Ausgabe 
8.7.1899 Erstes Blatt
 
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einer Revision der Genfer Konvention ergreifen möge. Der Bericht Rolins betreffend die Revision der Brüsseler Er­klärung über die Kriegsgebräuche wurde angenommen. Graf Nigra regte an, Artikel 25 möge auf das Bombarde­ment durch Streitkräfte Anwendung finden. Die Kommission drückt den Wunsch aus, daß die Frage den Regierungen zu einer weiteren Prüfung überwiesen und auf das Programm einer späteren Konferenz gesetzt werde. Bei der Beratung von Artikel 46 der Brüsseler Akte, der das Privateigentum behandelt, wurde die Frage der Unverletzlichkeit des Privat­eigentums zur See von den Vertretern der Vereinigten Staaten von Amerika aufgeworfen. Der russische Vertreter schlug vor, die Frage einer späteren Konferenz zu unter­breiten. Der englische Vertreter Pauncefote sprach die An­sicht aus, daß die Frage nicht in den Rahmen der Kon­ferenz gehöre. White erklärte sich mit einer von Martens vorgeschlagenen Resolution einverstanden, durch die es für wünschenswert erklärt wird, daß die von den Vereinigten Staaten aufgeworfene Frage auf das Programm einer neuen Konferenz gesetzt werde. Diese Resolution wird einer Plenarsitzung der Konferenz zur Annahme vorgelegt werden. Die Vertreter von Frankreich, England und Rußland machten ihre Vorbehalte. Hierauf nahm die Kommission einen An­trag Eyschens an, der dahin geht, die Frage der Festsetzung der Rechte und Pflichten der Neutralen auf das Programm einer neuen Konferenz zu setzen.

Madrid, 5. Juli. Die Gährung in der Hauptstadt und in den Provinzstädten, namentlich in Barcelona, nimmt trotz aller Ableugnungen des offiziösen Drahtes zu. Silvela erklärte in den Cortes, die Durchführung der neuen Steuern bilde für ihn die Kabinettsfrage; aber ehe es dazu käme, würde er die Kammer auflösen und Spanien als Diktator regieren. In Barcelona, wo der Belagerungszustand immer noch nicht erklärt ist, kam es wieder zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Tumultuanten. Zahlreiche Ver- wuüdungen kamen vor. Aus Navarra und den Grenz­gegenden kommen wiederholt Nachrichten von Einschmuggelung von Waffen für die Karlisten.

Seit einigen Tagen laufen Gerüchte um, in Sofia sei es zu einem Aufruhr gekommen, der in der Sobranje begonnen und dann die ganze Hauptstadt ergriffen habe. Die Nachrichten wurden freilich amtlich als unbeglaubigt bezeichnet. Sie wollen aber nicht verstummen. Heute wird über Wien gemeldet, in den Straßen von Sofia habe ein heftiger Kampf gewütet und Fürst Ferdinand fei zur Ab­dankung gezwungen. Eine Bestätigung dieser Nachricht bleibt abzuwarten; sicher aber ist es, daß die Stimmung der Bulgaren gegen den Koburger sehr erbittert ist.

Afrika. Die letzten Nachrichten aus Transvaal klingen wieder etwas beruhigender. Der Afrikaführer Hof- rneyer, der Kapminister Heroldt und das Mitglied der Bloemfonteiner Regierung Fischer hatten am Mittwoch mit dem Präsidenten Krüger eine lange Beratung, deren angeb­liches Ergebnis war, daß Transvaal die von den Regie­rungen des Oranje-Freistaates und der Kapkolonie unter­stützten Reformvorschläge annahm. Dem Volksraad soll ein Entwurf vorgelegt werden, nach dem den Ausländern, die schon vor dem Jahre 1890 im Lande gewohnt haben, sofort das volle Wahlrecht gewährt werden soll, während die Aus­länder, die erst nach dem Jahre 1890 ihren Wohnsitz im Lande genommen haben, erst nach Ablauf von 5 Jahren das volle Wahlrecht erlangen sollen. Da die letztere Be sümmung keine rückwirkende Kraft hat, wird weiter vorge­schlagen, daß in diesem Falle die Gewährung der Bürger­rechte mit der Naturalisierung zusammenfallen soll. Der betr. Entwurf enthält schließlich noch die Bestimmung, daß die Stadt Johannesburg im Volksraad fünf Vertreter er­halten soll. In Pretoria scheint man guter Hoffnung zu sein und anzunehmen, daß auf Grund dieses Reformgesetzes der Frieden erhalten bleiben wird.

Der Volksraad des Orange-Freistaates ist geschlossen. Präsident Stejin hielt eine Ansprache, in der er aussührte, die Kriegspartei habe die Versuche sehr be­einträchtigt, die gemacht worden seien, um eine friedliche Lösung der gegenwärtigen Schwierigkeiten herbeizuführen. Stejin fügte hinzu, für den Fall, daß eine friedliche Lösung unmöglich sei, möge Gott Regierung und Staat schützen, und sie beide ihrem Wort und ihrer Pflicht treu bleiben lassen. In London sind trotz dieser Sachlage die Hetzer gegen Transvaal nach wie vor am Werk. Es wird das Entgegenkommen in der Wahlrechtsfrage ignoriert und daran erinnert, daß Präsident Krüger sich den Milnerschen Plänen gegenüber ablehnend verhalten habe.Daily Graphic" spricht von beträchtlichen Truppensendungen, die nach Süd­afrika bevorständen.

Die Lage der Amerikaner auf den Philippinen ist so schlimm, daß in Washington eine starke Vermehrung der dortigen Truppenmacht beschlossen ist. Ob man damit ein besseres Ergebnis erzielen wird, ist fraglich; das einzig Vernünftige wäre, daß sich die Amerikaner mit den Philippinern verständigten und ihnen eine gewisse Autonomie zugeständen. Aus Manila wird von einem Deutschen ge­schrieben : Die humanen Amerikaner setzen den Kampf gegen die Philippiner fort und zerstören die bisherige Blüte von Handel und Industrie, die sich zumeist in fremden Händen befinden. Außerdem täuschen sie ihre Landsleute durch falsche Nachrichten. Ihr Gewährsmann ist öfter der belgische Wahlkonsul Andrö, den sie sofort als Generalkonsul be­zeichnen. So bringt derNew-Iork Herald" eine Unter­redung mit diesem Herrn, worin er erklärt, nun werde bald Frieden, wenn nur Luna beseitigt sei, der stets die Seele des Aufstandes gewesen. Luna ist aber gar nicht die Seele, wie Überhaupt niemand als solche be­zeichnet werden kann. Die Philippiner kämpfen einfach alle für ihre Freiheit, auch der Tod Aguinaldos und anderer Führer würde dem Kampf kein Ende machen. Zur Kennzeichnung des amerikanischen Gewährsmannes Andrs ist aber wohl ein Ueberblick übet seine Thätigkeit

auf den Philippinen angebracht. Nachdem er sich in allem Möglichen versucht hatte, Photograph, Zeichner in einer lithographischen Anstalt gewefen war und nirgends lange aushielt, wurde er Arbeiter, Aufseher bei dem Elektrizitäts­werke in Manila, wieder Photograph, etablierte 1895 eine Handelsfirma und wurde belgischer Wahlkonsul. Er ist mit einer Spanierin verheiratet. Tatsächlich ver­kehrten die angesehenen Europäer nicht mit ihm. Für die Amerikaner wüte es wohl besser, wenn sie andere Leute befragten, die vertrauenswürdig sind und die Verhältnisse objektiv beurteilen. Sie würden dann wenigstens die Wahr­heit erfahren. Aufsehen erregt die Meldung, daß Professor Schürmann, der dem General-Gouverneur als Zivil-Kom­missar beigegeben war, sich auf der Rückreise nach Washing­ton befinde. Es heißt, er bringe den Entwurf zu einer Lokal Regierung Manilas mit, den der General Otis an­zunehmen sich geweigert habe. Nun ist aber auch Präsident Mac Kinley ein Gegner jeder Zivilregierung, bevor nicht der Frieden hergestellt ist. Sein Kabinett soll aber diese Ansicht nicht teilen und scheint den Filipinos, während der Präsident auf Sommerurlaub ist, als eine Art Köder eine freie Verwaltung in Manila vorhalten zu wollen. Danach läge ein doppelter Kompetenzkonflikt in Manila und in Washington vor. Professor Schürmanns Vorschlag soll dahin gehen, eine aus allgemeiner Volkswahl hervorge­gangene Gemeindevertretung zu schaffen, die sich ihre Be­amten selbst ernennt. General Otis soll mit einem Ent­lassungsgesuch gedroht haben, falls dieser Plan ausgeführt würde.

Lokales und MovinMes.

Gießen, den 7. Juli 1899.

* Oeffentliche Anerkennung einer edlen Thal. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben dem Steuermann Adam Schiebel aus Weisenau, in Anerkennung der von dem­selben am 4. April l. I. mit Mut und Entschlossenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung des achtjährigen Jakob Schmidt aus Mainz vom Tode des Er­trinkens, eine Geldprämie zu verleihen geruht.

* - Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Worfelden, eine Lehrerstelle an der evangelischen Schule zu Groß-Umstadt; beide mit dem gesetzlichen, nach dem Dienstalter sich bemeffenden Gehalt.

* Zweigverein der Gustav Adolf-Stiftung. Am 26. Juni 1898 hielt der Gießener Zweigverein der Gustav- Adolf -Stiftung seine letzte Jahresversammlung ab, und zwar in Leihgestern. Die bei dem Gottesdienst erhobene Kollekte im Betrage von 88 Mk. wurde der Gemeinde Bürgel bei Offenbach zugewiesen. Nach dem in der Kirche zu Leihgestern erstatteten Rechenschaftsbericht hatte der Verein eine Jahreseinnahme von 2260 Mk. Zu derselben trug der Gustav-Adolf-Verein in der Stadt Gießen bei 1590 Mk. (der Frauenverein allein 1165 Mk), die Vereine im Land­bezirk 668 Mk. Das diesmalige Jahr es fest findet nächsten Sonntag 9. Juli in Kirchberg statt. Der Vormittagsgottesdienft, bei dem Herr Pfarrer Schwabe aus Rödgen die Festpredigt hält, beginnt um 91/a Uhr. Am Nachmittag predigt Herr Pfarrer Euler aus Gießen; der Gottesdienst nimmt um 2 Uhr seinen Anfang. Der Rechen­schaftsbericht wird int Nachmittagsgottesdienst erstattet. Außerdem sollen in beiden Gottesdiensten Ansprachen ge­halten werden. Ueber die Verwendung des Kollektengeldes entscheidet der Kirchenvorstand des Festortes.

* * 17. Verbands-Schießen des Badischen Landes Schutzen- Vereins und des Pfälzischen und Mittelrheinischen Schützen- bnndes. Der gestrige Festtag war ebenfalls regenfrei, wenn auch trübe. Das Tagesprogramm, welches Schießen, Früh­schoppen-Konzert, Bankett in der Festhalle, bei dem, wie wir hier gerne einschalten wollen, Herr Kommerzienrat Koch in gebundener Rede auf die Schützen-Frauen und -Töchter toastete, und Verbands-Vorsitzender Göbel-Landau den Damen Gießens die Huldigung der Schützenbrüder darbrachte, Konzert auf dem Festplatze und in der Festhalle, Überreichung der Becher am Gabentempel, und für den Abend großes Monstre-Konzert der vereinigten Kapellen des 115. und 116. Infanterie-Regiments ver­kündete, konnte ohne Störung durchgeführt werden. Der Besuch des Festplatzes war ein guter, besonders am Abend Ueber das Schießen ist zu berichten: Becher schossen auf Standscheibe: Leich tiin - Karlsruhe, Stuckeman- Rüsselsheim, Baum-Wiesbaden, Karnerer Pforzheim, Stake­mann-Frankfurt, Kramer - Mühlheim, Opel - Rüsselsheim, Schmidt Rüsselsheim, Kopf-Frankfurt, Schmidt-Rüsselsheim, Hildner - Pforzheim , Dikoro - Gießen, Braun - Pforzheim, Schlinck-Wiesbaden. Beste Schießresultate auf Feld­festscheibe Mittelrhein: Kopf-Frankfurt 32 Ringe, Becker-Gießen 31, Hirz-Köln 30. Feldmeisterscheibe: Huber-Frankfurt 53 Ringe, Jung-Mainz 50, Brettschneider- Kreuznach 50. Feldsestscheibe Baden: Müller- Koburg 31, Stemmler-Franksurt 31, Braun-Pforzheim 31, Süssenguth-Neustadt 31, Wießler-Butzbach 34. Stand- meisterscheibe: Hirz-Köln 50, Brettschneider-Kreuznach 51, Jung Mainz 52, Brauns-Offenbach 56. Bis heute mittag wurden Becher erschossen von Alfred v. St. Anye- Mannheirn, Pistole, Jüngst Biedenkopf, Stand, Leichtlin- Karlsruhe, Feld, Kommerzienrat Körting-Hannover, Stand, Ernst Funk-Suhl, Feld.

* * 17. Verbands-Schießen des Badischen Landes-Schutzen- Vereins und des Pfälzischen und Mittelrheinischen Schützen- bnndes. Vielseitigen Wünschen entsprechend, soll am Sonntag mittag 12 Uhr eine photographische Aufnahme sämtlicher Mitglieder der Festausschüsse auf dem Festplatz stattfinden und wird geplant, dieses Bild zu einem Andenken für alle Herren Mitarbeiter zum 17. Verbandsschießen zu verwerten. Ein vollzähliges Erscheinen der Ausschußmitglieder ist daher dringend erwünscht. Ebenso werden dieselben Herren eine

Befriedigung darin finden, daß sie durch ihre Teilnahme an dem darauffolgenden Festbankett (welches auf 2 Mark das Gedeck ermäßigt ist) einer letzten Hauptversammlung beiwohnen können, bei welcher die Geschäftsleitung ihren letzten Bericht erstatten wird, hoffentlich zum schönsten Aus­klang aller Wünsche.

* * 17. Verbands-Schießen des Badischen Landes-Schützen- Vereins und des Pfälzischen und Mittelrheinischen Schützen­bundes. Wie bekannt, bieten die beiden Herren Fe ft wirte alles auf, die Besucher der Festhalle an Verabreichung der Speisen und Getränke, vollauf zufrieden zu stellen, und so haben sich die Herren auch bereitwilligst herbeigelassen, das für Sonntag angefetzte Menu statt für 3 Mk! für 2 Mk. zu verabreichen.

* Jngendfpiele. Eine über alles Erwarten große An­zahl Kinder aus allen Kreisen der Bürgerschaft haben sich zur Beteiligung an dem Festzuge und Kinderspiele auf dem Festplatze angemeldet, und wird die Aufgabe, die sich die Turnerschaft zur glücklichen Hinausführung des Projektes gestellt hat, keine kleine sein. Es dürfte sich wohl empfehlen, daß die Angehörigen der Kinder mit an der Aufrecht­erhaltung der Ordnung teil nehmen, indem sie sich bei den beiden Turnwarten, den Herren Franz Wigand und Karl Wenzel, bei Zeiten zum Dienst anmelden, und nach den Spielen ihre Kinder in Empfang nehmen. Wie be­kannt, haben am Samstag alle Kinder freien Eintritt und Erwachsene haben nur 20 Pfg. zu entrichten.

* Ehrlich währt am längsten. Der im (Safe Amend auf dem Festplatz angestellteKellner I. H e r g o ausBockenheim sand dieser Tage ein Portemonnaie mit 400 Mk. Inhalt, welches einem auswärtigen Schützen abhanden gekommen war. Der ehr­liche Finder lieferte seinen Fund unverzüglich ab und er­hielt dafür neben dem verdienten Finderlohn die sonst nur an Schützen als Schießabzeichen zur Verteilung gelangende silberne Gedenkmünze.

* * Hunde-Ausstellung. Für die am 15. und 16. Juli auf dem Schützenfestplatze stattfindende 2. internationale Hunde-Ausstellung, waren bis zum Ablaufe des Meldetermins am 4. Juli über 600 Hunde angemeldet, und ist damit die Zahl der im Vorjahre zur Ausstellung ge­langten, bereits überschritten. Da noch fortwährend Nach­meldungen eintreffen, dürften 700 Hunde im Katalog er­scheinen und damit die Gießener Ausstellung, die größte sein, welche in diesem Jahre in Deutschland und Oesterreich stattfindet. Besonderes Interesse werden bte langhaarigen russischen Windhunde (Barsois) bieten, welche durch die besten vorhandenen Exemplare vertreten sind, und bei welchen die Zwinger der Herren W. Griebsch, St. Petersburg und Leutnant von Chemich in Galizien mit unseren hervor­ragendsten deutschen Zuchten konkurrieren werden. Unter letzteren befinden sich Hunde Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Georg von Preußen und des Herrn Möckel in Homburg v. d. Höhe. Wie wir hören, wurden von mehreren Mitgliedern der Stadtverordneten-Versammlung 2 wertvolle Ehren-Preise für die Ausstellung gestiftet, und damit das Interesse dokumentiert, welches unsere Stadtväter, allen der Stadt zur Ehre und dem Geschäftsverkehr zu Nutzen dienenden Veranstaltungen entgegen bringen.

Aus der Zeit für die Zeit.

Vor 89 Jahren, am 8. Juli 1810, wurde zu Zwickau der berühmte Komponist Robert Schumann geboren. Er ist der in unseren Tagen beliebteste der modernen Musiker und verdient es, wenn eine reiche musikalische Begabung und eine besonders feine, meistens weiche und elegische Kunst- stimmung hierzu berechtigt. Er starb am 29. Juli 1856 zu Endenich bei Bonn.____________________________________

Vermischtes.

* Leipzig, 5. Juli. Die Bach-Orgel der alten Johanniskirche, die beim Erneuerungsbau des alter­tümlichen Gotteshauses entfernt wurde, soll jetzt verkauft werden. Von dem Leipziger Orgelbauer Joh. Scheibe er­baut, wurde sie 1744 durch den berühmten Thomas-Kantor abgenommen und eingeweiht, der sie dann bis in feine letzten Lebensjahre viel gespielt hat. Ueber die genau vor 155 Jahren erfolgte Orgelprobe berichtet Adelung, ein Zeitgenosse Bachs, in seinerMusica mechanica organoedi: Diese Orgel zu St. Johannis ist nach der strengsten Unter­suchung, die vielleicht jemals über eine Orgel ergangen ist, von dem Herrn C. M. Joh. Seb. Bach und dem Herrn Orgelbauer Zecher-Hildebrand für untadelhast erkannt worden."

Aus der Schweiz, 3. Juli. DieNeue Zürcher Ztg." schreibt: Es sieht wirklich gar nicht darnach aus, als ob wir unmittelbar vor den Hundstagen stünden! War das ein frostiger Julimorgen heute früh, unter 10 Grad Luft­wärme, also schon mehr spätherbstlich als hochsommerlich, und erst auf den Höhen, da schneit es wieder wie mitten im Winter. Pilatus meldet der meteorologischen Centralstelle Zürich von vormittags 7 Uhr 2 Grad Kälte und 2 Centi- meter Neuschnee! Auch Rigi und die tiefer liegenden Höhen bis 1600 Meter herab sind angeschneit. Ungestümer West bläst vom Atlantic her und hüllt unser mitteleuropäi­sches Gebiet neuerdings in überreiche Regenfluten. Indessen, nur Mut! Die Sonne scheint unausgesetzt, wenn auch stellenweise nur über den Wolken.

Ueber eine große Wettfahrt von Motorwagen wird aus Amerika berichtet. Ein von A. Winton gebautes Gefährt legte die Strecke von Cleveland in Ohio bis New-Aork in 47 Stunden und 34 Minuten zurück. Da die Entfernung 707,5 englische Meilen beträgt, so hatte der Motorwagen eine mittlere Geschwindigkeit von etwa 25 Kilometer in der Stunde geleistet. Die Fahrt wäre noch schneller von statten gegangen, wenn nicht am zweiten Tage der Bruch einer Achse eine Verzögerung veranlaßt hätte. Der Wagen wurde durch einen Gasolinmotor betrieben.