stehende Eingabe, betr. Arbeiterwohnungen, gerichtet, in der nachfolgende, auf der Delegiertenversammlung der evangelischen Arbeitervereine Deutschlands zu Altona einstimmig beschlossene Forderungen vorgebracht werden: 1. Einrichtung von Landesbaubanken oder Landeskreditkassen zur Beschaffung der Baugelder für gemeinnützige Baugenossenschaften^ 2. Befreiung von der Umsatzsteuer, von Gebühren für Rechtsakte und von den laufenden Steuern für solche Vereinigungen. 3. Billige Abtretung von fiskalischem Baugelände namentlich in der Nähe der großen Städte. 4. Möglichste Wohnungsfürsorge in Bezug auf staatliche Unterbeamte und Arbeiter. 5. Regelung der Wohnungspolizei namentlich in der Richtung einer periodisch regelmäßigen, gesundheitspolizeilichen Revision der Mietwohnungen und Schlafstellen durch besondere Wohnungsinspektoren. Die Delegiertenversammlung hat ferner die Schaffung von Wohnungskommissionen für erforderlich gehalten, welche eine vollständige Wohnungsreform vorbereiten, das vorhandene Bedürfnis untersuchen, den Privatbestrebungen umfaßende Anregung geben, zur Gewinnung sowohl des geeigneten Baulandes als auch der Geldmittel und aller sonstigen Erleichterungen hilfreiche Hand leisten, sowie für eine letzte Entscheidung zur Sache die Grundlage herstellen.
Berlin, 8. Juli. Auf der serbischen Gesandtschaft erschienen gestern anläßlich des vereitelten Attentats auf König Milan zahlreiche Diplomaten, um ihre Karte abzugeben.
Berlin, 8. Juli. Der flüchtige Bankier Sally Elias, welcher wegen bedeutenden Unterschlagungen von der Staatsanwaltschaft gesucht wurde, ist in Paris festgenommen worden.
Berlin, 8. Juli. Wie aus Köln gemeldet wird, wurde heute vormittag dem Fürstbischof Schmitz, der seit längerer Zeit au einem hartnäckigen Knieübel leidet, das rechte Bein oberhalb des Kniees abgenommen. Der Patient befindet sich verhältnismäßig wohl.
Berlin, 8. Juli. Wie aus Bergen gemeldet wird, ist die Hohenzollern nach Aales und Drontheim weiter gesegelt.
Berlin, 8. Juli. Der Reichs-Anzeiger veröffentlicht die Ernennung des bisherigen Gesandten in Buenos Ayres, Freiherrn von Mentzingen zum Gesandten in Marokko.
— Handwerkerkonferenz. In Weimar hat eine Handwerkerkonferenz stattgefunden, über die der Reichstagsabgeordnete Euler folgendes mitgeteilt hat: Die Konferenz hat am Dienstag und Mittwoch dieser Woche getagt. Es beteiligten sich an ihr drei Reichstagsabgeordnete, neun Regierungsvertreter und ein hoher Vertreter der verbündeten Regierungen, acht Handels- und Gewerbekammer-Sekretäre und eine-Anzahl von Handwerkern aus den verschiedensten Provinzen Preußens und den Bundesstaaten. Die Verhandlungen waren sehr eingehend und führten u. a. zu der einmütigen Forderung: nicht freiwillige Zwangsinnung, sondern obligatorische Zwangsinnung.
— Als Verwaltungschefs der neu erworbenen Karolinen- Inseln sollen bestimmt sein: für die Oftkarolinen in Ponape der frühere kaiserliche Richter im Bismarck-Archipel, Dr. Stahl, für die Westkarolinen in Aap der Sekretär S e n f f t auf den Marschall-Inseln, und für die Marianen in Saipan der Assessor Fritz, der durch einen längeren Aufenthalt in Südamerika der spanischen Sprache völlig mächtig ist.
— Samoa. lieber das empörende Verhalten des bisherigen englischen Konsuls Maxse, der bekanntlich die treibende Kraft bei dem rechtswidrigen Vorgehen der Engländer und Amerikaner auf Samoa war, werden immer neue Einzelheiten bekannt. Aus Apia wird jetzt gemeldet, daß Admiral Kautz zugegeben habe, von dem englischen Konsul Maxse direkt zu seinem Vorgehen gegen die Ma- taafaleute veranlaßt worden zu sein. Er habe ursprünglich die Entwaffnung aller Samoaner ohne Unterschied der Partei im Auge gehabt; dadurch aber, daß gegen seinen ausdrücklichen „Befehl" auf Geheiß des englischen Konsuls Waffen und Munition an die Tanupartei geliefert worden seien, sei nicht allein diese Absicht vereitelt, sondern er selbst in eine falsche Lage gedrängt worden, die von Maxse immer mehr ausgebeutet worden sei und friedliche Verhandlungen, wie solche anfänglich in Aussicht genommen waren, unmöglich gemacht habe.
— Aus Südwestafrika. Nachdem die bergmännische Expedition, welche von der South West Africa Co. 1893 nach dem kupferführenden Gebiete von Otavi im Ovambolande abgesandt worden war, dort ansehnliche Kupferlager gefunden hatte, war die Gründung einer Kupferbergbau-Gesellschaft zu deren Ausbeutung beschlossen worden. Zuvor wurde aber der Berginspektor Duft in Südwestafrika beauftragt, noch einmal von Amts wegen das Gebiet daraufhin einer Untersuchung zu unterziehen. Da der Berginspektor Duft nun die Angaben der Privatfachleute bestätigt hat, so ist die Bildung einer kapitalkräftigen großen deutschen Gesellschaft für diesen Zweck, wie verlautet, dem Abschlüsse nahe. Diese Gesellschaft übernimmt auch den Bau einer Eisenbahn von der Küste nach Otavi, um damit das Erz transportieren zu können. Schon in diesem Herbste wird eine technische Expedition nach Süd- west-Asrika abgehen, um mit den vorbereitenden Arbeiten für diese Eisenbahn zu beginnen. Durch die Ueberlassung dieses Bahnbaues an die Otavi-Gesellschaft wird von der South West Africa Co. ein wesentlicher Teil der Rechte, die aus der berüchtigten sogen. Damaraland-Konzession von 1892 stammen, wieder in deutsche Hände zurückgebracht. Diese Unternehmungen werden einen bedeutenden Fortschritt in der Entwicklung Südwest-Afrikas bilden. Es ist das erste Mal, daß dort der Bergbau von einer mit reichen Mitteln versehenen Gesellschaft ernstlich in Angriff genommen wird. Bisher waren alle solche Versuche nur oberflächlich und konnten deshalb auch zu keiner vollen Klarheit und zu keinen Erträgnissen führen. Der Bahnbau hat ebenfalls nicht geringen Wert, da er die zweite Linie im Schutzgebiete bildet und nach einer Richtung hin
führt, woIsich in einigen Jahren vielleicht Anschluß an andere fremde Linien bietet.
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AMAAW.
Oesterreich Ungarn. Die Tschechen scheinen einen neuen Beutezug aufKostenderDeutschenzu beabsichtigen. Anders kann man sich die beweglichen Klagen der tschechischen Blätter über angebliche Benachteiligung des tschechischen Volkes durch das Ministerium Thun nicht erklären. „Nar. Listy" heben hervor, daß in dem auf Grund des § 14 erschienenen Staatsvoranschlag die tschechische Universität und die tschechische Technische Hochschule in Brünn mit keinem Heller bedacht seien, während für das deutsche Wien noch immer viel geschehe. Die Schulden Böhmens wüchsen, so daß es Anspruch darauf hätte, daß ihm ein Teil der Staatsüberschüsse zu gute kämen. Das tschechische Volk sei erbittert und fordere von Thun, daß er endlich die „Unfreundlichkeit" aufgebe. Noch pessimistischer ist ein Erguß des radikal-tschechischen Blattes „Radikalni Listy". Es schreibt: „Verschwunden sind die rosigen Hoffnungen, verschwunden das Vertrauen nicht nur zur jungtschechischen Politik, sondern auch in die eigenen Kräfte, und das Schlimmste ist, daß zu all dem noch die Hoffnungslosigkeit, es könnte in der Zukunft besser werden, hinzugetreten ist. Es scheint, wie wenn sich Resignation des ganzen Volkes bemächtigt hätte." — Die „T. R." bemerkt dazu: Man kann es dem Grafen Thun von Herzen gönnen, daß er von seinen ehemaligen, begehrlichen Freunden so unfreundlich behandelt wird.
Mailand, 8. Juli. Seit heute früh wütet ein verheerender Brand in der Seiden-Ausstellung und der internationalen elektrischen Ausstellung in Como. Man befürchtet den Verlust der gesamten Ausstellung.
Frankreich. Der bisherige Militärgouverneur von Paris General Zur lind en soll demnächst den Oberbefehl über das 18. Armeekorps erhalten.
— Der Munizipalrat von Paris, der drey- fusistische Neigungen hat, leistet sich das Vergnügen, Herrn Bertillon, einen der drei Schreibsachverständigen, der allerdings mit seinem Urteil über das Bordereau einen gehörigen Bock geschossen hatte, für unwürdig zu erklären, sein Amt weiter zu versehen. Dieses Amt hat nun mit der Graphologie nicht das Geringste zu thun, und man sieht den Grund zu jenem Urteil nicht ein, wenn es eben nicht eine Revanche der Dreyfusards ist. Bertillon ist Vorsteher des anthropometrischen Amts und hat sich durch die Erfindung, Verbrecher zu ermitteln, Weltruf erworben. Lopine, der Polizeipräfekt, der offener Dreyfusard ist und öffentlich erklärt hat, daß Bertillon sich bei dem Bordereau gröblich geirrt hat, schätzt doch den Direktor des anthropometrischen Instituts als gerichtlichen „Jdentifikateur" derart, daß er am liebsten von dem Beschluß des Stadtrats, der von ihm die Abberufung Bertillons verlangt, keine Notiz nehmen möchte. Aber dann taucht gleich die Prinzipienfrage auf, die dem Munizipalrat das Recht der alleinigen Aufsicht über das Personal der Stadt Paris giebt. Und erst neulich hat Lopine auf einen ausdrücklichen Beschluß des Stadtrats zwei Beamte der Untergrundbahn abgesetzt. Ein Kompetenzstreit heftigster Att würde sicherlich bei einer Weigerung Lopines ausbrechen, der einen unangenehmen Gegensatz zwischen Magistrat und Polizeipräfektur zur Folge hätte. Die nationalistische Presse erklärt, die Entfernung Zurlindens sei ein Beweis dafür, daß das Ministerium den Feldzug der Wiedervergeltung auf Anftiften der Parteigänger Dreyfus verfolge. Die revisionistische Presse spricht ihre Genug- thuung über die Entfernung aus, die unumgänglich gewesen sei.
Niederlande. Die gestern von der dritten Kommission der Friedenskonferenz angenommenen Zusatzbestimmungen zu dem Entwurf eines Vertrages über die Schiedsgerichte lauten folgendermaßen: a. Die Mitglieder des ständigen Schiedsgerichtshofes haben bei der Ausübung ihres Amtes diplomatische Privilegien und Immunitäten, b. Das Zentralbureau wird ermächtigt, seine Lokalitäten und seine Organisation den Signatarmächten für die Arbeiten eines jeden besonderen Schiedsgerichts zur Verfügung zu stellen, c. Die Signatarmächte verpflichten sich, dem Bureau eine Kopie von jeder Abmachung, die zwischen ihnen bezüglich des Schiedsgerichts getroffen wird, mitzuteilen, ferner alle Urteilssprüche, die von anderen Schiedsgerichten als von dem ständigen Schiedsgerichtshof gefällt worden sind. Die Signatarmächte verpflichten sich auch, dem Bureau die Gesetze, Verordnungen sowie alle Dokumente mitzuteilen, durch welche die Ausführung der vom ständigen Schiedsgerichtshof gefällten Urteilssprüche festgestellt wird. In seinem Bericht wies Deschamps darauf hin, daß der Sitz des ständigen Schiedsgerichtshofes Haag sein würde, und daß dieser Ort nicht nur der Mittelpunkt für schiedsgerichtliche Rechtsprechung, sondern auch für die schiedsgerichtliche Rechtslehre werden würde. Die nächste Sitzung der Kommission wurde auf Montag, den 17. Juli festgesetzt, nachdem De- lyannis erklärt hatte, daß ihm und anderen Vertretern acht Tage nicht genügten, um ihren Regierungen die Urkunden mitzuteilen, über die sie nähere Anweisungen zu erhalten wünschten.
Belgrad, 8. Juli. General Save Gruic, der serbische Gesandte in Petersburg wurde abberufen und mußte sofort die Geschäfte an den Gesandtschafts-Sekretär abtreten.
Madrid, 8. Juli. Die Gegensätze zwischen Finanz- und Kriegsminister haben sich wieder verschärft, sodaß eine Krisis unvermeidlich erscheint. Im allgemeinen ist die Stellung der Regierung sehr erschüttert. Die letzte Erklärung Silvela's in den Cortes beweist, daß im Kabinett keine Einigkeit besteht. Die heutige Kammersitzung wird voraussichtlich äußerst stürmisch verlaufen. Die Oppositions
Parteien werden einen allgemeinen Ansturm gegen die Regierung unternehmen.
Balkanstaateu. Zu dem Mordanschlag aus den Exkönig Milan liegen folgende weitere Meldungen vor: Als Knezevic die Schüsse abfeuerte, warf sich der Adjutant Lulik auf ihn, um ihm den Revolver zu entreißen und wurde hierbei an der linken Hand verletzt. Der König ließ den Adjutanten in dem Hofwagen in den Konak fahren, er selbst blieb in dem Geschäft des Großhändlers Barlovac, vor dessen Hause das Verbrechen geschah und wartete auf einen Fiaker. Mittlerweile sammelte sich eine äußerst zahlreiche Volksmenge an, die den König stürmisch begrüßte. Als Milan in den Wagen stieg, lüftete er seine Mütze und sagte: „Ich bin unverletzt. Gott hat mich beschützt." — Knezevic war früher als Feuerwehrmann in Belgrad thätig und weilte in der letzten Zeit in Bukarest. Als er nach der That flüchtete, suchte er sich durch einen Revolverschuß zu töten und sprang, als ihm dies nicht gelang, in die Save. Man konnte ihn jedoch herausziehen. — Im ersten Verhör hat Gjura Knezevic mehrere einflußreiche Mitglieder der radikalen Partei, darunter den früheren Oberstleutnant Nicolic, den früheren Minister Tauschanovic, den Redakteur des „Odjek" Stojan Protic, Atza Stanoyevic und den Pfarrer Milan Giuric der Mitschuld bezichtigt. Die beiden Letztgenannten waren im Jahre 1883 zum Tode verurteilt, aber von Milan begnadigt worden. Sämtliche hier genannten Persönlichkeiten sind bereits im Laufe der Nacht verhaftet worden. — Die Namen dieser in den Mordanschlag verwickelten Personen geben den Beweis dafür, daß es sich um eine hochpolitische Verschwörung handelt, und daß das Haus Obreno- witsch nahe daran war, seinen Throu ernstlich gefährdet zu sehen; Milan ist es, der trotz seiner Vergangenheit und obwohl er der Königswürde vor zehn Jahren entsagen mußte, die Herrschaft seines Hauses bisher gehalten hat. König Alexander ist trotz seiner Jugend schon ein früh gealterter Genußmensch, der, ohne den Willen und die Fähigkeiten zum Herrschen, die Zügel der Regierung in die Hände seines Vaters, wenn auch nicht der Form nach, so doch tatsächlich längst zurückgelegt hat, und der unfähig wäre, sie jemals wieder erfolgreich zu führen. — Ferner wurde der Führer der Radikalen' Pasic, bei dem der Thäter lange in Dienst gestanden, verhaftet, mit ihm weitere Mitglieder der radikalen Partei. Bei dem Advokaten Ljuba Schiffkovich, sowie bei der Geliebten des Thäters fand man belastende Schriften. Unmittelbar nach dem Anschlag befahl der König, sofort die ganze Garde zum Schutz des Königs an die Save zu führen, da er befürchtete, daß die Verschwörer auch dem König Alexander bei der Heimkehr von der Kahnfahrt auflauern könnten. — Einer der ersten, welche dem Mörder entgegen- traten, war der Dragoman des deutschen Konsulats, Herr Roesner. Knezevic bedrohte Herrn Roesner mit dem Revolver. Gestern wurde in der Kathedrale ein Dankgottesdienst abgehalten, dem auch das diplomatische Korps beiwohnte. Am Abend veranstaltete die Bürgerschaft einen Fackelzug. König Alexander erließ einen Armeebefehl, in welchem er die Armee zur glücklichen Errettung des Oberkommandanten beglückwünscht. In einer Festsitzung des Gemeinderats wurde einstimmig ein Beschluß angenommen, in welchem im Namen der gesamten Bevölkerung Belgrads der ruchlose Anschlag verurteilt wird.
New-York, 8. Juli. Aus Austin in Texas wird gemeldet, daß etwa tausend Personen, welche sich vor der Ueber- schwemmung auf eine kleine Anhöhe geflüchtet hatten, dem Hungertode entgegensetzen. Auch unter Schlangenbissen hätten sie viel zu leiden.
Vermischtes.
* Mit einem Hünengrab hatte sich nach der „Deutschen Juristenztg." kürzlich das Reichsgericht zu beschäftigen. Mehrere Schüler hatten von einem bloßgelegten und in seinem Wesen erhaltenen Hünengrab Keilsteine entfernt und es dadurch beschädigt. Sie waren wegen Beschädigung eines Gegenstandes der Wissenschaft verurteilt worden. Das Reichsgericht hat die hiergegen eingelegte Revision verworfen, indem es ausführte: Ein so erhaltenes Grab sei Gegenstand der Wissenschaft und im öffentlichen Interesse erhalten, wie alle im § 304 des Strafgesetzbuchs bezeichneten Gegenstände, bei welchem das Eigentum und dessen Beschädigung nebensächlich sei. Auch als „aufgestellt" könne es gelten, da sich § 304 auch auf Immobilien erstrecke und die Aufdeckung, Erhaltung und Zugänglichmachung eines solchen Grabes als „Aufstellung" gelten könne. Die Entfernung der Keilsteine sei aber eine Beschädigung, weil sie die Unversehrtheit des Grabes aufhebe, das kein regelloser Steinhaufen sei.
* Reisepläne des Kaisers. Der Kaiser wird sich im Anschluß an die Eröffnungsfeier des Dortmund-Ems-Kanals, die bekanntlich am 3. August d. I. stattfindet, nach Solingen bezw. Remscheid begeben, um die Müngstener Brücke, die Remscheider Thalsperre, sowie das in der Nähe gelegene Schloß Burg zu besichtigen. Nach einer soeben eingetroffenen Mitteilung des kaiserlichen Hofmarschallamtes an das Solinger und Remscheider Bürgermeisteramt hat der Kaiser den Wunsch geäußert, daß ein besonderes Festmahl ihm zu Ehren nicht stattfinden möge. Dagegen wird der Monarch an einer Festlichkeit bei der Thalsperre oder im Schlöffe Burg teilnehmen. Für den Besuch des Kaisers im bergischen Lande werden schon jetzt umfassende Vorbereitungen getroffen; so sind z. B. gegenwärtig etwa 70 Arbeiter mit der Renovierung des Weges von Müngsten längs der Wupper nach der Brücke zu beschäftigt, ferner soll auch für einen bequemen Fußweg von der Haltestelle Schaberg nach Müngsten gesorgt werden.
* Eine Reichserhebung über die Lage der Kellner und Kelluerinneu in Deutschland hat im November vorigen Jahres stattgefunden. Sie erstreckte sich auf die Arbeitszeit, die Lohnverhältnisse, den Arbeitsvertrag, die Stellenvermittelung und auf die besonderen Verhältnisse der jugendlichen und


