Fällt aber jener Schuß, so wird man in England vergebens die Schuld an dem ausbrechenden Kampfe den Buren zuweisen; allzu aufmerksam ist man den einzelnen Phasen des Konfliktes gefolgt und allzu deutlich lag die englische Absicht zu Tage, unter allen Umständen den Kampf herbeizu- fithren, als daß das Urteil über Schuld und Nichtschuld nicht längst fcstgestellt wäre. Ob aus der Büchse des Buren oder der Flinte eines Rotrocks der erste Schuß fällt, so wird die Verantwortung für das Geschehende doch auf den Leitern der englischen Politik ruhen bleiben, auf Salisbury und Chamberlain und dem unheimlichen Manne, der hinter ihren Thaten steht, auf Cecil Rhodes.
Vor den Ereignissen, die sich dort unten im Süden des dunklen Erdteils vorbereiten, verblassen alle anderen Ereignisse, mit heißer Spannung folgt man überall, wo Menschen wohnen, den Dingen, die sich in dem fernen Lande entwickeln. Auch der Hoffnungsfreudigste und Vertrauensvollste hat den letzten Zweifel preisgegeben, der Krieg ist unabwendbar geworden. Und nirgends in der Welt stehen die Sympathien auf der Seite der Briten; das Gefühl der Völker wird eben durch sittliche Einflüsse bestimmt, nicht durch kühle Erwägungen, und klar und sicher steht vor ihm das Recht der Buren, die ihre Heimat schützen und der englische Frevel, der gegen dieses natürliche Recht sich richtet. Bei uns aber würde ein Kaiserliches Telegramm nur dann freudigen Widerhall finden, wenn es den Geist jenes anderen Telegramms atmet, das vor Jahren der Episode der Flibustier folgte, jenem ersten räuberischen Unternehmen, dem nur der amtliche Stempel fehlte, um es dem heutigen Vorgehen Englands gleichzustellen. (Die thatsäch- lichen Nachrichten finden unsere Leser unter den „Letzten Meldungen)._______________________
Deutsches Reich.
Berlin, 3. Oktober. Der Kaiser hörte heute mittag den Vortrag des Chefs des Civilkabinetts v. Lukanus. — Das Kaiserpaar trifft am Donnerstagabend wieder in Berlin (Neues Palais) ein.
— Bei der während des Geographentages im Palais des Reichskanzlers veranstalteten SoirLe hatte der Vertreter des Pariser Figaro, Routier, eine Unterredung mit Hohenlohe. Der Kanzler sagte, die Kolonial-Politik müsse ernsthaft betrieben werden, wenn man gute Geschäfte machen wolle. Die Begnadigung von Dreyfus habe sich notwendig aus dem Urteil von Rennes ergeben, welches deutlich genug den Mangel jeden Schuldbeweises habe erkennen lassen. Frankreich und seine Regierung hätten sich in dieser Angelegenheit durchaus ehrenvoll verhalten. Der Reichskanzler erklärte ferner alles für absurd, was über die Agitation gegen die Ausstellung gefabelt worden sei und schloß mit den Worten: In Massen werden die Deutschen nach Paris kommen. Wir hoffen dort Ehre einznlegen mit unseren Fortschritten.
— Der Unterstaatssekretär des Auswärtigen Amtes, Freiherr v. Richthofen, hat einen längeren Urlaub angetreten. An seiner Stelle wird, wie im vorigen Jahre, der preußische Gesandte in Stuttgart, v. Derenthal, die Geschäfte führen. Aus diesem Personenwechsel in der Leitung der Geschäfte und aus der daraus hervorgehenden Thatsache, daß Staatssekretär Graf Bülow seinen Sommer-Urlaub noch weiter in den Herbst hinein ausgedehnt hat, ist nach den „Berliner Neuesten Nachrichten mit Sicherheit anzunehmen, daß Deutschlands internationale Beziehungen gegenwärtig nicht die gering st en unruhigen Bewegungen zeigen und ihren durchaus geschäftsmäßigen Gang gehen.
— Negierungsrat Bauer, Landrat in Gehren (Thür.), wurde unter Ernennung zum Geh. Regierungsrat als Vortragender Rat ins Ministerium berufen.
— Im Wahlkreis Calbe-Aschersleben beschloß eine sozialdemokratische Vertrauensmänner-Versamm- lung (wie vorauszusehen war. Red.) einstimmig, den des Mandats verlustig erklärten Abg. Schmidt wieder als Reichstagskandidaten aufzustellen.
— Eine umfassende Herbstagitation gegen die „Zucht haus Vorlage" vor Zusammentritt des Reichstags einzuleiten, hat der Centralrat der Hirsch Duncker- schen deutschen Gewerkvereine beschlossen. Es sollen zehn Agitationstouren unternommen werden, auf' denen u. a. die Landtagsabgeordneten Goldschmidt und Dr. Max Hirsch als Referenten auftreten. Der Vorschlag, Massenpetitionen der einzelnen Ortsvereine gegen die Vorlage zu veranlassen, wurde als unzweckmäßig abgelehnt.
Ausland.
Wien, 3. Oktober. Die Vereidigung der neuen Minister hat heute vormittag durch den Kaiser stattgefunden. Der „N. Fr. Pr." zufolge hat der Kaiser den beabsichtigten Jagdausflug nach Steiermark endgiltig aufgegeben. — Die jungtschechische Presse kündigt der Regierung den heftigsten Kampf an und droht mit der Mandats- niederlegung sämtlicher Klubmitglieder.
Pilsen, 3. Oktober. Gestern fanden hier große Demonstrationen gegen die Juden und die Deutschen statt. Die Fenster der deutschen Turnhalle sowie die der Wohnungen von Deutschen und Juden wurden eingeschlagen. Militär mußte requiriert werden, welchem es schließlich gelang, nach Verhaftung mehrerer Tumultuanten die Ruhe wiederherzustellen.
Budapest, 3. Oktober. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde der Antrag Kossuth bezüglich der Ehrung der in Arad Hingerichteten Generale wider Erwarten der äußersten Linken, welche sich von der Debatte einen großen Erfolg versprach, in ruhiger und sachlicher Weise verhandelt. Auf Antrag des Ministerpräsidenten Szell wurde beschlossen,
daß der Präsident des Abgeordnetenhauses damit betraut werde, einen Kranz auf das Denkmal zu Arad niederzulegen.
Paris, 3. Oktober. Die „Aurore" meldet, daß der Sohn des früheren Kriegsministers Mercier in Afrika ähnliche Geschichten auf dem Gewissen habe, wie die Expeditionsführer Chanoine und Voulet. Mercier habe einen Träger mißhandet, der auf englisches Gebiet entflohen sei. Er habe ihn verfolgen lassen, und seine Festnahme auf englischem Boden veranlaßt. Hiergegen habe der englische Gouverner Protest eingelegt und die Freilassung des Trägers verlangt.
Paris, 3. Oktober. Nach der „Aurore" ist vom Finanzminister eine Untersuchung über das Verschwinden von Geldern, die für Madagaskar bestimmt waren, eingeleitet worden.
Madrid, 3. Okober. Max Regis, welcher auf Antrag der französischen Regierung in Barcelona verhaftet worden war, ist wieder in Freiheit gesetzt worden, nachdem er das Versprechen gegeben, Spanien nicht zu verlassen, solange nicht die französische Regierung einen Beschluß über ihn gefaßt hat.
Konstantinopel, 3. Oktober. In Siwas (Klein-Asien) wollten die Armenier eine Demonstration vor dem Palais des Gouverneurs veranstalten. Als Truppen die Kundgebung zu verhindern versuchten, trat der Gouverneur hinaus, um einem Zusammenstoß vorzubeugen. Allein er wurde durch eineKugel verletzt. In dem Konflikte zwischen den Truppen und den Armeniern gab es eine große Anzahl Schwerverwundeter. — Eine Jrade des Sultans ordnet die Teilung Iemen's in vier Verwaltungsbezirke an.
Belgrad, 3. Oktober. Die Meldung von der Verurteilung des Erzpriesters Barjaktawovic zu 15jährigem Kerker ist falsch. Derselbe ist wegen Mangels an Beweisen freigesprochen und nur zur Tragung der Gerichtskosten verurteilt.
Belgrad, 3. Oktober. Den Familien des zu zwanzigjährigen Kerker verurteilten Obersten Nikolic und des Oberstleutnants Novakovic wurden die Pensionen nicht mehr ausgezahlt.
New-York, 3. Oktober. General Otis lehnte Verhandlungen mit'den Filipinos ab und verlangte bedingungslos die Uebergabe. — Admiral Dew ey reiste nach Washington zur Empfangnahme eines Ehrensäbels.___________________
Lokales ruck Provinzielles.
Gießen, 4. Oktober 1899.
** Geschichtskalendep. Vor 290 Jahren, am 5. Oktober 1609, wurde zu Hartenstein im Voigtlande Paul Flemming geboren, der beste Lyriker des 17. Jahrhunderts, voller Phantasie und frischer, kräftiger Anfchauung nnd Darstellung, als geistlicher Sanger am bekanntesten durch das Lied „In allen meinen Thaten", das er vor seiner persischen Reise schrieb, von der später seine Gedichte berichten. Er starb am 2. April 1640 zu Hamburg.
** Die Rekruten rücken nun bald zu den verschiedenen Truppenteilen ein. Schon Tage vorher, ehe der junge Mann das Vaterhaus verläßt, hat die Mutterhand vollauf zu thun, um wenigstens für die ersten Wochen der Bangigkeit des jungen Mannes zu steuern. Ist alles in Kisten und Kasten verwahrt, und kommt der Tag des Abschieds, dann eilt der zukünftige Vaterlandsverteidiger wohlbepackt seinem Bestimmungsorte zu. Ist er dann an Ort und Stelle angelangt, wird er sich sofort bewußt, daß nun hier ein neues Leben zu beginnen hat. Hier wird er sich wohl das Sprichwort: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre" wieder ins Gedächtnis" rufen, sieht er doch schon seine Vorgesetzten mit scharfen Augen auf sich blicken, welche ihm nur zu deutlich verraten, daß hier Ordnung und Disziplin die erste Bedingung für einen Soldaten sind. Neue Bekanntschaften mit seinen Kollegen werden angeknüpft, und wie freut sich so ein neugebackener Soldat erst, wenn er vielleicht aus seinem Dorfe einen im „zweiten" Jahre Dienenden wiedersieht. Die beiden haben sich vielleicht im Heimatsdorfe weniger nähergestanden, aber hier in der Kaserne wird ein inniges Kameradschaftsband geflochten, hat doch einer wie der andere Lust und Last des Soldatenstandes zu tragen. Auch die Tage der „Ausbildung" gehen vorüber, und dann ist für den Rekruten Aussicht auf eine etwas freiere Zeit. Da kommt dann der erste Urlaub, wo er natürlich als strammer Soldat seiner Heimat Ehre machen will, und sich schon lange vorher dazu vorbereitet, O, welche Luft, Soldat zu sein! Er ist sich ja dessen bewußt, daß er treu seine Pflicht erfüllt hat, und kehrt dann auch ebenso gern in seine Garnison zurück, wo er ja nun als wirklicher Teilnehmer des „Krieges im Frieden" gilt. Und welch schöne Erinnerungen knüpfen sich uicht an die Zeil des Manövers! Schnell geht die Zeit vorbei, und nach zwei Jahren kehrt der ehemals mit Zittern und Zagen eingetroffene Rekrut als „Reservist" in seine Heimat zurück, um dort sich wieder seinen beruflichen Pflichten zu widmen. Ist auch das Soldatenleben oft rauh und nicht nach dem Geschmack eines jeden, so bringt dasselbe doch auch heitere Stunden mit sich, die dann eine schöne Erinnerung bilden.
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** Ruhestaudsversetzung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 16. September den evangelischen Pfarrer Kirchenrat Jakob Buch- hold zu Ossenheim, Dekanat Friedberg, auf sein Nach suchen, mit Wirkung vom 1. Oktober l. Js. an, in den Ruhestand zu versetzen.
♦♦ Unserer gestrigen Notiz über die Frankfurter Hundeausstellung fügen wir noch hinzu, daß Herr Weinhändler Aug. Schwan auf ein paar rauhhaarige Rattenpinscher einen ersten, zwei zweite und einen dritten Preis und Herr H. F. Nassauer für seine Leonberger Hündin „Nora" in der offenen Klaffe in Konkurrenz mit Rüden und Hündinnen den ersten Preis erhielt.
Neues Geschäftshaus. Ein mit aller Eleganz und der Neuzeit entsprechend eingerichtetes Geschäftslokal hat der Metzgermeister Jakob Braun in seinem neuerbautes Hause Seltersweg seit gestern eröffnet. Besonders schön sind die Kunstschmiedearbeiten, welche in der Werkstätte des SchlossermeisterS Karl Wigandt hergestellt wurden. Recht geschmackvoll ausgeführt sind ferner die Marmorarbeiten von der Lahnkalk-und Marmor-Industrie Aug. Gabriel jr.
! Watzenborn, 3. Oktober. Ruhestandsversetzung und Ehrung. Mit dem heutigen Tage ist Herr Lehrer Kling seit beinahe 27 Jahren in hiesiger Gemeinde mit großem Segen wirkend, wegen angegriffener Gesundheit unter Anerkennung seiner treuen Dienste in den Ruhestand versetzt worden. Die Großherzogliche Kreisschulkommission Gießen, vertreten durch die Herren Provinzialdirektor v. Bechtold und Kreisschulinspektor Dr. Lucius begab sich heute mittag hierher, um demselben das betreffende Pensionsdekret vor versammeltem Schul- und Ortsvorstand und einer Anzahl eng befreundeter Kollegen auf dem Gemeinderathause zu überreichen. Zugleich gab Herr Provinzialdirektor seiner Freude Ausdruck, daß Seine König!. Hoheit der Großherzog Allergnädigst geruht hätten, als Anerkennung für treue Amtsführung das Silberne Kreuz Philipp des Großmütigen ihm zu verleihen; sodann überbringe er die Glückwünsche der höchsten Schulbehörde sowie die der Gr. Kreisschulkommission. Die freundlichen Worte des Herrn Provinzialdirektors machten auf den nunmehr aus dem Schulamte Scheidenden sichtlich tiefen Eindruck, was aus seiner dankenden Erwiderung zu entnehmen war. Auch Herr Pfarrer Sommerlad gab als Vorsitzender des Schulvorstandes seinen Gefühlen beredten Ausdruck, Herrn Klings Verdienste um Schule und Gemeinde in jeder Hinsicht anerkennend. Nach Vollendung des amtlichen Aktes verbrachten alle Anwesenden auf Einladung des Herrn Provinzialdirektors noch einige Stunden in der gemütlichsten Stimmung im Gasthause zum Löwen. Möge Herrn Kling noch ein langer heiterer Lebensabend beschieden sein!
— Friedberg, 4. Oktober. Am verflossenen Montag gaben sich 22 ältere Lehrer aus dem Großherzogtum ein Stelldichein. Sie kamen Hierselbst zusammen, wo sie in den Jahren 1853 und 1854 ihre Vorbildung zum Lehrerberuf fanden. Die Reihen haben sich bedeutend gelichtet. Von der damaligen ersten Klasse sind gestorben 34 Prozent, von der zweiten sogar 44 Prozent. Außerdem leben einige Leute in Amerika. Die Erschienenen zeigten sich munter und vergnügt. Begrüßt wurden sie in einer Rede, die der Obmann des Lehrervereins bei Tische gehalten, worin u. a. die Hoffnungen dargelegt waren, die die hessischen Lehrer allenfalls haben könnten. Nach Besichtigung der Seminarräume am Nachmittag hielt ein Glas Bier die Gesellschaft in der Wirtschaft am Bahnhof fest. Nach dem Versprechen, in 3 Jahren noch einmal zusammenkommen zu wollen, führten die Züge die ehemaligen Seminarfreunde nach Nord und nach Süd.
Darmstadt, 3. Oktober. Aus Jagdschloß Wolfsgarten, 2. Oktober, wird der „Darmst. Ztg." gemeldet: Ihre Hoheit Prinzessin Aribert von Anhalt sind gestern abend von hier nach Berlin zurückgereist. — Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin von Rußland, Ihre Kaiserlichen Hoheiten die Großfürsten Kyrill und Boris und Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben sich heute mittag 12 Uhr von Station Egelsbach mittelst Sonderzuges nach Schloß Friedrichshof begeben und werden nachmittags 4 Uhr wieder hier eintreffen. — Ihre Hoheit Prinzessin Viktoria zu Schleswig-Holstein haben Wolfsgarten heute wieder verlassen. — Seine Kaiserliche Hoheit Großfürst Andreas und Seine Königliche Hoheit Prinz Nikolaus von Griechenland sind zum Besuche der Allerhöchsten Herrschaften heute hier eingetroffen.
Darmstadt, 3. September. Am Sonntag starb dahier, wie die „N. H. V." berichten, nach längerem Leiden Herr Dr. jur. Georg Freiherr v. Wedekind im Alter von 74 Jahren. Der Verstorbene war früher Rechtsanwalt, hatte aber schon seit langer Zeit der praktischen Ausübung seines Berufs entsagt, um sich seiner Neigung gemäß ganz litterarischen und wissenschaftlichen Studien zu widmen. Er besaß ein schönes dichterisches Talent, trat aber damit nur selten in die Oeffentlichkeit. Er gehörte früher auch eine Reihe von Jahren der Zweiten Kammer an und hatte sich der nationalliberalen Partei angeschlossen. — Im Namen des Vereins der Amtsrichter der Provinz Starkenburg überreichten gestern nachmittag die Herren Oberamtsrichter Dr. Lehr und Amtsgerichtsrat Wagner dem Herrn Landgerichtspräsidenten M a ch e n h a u e r die reichausgestattete Adresse. Ferner erschien eine Abordnung des Landgerichts in der Wohnung des Herrn Präsidenten und übergab ihm zum Zeichen der Verehrung und Dankbarkeit ein Album mit den Bildern der Mitglieder dieses Kollegs.
Groß-Biberau, 3. Oktober. Seit Sonntag, 24. Sept., ist unser Bürgermeister Merz spurlos verschwunden; es wurde nach demselben schon einige Tage durch Streifzüge in den Waldungen des Odenwaldes gesucht, aber resultatlos. Herr Merz war auch Rechner der Sparkasse.
□ Mainz, 3. Oktober. Kommenden Sonntag findet hier ein hessischer Handwerkertag statt. Auf der Tagesordnung desselben steht: 1) Referat des Reichstagsabgeordneten Euler-Bernsburg über das neue Handwerkergesetz und dessen Ausführung durch die einzelnen Bundesstaaten. 2) Stellungnahme zur Absicht der hessischen Regierung, nur eine Handwerkerkammer für das Großherzogtum zu errichten. Ernennung des „Neuen deutschen Handwerkerblattes" zum Verbandsorgan. — In den letzten Tagen hat sich hier die Heilsarmee wieder bemerkbar gemacht. Verschiedene Mitglieder der komischen Sekte — meistens Damen — bemühten sich, in den Straßen und Häusern ihre Kriegsrufe an den Mann zu bringen. Meistens
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