betitelt sich „Der Traum des Herodes", der dritte „Die Ankunft zu Sais". Berlioz wird als Schöpfer der sogen. Programm-Musik bezeichnet, in Deutschland schloß sich ihm besonders Franz Liszt an, besten Ideen in selbständiger Weise sich zu eigen machend. Den letzten Chor und gleichzeitig die letzte Programmnummer nimmt Tinel mit dem „Sonnengesang" aus seinem Oratorium „Franziskus" ein. Tinels Werk ist ein durch und durch melodisches, und hat ihm seine Erstaufführung am 22. August 1888 in Mecheln einen europäischen Erfolg gebracht. Heber die Solisten des Abends sowie über die anderen Programmnummern äußern wir uns ein andermal.
** Sektion Gießen des D. u. Oe. A. V- In der letzten Sitzung sprach Herr Gymnasiallehrer Dr. Neßling über die Entwickelung des Wohlgefallens an der alpinen Landschaft. Aus dem Inhalt heben wir folgendes hervor. Die allgemeine Ansicht, daß in der Schätzung der Naturschönheiten eine Entwickelung vom Einfachen und Schlichten zum Großartigen und Wilden zu verfolgen sei, ist richtig. Heute haben wahrscheinlich mehr Menschen Verständnis für eine schöne Gegend wie früher. Dagegen ist die oft ausgesprochene Ansicht, daß unsere Zeit die Schönheit des Gebirgs entdeckt habe, eine Uebertreibung. Die zum Kunstgenuß nötige Sammlung ist selten geworden, da die geistige Frische durch die hastende Arbeitsweise vielfach verloren gegangen ist. Der Naturgenuß stellt geringere Anforderungen, daher wird er- bevorzugt; in derselben Richtung wirken die tmrsenderlei Erleichterungen des Verkehrs. Inniger Hst^jedoch das Naturgefühl im letzten Jahrhundert nicht geworden. So wenig wie in der Kulturentwickelung überhaupt, kann man in der Entwickelung des Naturgefühls von einem steten Fortschritt sprechen. Das religiöse Naturgefühl der Alten kann uns leicht tiefer scheinen als das des Mittelalters und der neueren Zeit bis zur Sturm- und Drangperiode. Vielleicht weiß aber das Altertum nur seinem Naturgefühl besseren Ausdruck zu geben. — Die römische Vorliebe für das Landleben zeigt sich bei allen augusteischen Dichtern. Freilich erleichterte der Reichtum der römischen Aristokratie ihr den Besitz von Landhäusern. Das Naturgefühl der Römer war, wie im großen und ganzen das der heutigen Italiener, auf das Anmutige und Heitere beschränkt. Das Verständnis für die Schönheit der Gebirgsnatur fehlte. Darum ist „von dem ewigen Schnee der Alpen, wenn sie sich am Abend oder am frühen Morgen röten, von der Schönheit des blauen Gletschereises, von der großartigen Natur der schweizerischen Landschaft keine Schilderung aus dem Altertum auf uns gekommen." Bis in das vorige Jahrhundert werden die Gebirge auch von Touristen fast nur als Verkehrshindernisse empfunden. Ein wirkliches Gefühl für die Gebirgsnatur der Alpen und des schottischen Hochlandes findet sich wohl vereinzelt bei Bewohnern dieser Gebirge. Rousseau kann man jedoch nicht das Verdienst bestreiten, dem romantischen Naturgefühl zum Sieg verhalfen zu haben. Nach ihm wurde wohl noch der Kreis der Objekte durch die Entdeckung des Hochgebirgs erweitert, aber dir Innigkeit des Naturgefühls der Sturm- und Drangperiode ist unübertroffen. Uebrigens eignet das moderne Naturgefühl fast nur den Germanen. — Den Eindruck einer schönen Landschaft in seine Ursachen aufzulösen, ist außerordentlich schwierig. Die psychologischen Vorgänge werden in dem Maß unerklärbarer, je einfacher sie scheinen. Zuzugeben ist, daß bei der herrschenden naturwissenschaftlichen Bildung auch die rein natürlichen Oberflächenformen der Erde selbst ohne Vegetation erhebend wirken können. Das Wohlgefallen an der Schönheit einer Landschaft beruht auf außerordentlich verwickelten Vorgängen, die vielleicht niemals bei zwei Individuen die gleichen sein werden. Dieselbe Landschaft wird von jedem Menschen und jedem Zeitalter anders aufgefaßt, wie dies die Landschaftsmalerei beweist. Der überaus anschauliche, fesselnde Vortrag fand den ungeteilten Beifall aller anwesenden Mitglieder und Gäste der Sektion.
*• Theaterverein. Die sechste Vorstellung des Theatervereins brachte uns den „B a r t e l T u r a s e r" Philipp Langmanns, der vor zwei Jahren seinen Siegeszug über die deutschen Bühnen antrat. Das Stück ist ein Proletarier-, wenn man will ein Hungerstück. Einst gehörte es zum guten Tone bei unseren Aesthetikern, über die Darstellung der bitteren Not in der Kunst die Nase zu rümpfen und Freytag, dessen Technik des Dramas in manchen Kreisen noch heute großes Ansehen genießt, glaubte, es hieße die Kunst entwürdigen, wenn man die gequälte Lage Gedrückter, die Stellung der Armen zur Handlung eines Dramas verwerten wollte. „Die Muse ist keine barmherzige Schwester", lautet eine in diesem Zusammenhang vorkommende Aeußerung. Allein welche höhere Mission kann sie erfüllen, als sich eben der Gedrückten anzunehmen und die Not, und die durch Not bewirkte Schuld, die sich hier finden, dem ganzen Volke zu künden und seine Teilnahme dafür zu erwecken? Und man rede nicht davon, die Not sei unpoetisch. Daß der Hunger ein Motiv von unvergleichlicher poetischer Kraft sein kann, hatte längst Dante bewiesen, in dessen „Hölle" wohl keine Stelle so gewaltig ergreift, wie die Schilderung von Ugu- linos Vaterschmerz, der, ohne helfen zu können, eines seiner Kinder um das andere vor seinen Augen muß hinsterben sehen. Es dünkt uns ein dramatisch glücklicher Gedanke Langmanns, daß er mit den Leiden der hungernden Kinder das Vaterherz seines Helden bestürmte und diesen dadurch zu Fall kommen ließ, daß sich ihm in der größten Not die Möglichkeit bietet, seinen Kindern Speise, Gesundheit und darüber hinaus noch die Erfüllung des einen oder andern Lieblingswunsches zu gewähren. Und wie Bartel Turaser seiner Vaterliebe Gewissen und Ehre opfert, so büßt er auch als Vater, indem das, was den Kindern Segen bringen sollte, ihnen zum Verderben wird und die langentbehrte gute Nahrung zu reichlich genossen, sich für die geschwächten Organismen als tätlich erweist. Auch das ist konsequent, wie unter diesem Schicksalsschlag sich die sittliche Läuterung I
des Mannes vollzieht, der feinen Meineid öffentlich bekennt und dessen Folgen freiwillig tragen will. Unseres Erachtens sind solche Konflikte ergreifender und ernster, als was sich im Leben eines „Grafen Waldemar" an Verwicklungen ereignet, namentlich wenn der Dichter diese so spielend behandelt und mit seinem Helden so glimpflich umgeht, wie es Freytag thut. Mit solchen Problemen, wie sie Langmann stellt, lenkt unser Drama wieder in die Bahn ein, die es bei Lessing und Schiller in „Emilia Galotti" und „Kabale und Liebe" verfolgte, und die es nie hätte verlassen sollen, Werken, die ihre dramatische Wucht und ihre hohe Stellung wesentlich dem unerbittlichen Ernst verdanken, mit dem jene hochsinnigen Männer soziale, ihre Zeit bewegende Fragen behandelt haben. An Ernst fehlt es auch Langmann nicht, und es dünkt uns ein gutes Zeichen für Jung-Oester- reich, daß einzelne neuere Werke — wir erinnern außerdem noch an Spitzers „Liebelei" — sich durch die tiefe Erfassung sozialer Probleme auszeichnen. Dennoch, glauben wir, fehlt Langmann die sichere Hand des echten Dramatikers. Der Strike, die Versuchung und der Fall Turasers sind äußerlich mit einander verschlungen, und der Verrat an seinen Gefährten, der doch eine wichtige Seite seiner unseligen That darstellt, bleibt später ganz im Hintergrund. Turaser ist wesentlich der ehrliche Mann, der durch die Not gezwungen wird, ein Schelm zu sein, nur ganz äußerlich ist es, daß sich sein Schicksal auf dem Hintergründe eines Strikes abspielt. Ueberhaupt scheint uns die ganze Schilderung des Strikes nicht genug in die Tiefe zu gehen; eine gewisse Rundung und Fülle besitzt doch nur die Gestalt Adolfs, während Meixner und die übrigen etwas schablonenhaft sind. — Die Darstellung war gut, und auch die schwierigen Massenszenen des zweiten Aktes gelangen trefflich. Herr Bauer, unser geschätzter Gast, gab den Bartel Turaser schlicht und ergreifend. Demnächst treten am meisten die beiden Frauenrollen der Marie Zelber (Frl. Schloß) und der Albine Turaser (Frl. Würdig) hervor. Die erstgenannte Rolle ist von dem Dichter wirksamer gestaltet, und die Darstellerin brachte sie voll zur Geltung. An Frl. Würdig lag es nicht, wenn die etwas mißlungene Gestalt der Gattin Turasers int zweiten Akte nicht ergreifender wirkte. Die Schuld lag unseres Erachtens an dem Dichter, der zu deutlich im zweiten Akte das Bestreben verrät, auf Kosten der dramatischen Logik seiner Handlung Fülle zu geben, und der darum auch Albine hier in mehr lärmender als dramatisch wirksamer Weise hervortreten läßt. Herr Wilhelmi bot als Adolf eine gute Leistung. Die gedrückte Existenz dieses wackeren Vertreters der alten Zeit, )er auf die Bestrebungen der jüngeren Generation etwas skeptisch blickt, wurde überzeugend vergegenwärtigt. Die Rolle des Arbeiters Meixner und des Färbermeisters Kleppl agen in den Händen zweier bewährter Darsteller, der Herren Walter und Liebscher. Die übrigen Nebenrollen boten keine Gelegenheit zum Hervortreten. Sie wurden alle brav ge« Vielt. Noch verdient hervorgehoben zu werden, daß das Söhnchen Turasers durch Reinhard Helm sehr gut wieder- gegeben wurde. Das Haus, das mit Ausnahme der Gallerten gut besucht war, folgte ergriffen dem Gange des Stückes.
—tz.
** Dem 22. Jahresbericht der Gießener Ruder-Gesellschaft entnehmen wir folgendes: Um mit der Hauptaufgabe zu leginnen, die sich die Gesellschaft, sowie jeder Sportverein gestellt hat, ist es das erste, zunächst über deren sportliche Thätigkeit zu berichten. War es auch der Gesellschaft nicht vergönnt im verflossenen Jahre in dieser Beziehung größere Erfolge zu erzielen, so kann dieselbe doch mit den sport- ichen Leistungen zufrieden sein. Die ungünstigen Wasserverhältnisse im Frühjahr verhinderten es, mit den Hebungen, wie in früheren Jahren, rechtzeitig zu beginnen, infolgedessen von einem Besuch auswärtiger Regatten abgesehen werden mußte. Bei der am 31. Juli veranstalteten Regatta war die Gesellschaft mit zwei Mannschaften beteiligt, und errangen die Senioren einen schönen Sieg, während die Junioren ehrenvoll unterlagen. Die Opferwilligkeit der Mitglieder gestattete es, den Bootspark zu komplettieren, so )aß die Gesellschaft jetzt über folgende Boote verfügt: Rennboote: 1 Achter, 2 Vierer, 1 Dollenvierer. Schul- ) oote: 2 Gigs, 1 Dollenvierer, 1 Zweier, 1 Dollenzweier. In den Sommermonaten erfreute sich das idyllisch gelegene Bootshaus, durch die seitens des Vorstandes arrangierten gemütlichen Zusammenkünfte, eines regen Besuches, und sind auch für die kommende Saison einige derartige Veran- taltungen wieder geplant. Bei der am 31. Januar a. c. tattgehabten Generalversammlung wurden folgende Herren mit der Führung der Geschäfte für das Jahr 1899 jetraut: A. Scheel, 1. Vorsitzender; G. Schmincke, 2. Vor- itzender; E. Challier jun., 1. Schriftführer; H. Herlinger, 2. Schriftführer; A. Wittich, Kassierer; C. Krailing und A. Oßmann, Instruktoren; C. Rübsamen und L. Lotz, Ruderälteste. Als Vertreter der passiven Mitglieder wurden Herr Kommerzienrat W. Gail und Herr Zahnarzt G. W. Koch gewählt. Die finanzielle Lage der Gesellschaft ist trotz der großen pekuniären Anforderungen, welche alljährlich an die- elbe gestellt werden eine befriedigende. Der Mitglieder- lestand betrug am Ende des Jahres: 3 Ehrenmitglieder, 49 aktive, 165 passive Mitglieder und 4 Zöglinge. Es oll nicht unerwähnt bleiben, daß in der letzten Generalversammlung beschlossen wurde, zu dem am 2.—9. Juli stattfindenden Bundesschießen einen Preis zu stiften, sowie am Festzuge teilzunehmen.
** Die Stadt Darmstadt hat die Gehalte für ihre Volksschullehrer wie folgt festgesetzt: a. Für Lehrer: Anfangsgehalt 1350 Mk. Neun Zulagen L 200Mk. Höchstgehalt nach 27 Dienstjahren 3150 Mk. Wohnungsvergütung 500 Mk. b. Für Lehrerinnen: Anfangsgehalt 1200 Mk. Sieben Zulagen A 150 Mk. Höchstgehalt 2250 Mk. Wohnungsvergütung 300 Mk. c. Für Schulverwalter und Schulverwalterinnen: Vor bestandener Schulprüfung 1000Mk.; nach bestandener Prüfung 1150 Mk. bezw. 1100 Mk.,
steigend in drei Gehaltsklassen bis zu 1450 Mk. beiti 1300 Mk. Mietentschädigung 300 Mk. d. Funktion? zulage für Oberlehrer: 750 Mk. Darmstadt ist im Höchst gehalt nicht nur über Gießen hinausgegangen, sondern läßi was für die Lehrer von noch größerem Vorteil ist, bei Höchstgehalt schon nach 27 Dienstjahren erreichen. Außer dem hat dieses Regulativ Rückwirkung bis zum 1. Oktober 1898. Die Mehrausgabe, die der Stadt Darmstadt durct diese Regulierung erwächst, beträgt für ein Jahr 54 550 M
§ Mücke (Oberhessen), 10. Februar. In der Waldung „Laubberg" bei dem benachbarten Ilsdorf wurden bei dn dort abgehaltenen Holzversteigerung ganz auffallend hohe Preise für das Nutz- und Bauholz bezahlt. Da Festmeter Eiche-Schnittholz kostete im Durchschnitt 50 bst 70 Mk., gewöhnliches Werkholz 30 bis 35 Mk., Bau- und Schwellenholz erreichte eine Höhe von ca. 40 Mk. pro Fest, meter. Eine Eiche, welche ca. 35 Festmeter hielt, kam bti dieser Versteigerung auf die respektable Höhe von 200 U Das sind Holzpreise, welche diejenigen vor einem Jahrzehn: um das doppelte übersteigen. Man sieht hieraus rch deutlich, welcher Reichtum in unseren Vogelsberger SM ungen steckt. Allerdings konnte früher dieser Reichtum nist richtig verwertet werden, weil der Vogelsberg abseits b-r Verkehrsadern, der Eisenbahnen lag. Je mehr aber bt; Vogelsberg durch zweckentsprechende Bahnen er- und angr schlossen wird, desto beffere Preise erzielen seine wertvoller Holzsorten.
§ Ans dem Ohmthal, 10. Februar. Ein solch« sommerlich warmeTemperatur, wie sie am heutiger Tage herrschte, in der ersten Hälfte des Februar, bürfttn wir schwerlich im letzten Jahrzehnt gehabt haben. Mittags 13 bis 14 Grad Reaumur im Schatten, das ist eine Wärme, wie sie gar oft im Mai und Juni mangelt. Der leichte Schnee, der kürzlich bei beachtenswerter Kälte ftl, ist wieder überall gewichen, und auch keine Koppe nv.k sieht weiß ins Thal. Bei solch ungewöhnlicher Wäm dürften indessen Kälterückfälle nicht ausbleiben.
+ Nidda, 10. Februar. Unferer frei willigen Feuerwehr, die bereits 22 Jahre bestehe und gegenwärtig 92 aktive Wehrleute, sowie 83 passive Mitglieder zählt, wurden in letzter Zeit zur Anschaffung, bezw. Ausbesserung von Löschgeräten überwiesen: aus der Staatskasse 500 Mk., von den Feuerversicherungsgesellschaften „Colonia" und „Providentia" 100 und resp. 75 Mk., von der Magdeburger Versicherungsgesellschaft 50 Mk., und von der Hiesigei: Vorschußkasse 50 Mk., während unsere Stadtverwaltung ebenfalls aufs bereitwilligste das ihrige zur Anschaffung oob Geräten re. that, so daß der Stand des freiwilligen Feuer, wehrkorps als ein guter bezeichnet werden muß.
A Aus Rheinhessen, 10. Februar. In Sachen der Weinsteuervorlage tagte heute nachmittag in Hahn heim (Kreis Oppenheim) eine aus vielen hundert Personen bestehende Protestversammlung, die um deswillen einen außerordentlich erregten Charakter annahm, weck cd vet lautbar geworden, daß der Vertreter des betreffenden Wahlkreises in der zweiten Kammer, Oekonomierat Wern her sich für das Weinsteuergesetz ausgesprochen hatte. Der genannte Abgeordnete war zu der Versammlung eingeladen worden, war indes nicht erschienen, sondern ließ sich wegen einer nicht aufschiebbaren Reise durch einen Vertreter entschuldigen, welch letzterer jedoch nicht in der Lage war, eine deutliche Erklärung abzugeben, welche Stellung der Abgeordnete zu der Weinsteuerfrage einnehmen werde. Diese zweifelhafte Erklärung erregte in der Versammlung ziemliche Bewegung und laute Proteste. Nachdem von verschiedenen Rednern die Weinsteuervorlage auf das schärfste kritisiert worden, beschloß die Versammlung, erstens eine Aufforderung an die Regierung zu richten, die Weinsteuervorlage zurückzuziehen und dieses Ersuchen der Regierung durch eine Deputation unterbreiten zu lassen; zweitens an die erste und zweite Kammer unter Hinweis auf die Schäden, welche das pro jeftierte Gesetz dem Weinbau und dem Weinhandel in Rheinhessen bringen würde, eine Petition zu richten, gegen die Regierungsvorlage einzutreten. — Nach dieser Versammlung fanb am Abend noch eine zweite Protestversammlung in Nierstein statt, zu welcher der Abg. Wernher, ber gleich zeitig Bürgermeister von Nierstein ist, auch direkst eingeladen wurde.
Aus der Zeit für die Zeit.
Vor 100 Jahren, am 12. Februar 1799, schloß der berühmte Naturforscher und Physiker Laz aro Spalanzani zu Pavia die Augen zum ewigen Schlummer. Seine Ent' )eckungen, Versuche und Schriften über die Verdauungsfunktionen, den Kreislauf des Blutes und seine Beobacht' ungen über einen den Fledermäusen eigenen Sinn waren von hoher Wichtigkeit. Spalanzani unternahm außerdem größere Reisen nach Deutschland, der Schweiz und dem Orient und beschrieb die Merkwürdigkeiten dieser Gegenden. Er wurde am 10. Januar 1729 zu Skandiano geboren.
Vor 62 Jahren, am 13. (nicht 12.) Februar 1837, starb zu Paris der Dichter Ludwig Börne, ein Mann von Charakter und ohne Frivolität. Alles, was er schrieb war der ganze Mensch, er kannte keine Phrase. Unter feiner gesammelten Schriften zeichnen sich besonders seine „drania tischen Blätter" durch klare und scharfe Kritik, wie durch hohen sittlichen Standpunkt vorteilhaft aus, was auch ®on seinen Gegnern anerkannt wird. Er wurde am 6. J»"' 1786 zu Frankfurt a. M. geboren.
Vermischtes.
* Daß Caprivi bei feiner harten und trockenen soldatische Natur nicht ohne Humor war, mag der Leser aus folgende Anekdote ersehen, die den Vorzug hat, nicht gut erfunden. ,
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