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Beamten in St. Gallen von einem Felsen etwa 150 Mtr. hinunter. Er wurde zwar von seinen Kameraden noch lebend aufgefunden, aber bald trat der Tod ein. Die Leiche wurde von Hilfsmannschaften nach Appenzell gebracht.
* NewYork, 1. August. Ein heftiger Orkan richtete am 28. Juli einen großen Schaden auf San Domingo an. Auf der Rhede von San Domingo sind drei Schiffe untergegangen. Von der Bemannung der drei Schiffe wurde ein Mann gerettet.
* Interessante Mitteilungen über die Entwickelung einer aus Arbeiterkreisen hervorgegangenen Baugenossenschaft bietet der Geschäftsbericht des Wittener Spar- und Bauvereins für 1898, das vierte Jahr seines Bestehens. Die Zahl der Mitglieder wuchs in den Jahren 1896 bis Anfang 1899 von 38 auf 228. Die von diesen Mitgliedern geleisteten Einzahlungen betragen 16181,90 Mk. Die 228 Mitglieder verteilen sich auf folgende Berufsgruppen: Arbeiter 32, Handwerker, die in Fabriken beschäftigt sind, 144, selbstständige Handwerksmeister 13, Beamte 26, Kaufleute und Wirte 2c. 10. Auf die Werke verteilt ergibt sich folgendes Resultat: Kgl. Haupt-Eisenbahnwerkstatt und -betrieb 140 Mitglieder, Gußstahlwerk Witten 33 Mitglieder, Post 2 u. s. w. Die von der Genossenschaft zu verzinsenden Hypothekenschulden betragen 3'37 000 Mk., die aus Staatsmitteln zur Verfügung gestellt sind und zu 3 Prozent verzinst werden. Der Verein hat jetzt in 8 großen Familienhäusern 100 Wohnungen, nämlich in 2 Häusern je 10, in 2 Häusern je 11, in 3 Häusern je 14 und in 1 Hause 16 Wohnungen; davon sind 2 Wohnungen fünfzimmerig, 24 vierzimmerig, 72 dreizimmerig und 2 Wohnungen zwei- zimmerig. Außer 13 Wohnungen sind sämtliche mit Vorflur versehen, also von anderen abgeschlossen. Die Mieten für die Wohnungen sind sehr mäßig und bewegen sich zwischen 140 und 294 Mk. In diesem Jahre werden 2 neue Häuser zu je 11 Wohnungen gebaut. Der Reingewinn im vorigen Jahre betrug 2499,66 Mk.
Aus der Zeit ffir die Zeit.
Vor 127 Jahren, am 4. August 1772, wurde zu Hamm der Mediziner Rademacher geboren. Seine Lehren bezweckten einen vollständigen Umsturz der bisherigen Heilwissenschaft. Das Suchen nach spezifischen Heilmitteln für jede Krankheit war der Kern seiner Theorie, die seinerzeit, trotz ihrer Widersinnigkeit, zahlreiche Anhänger gewonnen hatte. Er starb am 7. Februar 1849 in Goch an der holländischen Grenze.
Universitäts Nachrichten.
— Marburg. Zum Rektor der diesigen Universität für das AmtSjahr 1899/1900 wurde Geh. Med. Rat Professor Dr. Friedrich Ahlfeld gewählt.
— Berlin. Der Botaniker Geh. Regierungsrat Profesior Dr. Ludwig Wtttmack beging am Montag das 25jährige Jubiläum als Unioersttätslehrer.
— Berlin. Zum Rektor der hiesigen Universität wurde der Profesior der Mathematik Dr. Immanuel Lazarus Fuchs, Mitglied der Akademie der Wissenschaften gewählt. FuchS, geboren 1833 zu Mofchin (Provinz Pofen), hat sich 1865 in Berlin habilitiert, wo er 1866 ernt außerordentliche Professur erhielt. Von 1869 bis 1874 war er ordentlicher Professor tn Greisswald, 1874 bis 1875 in Göttingen, 1875 bis 1884 in Heidelberg, seiidem tn Berlin. Seine mathematischen Abhandlungen sind in Fachzeitschriften gedruckt. Einige feiner Arbeiten behandeln zahlentheoretische Probleme; die meisten find algebraischen und funkttonen-theoretischen Inhalts. Die letzteren betreffen besonders daS Studium der Funktionen, welche durch Differential-Gleichungen definiert werden.
— Berlin. Dem Observator der Königlichen Sternwarte, Pcivatdozenten Dr. Hans Battermann ist das Prädikat Professor beigelegt worden.
— Breslau. DaS fünfzigjährige Doktorjubiläum beging am Montag der Professor der Augenheilkunde an der medizinischen Fakultät unserer Universität, Geheimer Mediztnalrat Dr. Richard Foerster.
— Straßburg. Von der Kaiser Wilhelm-Universität wird soeben eine neue Preisaufgabe für die Lamey-Sttftung ausgeschrieben: „Die anakreonttsche Poefie des 18. Jahrhunderts in Deutschland in ihrem Verhältnis zu der französischen Gesellschafts-Poesie." Der Preis beträgt 2400 Mk. Die Eintieferung der Arbeiten muß bis zum 1. Januar 1901 erfolgen, die Verkündigung des Preises findet am 1. Mat 1901 statt.
— Bern. Das bakteriologische Institut der hiefigen Hochschule erhält in nächster Zeit zwei neue Abteilungen. Die eine ist der Behandlung von Patienten gewidmet, die von wutkranken Hunden gebtffen wurden, also ein Pasteur'sches Institut; die andere verfolgt den nämlichen Zweck, den das Institut HacctuS in Lancy bei Genf hat: die Herstellung von tierischer Lymphe. Dieses Institut wird auf Rechnung einer Gesellschaft betrieben.
— Fräulein Ehrendoktor. Die bekannte Archäologin Fräulein Sophie Torma, welche in Siebenbürgen zahlreiche Ausgrabungen gemacht bat, erhielt als erste in Ungarn mit königlicher Genehmigung das Ehrendoktorat.
Wteratur, Wissenschaft und Kunst.
— Das Märkische Provinzialmuseum in Berlin sammelt auch Ansichtspostkarten aus der Mark Brandenburg, wie wir aus einem Artikel in Nr. 30 des »Bär", Illustrierte Wochenschrift für Geschichte und modernes Leben (Verlag von Friedrich Schirmer, Berlin SW., 13, Neuenburgerstratze 14a), ersehen. Herr Geheimrat Friedel schildert darin die Methode der Sammlung und die Einteilung der Postkarten. Die ungefähr 3000 Ansichtspostkarten der Städtischen Sammlungen sind säst ausnahmslos Geschenke und werden fortgesetzt vermehrt. Ihre Ordnung ist nach folgendem Einteilungsplan, der für jede größere Sammlung angewendet werden kann, aufgrstellt: 1. Gruppe: »Sachen; 2. Gruppe: Personen; 3. Gruppe: Ereignisse; 4. Gruppe: Verschiedenes. Unter „Sachen" sind bewegliche und unbewegliche zu verstehen. Unter die letzteren — Gebäude, Häusergruppen, Landschaften, Ansicht u. dergl. — fallen naturgemäß die meisten und die dankbarsten Aufnahmen. Die Personengruppe umfaßt daS Anthropologische und Ethnographische vom Kaiser und König, von der königlichen Familie bis zum schlichten Pfahlbürger der Kleinstadt, bis zum Landmann und Arbeiter, ja bis zu den in Berlin und der Provinz Brandenburg typischen Bettler- und Land- stretcherfiguren- Die vom Mäikischen Museum gewählte Gruppeneinteilung entspricht dem Bedürfnis, wie es bei einem der LandeS- und Heimatkunde gewidmeten öffentlichen Institut empfunden wird. Ganz selbstverständlich lasten sich noch andere Einteilungsprinzipien aufstellen; sobald der Sammler sich über ein landschaftlich abgegrenzteS Gebiet hinauSbegiebt, alsdann können geographische und ethnographische Gruppen zweckmäßig sein. Den lesenswerten Artikeln in
der intereffanten Wochenschrift „Der Bär" sind zwei Tafeln mit Postkarten in verkleinertem Maßstabe *18 Illustrationen betgegeben.
— Wer das jüngst erschienene 13. Heft von »Aus fremden Zungen", der Stuttgarter Zeitschrift für die moderne Erzählungs- lilteratur des Auslands, in die Hand bekommt, wird zugeben müssen, daß es sich für den Lttteraturfreund in hohem Maße lohnt, sich tn den Inhalt dieses Heftes zu vertiefen. Fünf weltberühmte Schriftsteller und Dichter sind darin mit größeren ober kleineren Werken vertreten, allen voran Emile Zola mit den ersten drei Kapiteln feines neuen Romans „Fruchtbarkeit"; an zweiter Stelle der greise Leo Tolstoj, dessen neuester bereits vielbesprochener Roman „Auferstehung" seit einiger Zeit von „Aus fremden Zungen" deutsch veröffentlicht wird; drittens der Engländer Rudyard Kipling mit einer ebenso feinen und sinnigen, wie humorvollen Erzählung: „Wie das Sch'fs sich selber sand". Die Rubrik „Lose Blätter" enthält ein zugleich launiges und geistvolles Feuilleton, „Jagderinnerungen" von dem Schweden August Strindberg, und — last not least — drei höchst originelle, einer genialen Phantasie entsprungene „Nachdichtungen von Musikstücken" von dem italienischen Dichter Antonio Fogazzaro. — Von „Aus fremden Zungen" erscheinen monatlich 2 Hefte von je 48 Seiten. Preis jede« Heftes 50 Pfg.
— Das neue Shakespeare-Jahrbuch ist vor kurzem zur Versendung gekommen. Druck und Verlag des für jeden Shakespeare- Forscher unentbehrlich gewordenen Hilfsmittels sind nunmehr, nachdem sie 35 Jahre lang sich in Weimar befanden, an Langenscheidt in Berlin übergegangen. An Stelle des verdienten langjährigen, am 30. Juni 1898 in Glion am Genfer See verstorbenen Professors Friedrich August Leo, dem Albert Cohn einen warmen Nachruf widmet, haben die Herren Professor Dr. Alois Brandl in Berlin, Privatdozent Dr. Wolfgang Keller in Jena die Herausgabe des neuen, im alten, würdigen Gewände erscheinenden Jahrbuches übernommen. Eröffnet wird das Jahrbuck, nach dem Abdruck des in vielfacher Hinsicht sehr erfreulichen Jahresberichts für 1898/99, mit dem schon früher aus Anlaß der letzten Shakespeare-Versammlung in Weimar am 22. April d. I. auck in der „Köln. Ztg." kurz skizzierten Vortrage von A. Brandl über „Shakespeares Vorgänger", der hier in erweiterter Gestalt erscheint. Die Lektüre der geistvollen Darstellung bietet erneuten Genuß; indessen erscheint in der gedruckten Vorlage manche Einzelheit etwas weithergeholt und der genügenden Begründung entbehrend. Von hervorragendem Interesse ist sodann die Ausgabe eines im Jahre 1870 von I. Halliwell zum erstenmale nicht ganz sorgfältig nach dem Egerton M. 8. des Britischen Museums abgedruckten Dramas „Richard H." aus Shakespeares Zeit, das W. Keller mit einer gründlichen litterarischen Einleitung versehen hat. Alsdann beantwortet E. Keppel die Frage „War Shakespeare in Italien?“ im Gegensätze zu Gregor Sarrazin („W. Shakespeares Lehrjahre", Kap. 5) auf Grund litterarischer Nachweise mehr im verneinenden Sinne. Der nächste Aufsatz aus der Feder Gr. Sarrazins ist der Abfassungszeit von „Viel Lärm um nichts" gewidmet; mit großem Scharfsinn ist darin nachgewiesen, daß dieses Lustspiel „unter dem Eindrücke von Verhältnissen verfaßt worden ist, die sich im Jahre 1589 in Shakespeares Bekanntenkreise abspielten". Es ist daher unrnöglick, das Stück mit Francis Meres „Love’s Labor’s Won“ zu identifizieren. Auch hat Sarrazin sehr reckt, wenn er bemerkt : „Die Erörterung der Abfassungszeit (dieses Stückes) hat zu einem neuen Einblick in Shakespeares dichteriscke Werkstätte geführt." Es stellt sich ja nach neueren Untersuchungen immer mehr heraus, daß der große Dramatiker doch viel mehr für seine Zeit und aus seiner Zeit heraus gedichtet hat, als früher wohl angenommen wurde, insbesondere daß er das Leben am Hofe der Königin Elisabeth und die Schicksale seiner vornehmen Freunde und Gönner mit regem Anteil verfolgte und dichterisch widerspiegelte. Emen sehr dankenswerten, wenn auch keineswegs erschöpfenden Ueberblick über den „heutigen Stand der Hamlet-Forschung" gibt A. Schröer, wobei er es sich versagt, selbst eine neue Hypothese aufzustellen. Dann handelt Rickard Garnett über „Entstehung und Veranlassung vom Sturm", indem er im Anschluß an Tiecks und Meißners Vorgang und an einen Artikel von Goldwin Smith in Macmillans Magazine (Januar 1887) mit innern und äußern Gründen zu erweisen versucht, daß „the Tempest“ in der zweiten Hälfte des Jahres 1611 gedichtet wurde. In einem „George Chapman und das italienische Drama" überschriebenen Aufsatze polemisiert A. L- Stiefel durch Vergleichung des englischen Lustspiels „May-Day" (1611) und der italienischen Vorlage „Aleffundro" des Jnironaten A. Piccolimini (16. Jahrhundert) gegen eine die relative Unabhängigkeit Chapmans von italienischen Vorbildern behauptende Bemerkung Emil Kloeppels, die dieser Gelehrte in den „Quellen und Fortsetzungen", Bd. 82, S. 79 ff., aufgestellt hat, und gegen die sich daranschließenden ästhetischen Bemerkungen Kloeppels über die Bedeutung Chapmans als Lustspiel- und Tragödiendichter. In einem eingebenden Essay behandelt W. v. Würzbach Leben und Werke Pbiliv Massingers, woran sich eine ästhetische Würdigung sowie ein Vergleich mit Shakespeare und endlich eine Besprechung eines seiner besten Dramen („The Virgin-Martyr“) anschließen. Wilhelm Oechelhäuser bespricht zwei neue Bühnenbearbeitungen der „Bezähmten Widerspenstigen", nämlich die von Robert Kohlrausch und Eugen Kilian. Den ersten Teil des Jahrbuches schließen endlich ab verschiedene überaus beherzigenswerte „Regiebemerkungen zum Shakespeare" von Julius Eserwinka. Im zweiten Teile des Jahrbuches begegnen wir unter den „Kleinen Mitteilungen" zumeist recht lesenswerten, mehr oder minder umfangreichen auf Shakespeare und die zeitgenössische Litteratur bezüglichen Auslaffungen aus der Feder E. Koepels, W. Kellers, Im. Schmidts, A. Brandls, I. Schicks u. a. Sehr reichhaltig ist endlich die dritte Abteilung, die der Kritik, der „Bückerschau" überschriebenen Besprechung mehr oder weniger bedeutender Werke von Deutschen, Engländern und Franzosen gewidmet ist. Daran schließen sich die „Zeit- schriftenschau" von Wilhelm Dibelius, die „Theaterschau", so u. a. ein bemerkenswerter Aufsatz von M. v. Kaulbach über die „Shakespeare-Bühne in München", ferner der „Statistische Ueberblick Über die Aufführungen Shakespearescher Werke auf den deutschen und einigen ausländischen Theatern im Jahre 1898" von Armin Wechsung sowie ein interessanter Hinweis auf das Wesen und die Geschichte der „Elizabethan Stage Society in London" von Wolfgang Keller. Ein Verzeichnis der Mitglieder sowie ein gewissenhaft zusammengestelltes „Wort- und Sachverzeichnis" zu Band XXXV bilden den Abschluß.
Temperatur der Lahn und Luft
nach Reaumur gemessen am 3. August, zwischen 11 u. 12 Uhr mittag»;
Wasser 17°, Luft 18Va°.
Rübfamen'sche Badeanstalt.
Verkehr, Km-- und Volkswirtschaft.
Lisrdue'S 2 August. Frachtmarkt. Rorcc Weze- X 13,50, weißer Weizen X 13.35, Rom X 10 81, Gerste X 0 00, Hafer X 7.32
Neueste Meldungen.
Depesckm des Bureau „Herold".
Berlin, 3. August. Der Kaiser unternahm gestern, wie aus Kiel gemeldet wird, auf der Segel Aacht „Iduna" einen Ausflug nach der Außensöhrde und kehrte abends 7 Uhr aus die „Hohenzollern" zurück.
Kiel, 3. August. Der Kaiser hat für die Dacht »Hohenzollern" verschiedene bauliche Aenderungen in Aussicht genommen. Es soll der Besanmast herausgenommen
und der Großmast 6 Mtr. nach hinten verlegt werden. Das Schiff wird also künftig nur zwei Masten führen.
Hamburg, 3. August. Der Kaiser beauftragte den General der Kavallerie, v. Massow, den Kommandeur des 9. Armeekorps, mit seiner Vertretung bei den Beisetzungsfeierlichkeiten für die Herzogin Wittwe Ädelhaid zu Schleswig- Holstein Sonderburg-Glücksburg. Die Trauerfeier beginnt am Freitag vormittag in Itzehoe. Alsdann wird die Leiche mit der Bahn nach Schleswig überführt, wo sie im Dom an der Seite ihres 1885 verstorbenen Gemahls, des Herzogs Friedrich beigesetzt wird.
Wien, 3. August. Tschechischen Blättern zufolge hat die Regierung endgiltig beschlossen, das vom niederösterreichischen Landtage geschaffene, von den Liberalen und Sozialisten heftig bekämpfte Wahlgesetz der kaiserlichen Sanktion zuzuführen.
Klaufenburg, 3. August. Der bekannte hiesige Schauspieler, Dichter und Uebersetzer deutscher Dramen, Kovac, erlitt bei einem Vortrage in Schäßburg einen Sonnenstich, woran er nach drei Tagen gestorben ist.
Budweis, 3. August. Nach der Meldung eines in kirchlichen Dingen gut unterrichteten hiesigen tschechischen Blattes ist die Ernennung des Budweiser Bischofs Dr. Riha zum Erzbischof von Prag als Nachfolger des Grafen Schönborn bereits vollzogen.
Mailand, 3. August. Der „Corriere della Sera" versichert, die Unternehmungen Italiens in China haben lediglich handelspolitische Zwecke, ohne das politische Ziel einer Besetzung und Gebietserweiterung. Salvator Raggi sei als ordentlicher Gesandter an Stelle de Martinos ohne besondere Mission nach China gegangen. Italien sei auf dem Wege, die Sanmun-Bai gänzlich aufzugeben. Die handelspolitischen Unterhandlungen seien indes noch nicht völlig abgebrochen. Das italienische Geschwader werde nicht vermehrt werden.
Zürich, 3. August. Beim Schimbergbad in Entlebuch im Kanton Luzern stürzte infolge Scheuwerdens der Pferde ein Wagen mit Touristen ab. Ein Herr konnte sich durch abspringen retten. Vier Damen aus Deutschland gerieten unter den Wagen und wurden schwer verletzt.
Brüffel, 3. August. Die Ministerkrise ist noch durch das Aufwerfen der Heeres -Reformfrage komplizierter geworden. Der König will die Gelegenheit des Ministerwechsels benutzen, um den persönlichen Heeresdienst durchzusetzen. De Smet de Naeyer nimmt dieses Programm an. Die extreme klerikale Fraktion unter Führung Woestes intriguiert heftig gegen die Kombination de Smet. „Kourier de Bruxelles", das Organ des Erzbischofs von Mecheln, greift de Smet gleichfalls an.
Antwerpen, 3. August. Französischen Blättermeldungen zufolge soll der aus Geestemünde kommende französische Aviso „Ibis" den hiesigen Hafen anlaufen. Die Meldung bedarf aber noch der Bestätigung.
Paris, 3. August. Aus Rennes wird gemeldet, der Präsident Jouaust wolle den Wünschen der Verteidigung willfahren und alle Gewährsmänner Beaurepaire's kommissarisch vernehmen lassen, damit nichts unterbleibe.
Paris, 3. August. Die Verlegung des Prozeß-Lokales in den Hörsaal des Gymnasiums in Rennes ist wahrscheinlich. Dreyfus ist allen Berichten zufolge außerordentlich geistig frisch und rüstig. Er hofft bestimmt, alle Lügen und Ränke aufzudecken.
Paris, 3. August. „Jntransigeant" versichert, aus bester Quelle zu wissen, daß General Mercier von der Wiederverurteilung Dreyfus' durch das neue Kriegsgericht zu Rennes überzeugt sei.
Paris, 3. August. Präsident So übet wird am 17. September nach Beendigung der Manöver der in Tours stattfindenden Truppenschau beiwohnen.
Paris, 3. August. Die Regierung hat die Ersetzung des Generals N e g r i e r folgendermaßen beschlossen: General Garnier erhält das Kommando im Kriegsfälle über das östliche Armeekorps und die Inspektion der Armee. Die Befugnisse Negriers als Mitglied des obersten Kriegsrates sind dem General Pierron zugeteilt worden. Derselbe ist ein Verwandter des bekannten katholischen Journalisten Veuillon.
Petersburg, 3. August. Der Finanzminister Witte begiebt sich demnächst nach den südwestlichen Provinzen, um sich über eine Erweiterung der Südwestbahn zu entscheiden.
Belgrad, 3. August. Infolge der vom Untersuchungsrichter gesammelten erdrückenden Beweise soll der ehemalige Minister Tauschanowitz eingestanden haben, mit serbischen in Neusatz sich aufhaltenden Radikalen konspiriert zu haben, und an der Verschwörung gegen die Dynastie Obre- novitjch beteiligt zu sein.
Alexandrien, 3. August. Hier sind sechs neue Pest- fälle zu verzeichnen. Die Gesamtzahl der Erkrankten beträgt bis jetzt 80.
Kunst-Ausstellung.
ausstellung im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg.
Drucksachen,
Wechrmngeu, Kacturen, Kircutare, Arieföogeu, Mmschtäge mit Iirmeudruck fertigt billig
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