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Dienstag den 7. März
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Wegener Anzeiger
Heneral-Anzeiger
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Amtlicher Heil.
Gießen, den 3. März 1899. Betr.: Definitorialprüfung der Schulamtsaspiranten und Aspirantinnen im Frühjahr 1899.
Die
Großh. Kreis-Schulcommission Gießen an die Schulvorstände und Bürgermeistereien des Kreises.
Wir beauftragen Sie, den Schulverwaltern Ihrer Gemeinden von nachstehender Bekanntmachung Kenntnis zu geben, mit dem Bemerken, daß Gesuche, die später als am 29. März d. I. bei uns eingeliefert werden, keine Berücksichtigung finden.
v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Die diesjährige erste Definitorialprüfung der Schulamts- Aspiranten und Aspirantinnen soll Donnerstag den 27. April, vsrmittagS 8 Uhr, im Schulhaus der Landesbaugewerkschnle (Neckarstraße Nr. 3) dahier beginnen.
Unter Hinweis auf § 27 der Verordnung vom 10. Januar 1876, die Prüfungen für das Lehramt an den Volks- schulen betreffend, werden diejenigen Schulamts-Aspiranten Miib -Aspirantinnen, welche sich dieser Prüfung zu unterziehen beabsichtigen, aufgefordert, ihre an die unterzeichnete . Behörde zu richtenden, mit Stempelmarken im Gesamtbeträge von 1 Mk. 10 Pfg. zu versehenden Gesuche, nebst den erforderlichen Anlagen (Seminarabgangszeugnis, beziehungsweise Zeugnis der ersten Prüfung, Zeichnung und Probeschrifl), bis spätestens zum 29. März bei der betreffenden Kreisschulkommission einzureichen, welche die Gesuche weiter- befördern wird.
Alle diejenigen Prüflinge, welche nicht ausdrücklich von der Prüfung zurückgewiesen oder durch besondere Zuschrift der unterzeichneten Behörde auf einen späteren Termin zu derselben einberufen werden, haben sich zu der am Anfang dieser Bekanntmachung bemerkten Zeit dahier zur Prüfung ssnzufinden.
Die Großh. Kreisschulkommissionen und die Ortsschulvorstände wollen die Schulamtsaspiranten usw. von dieser Bekanntmachung in Kenntnis setzen.
Darmstadt, den 8. Februar 1899.
Broßh. Ministerium des Innern, Abteilung für Schul- Angelegenheiten.
I. D.: Dr. Eisenhuth. __________________________________d c Beauclair.
Deutsches Reich.
Wilhelmshaven, 4. März. Der Kapitän zur See Fritze, Chef des ersten Geschwaders wird als Nachfolger des Prinzen Heinrich im Kommando der zweiten Kreuzer- Division genannt.
— Unlautere Geldanerbietungen an Offiziere. Gegen die Wiederkehr der unliebsamen Vorkomm- rnffe, die bei der Aufdeckung der letzten Spielaffairen unb des sogenannten „Klubs der Harmlosen" bekannt geworden, wird seitens der Heeresverwaltung unnachsichtlich mit vorbeugenden Maßnahmen eingeschritten. Wie im Reichstag der Kriegsminister mitteilte, geschieht dies au den ausdrücklichen Befehl des Kaisers. Ju dieser Richtung bewegt sich eine soeben erlassene kaiserliche Kabinetlsordre i>om 23. Februar d. I., die den Elementen das Handwer za legen bezweckt, die sich mit unlauteren Geldangeboten Lu Offiziere wenden, mittelbar aber auch den jungen Offizieren erneut zum Bewußtsein bringt, daß es unehrenhaft ist, sich mit solchen Persönlichkeiten einzulassen. Die Ordre lautet: „Aus Vorkommnissen der jüngsten Zeit habe Ich wiederum ersehen müssen, wie häufig unlautere Ange. Bote gewerbsmäßiger Geldleiher an die Offiziere Meines Heeres herantretcn. Jugendlich leichter Sinn und Mange m Erfahrungen in Geldangelegenheiten lassen aus solchergestalt gebotener Gelegenheit häufig den Anfang schwerer Bedrängnis, ja vollständigen Ruins werden. Ich will alle Mittel angewendet wissen, um vou Meinen Offizieren Versuchungen dieser Art fern zu halten. Meine dahin zielende Ordre vom 5. Juli 1888 muß jedem Offizier als Mein nrnster Wille immer vor Augen stehen. Ich bestimme, daß ! Luftig jeder Offizier die an ihu gelangenden unlauteren Geldanerbietungen ohne Verzug seinen Vorgesetzten zu
melden hat. Die Generalkommandos und die sonst zu- tändigen Militärbehörden verpflichte Ich, nach Feststellung res strafbaren Charakters des Angebots und womöglich rieserhalb erzielter gerichtlicher Verurteilung, solche Fälle ortlaufend dem Kriegsministerium mitzuteilen. Dieses hat rann wegen Veröffentlichung der Namen derartiger Geschäfts- eute und der näheren Umstände des Falles das Erforderliche zu veranlassen.
Ausland.
— Die Nachrichten über das B e f i n d e n des P a p st e s sind andauernd günstig. Die Vernarbung der Wunde schreitet fort. Am Freitag hatte sich infolge der Unvorsichtigkeit des Papstes, welcher sich ohne Beihilfe erheben wollte, der obere Teil der Wunde wieder geöffnet. Als die Aerzte dem Patienten dann anempfahlen, sich nicht zu bewegen, versprach der Papst, sich darnach richten zu wollen, und verlangte nur, daß der ihm unbequeme Verband durch einen anderen, und zwar leichteren ersetzt werde. Mit Montag will Lapponi die nächtliche ärztliche Ueberwachung aufhören lassen, vorausgesetzt, daß, wie angeblich zu hoffen steht, die Besserung regelmäßig fortschreitet. Andere Mitteilungen freilich fassen den Zustand des Papstes, namentlich betreffs seiner Kräfte, weniger günstig auf und deuten an, daß in dieser Beziehung etwas verschwiegen werde. Trotzdem wird von vatikanischer Seite die Nachricht, daß die in Rom anwesenden Kardinäle mehrfache Besprechungen wegen eines Konklave gehabt hätten, entschieden für falsch erklärt. Unzählige Anekdoten über witzige und sarkastische Einfälle des Patienten laufen in Rom um. Es scheint, daß man tm Vatikan amtlich sich bemüht, die Stimmung des Papstes als stets humorvoll hinzustellen. Die „Borgopopolani" (Leute aus dem vatikanischen Stadtteil) machen sich natürlich die Ereignisse zu nutze und suchen Trost in einem guten „Lottoquaterna". Sie finden in den Glücksbüchern folgende Glücksnummern: Bei Papst 58, Alter 89, krank 26, Operation 78 Alle schwören darauf. Das Publikum verbreitet auch mit Vergnügen den Ausspruch Galimbertis: „Leo XIII. wird alt wie eine Schildkröte; hat man je eine Schildkröte sterben sehen?" Nicht überall freilich wird man diesen Vergleich geschmackvoll finden.
Paris, 5. März. Jnder AngelegenheitPicquart fällte am Freitag abend die Kriminalkammer nach 4i/2ftünbiger Beratung das Zuständigkeitsurteil. Picquart und Leblois werden vor die Anklagekammer verwiesen wegen der Anschuldigung der Fälschung des „Petit Bleu", wegen Mißbrauchs und Mitteilung geheim zu haltender Schriftstücke in den Angelegenheiten Esterhazy und Dreyfus. Bezüglich der Aktenstücke in der Brieftaubenangelegenheit und der Spionen-Sache Boulet dagegen besagt das Urteil, daß das Kriegsgericht zuständig bleiben solle.
— Als Präsident des Senats nach Loubets Wahl zum Präsidenten der Republik ist Falliöres im Stich-Entscheid mit 151 gegen 85 Stimmen gewählt worden. Die Wahl hat politische Bedeutung. Während einer seiner häufigen Meisterschaften unterzeichnete Fallieres den Verbannungsbefehl gegen die Mitglieder der ehemals regierenden Familien. Er spielte später als Minister der Kabinette Tirard und Freycinet eine Hauptrolle im Kampfe gegen den Bou- langismus. In den letzten Tagen stimmte er in allen Abstimmungen der ersten und zweiten Lesung gegen das Lebret- gesetz. Die Nationalisten fühlen lebhaft bie Absicht, die ber Senat mit Falliöres Wahl verbinbet, und ihre Blätter bezeichnen sie als einen Sieg der Dreyfuspartei. — Ebenso qreifen die nationalistischen Blätter die Krimmalkammer wegen der Zuständigkeits-Entscheidung heftig an und nennen diese einen Amtsfrevel und eine Herausforderung der öffentlichen Meinung.
London, 4. März. „Daily Mail" meldet aus Kairo, die Behörden seien ohne Nachricht über die Bewegung des Khalifen. Es seien daher mehrere Offiziere auf Kanonenbooten nach dem Süden kommandiert worden, um sich über die wirkliche Lage der Dinge zu vergewissern. Gleichzeitig wird aus Kairo gemeldet, General .Kitchener werde nicht vor Juli nach dem Süden aufbrechen, es sei denn, daß der Khalif nunmehr eine offensive Bewegung mache. Man glaubt, daß infolge dessen noch vor Ende des Sommers eine Expedition stattfinden wird.
Petersburg, 5. März. Der Kommandeur des Peters- burger Militärbezirks, Großfürst Wladimir, erließ einen Korpsbefehl, nach welchem der Verkauf jeglicher Art sp iri- tuoser Getränke an die Truppen aus das strengste verboten wird.
New-York, 4. März. Aus Santiago de Cuba kommt die Meldung, daß der frühere spanische Kreuzer „Reina Mercedes", welcher in der Schlacht von Santiago von deu Amerikanern in den Grund gebohrt wurde, wieder gehoben und in den Hafen gebracht worden ist.
Washington, 5. März. Der Kongreß hat den Fonds ür die Pariser Weltausstellung im Jahre 1900 um 1,080,000 Dollar erhöht.
Lokales und MovinMes.
Gießen, den 6. März 1899.
•* Ernennung und Ordensverleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 3. März 1899 1) den Ministerialrat im Ministerium der Finanzen, Geheimerat Gustav Michell, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen, mit Eifer und Treue geleisteten ersprießlichen Dienste, in den Ruhestand zu versetzen und demselben aus diesem Anlaß die Krone zum Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen; 2) den vortragenden Rat in der Abteilung des Ministeriums der Finanzen für Eisenbahnwesen, Geheimen Oberfinanzrat Ludwig Ewald, mit Wirkung vom 5. d. M. an, zum Ministerialrat in dem Ministerium der Finanzen und Vorsitzenden der Abteilung dieses Ministe- riums für Eisenbahnwesen zu ernennen.
*'Militärpersonalnachrichten. Rubach, Proviantamts- konttolleur bei der Armee-Konservenfabrik in Mainz, nach Königsberg i. Pr., Schmidt II., Proviantamtsassistent in Koblenz, nach Mainz (Armee-Konservenfabrik), zum 1. April 1899 versetzt. Ko sänke, Proviantamtsassistent bei der Armee-Konservenfabrik in Mainz, mit Wahrnehmung der Kontrolleurgeschäfte daselbst ab 1. April 1899 beauftragt. Roltz, Zahlmeister von der 2. Abteilung des Hess. Feld- Artillerie-Regiments Nr. 11, Domke, Zahlmeister vom 2. Bataillon des Infanterie - Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, beide tauschen in ihren Stellen zum 1. April 1899.
** Oberhesfischer Geschichtsverein. In Stellvertretung des Vorsitzenden eröffnete der Schriftführer, Herr Dr. Dieterich die Sitzung mit einem Bericht über die geschäftliche Thätigkeit des Vereins, aus dem u. a. die erfreuliche That- fache hervorging, daß ein ungenannter Freund des Vereins demselben 500 Mark zur Erweiterung der römischen Abteilung des Museums zur Verfügung gestellt hat, und erteilte dann Herrn Lic. tbeol Willkomm das Wort zu einem Vortrag über Gottfried Arnold, der „Ketzerpatron" (1655—1714). Der Herr Vortragende schilderte zunächst deu allgemeinen Hintergrund, von dem sich die Thätigkeit seines Helden abhebt, die Herrschaft der Orthodoxie im geistigen Leben der Zeit und speziell auf den Universitäten und das Erwachen des Pietismus als der Reaktion auf die Orthodoxie. Er zeigte dann, wie unter dem Einfluß und im Anschluß an die collegia pietatis, die Spener in Frankfurt a. M. abhielt, der Pietismus auch an unserer Hochschule unter dem heftigen Widerstand der Orthodoxie Eingang gewann, und skizzierte kurz die Thätigkeit seines Hauptmortführers, des Professors der orientalischen Sprachen May. Der Vorstoß, den die in ihrer bisherigen Alleinherrschaft bedrohten Vertreter der alten Geistesrichtung gegen May und seine Anhänger unternahmen, führte gerade das Gegenteil von dem herbei, was sie erhofft hatten: ein Teil von ihnen wurde für immer, ein andrer auf längere Zeit suspendiert und auf die freigewordenen Lehrstühle lauter Anhänger der neuen Richtung berufen. Unter ihnen befand sich auch Gottfried Arnold. Seinen Charakter hatten die trüben Erfahrungen einer an Entbehrungen reichen Jugend frühzeitig nach einer Seite hin entwickelt, die der Aufnahme der pietistischen Lehren in mehr als einer Hinsicht günstig sein mußte, und die zum Durchbruch kam, als er in Dresden den direkten Einfluß Speners erfuhr. Ganz in diesem Geiste gehalten war auch seine erste Schrift, die „erste Liebe der Gemeinden Jesu Christi", die den unmittelbaren Anlaß zu seiner Berufung nach Gießen als professor historiarum gab. Nachdem er aus Gewissensbedenken zuerst abgelehut hatte, nahm er am Ende doch an, und hielt am 27. August 1697 seine Antrittsvorlesung „über die Verbesserung des Geschichtsstudiums",in der ganz modern anmutende methodologische Grundsätze seltsam kontrastieren mit den mystisch-religiösen Zielen, die der Geschichtsforschung gestellt werden. Als erster Profeffor der Geschichte an der Gießener Hochschule las er nun über Profan- und Vorzug - weise Kirchengeschichte, widmete sich seinen sonstigen akademischen Pflichten und trat oft und gern als Prediger aus.


