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7.3.1899 Erstes Blatt
 
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dem öffentlichen und geselligen Treiben der Stadt blieb er fern, weil ihm eine Bethätigung in dieser Richtung nicht sympathisch war. Um so nachhaltiger war der Einfluß, den er auf diejenigen ausübte, denen es vergönnt war, in den engen Kreis seiner Freunde gezogen zu werden, eine Thal­sache, die sich besonders deutlich an der wohlthätigen Ein­wirkung, die er auf den genialen aber zerfahrenen Dippel hatte, ermessen läßt. Vor allem aber ist seine Gießener Periode deshalb wichtig geworden, weil in ihr dasjenige Werk entstand, das seinen Namen bis heute lebendig er­halten hat: wir meinen dieunpartheische Kirchen- und Ketzerhistorie". (1. Teil Frankfurt a. M. 1698, 2. Teil 1700). Im scharfen Gegensatz zu der herrschenden Ge­schichtsbetrachtung wollte Arnold in ihr eine von dogma­tischen Voraussetzungen freie unparteiische Betrachtung der Geschichte der christlichen Häresie geben, aber die mit staunenswerter Gelehrsamkeit ausgeführtc Arbeit, die dem Titel nach eine "unpartheische" sein sollte, verwandelte sich ihm unter dem Einfluß seiner ausgeprägt pietistischen Gefühlsrichtung zu einer Apologie, ja zu einer Glorifizierung des Ketzertums, so daß er zuletzt wahres Christentum nur noch bei den außerhalb und im Gegensatz zu der Kirche stehenden religiösen Parteien, in der Kirche selbst aber nur ein Institut zur Befriedigung der Machtgelüste herrsch­süchtiger Priester und eine Verfälschung der wahren Lehre Christi erblickte. Das Buch rief eine wahre Sturmflut sich bekämpfender Meinungen hervor; innerhalb und außerhalb der wissenschaftlichen Kreise wurde es angegriffen, verteidigt, *n den Pranger gestellt und auf den Schild gehoben, auf alle Fälle aber war es ein Werk, das die Begründung des besonderen Lehrstuhls der Geschichte an unserer Universität aufs glänzendste rechtfertigte und seine Vertretung aufs würdigste inaugurierte. Leider sollte er selber der Hochschule nicht mehr lange erhalten bleiben: schon Anfang August 1698, kaum ein Jahr nach seinem Amtsantritt, legte er seine Professur nieder und kehrte nach Quedlinburg zurück, wo ihn die Berufung nach Gießen getroffen hatte. Was ihn zu dem Aufsehen erregenden Schritt, der im Lager der Gegner und Freunde lebhaft erörtert wurde, getrieben hat, vermag nur der mit voller Gerechtigkeit zu beurteilen, dessen Ge­mütsleben ähnlich gestimmt ist, wie dasjenige Arnolds und der pietistischen Kreise; soviel ist sicher, daß die Furcht, er könne der Berufung aus dem unlauteren Motiv eines nach äußerer Auszeichnung strebenden Ehrgeizes gefolgt sein, wesentlich bestimmend war, und daß daneben auch die Ab­neigung gegen die Beschäftigung mit der Profangeschichte, die ihm sein Amt auferlegte, und der Abscheu gegen das wüste akademische Treiben mitgespielt hat. Aber trotzdem er so sein Verhältnis zur Universität Gießen gelöst hatte, ehe er nur richtig an ihr heimisch geworden war, mußte es sich diese doch noch beim Erscheinen des zweiten Teils der Kirchen- und Ketzerhistorie gefallen lassen, von der Rostocker- theologischen Fakultät der geistigen Urheberschaft und Be­günstigung der revolutionären Ideen des Verfassers geziehen zu werden. In diesem selbst vollzog sich, nachdem er sich noch einmal mit voller Seele dem Treiben der separatistischen Kreise Quedlinburgs ergeben hatte, eine innere Läuterung und Abklärung, die seinen Anschauungen das Krankhafte nahm und ihm bis zu seinem in Perleberg erfolgten Tode (1714) treu blieb. An der Debatte beteiligten sich außer dem Herrn Vortragenden die Herren Geheimer Kirchenrat Kattenbusch und Prof. Krüger.

* Künstlerkleeblatt. Drei begabte, wackere, junge Künstler hatten wir die Freude gestern nachmittag im großen Saale des Gesellschaftshauses konzertieren zu hören. Und in der That durften sie sich hören lassen, denn sie erbrachten alle drei den Beweis verständnisvoller Kunst­fertigkeit, die sich bereits in der Zusammenstellung ihres Spielplanes verriet. Beethoven, Godard, Popper, Chopin, d'Albert, Vieuxtemps, Ries, Gade setzen für die Wiedergabe ihrer Kompositionen in ihrer Eigenart nicht geringe Meister­schaft der Kunstjünger voraus, und die Art und Weise, in der sich das Trio der Lösung seiner gestrigen Aufgabe unterzog, läßt hoffen, daß der Ruf der drei zu einem solchen wird, daß ihnen bald auch vom Konzert- oder Saalbau­verein ein Beglaubigungsschreiben nicht vorenthalten wird, deren Losung nun einmal für die Mehrzahl der Gießener Musikfreunde maßgebend ist. Immerhin bleibt es zu be­dauern, daß die drei gestern nicht mehr Zuspruch erfuhren, wennschon sie sich durch die kleine, aber dafür desto an­dächtigere Zuhörerschaft nicht im geringsten abschrecken ließen. Getragen von dem Anblick eines vollen Hauses, ist es am Ende nicht schwer, durch begeistertes Spiel zu erfreuen, aber im Angesicht einer im Saale zerstreuten Kunstgemeinde soviel Wärme zu entwickeln, als es die Herren Hütten­berger, Jost und Peine gestern vermochten, gilt uns denn doch höher. So mögen sie sich denn durch scheinbare Mißerfolge nicht abhalten lassen, die über rauhe Pfade zu den Sternen führende Künstlerlaufbahn unerschrocken zu ver­folgen. Sie werden ihr Ziel erreichen; vielleicht langsam, aber sicher. -dt.

*-8. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Am 24. Februar sprach Herr Prof. Dr. Siegmund Günther aus München über die Entdeckung des Seewegs nach Ostindien durch Vasco da Gama 1498/99. Der durch seine Studien zur Geschichte der Geographie, ins­besondere der mathematischen Geographie, Geophysik und Nautik wohlbekannte Redner gab in seinem über­aus fließenden und anschaulichen Vortrag zunächst ein Bild des Standes der geographischen und nautischen Kennt­nisse gegen Ende des 15. Jahrhunderts und legte sodann die Fäden blos, die schließlich zur Erreichung des seinerzeit wichtiger als die Entdeckung Amerikas erschienenen Erfolges führten. Er besprach die damals üblichen Instrumente zur geographischen Ortsbestimmung, das Astrolabium und den Jakobsstab, erörterte die Stellung der einzelnen portu­giesischen Könige Joäo I., Affonso und Joäo II. zu den damaligen Problemen der geographischen Entdeckungen,

würdigte die Thätigkeit Heinrichs des Seefahrers, berührte kurz die Aufklärung der afrikanischen Westküste im 15. Jahr­hundert und ging dann ausführlicher auf die erste Reise Vasco da Gamas 14971499 ein. Er schilderte diesen großen Entdecker als ein Kind seiner Zeit mit deren Vor­zügen und Schwächen, anerkannte aber den Vorrang Vasco m Gamas vor den meisten portugiesischen Seehelden und Eroberern des 15. und 16. Jahrhunderts. Mit einem Ueberblick über die späteren wenig bekannten Reisen des großen Portugiesen und deffen Thätigkeit als Statthalter Indiens, in welcher Eigenschaft er auch starb, schloß Redner einen Vortrag, den sechsten und letzten dieses Winters. Die Gesellschaft wird vor Beginn des Sommers noch zwei kleine Sitzungen halten, über die das nötige in dieser Zeit­ung bekannt gegeben werden wird.

** Großh. Gymnasium. Prüfung der Abiturienten am 4. März. Das um Va10 Uhr abends verkündete Resultat war folgendes: von 24 Schülern die sich der Prüfung unterzogen, konnten 21 mit dem Zeugnis der Reife entlasten werden. Ein Schüler war freiwillig zurückgetreten. Die Namen der bestandenen Schüler sind folgende: 1. Willy Boeck (Mathematik), 2. Gustav Drescher (Geschichte), 3. Hans Engel (Medizin), 4. Julius Faßbender (Medizin), 5. Heinrich Gräf (neuere Philologie), 6. Friedrich Heineck (Naturwissen­schaft), 7. Willy Korell (klassische Philologie), 8. Gustav Krauße (Jngenieurfach), 10. Friedrich Müller (Theologie), 11. Heinrich Müller (Theologie), 12. Ernst Pasch (Medizin), 13. Max Plaut (Medizin), 14. Fritz Ploch (Medizin), 15. Hubert Sattler (Medizin), 16. Ernst Sehmer (Rechte), 17. Paul Stamm (Rechte), 18. Sigmund Wertheim (Me­dizin), 19. Alexander Wilker (Offizier), 20. Adolf Zmßer (Artillerieoffizier), 21. als Externer Fritz Guggenberger (Seeoffizier.) Drei Schüler konnten auf Grund ihrer Leist­ungen von der mündlichen Prüfung dispensiert werden.

**n. Ceutralbahnhof Gießen. In der von dem national­liberalen Verein auf den 4. ds. Mts. in der Restauration Zum Andres" einberufenen, und auch von Nichtmitgliedern zahlreich besuchten Versammlung hielt Herr Professor Dr. Sommer einen interessanten Vortrag über die E r b a u u n g eines Centralbahnhofs und Verlegung der Eisenbahnanlagen im südlichen Teile derStadt. Bezüglich des letzten Punktes wünscht der Herr Redner, dessen Vortrag demnächst als Broschüre im Verlage der Brühl'schen Druckerei erscheinen wird, die Führung der Gelnhäuser Linie vom Walde aus in der Richtung nach Klein-Linden und Einmündung daselbst in die Frankfurter Linie; die Fuldaer Strecke dagegen solle geführt werden von Großen-Buseck über Wieseck mit Einmündung in die Kasseler Linie am Rodberg. Herr Regierungsrat Richter hält die Einführung der Gelnhäuser Strecke in die Frank­furter Linie für unmöglich, wegen der bereits außerordent­lich starken Belastung; eher vertrage dies die Kasseler Linie, und es fei deshalb wohl praktischer, einen Umbau genannter Strecke vom Walde aus nach Wieseck zu auszuführen. Zwischen Rödgen und Wieseck würden dann beide ober­hessischen Bahnen Zusammentreffen und gemeinsam am Rod­berg in die Main-Weser-Bahn einmünden. Nur auf diese Weise ließe sich auch der erhoffte Durchgangsverkehr Koblenz-Gelnhausen, BetzdorfFulda ermöglichen. Herr Fabrikant Günther begrüßt das Projekt mit Freuden, befürchtet aber, daß hierdurch die in naher Aussicht stehende Errichtung einer Haltestelle am Rodberg in Frage gestellt werden könnte. An der weiteren Diskussion beteiligen sich noch die Herren Baunnternehmer Winn und Realgymnasiallehr Dr. Pitz. Schließlich findet folgende Resolution einstimmige Annahme: Es ist wünschenswert 1. daß mit Rücksicht auf die sich steigernden Mißstände die Oberhessischen Eisenbahnlinien aus dem südlichen Teile der Stadt Gießen vollständig ent­fernt werden; 2. daß Gießen einen neuen für alle Linien gemeinsamen Personenbahnhof erhält". Eine Kommission bestehend aus den Herren Günther, Kirch, Sommer, Winn und W mann soll diese Resolution den in Be­tracht kommenden Behörden speziell den Verwaltungs­und städtischen Behörden mit der Bitte überreichen, daß dieselben gemeinsame Schritte zur Erfüllung der genannten Aufgabe einleiten möchten.

* Oberhksfischer Feuerwehrtag. Nach Beschluß des gestern in Friedberg abgehaltenen Provinzial-Verbands- tages Freiwilliger Feuerwehren findet der nächste oberhessische Feuerwehrtag in Hungen statt.

» Stadttheater. Der dreiaktige SchwankAscher­mittwoch" von I. F. Fischer und I. Jarno wurde gestern abend gelegentlich seiner zweiten Aufführung von einem zahl­reich erschienenen Publikum recht beifällig aufgenommen.

* Stadttheater. Carl Peppler vom Hannover'schen Hostheater spielt hier am 8. und 9. März.

* Oeffentlicher Vortrag über die hessische Steuerreform. Wir machen auf die im heutigen Inseratenteile enthaltene Anzeige aufmerksam, wonach Herr Ministerialsekretär Gl äs sing am nächsten Samstag in öffentlicher Versamm­lung einen Vortrag über die von unserer Regierung geplante Steuerreform halten wird. Für alle Steuerzahler ist es gewiß vom höchsten Interesse, aus dem Munde eines Beamten, der bei Ausarbeitung der betr. Gesetzentwürfe selbst mitgewirkt hat, und der überdies als Gießener in weiten Kreisen unserer Stadt perrsönlich bekannt und geachtet geachtet ist, über die leitenden Gesichtspunkte und die Vorteile, welche man sich von jener Reform verspricht, sich belehren zu lasten. Dem nationalliberalen Vereine, der in letzter Zeit wiederholt Gegenstände von allgemeinem Jntereste auf die Tagesordnung seiner Versammlungen gesetzt hat, kann man für die Veranlassung dieses Vortrags sicher nur dankbar sein.

" Prüfungs-Konzert der Musikschule von Fräulein Minna Körner. Die am 10. und 11. März im Saal des Einhorn ftattfindenden Konzerte bringen unter vielen anderen inter- restanten Tonstücken das Allegro moderato con spirito ed

assai legato der selten gespielten As-dar = ©onate von C. M. v. Weber in der Bearbeitung von Franz Liszt und die Variationen über ein russisches Tanzlied von Beethoven, von Hans von Bülow herausgegeben.

* cf Bauer'scher Gesang-Verein. Konzert am 12. März in Steins Saal. Zu den leistungsfähigsten und fleißigsten Mänergesang-Vereinen unserer Stadt zählt zweifel- os der Bauer'sche Gesang-Verein, der fu.4 unter der Leitung Paul Polsters sowohl an Sängerzahl wie Gesangstüchtigkeit kräftig erweitert hat. Der Verein setzt nun aber auch sein Licht nicht unter dem Scheffel, sondern icteiligt sich kräftig an den jetzt so eifrig gepflegten Ge- angswett streit en. ' Nicht nur einmal, sondern wiedcr- ;olt sind dieBauern" aus diesen Kämpfen, gegen achtungswerte und scharfe Gegner als Sieger heimgekehrt, und birgt das Archiv des Vereins wertvolle Silberstücke. Auch jetzt rüsten sich dieBauern" wieder zu einer That. aber sie suchen diesmal keine Gegner, sondern Freunde und Gönner, denen sie oft in uneigennützigster Weise gedient haben, und hoffen, recht viele davon am Sonntag den 12. März im Stein'schen Saale zu finden.

* * Der Verein zur Züchtung rei er Hunderassen hält seine ordentliche Monats-Versammlung am Diens­tag dem 7. ds. Mts., abends 8 Uhr, auf dem Lenz'schen Felsenkeller ab. Neben geschäftlichen Mitteilungen weist die Tagesordnung Besprechung der Frühjahrsschliefen und der projektierten Ausstellung im Juli, sowie Vortrag über die Dressur des Vorstehhundes mit sich anschließender Diskussion auf. Auch Nichtmitglieder haben Zutritt.

* * Postalisches. Die zum Landbestellbezirke der Kaiser- lichen Postagentur in Steinberg (Kreis Gießen) gehörige Neumühle wird vom 10. d. Mts. ab dem Landbestell­bezirke des hiesigen Postamts 1 zugeteilt werden.

* * Radfahrer.Hilfsstationen! In letzter Zeit ist an vielen Orten des Gaues IX. von privater Seite an Gast­häuser obiger Titel verliehen worden und zwar dnrch Ver­kauf eines Reparaturkastens für Radfahrer und eines SchildesRadfahrer-Hilfsstation", beide Artikel für den Preis von 15 Mark. Obwohl die Verkäufer Mitglieder des deutschen Radfahrer-Bundes sind, hat die Sache mit dem D. N -B. nichts zu thun, den Wirten möge vielmehr zur Kenntnis dienen, daß diese Radfahrer-Hilfs- stationen in keiner Weise auf eine Unterstützung durch Zuwci jung von Mitgliedern des D. R.-B. rechnen können, da der Bund an jedem verkehrsreichen Platze je nach Bedarf Bun­des-Hotels oder Bundeseinkehrstellen für seine Mitglieder die wohl den weitaus größten Teil des tourenfahrendeu Publikums ausmachen durch die Gaufahrwarte und nur vermittelst der zuständigen Ortsvertreter errichtet hat bezw. errichten wird.

x Vom Lande, 3. März. Zu den vielen Feinden unserer nützlichen Singvögel gehören bekanntlich auch die Häher, denen zuzeiten manches junge Vöglein zum Opfer fällt. In den Waldungen und Obstpflanzungen lüft sich jetzt wieder der Markolf, wie der Häher im Wolfömunbe heißt, häufig sehen und hören. Jagd-, Feld- und Wald Hüter sollten deshalb eifrig auf Vertilgung dieses Vogel- räubers bedacht sein. Auch für die Elster, die zur Brüte- zeit der Vögel manches Vogelnest plündert, ist eine Ladung Schrot kein unpassender Lohn.

+ Hungen, 5. März. Durch den Unfug, die Hecken zu verbrennen, entstand vorgestern in dem gegenüber der hiesigen Bahnstation liegenden Hain ein größeres 5 euer, durch welches infolge des herrschenden Windes beinahe Obst- bäume und vielleicht auch die benachbarte Villa Reinhardt beschädigt worden wären, wenn nicht noch rechtzeitig der vorn Brand ergriffene, mit dürrem Gras rc. bewachsene Boden durch Gräben und Erdaufwurf vom Nachbargebiet abgegrenzt worden wäre.

-1- Lich, 5. März. Heute fand hier eine durch Plakat­anschlag bekannt gemachteMaur er Versammlung" statt, bei welcher Herr Pfeiffer aus Vilbel über die schlechte Lage der Bauhandwerker im besonderen und der Lohn­arbeiter im allgemeinen sprechen und Mittel und Wege zur Besserung derselben Vorschlägen wollte. Trotz der großen Anzahl Bauhandwerker und besonders Maurer, die in unserer Stadt und Umgegend wohnen, waren nur sieben derselben zur Versammlung imFrankfurter Hof" erschienen.

Darmstadt, 5. März. Der im nächsten Monat auf Veranlassung der Centralstelle für Gewerbe beginnende kunstgewerbliche Unterricht hatte einen Vorläuferin dem von Professor Hermann Müller seit Jahren geleiteten kunstgewerblichen Zeichenunterricht im Sommer; erst im direkten Anschluß an die durch ihre Neuaufstellung wirklich benutzbare Technische Mustersammlung konnte er zum jetzt beabsichtigten erweitert und ausgestaltet werden. Hoffentlich entspricht dem begrüßenswerten Vorgehen auch die dem nächstige Frequenz. - Die Dampfkesselfabrik Rod berg hier soll in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden Nunmehr sind fast alle größeren Etabliffents hier, außer Merck,veraktiengesellschaftet". Ein hier seit längerem wohnender Dichter, Karl Hepp, wird im nächsten Monai mit einem neuen DramaDer Prior von San Marcos das im Florenz der Renaissance spielt, auf unserer Hof bühne Zutritt erhalten. Er hat sich in literarischen Streifen durch sein episches GedichtDer Dämon des Kaisers" unö andere Gedichte vorteilhaft bekannt gemacht.

Aus Rheinhessen, 5. März. Der Landtagsabgeordnete Römer in Alzey dementiert in denRheinh. Volks blätter" die durch die Blätter gegangene Mitteilung, dak er wegen Meinungsverschiedenheit mit seinen Wählern in der Weinsteuerfrage fein Mandat niedergelegt habe. gehe in der Weinsteuerfrage mit feinen Wählern Hand U Hand und habe dies schon dadurch betätigt, daß er m Finanzausschuß der zweiten Kammer gegen die Weinsteuer votiert habe. Wie verlautet, soll jetzt auch der Abgeordneie Hirsch-Alsheim gewillt sein, gegen die Weinsteuer z»

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