Smet de Nayer erklärt, alle Mitglieder des Kabinetts würden für das Proportionalwahlsystem eintreten und den Antrag des Deputierten Theodor, der eine vollständige proportionale Vertretung im ganzen Lande fordert, nach Vornahme einiger geringfügiger Aenderungen annehmen.
Paris, 2. August. Aus Rennes wird gemeldet: Demange und Labori wurden verständigt, daß ihnen im Sitzungssaale unter den Augen des Präsidenten des Kriegsgerichts vor Beginn der eigentlichen Verhandlungen Einsicht in die Geheimakten des Generalstabes gewährt werden würde, um für die zu erwartenden Ausführungen Merciers entsprechend gerüstet zu sein. Dieses nur bei verschlossenen Thüren mögliche Aktenstudium könnte leicht den ganzen Montag in Anspruch nehmen. In diesem Falle findet erst Dienstag die erste öffentliche Sitzung statt. Heute abend wird die Entscheidung in der Sitzungssaal-Frage fallen.
Paris, 2. August. Der Gymnasial-Professor Weill, welcher während des Unterrichts Propaganda für Dreyfus machte, wurde für drei Monate vom Amte suspendiert.
Paris, 2. August. Waldeck-Rousseau hat während der Abwesenheit des Minister Delcaffs dessen Portefeuille interimistisch übernommen.
Paris, 2. August. Der „Temps" veröffentlicht heute abend die offizielle Liste der Zeugen, welche von der Dreyfuspartei vorgeladen sind. Unter diesen befinden sich Lebrun-Renaud, der frühere Justizminister Trarieux, Scheurer-Kestner, Hartmann, der erklärt hatte, Dreyfus habe das Bordereau nicht schreiben können, der Kapitän Freystätter, Mitglied des Kriegsgericht von 1894, der frühere Leiter des Militär-Gefängnisses Cherche Midi, Forzinetti. sowie mehrere Professoren der Akademie und mehrere Journalisten, sowie Anwalt Labori und Demange, welche ebenfalls das Verhör vor allen Zeugen seitens Beaurepaires verlangen.
Madrid, 1. August. Die Nied erläge der Spanier bei Santiago de Cuba führt gerade nach einem Jahre zu einem traurigen Nachspiel. Bei den Verhandlungen vor dem Obersten Kriegsgericht in Madrid betreffend Uebergabe von Santiago des Cuba brachte General Pareja zu seiner Verteidigung vor, daß es in der Stadt an Lebensmitteln mangelte und die Verteidigung unmöglich war. Die Kämpfe, welche geführt wurden, seien blutige gewesen; jedoch könne Mut allein in den Kriegen der Neuzeit nichts ausrichten. General Toral bestätigte, daß es in Santiago an Mitteln zur Verteidigung gefehlt habe. Marschall Blanco sei mit der Uebergabe einverstanden gewesen. General Escario erklärte, er habe, als er nach Santiago gekommen, drei Viertel der Soldaten krank vorgefunden. General Pando sagte aus, von Havana hätten Verstärkungen gesandt werden müssen. Marschall Blanco behauptete, er habe stets zum Widerstande geraten; General Toral habe, ohne Befehl dazu erhalten zu haben, kapituliert. — Der Verteidiger des Generals Toral führte aus, Toral habe, da er unter dem Befehl des Oberkommandierenden Marschalls Blanco stand, nicht selbstständig handeln können. Blanco habe sich bezüglich der ihm zugegangenen Befehle der Regierung in Schweigen gehüllt und, nachdem die Kapitulation bereits erfolgt war, gegen die Bedingungen derselben protestiert. Der Verteidiger fügte hinzu, die Stadt Santiago habe auf keine Hilfe rechnen können, und beantragte schließlich vollständige Freisprechung Torals.___________________________________________________
Lokales und Provinzielles.
Gießen, den 3. August 1899.
• • Empfang. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfingen am 2. August u. a. den General der Infanterie, v. Lindequist, kommandierenden General des 18. Armeekorps, den Geh. Medizinairat Professor Dr. Riegel von Gießen.
* “ Ruhestandsversetzung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 2. August den Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht, Johannes Heß, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen und ersprießlichen Dienste, mit Wirkung vom 15. September 1899 an, in den Ruhestand zu versetzen.
• * Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 2. August dem Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht, Johannes Heß, das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen.
• • Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 2. August dem Obersten Beck, Kommandeur des Großherzoglichen Gendarmeriekorps, die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser und König von Preußen verliehenen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Allergnädigst zu erteilen geruht.
* • Ernannt wurden am 24. Juli d. I.: 1) der Haupt- fteueramtsrevisor Steuerassessor Schäfer zu Emmerich, 2) der Kontrollvorsteher bei der Main-Neckar Eisenbahn, Steuerassessor Schmidt zu Darmstadt, 3) die Steuerkontrolleure Steuerassessoren Dölp zu Friedberg, Hoos zu Büdingen, Köhler zu Lauterbach, Korfmann zu Friedberg, Mees zu Mainz, Meisinger zu Gießen, Müller zu Darmstadt, Tag zu Worms, Walther zu Babenhausen, Wenzel zu Groß-Gerau, 4) die Hauptsteueramtsassistenten Steuerassessoren Pflug zu Gießen, Schwarz zu Bingen, 5) die Steuerassessoren Balser zu Darmstadt, Bangel zu Groß-Umstadt, Dr. Becker zu Darmstadt, Berres zu Darmstadt, Böß zu Mainz, Breitwies er zu Darmstadt, Buttron zu Worms, Grünig zu Eberstadt, Hofmann zu Mainz, Hofmann zu Friedberg, Dr. Jost zu Darmstadt, Klingelhöffer
zu Offenbach, Knab zu Worms, Knöß zu Darmstadt, Kratz zu Mainz, Kritzler zu Darmstadt, Krug zu Darmstadt, Lindenstruth zu Atzenhain, Lohnes zu Darmstadt, Lony zu Gießen, Lorenz zu Darmstadt, May zu Mainz, Metz zu Mainz, Michel zu Wald-Michel- bach, Nicolai zu Darmstadt, Offenbächer zu Darmstadt, Platz zu Lich, Pullmann zu Darmstadt, Reim- Herr zu Darmstadt, Schenk zu Darmstadt, Schreiner zu Darmstadt, Schudt zu Friedberg, Schul zu Darmstadt, Scriba zu Darmstadt, Störger zu Darmstadt, Wallenfels zu Gießen, Weisel zu Laubach — zu Negierungsassessoren.
* * Von der Universität. Der ord. Professor in der juristischen Fakultät, Dr. R. Frank, hat den an ihn ergangenen ehrenvollen Ruf an die Universität Halle — als Nachfolger Franz Liszt's — angenommen, jedoch erst für die Zeit vom kommenden S o m m e r semester an. Für das Wintersemester 1899/1900 bleibt er der hiesigen Hochschule noch erhalten.
* * Mainzer CornetOuartett. Wie bereits kurz angedeutet, findet morgen Freitag Abend in Steins Garten das Konzert des Mainzer Cornet-Quartetts statt. Genanntes Quartett konzertierte kürzlich nur in den ersten Bädern rc, und werden die Vorträge als ein eigenartiger Kunstgenuß hingestellt. Das Programm ist ein sehr reichhaltiges, u. a. kommen zur Aufführung: Ouvertüre zur Oper „Joseph in Egypten", Fantasie aus der Oper „Freischütz"; die Quartette: „Zieh hinaus" von Dregert, „Grüße an die Heimat" von Kromer, „Verlassen" von Koschat; außerdem Solis für Cornet.
• • Georg Adam Strohecker f. In Frankfurt ist am Mittwoch Morgen das Mitglied des Frankfurter Schauspiels, Herr Georg Adam Strohecker, der auch hier durch mehrmaliges Auftreten bestens bekannt geworden, an den Folgen einer Darmoperation im Alter von 54 Jahren gestorben. Strohecker, ein echtes Sachsenhäuser Kind, ist als Mensch wie als Künstler gleich vortrefflich gewesen, uno sein Ableben hinterläßt wie in dem Institute, dem er durch lange Jahre angehörte, so auch in dem weiten Kreis seiner Freunde eine Lücke, die nur schwer auszufüllen sein dürfte.
§§ Bermuthshain, 1. August. Der heute hier abgehaltene Vieh markt war infolge der vielfach in hiesiger Gegend herrschenden Maul- und Klauenseuche verhältnismäßig schwach befahren. Aufgetrieben waren etwa 300 Stück Schweine, meistens Sommerferkel, wovon das Paar, 6 bis 8 Wochen alt, 20 bis 30 Mk. kostete; das Paar 8 bis 12 Wochen alte kostete 30 bis 40 Mk. Frühjahrs-Ferkel, sogenannte Einlegeschweine, wurden das Paar mit 70 bis 100 Mk. durchschnittlich, je nach Güte, bezahlt. Fette Schweine und Zuchtschweine waren nicht aufgetrieben. Allgemein war der Handel gut, die Preise sind etwas zurückgegangen.
§§ Bermuthshain, 2. August. Gestern fand in dem benachbarten Lichenroth Bürgermeisterwahl statt. Gewühlt wurde einstimmig der schien 32 Jahre im Dienste befindliche seitherige Bürgermeister Herr Herchenröder.
Laug-Göus, 31. Juli. Am gestrigen Sonntag hielt Herr Pfarrer Walz, welcher nach Darmstadt-Bessungen berufen ist, seine Abschiedspredigt. Das Gotteshaus war schon vor Beginn des Läutens so überfüllt, daß sich viele mit Stehplätzen begnügen mußten, denn jeder wollte Herrn Pfarrer Walz vor seinem Weggang von Lang-Göns noch einmal hören. Aber nicht nur Hiesige, sondern auch Auswärtige hatten sich zu diesem Gottesdienst eingefunden. Das Scheiden des Herrn Pfarrer Walz aus unserer Gemeinde, in der er neun Jahre gewirkt, fällt vielen sehr schwer. Er legte seiner Predigt die Worte zugrunde, welche Paulus bei seiner Wegreise aus Ephesus zu den Aeltesten sprach (Apostelgesch. 20, Vers 32): „Und nun, liebe Brüder, ich befehle euch Gott und dem Wort seiner Gnade, der da mächtig ist, euch zu erbauen und zu geben das Erbteil unter allen, die geheiligt werden." Herr Pfarrer Walz hat auch in hiesiger Gemeinde viel Gutes gewirkt; wir wollen nur die Kleinkinderschule, welche er ins Leben gerufen, herausnehmen. Kein Wunder daher, daß sein Scheiden von allen Bewohnern so schwer empfunden wird. Der hiesige Posaunenchor unter der bewährten Leitung des Herrn Boller ließ es sich nicht nehmen, Herrn Pfarrer Walz am Abend ein Ständchen zu bringen, denn er war ein treuer Freund und Gönner auch dieses Chores. Wir wünschen Herrn Pfarrer Walz und feiner Familie ein herzliches Lebewohl, und es mögen die guten Worte, die er ausstreut, immer aus fruchtbaren Boden fallen. Als Nachfolger des Herrn Pfarrer Walz ist Herr Pfarrverwalter Offenbächer aus Darmstadt ernannt. Vorläufig besorgt Herr Pfarrer Kalbhenn von Kirch-Göns die Amtsgeschäfte. D. T. A.
Butzbach, 2. August. Das hier in Garnison stehende 2. Bataillon des 168. Regiments rückte heute früh um 6 Uhr zu einem Uebungsmarsch aus und kehrte um 1 Uhr bei einer tropischen Temperatur hierher zurück. Beim Einrücken brach ein Mann vor dem ^aufe des Kaufmanns Wießler infolge eines Hitzschlages zusammen und wurde in die Wießler'sche Wohnung gebracht.
Friedberg, 1. August. Der Johanniterorden hat den Beschluß gefaßt, in Langenhain eine Siechenanstatt zu errichten. Sollte aber eine solche Anstalt von der Provinz erbaut werden, dann würden die für Langenhain bestimmten Mittel eben für andere Zwecke Verwendung finden.
M. Aus der mittleren Wetterau, 2. August. Ein lustiges Stücklein ereignete sich kürzlich in unserer Gegend, und zwar folgendes: Ein gesunder junger Mann und tapferer Esser erhielt kürzlich einen Brief aus Nauheim mit der Aufforderung, sich demnächst in letzterem Badeorte zu melden, und zwar bei einem ausländischen Herrn, der gerne einen Gesellschafter beim Essen haben möchte. Bedingung zur Aufnahme wäre, daß der Aufzunehmende etwas Tüchtiges in der Eßkunst zu leisten vermöchte, und um den Beweis dafür zu liefern, müßte vorher eine Probe
abgelegt werden. Der Eingeladene erklärte sich zu einer Probe bereit, und die Spaßvögel, die den Ulk vorbereitet halten, schossen eine kleine Summe zusammen, und ließen den Verzehrungslustigen in ein Wirtshaus einlaben, wo die Probe auch wirklich stattfand. Hierbei zeigte es sich, daß der Eingeladene zehn Handkäse mit Butter und drei Portionen Schwartenmagen nebst einem halben Laib Brod zu vertilgen vermochte, welche Speisen mit drei Flaschen Bier angefeuchtet wurden. Nachteilige Folgen stellten sich nicht heraus, am andern Morgen verzehrte der Eßkünstler sein Frühstück mit gutem Appetit. Ob daraufhin die Einladung nach Nauheim erfolgen wird, muß abgewartet werden^
E. Eichelsdorf, 2. August. Ihre Zeitung teilte im vorigen Jahre mit, daß die Vogelsberger Wälder teilweise mit Nadelholzarten aus Holstein bepflanzt würden. Nun ist im hiesigen Revier eine Probe gemacht worden, edle Holzarten aus der Pfalz, von der forstwirtschaftlichen Anlage Knittelsheim, zu verwenden, und es wurden Fichtenpflänzlinge, Weymuthskiefern und Douglastannen, zusammen etwa 175000 Stück, angeschafft und verwandt. Die Pflanzen sollen schön angegangen sein und freudig emporwachsen. Auch hieraus ergiebt sich, wie sehr die Forstverwaltung in unentwegter Weise bestrebt ist, unsere Berge und Wälder zu kultivieren.
Darmstadt, 2. August. Die Sozialdemokraten haben in einer am Sonntag stattgefundenen Versammlung, für die bevorstehenden Landtagswahlen folgende Kandidaten aufgestellt: In dem bisher durch Dr. Osann Vertretenen Kreis Groß-Gerau (Land) den Cigarrenmacher Raab aus Pfungstadt, für den Wahlkreis Darmstadt-Land (bisheriger Vertreter Professor Friedrich) den Schuhmacher Friedrich und für den Wahlkreis Pfungstadt-Gernsheim, den feit Jahren der Präsident der Zweiten Kammer, Herr Geheime Regierungsrat Haas vertrat, stellen die Sozialdemokraten den früheren Schuhmacher und jetzigen Buchhändler Bert- hold in Darmstadt auf. Gastwirt Cramer wird wieder im Wahlkreis Langen kandidieren.
Von der Bergstraße, 1. August. Das anhaltende sonnige Wetter fördert die Erntearbeiten ungemein. Die Reife der einzelnen Früchtearten folgt rasch aufeinander und es wird nicht lange währen, so werden die Felder geräumt fein. — In den Weinbergen haben sich die Trauben staunenswert entwickelt, und ist es nur sehr zu bedauern, daß so wenige Trauben vorhanden sind. — Eine reiche Kartoffelernte steht in Aussicht, indem die Knollenansätze sehr zahlreich sind.
A Mainz, 2. August. Heber die Abreise des Zaren von Petersburg nach Darmstadt, erfährt das „Mainzer Tageblatt" aus bester Quelle, daß dieselbe Anfang Oktober, wahrscheinlich den 5. oder 6. erfolgen werde. (?) — Gestern abend konstituierte sich hier ein Zweigverein der Christlichen Holzarbeiter-Gewerkschaft (Holzarbeiter und verwandte Branchen) München. — Der vor einigen Tagen erfolgte Tod des Frankfurter Malers Adolf Schreyer ruft die Erinnerung an ein Vorkommnis wach, das sich vor einigen Jahren hier abfpielte, die öffentliche Meinung von Mainz derzeit lebhaft beschäftigte und ein Mitglied der hiesigen Stadtverordnetenversammlung und Museumsdeputation zwang, seine öffentlichen Aemter niederzulegen. Der betreffende Stadtverordnete — derselbe, der unter allgemeinem Gelächter veranlaßte, daß das bekannte Bild von Dürer im hiesigen Museum „Adam und Eva" mit einem Vorhang verhüllt wurde — hat nämlich seine Stellung als Museumsdeputationsmitglied dazu benutzt, das in der hiesigen Gallerie befindliche Gemälde von Schreyer „Heimkehrende Beduinen" für sich kopieren zu lassen. Als die Sache öffentlich bekannt wurde und allgemeine Entrüstung hervorrief, sah sich der kunstsinnige Stadtverordnete unter dem Drucke der öffentlichen Meinung veranlaßt, die Kopie der Stadt zu überlassen.
Vermischtes.
* D. Frankfurt a. M., 3. August. Im Zoologisch en Garten fand gestern die Abhalfterung der Giraffe statt, da dieselbe jetzt in den Besitz des Zoologischen Gartens übergegangen ist. Der Preis derselben ist wohl der höchste der jemals für ein Tier — außer zu Sportszwecken — gezahlt worden ist. Von sämtlichen deutschen Zoologischen Gärten besitzt allein der Garten in Berlin noch Giraffen, und sonst dürfte auf dem Kontinente nur noch in Antwerpen eine lebende Giraffe sein. — Die Straußherden des Herrn Menges (auf der früheren Büffelwiese und im Känguruhhause) erregen fortgesetzt das lebhafte Interesse der Besucher des Gartens, denn das überaus anziehende Bild, daß mehrere Dutzend junger, kaum über meterhoher Straße sich auf einem Platze tummeln, tanzen, springen und durcheinanderrennen, ist in unserrn Vaterlande jedenfalls noch nicht geboten worden. — Sonntag, den 6. August ist der Eintrittspreis in den Garten am Vormittag von 6 bis 12 Uhr auf 20 Psg. (Aquarium ebenfalls 20 Psg.) ermäßigt. Nachmittag und abend ist Doppelkonzert der Gartenkapelle mit der Musik des Jns.- Regts. Nr. 81. — Am Sonnabend, dem 5. August, veranstaltet die Gartenkapelle einen „französischen Komponisten- Abend".
• Die Leiche des bei Düsseldorf während einer Hebung verunglückten Pioniers ist bei Duisburg gelandet und inzwischen nach Hochfeld, dem Heimatort des Verstorbenen, geschafft worden, wo Dienstag unter Beteiligung einer Kompagnie Pioniere die Beerdigung stattfinden sollte. Ein militärischer Untersuchungsausschuß ist an die Unsall- ftätte gereist, um festzustellen, ob der int Kahn befindliche Feldwebel Stallmann wirklich keinerlei Rettungsversuche unternahm. Der verunglückte Pionier diente im letzten Jahre und sollte in zwei Monaten in seine Heimat entlassen werden.
* Appenzell, 31. Juli. Das gefährliche Edelweiß- pflücken hat schon wieder ein Opfer gefordert. Am Sonntag morgen stürzte am Säntis der 17jährige Sohn eines


