daß Bieh rr »r aus uuverserrchten Orte» zugeführt werden darf.
Gießen, den 7. Oktober 1899.
G. oßherzogliches Kreisamt Gießen.
______v. Bechtold.____________________
Bekanntmachung.
Die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh der Gemeinde Roth, Kreis Biedenkopf, ist erloschen und sind die Sperrmaßregeln aufgehoben worden.
Gießen, den 6. Oktober 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
____v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Das Wintersemester an der Großh. Obstbau- und laudw. Wiuterschule zu Friedberg beginnt Montag den 6. November, vormittags 9 Uhr. Programme und Jahresberichte sind von unterfertigter Direktion zu beziehen. Anmeldungen, sowie Anträge um Ausfertigung von Schülerfuhrscheinen sind alsbald an dieselbe zu richten.
Friedberg, 7. Oktober 1899.
Die Direktion
der Großh. Obstbau- und land. Winterschule.
vr. v. Peter.____________________
Zwanzig Jahre verbündet.
* Gießen, 9. Oktober 1899.
Zwei Jahrzehnte sind vergangen, seitdem sich eines der denkwürdigsten und folgenreichsten Ereignisse der neueren Geschichte vollzog: Am 7. Oktober 1879 wurde zwischen dem Sieger und Besiegten von Königgrätz ein Bündnis geschlossen, das in allem Sturm und Drang der Zeiten seine Festigkeit erwiesen hat und noch heute, erweitert und ergänzt durch den Beitritt Italiens, die Grundlage bildet für die Gestaltung der Verhältnisse in unserem Weltteile. Mit der Erinnerung an jenen Tag zieht zugleich das Gedenken an jenen unvergleichlichen Mann lebendig wieder herauf, der sein gewaltiges, in drei Kriegen gefestigtes Werk gekrönt hat durch eine Friedensthat, die dem Sieger den Genuß des Errungenen sicherte und zugleich den Besiegten versöhnte mit dem Leid, das die eiserne Notwendigkeit ihm auferlegt hatte. Und dieses neue, große Werk wurde vollbracht nicht nur im heißen Ringen gegen die widerstrebenden Tendenzen am Hofe der Habsburger, sondern auch in einem gleich heißen Ringen gegen die in einem langen Leben gefesteten Anschauungen des ersten Kaisers, der in einem engen Anschluß an Oesterreich die russenfreundlichen Traditionen Preußens gefährdet sah und nur mühsam sich der neuen, weitsichtigen Politik seines Kanzlers anzupassen verstand.
Es ist das Wundersame an Otto von Bismarck gewesen, daß er, der Phantasiebegabteste unter den Staatsmännern aller Zeiten, sich selbst in den Stunden der glänzendsten Erfolge nicht fortreißen ließ vom Rausche des Siegers, daß er niemals über der Gegenwart die Rücksichten selbst einer fernen Zukunft vergaß. Als der Krieg gegen Oesterreich begann, da galt ihm nicht der Ländererwerb als das zu erkämpfende Ziel, sondern die Versöhnung, und während in den Tagen von Nikolsburg der König und seine Generale die Demütigung des Gegners durch den Siegeseinmarsch der Truppen in Wien zu krönen gedachten, kämpfte er mit aller Energie und einem tiefen, zum Weinkrampf gesteigerten Leid gegen den Gedanken, für lange Jahre die Feindschaft zwischen den beiden eng auf einander angewiesenen Mächten zu vertiefen.
„Oesterreich schwer zu verwunden", so legte der Minister dem Könige seine Anschauungen dar, „dauernde Bitterkeit und Revanchebedürfnis mehr als nötig zu hinterlassen, mußten wir vermeiden, vielmehr uns die Möglichkeit, uns mit dem heutigen Gegner wieder zu befreunden, wahren, und jedenfalls den österreichischen Staat als einen Stein im europäischen Schachbrett und die Erneuerung guter Beziehungen mit demselben als einen für uns offen zu haltenden Schachzug ansehen. Wenn Oesterreich schwer geschädigt wäre, so würde es der Bundesgenosse Frankreichs und jedes Gegners werden, es würde selbst seine antirussischen Interessen der Revanche gegen Preußen opfern." Aus den Thränen des Zornes, die damals der große Staatsmann vergoß, ist eine köstliche Blume emporgeblüht, der Frieden. Es gicbt vielleicht in der neuen deutschen Geschichte keine so ergreifende Episode wie jene Stunden des Kampfes vor Nikolsburg, als der greise König und sein großer Gefährte gemeinsam an die Schwelle der Zukunft traten und Gewissen und Ueberzeugung den Einen auf eine verhängnisvolle Bahn den andern auf den Weg künftigen Gedeihens drängten. Der Sieg blieb dem Staatsmann, aber mit welcher Bitterkeit der König sich fügte, dafür zeugt der herbe Vorwurf, den er auf den Rand der Eingabe seines Beraters niederschrieb: „Nachdem mein Ministerpräsident mich vor dem Feinde im Stiche läßt und ich hier außer Stande bin, ihn zu ersetzen, habe ich die Frage mit meinem Sohne erörtert, Sa er ™ ^rselbe der Auffassung des Ministers ange- schlosten hat, sehe ich mich zu meinem Schmerze gezwungen, nach so glanzenden liegen der Armee in diesen sauren Apfel zu beißen und einen so schmachvollen Frieden anzunehmen." In Bismarck blieb von der Bitterkeit jener Tage nichts anderes zurück, als „die schmerzliche Erinnerung, daß ich ernen Herrn, den ich persönlich liebte, wie diesen, so habe verstimmen müssen."
Der „schmachvolle" Frieden war die Vorbedingung des künftigen Bundes. Zwar hat die Bitterkeit der Niederlage ' in den folgenden Jahren tn der Hofburg noch fortgewirkt und der Gedanke, in Deutschland den alten Dualismus oder vielmehr die österreichische Hegemonie wiederherzustellen trieb den Erzherzog Albrecht zum Abschluß jenes Ueberein- kommens mit Napoleon, dessen Wortlaut wir aus den Memoiren des Marschalls Lebrun kennen gelernt haben.
Aber die antipreußische Partei in Oesterreich ist dennoch innerlich nie erstarkt, gerade weil die Möglichkeit fehlte, auf den Verlust von Provinzen, auf den Uebermut der Sieger hinzuweisen. Schon das Dreikaiserbündnis fand die Monarchie der Habsburger in enger Verbindung mit Rußland und dem neugeeinten Deutschen Reich. Aber die eigentliche Belastungsprobe hat dennoch erst der Vertrag vom Jahre 1879 gebildet, jener Vertrag, der abgeschlossen wurde, als die Politik des Fürsten Gortschakow eine Reihe künstlicher Gegensätze zwischen dem Zaren und dem Deutschen Reiche geschaffen hatte und ein Krieg auf zwei Fronten das Werk von Versailles bedrohte. Es ist dem Fürsten Bismarck nicht leicht geworden, seine eigenen Bedenken gegen eine Konstellation zu überwinden, deren Spitze, wie der oberflächliche Beurteiler annehmen konnte, sich gegen Rußland richtete und den Zaren geraden Weges in die Arme der französischen Republik treiben konnte. Aber der drohende Augenblick forderte sein Recht, die Rücksicht auf das Wünschenwerte mußte zurücktreten vor der Notwendigkeit; die unfreundliche Haltung des Kaisers Alexander und das Erstarken des Pan- slavismus zwang den vorsichtigen Staatsmann, einen engen Anschluß an Oesterreich zu suchen, und während Kaiser Wilhelm nach Alexandrowa ging und von einer Verständigung mit seinem Neffen träumte, that Bismarck bereits die ersten Schritte zu einer neuen Gestaltung der Dinge. Das Bündnis, das zwischen ihm und Andrassy zu stände kam, solltekeineDrohung gegen Rußland enthalten; schon am 10. Sept. 1879 schrieb der Kanzler in einem Briefe an König Ludwig von Bayern: „Ich würde es für eine wesentliche Garantie des europäischen Friedens und der Sicherheit Deutschlands halten, wenn das Deutsche Reich auf eine solche Abmachung mit Oesterreich einginge, welche zum Zweck hätte, den Frieden mit Rußland nach wie vor sorglich zu pflegen, aber wenn trotzdem eine der beiden Mächte angegriffen würde, einander beizustehen." Auch der Wortlaut des Vertrages bestätigte es, daß er „in der Erwägung geschlossen wurde, daß ein inniges Zusammengehen von Deutschland und Oesterreich niemand bedrohen kann, wohl aber geeignet ist, den europäischen Frieden zu befestigen, indem sich beide Majestäten feierlich versprechen, daß sie ihrem rein defensiven Abkommen eine aggressive Tendenz nach keiner Richtung jemals beilegen wollen, als ein Bund des Friedens und der gegenseitigen Verteidigung."
Auch damals hat es eine heiße und bittere Arbeit gekostet, Kaiser Wilhelm für den Plan seines Kanzlers zu gewinnen. Der Neutralitätsvertrag mit Rußland, der, unter neuen und glücklicheren Verhältnissen geschaffen, uns die Flankendeckung nach Osten verlieh, war die Krönung eines Gebäudes, das allerdings in seinen gewaltigen Dimensionen den winzigen Nachfolger des großen Kanzlers beängstigte und erdrückte, sodaß er es hastig zerstörte.
Auch das Bündnis des Jahres 1879, das sich zum Dreibund erweiterte, ist nicht für die Ewigkeit geschaffen; jene mechanische Auffassung der Politik, die das, was heute nützlich ist, unter allen Umständen als Notwendigkeit für morgen ansieht, lag dem großen Kanzler fern. Noch in seinem letzten Vermächtnis hat er auf die Gefahren hingewiesen, die diesem Bündnis drohen, und auf den steten Zwang, mit neuen Möglichkeiten zu rechnen. „Toujours en vedette“, das gilt heute, wie stets, und nur die eigene Stärke sichert, mit Vorsicht gepaart, eine glückliche Zukunft. Der Tag aber, der die Erinnerung heraufführt an das zwanzigjährige Bestehen der Verbindung mit Oesterreich, bleibt dennoch einer der größten Ehrentage der Bismarck- schen Staatskunst.
z-tttürs und MsomMrs.
Gießen, den 9. Oktober 1899.
** In den drei hessischen Lehrer-Seminaren befanden sich im verflossenen Schuljahre 307 Zöglinge. Rheinhessen stellte die meisten Seminaristen, nämlich 124; aus Oberhessen waren es 81, aus Starkenburg 90 und 12 waren Nichthessen. Von diesen 307 Zöglingen waren 45 Lehrerssöhne, 132 Söhne von Landwirten, 106 von Handwerkern und 24 von Beamten. Die weitaus meisten dieser Seminaristen, nämlich 208, hatten ihre Vorbildung in Präparandenschulen erhalten. Von Volksschullehrern waren 42, in Gymnasien, Realschulen und anderen Lehranstalten 47 vorbereitet worden.
** Der Alldeutsche Verband erläßt gleichfalls einen Aufruf zu Gunsten der durch das Hochwasser Geschädigten in Oesterreich und Bayern. In dem Aufruf heißt es u. a.: Auch der Alldeutsche Verband darf bei dieser Liebesthätigkeit um so weniger zurückbleiben, als es ganz besonders gilt, auch der Not deutscher Volksgenossen zu steuern, die außerhalb der Reichsgrenzen wohnen. . . . Vor allem aber heißt es: rasch helfen! Die Not ist groß und der Winter ist vor der Thür, darum also bitten wir um baldigste Einsendung reicher Gaben. Soweit die eingesandten Gelder den Geschädigten im Königreich Bayern zugute kommen sollen, werden sie durch unsere Ortsgruppe München, die sich in dankenswerter Weise dazu bereit erklärt hat, zur Verteilung gelangen, da sie am besten in der Lage ist, zu beurteilen, wo die Not am größten ist. Die für Oesterreich bestimmten Gelder werden wir durch unsere dortigen Freunde solchen Hilfsausschüssen zugehen lassen, die uns die Gewähr dafür bieten, daß die Gaben auch wirklich deutschen Volksgenossen zugehen werden. — Auch wir bitten noch um weitere Gaben, da nach den uns privatim zugegangenen Meldungen die Not sehr groß ist!! Wir sandten bislang 535 Mk. ab.
Butzbach, 7. Oktober. Durch verschiedene hier eingetroffene auswärtige Händler (Württemberger rc.) beginnt das hiesige Obftgeschäft sich lebhafter zu gestalten. Täglich gehen größere Obstladungen, teils in Waggon, teils in Stückgutladung, von hier ab. Für Schüttel - (Kelter-) Obst werden hier und den umliegenden Ortschaften bis zu
9 Mark pro Doppelzentner bezahlt. Brechobst (Aepfel) wurde gestern und heute zu 12 Mark das Malter (200 Pfd.) hier verladen. Für feinere Aepfelsorten (Reinette) hat man noch keinen bestimmten Preis. Birnen gibt es bekanntlich in diesem Jahre in hiesiger Gegend nur wenige, ebenso ist es mit Zwetschen der Fall. Nur einzelne Gemarkungen wie Grüningen, Holzheim und Maibach hatten in diesem Jahr reichen Zwetschen Ertrag. Der Preis ist dementsprechend auch für dieses beliebte Obst ein hoher, er wurde den Leuten mit 7,50 bis zu 9 Mk., ja in kleineren Partien bis zu 11 Mk. der Zentner bezahlt. Für die in hiesiger Gegend sehr beliebten Glockenbirnen (Pastorenbirnen), von denen dieses Jahr ebenfalls wenige vorhanden sind, zahlen die Händler 14 Mk. für das Malter.
Bad Nauheim, 7. Oktober. Jetzt sind die Bohrmaschinen zu den Bohrarbeiten für eine neue Heilquelle von der Bahn nach der Bohrstelle gefahren worden und gegenwärtig ist der Platz in einem großen Umkreis durch mächtige Bretterwände abgesperrt. Von Darmstadt kam der Leiter der Bohrungen, Herr Geh. Oberbergrat Prof. Dr. Lepsius, an, und bestimmte nun definitiv den Platz, an dem gebohrt werden soll. Der Platz befindet sich etwa 25 Mtr. nordöstlich der Sprudelquellen VII und XII. Die Firma aus Halle, welche die Bohrarbeiten übernommen hat, hofft in drei Monaten damit zu Ende zu sein. Es soll 200 Mtr. tief gebohrt werden in einer Bohrweite von 22 Clm. Die alten Sprndelquellen VII und XII, die 1846 und 1855 zu tage traten, sind 159,5 resp. 180,10 Mtr. tief und nur 9 Mtr. von einander entfernt. Am Montag werden die eigentlichen Bohrbreiten beginnen.
4- Ober Schmitten bei Nidda, 7. Oktober. Ein sehr bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich gestern nachmittag bei der Moufangschen Fabrik hierselbst. Beim Abladen eines für dieselbe eingetroffenen cirfa 14 Zentner schweren Maschinenrades rutschte solches aus und fiel dem hilfeleistenden verheirateten Fabrikarbeiter Johannes Uhl dahier wider den Oberschenkel eines Beines derart, daß er schwerverletzt davongetragen wurde und heute in die Klinik zu Gießen transportiert werden mußte. Wahrscheinlich ist eine Amputation nötig. Der Verunglückte hat eine kränkliche Frau und kleinere Kinder; die Teilnahme an dem Schicksal ist allgemein.
M. Darmstadt, 8. Oktober. (Die Einweihung der russischen Kapelle auf der Mathildenhöhe. — Siegfried Wagner in Darmstadt und sein „Bärenhäuter" im Hoftheater.) — Nun ist das kleine, im Prächtigen moskowitischen Kuppelstil erbaute orthodoxe Heiligtum auf der Mathildenhöhe, dessen goldener Glanz am Sonntag mit dem von einer siegreichen Herbstsonne bestrahlten roten und gelben Laub alter Buchen und Eichen wetteiferte, gegen alle Profanen wofern sie nicht noch an der Vollendung im Inneren weiter arbeiten müssen, definitiv gesperrt. Denn um IO1/, Uhr hat die Einweihung mit allen vorgeschriebenen Zeremonien in Gegenwart der allerhöchsten russischen und Großherzoglich hessischen Herrschaften stattgefunden. In Rücksicht auf das beschränkte Terrain tva~ nur eine geringe Anzahl von Einladungskarten zur Ausgabe gelangt. Wir Mitglieder der Presse, die wir uns schon ziemlich früh eingefunden hatten, obwohl der Verkehr auf den Straßen, die dem Mathilden- garten zuführten, keinerlei Stockungen erlitt, standen am kleinen Gitterzaun, welcher das Kirchlein von dem übrigen Gartenterrain scheidet, zunächst und konnten von unserem gesicherten Standpunkt aus alles mit Muße beobachten: Die Anfahrt der verschiedenen Hofequipagen, denen hohe Offiziere und Hofbeamte entfliegen und die Ankömmlinge zu Fuß, unter welchen sich fast eben so viele Russen wie Deutsche befanden. Die drei Sprachen, deutsch, russisch und französisch schlugen abwechselnd an unser Ohr. Im russischen Gefolge war alles vertreten, von den hohen weltlichen und geistlichen Würdenträgern an bis herunter zu den Schaffnern und Lokomotivführern des kaiserlichen Sonderzuges. Als die Kaiserlichen und Großherzoglichen Herrschaften zur festgesetzten Stunde eintrafen, empfing sie ihr Hofstaat, teils an der Treppe, teils am Kirchenportal. Bevor sie in die Kapelle traten, wurden noch einige Begrüßungsworte mit verschiedenen Damen und Herren ausgetauscht. Kaiserin und Großherzogin hatten für den Tag die Trauer abgelegt und waren in einfacher, hellgrauer Seidentoilette, über welche die Großherzogin noch ein mit weißer Seide abgesüttertes, hochkragiges Cape trug, erschienen. Kaiser und Großherzog trugen russische Uniform. Ihnen zunächst befanden sich die Großfürsten Boris und Cyrill. Für die Außenstehenden, welche von dem Gottesdienst im Innern nur gedämpften Gesang, Litaneien und Weihrauchdämpfe aufnehmen konnten, erschien als ein Hauptmoment die feierliche Prozession um d.ie Kapelle herum, die bald nach den ersten Gebeten stattfand. Bei dieser Gelegenheit konnten wir auch die ganze reiche Herrlichkeit, den äußeren Glanz eines Kultus bewundern, der noch immer 68 Millionen zu seinen Bekennern zählt. Die Chorsänger, die zu der Einweihungsfeier eigens aus Petersburg gekommen waren, in ihren karmoisinroten, mit reichen Goldaufschlägen gezierten Uniformen, die ordinierende Geistlichkeit mit ihren goldstrotzenden Prachtgewändern und hohen Kronen, die Heiligenbilder, Kruzifixe und Kerze, welche dem Zuge vorangetragen wurden — das alles ergab ein ungewöhnliches Bild von starkem Farbenreiz. Die Kaiserin sieht schön und lieblich aus wie immer. Auch der Kaiser, den man immer so melancholisch abgeschildert, thaut in der Gesellschaft seines heiteren und gesprächigen Schwagers, unseres Großherzogs völlig auf. — Es ist bekannt, daß die Herrschaften wegen der Familientrauer allen öffentlichen Belustigungen fern bleiben wollen. Aber die Generalprobe des „Bärenhäuter" haben sie sich am Samstag von ihren Logen aus doch an- gehört. Siegfried Wagner, der junge Komponist, der das Glück hat, seinen Erstling über zwanzig Bühnen gehen zu sehen in einem Alter, in welchem sein Vater vergeblich an die Thüren der Direktionen und Intendanzen klopfte, weilt
Dienstag das AbfallHo/z an auf btm 'M an Dt
Die Znsammech
Gießen, den 7
.... Troß
7232
r?S'A'
-®°b t fog- W Sfc: fffirfo®* füllet fitbli
Neber die S.-Korrespondent vor
Die Einweih chischenKapelle o statt. Heute
von Rußland, M toria Melita von Y von Rußland, Se die Großsitrsten C! Kronprinz Nikolaus von Rumänien, son der russischen und he Russischer Staatsro Hosrat von Donbev wurden von dem i Werfer der Zeichnung trägern am (Singan Kaiserin und der Grc in das Gotteshaus ei Geistlichkeit und die waren; von Nichtort! beamten, die Flügelad geladen. Außer den l mögen toot)l noch 50 haben. Das handln konzentrierte sich aus des Gottesdienstes st außerhalb um die hergestellten, mit T Weg. Voran schriti
SienSt« d gtawitb, foUen |n
g-brochev
®*t zuw H, echüttelobft, bte J
M «
""steigert werden.
°" "■
Gießen, 7. £ 7231
^UeStädt^
derselbe nimmt in sagens 7V, ß ’ÄmT «
* nS*“' h tunb,'hti'Ä
'“"sä


