Ausgabe 
5.9.1899 Erstes Blatt
 
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Straßburg, 2. September. Nachdem seit gestern zur heutigen Vorparade die Truppenmassen hier eng zusammen­gezogen sind, gleicht Straßburg einem riesigen Heerlager. Den weitesten und anstrengendsten Weg hierher hatten die Königs-Ulanen von Hannover aus zurückzulegen; doch ist Mannschaften wie Pferden das scharfe Reiten trefflich be­kommen. Gestern langten auch die Metzer Dragoner-Regi­menter Nr. 9 und 13 an. Bei dem erstgenannten wird der Statthalter, General der Kavallerie Fürst Hohenlohe, L la suite geführt. Als das Regiment am Garten des Statthalterpalais vorbeipassierte, in welchem sich gerade die Fürstin Hohenlohe, eine geborene Prinzessin von Baden, befand, erbat sich der Kommandeur, Oberst von Rau, die Erlaubnis, das Regiment der hohen Frau vorführen zu dürfen, was auch genehmigt wurde. So flott und frisch, als ob sie eben erst aus dem Quartier gekommen waren, defilierten die schmucken Reiter vorüber.

Post-Checkverkehr. Die Vorlage, betreffend den Check- und Ausgleichsverkehr bei den Reichs-Postanstalten wird, wie derB. L.-A." schreibt, den gesetzgebenden Körperschaften des Reiches in der nächsten Session zugehen. Der Einführung des Checkverkehrs bei der Reichspostver­waltung liegt die Absicht zu Grunde, die jetzt gebräuchliche Art der Geldübermittelung durch die Post zu erleichtern und zu vereinfachen und den geldlosen Zahlungsausgleich, wie er in England und Amerika fast allgemein Anwendung findet, in Deutschland mehr und mehr einzubürgern. Die Vorteile eines derartigen Zahlungsausgleiches, bei welchem die Münze entbehrlich ist, sind sowohl für den einzelnen als auch für den Staat ganz erheblich. Der Einzelne wird von allen Gefahren befreit, die mit der Uebernahme, Uebergabe und sicheren Aufbewahrung von Geldbeträgen verknüpft sind. Die Gelder liegen nicht mehr brach und zerstreut in den Kassen, sondern können von der Stelle, bei welcher sie eingezahlt worden sind, dem Verkehr wieder zugeführt und nutzbringend verwendet werden; sie vermehren auf diese Weise die flüssigen Zahlungsmittel des Staates. Die Regelung des Post-Checkverkehrs ist in der Art geplant, daß für mehrere Ober - Postdirektionsbezirke ein Post - Checkamt errichtet wird, bei welchem jedem auf seinen An­trag gegen Einzahlung einer unverzinslichen Stamm­einlage von 200 Mark ein Checkkonto eröffnet werden kann. Als Sitz je eines Post Checkamts sind Berlin, Breslau, Köln am Rhein, Danzig, Frankfurt a. Main, Hamburg, Hannover, Leipzig und Straßburg i. Elsaß in Aussicht ge­nommen. Auf das Konto eines jeden Teilnehmers können bei sämtlichen Reichs-Postanstalten Geldbeträge sowohl vom Konto Inhaber selbst als auch von anderen Personen eingezahlt und von dem angesammelten Guthaben seitens des Konto-Inhabers jeder Zeit mittels Checks Be­träge zur sofortigen Auszahlung an sich selbst oder an eine andere beliebige Person oder auch zur Gutschrift auf das Konto eines anderen Teilnehmers angewiesen werden. Ein­lagen im Chcckverkehr können entweder mittels der neu ein­zuführenden Zuschriftkarten oder auch mittels Postanweisungen, Nachnahme-Postanweisungen, Auftrags-Postanweffungen und durch Gutschriften im Ausgleichsverkehr gemacht werden. Die Gebühren für die Benutzung des Checkverkehrs, der keinerlei Stempelgebühren unterliegen wird, sollen so be­rechnet werden, daß die durch das Verfahren der Reichs- Postverwaltung entstehenden Kosten gedeckt sind. Als Zinsen für die außer der Stammeinlage gemachten weiteren Ein­lagen werden 1,2 vom Hundert jährlich oder 1 vom Tausend monatlich gewährt werden.

Deutsche Po st an st alten in den neuen Kolonien. Nach Uebernahme der Karolinen-, Marianen- und Pumo-Jnseln durch das Reich sollen die Karolinen- Inseln Aap und Ponape, sowie die Marianen-Jnsel Saipan deutsche Postanstalten erhalten. Bis jetzt befinden sich deutsche Postanstalten in der Südsee in Berlinhafen, Friedrich- Wilhelmhafen und Stephansort auf Neu-Guinea (Kaiser- Wilhelmsland), in Hubertshöh und Matopi auf Neu- Pommern (Bismarckarchipel) und in Jaluit auf den Marschall­inseln. Auch in Apia auf der zu der Samoagruppe ge­hörigen Insel Upolu ist eine deutsche Postanstalt in Wirk­samkeit.

Ausland.

Amsterdam, 3. September. Berichten zufolge, die der Gesandtschaft Transvaals im Haag zugegangen sind, zweifelt Präsident Krüger nicht daran, daß England den Krieg sucht. Man erwartet in Prätoria den Ausbruch des Krieges.

Paris, 3. September. Die Vernehmung Dupaty de Clams ist gestern beendet worden. Die Verlesung des Verhörs vor dem Kriegsgericht erfolgt jedenfalls morgen.

Paris, 3. September. Die Verhandlung gegen die Theilnehmer an dem Komplott gegen die Sicherheit des Staates vor dem Staatsgerichtshofe wird Ende September, die Nrteilsfällung Mitte Oktober erfolgen.

Paris, 2. September. DasFort Chabrol" steht noch, zum Verdruß der republikanischen Kreise, die die Langmut der Regierung nicht begreifen. Die Umgebung bleibt jedoch still. Gestern abend wurden mehrere Einzel- verhastungen vorgenommen. Um 10 Uhr machte Guerin die gewohnte Runde auf dem Dache bei Fackelschein. Heute morgen herrschte vollständige Ruhe. In der Nähe wurden Plakate revolutionärer Vereine angeschlagen, die gegen die Aushungerung protestieren und mit den WortenTod den Juden!" schließen.

Paris, 3. September. Vor der Festung Guärins herrscht vollkommene Ruhe. Man erwartet stündlich das energische Vorgehen der Regierung. Eine große Anzahl Personen befindet sich seit den frühesten Morgenstunden in der Umgebung und wartet der Dinge, die da kommen sollen.

Paris,3. September. Das Syndikat der Pariser Presse hält am nächsten Donnerstag unter dem Vorsitz

von Paul Cassagnac eine Versammlung ab, um die von den Leitern derPatrie" und desSoir" aufgeworfenen Fragen bezüglich ihrer Verfolgung zu erledigen.

Paris, 3. September. Die Polizei hat in der ver­gangenen Nacht Maueranschläge seitens der Anti- Dreyfus-Gruppe in der Umgegend von Paris, worin die Bevölkerung zu Unruhen aufgefordert wird, entfernen lassen.

London, 3. September. Der Herzog von Orleans ist in einem Privat-Hotel zu Aorkhouse abgestiegen, wo er bis zum 10. September zu verweilen gedenkt.

Kopenhagen, 3. September. Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland sind gestern von Kronstadt ab­gefahren. Ihre Ankunft erfolgt hier morgen vormittag.

Lokales und Provinzielles.

Gießen, 4. September 1899.

Empfang. Se. König!. Hoheit der Großherzog empfingen am 2. September ü. a. den Professor Dr. Mohr, Direktor des Gymnasiums in Büdingen, den Dr. Schwan von Gedern, Kreisassistenzart bei den Kreisgesundheitsämtern Schotten und Büdingen.

Militärdienstnachrichten. Dr. Fröhlich, Oberstabs­arzt 2. Klasse des 4. Großh. Jnf.-Regts. (Prinz Karl) Nr. 118, zum Oberstabsarzt 1. Kl. befördert. Dr. Nebel, Oberarzt der Reserve des Landw.-Bezirks I Darmstadt, Dr. Sior, Oberarzt der Landwehr 1. Aufgebots des Landw.-Bezirks I Darmstadt, zu Stabsärzten befördert. Dr. Clasen, Assistenzarzt beim Inf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zur Unteroffizier-Vorschule in Weilburg versetzt.

* Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Stockheim, Kreis Büdingen, mit dem gesetzlichen, nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalt.

* * Zur Beachtung für Hausbesitzer. Wir machen auch an dieser Stelle auf die heutige Bekanntmachung des städtischen Gas- und Wasserwerks besonders aufmerksam, und empfehlen deren Beachtung, um Hausbeschädigungen u. s. w. fernzuhalten.

* Neue Postkarten. Die nach dem Gemälde des Herrn Kunstmalers Fritz in vier Sorten hergestellten Ansichts­postkarten sind soeben erschienen, womit die Zahl der unsere Vaterstadt Gießen darstellenden Ansichten vorteilhaft vermehrt worden ist. Die Karten werden ohne Zweifel viele Liebhaber finden.

* * Stadttheater. Die Direktion unseres Stadttheaters (die Herren Kruse und H elm) eröffnete ihre Vorsaison in Wetzlar am 31. August d. Js. mit einerGoethefeier". DieWetzlarer Nachrichten" schreiben über diese Aufführung: Gestern eröffnete die hier schon längst rühmlichst bekannte Direktion des Stadttheaters in Gießen, die Herren Kruse und Helm, einen Cyclus von Vorstellungen, welcher ein Reper- toir von vorzugsweise bedeutenden Novitäten umfaßt, wie man aus den Voranzeigen schon ersehen konnte. Es stellt dem Kunstsinn der Direktion ein glänzendes Zeugnis aus, daß sie in Pietätvoller Weise den Eröffnungsabend dem Ge­dächtnis des deutschen Dichterheroen Wolfgang Goethe widmete, dessen 150 jähriger Geburtstag im ganzen deutschen Reiche und über dessen Grenzen hinaus, wo Sinn für Litteratur herrscht, in mehr oder weniger glänzender Weise festlich begangen wurde. Unsere Stadt birgt Erinnerungs- Plätze an das Verweilen des großen Dichters in Wetzlar, das Lottehaus, den vielbesprochenen Brunnen und das Kammergericht, an welchem Goethe damals thätig war. Unsere Stadt ist demnach, wie wenig andere, prädestiniert, des großen Goethe zu gedenken, und wissen wir der Direktion des Theaters Dank für das Arrangement der Goethefeier. Nach einem äußerst beifällig aufgenommenen, von Fräulein Agnes Hammer gesprochenen Prolog kam eine Aufführung des Einakters von Erich Wulffen:Tasso in Darmstadt", welcher von vielen großen deutschen Bühnen gelegentlich der Goethefeier ausgeführt worden ist. Er zeigt, durch scherzhafte Episoden gewürzt, wie Goethe die Anregung zu seinemTasso" empfing. Gespielt wurde vortrefflich. Es hieße den Theaterzettel abschreiben, wollten wir alle Mitwirkenden namhaft machen, die zum Gelingen der Aufführung beigetragen haben. Den Schluß bildeten Die Geschwister", ein einaktiges Lustspiel des gefeierten Dichters selbst. Selbstverständlich steht das Stück über einer kritischen Beurteilung, und so war die gestrige Auf­führung desselben eine mustergiltige zu nennen. Wir haben gesehen, daß die Direktion auch in diesem Jahre über bemerkenswerte Kräfte verfügt, und sehen mit freu­diger Erwartung den weiteren Darbietungen des Repertoirs entgegen." Die Direktion beabsichtigt, wie man uns mitteilt, auch hier in Gießen zu Beginn der kommenden Spielzeit eineFestvorstellung" zu Ehren der 150. Wieder­kehr des Geburtstages von Goethe zu veranstalten.

* * Nnglücksfall. Am Samstag Nachmittag wurde in der verengten Dammstraße bei Metzgermerster August Hof- mann ein lljähriges Kind übersahren und weil der Wagen zum Glück nicht sehr beladen das Kind nur am Kopse leicht verletzt. Es ist schon wiederholt daraus aufmerksam gemacht worden, daß an dem Thatorte noch einmal ein größeres Unglück entstehen könne. Hat doch Einsender dieses einmal eine wahre Todesangst ausgestanden, als einmal ein schwer beladenes Fuhrwerk passierte, und derselbe sich nicht erst in eine offene Thür der Häuser an dem sehr verengten Teile dieser Straße flüchten konnte, son­dern sich aus Leibeskräften möglichst dicht an ein Haus drücken mußte, jeden Augenblick gewärtig, von dem beladenen großen Wagen erfaßt zu werden. Wenn nicht größeres Unglück vermieden werden soll, so wäre im allgemeinen Jntereffe, wie der Verschönerung der Stadt, für welche ja schon so viel geschehen ist, zu raten, daß in nicht zu ferner Zeit dem erwähnten Mißstande Abhilfe geschehe.

* Polizeibericht. Gestern nachmittag meldete der Turm­wächter durch Glockenschläge Feuer. Es stellte sich als­bald heraus, daß Dörrfleisch und die Wurst in der Räucher­kammer einer Metzgerei am Wallthor in Brand geraten war. Das Feuer wurde alsbald gelöscht. Der Schaden soll bedeutend sein. Abends */a9 Uhr meldete der Türmer abermals mündlich der Revierwache Feuer. Diesmal brannte in der Nähe des Bergwerks ein Stoß Holz (sogen. Sedanfeuer). Gestern abend wurden der Polizei wieder drei Kinder im Alter von 3 und Jahren als herren- und obdachlos zugeführt. Zwei der Kinder konnten ihre Wohnung angeben und wurden ihren Eltern zugeführt, während das dritte Kind, ein etwa 2i/, bis 3 Jahre alter Knabe, im Schwesternhause untergebracht werden mußte. Die Eltern solcher verlaufener Kinder dürften sich doch etwas mehr Mühe zu geben haben, um wieder in Besitz ihrer Kinder zu gelangen, und sollten dieselben nicht der Fürsorge ihrer Nebenmenschen überlassen, insbesondere die Schwestern im Schwesternhause der öfter wiederkehrenden Mühewaltung entheben. Am vergangenen Samstag wußte sich eine fremde Schwindlerin dadurch bei einer hiesigen Familie einzuschleichen, daß sie sich als Freundin einer verstorbenen Tochter jener Familie vor­stellte. Des schlechten Wetters halber wurde die Fremde über Nacht beherbergt und bewirtet, wofür sie ihren freundlichen Gastgebern dadurch dankte, daß sie sich während ihres kurzen Aufenthalts 50 Mark aneignete und dieselben mitgehen hieß. Man hatte den Verlust des Geldes erst gegen Abend gemerkt, sodaß die Ergreifung der Diebin bis jetzt nicht möglich war. Gestern abend explodierte in einer Familienwohnung der Ludwigstraße ein Petroleum- Herd, wodurch der Vorhang in Brand geriet. Das Feuer wurde ohne größeren Schaden alsbald gelöscht.

* * Das Gesetz, betr. die Einführung einer staatlichen Klaffenlotterie, vom 12. August d. Js., bestimmt, daß die Regierung eine staatliche Klassenlotterie unter der Bezeich­nungGroßherzoglich Hessische Landeslotterie" einführen wird. Die Negierung wird ermächtigt, den Betrieb der Lotterie selbst zu übernehmen oder unter Wahrung ihres Aufsichtsrechtes einem Unternehmer zu übertragen. Auch im Falle der Verpachtung des Lotteriebetriebs hastet der Staat vorbehaltlich seines Ersatzanspruchs an den Unter­nehmer dem Inhaber des Loses für die Auszahlung des Gewinnes und der Prämie, welche er plan- und bestimmungs­gemäß anzusprechen hat. Alljährlich werden zwei Lotterien nach einem staatlich zu genehmigenden Spiel­plan veranstaltet. Wer in außerhessischen Geldlotterien, die nicht mit staatlicher Genehmigung im Großherzogtum zugelassen sind, spielt, wird mit einer Geldstrafe bis zu 600 Mk. bestraft. Nach einer besonderen Verordnung tritt das Gesetz sofort in Kraft.

* Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Tot­geborenen, betrug in der Woche vom 20. bis 26. August in Mainz 37, in Darmstadt 34, in Offenbach 19, in Worms 15 und in Gießen 10, zusammen 115, darunter 50 im ersten Lebensjahre. Todesfälle pro Jahr und 1000 Ein­wohner kamen auf Mainz 23,9, Darmstadt 25,5, Offen­bach 23,4, Worms 20,6 und auf Gießen 21,2. Die Todesursache anbelangend, verstürben an Diphtherie 1 (Mainz), an Unterleibstyphus 2 (je 1 in Mainz und Worms), an Diarrhöe und Brechdurchfall 37 (10 in Mainz, je 9 in Darmstadt und Offenbach, 7 in Worms, 2 in Gießen), an Wochenbettkrankheit 1 (Offenbach), an Lungen­schwindsucht 11 (je 5 in Mainz und Darmstadt, 1 in Gießen), an akuten entzündlichen Krankheiten der Atmungs­organe 4 (je 1 in Mainz und Offenbach, 2 in Darmstadt), an Gehirn-Apoplexie 7 (4 in Mainz, 1 in Darmstadt, 2 in Offenbach), an sonstigen Krankheiten 48 (13 in Mainz, 16 in Darmstadt, 5 in Offenbach, je 7 in Worms und Gießen); gewaltsamen Tod erlitten 3 Personen (2 in Mainz, 1 in Offenbach).

* * Die Ansichtspostkarten sollen von den Bahnhofs- Restaurationen und damit auch von den kleineren Bahnstationen, welche keine eigene Bahnhossbuchhandlung besitzen, verschwinden. Die Eisenbahnverwaltungen in einzelnen Bundesstaaten haben den Pächtern der Bahnhofs­restaurants den Vertrieb von Ansichtskarten untersagt. Sie berufen sich bei diesem Verbot auf den Wortlaut des Ver­trages, der den Restaurateuren nur den Handel mit zum gastwirtschaftlichen Betriebe gehörenden Gegenständen ge­stattet, auch Postkarten-Automaten sollen vom Verbot ge­troffen werden. Die betroffenen Wirte wollen gegen diese Verfügung rekurrieren und weisen darauf hin, daß es jetzt bei der Entwickelung des Ansichtspostkartenverkehrs kaum eine größere Gastwirtschaft gibt, die nicht Ansichtskarten vertreibt, obwohl keine Konzession die Berechtigung zu diesem Handel enthält.

Darmstadt, 2. September. Aus der Schweiz wird ge­meldet, daß gestern Nachmittag sich ein Unglück ereignete, durch welches die hier in der Kasernenstraße wohnende Familie des Herrn Rentners Rau auf das schwerste be­troffen worden ist. Dieselbe unternahm zwischen Engelberg und Grafenried eine Spazierfahrt. Plötzlich scheuten die Pferde vor einem herankommenden Wagen der elektrischen Bahn und gingen durch. Hierdurch wurde der Wagen einen Abgrund hinunter geschleudert. Don den Insassen blieben Frau Nau und ihre 19jährige Tochter tot, während das andere Töchterchen nur verletzt wurde. Be­merkenswert ist, daß vor einigen Jahren ein Sohn der Familie Rau am Titlis verunglückte. N. H. V.

Darmstadt, 3. September. DerKamer ad sch aft- liche Kriegerverein" Darmstadt feierte heute sein 25jähriges Jubiläum und fand um ^12 Uhr eine akademische Feier im Schützenhofe statt, welcher als Ver­treter der Stadt der Beigeordnete Jäger, ferner der Stadtkommandant Daum, der Präsident der Hassia Cramolini und viele Ehrengäste beiwohnten. Die Festrede hielt Prof.