sammelten aussprach, fand seinen besonderen Ausdruck in
S.
der Humanität ebenso wie der christlichen Liebe, denn dadurch wird tausenden unserer leidenden Brüder und
kommnung an die Schützen gerichtet, brachte er ein stürmisch aufgenommenes Hoch auf den deutschen Schützenbund aus. — Der Ungunst des Wetters wegen waren die Festbesucher darauf angewiesen, sich in der Festhalle und in den Bierhallen so gut zu unterhalten, als es eben ging, immer noch die Hoffnung hegend, daß der kommende Sonntag ein freundliches Gesicht zeigen werde. In der That sandte denn auch am frühen Morgen die Sonne ihre Strahlen auf die Feststadt Gießen. Doch in den Vormittagsstunden schlug das Wetter um, und Regentropfen fielen nieder auf die herrlich geschmückten Straßen und auf die sich in denselben bewegen
** 17. Verbands-Schießen des Badischen Laudes-Schützen- Vereins und des Pfälzischen und Miltelrheiuischeu Schützen- bundes. Die Befürchtung, daß der gestrige „Hauptfestsonntag" verregnen würde, hat sich leider bestätigt. Es ist sonach über das, was auf dem Festplatz vor sich gehen konnte, wenig zu berichten. Am Samstagabend wurde, nachdem die ersten Schützengäste gebührend empfangen worden, das Fest mit einem Bankett in der Festhalle eröffnet. Die erste Begrüßung der Schützen fiel dem geschäftsführenden Ausschuß zu, der durch Herrn Stadtverordneten Schmal l den Gästen ein herzliches Willkommen entgegenbringen ließ. Herr Schmall gab der Freude über das zahlreiche Erscheinen der Festgenossen Ausdruck; es gelte, ein Fest zu feiern, durch das nicht die gewaltigen Waffenthaten verherrlicht werden sollten, sondern es stelle als Ziel das Streben hin: Höchste Kunst im Gebrauch der Waffen zur Erlegung edleren Wildes, Hebung von Auge und Hand zu festem sicheren Gebrauch, Bildung des Herzens im Umgang miteinander, und in Wort und Leben zu treffen den, der noch gedenkt, der freigeborenen Menschheit geistige und leibliche Fesseln anzulegen. Redner zeichnete des weiteren trefflich die Gedanken und das Streben, die seit langen Jahren die Herzen der deutschen Schützen bewegt, ihren Drang nach der endlich erreichten Einheit des deutschen Vaterlandes, gedachte auch der ferner liegenden Zeit, wo der Schützenbund seine Mannen entsandte zu mancher völker- geschichtl^h entscheidenden Stunde, der Hoffnung Ausdruck gebend, daß sich derselbe auch für die Zukunft erweisen werde als kraftvoller Sohn unseres treuen germanischen Geschlechts, als ein Hüter und Hort deutscher Freiheit. Langer Jahre werde es allerdings noch bedürfen, ehe Gottes Sonne stehe über Menschen, welche als das beste Mittel zur Verteidigung erkennen und führen: die Waffen edlen freien Menschengeistes. Fern jeder politischen Partei, treu stehend zum Reich, das uns alle eint, solle der deutsche Schützenbund vor allem ins Auge fassen, und aufs Korn nehmen, und meisterhaft in Gesinnung und Wandel hochhalten, daß Freiheit, Friede, Glück und Wohlfahrt nur dann ! das Geschenk eines gütigen Geschickes sein können, wenn sie unter eigener, saurer Arbeit gehegt und gepflegt werden. Indem Herr Schmall nochmals herzliche Worte der Bewill-
einer Kollekte für die ärztliche Mission, die den in Anbetracht der kleinen Schar von Zuhörern recht ansehnlichen Betrag von fast 70 Mk. ergab. Wir hoffen, daß Herr Dr. Liebendörfer noch einmal zu einer günstigeren Zeit bei uns ein- kehren werde. Inzwischen nimmt Herr Pfarrer Schlosser Anmeldungen zu dem Verein für ärztliche Mission entgegen.
Schwestern ihr Los erleichtert. Der Dank, den Herr Pfarrer Schlosser dem Vortragenden im Namen der Ver-
I aus: Wo Deutsche sich zu Festen versammelten, gedächten I sie immer des Kaisers und des Fürsten, in dessen Lande I ein Fest gehalten. Das Sehnen nach Einheit in unserem I Vaterlande habe sich aus den französischen Schlachtfeldern I erfüllt. Die Einigung Deutschlands erinnere uns an die I Heldengestalt des Kaisers Wilhelm L, ihm schloß sich der I uns allen ebenso unvergeßliche leider uns zu früh durch I den unerbittlichen Tod entrissene Kaiser Friedrich an. Mit starkem Arme und weitem Blicke regiert seit über einem Jahrzehnt Kaiser Wilhelm II., der, besorgt für Wohlfahrt, I Ansehen und Macht des deutschen Vaterlandes, das Vorbild eines Regenten giebt, um das uns die anderen Völker beneiden. In der Reihe der deutschen Fürsten stehe als einer der treuesten unser Großherzog da. Mit Freude wurde die Nachricht ausgenommen, daß er das Protektorat über das Verbandsschießen übernommen, dem er aber zu unferm Leidwesen infolge Erkrankung fern bleiben mußte. Die zum Feste Versammelten könnten ihm nur ihre Glückwünsche zur Genesung schicken. Redner forderte die Versammlung auf, das, was alle in dieser Stunde bewegt, zusammenzufassen in dem Rus: Se. Majestät der Kaiser, Se. Königliche Hoheit der Großherzog, sie leben hoch! Begeistert stimmte die Festversammlung in das Hoch ein, dem die erste Strophe der Nationalhymne folgte.
Die nun folgende, ebenfalls mehrfach von Beisalls- ! kundgebungen begleitete Ansprache hielt Herr Oberbürgers ' meister Gnauth: Keine leichte, aber eine dankbare Aufgabe sei ihm geworden, in schlichten Worten das zu bestätigen, was in farbiger Bildersprache der Schmuck der Stadt und die Blumengrüße der Frauen und Jungfrauen bereits verkündet, ferner zu sagen, wie sehr Gießen sich gefreut, als es im Vorjahre zur Feststadt des Verbandsschießens erwählt worden. Der wärmsten Ausnahme auch im Norden Hessens Hube er im voraus die Gäste versichert, er hoffe, die Gäste würden finden und zum Teil gesunden haben, daß die Bürgerschaft Gießens das Wort ihres Bürgermeisters einlöse, daß alle Kreise der Bevölkerung wetteifern, zu zeigen, wie man baS Fest nicht betrachtet als eine Angelegenheit des Schützenvereins für sich, sondern als eine Sache der Stadt. Kein Wunder auch, wenn heute noch die Schützen, die Träger und Pfleger der altgermanischen Sitte des Waffenspiels, die Vertreter von Gießens Bürgertum aller Sympathien sich erfreuen; seien auch die Zeiten vorüber, in denen der Gedanke der nationalen Einheit Ausdruck in gemeinsamen Festen finden mußte, eine schöne Aufgabe sei dem Verein geblieben: im Innern unseres Vaterlandes zu pflegen die Annäherung der benachbarten Stämme und das wechselseitige Verständnis für die Eigenarten jedes derselben. Wir begrüßen im Nordende des Verbandsbezirkes die Gäste alle von Herzen, möge es ihnen recht gefallen in der Stadt, die seit Jahrhunderten im Kern ihrer Bürger eine Schützengesellschaft besitzt. „Den Willkommengruß, welchen Ihnen die Veranstalter des Festes, welchen die Bürger der Stadt Ihnen entbieten, den bitte ich meine Gießener zu kleiden in den Ruf: „Unsere Gäste, die fremden Schützen, sie leben hoch!"
Für die herzliche Bewillkommnung der Gäste dankte im Auftrage derselben der Vorsitzende des Verbandes, Herr Göbel-Landau. Man habe schon beim Betreten der Feststadt Gießen aus dem Schmuck der Häuser und unter den Blumengrüßen der Damen die Ueberzeugung gewonnen, daß die Schützen hier gern gesehene Gäste seien. Er bitte den Herrn Oberbürgermeister, den Dank der Gäste an geeigneter Stelle zum Ausdrucke zu bringen. Nicht als , ± ci- ; r . Hessen, Bayern, Badenser, Preußen seien die Schützen er
den, trotzdem sestlich gestimmten, Menschen. Weitere Gäste schienen, sondern eingedenk der schönen Sitte daß Schützen- fnmpn «« h.t 1 feste immer nationale Feste seien, als gute Deutsche. Redner
gab des weiteren dem Bedauern darüber Ausdruck, daß die vielen Gießener Freunde unter der Ungunst der Witterung zu leiden hätten, sein Hoch würde dem Regengott gelten, könnte er ihn damit bannen; sein und aller Wunsch sei es, daß der Regengott heute nur Abschiedsthränen vergießen möge. Dem heben Gießen rufe er „nur Mut" zu, seinen als Gäste hier weilenden Schützenbrüdern aber die Bitte, ihre Schützenbrüderlichkeit nicht nur durch Worte, sondern auch durch Thaten zu beweisen. Alle Wünsche aber, die sein Herz bewegen, wolle er zusammensassen in der Aufforderung, mit chw einzustimmen in den Ruf: die Feststadt Gießen und ihre Bewohner, insbesondere die lieben Schützenbrüder in Gießen, sie leben hoch!
<Der erste Vorsitzende des Geschästssührenden Aus- schusses, Herr F r. Helm, verkündete danach unter lautem Befall den Wortlaut der Telegramme, welche an Kaiser und Großherzog abgesendet werden sollten. Das an c/’ ay kcn Kaiser gerichtete Telegramm hat folgenden Wortlaut:
17 aus allen Gauen Mitteldeutschlands zum l i Verbandsschießen versammelten Festteilnehmer weihen Eurer Majestät in unterthänigster Huldigung den ersten ehrfurchtsvollen Gruß der Schützen von Baden, Mittelrhein und Pfalz. Gnauth.
An Se Königliche Hoheit den Großherzog wurde folgendes Telegramm gesandt:
Dem gnädigen Protektor ihres Festes bringen hocherfreut über seine glückliche Genesung unterthäuigste Huldigung bar die zur Festtafel vereinten Teilnehmer des 17. Verbandsschießens, cm-x v r L , Gnauth. Helm.
Mit -jubel wurde ferner die Mitteilung des Herrn Helm entgegengenommen, daß das Mitglied des Ehrenvorsitzes, der ehemalige Kommandeur unsrer 116er, Herrn General- Maior v. Madai telegraphisch seinen Gruß gesandt. Da- Telegramm lautet:
Ihnen, den Spitzen der Behörden, den treuen: Gießenern und allen zum friedlichen Wettkampfe eingetroffenen Festgenoffen herzlichen Gruß.
v. Madai.
Mit vorgerückter Nachmittagsstunde, in welcher sich, programmgemäß der gemütliche Teil des Festes entfalten
Lokales und ProvinMes.
Gießen, den 3. Juli 1899.
•• Empfang. Se. König!. Hoheit der Großherzog ' empfingen am 30. Juni u. a. den Amtsrichter Dr. Fuhr von Ortenberg, den Rentamtmann Hiemenz von Gießen, den Bauinspektor Becker von Gießen.
*• Ans dem Großh. Ministerium. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnüdigst geruht, am 1. Juli d. I.: 1) den Ministerialrat im Ministerium der Finanzen und Vorsitzenden von dessen Abteilung für Bauwesen, Ge- heimerat Dr. Theodor Schäffer, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen, mit Eifer und Treue geleisteten, besonders ersprießlichen Dienste, in den Ruhestand zu versetzen, und zugleich von seiner Stellung als Mitglied der Zentralstelle für die Landesstatistik zu entheben, denselben jedoch in seiner Stellung als Vorsitzenden der Prüfungskommission für das Finanz- und technische Fach und Vorstand der dritten Abteilung derselben zu belassen; 2) den vortragenden Rat im Ministerium der Finanzen und dessen Abteilungen, Oberfinanzrat Maximilian Frhrn. v. Biegeleben, zum Ministerialrat in diesem Ministerium und Vorsitzenden der Abteilung für Bauwesen, — 3) den Haupt- fteueramtsassistenteu bei dem Hauptsteueramt Mainz Ludwig Hauschild zum Revisions-Kontrolleur bei diesem Amt, sowie den Finanzaspiranten Philipp Faust aus Butzbach zum Hauptsteueramtsassistenten bei diesem Amte zu ernennen. — Am 1. Juli dem Ministerialrat im Ministerium der Finanzen und Vorsitzenden der Abteilung für Bauwesen, Geheimerat Dr. Theodor Schäffer, aus Anlaß seiner : Versetzung in den Ruhestand das Komturkreuz 1. Klasse I des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen.
•• Ernennung. Ernannt wurde am 23. Juni die Gefangenwärterin am Gefängnis in Mainz Maria Wühr er zur Gefangenaufseherin an dieser Anstalt auf Widerruf mit Wirkung vom 25. Juni 1899.
** Der Vortrag des Herrn Dr. Liebendörfer über „Aerzt- liche Mission" am Samstag Abend war, wie in Anbetracht der überaus ungünstigen Verhältnisse zu befürchten war, nur mäßig besucht. Die Erschienenen folgten aber den I ungemein fesselnden Mitteilungen des Redners mit größtem I Interesse. Wir geben daraus ganz kurz Folgendes wieder. I Wie groß auch die Armut und die vielfach damit zusammen- I hängenden Krankheiten und Leiden bei uns in Europa sein I mögen, so führte er aus, so bleiben sie doch Dank der I staatlichen Fürsorge und der christlichen Nächstenliebe, welche I zahlreiche Anstalten und Spitäler errichtet hat, dem Auge I meist verborgen. In den Tropen fehlen derartige Einrichtungen fast ganz. Das Leben spielt sich vorzugsweise auf den Straßen ab, wo alle Arten von Lahmen, Krüppeln, I Blinden und Aussätzigen, halb nackt, voller Schwären und I mit den widerlichsten Ausschlägen bedeckt zu sehen sind. Da ist das völlig vernachlässigte Kind, dessen Augen wahre Brutstätten von gefräßigen Fliegen sind, dort liegt ein altersschwacher hilfloser Greis, oder eine bis zum Skelett abgemagerte Frau ihrem Schicksal überlassen. Und wie sieht es erst in den Häusern selbst aus? Wird doch der Kranke vielfach als ein von einem bösen Dämon Besessener I angesehen, als ein Gegenstand der Furcht und des Ekels, für welchen das schlechteste Zimmer im Hause gerade gut genug ist. Um den Dämon zu vertreiben, wird der arme I Kranke geschlagen, gestoßen, mit glühenden Eisen gebrannt und von Beschwörern und Teufelsaustreibern gequält. Da find Missionsärzte nötig, die durch ihr freundliches Ein- I greifen schon so manche Vorurteile, so manchen Aberglauben beseitigt haben, welche durch das Vertrauen, das sie bei der Bevölkerung genießen, allenthalben für das Evangelium als wahre Pioniere wirken. Während England und Amerika I über 500 Missionsärzte draußen stehen haben, sind aus Deutschland aber kaum 10 zu verzeichnen; das ist doch ein I Mißverhältnis. Der in neuester Zeit in Stuttgart gegrün- I bete Verein für ärztliche Mission, welcher die Basler Missionsgesellschaft in ihren missionsärztlichen Bestrebungen I unterstützen will, hat daher seit seinem Bestehen den Beifall und die Unterstützung vieler Missions- und Kolonialfreunde erfahren dürfen. Die erste Aufgabe der Aussendung eines Missions-Arztes soll dem ungesunden Kamerun gelten. Dazu bedarf es aber noch großer Beihilfe. Ein für dort ausgebildeter Arzt wird zwar im Laufe dieses Jahres zur Aus- I sendung bereit sein, aber vorerst hat er nicht einmal ein Zimmer, in dem er wohnen konnte. Die Errichtung eines Wohnhauses, die Reisekosten, Ausrüstung, die Erstellung eines, wenn auch noch so bescheidenen, aber nicht zu ent- I behrenden Missionsspitals erfordern zusammen eine Ausgabe von ca. 40 000 Mk., wofür erst etwas mehr als der vierte I Teil beigesteuert ist. Wie gut und segensreich wäre es, wenn diese Summe bald verfügbar würde, denn ein reiches Arbeitsfeld wartet des Arztes jnicht blos bei den Einge- I borenen, sondern auch bei den dort lebenden Europäern. Wer die ärztliche Mission unterstützt, vollbringt ein Werk |
gegenüber, dem er nicht genügend Truppen entgegenzustellen habe. Auch General Lawton meldet — wiederum im Widerspruch zu Otis — er habe seinen Vormarsch über Jmns nicht fortsetzer können und sich nach diesem Orte zurückziehen müssen, da die Filipinos in Uebermacht eine englische Meile von Jmus ihm den Weg verlegt hätten. Beide Divisionsgenerale beklagen die zunehmende Schwäche der Truppen durch Krankheit. Die Meldung, daß General Miles den Oberbefehlt auf den Philippinen erhalten werde, wird widerrufen. General Miles wünscht diese Stellung nicht und so wird von einer Abberufung des Generals Otis vorläufig Abstand genommen. Man sprengt aus, die Regierung sei mit der Befehlsführung von Otis zufrieden; mit den sofort einberufenen 10,000 Mann werde seine Armee die von ihm für die Wiederaufnahme der Offensive verlangte Stärke von 30,000 Mann erreichen. M. N. N.
kamen, in die Stadt geleitet unter den Klängen flotter Märsche. Das einmal Begonnene mußte durchgeführt werden, die letzte bessernde Hand wurde an die mühevolle, aber auch einstimmig mit voller Anerkennung belohnte Arbeit der Ausstattung des Festzuges gelegt. Es war bekannt geworden daß diesmal in diesem Teile des Festes etwas ganz besonderes geboten werden würde; die Erwartungen wurden übertroffen. Wer die prächtig gekleideten Herolde und Standartenträger, die Zieler- und Scheibenträger, die Hellebardiere in ihren phantasievollen Ausrüstungen, vor allem aber die schönen Fe st wagen der allezeit zur Verherrlichung vaterstädtischer Feste bereiten Radfahrer beider Vereine, der rührigen Bäcker und Metzger, der weiter im Erwerbsleben unserer Stadt eine gewichtige Rolle spielenden Brauer und der Tabak- und Cigarrenindustrie, sowie endlich den Festwagen der Schützen gesehen, der mußte gestehen, daß in Gießen so etwas noch nicht geboten worden. Und wer sah, was seitens der übrigen am Festzuge beteiligten Vereine, es sei nur auf die hübsche historische Gruppe der „Union", welche uns in die Zeit Casimirs von Nassau 1648 zurückversetzte, verwiesen, ferner auf unsere ebenfalls allzeit zur Verherrlichung der Feste bereiten Sänger und Krieger, wie auf die immer hilfbereite Feuerwehr, aufgeboten war, der mußte nur bedauern, daß dem mit Aufopferung großer pekuniärer und persönlicher Opfer entfalteten Glanze die liebe Sonne fehlte. Punkt >/zl2 Uhr setzte sich der lange, imposante Festzug durch die trotz des Regens dicht mit hiesigen und zahlreich aus der Provinzherbeigeströmten Zuschauern besetzten Straßen nach dem Festplatze zu in Bewegung. Angesichts des Jubels, her ihn überall empfing, erfreut durch reiche, von zarten Händen gewundene und geworfene Blumenspenden, angeregt durch die unermüdlich aufspielenden Musikkapellen, kam schließlich auch der Humor zum Durchbruch, und als endlich auf dem vom Regen durchweichten Festplatze der Zug sich auflöste und bie unverdrossen gebliebenen Zugteilnehmer Musterung über sich und ihre Umgebung halten konnten, fiel manche drastische Bemerkung, war aber auch manche am Tage vorher hübsch gewaschene, gebügelte und geputzte Toilette dahin
Die Beteiligung an dem um 2 Uhr begonnenen Festmahl war sehr zahlreich. Den ersten Trinkspruch brachte der derzeitige Rektor unserer Ludoviciana, Se. Maq- mficenz Herr Geheime Medizinalrat Prof. Dr. Löhlein


