• Pose«, k2. Oktober. Der Fiskus beansprucht den inländischen Nachlaß, einen Wert von mehrerenMillionen,des kürzlich verstorbenen Majoratsherrn Grafen Raczynski, den ein entfernter angeblicher Verwandter auch beansprucht. Der Notar Orgler von hier ist zum Verwalter des Majorats Obersitzko deshalb eingesetzt.
* Oldisleben, 2. Oktober. An dem Thatorte des Mordes fand Samstag nachmittag 3 Uhr ein Lokaltermin statt. Der Staatsanwalt und der Untersuchungsrichter aus Weimar, die Wachtmeisterei aus Heldrungen mit dem Mörder Hoffmann und die gerettete Frau Müller waren zur Stelle. Die tausendköpfige Menge stürzte sich in höchster Erbitterung auf den Mordbuben und brachte ihm schwere Verletzungen bei. Nur mit Mühe gelang es den Transporteuren, ihren Gefangenen den Händen der Angreifer zu entreißen und ihn in einem Privathause zu bergen. Hier vernähte ihm Dr. Rademacher seine klaffenden Kopfwunden. Da die erregte Menge drohte, den Mörder in die Unstrut zu werfen, wurde von einem Weitertransport einstweilen Abstand genommen und Hoffmann in einer Zelle des Rathauses untergebracht. Sonntag früh 7 Uhr erfolgte der Weitertransport ohne Zwischenfall.
" Müschen, 2. Oktober. (Abgeführt.) DerKronstädter Zeitung" entnehmen wir folgende kleine Geschichte, welche einer Münchener Verlagsfirma ihre Entstehung verdankt: „Ein Arzt in Ofen-Pest, Dr. Tibor.....(der
Familienname ist nicht genannt), bezog von der Verlagsbuchhandlung I. F. Lehmann in München die „Medizinische Wochenschrift", hatte aber oft über große Unregelmäßigkeit in der Zusendung des Blattes zu klagen. Er konnte sich, nachdem der Verleger ihn versichert hatte, daß jede Nummer pünktlich abgeschickt werde, diese regelmäßige Verspätung nicht erklären, bis er endlich auf der — Ädreßschleife den Grund alles Uebels entdeckte. Da stand nämlich groß und deutlich geschrieben: Herrn Dr. Tiberius..... in Ofenpest." Flugs ergreift er
einen Gänsekiel, um dem vermessenen Verleger eine Lektion in magyarischer Sprache zu erteilen, und die Bestimmungen des bekanntlich durchgeführten segensreichen Ortsnamengesetzes zu Gemüte zu führen: er heiße nicht Tiberius, sondern Tibor, auch wohne er nicht in Ofenpest, sondern in Budapest, ebensowenig kenne er eine „Grüne Baum- gaffe", wohl aber habe er in der „Zöldfa-uteza" seine Wohnung! Man kann sich denken, welch tiefen Eindruck diese Strafpredigt auf Herrn Lehmann machte; der Aermste antwortete in seiner Zerknirschung: „Herrn Dr. Tiberius in Ofenpest. Mit Vergnügen habe ich aus Ihrer Karte ersehen, daß Sie die reklamierte Nr. 2 der Wochenschrift erhalten haben. Es war somit nur wieder eine der Nachlässigkeiten der ungarischen Post, unter der wir ja leider viel zu leiden haben. Was die Bemerkung betrifft, daß Ofenpest eine verstümmelte Schreibweise sei, so bedauere ich, ganz entgegengesetzter Meinung zu sein. Ofenpest ist die alte richtige Bezeichnung für die von Deutschen gegründeten Städte, und es liegt für uns gar kein Grund vor, an diesem Namen etwas zu ändern. Sie werden sich schon wieder daran gewöhnen müssen. Ergebenst I. F. Lehmanns Verlag, München." Diese echt deutsche Antwort empfehlen wir bei ähnlichen Anlässen zur Nachahmung.
* Würzburg, 3. Oktober. In der landgerichtlichen Frohnfeste hat sich gestern der Untersuchungsgefangene Philipp Sevin von Mellrichstadt erhängt; er sollte am Dienstag vor dem Schwurgericht wegen Meineid verhandelt werden.
* Mannheim, 2. Oktober. Im hiesigen Rheinhafen ist der Schiffsbesitzer Georg Zimmermann aus Eberbach ertrunken. Seine Leiche wurde heute früh geländet.
* Gebweiler,3. Oktober. Die Reblauskommission hat bei ihren diesjährigen Untersuchungen, die jetzt eingestellt wurden, im ganzen 13 neue Herde, meistens in der Umgegend von Rufach, entdeckt. Als hauptsächlich verseucht gelten die Weinberge in der Richtung nach Pfaffenheim.
" Reichenbach, 2. Oktober. Von der Göltzschthal-
kerngesunden Bauernstandes fast ganz abgewandt, er liebt das Blasse und Krankhafte; von der harmlosen Naivetät der Realisten alter Schule mag er nichts wissen. Was die geleckten und öden Genrebildchen betrifft, die in tausenden von Exemplaren den Markt überschwemmen, so muß man den heutigen Anschauungen von Kunst und Kunstgefühl beipflichten. Die Werke eines Knaus aber haben mit solcher Dutzendware nichts zu thun. Sie sind Aeußerungen einer genialen Künstlerindividualität und entsprechen, wenn sie auch die alte Manier nicht verleugnen, den Anforderungen, die man heute an ein Kunstwerk stellt.
In seinen ersten Bildern, u. a. Bauerntanz (1850), der Spieler (1851), Leichenbegängnis im Walde und Jahrmarktdieb (beide 1852), macht sich der Einfluß Düsseldorfs in seiner schweren und düstern Färbung unverkennbar geltend, aber seine Pariser Reise, die, anfangs nur auf wenige Wochen berechnet, sich zu einem daüernden Aufenthalt von acht Jahren ausdehnt, bringt ihn in Berührung mit der farbenfrohen Kunst der Franzosen; freilich verlieren in dieser Epoche die Gestalten seiner Bäuerinnen ihren Hauptvorzug und muten uns fast wie zarte Pariser Salondämchen in deutscher Bauerntracht an. Dafür tritt ein köstlicher Humor in seinen Bildern zu Tage.
Zu voller Würdigung gelangte Meister Knaus erst, als er den Pariser Salon mit seinem Bilde „Morgen nach einem Landfeste" beschickte. Obzwar schon vorher allgemein in Deutschland beliebt, zählte man ihn von jetzt ab zu den internationalen Größen. Den glänzenden, lebensfrohen Tagen des zweiten Kaiserreichs entsprechend, entstanden in jener Zeit meist heitere Bilder. So, um nur eines zu erwähnen, die „Kartenspielenden Schusterjungen". Auch an
brücke bei Mylau ab gesprungen ist gestern früh ein etwa 23jähriger Kontorist Namens Scharf, gebürtig aus Reichenbach. Der Selbstmörder war natürlich sofort tot. Was ihn zu dem entsetzlichen Schritte veranlaßt hat, ist unbekannt.
* Hamburg, 2. Oktober. Ein entsetzliches Eisenbahnunglück ereignete sich, wie wir gestern schon kurz telegraphisch meldeten, Montag abend kurz vor 9l/2 Uhr auf dem Klosterthor-Bahnhof:
Ein Zug brachte aus dem Norden 288 Rekruten, für Diedenhofen und Metz bestimmt. Die Rekruten wurden durch 3 Offiziere und 29 Unteroffiziere geleitet; auf dem Klosterthor-Bahnhof befanden sich Mannschaften der 76 er, die die Rekruten zum Benloer Bahnhof überführen sollten. Von dort aus sollte noch in derselben Nacht die Weiterfahrt angetreten werden. Um 9 Uhr 21 Minuten lief der Militärzug in den Bahnhof Klosterthor auf dem Bahngeleise 2 ein. Da den Bahnbeamten und auch den Offizieren bekannt war, daß bereits um 9 Uhr 26 Min. der Personenzng von Blankenese eintreffen würde, war den Rekruten das Aussteigen verboten worden, doch bekümmerte sich ein großer Teil nicht darum, sondern verließ dieWaggons. Während sie ahnungslos mit dem Herausholen ihres Gepäcks beschäftigt waren, teilweise aber anch neben dem Zuge auf Gleis 1 Aufstellung genommen hatten, lief der Blankeneser Personenzug auf Gleis 1 in den Bahnhof mitten in die Menschenmasse hinein! In das Weh- klagen der unglücklichen Opfer mischte sich der Schrei des Entsetzens der Zeugen dieses Unglücks. Der größte Teil der letzteren stand Anfangs starr und vor Schrecken wie gelähmt da. Die Ersten, die bewiesen, daß sie vor keiner Gefahr zurückbeben, waren die auf dem Bahnhof postierten 76er. Wie auf Kommando wußte jeder, was er zu thun hatte. Als der Lokomotivführer die Maschine seines Zuges zurückgebracht hatte, eilten die Soldaten sofort ihren Kameraden zu Hilfe, trugen sie in die Wartesäle und sorgten dafür, daß telephonisch ärztliche Hilfe herbeigeschafft wurde. Aerztc und zahlreiche Mannschaften vom Roten Kreuz und die Sanitätskolonne der Feuerwehr waren bald am Platze. Während die Aerzte den vom Geleise fortgetragenen bedauernswerten Verwundeten, die durchweg Brüche und Qetschungen der Beine und der Arme erlitten hatten, den Nolverband anlegten, wurden von allen Wachen und Krankenhäusern Transportbahren und -Körbe herbeordert. Ein junger Mann, dem die Räder des Zuges beide Beine dicht am Unterkörper abgeschnitten hatten, war auf der Stelle tot. Nach der amtlichen Meldung sind im ganzen 7 Mann schwer und 23 leicht verwundet. Die Verletzten sind: Volquart Matzen aus Tahden bei Hademarschen (Oberschenkel- und Rippenbruch), Peter Wilhelm Gesch aus Linden bei Hennstedt (Bruch der sechsten Rippe), Thomas Kuehl aus Osterroenfeld bei Rendsburg (Zermalmung des linken Unterschenkels), Paul Sieberi aus Kiel (Bruch des rechten Oberschenkels und Beckenfraktur), Hinrich Boege aus Retzel bei Quickborn (Bruch des rechten Oberschenkels), Hans Haakc aus Duderstadt bei Rendsburg (Kontusionen), Johann Bielefeldt aus Prenzelmoor bei Rendsburg (Bruch des rechten Unterschenkels), Hermann Claussen aus Lunden bei Heide (Zermalmung des rechten Fußes), Paul Stiffel aus Leutipannsdorf, Schlesien, zuletzt in Itzehoe (linksseitiger Untcrschenkelbruch), Max Heinrich Schrun aus Altenfähre bei Heide (Kontusionen), Hermann Gertz aus Tönning (Kontusionen), Wilhelm Heesch aus Cleve, Norderdithmarschen (Kontusionen der rechten Brusthälfte), Schröder aus Sofienhof (Bruch des rechten Oberschenkels und Kontusionen), Johannes Bargmann aus Sieh! bei Elmshorn (Kontusionen und Gehirnerschütterung), Heinrich Bünz aus Niendorf bei Hohenwestedt (Stirnverletzung). Matzens, Kühls und Sieberts Zustand ist lebensgefährlich.
Nach einer andern Darstellung soll an dem Unglück eine falsche Auskunft eines Bahnbediensteten schuld sein. Als der Zug mit dem Militärtransport auf dem Klosterthor-Bahnhof eingelaufen war, fragte der kommandierende Offizier einen Beamten, ob das Nebengeleise frei bleibe. Die bejahende Antwort veranlaßte den Befehl an die Rekruten, auszusteigen und das Gepäck an sich zu nehmen. Kaum hatten diese auf freiem Geleise Aufstellung genommen, da fuhr der von Blankenese kommende Zug ein. Die Rekruten flüchteten nach beiden Seiten und kamen zwischen die Tunnelwand und den einfahrenden Zug. Sie wurden von der Lokomotive seitwärts erfaßt und weiter geschleift. — Zur Untersuchung hat sich der vortragende Rat im Reichs-Eisenbahnamt Geheime Ober- Baurat von Misani sofort an Ort und Stelle begeben.
Bamberg, 2. Oktober. Einem zur Reserve entlassenen Infanteristen, der etwas angeheitert war, wurde in einer hiesigen Wirtschaft das Badezimmer als Nachtquartier eingeräumt. Der Mann öffnete im Dusel den Gashahnen am Badeofen und wurde am Morgen erstickt aufgefunden.
* Pest, 1. Oktober. Auf Requisition der Militärbehörde wurde heute der Oberleutnant Rudolph Rublein verhaftet, der in den Stand des 50. Infanterieregiments gehörte. Er hatte bedeutende Schulden kontrahiert und kam deshalb schon vor zwei Jahren in eine ehrenrätliche Untersuchung, wurde aber freigesprochen. Da
äußeren Ehren fehlte es ihm nicht, denn er erhielt bei der Pariser Weltausstellung von Kaiser Napoleon persönlich die große Ehrenmedaille.
Von Paris aus unternahm er eine Studienreise nach Italien. Obzwar er sich im gelobten Lande der Künste durch ein volles Jahr aufhielt, tritt der Einfluß Italiens in seinen späteren Arbeiten nicht zutage, da zu seiner Zeit seine künstlerische Entwickelung bereits als abgeschlossen betrachtet werden muß. Nach der Rückkehr aus Italien entstanden die beiden Hauptwerke seines Pariser Aufenthalts — die goldene Hochzeit 1858 und die Taufe 1859 — das Jahr darauf verläßt er Paris.
Nach einem vorübergehenden Aufenthalt in seiner Vaterstadt übersiedelte er nach Berlin. Hier vollendete er das bereits zu Paris begonnene, populär gewordene Gemälde „Der Taschenspieler auf dem Lande", hier schuf er seine „Geistliche Ermahnung", durch eine Tyroler Sommerfahrt angeregt, hier entstand die ergötzliche „Wohnstube", und noch viele, viele andere Meisterwerke, die die charakteristischen Vorzüge unseres Knaus auf der Stirn tragen.
Aber trotzdem seine Thätigkeit in Berlin mit Erfolg gekrönt war, und er in hervorragendem Maße Auszeich nungen und Anerkennungen genoß, verlegte er seinen Wohnsitz nach Düsseldorf. Dort, auf der Stätte seines ersten Wirkens, entstand sein bedeutendstes Werk, eine Perle der Genremalerei. Es befindet sich in der Berliner Nationalgalerie. Bei einem Gartenfestmahl der Rokokozeit wurden die Kleinen, abseits von der Tafel der Erwachsenen, an ein „Katzentischchen" gesetzt und „wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen". Dies ist auch der Titel der
Rublein von den Wucherern kein Geld mehr erhielt, verlegte er sich auf Schwindeleien, indem er Bicycles und andere Effekten auf falsche Wechsel bezog. Als nun fein Regiment vor einigen Monaten zu den Manövern ging, desertierte Rublein. Vor drei Tagen erschien er im Cafö Margit.Park in Ofen und schloß sich einer Gesellschaft von Offizieren an, welche ihn nicht kannten. Er benahm sich jedoch so auffällig, daß die Offiziere Verdacht schöpften und ihn aufforderten, mit ihnen aufs Platzkommando zu gehen, um sich zu legitimieren. Rublein willigte ein und nahm mit zwei Offizieren in einem Wagen Platz. In der Nähe des Cafö Europe sprang er aber plötzlich aus dem Wagen und versuchte zu fliehen. Die Offiziere folgten ihm, und mit Hilfe eines Detektives wurde Rublein schließlich in einem Haushofe zwischen Kisten versteckt aufgefunden. Er wurde verhaftet und sofort dem Garnisongerichte eingeliefert.
* Stockholm, 2. Oktober. Die kürzlich aufgefundene A^ndreesche Boje wurde gestern hier geöffnet. Man stellte in Anwesenheit mehrerer Sachverständiger und Minister fest, daß die Boje die sogenannte „Nord- Polboje" ist, welche beim Passieren des Nordpols ausgeworfen werden sollte. Die Boje wird weiterhin mikroskopisch untersucht werden.
* Belgrad, 2. Oktober. Vom „Sjentza Polje" werden wieder häufige Morde gegen Christen gemeldet. So wurde in Sjenitza der angesehene serbische Grundeigentümer Tuja Posaditsch ermordet und mehrere Nachbarn wurden verwundet. Sie mußten wegen Drohungen der Arnauten nach Serbien flüchten.
* Bestervik, 2. Oktober. Gestern abend ging ein großer Ballon mit zwei Insassen bei dem Dorfe Vestrum nieder. Er war am Samstag Morgen von Paris aufgestiegen.
Kirche und Schule.
Eisenach,2.Oktober. Die Lehrer der thüringischen Staaten sind unausgesetzt auf ihre Weiterbildung bedacht. Das beweisen die Bemühungen der Lehrerkretse, UnioersitStS- profefforen zur Einrichtung von Fortbildungskursen zu gewinnen. Gesichert find solche Kurse ffür Jena, Erfurt, Goth«, Eisenach und Mühlhausen. Selbstverständlich beteiligen sich an diesen Vorlesungen auch die Lehrer der näheren und wetteren Umgebung der genannten Orte. In Gotha und Mühlhausen liest Proseffor Dr. Rein, in Eisenach voraussichtlich Profeffor Encken. Daß auch für die Hildburghäuser und Koburger Gegend Fortbildungskurse vorgesehen sind, ist untern Lesern bekannt.
Gotha, 2 Oktober. Der außerordentliche Professor an Iber Universität Jena Dr. W. Ltebenam ist als Oberlehrer am hiefigen Gymnasium angestellt worden. — Im Alter von 55 Jahren ist am Sonntag der Oberschulrat Professor Dr. Christian Rauch, der Chef des gesamten Schulwesens im Herzogtum Gotha, nach kurzer Krankheit gestorben.
Aus Rheinland-Westfalen wild gemeldet, daß dort gegenwärtig eine Bewegung zur Aenderung der Schulferien im Gange ist, die in der Hauptsache eine Verlegung der „großen" also der Sommer- oder Hervstferien auf einen früheren Zeitpunkt bezweckt. Eine Anzahl angesehener und unabhängiger Kölner Bürger hat einen Aufruf zur Unterzeichnung einer Eingabe an die Oberprästdien erlassen, worin befürwortet wird, die fünfwöchentlichen Ferien etwa Mitte Juli beginnen zu laffen, die dreiwöchigen Osterferien, mit denen man doch nichts Rechtes anzufangen weiß, um acht Tage, die vier- zehntägigen Weihnachtsferien um einige Tage zu kürzen und die fünftägigen Pftngstferien um einige Tage verlängern. Es blieben dann noch etwa acht Tage von insgesamt rund 11 Wochen Ferien übrig, die die Schulen im Jahre haben sollen, und man könnte diese den Schülern vor Beginn des Winterhalbjahres gewähren. Begründet wird diese angestrebte Aenderung mit der Beeinträchtigung der Lernfähigkeit der Schüler in der eigentlichen Hochsommerzeit, wo auch die Gesundheit der Kinder durch den Schulaufenthalt und die Schulaufgaben leidet, durch die Schwüle der langen Tage und kurzen Nächte.
Mteratur.
— Die Kunst und die Wissenschaft im Dienste des praktischen LebenS. Der große, nach manchen Richtungen erstaunliche Fortschritt unserer Zeit zeigt sich namentlich in der Zeitschriften- Litteratur. Man vergleiche einmal einen alten Band der „Gartenlaube" aus den sechziger Jahren mit der Zeitschrift „Am deutschen Heerd", von der soeben die erste Nummer ausgegeben wurde. Abgesehen von der Fülle des Gebotenen für den geringen Preis von wöchentlich ca. 10 Pfg. sehen wir hier, wie es diesem Unternehmen durch die Verbindung von bret Zeitschriften („Neues Leben", „Am deutschen Heerd" und
reizenden Komposition, die an entzückendem Humor ihresgleichen sucht.
Dieses Bild ist die Krone jener vielen entzückenden Kinderszenen, die der Pinsel unseres Meisters geschaffen, und die in ihrer tändelnden Grazie ein Gegenstück zu seinen knorrigen Bauern bilden. Sich seiner Meisterschaft auf dem Gebiete der Kinderpsychologie wohl bewußt, schuf Knaus während seines Düsseldorfer Aufenthaltes, und auch später, als er 1874 jenem ehrenden Rufe zur Uebernahme eines Meisterateliers an der Berliner Kunstakademie folgte, eine Reihe genialer Kinderszenen, wie z. B. „Gänsemädchen in tausend Aengsten", „Der genügsame Weltbürger", „Kinderreigen". Dabei vernachlässigte er durchaus nicht das zweite Feld seiner Künstlerthätigkeit: die hessischen Bauerntypen, wie sie uns unter anderem in „Leichenbegängnis in einem Dorfe", „Die Beratung Hauensieiner Bauern", „Die Hoheit auf Reisen" entgegentreten.
Seine Produktivität wird nicht gehemmt durch die anstrengende Lehrthätigkeit; doch so sehr auch die Bilder des Meisters durch das Studium der alten Holländer an koloristischer Wirkung gewinnen, und so geistvoll auch die Zeichnung an und für sich sein mag, so wird der Beschauer doch verstimmt, weil die Absicht des Künstlers, witzig zu wirken, bei diesen späteren Bildern besonders hervortritt. Seine früheren Arbeiten aber wirken unmittelbar und natürlich; sie sind Aeußerungen einer genialen Künstlerpersönlichkeit. Ganz besonders sind es seine Kinderszenen, die eine Brücke schlagen zwischen jung und alt, zwischen heute und gestern. Und so kann auch der Modernsten einer ohne jede Heuchelei von Ludwig Knaus sagen: „Er ist ein großer, ein echt deutscher Künstler!"
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Der Spiegel, welcher d würbe, gehört zu ben klarster
In bem kleinen Oberin mittags bis 6 Uhr abends d non liebevoll Schauenden. ' die sich mit einem flüchtigen wollen, sind diele Mer w
Die Krönung der Th abend im Saalbau geholte, aus Heidelberg, der wie' inneren Lebensbedingungen seiner Künstlernatur eingei sich natürlich nicht in h langen geistigen und persö prelation, wie sie Profe Thomas einem Hörerkreis, zusammechtzte, bot, ist an umsassenden Gesichtspunkte von den persönlichen Schirk/ /einer ganzen geistigen Per/, Teil ben etil Thomas. £ 9e&en- N stch bei Zfjoaa t d^ch die Phantasie in vo. M?kterifiert sich nach drei t heulichl-.il, das uns aus (tim Jn hm Zusammenhänge d« lWMg des Details, an w Milcher Einheit besangene btt Hm stets nur im Sinn.
,'st das Charakter schen verbindet. Das zwe die Typisierung der Eriche verträgt sich nun aber diese E den, intimen VerhDn Haltnis >st eben das der L äÄ?*« Ä“ unf“,"*n P-n°d
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