Ausgabe 
5.7.1899 Erstes Blatt
 
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Druckes von Frankreich über das Alpengebiet bis nach Oesterreich herein. Die Luftdruck-Verteilung ist aber noch sehr unregelmäßig und treten heute vielenorts heftige Regen­güsse in Begleitung von Gewittern und Hagel auf. Auch gestern brachte ein Teilminimum, welches am Morgen noch über Central-Frankreich lag, bei seinem Lorüberzuge für Süddeutschland starken Sturm mit elektrischen Entladungen und nicht unbedeutenden Niederschlägen. Daselbst ist es seit gestern noch etwas kühler geworden. Voraussicht­liche Witterung: Zunächst noch wolkiges zeitweise un­ruhiges Wetter mit Niederschlägen.

R. Reichelsheim i. d. W., 3.Juli. Das Stiftungsfest unseres Kriegervereins ist in ganz abscheulicher Weise verregnet. Morgens um 6 Uhr schien es, als käme ein hübscher Sommertag, von Stunde zu Stunde wurde die Witterung schlechter und gegen Mittag rauschte ein wolkenbruchartiger Regen hernieder, der mit geringen Unter­brechungen bis zum Abend anhielt. Wir haben so recht mitgefühlt, was die Besucher des großen Gießener Schützen­festes empfunden haben mögen. Trotz alledem fiel unser Festzug befriedigend aus, und wir haben uns auch unseren Humor nicht verderben lassen, aber die Wirte haben uns leid gethan, weil sie geschädigt werden. Heute ist die Witterung etwas besser und es kommen auch bereits Gäste von auswärts, die zu Hause doch nichts versäumen, weil Feldarbeiten völlig unmöglich sind; der Erdboden ist ein einziger Brei, in dem man bis über die Knöchel einsinkt. Im Monat Juni hat Falb mit seinen Prophezeiungen gründlich neben die Scheibe geschossen, der Juli hat uns dagegen in seinen ersten Tagen so durchnäßt, daß wir für 14 Tage genug haben. Das Getreide legt sich und die Hackfrüchte lassen die Blätter hängen.

(§) Aus Oberheffeu, 3. Juli. Der gestrige Tag war wohl bezüglich des unaufhörlichen Regenwetters der bisher stärkste in diesem Jahre. Auf den gestrigen Sonntag waren außer dem großen Gießener Schützenfest eine Reihe anderer Feste gesetzt. Eine Radfahrt von Frankfurt durch die Wetterau am Samstag ließ uns in Vilbel die emsigsten Rüstungen zum Feuerwehrfeste sehen. Neberall waren fleißige Hände thätig zur Errichtung von Triumph­bogen und zur festlichen Ausschmückung der Stadt. In Reichelsheim bemerkten wir gleichfalls reichen Festschmuck zum Kriegerfeste. Auch dasHoherodskopffest" im Vogels­berg, dem Jupiter Pluvius überhaupt fast immer seinen Segen zukommen läßt, fand am gestrigen Sonntage statt. Wie alle diese Feste unter dem unaufhörlichen Regenwetter des gestrigen Tages zu leiden gehabt haben, kann man sich leicht ausmalen.

§ Aus dem Ohmthal, 3. Juli. Auf den Wiesen sitzt das Heu in Haufen oder liegt gar auf der Breite nun schon seit acht Tagen. Dazu regnet es jeden Tag. Wohl hoffte man, gestern sollte es sich endlich ausregnen, da es an diesem Tage nur einmal regnete, nämlich den ganzen Tag, aber der heutige Tag bringt wieder Regenschauer. Was für eine Qualität Heu unter diesen Umständen gemacht werden kann, läßt sich leicht ermessen. Sie kann mit der­jenigen des vorigen Jahres keinerlei Vergleich aushalten. Wohl hat das noch stehende Heugras ganz vortrefflich weiter­gewachsen; Wiesen mit vorher schlechtem Bestand haben sich sehr gebessert, aber zum Heumachen fehlt der Sonnenschein. Hätte man die Heuernte nur acht Tage früher begonnen, so hätte während dieser Zeit das beste Heu gemacht werden können, aber den Landwirten war es eben noch zu frühe. DieWettermacher", welche trocknen und schönen Juli vor­hersagten, sind wieder einmal gründlich mit ihren Prophe­zeiungen ins Wasser gefallen.

Stumpertenrod, 3. Juli. Gestern wurde hier ein Deserteur des 5. hessischen Infanterieregiments Nr. 168 (Offenbach) verhaftet und nach seiner Garnison gebracht. Der Soldat war auf Urlaub gekommen und hatte sich auch nach Ablauf seines Urlaubes hier verabschiedet. Statt aber zu seinem Regimente zurückzucehren, nahm er seinen Weg in hiesige Waldungen. Dort trieb er sich ungefähr zehn Tage herum. Man war seiner schon einmal habhaft ge­worden, jedenfalls bei der Suche des Deserteurs nach Nahrungsmitteln, aber es gelang ihm, wieder durchzuwischen. Bei seiner Festnahme zeigten sich die Folgen seines Auf­enthalts im Wald und Felde in total verschmutzten Kleidern.

t* Die Sterbekafse des Bundes deutscher Gastwirte (Juristische Person, Sitz in Darmstadt) hat auch im verflossenen Jahre 1898 wieder gute Resultate zu verzeichnen. Das Vermögen der Kasse (Reservefond) stieg von 316094,76 Mk. auf 415 313,63 Mk., vermehrte sich also um 99218,88 Mk. Die Jahresrechnung wurde von dem beeideten Regierungs- Revisor geprüft und für richtig befunden. Die nächste Generalversammlung der Kasse findet in Metz am 9. August er. statt. Im Jahre 1898 wurde an die Hinterbliebenen ver­storbener Mitglieder der Gesamtbetrag von 189877,93 Mk. für Sterbegelder ausbezahlt, seit Bestehen der Kasse mehr als eine Million Mark, wodurch der edle Zweck derselben, beim Ableben des Ernährers von den Angehörigen Not und Sorge fernzuhalten, sicherlich in bester Weise erreicht wurde. Dieses, aus kleinen Anfängen zu seiner heutigen Größe sich aufgeschwungen habende Institut, beruht auf der sicheren versicherungstechnischen Grundlage, im Gegensatz zu den, auf dem von Regierungen nicht mehr zugelassen werdenden so unsicheren Umlageverfahren beruhenden Sterbekassen. Das unpfändbare und''innerhalb ein paar Stunden zur Auszahlung gelangende Sterbegeld beträgt je nach Wahl 500 bis 3000 Mk., die Aufnahmebedingungen sind sehr einfach, die Beiträge niedrig und leicht zu erschwingen. Der Neugang ist ein erfreulicher; besonders in letzter Zeit ist eine erhebliche Anzahl Aufnahmegesuche eingelaufen. Möge dieses schöne, von deutschen Gastwirten auf dem Wege der Selbsthilfe erbaute Werk in seiner Entwicklung immer mehr fortschreiten; mögen aber auch die demselben noch fern­stehenden Gastwirte erkennen, ein wie großer Schutz für die

Familie die Zugehörigkeit zu einem so sürsorgenden, auf sicherer Grundlage beruhenden Institut bedeutet, dessen durch Rücklage von einigen Pfennigen pro Tag zu sichernde Sterbe­rente sich schon so oftmals als ein wahrer Segen für so viele Familien erwiesen hat.

Aus der Zett für die Zett.

Vor 164 Jahren, am 5. Juli 1735, wurde zu Gagg- stedt im Hohenloheschen der Geschichtsforscher Aug. Ludw. Schlözer geboren. Mit umfassender Gelehrsamkeit einen Hellen Geist verbindend, war er zugleich ein gründlicher Statistiker und beschritt als Historiker neue Bahnen, indem er sich einer lebenswahren Schilderung des Geschehenen angelegen sein ließ. Er starb am 9. September 1809 als Staatsrechtslehrer in Göttingen.__________________________

Vermischtes.

Vom Klondike. Aus Newyork wird demHamb. Fremdenblatt" geschrieben: Nach Meldungen aus Seatle ist daselbst das erste Schiff mit den ersten Klondikefahrern, die dort überwintert haben, angelangt. Es waren ihrer 200. Viele trugen in breiten Ledergürteln ihren Goldschatz mit sich, andere hatten ihre Ernte in den Banken von Dawson City in Zahlungsanweisungen umgesetzt; der Zahlmeister des Schiffes hatte über 250,000 Dollars Gold­staub an Wert von den Klondike-Ankömmlingen übernommen. Der Gesamtbetrag des mitgebrachten Goldes wird auf über dreiviertel Millionen Dollars geschätzt; ein Mann allein ist glücklicher Besitzer von 200,000 Dollars. Die Goldernte am Klondike und seinen Nebenflüssen ist sehr reich ausgefallen. DerGold Hill" am Zusammenflüsse des Eldorado und des Bonanza Creek hat sich wirklich als einGoldhügel" erwiesen. Für denLeppis-Claim" am Eldorado wurde dem glücklichen Besitzer eine Kaufsumme von einer halben Million Dollars angeboten. Andrew Hunker, nach dem als Entdecker der goldführende Bach be­nannt ist, hat seinen Clam für 175,000 Dollars losgeschlagen. Der ehemalige Klopffechter Frank Slevin aus Newyork ist Eigentümer von 37 Claims, die fast alle guten Gewinn abwerfen. Den Vogel hat aber I. Peackoc aus Quebec abgeschossen, dessenClaim Nr. 17" die reichste Goldgrube im ganzen Klondike-Gebiet ist. Er beschäftigt 37 Gruben­arbeiter, und die Goldgewinnung auf seinem Gebiete bezifferte sich im letzten Winter auf 1,300,000 Dollars. Recht un­sicher ist es mit Leben und Eigentum im arktischen Dorado bestellt. Die Polizei des Nordwest-Territoriums hat die Goldgräber wissen lassen, daß es gefährlich sei, große Geld­beträge ohne eine bewaffnete Schutzmanschaft nach Dawson zu transportieren, denn überall lauern Räuber und Mord­gesellen, die den Klondikefahrern die mühsam eroberten Schätze abnehmen. In fast allen Gasthäusern sind starke Wachen aufgestellt, um das Eigentum der Reisenden vor räuberischen Händen zu schützen.

* Das Aluminium als Nebenbuhler des Kupfers scheint weitere Fortschritte zu machen. Wie dem Londoner Industries and Jron" aus Chicago gemeldet wird, hat die dortige Hochbahngesellschaft 150,000 Fuß Aluminium­draht in Bestellung gegeben, um ihn zur Stromzuleitung auf ihren Bahnlinien zu benutzen. Der Wettbewerb des Aluminium wird durch die fortdauernde Preissteigerung des Kupfers wesentlich begünstigt.

* Ueber Weinbau in Deutschostafrika berichtet die in Dar-es-Salaam erscheinendeDeutschostafrikanische Ztg." vom 27. Mai:An einigen Orten unserer Kolonie ist versuchs­weise Wein angebaut und zwar mit dem besten Erfolge. Trappisten, welche sich vor nicht langer Zeit in Neu-Köln (Ngare in Usambara) niedergelassen haben, pflanzten eine Anzahl Weinstöcke, welche sie aus Natal mitgebracht hatten, wo die dortigen Missionen bereits ihren ganzen Privatge­brauch an Wein selbst produzieren. Bereits im vorigen Jahre bestand die Ernte in 180 vollen schweren Trauben. Der dortige aus vulkanischen Witterungsprodukten bestehende Boden in Verbindung mit geschützter sonniger Lage eignet sich vorzüglich hierzu. Auch in dem unserer Stadt benach­barten Kollasini hat die Mission vor nicht drei Jahren die ersten Reben gepflanzt, welche aus Algier importiert wurden und erzielte bereits nach nur zweijährigem Bestehen der kleinen Pflanzung einen Ertrag von 20 überaus üppigen süßen Trauben, auf Grund dessen eine bedeutende Vergrößer­ung der Anlage eintrat. Schon nach einjährigem Wachstum setzten Stöcke große Trauben an. Der Schwerpunkt dieser kleinen aber wichtigen Versuche liegt darin, daß wieder ein europäisches Kulturgewächs mit gleichem, zufriedenstellendem Erfolge angebaut, und durch den Erfolg in absehbarer Zeit eine neue Einnahmequelle für Deutsch-Ostafrikas Kolonisten geschaffen ist."

Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemessen am 4. Juli, zwischen 11 u. 12 Uhr mittags: Wasier 13°, Luft 9°.

Rübsamen'sche Badeanstalt.

Verkehr, Land- und Uotkswirtfthast.

Gietzerr, 4. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. A 0.800.90, Hühnereier per St. 00 4, 2 St. 1113 4, Enteneier 2 St. 1112 4, Gänse« eier per St. 1611 4« Käse 2 St. 56 4, Kasematte per St. 8 X Erbsen per Liter 22 4, Linsen per Liier 82 4, Tauben per Paar A 0.800.90, Hühner per St. Jt 1.101.30, Hahnen per Stück A 0.761.30, Enten per St. A 1.802.(0, Gänse per Pfund A 0.000.00, Ochsenfleisch per Pfd. 6874 4, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 6264 4, Schweinefleisch per Pfd. 6072 4, Schweine« fleisch, gesalzen, per Pfd. 76 4, Kalbfleisch per Pfd. 6066 4, Hammelfleisch per Pfd. 5070 4, Kartoffeln per 100 Kilo 5.60 bis 6.50 A, Weißkraut per St. 0000, Zwiebeln per Ctr. A 8.509.C0, Milch per Liter 16 4, Kirschen per Pfd. 30 bis 35 Pfg.

Dauer der Marktzert von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nach, mittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.

etUMrg, 1.3ult. FruStpreife. SSdjen A CO,00-10,00, Lorn A 15,8016,00, Gerste A 15,00-00,00, Hafers 15,12-1550 Erbsen A 00,0000,00, Linsen A 00,0000,00, Wicken A oooo' Lein A 00,00, Kartoffeln A 4,660.00, Samen A 00,0000,00.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 4. Juli. Den Karfreitag-Gesetzentwurf hat die Herrenhaus-Kommission am Montag in der Fassung des Abgeordnetenhauses angenommen.

Berlin, 4. Juli. Von Graf Mirbach und Genossen ist im Herrenhause eine Resolution eingebracht worden, dahin lautend, daß das Herrenhaus erwarte, die Staats­regierung werde an dem im Gesetzentwürfe zum Schutze des gewerblichen Arbeitsverhältnifses ausgesprochenen Stand­punkte unentwegt festhalten.

Berlin, 4. Juli. Bei den gestrigen Manövern bei Missunde, welche infolge des schlechten Wetters vorzeitig abgebrochen werden mußten, ereignete sich ein bedauerlicher Unfall. Der Unteroffizier Stretzel, Quartiermeister der 5. Schwadron des 16. Husarenregiments, ist bei Missunde mit dem Pferde gestürzt und war sofort tot.

Bochum, 4. Juli. Auf der bis jetzt vom Streik ver­schont gebliebenen Zeche Ewald bei Herne streikten gestern hundert Mann. Sonst herrscht im Bezirk Ruhe.

Wien, 4. Juli. Gestern abend fanden im Innern der Stadt zwei Protest Versammlungen gegen Lueger's Gemeinde-Wahlreform statt. Alle Redner wiesen auf das Beispiel der belgischen Sozialdemokraten hin und drohten mit dessen Nachahmung. Bei Schluß einer Versammlung im Ronacher-Saal kam es zu einer stürmischen Straßen- Demonstration. Die Polizei sprengte die Tumultuanten auseinander.

Wien, 4. Juli. Eine gestern abend hier abgehaltene Versammlung des deutsch-fortschrittlichen Vereins im 13. Bezirk wurde, als ein Arbeiterführer zu Sympathie- Kundgebungen für die belgischen Arbeiter aufforderte, polizei­lich aufgelöst.

Innsbruck, 4. Juli. Das hiesige deutsch-nationalistische WitzblattDer Scherer" wurde laut Ankündigung in allen Sprengeln der Innsbrucker Diözese mit dem Kirchen­bann belegt.

Brüffel, 4. Juli. Die Regierung wird nunmehr nach­geben und der rein proportionalen Vertretung zustimmen oder ein System Vorschlägen, wonach jeder Bezirk seinen eigenen Vertreter im Parlament hat. Ob die Sozialdemokraten auch dieser großen Errungenschaft den Krieg erklären und weiter durch Aufreizungen agitieren werden, ist noch unentschieden. Daß die Krisis jedenfalls auf gutem Wege beigelegt wird, ist daraus ersichtlich, daß der Kammer-Präsident Beernaert gestern aus dem Haag hier eingetroffen ist und endgültig den Vorsitz der Kammer wieder übernommen hat. Ausschreitungen sind gestern nicht vorgekommen. Abends fand unter freiem Himmel vor den Thoren eine Versammlung statt, zu der sich Leute aus allen Schichten der Gesellschaft ein- gefunden hatten. Die Polizei störte nicht nur nicht diese Versammlung, sondern sorgte sogar für Ablenkung des Wagen-Verkehrs.

Brüffel, 4. Juli. In La Louviäre ereigneten sich ernste Unruhen. 6000 Manifestanten bombardierten ein Jesuitenkloster und erbrachen die Thür. Die Jesuiten- Pater flüchteten und wurden durch herbeigeeilte Gendarmerie geschützt. Die Lage bleibt sehr ernst. Man spricht von der Einberufung der Reserven.

Paris, 4. Juli. Gallifet ordnete die Schließung aller Armee-Kasinos, in welchen politische Manifestationen vorgekommen sind, an.

Paris, 4. Juli. Die nationalistischen Blätter greifen heftig den Fürsten von Monacco wegen seines Briefes an, in welchem er Madame Dreyfus für ihren Gatten fein Schloß zur Verfügung stellt. Sie wollen darin eine Ein­mischung in die inneren Angelegenheiten Frankreichs sehen. Die Gruppe der nationalen Verteidigung, welche aus Nationalisten der Kammer besteht, will morgen über den Fall beraten.

Woolwich, 4. Juli. In der letzten Woche wurden große Mengen Kriegsmaterial nach Kapstadt eingeschifft. Mehrere Kompagnien Soldaten haben Befehl erhalten, zur Einschiffung nach Südafrika sich bereit zu halten.

Konstantinopel, 4. Juli. Der aus Triest kommende LloyddampferVenus" ist bei St. Stephano gestrandet. Der Dampfer konnte nach ISftünbiger schwerer Arbeit wieder flott gemacht werden.

Kairo, 4. Juli. Nachdem die Derwische unter Führung des Kalifen die englisch-egyptische Linie wieder stärker be­unruhigen, wird demnächst ein Korps, bestehend aus 6000 Mann Egyptern und 1500 Engländern, gegen die Derwische vorgehen.

Newyork, 4. Juli. Die Stadt New-Iork bereitet große Festlichkeiten zum Empfang des Admirals Schley vor. Es werden große Umzüge durch die Straßen gehalten. Die Begeisterung der Bevölkerung ist groß.

Darmstadt, 4. Juli, 2 Uhr 10 Min. nachm. (Privat- Telephonmeldung.) Der Gesetzentwurf, betreffend die Ein­führung der Feuerbestattung im Großherzogtum Hessen, wurde soeben in der Zweiten Ständekammer mit allen gegen 9 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten die Abgeordneten Graf Qriola, Reinhardt, v. Koeth, Pennrich, Schmitt und Frenay, Horn, Weidner und Brunner. Der Schluß des Landtages wird voraussichtlich am nächsten Donnerstag erfolgen, da bis dahin die Gegenstände der Tagesordnung ihre Erledigung gefunden haben werden.