Sohn gehört jetzt zur deutschen Nation, und ich bitte Sie, sich mit mir in dem glühenden Wunsch zu vereinen, daß er seinem neuen Vaterland getreu sein und diejenigen beglücken möge, unter denen sein Leben hinzubringen er berufen ist. Ich werde meine ganze Kraft darauf richten, ihn zu lehren, ein guter, loyaler Deutscher zu werden."
— Der dem Kultusministerium unterbreitete Wunsch der Technischen Hochschulen, den Doktortitel verleihen zu dürfen, hat die Universitäten veranlaßt, zu dieser wichtigen Frage Stellung zu nehmen, deren Entscheidung von der Entschließung des Kaisers abhängig ist. Von dem ursprünglichen Plan, in einer gemeinsamen Petition sich dagegen zu erklären, ist man indessen wieder abgekommen. Es ist nur angeregt worden, daß sich jede Universität besonders zu der Sache äußern soll. Seitens der Berliner Universität ist diese Stellungnahme inzwischen erfolgt, und zwar in ablehnendem Sinn.
— Der Bericht des englischen Generalkonsuls in Shanghai über die Zukunft der nordchinesischen Handelshäfen spricht sich überaus günstig über Tsintau und Kiautschou aus, welche seiner Ansicht nach immer mehr den gesamten nordchinesischen Handel an sich ziehen dürften. Wei-hai-wei spricht der Konsularbericht von vornherein jede Hoffnung ab, irgendwie konkurrieren zu können, ja überhaupt zu einem Handelshafen zu werden. Selbst von Tschifu erwartet er nicht viel gutes, sagt vielmehr ziemlich offen dessen allmählichen Rückgang voraus und stellt Kiautschau auf eine Stufe mit Hongkong, zumal es nach Vollendung seiner Jn- landsbahnen, dank seiner vortrefflichen Anlage, seinem guten und mit großem Verständnis von den Deutschen erweiterten und geschützten Hafen und seinem praktischen Zollsystem, offenbar zu einem der besten Handelshäfen an der chinesischen Küste zu werden berufen sei. Der Bericht fährt dann fort, nachdem er die Zollvorrichtungen, die Anlage der Stadt, die Sanitätsvorkehrungen in derselben und den Besteuerungsmodus als mustergiltig hingestellt: Ein Teil der Bahnlinie zwischen Tsintau und Kiautschou ist bereits vermessen. Man hofft, die Bahnstrecke bis Wei-hsien — dem ersten bedeutenden Kohendiftrikt — innerhalb zweier Jahre zu vollenden. Die Kohlen können dann direkt von den Bahnwagen in die an den Werften bereit liegenden Dampfer verladen werden. Ta-Pu-Tu, der Hafen der Stadt Kiautschou, liegt in dem nordwestlichen Winkel der Bucht und wird hauptsächlich von ganz Ningpo und den Futschu-Dschunken besucht, welche ihre südlichen Landesprodukte, hauptsächlich Baumwolle und Papier, dorthin bringen und gegen Bohnen, Bohnenöl und Oel- kuchen und im Sommer gegen frische Früchte und Kohl austauschen. Der Exporthandel Tsintaus wird erst seinen eigentlichen Aufschwung nehmen, sobald die Eisenbahn vollendet ist. Schon jetzt ist vorauszusehen, daß Seide, Strohfabrikate und selbstverständlich Kohlen die Tschifu-Route aufgeben uud nach Tsintau gehen werden. Auch in Erhaltung der Forsten und Sicherung der Abhänge haben die Deutschen uns allein ein nachahmungswürdiges Beispiel gegeben. Ein Befehl des Gouverneurs verbietet den Chinesen, Bäume und Buschwerk auf den anliegenden Hügeln zu fällen, und kleine Steinmauern werden längs der Hügel von der Regierung aufgeführt, um das Wegwaschen der Abhänge während der Regenzeit zu verhindern. Man erwartet von dieser Maßregel sehr erfreuliche Resultate, da die so geschützten Hügel sehr bald zu fruchtbaren Terrassengärten werden müssen.
Wiesbaden, 6. August. Gestern versammelten sich hier die deutschen Weingroßhändler, welche beabsichtigen, sich an der Pariser Weltausstellung zu beteiligen. Auf der Ausstellung soll ein großartiges deutsches Restaurant errichtet werden, welches der Leiter des Berliner Palasthotels für -bie Weingroßhändler führt. Die Reichsregierung versprach ihre Unterstützung.
über den Stoff unterhalten, bis er ihrem Drängen nachgab, das, was ihm so gegenwärtig wäre, auf dem Papier fest zu bringen. Da machte er sich an die Arbeit und nach sechs Wochen hatte er das Vergnügen, das Manuskript geheftet zu erblicken. Mark, der auf Goethe, wie dieser selbst sagt, großen Einstuß hatte, ruhte nicht eher, bevor er es drucken ließ. „Bei Zeiten auf die Zäune, so trocknen die Windeln!" rief er, „das Säumen und Zaudern macht nur unsichere Menschen." Wenige dramatische Werke haben so mächtig eingewirkt, wenige immer solchen Sturm der Begeisterung erregt wie Goethes „Götz". Dennoch aber gab es auch abweichende Urteile. Friedrich der Große erklärte das Stück für eine schlechte Nachahmung Shakespeares. Lessing schrieb den Erfolg des Stückes der äußerlichen Ausstattung desselben zu. Dagegen waren die meisten Berufenen darüber einig, daß mit dieser Dichtung eine neue Morgenröthe für die deutsche dramatische Litteratur aufgegangen sei. So schreibt Haman, der Magus des Nordens, an Herder: „Goethe ist doch noch Ihr Freund? Der Name seines Götzen wird wohl ein Omen für unseren theatralischen Geschmack sein oder die Morgenröte in einer neuen Dramaturgie." Herder sagt darüber: „Sein Berlichingen ist ein Stück, groß und unregelmäßig, wie das Deutsche Reich ist, aber voll Charakter, voll Kraft und Bewegung. A. W. Schlegel urteilt in seinen Vorlesungen über dramatische Litteratur: „Man sieht in diesem Schauspiel nicht Nachahmung Shakespeares, sondern die durch einen genialen Schöpfer in einem verwandten Geiste angeregte Begeisterung." Im Phantasus sagt Tick: „Die Spanier haben zu unserer Beschämung eine höchst wohlfeile Ausgabe ihres vortrefflichen „Don Quixote" mit schlechten Holzschnitten und auf grobem Papier. Aber bei uns ist es keinem auch in der ersten Begeisterung eingefallen, dem Deutschen Bauer etwa den „Götz von Berlichingen" so anzubieten." Einhundertund- sünfundzwanzig Jahre sind seit der ersten Aufführung des Stückes vergangen, ohne daß es im Geringsten an Kraft und Frische verloren hätte. Wie Shakespeares Bühnenwerke wird es noch weitere Jahrhunderte überdauern, ohne daß sich der Staub des Alters darauf lagert.
Köln, 5. August. Die „Köln. Ztg." meldet aus Berlin: Zu der „Times"-Meldung über einen großen militärischen Konflikt zwischen Deutschland und dem Kongostaat ist hier ebensowenig etwas bekannt wie in Brüssel. Daß trotz aller Verträge in Zentralafrika noch Bezirke vorkommen, bei denen die Grenzen nicht mit europäischer Genauigkeit abgegrenzt sind, ist selbstverständlich. Wenn hierüber Meinungsverschiedenheiten eintreten sollten, so werden sie jedoch keineswegs einen sensationellen Charakter annehmen, den die „Times" den angeblichen Vorgängen am Kiwu-See beilegen möchten. Solche Streitpunkte regeln sich durch diplomatische Verhandlungen zwischen den beteiligten Staaten, nicht aber durch Eingreifen von Truppenteilen, auch wenn solche zufällig auf dem bestrittenen Gebiete anwesend sein sollten.
Hanau, 5. August. Die hiesigen Maurer beschloffen heute, in den Generalstreik einzutreten. Hervorgerufen wurde dieser Beschluß durch Differenzen in einem partiellen Ausstand.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Gegen den Sturm der Empörung der österreichischen Bevölkerung sind auch die kräftigsten Maßregeln der Regierung kraftlos. Obgleich in den letzten Tagen nicht weniger als 36 Zeitungen wegen Besprechung innerer Verhältnisse beschlagnahmt wurden, wächst die Entrüstung lawinenartig an und pflanzt sich weiter von Ort zu Ort.
— Die Proteste gegen §14 und die Verzehrungssteuer nehmen ihren Fortgang. Die Sitzung des Wiener Gemeinderats schloß mit einstimmiger Annahme des von der Mehrheit vorgeschlagenen Beschlusses, welcher mit dem vom Stadtrat gefaßten gleichbedeutend ist. Ruhestörungen fanden nicht statt. — Eine von dem Abg. Jro in Eger einberufene Volksversammlung zum Protest gegen § 14 wurde infolge eines von den zahlreich anwesenden Sozialdemokraten hervorgerufenen Tumultes aufgelöst. Die Sozialdemokraten entfernten sich ruhig. Die Deutschnationalen durchzogen singend die Straßen. Sie wurden von der Polizei zerstreut.
— Aus Salzburg kommt die Kunde, daß es bei der kürzlich abgehaltenen Protestversammlung noch nicht sein Bewenden habe. Vielmehr hat Freitagnacht abermals eine große Kundgebung gegen den § 14 stattgefunden. Nach einer am Abend abgehaltenen von ungefähr 200 Personen besuchten öffentlichen Vereins-Versammlung des deutschnationalen Salzburger Volksvereins fanden Straßenkundgebungen statt, welche sich zunächst gegen die Redaktion der „Salzburger Chronik", eines klerikalen Blattes, richtete, in welcher mehrere Fensterscheiben zertrümmert wurden. Als Polizei einschritt, sielen aus der zumeist den untersten Volksschichten angehörenden Menge mehrere Schüsse; auch wurden Steine auf die Beamten geworfen. Hierbei wurden mehrere der Letzteren verwundet. Die Polizei machte sodann von der Waffe Gebrauch und verwundete Mehrere. Später wurde Militär herbeigerufen, das jedoch keinen Anlaß mehr hatte, mit der Waffe einzuschreiten. Um 2 Uhr nachts wurde die Ruhe wiederhergestellt, nachdem sechs Verhaftungen vorgenommen waren.
Budapest, 5. August. Durch das reglementwidrige Verhalten seiner Offiziere und Bemannung scheiterte der serbische Personendampfer „Zar Nikolaus" beim Eisernen Thor. In panikartiger Flucht verließen die Passagiere das Schiff. Infolge der Verwirrung verloren drei Matrosen und der Steward das Leben.
Klagenfurt, 5. August. Hier, sowie in Kaposvaer, Bleiburg und Völkermarkt fanden heute morgen heftige drei Sekunden dauernde Erdbeben statt, wobei viele Häuser Risse erhielten und die Ziegel von den Dächern geworfen wurden.
Brüffel, 5. August. Das Ministerium ist in der Zusammenstellung wie bereits gemeldet, nunmehr offiziell gebildet. Das Eisenbahnministerium wird bis auf weiteres der Handelsminister interimistisch übernehmen. Es ist noch hinzuzufügen, daß das Portefeuille der öffentlichen Arbeiten, das bisher mit dem des Handels vereinigt war, Vanden- bougge übernimmt.
Brüffel, 5. August. Das neue Ministerium ist nunmehr, wie folgt, gebildet: De Smet de Nayer: Vorsitz und Finanzen, de Prooz: Inneres, de Favereau: Aeußeres, Libaert: Handel, Vandenheuvel: Justiz, de Volksberghe: Landwirtschaft, General d' Alkemade: Krieg.
Belgrad, 5. August. Wie nunmehr festgesetzt ist, werden nur Knesevic und Oberst Nikolik wegen Mordanschlages angeklagt und voraussichtlich zum Tode verurteilt werden; alle übrigen Inhaftierten haben sich nur wegen Hochverates und Teilnahme an einer Verschwörung zu verantworten.
Rußland. Polnische Kreise erblicken in einer Verfügung der russischen Negierung den Anfang einer polenfeindlichen Verwaltungspolitik. In den letzten Jahren war die Zahl der polnischen Beamten und Stadtverordneten in Litauen nicht unbeträchtlich gestiegen. Nunmehr ordnet ein Befehl des Wilna'schen Generalgouverneurs an, daß über die Konfession und Nationalität, das Dienstalter, die Bezüge der Kommunalbeamten, sowie über Konfession und Nationalität der Stadtverordneten Ermittelungen angestellt werden sollen.
— Der französische Minister des Auswärtigen D e l - cassö ist am Freitag in Petersburg eingetroffen. Derselbe wurde in Gatschina von dem französischen Botschafter Grafen Montebello begrüßt. Später besuchte der Minister den Grafen Murawiew und dinierte sodann im Ministerium des Auswärtigen.
— GegenFinnland scheint das sonst gerechte Gemüt des russischen Zaren immer mehr eingenommen zu werden. Als kürzlich ein Ministerialsekretär dem Kaiser die Satzungen einiger neuer finnländischer Vereine zur Genehmigung vorlegte, unterzeichnete dieser das Schriftstück nicht, sondern schrieb folgenden eigenhändigen Bescheid auf das Schriftstück:
„Unter den gegenwärtigen Verhältnissen sehe ich in dem Vorhandensein von Vereinen keinen Nutzen für das Volk. Alle Eingaben betreffend Genehmigung von Statuten sollen von jetzt ab, bei mir eingereicht werden, jedoch nicht eher, als im Jahre 1901."
Vermischtes.
* Original-Mitteilungen über Marinewesen. Der kürzlich im Beisein Sr. Maj. des Königs von Sachsen, des hohen Taufpaten des Schiffes, vom Stapel gelassene Reichspostdampfer „König Albert" des Norddeutschen Lloyd in Bremen, wird abermals einen Triumph deutscher Schiffsbaukunst und deutschen Unternehmungsgeistes darstellen. Der Dampfer hat eine Länge über Deck von 152,4 Meter, eine Breite von 18,3 Meter bei einer Seitentiefe von 11,6 Meter und mißt etwa 10,000 Register Tons Brutto. Sein Deplacement beträgt bei 28 Fuß Tiefgang 18,000 Tonnen und seine Tragfähigkeit an Schwergut nahezu 10,000 Tonnen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit dieses Dampfers soll im regulären Betrieb mindestens 15 Knoten betragen, kann aber bei Anwendung des künstlichen Zuges für die Kessel bis auf 17 Knoten gesteigert werden. Die schiffsbautechnische Leistungsfähigkeit deutscher Werften kann nicht beffer illustriert werden, als durch die Thatsache, daß dieses ungeheure Schiff, welches am 24. Juni erst vom Stapel lief, bereits im September, d. h. nach kaum drei Monaten fertig gestellt fein, und bereits im Oktober feine erste Reise nach Ostasien antreten wird.
• Verunglückt. Der von Bad Schimberg nach der Bahnstation Entlebnch (Kanton Luzern) fahrende Postwagen fiel Mittwoch früh durch Scheuwerden der Pferde in den Straßengraben. Ein Herr rettete sich durch Abspringen, während vier weibliche Insassen des Wagens, darunter zwei deutscheDamen, ziemlich ernstlich verletzt wurden. Die bet dem Absturz verunglückten Damen sind Frau Bösenhagen nebst Tochter ans Köln und zwei Schwestern Benoit aus Mülhausen (Elsaß). Während die Damen Benoit mit leichten Verletzungen davonkamen, sind die Verwundungen, die Frau Bösenhagen und ihre Tochter erlitten, ernster Natur. Nach einer anderen Meldung sind die Verunglückten Frau und Fräulein Richard aus Mühlhausen und Herr Els mit zwei Schwestern aus Reichenthal.
* Blühende Erbsen aus einem ägyptischen Grabmale. Die größte Sehenswürdigkeit der diesjährigen Blumenausstellung zu Windsor besteht in einem Topf blühender Erbsen, deren Same in dem Grab einer vor mehr als 2000 Jahren verstorbenen Aegypterin vorgefunden wurde. Die Pflanze gleicht in Größe und Form genau unseren eßbaren Erbsen; sie gewährt in dem Schmuck unzähliger weißer und fleischfarbener Blüten einen ungemein lieblichen Anblick. — Da bekanntlich die meisten Sämereien unter gewöhnlichen Bedingungen innerhalb weniger Jahre ihre Keimfähigkeit einbüßen, so würde es schwer halten, an die Triebkraft so außerordentlich alter Exemplare von Cerealien zu glauben, wenn man nicht den fast absoluten Luftabschluß ihres Fundortes in Rechnung zöge.
* Zehn Jahre Zonentarif. Zehn Jahre, so schreibt die „Wiener Arbeiterzeitung", sind eben verflossen, seit der ungarische Minister Gabriel Baroß den Versuch wagte, den Zonentarif für den Eisenbahnverkehr einzuführen und damit eine bahnbrechende Reform im Verkehrswesen zu inaugurieren. Heute kann man sagen, daß dieser Versuch glänzend gelungen ist und daß diese That das Verkehrs leben Ungarns mächtig gefördert hat. Bedeutende Theoretiker des Verkehrswesens waren gegen das Wagnis, und es schien fast, als ob sich Ungarn in ein kostspieliges Abenteuer stürzte, das von ganz falschen Erwägungen diktiert sei und in feiner Durchführung das Staatsbudget schwer schädigen werde Anfangs machte sich die Sache auch so, als ob die Warner Recht behalten sollen — trotz der wesentlich reduzierten Preise hob sich der Verkehr nicht. Aber schon in wenigen Monaten änderte sich das Bild. Der Verkehr hob sich in ungeahnter Weise. Im Jahre 1888 wurden von den ungarischen Bahnen 5047 500 Personen befördert, im Jahre 1896 aber nicht weniger als 33146400. Die Einnahmen aber stiegen während dieser Zeit von 6811000 fl. auf 21472000 fl. Der Erfolg des Zonentarifs ist also ein durchschlagender, und er wird allerorten, wo man heute dem Beispiel Ungarns schon gefolgt ist, um so größer werden, je konsequenter man die einmal betretene Bahn einhält.
* Die Ermordung des Präsidenten von San Domingo, Henreaux, hat auch in Hannover tiefe Trauer erweckt. Dort genießen zwei Söhne des Ermordeten feit einigen Jahren europäische Ausbildung. Die beiden 16 bezw. 14 Jahre alten Jünglinge kamen in Begleitung des Konsuls Hohlt vor drei Jahren mit einigen anderen Studiengenossen nach Deutschland und bezogen in Hannover eine Pension. Sie beabsichtigen übrigens, ihre Studien in Deutschland fortzusetzen. Ein älterer Bruder der jungen Leute befindet sich gegenwärtig in Paris, um dort zu studieren.
* Das kleinste und teuerste Grundstück von Berlin hat kürzlich, wie der „Konf." erfährt, seinen Besitzer gewechselt. Es ist nur vier Geviertmeter groß, liegt zwischen Königskolonnaden und dem Theater „Kaufmanns Variete", früher „Villa Colonna", und besteht aus einem winzigen Laden, der vor einigen Jahren von einem Cigarrettenhändler für 6100 Thaler erworben wurde. Jetzt hat eine Baugesellschaft das Fleckchen für 50000 Mk. gekauft. Eine Geviertrute käme nach diesem Verhältnis auf 175000 Mk. und ein preußischer Morgen auf 31500 000 Mk. zu stehen.
* Zu Warnemünde hat sich eine eigenartige Erscheinung bei den Bohrversuchen gezeigt, die im See jenseits der Ostmoole zur Untersuchung des Baugrundes für das zukünftige Dampffähre-Trajekt Warnemünde-Gjedser ausgeführt werden, und die bis 8 Meter unter dem Meeresspiegel reichen. Bei diesen Arbeiten machte sich nun in den letzten Tagen ein unangenehmer Gasgeruch aus dem sechszölligen


