So wurde der Kreuzer „Entrecasteaux" in den ersten Tagen des vorigen Monats in Toulon Fahrproben unterworfen, denen er nicht entsprochen hat. Das Schiff hatte seine artilleristische Ausrüstung erhalten und sollte in den nächsten Tagen zum chinesischen Geschwader abgehen. Es erreichte jedoch die vorgeschriebene Schnelligkeit nicht, wurde daher nicht abgenommen, sondern der Werft zurückgegeben. Ebenso entsprach der Torpedojäger „Dunois" den gestellten Anforderungen nicht. Von den Unterseebooten verspricht man sich große Leistungen, und die in letzter Zeit in Toulon angestellten Versuche waren zufriedenstellend. Die Boote sind 34 Mtr. lang, 3,75 Mtr. breit, haben 106 Tonnen Wasserverdrängung und Maschinen von 217 Pferdekräften. Jedes Boot hat 4 Lancierrohre und eine Besatzung von 2 Offizieren und 9 Matrosen.
London, 5. Januar. „Morning Post" meldet aus Kairo, daß die beiden französischen Soldaten, ein Adjutant und ein gemeiner Soldat, welche an der Expedition Marchand teilgenommen und, weil sie erkannt wurden, nach Kairo gebracht wurden, gestern vom französischen Minister-Residenten zum Frühstück geladen worden sind.
London, 5. Januar. Von wunderbarem Glücke ist die jetzige Regierung begünstigt worden, so weit es die finanzielle Wohlfahrt des Landes betrifft. Diese möchte einen in der Wolle gefärbten Gegner schier zur Verzweiflung bringen. Die Staatseinnahmen haben allein sich im letzten Viertel des abgelaufenen Jahres gegen denselben Zeitraum von 1897 um 863662 Lstrl. gesteigert. Zu dem reichen Ergebnis haben namentlich die Accise und die Erbschaftssteuer beigetragen. Die Accise hat 540000 Lstrl. mehr gegeben und die staatliche Todesbuße 241000 Lstrl. Die Einnahmen des Postamts sind um 170000 Lstrl. gewachsen und die des Telegraphenamtes um 40000 Lstrl. Die Regierung kann sich schmeicheln, in den ersten neun Monaten des laufendeu Finanzjahres einen Ueberschuß von 974348 Lstrl. zu verzeichnen zu haben. Wenn der 1. April, der Beginn des neuen Finanzjahres, erscheint, dürfte die Summe wohl 1250000 Lstrl. betragen. Der englische Wähler vom gewöhnlichen Schlage wird aus dem Ergebnis nnr den Schluß ziehen, daß die Regierung in guten Händen ist; der Staatssäckel liegt ihm eben näher, als Kreta, die Türkei, Faschoda oder das weitentfernte China.
Amerika. Infolge der Vorfälle auf den Philippinen ist die Opposition im nordamerikanischen Senat gegen den Friedensvertrag bedeutend erstarkt. Daher ist Mac Kinley entschlossen, den Philippinen gegenüber die äußerste Geduld anzuwenden; man wird jede Art von Ueber- redung versuchen, ehe man gegen sie Gewalt anwendet. Der Präsident möchte außerdem auch nicht dem Scheine nach die Rolle des Befreiers der Philippinen vom spanischen Joche aufgeben. Die Generale Otis und Miller erhielten demnach Weisungen, jeden Kampf mit den Aufständischen, wenn möglich zu vermeiden. Otis wurde ferner beauftragt, einen Aufruf zu erlassen, die amerikanische Oberhoheit würde lediglich zu dem Zwecke ausgeübt, ihnen eine gute Verwaltung zu geben und die Sicherheit ihrer persönlichen Rechte zu gewähren. Während so Mac Kinley von der Aussicht eines Kampfes beunruhigt ist, würden seine militärischen Ratgeber einen entscheidenden Kampf, den sie für unvermeidlich halten, eher begrüßen. Man glaubt in diesen Kreisen nämlich, daß, so lange die Aufständischen nicht die Stärke der Fremden zu fühlen bekommen haben, kein freundschaftliches Zusammengehen möglich sein werde. Jedenfalls hat General Otis dem General Miller nach Jlo-Jlo Verstärkungen gesandt.
Lokales und Provinzielles.
Gießen, den 6. Januar 1899.
** Theater-Verein, lieber unseren Gast am Mittwoch den 11. Januar, bringt der „Hannov. Courier" einen höchst intereffanten Artikel, den wir unseren Lesern, trotzdem es sich um ein anderes Schauspiel handelt, nicht vorenthalten wollen, lieber die Aufführung des „Cyrano von Bergerac" in Hannover schreibt der Berliner Kritiker Erich Paetel: „Ich habe mich heute in erster Linie mit einer Parallele iii der kritischen Beurteilung der Darsteller Berlins und Hannovers zu beschäftigen. Bevor ich zu einer spezialisierenden Kritik der Darstellung übergehe, möchte ich die Thatsache hervorheben, daß der Herr Intendant der königlichen Schauspiele in Hannover durch die Aufführung des „Cyrano von Bergerac" wiederum einen überaus feinen und bedeutenden literarischen Geschmack bekundet hat, ist Hannover ja die erste deutsche Hofbühne, welche den „Cyrano" herausgebracht hat. Und nun zur Darstellung selbst! — Ich betonte seinerzeit schon, daß in der Darstellung des Helden vor allem der Schlagelot zu seinem Rechte kommen müsse, eine Darstellung, welche auch nur im entferntesten der Figur den Schein des Poseurs oder Blagueurs verleiht, hat den Kern der Rolle nicht erfaßt. Kainz in Berlin ist uns den Schlagelot fast vollkommen schuldig geblieben und darin bildet Peppler in Hannover den geraden Gegensatz. Peppler legt in seinen Cyrano eine gewaltige Wucht, sein Held ist ein Mann von Eisen und wie unendlich rührend gelangt doch auch wiederum das kindliche, naive dieser Gestalt zum vollendeten Ausdruck. Pepp- lers Cyrano ist eine Gestalt aus einem Guß, die unendlich zahlreichen und feinen kleinen Nüancen konzentrieren sich zu einem gewaltigen Ganzen, welches die Figur des Helden weit über das Niveau der Dichtung erhebt. Vergleichen wir rein äußerlich die Gestalten des Cyrano in der Darstellung durch Peppler und Kainz, so fehlt Kainz die Figur zur Verkörperung des Gewaltigen gänzlich. Peppler erscheint schon im Aeußeren machtvoll, was ihm aber vor Kainz unbedingt den Vorrang einräumt, ist sein Organ, dies wunderbar volllantende Organ, das unvergleichlich modulationsfähig ist und alle jene Skalen der Empfindung, welche Cyrano im Rahmen der Dichtung durchschreitet, in gleicher Weise überzeugend und
echt wiederzugeben vermag. Die „Ballade von den Gascogner Kadetten" war in der Darbietung Pcpplers ein kleines Meisterstück rhetorischer Kunst. Packend und ergreifend wirkte die Sterbeszene, hier fand Peppler wundervolle, zu Herzen gehende Töne.
** Liebig-Laboratorium. Angeregt durch die seinerzeit auch von uns gebrachte Zuschrift an die „Chemiker Zeitung" unternahm es der Abgeordnete Köhler-Langsdorf in einer Anfrage an die Großh. Regierung deren Aufmerksamkeit auf die erwähnte Angelegenheit zu lenken: Gefahr ist im Verzüge. Schon regt man sich in Gießen, um den Platz, wo jetzt noch das Anatomiegebäude steht, zur Bahnhofserweiteruug zu gewinnen. Leicht möglich wäre es alsdann, daß auch das Laboratorium in Mitleidenschaft gezogen würde. Doch die Zerstörung dieses denkwürdigen Gebäudes zu verhindern, sollte für alle Hessen eine Ehrensache fein. Denn das Hessenland darf stolz sein auf seinen großen Sohn Justus Liebig, und sollte die Stätte, da derselbe seine höchsten Triumphe feierte, so lange der Nachwelt zu erhalten suchen, als dies irgend nur möglich ist. Und möglich ist dies noch. Schon regen sich Stimmen, die verlangen, daß in dem Gebäude ein Liebig-Museum eingerichtet werde. Man nimmt Bezug darauf, daß heute noch vielerlei (Bücher usw.) aus Liebig'scher Zeit erhalten sei, und hofft, dies alles in diesem Hause wieder vereinigen zu können. Hand in Hand damit aber empfiehlt man, dem Museum durch systematische Aufstellung von geeigneten Sammlungen den Charakter eines Museums für die allgemeine Geschichte der chemischen Wissenschaft zu geben. Auf Grund dieser Ausführungen fragt der Abg. Köhler an: Ist die Großh. Regierung bereit und gewillt, das Liebig-Laboratorium zu Gießen dem Andenken Liebigs zu erhalten, um in demselben ein Museum der Geschichte der chemischen Wissenschaften einzurichten?
** Lesehalle. In wie erfreulicher Weise sich die Benutzung der Lesehalle gehoben hat, ist daraus zu ersehen, daß am ersten Entleihtage des neuen Jahres 107 Entleihungen stattfanden. Auch vor Weihnachten stieg ihre Zahl meist über 80. Es ist nicht zu bezweifeln, daß die Benutzung noch weit reger sein würde, wenn der Bücherbestand größer wäre, und den Wünschen der Leser besser als seither Rechnung getragen werden könnte.
* In Amerika verstorbene Hessen. In New-Aork Sebastian Hamel, 70 Jahre alt, aus Heppenheim. — In Baltimore, Md., Heinrich Seim, 76 Jahre alt, ans Gießen. — Daselbst: Frau Margarethe Strupp, 66 Jahre alt, aus Schotten. — Jn Allegheny, Pa., Frau Elisabeth Kahl, 44 Jahre alt, aus Alten-Buseck. — In Louisville, Ky., Jonas Heß, 82 Jahre alt, aus Bleichenbach. — In Great Falls, Mont., Philipp Juth, 37 Jahre alt, aus Langenhain. — In Burlington, Ja., John Obermann, 80 Jahre alt, aus Hessen- Darmstadt.
Wetterbericht. Das gestern über den britischen Inseln befindliche Minimum zieht in nordöstlicher Richtung ab und verschwindet damit das im Osten gelegene barometrische Maximum. Hoher Druck breitet sich nunmehr bei fortgesetzt steigendem Barometer von Westen her wieder über den Kontinent aus, doch macht sich zunächst sein Einfluß nur in ganz geringem Maße geltend. Einmal ist feine Verteilung keine gleichmäßige, und dann sind im Süden und Osten noch Reste des ausgedehnten Depressionsgebietes vorhanden, welche diese Teile bedeckt halten. Die Witterung ist heute vorwiegend trübe und fallen auch teilweise Niederschläge. — Voraussichtliche Witterung: Zunächst mildes, aber unbeständiges Wetter.
L.V. Alsfeld, 5. Januar. Im Dezember v. I. hielt der landwirtschaftliche Bezirksverein Alsfeld in Homberg an der Ohm in der Wirtschaft des Herrn C. Schildwächter unter seinem Vorsitzenden, Herrn Kreisrat Dr. Melior eine äußerst zahlreich besuchte Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand zunächst ein Vortrag des Herrn Gastwirt Södler aus Nieder-Gemünden über die Bestrebungen zur Hebung der Geflügelzucht im Kreise. Der Referent, selbst erfahrener Geflügelzüchter, schilderte die Fehler, die von den meisten Landwirten gemacht würden auf diesem Gebiete. Als Maßregeln, um dieselben zu beseitigen, empfahl er: bessere Zuchtwahl, besonders Haltung von Rassen, die leistungsfähiger sind, bessere Haltung des Geflügels und reichlichere Ernährung, Verwendung der Inzucht u. s. w. Da der Provinzialverein zur Errichtung von 4 Geflügelzuchtstationen Mittel zur Verfügung gestellt habe, so hätte die Sektion für Geflügelzucht vier solcher Stationen errichtet (in Ober-Ofleiden, Nieder-Gemünden, Leusel und Dotzelrod), sodaß jetzt den Landwirten Gelegenheit geboten sei, Bruteier zunächst von guten Hühnerrasfen zu beziehen. Eine lebhafte Diskussion schloß sich an diesen Vortrag an. Sodann referierte Herr Oekonomierat Leit Higer über das Thema „Stallmist und Kunstdünger". Der Vortrag gipfelte in der Empfehlung, unseren Ackerböden und den Wiesen reichlichere Mengen an Mineraldünger zuzuführen. Neben Stallmist müsse in der Fruchtfolge bei gewissen Pflanzen eine regelmäßige Düngung mit Superphosphat oder Thomasschlacken- mehl eintreten und bei Wiesen müsse ebenfalls für einen regelmäßigen Ersatz des Kalis und der Phosphorsäure durch Düngung mit Thomasschlackenmehl und Kainit gesorgt werden. Mit der Verwendung der stickstoffhaltigen Düngemittel Chilesalpeter und schwefelsaurem Ammoniak sei haushälterisch zu Werke zu gehen. Auch hieran schloß sich eine lebhafte Diskussion.
V. Aus dem Vogelsberg, 5. Januar. Bekanntlich giebt es in unserem Gebirge noch öde Stellen, die weder in landwirtschaftlicher, noch forstwirtschaftlicher Hinsicht etwas abwarfen, aber recht wohl ertragsfähig gemacht werden können. Hierzu gehört Anlagekapital, das den meisten Vogelsberger Gemeindekaffen fehlt. Um diesen Gemeinden möglichst aufzuhelfen und den unrentablen Boden nutzbar
zu machen, hat die oberste Staatsverwaltung an etliche 40 Gemeinden größere oder geringere Zuschüsse bewilligt, damit die bebauungswürdigen Bodenflächen ange» pflanzt und nutzbar gemacht werden können. Es ist nicht das erstemal, daß solche Beihilfen gegeben werden.
B. Aus dem Kreise Büdingen, 5. Januar. Intelligenz und Sachkenntnis sind nicht blos in Handel und Industrie, sondern auch im Handwerk und in der Landwirtschaft von hervorragender Bedeutung. Unser Nachbar X. zu B. versteht sich trefflich auf die Sortierung und Aufbewahrung des Obstes, wozu natürlich entsprechende Räumlichkeiten gehören. X. verkaufte im Herbste kein Obst, wohl aber dieser Tage, und erzielte für den Doppelzentner Tafelobst, wofür im Oktober 22 Mk. geboten worden waren, 40 Mk. So etwas eifert an, und deshalb teilen wir es mit. Die ausgeschiedeuen Exemplare pflegt der Kluge in seiner Haushaltung zu verwenden, so daß kein Stück verloren geht. Wer versucht auch so etwas und machts nach? — Etwas post festum, aber doch noch von Interesse dürfte fein, daß das Neujahranschießen ganz erheblich in vielen Dörfern abgenommen hat.
X. Darmstadt, 5. Januar. Die heutige erste Stadt- verordnetensitzung in 1899 hatte sämtliche 42 Mitglieder versammelt. Die acht wiedergewählten Mitglieder wurden vom Vorsitzenden auf den schon geleisteten Diensteid verwiesen, die acht neueintretenben beeidigt. Ein Vorschlag, wegen der letzthin häufiger vorkommenden Beschädigungen von Straßenlaternen (mit den treueren Auer'schen Strümpfen) jedem Angeber einer solchen Täterschaft 6 Mk. auszuzahlen, fand Widersprach und ging au die betreffende Kommission. Der Oberbürgermeister verwahrte sich gegen die Annahme, daß jedesmal Studenten die Zerstörer seien.
Darmstadt, 4. Januar. Wie der Obmann des hessischen Landes-Lehrervereins mitteilt, ist der Wegfall der Reliktenbeiträge für die Volksschullehrer beschlossen. Eine Regierungsvorlage hierüber soll in aller Kürze den Landständen zugehen.
Bingen, 4. Januar. Das diesseitige Fahrwasser längs Kempten ist derart versandet, daß dieser Tage verschiedene Schiffe aufgefahren sind. Ein Teil derselben wurde durch Schraubenboote nach mehrstündiger Arbeit eingeschleppt, einige lagen gestern noch fest. Der Schleppkahn „Ehrenbreitstein" von der Firma Asteroth fuhr an der Hafenmündung auf, die Ladung besteht aus Weizen. Auf der Rüdesheimer Seite sind die Wasserstandsverhältnisse besser. Die Ufererweiterungsarbeiten sind bis ans Hotel „Victoria" vorgeschritten, resp. bis dahin angeschüttet.
Biebrich, 5. Januar. Der evangelischen Gemeinde seiner früheren Residenzstadt Biebrich hat der Groß- Herzog von Luxemburg, frühere Herzog von Nassau, als Grundstock zur Erbauung einerzweiten evangelischen Kirche 8000 Mk. geschenkt.
Aus der Zeit für die Zeit.
Vor 370 Jahren, am 7. Januar 1529, starb zu Nürnberg der ausgezeichnete Bildhauer und Erzgießer Peter Vischer- Nachdem er in Italien seinen Geschmack und Genie geläutert hatte, arbeitete er in seiner Vaterstadt mit seinen fünf kunst- geübten Söhnen, von denen aber keiner die Größe des Vaters erreichte. Zu seinen vollendetsten Kunstwerken gehört das Sebaldusgrab aus Erz in der Kirche dieses Heiligen zu Nürnberg, welches an 100 Figuren aufweist, darunter die 12 Apostel in Bronze.
Vermischtes.
* Berlin, 5. Januar. Professor Otto Harnack ist noch immer nicht ermittelt. Gestern früh kam um 7 Uhr der Nord-Süd-Expreßzug wieder auf dem Anhalter Bahnhofe an, der an dem verhängnisvollen 30. Dezember abends 11 Uhr 45 Minuten von hier abgefahren war. Das Personal des Zuges erinnerte sich, daß damals ein einzelner Herr, der kein Gepäck hatte, noch in letzter Minute in de» Schlafwagen einstieg. Einzelne Beamte glauben sogar, ihn in einem Bilde des Professors wiederzuerkennen, andere sind aber nicht dieser Meinung. Jedenfalls wissen sie nicht, wie weit der Herr mitfnhr. Leider ist der Schlafwagen-Schaffner, der am besten unterrichtet sein muß, noch nicht wieder hier eingetroffen.
* Frankfurt a. M., 4. Januar. Gestern st a r b im Alter von 73 Jahren Direktor Ludw. W. Bai st, ein um die Landwirtschaft unsrer Gegend vielverdienter Mann. Die Chemische Fabrik in Griesheim ist aus einer von Baist ii Bockenheim gegründeten Fabrik hervorgegangen, die sich mit der Herstellung künstlicher Düngemittel beschäftigte. Direktor Baist war lange Zeit technischer Leiter der Griesheimer chemischen Fabrik, als diese an eine Aktiengesellschaft über gegangen war, und ist auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand in regen Beziehungen zu dem Unternehmen geblieben. Die Einführung der rationellen Düngung und die Förderung der Zuckerrübenkultur in Oberhessen, in der Wetterau und in der Frankfurter Gegend waren die Hauptaufgaben, denen er sich widmete. Durch seinen Schwiegervater, den bekannten Oekonomen Jordan in Lindheim, war er in den landwirtschaftlichen Fragen stets gut unterrichtet und erfreute sich in landwirtschaftlichen Kreisen hohen An-! sehens. Den Vorsitz im Klub für Landwirte legte er vor etwa zwei Jahren nieder.
„ * Würzburg, 2. Januar. Einen nachahmenswerten Beschluß hat der Magistrat gefaßt: Er läßt die Zähne der unbemittelten Volksschüler durch einen Zahnarzt untersuchen und unentgeltlich behandeln, soweit die Elterü ihre Einwilligung dazu geben. Auch die Behandlung anderer Erkrankungen, so des Ohres und des Halses, wir»' beabsichtigt, wenn die erste Maßregel sich bewährt.
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