ist, der einen Ausläufer zur Murman­küste sendet, die infolge dessen auch stets eisfrei bleibt und das ganze Jahr hindurch eine Schifffahrt ermöglicht. Im Frühjahr und Herbst herrschen viel Nebel und Regen bei einer durchschnittlichen Temperatur von + 3°. Im Sommer beträgt die Durchschnittstemperatur -f- 11° C., im Winter 7,5° C. Eine Kälte von 12 bis 18° C. kommt selten vor. Köln. Ztg.

Lokales und Provinzielles.

Gießen, den 11. Juli 1899.

* Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, am 5. Juli den Pro­fessor Geheimen Baurat Koch zum Rektor der Technischen Hochschule zu Darmstadt für die Zeit vom 1. September 1899 bis zum 31. August 1900 auf Vorschlag des großen Senats zu ernennen.

** Die Nachfeier des Schützenfestes am gestrigen Mon­tag stand unter dem Zeichen der Festmüdigkeit. Trotzdem der Besuch des Festplatzes ein bemerkenswerter war, wollte eine Stimmung, wie sie an den vorhergehenden Tagen ge­herrscht, nicht aufkommen. Mehrere Budenbesitzer hatten abgeschlagen. Das Interesse des Publikums nahm vor­wiegend das Konzert in Anspruch, welches unsere Regiments­musik zumteil in der Halle, zumteil auf dem Platze gab. Schlag 12 Uhr trat Feierabend ein, und damit war das Schützenfest, das uns manche Ueberraschung erfreulicher und auch unerfreulicher Art bereitet, zu Ende. Eine umfang­reiche Arbeit steht noch den Ausschüssen in der Feststellung des rechnerischen Ergebnisses bevor. Die nächsten Tage werden zeigen, inwieweit die Hoffnungen und Befürchtungen betreffs der Finanzen sich bestätigen. So erfreulich bei einem Schützenfest die Meisterschüsse, so angenehm für manchen Festbesucher die Vorschüsse, so vortrefflich organi­siert die Ausschüsse so gefürchtet und gehaßt find die Zuschüsse. Hoffentlich bleiben wir mit letzteren verschont.