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Dr. Friedrich, der auch zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Der Verein erhielt zahlreiche Geschenke, u. a. von den Damen des Vereins eine prachtvoll gestickte Banner- schleife nebst Bandelier und von dem Kriegerverein Darmstadt ein namhaftes Geldgeschenk zum besten der Witwen- Kasse der Hinterbliebenen des Vereins, sowie einen Fahnennagel. Nachmittags fand Festzug und Konzert und abends Ball im Schützenhofe statt. t r
L. Mainz, 3. September. Das hiesige Stadttheater wird unter der neuen Direktion Steinbach am 14. September mit einer Aufführung von „Tannhäuser" eröffnet, der als erste Schauspielvorstellung und zugleich als nachträgliche Goethefeier „Egmont" folgen wird. Bereits vor geraumer Zeit hat die Direktion den Prospekt für kommende Saison in den hiesigen Blättern veröffentlicht. Das Personal ist, wie das durch den Direktionswechsel erklärlich ist, vollständig neu. Dasselbe besteht aus 48 Solisten, während der Chor 18 Damen und 17 Herren zählt, und das Ballet 8 Personen stark ist. Die Direktion verspricht in Schauspiel und Oper eine Anzahl von Novitäten, von denen besonders die deutsche Erstaufführung der italienischen Oper „Fedora" von Giordono, sowie die Oper „Das Käthchen von Heilbronn" von unserem vor einiger Zeit verstorbenen Mitbürger Lux zu nennen sind. Von berühmten Güsten erwähnt der Prospekt die Damen Sorma und Wedekind sowie die Herren Kainz, Makowski, Krauß und Friedrichs und das Gastspiel des Schlierseer Bauerntheaters. Aus allem diesem ist zu ersehen, daß sich der neue Direktor Emil Steinbach redliche Mühe gegeben hat, unser Theater wieder auf seine frühere Höhe zu bringen.
Aus -er Zeit für die Zett.
Vor 166 Jahren, am 5. September 1733, wurde zu Holzheim bei Biberach einer der bedeutendsten deutschen Dichter und Schriftsteller, Christoph Martin Wieland, geboren. Fein und vielseitig gebildet, durch seinen „Oberon" der erste Romantiker, Meister in der Form, überall anregend und befruchtend, leistete er Hervorragendes für den Glanz und die Blüte unserer Nationallitteratur. W. starb am 20. Januar 1813 zu Osmannstedt bei Weimar.
Vermischtes.
* Berlin, 3. September. Der große Spielerprozeß wird wahrscheinlich erst Mitte Oktober nach Beendigung der Manöver und der Reisezeit beginnen, sodaß alle Zeugen Gelegenheit zu persönlichem Erscheinen haben. Trotz Anbietung hoher Kautionen sind die Anträge auf Haftentlassung der drei Angeklagten, die sich in Untersuchungshaft befinden, abgelehnt worden.
* Hanau, 3. September. Auf Anregung der hessischen Landwirtschaftskammer hat der Vorstand der Jnvaliditäts- und Altersverficherungsanstalt Hessen-Nassau sich bereit erklärt, ländlichen Arbeitern zum Bau von Arbeit er- Wohnungen entweder unter Bürgschaft der betreffenden Raiffeisen-Genossenschaft oder durch diese Raiffeisen-Genossenschaft Baukredit zu mäßigem Zinsfuß zu gewähren.
* Das 13. deutsche Bundesschießeu wird, wie der Central- ausschuß endgiltig beschlossen hat, in Dresden vom 8. bis zum 15. Juli 1900 stattfinden.
* Für 40000 Kronen Briefmarken sind beim Präsidenten des Philatelistenvereins in Christiania verbrannt. Er hatte am Abend sein Arbeitszimmer auf kurze Zeit verlassen und die brennende Lampe auf dem Tische stehen laffen. Inzwischen war die Lampe explodiert und als er zurückkam, war die ganze Briefmarkensammlung des Vereins gänzlich vernichtet.
♦M.P.C. Zwischen der ersten allgemeinen deutschen Berufszählung vom 5. Juni 1882 und der zweiten vom 14. Juni 1895 liegt ein Zeitraum von 13 Jahren. In den folgenden Sätzen, die wir einem Aufsatz im neuesten Heft der „Preußischen Jahrbücher" entnehmen, ist bei Vergleichen vorausgesetzt, daß Zuwachs bezw. Abnahme sich auf diesen Zeitraum beziehen. Die gesamte Volkszahl des deutschen Reiches hat sich von 45222113 Köpfen auf 51770284, also um 6552171 vermehrt, das sind 14,48 % der Volkszahl von 1882. Die Einwohner der Gemeinden mit 2000 und mehr Einwohnern haben sich um 36,47 % vermehrt, die Bevölkerung des platten Landes ist um 1,31 % zurückgegangen. Die Großstädte über 100000 Einwohner sind an der Zunahme mit einem Plus von 111,29% des Bestandes der Großstädte von 1882 beteiligt. In den einzelnen Berufsabteilungen haben die hauptberuflich Erwerbsthätigen zugenommen in der Landwirtschaft um 0,68, in der Industrie xm 29,17, im Handel und Verkehr um 48,92 °/o; Die mit wechselnder Lohnarbeit Beschäftigten um 8,78, im öffentlichen Dienst und den freien Berufsarten um 38,29 %, die Berufslosen und ohne Bcrufsangabe 58,2 %.
Universitäts-Nachrichten.
— Marburg. Geheimrat Professor Dr. E. Schmidt, Direktor des pharmazeutifch-chemischen Instituts, hat einen erneuten Ruf an die Untoersilüt Berlin abgelehnr. — Profiffor der Theologie Dr. Graf Baudisstn hat einen Ruf nach Bonn uvd Berlin erhalten. — Der außerordentliche Professor der vergleichenden Sprachwissenschaft Dr. Paul Kretschmar hat einen Rus nach Wien erhalten und angenommen. — Privatdozent Lizentiat Bauer erhielt den Titel Professor. — Der ordentliche Professor für Strafrecht und Strafprozeß Dr. Friedrich Oetker, Friedrich Oetkers Neffe, erhielt einen Ruf an die alma mater Philippina, dem er zum Sommersemester 1900 Folge leisten wird._______
Gingesml-t.
Gießen, 4. September 1899. Bescheidene Anfrage.
Wie ist nur der sonderbare Mißgriff möglich gewesen, daß statt der ursprünglich oorgeschlagenen Inschrift am Goethe- Höpfner-Hause die jetzige dorthin kam? Ist denn das die Hauptsache, daß In jenem Hause seinerzeit „Goethes Freund Ludw. Jul.
Friedr. Höpfner" wohnte, oder daß Goethe dort Höpfner besuchte? Man sollte meinen das letztere. Profiffor Onckcn hat doch wohl recht, wenn er in Frankfurt betonte, daß durch den Besuch Goethes im Jahre 1772 auf einen Mann der Wissenschaft ein Strahl der Dichtersonne fiel, der ihm Unsterblichkeit verlieh. Also das wichtigste an dem ganzen Vorgang, die eigentliche Erinnerung, die die allgemeine Goethefeier gewrckt hat, die Thatsache, daß in jenem Hause der spätere geniale Dichter den damaligen geistreichen Profeffor besuchte, bleibt nunmehr ganz verschleiert — eine Ungeschicklichkeit, die ich auch dadurch nicht entschuldigen läßt, daß man den Besuch als bekannt vorausfitzen mag. Otffintliche Inschriften sollen deutlich belehren, nicht geheimnisvoll zwischen bm Zeilen lesen lassen.
Wteratur, Wissenschaft und Kunst.
* Die Witwe deö Wiener Chirurgen Theodor Billroth, Frau Christine Billroth, ist in Sanct Gilgen, unweit Salzburg gestorben.
— Nr. 35, die Goethe-Nummer der -»Jugend", Münchener illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben (G. Hirths Verlag in München, Preis Mk. 3.— pro Quartal, Mk. 1.— pro Monat excl. Porto) ist soeben erschienen und zwar in verstärktem Umfang von 24 Seiten mit Beiträgen unserer ersten Künstler und Schriftsteller. Aus dem Inhalt dieser außerordentlich reichhaltigen Nummer, die als eine der würdigsten und eigenartigsten Huldigungen zum 150 jährigen Geburtstage des Dichterfürsten anzufihen ist, heben wir daS folgende hervor: Titelblatt von R. M. Eichler („Ritt nach Sefin- heim"). — „Geistes Gruß" von Johann Wolfgang Goethe (Facstmile der Origtnalhan'oschrift). — Zwei bisher unveröffentlichte Handzeichnungen Goethes. — „Goethe, unser Herzog" von Friedrich Spielhagen. — „Er — pathologisch?" von Georg Htrth. — „Wir sind jung — das ist schön" von Adolf Münzer. — „Campagna" von Otto Erich Hartleben. — „Großmutter und Enkel" von Hugo von Hofmannsthal. — „Nachtgesang" von F. Erler. — „Werther" von Houston Stewart Chamberlain. — „Phantasmagorte" von Paul Rieth. — „Gesang" von Ferd. AvenariuS. — „Wolfgang Goethe und seine geselligen Lieder" von Otto Ernst. — „Goethe im Höllenfeuer" von Jul. Diez. — „Die wandelnde Glocke" von M. Feldbauer. — „Sinngedichte" von Ludwig Fulda. — „Der Zauberlehrling" von W. Püttner. - „Goethe in seinem Verhältnis zum Falle DreyfuS* von Paul Lindau. — „AuS dem lyrischen Tagebuch deS Leutnants von Versewitz: „In der Joethe-Ausstellung". — „Eine Goethe-Reliquie- von Max Bernstein. — „Der neue Plutarch", mit Zeichnungen von Arpad Schmidhammer.
Unterhaltungen in Bad-Nauheim
vom 5. September bis 9. September.
Dienstag den 5. September, nachmittags von 47» bis 67e und abends von 8 bis 10 Uhr auf der Terrasse: Konzert der Kurkapelle. Abends 87. Uhr im Saale: Liederabend von Frau Dr. Maria Korth und Herrn Otto Knappe aus Frankfurt a. M. Mittwoch den 6. September, nachmittags von 47, bis 7 und von 8 bis 97s Uhr auf der Terrasse: Konzert der Kapelle des Thüring. Ulanen-Regiments Nr. 6 aus Hanau. Bet gutem Wetter spielt die Kurcapeüe nachmittags von 5 bis 7 Uhr auf der Teichtnsel. Abends 8 Uhr: Theatervorstellung. Renaissance. Donnerstag dm 7. September, nachmittags von 4V, bis 7 Uhr: Konzert der Kurkapelle auf der Terrasse. Abmds von 8 bis 10 Uhr im Saale: Tanz. Freitag den 8. September, nachmittags von 47, bis 67, und abends von 8 bis 10 Ubr auf der Terrasse: Konzert der Kurkapelle. Abends Mozart- und Beethoven-Konzert. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Auf der Sonnenseite. S-mStag den 9. September, nachmittags von 47, bis 67, und abends von 8 bis 10 Uhr auf der Terraffe: Konzert der Kuckavelle. Abends 8 Uhr im Saale: Zaubervorstellung des Hofkünstlers Meunier-S6!ar aus Frankfurt a. M.
Spielfilm der nereiniften jtenfeferler StMheater.
Opernhaus.
Dienstag den 5. September: Carmen. Mittwoch den 6. September: Volks-Vorstellung. Prolog. Götz von Berlichingen. Donnerstag den 7. September: Hugenotten. Freitag den 8. September: Prolog von Emil Claar. Lebendes Bild. Eamont. Samstag den 9. September: Martha. Sonntag dm 10. September: Meistersinger. Montag den 11. September: Bajazzo. Hierauf: Ballet-Dtvertissement. Zum Schluß: Cavalleria ruatioana, Dienstag den 12. September: Freischütz.
Schauspielhaus.
Dtms'ag den 7. September: Im weißen Rößl. Mittwoch dm 6. September geschlossen. Donnerstag dm 7. September: Prometheus. Hierauf: Clavigo. Freitag den 8. September geschlossen. Samstag dm 9. September: Zaza. Sonntag den 10. September: Mathias Golltnger. Montag dm 11. <Sep= tember: Iphigenie auf Tauris. _______________________
Temperatur der Lahn und Luft
nach Reaumur grmrffm am 4. September, zwischen 11 u. 12 Uhr mtttags:
Waffer 15°, Luft 167,°.
Rübsamen'sche Badeanstalt.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Matthäusgemeinde. Die Verabredung mit den neukonfirmierten Mädchen wird von Dienstag auf Donnerstag verlegt.
Verkehr, Kand rmö Ustksmrtfthast.
2.Sept. Fruchtpreise. Weizm A 15,00—15,50, Korn A 13,80-14,00, Gerste A 00,00 -00,00, Hafers 12,56-13,00, Erbsen A 00,00-00,00, Linsen A 00,00—00,00, Wicken A 00,00, Leiv A 00,00, Kartoffeln A 6.00—0,10, Samen A 19,82—00,00.
Neueste Meldungen.
Depeschen des Bureau „Herold".
Prozeß Dreyfus.
Paris, 4. September. Wie behauptet wird, sind verschiedene Offiziere der Garnison von Rennes durch ein entdecktes Komplott kompromittiert, welches darin bestand, nach dem Urteilsspruch eine Kundgebung zu veranstalten. Augenblicklich sollen die Verschwörer Anstrengungen machen, einen General-Ausstand ins Werk zu setzen.
London, 4. September. Esterhazy erklärte einem Interviewer, daß er von der Freisprechung Dreyfus überzeugt und daß die Verurteilung Mercier's gewiß sei.
Rennes, 4. September Der Hauptmann Tavernier, welcher das Verhör Paty de Clam's entgegennahm, befindet sich seit gestern hier. Sein Bericht wird heute verlesen. Eine eingehende Verhandlung ist höchstwahrscheinlich.
Paris, 4. September. Der österreichische Botschafter dementiert die Meldung, daß Oberst Schneider den General Roget gefordert habe.
Paris, 4. September. Die Regierung ordnete das Verbo-t aller patriotischen antisemitischen Vereinigungen bis nach Verkündigung des Urteils in Renner an. Hinsichtlich des befürchteten Ansturmes antisemitischer Banden auf die Antisemitenburg zur Befreiung der Rebellen ind umfassende Abwehrmaßregeln getroffen worden.
Paris, 4. September. Mehrere Verhaftungen von antisemitischen Führern inRennes in diesen Tagen erfolgten hauptsächlich, um dieselben am Tage der Urteilsfällung unschädlich zu machen. Man weiß, daß die Nationalisten in RenneS Kundgebungen vorbereiten und Ausschreitungen gegen Juden und jüdische Etablissements nach algerischem Muster beabsichtigen. Eine Anzahl aus Algier herüberbeorderter Raufbolde und eigens angeworbene Pariser Kamelots sollen sich bereits in Rennes befinden.
Rennes, 4. September. Da die Verteidigung auf mehrere Zeugen, wie den Professor Seailles und den Rabbiner Dreyfus verzichtet hat, bleiben noch acht Zeugen zu vernehmen. Darunter befindet sich der Polizei-Kommissar Temps, den man zu bestechen versucht hat, damit er Picquart belaste und Senator Trarieux, der wie vor dem Kassationshofe Erklärungen vorbringen dürfte, die er von auswärtigen Diplomaten, speziell dem Grafen Tornielli erhalten hat. Es heißt, daß er über einiges neue Material verfüge.
Zur serbischen Krifis.
Budapest, 4. September, lieber die Lage in Serbien haben sich die Könige Milan und Alexander in einem im Budapester Hirlap veröffentlichten Interview ausgesprochen. Milan sagte, er befasse sich nicht mit Politik „solange nicht die Landkarte des Balkans zu Ungunsten Serbiens zu ändern versucht wird, werden wir nichts thun, was den Frieden Europas stören könnte."
Wien, 4. September. Ein offenbar inspiriertes Com- muuique der „Wiener Allg. Ztg." warnt die serbische Regierung, in Serbien die Schreckensherrschaft fortdauern zu lassen. Die Haltung der serbischen Machthaber, welche Personen, die zum Attentat in keiner direkten Beziehung stehen, vor das Standgericht bringen lassen, hat in hiesigen Kreisen sehr verstimmt. Auch daß man die Beleidigung Milans als Majestäts-Beleidigung verfolgt, wird übel vermerkt. Dasselbe Blatt dementiert die Kombinationen der Blätter über die Berufung Chlumeckys.
Belgrad, 4. September. Der Attentats-Prozeß soll nunmehr Donnerstag beginnen. Knesevic wird nur wegen Mordversuchs an dem Adjutanten Ludic vor Gericht gestellt werden. Man erwartet die Freisprechung von Pasic, Tauschanovic und Oberst Nicolic. Noch vor Beginn des Prozesses werden zahlreiche verhaftete Radikale wieder in Freiheit gesetzt werden.
Berlin, 4. September. Gestern mittag fand die Eröffnung der internationalen Motor-Wagen-Aus- stellung, die in der Zeit vom 3. bis zum 23. September anhalten wird, durch den Ehren-Präsidenten, Staatssekretär von Podbielski statt. Zu der Feierlichkeit war ein zahlreiches Publikum erschienen.
Halle a. d. S., 4. September. Landrat v. Bodenhausen in Bitterfeld hat sein Amt niedergelegt.
K.Z. Wien, 4. September. Der angesehene Advokat Dr. Schießl hat seine Schwester, die Wittwe des deutschnationalen Gemeinderats Dr. Prossinag, durch drei Revolverschüsse in der gemeinschaftlichen Wohnung getötet und sich dann im Westbahntunnel bei Rekawinkel auf dem Geleise erschossen, kurz bevor der Orient-Expreßzug den Tunnel durchfuhr. Seine gräßlich verstümmelte Leiche wurde heute Mittag erkannt. Es heißt, Dr. Schießl habe sein und seiner Schwester Vermögen in unglücklichen Spekulationen verloren. Die ermordete Dame, trotz ihrer 40 Jahre noch eine schöne Erscheinung, hinterläßt zwei Töchter, die sich noch in einer steirischen Sommerfrische befinden.
Wien, 4. September. Da der Kaiser gestern abend von den Manöver» zurückgekehrt ist, dürften heute mehrere politische Persönlichkeiten zur Audienz berufen werden. Offiziell verlautet, daß die Entscheidung in der innerpolitischen Situation erst nach der Mitte nächsten Monats stattfindenden Einberufung des Reichstages erfolgen werde. Die Gerüchte, daß die Regierung mit den Christlich-Sozialen in Bezug auf die innerpolitische Situation Abmachungen getroffen habe, werden entschieden dementiert.
Brüffel, 4. September. Die hiesigen Hospitäler sind sämtlich mit Pest s er um versehen worden, um im Falle einer Einschleppung der Krankheit dieselbe wirksam bekämpfen zu können.
Paris, 4. September. Die von der „Libre Parole" eröffnete Sammlung zugunsten der Gefangenen in der Rue Chabrol ergab bisher die Summe von 1056 Franks.
London, 4. September. Der Kapstadter Korrespondent des „Morning Leader" glaubt versichern zu können, daß Präsident Krüger bereit fei, neue Unterhandlungen mit England anzuknüpfen, um die letzten Beschlüsse der englischen Regierung in Erwägung zu ziehen.
Loudon, 4. September. „Daily Mail" meldet aus Johannisburg: Die Eisenbahnzüge verlassen vollgepfropft die Stadt in der Richtung nach dem Süden.
Lissabon, 4. September. Der Stadtrat und die Abgeordneten von Oporto telegraphierten neuerdings an den König um Milderung der sanitären Maßregeln. Die Protestzeichen gegen die Regierung mehren sich.
Hd. Berlin, 4. September, 1 Uhr 40 Mn. nachmittags. (Telephoumeldnng.) Der Minister des Innern, Freiherr v. d. Recke, hat feine Entlassung gegeben. Zu seinem Rach- folger ist der bisherige Präsident aus Düffeldorf, Freiherr von Rheinbabeu, ernannt worden. Auch der Kultus- mimster »on Bosse hat seinen Abschied gegeben.


