Ausgabe 
5.7.1899 Erstes Blatt
 
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ist jetzt geneigt, ihren Plan zu ändern und außer der Herabsetzung der Präsenz-Stärke der Armee auf 80000 Mann Verhandlungen mit dem Vatikan behufs Verringerung des Kultus-Budgets anzuknüpfen, jedoch mit größerer Energie gegen die Ruhestörer vorzugehen. Man sagt ihr die Absscht nach, die Handelskammern, welche agitieren, aufzulösen.

Spanien. In diesen Tagen schrieb derJmparcial": Der schwerste Verlust, den uns die vorjährigen Ereignisse gebracht haben, ist die Einbuße an Ansehen, die wir vor der gesamten zivilisierten Welt erlitten haben. Wir haben Urteile über uns ergehen lassen müssen, die uns aus der Reihe der politischen Machtfaktoren ausstrichen und uns auf die gleiche Stufe mit China stellten. Deshalb gibt es für uns heute keine andere Aufgabe, als unser Ansehen unter den Völkern und Staaten wiederherzustellen. Das aber können wir jetzt nicht durch Waffengewalt, sondern zunächst dadurch, daß wir die ungebrochene Leistungsfähigkeit Spaniens auf wirtschaftlichem Gebiete nachweisen. Es handelt sich darum, jährlich 200 Mill. Pesetas mehr auf­zubringen, und dazu sind wir imstande. Ein jeder muß dazu Opfer bringen, der Arbeiter ebenso, wie der Kapitalist, der Kaufmann wie der Industrielle und der Landwirt. Die Vorschläge des Finanzministers sind allerdings noch sehr verbesserungsbedürftig. Besonders sind noch erhebliche Ab­striche in den Kosten der Verwaltung vorzunehmen. Aber dazu ist die Budgetkommission der Kortes berufen, und diese wird ihres Amtes walten. Auch der Kriegsminister wird seinen an sich sehr lobenswerten Reformeifer etwas mäßigen, wenigstens hinsichtlich der Ausgaben. In der Marine dürfen wir allerdings nicht sparen, aber wir können in deren Verwaltung Mißstände abstellen, welche die Mehr­ausgaben wieder ausgleichen werden. Doch vor allem müssen wir ruhiges Blut behalten. Mit Straßenlärm lassen sich diese schwierigen Fragen nicht lösen." Die Regierung dagegen scheint schnell zur Nachgiebigkeit bereit zu sein, denn es wird berichtet, der Kriegsminister habe dem Mi­nisterpräsidenten Silvela erklärt, daß er geneigt sei, die Friedenspräsenzstärke des Heeres auf 80 000 Mann festzu­stellen, statt der von 108 000 Mann, die im Budget auf­gestellt worden ist.

Petersburg, 3. Juli. Wie ein Telegramm aus Peters­burg meldet, hat eine Deputation, bestehend aus dem französischen Senator Trarieux, den Professoren Westlake- Cambridge, Vleegt-Holland, Brussa-Jtalien, Szinnyei-Ungarn, Brogger-Norwegen, Freiherr von Nordenskjöld-Schweden, Dr. Morman-Dänemark vergeblich eine Audienz beim Kaiser Nikolaus nachgesucht, in welcher sie eine, die finländische Frage betreffende Adresse überreichen wollte, die von über tausend Gelehrten und Künstlern aus Frankreich, England, Oesterreich-Ungarn, Deutschland, Italien, Belgien, der Schweiz, Dänemark, Schweden-Norwegen unterzeichnet ist.

Balkanstaaten. Die Pforte erklärte der serbischen Regierung, daß sie keineswegs den Botschaftern mitgeteilt habe, der König von Serbien habe sein Bedauern beim Sultan über die Vorfälle an der Grenze ausgedrückt. Sie habe nur gesagt, der König habe seine Befriedigung über die Untersuchung ausgedrückt. Für falsche Zeitungsberichte sei sie nicht verantwortlich. Im übrigen erklärte die Pforte wiederholt, die türkischen Truppen und die Albanesen trügen nicht die Schuld an den Grenzvorfällen, wohl aber die Serben. Die serbische Regierung dagegen behauptet in einer neuen Note das Gegenteil.

Cettinje, 3. Juli. Die Prinzessin Jutta von Mecklenburg-Strelitz kommt mit ihren Eltern am 25. Juli in Antivari an und wird am 26. zum griechischen Glauben übertreten. Die Ankunft in Cettinje ist auf den 27. festgesetzt, wofür große Vorbereitungen getroffen werden.

Afrika. Aus Pretoria wird gemeldet: Heute am Samstag, dem 1. Juli ist ein Grünbuch veröffentlicht worden. Es enthält eine Depesche Chamberlains vom 15. Dezember vorigen Jahres, in welcher es heißt, die britische Regierung sei nicht in der Lage, den von Leyds aufgestellten Satz, daß es keine britische Suzeränetät gebe, und daß die Einleitung der Konvention von 1881, die sich mit der Frage der Suzeränetät befaßte, durch die Kon­vention von 1884 aufgehoben fei, als richtig anzuerkennen. Es ist das keine einfache staatsrechtliche Frage. Ein vollsouveräner Staat ist Transvaal nicht, denn es darf ohne Zustimmung Englands keine Verträge mit fremden Staaten schließen. Bis 1884 war das Land durch Vertrag derSuzeränetät der Königin von England" unterworfen, 1883 aber kam eine Deputation von Transvaal nach London, um die Abschaffung der Suzeränetät zu verlangen. Nach längeren Verhandlungen gab Lord Derby seine Zustimmung. In einem Schreiben vom 15. Februar 1874 bot er einen neuen Vertrag an zum Ersatz für die Konvention von Pretoria". Das sind seine eigenen Worte. Aus diesem neuen Vertrag wurde das Wort Suzeränetät und alles, was darauf Bezug hat, fortgelaffen. Nichts blieb an einem Abhängigkeitsverhältnis als die Bestimmung über die Ver­träge. Ein letzter Rest von Abhängigkeit bejaht unzweifelhaft. Die innere Regierung in Transvaal ist aber frei.

Lokales und Provinzielles.

Gießen, den 4. Juli 1899.

* Auszeichnungen. Seine Königliche Hoheit der G r o ß- herzog haben Allergnädigst geruht, am 22. Juni den Führern der freiwilligen Feuerwehr zu Darmstadt: Brand­direktor Ludwig Fischer das Ritterkreuz 2. Klasse und dem Brandmeister Ludwig Vogel das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, ferner dem Adjutanten Christian Frank, dem Führer der Hydranten­mannschaft Christoph Lorenz, dem Führer der Rettungs­mannschaft Jean Fürstenseld, dem Führer der kleinen Spritze Christian Hill und den Zugführern Christian Bucher, Franz Müller und Ludwig Müller das All­

gemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für Verdienste" zu verleihen.

** Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuer­wehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs vom 22. Juni ds. Js. dem Mitgliede der freiwilligen Feuerwehr zu Darmstadt, Adam Weber.

** Gießener Volksbad. Der Besuch des Bades im ab* gelaufenen Monat Juni weist gegenüber dem Vormonat wiederum eine Zunahme auf, welche im wesentlichen einem stärkeren Besuche des Bades durch das weibliche Geschlecht zuzuschreiben ist, wogegen die Bäder in der Lahn, wie ins- besondere das dortige Freibad, einer stärkeren Zunahme des männlichen Besuches eutgegenstehm; recht erfreulich ist der stetig wachsende Gebrauch der Brausebäder, deren Zellen­zahl sich zeitweise als etwas knapp und wohl zuerst ver­mehrungsbedürftig erweist. Insgesamt wurden abgegeben 7910 Bäder gegen 6777 im Mai, ober pro ganzen Badetag 283 Bäder gegen 251 im Monat vorher. Der Besuch im einzelnen hat sich verteilt wie folgt:

Schwimmbad 3533 Männer, darunter 499 zu 10 Pf., 1136 Frauen, 230 10

Wannenbäder 1. Klasse 245 Männer, 116 Frauen, 2. 706 610

Dampf, und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 103 Männer, 6 Frauen,

Brausebäder zusammen 1455 (gegen die seitherige Höchst­zahl von 1136 im Monat Mai).

Die Personenwage wurde von 140 Personen benützt, das Bad von 47 Personen besichtigt.

Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag den 6. Juli 1899, nachmittags 3% Uhr pünktlich: 1. Baugesuch des I. Nattmann für die Diezstraße; hier: Dispens. 2. Gesuch des Schlossers Leyerzapf wegen Anbringung von Fenstern in der Brandmauer seines Neubaues am Asterweg. 2. Bau­gesuch des Adolf Bieler für die Marktstraße; hier: Dispens. 4. Desgleichen des Wilhelm Zurbuch für den Eichgarten­weg. 5. Erweiterung der StraßeNeustadt" am Horn- berger'schen Hause. 6. Gesuch des L. Huhn um Einleitung des Enteignungsverfahrens gegen die Aktienbrauerei auf Grund des Art. 69 der allgemeinen Bauordnung. 7. Ge­such des L. Lotz wegen Erwerbs städtischen Geländes an der Bahnhofstraße. 8. Gesuch des H. Benner II. und G. Brömer um Erlaß des Steigpreises für Benutzung städtischen Geländes zur Eisgewinnung an der Lahn. 9. Unterhaltung der Grabstätte des Geheimen Kirchenrats Dr. Engel. 10. Gesuch der städtischen Straßenkehrer um Lohnregulierung. 11. Gesuch des H. Berndt um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Bahnhofstraße 34. 12. Des­gleichen des Kaspar Heinzerling im Hause Schiffenberger- weg 58.

** 17. Verbands-Schießen des Badischen Landes-Schützen- Vereins und des Pfälzischen und Mittelrheinischen Schützen­bundes. Am gesrrtgen Monrag fegten es, als oo vus Wrurr sich in etwas zum besseren wenden, und einen regeren Ver­kehr auf dem Festplatze selbst gestatten würde. Durch An­fahren von Kies und Kohlenschlacken und Anlage von einiger­maßen gut passierbaren Wegen war die Verbindung zwischen den einzelnen Festbauten hergestellt. Der Besuch am Nach­mittag war in Anbetracht der Witterungsverhältnisse ein sehr starker, er steigerte sich aber am Abend, als das Kon­zert der Gießener Sängervereinigung in der Festhalle be­gann. lieber das Konzert berichten wir an anderer Stelle, es sei hier nur bemerkt, daß die Sänger den wohlverdienten Beifall des die Halle bis zum letzten Platz füllenden Publikums fanden. lieber das Ergebnis des Schießens können wir folgendes berichten: Beste Schüsse auf Standmeisterscheibe: Es schossen Ringe: 1. Siesel- Mainz 50, 2. Fickentscher-Kaiserslautern 50, 3. Kallen- berger-Mainz 50, 4. Theobald-Frankfurt 52, 5. Bender- Frankfurt 52, 6. Scheydt-Enningen 53, 7. Roth-Frank­furt 53, 8. Claus-Landau 54, 9. Diehl-Kastel 54, 10. Jser- Frankfurt 54. Beste Theiler auf Stan dscheibe Gießen erschossen: Estelmann-Karlsruhe 17.21, Böck- Frankfurt 17.20; auf Standfest scheibe Landau: Scheydt-Enningen und Achelm 8.73, Giesel-Mainz 17.15; auf Feldfestscheibe Mittelrhein: Witzel-Frank­furt 30, Gebhardt-Ludwigshafen 32; auf Feldfest - scheibe Baden: 1. Heerdt-Mainz 30, 2. Meister-Wies- baben 32, 3. Srba-Heidelberg 32, 4. Hoffmann-Heidel­berg 33, Leupold-Heidelberg 35; auf Jagd scheibe und laufendes Wild: 1. Berthold - Kaiserslautern 28, 2. Schneider-Wendelsheim 28, 3. Frosch-Frankfurt 29, 4. Estelmann-Karlsruhe 29, 5. Tropf-Frankenthal 29, 6. Kambmann-Kaiserslautern 30, 7. Diehl-Mainz 32; auf Pistolen-Meisterscheibe: Knipper-St. Johann 32. Nach dem Beschluß des heute abgehaltenen Schützentages findet das nächste Verbandsschießen 1901 in Heidel­berg statt. Heute, Dienstag Mittag 1 Uhr gelangten an folgende Schützen Becher zur Verteilung: Feldscheibe: Endr- Ludwigshafen; Standscheibe: Franz Karcher-Kaiserslautern. Plstolenscheibe: Ludwig Stern-Frankfurt und Alb. Knipper- St. Johann.

** 17. Verbands-Schießen des Badischen Landes-Schützen- Vereins und des Pfälzischen und Mittelrheiuischen Schützen- bnudes. Das gestrige Bankett in der Festhalle nahm unter reger Beteiligung einen schönen Verlauf. Herr Kirch Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, bewillkommnete namens desselben Gäste und Schützen in engerem Kreise Sein kerniger Trinkspruch gipfelte in einem Hoch auf das deutsche Vaterland. Herr Oberschützenmeister Heerdt aus Mainz zollte dann in launiger Weise den Leistungen der Gießener aus Anlaß des Schützenfestes die wohlverdiente Anerkennung. Er wolle keinen Vorwurf deswegen erheben, daß man versäumt habe, neben den andern auch eine Wetter- kommission einzusetzen. Zweifelsohne vergieße der Himmel nur Freudenthränen, um die auswärtigen Gäste eine Er­

innerung an dieMutter Erde" mit heim nehmen zu lassen. Sein Hoch galt dem Schützenverband. Herr Helm verlas darauf das von Sr. König!. Hoheit dem Großherzog ein­gelaufene Antwort-Telegramm, welches folgenden Wort­laut hat:

Se. Königl. Hoheit der Großherzog laffen den Teilnehmern der gestrigen Festtafel für die dargebrachte Huldigung bestens danken, und wün­schen dem 17. Verbandsschießen schönsten Verlauf. Des weiteren gelangte noch ein Telegramm vom zweiten Vorsitzenden des Festausschusses, Herrn Kommerzienrat Georgi aus Bertrich zur Verlesung. Die ausgezeichneten Leistungen der 115er Kapelle unter Leitung des Großh. Musikdirektors Herrn Hilge fanden allgemeine Anerkennung, ebenso die vortreffliche Verpflegung und exakte Bedienung seitens-der Herren Festwirte.

** Das Festkonzert der Sängervereinigung hatte, wie es zu erwarten war, eine äußerst zahlreiche Zuhörerschaft an- gelockt, sodaß die dem Podium zunächst liegende Hälfte der geräumigen Festhalle geradezu überfüllt war, und baß nicht wenige Konzertbesucher, bie auf einen Sitzplatz gehofft hatten, sich bamit begnügen mußten, bie verschobenen Vorträge stehend anzuhören. Die vereinigten GesangvereineSänger­kranz",Lieberkranz",Männer-Gesangverein",Bürger­gesellschaft",Harmonie",Concorbia" unbHeiterkeit", bie unter ber Leitung bes Herrn Franz Bauer ben ge­sanglichen Teil bes Konzerts ausführten, lieferten ben Be weis, baß sie sich mit Liebe unb Hingebung ihrer Aufgabe getoibmet hatten. Namentlich aber bürste es ber Zähigkeit unb Energie bes Dirigenten zu banken fein, baß trotz ber verhältnismäßig kurzen Vorbereitungszeit unb ber großen Schwierigkeiten, eine so große Korporation bauernb zu* sammenzuhalten, gestern so achtbare Leistungen geboten würben. Auf alle Einzelheiten näher einzugehen, würbe uns zu weit führen unb wir erwähnen nur kurz, baß alle Gesänge, mochten sie a capella ober mit Orchesterbegleitung vorgetragen werben, verbienten Beifall fanben. Das Lied im Kärnthner Volkston:b'Hamkehr" von Koschat, in bem Herr Theodor Haubach das Barytonsolo freundlichst übernommen hatte, mußte wiederholt werden. Herr Musik­direktor Krauße, der mit ber hiesigen Regimentsmusik ben orchestralen Teil bes Konzerts übernommen hatte, er­öffnete dasselbe mit einer Festouvertüre bes Dessauer Hof- kapellmeisters August Klughardt unb spielte im weiteren Verlaufe bes Konzerts Kompositionen von Machts, Richarb Wagner unb Franz Liszt. Wir müssen es uns leibet ver­sagen, auf biefe Vorträge näher einzugehen, benn bas Publikum zeigte für bie barin enthaltenen Schönheiten zum Teil so wenig Verständnis, baß auch bem aufmerksamen Zuhörer ber Genuß wesentlich verkümmert würbe. Wenn man auch nicht verlangen kann, baß bei berartigen Volks- konzerten lautlose Stille herrscht, so sollte doch ben vor- tragenben Künstlern wenigstens einige Rücksicht entgegen, gebracht unb baö zwecklose Schreien sowie ber Unfug mit dluVuuinfttitittcnlt.it »vätjtcitb btt ^)utUügc ü^ttig VCTTTCöTvTt werben. Hoffentlich bietet sich halb Gelegenheit für Herrn Musikbirektor Krauße, ben hiesigen Musikfreunden bie Orchesterkompositionen bes gestrigenKonzerts unter günstigeren Verhältnissen noch einmal vorzuführen. Pr.

* * 17. Verbands Schießen des Badischen Landes-Schützen- Vereins und des Pfälzischen und Mittelrheinischen Schützen- bundes. Bei ben heute abenb zur Aufführung gelangenden Lebenden Bildern wird Herr Regisseur Beck vom Kölner Stadttheater den verbindenden Text sprechen. Herr Beck, der sich in dankenswertester Weise der Leitung zur Verfügung gestellt hat, genießt als Rezitator einen bedeu­tenden Ruf. Der Text ist eigens für bie Aufführung ge­lichtet unb bringt in schwungvollen begeisterten Versen bie den Silbern zugrunb liegenbe Jbee zum Ausbruck. Den musikalischen Teil haben bie Sängervereinigung unb bie Regimentskapelle freundlichst übernommen. Außerbem hat Herr Assessor Lony in liebenswürdiger Weise ben Vortrag eines Tenor-Solos aus ben altniederländischen Volksliebern von Kremser zugesagt. Die Silber werben von Mitgliedern hiesiger Vereine, die der Festspiel-Leitung in zuvorkommender Weise ihre Unterstützung gewährt haben, gestellt werden. Silber, Text, Lieber- unb Orchestervorträge bilben ein ein- ;eitliches Ganzes, bem eine bestimmte Jbee unterlegt ist. Wir sinb überzeugt, baß bei bem Eifer, ber alle Seteiligten beseelt, bie Aufführung zu den schönsten Darbietungen des ganzen Festes gehören wirb. Der vollstänbige Text mit ausführlichem Programm ist in ber heute zur Ausgabe ge- langenben Nummer ber Festzeitung abgebrutft.

* * Polizeibericht. Erhängt in ber Zelle bes Polizei­gefängnisses würbe gestern abend ber bem Trünke ergebene Taglöhner Christian Dechert von hier aufgefunben, welcher am Vormittag wegen fortgesetzter Ruhestörung, Hausfriebensbruchs, Seleibigung unb Vebrohung verhaftet werben mußte, unb sich bem Seamten, sowie noch mehreren zur Hilfe behufs ber Verbringung in bas Haftlokal be- ebeten Personen thätlich wibersetzte. Der Erhängte ist liejenige Person, besten Ehefrau Enbe vorigen Jahres in­haftiert würbe, weil sie ihm bei Entstehung eines Familien­zwistes, wie er auch gestern wieber stattfand, mit einem Seile eine schwere Verletzung am Kopfe beibrachte.

In Amerika verstorbene Hessen. In Waterloo, Kanada, Frau Maria Anna Egle, 61 Jahre alt, aus Rainrod. In Liberty Township, O., Gertrude Fischer, geb. Brecht, 79 Jahre alt, aus Hesten-Darm- tabt. In Niles, Jll., Elisabetha Runkel, geborene Hummel, aus Wolfsheim. In Wilby, Kanada, Anna Margareta Wilhelm, 78 Jahre alt, aus Willofs. In New-York Elisabetha Weitze-l, geb. Welker, aus Hessen-Darmstadt.

* * Wetterbericht. Das Depressions Centrum ist seit gestern von ber Nordsee süd-ostwärts gezogen und liegt )eute über Mecklenburg. Gleichzeitig ist von Westen Europas das Barometer erheblich gestiegen und ragt ein Keil hohen