1899
Dienstag den 4. Juli
Amtlicher Heil
bei
machung.
Die
Alle Anzeigen-VermittlungSstellen deS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen.
Redaktion, Expedition und Druckerei:
Kitznlstraße Ar. 7.
4) Genaue Angabe des Truppenteils, Regiment, Compagnie rc., bei welchem der Eintritt erfolgt ist, und Datum des letzteren,
5) Bezirk des Landwehrbataillons.
Bei Lehrern oder Schulverwaltern, welche bereits früher uns reklamiert haben, bedarf es der Angaben 1—5 nicht,
selben <
zur Einsicht der Beteiligten offen.
Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hier-
Adresie für Depeschen: Anzeiger Hietzea.
Fernsprecher Nr. 51.
Gesunde«: 1 gold. Hemdenknöpfchen, 1 silb. Ring, 1 Spazierstock, 1 Regenschirm, 1 Schere mit Futteral, ein Kinderschuh, 1 Shlips, 1 Schürze, 1 Brille, 1 Kinderkragen, 1 Stück Zinkdrath und 1 Deckchen eines Kinderwagens.
Gießen, den 1. Juli 1899.
Großherzogliches Polizeiamt.
Muhl.
gegen findet statt:
Dienstag, den 18. Juli 1899, vormittags 9-10 Uhr im Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Garbenleich, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind.
Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier in Aktengröße (mindestens 1/2 Bogen) einzureichen.
Friedberg, den 17. Juni 1899.
Der Großh. Bereinigungskommissär:
Merck.
Bezugspreis vierteljährlich
2 Mark 20 Mg monatlich 75 Psg. mit Bringerlohn.
Bei Postbezug 2 Mark 50 Psg. vierteljährlich.
es genügt hier einfache Meldung. .
Abwesende Lehrer oder Schulverwalter, die als alleinstehende Lehrer zur Reklamation berechtigt find, wollen Sie sofort benachrichtigen.
v. Bechtold.
Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt Matter für hessische Datkskunde.
Großh. Kreis-Schulcommission Gießen
au die Schulvorstände des Kreises.
Sie wollen die Lehrer oder Schulverwalter einklassiger Schulen, welche militärpflichtig sind, darauf aufmerksam machen, daß Gesuche um Zurückstellung un Falle einer Mobilmachung innerhalb 8 Tagen bei uns einzureichen sing. Später einlaufende Gesuche können nicht berück- sicht werden.
In den Gesuchen ist anzugeben:
1) Civilstellung,
2) Vor- und Zunamen,
3) Militärcharge und Truppengattung,
Rr. 154 Erstes Blatt
Drulsches Kelch.
Berlin, 1. Juli. Dem „Berliner Tageblatt" wird aus Lübeck gemeldet: Der Kaiser hatte heute morgen in Travemünde eine lange Unterredung mit dem Fürsten Herbert
1 § Herne, 2. Juli. Das Militär bleibt vorläufig 14 Tage. Gestern abend herrschte Ruhe. Der Stab und drei Kompagnien sind gestern nach Recklinghausen verlegt worden. In Bruch war gestern abend eine Versammlung anberaumt, die aber nicht abgehalten wurde, denn die Wirtschaften wurden geschlossen. Für morgen werden Zusammenstöße zwischen Militär und Streikenden befürchtet.
RmueS, 1. Juli. Heute mittag besuchte Frau Dreyfus ihren Gatten im Gefängnis. Unter allen Anzeichen tiefster Gemütsbewegung verließ sie das Gefängnis, nachdem die Unterredung eine Stunde gedauert hatte.
Rennes, 2. Juli. In der Unterredung, welche Madame Dreyfus gestern mit ihrem Gatten hatte, konnte sie diesen noch nicht über die letzten Ereignisse unterrichten. .Freunde der Famlie Dreyfus versichern, der Kapitän befinde sich wohl und sei von der Reise nicht sehr ermüdet. Dreyfus ignoriert die Zwischenfälle der letzten Jahre vollständig. Er spricht mit großer Ehrfurcht von seinen Vorgesetzten, dem General Mercier usw. Dreyfus ist der chauvinistische Offizier geblieben, der er früher war.
Rennes, 2. Juni. Die Advokaten Labori und Demange sind heute früh hier eingetroffen, werden aber erst morgen, Montag, ihre erste Unterredung mit Dreyfus h Brüssel, 2. Juli. Hier geht das Gerücht, der König habe bereits mit den Ministern Beernaert und Naeyer Rücksprache genommen, um sie eventuell mit der Bildung des Kabinetts zu betrauen. .
Brüssel, 2. Juli. Es wird die Thal, ache sehr bemerkt, daß gestern bereits von den Artillerie-Wagen alle Streich- Patronen, die bekanntlich nicht so scharf geladen sind, wie die übrigen Patronen und die in den Lokalen der Miliztruppen niedergelegt waren, wieder zurückgeholt worden
scheint täglich mir Ausnahme des MontagS.
Die Gießener AamikienvtLtter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt.
einander. ~ ,
Ostasien. Mc Kinley ist am 27. Ium abends nach W a s h i n g t o n mit seiner schwer kranken Gattin zurückgekehrt und hat nach einer kurzen Konferenz mit Präsident Alger und den Generalen Corbin und Bird ein Dekret unterzeichnet, welches den Kriegssekretär ermächtigt, die Armee arff 100,000 Mann zu bringen, wovon 65,000 Mann nach Schluß der Regenzeit sofort nach den Philippinen gesandt werden sollen. Die Verstärkung soll durch die Rekrutierungsämter aufgebracht werden, um die formelle Einberufung Freiwilliger durch den Präsidenten zu vermeiden. 10,000 Mann sollen sofort aufgeboten und baldmöglichst nach den Philippinen befördert werden. Ob es leicht sein wird, diese Befehle auszuführen, steht um so mehr dahin, als der am 27. Juni eingetroffene und ofsizieü veröffentlichte Bericht des Generals Otis bereits die letzthin nach Manila gesandten Truppen als „nicht brauchbar im Felde, weil von nicht hinreichend geeigneten Offizieren befehligt", erklärt. Wenn die Verstärkungen dieses Monats, die noch unter regulären Offizieren eingeschifft wurden, bereits den Anforderungen der dortigen Kriegsführung nicht genügen, so fragt es sich, woher Offiziere für jene 65,000 Mann überhaupt genommen werden sollen; es muß dabei nicht außer Acht gelassen werden, daß ein unverhältnismäßig großer Prozentsatz der gegenwärtig in Kuba und auf den Philippinen befindlichen Offiziere im Lazarett liegt oder auf Rekonvaleszentenurlaub sich befindet. Besonders die höheren Offiziere haben sich als am wenigsten widerstandsfähig gegen die Strapaze" und das Klima gezeigt. Der Bericht des Generals Otis hat nicht nur in der Presse und der öffentlichen Meinimg, sondern auch in Regierungskreisen einen höchst peinlichen Eindruck hervorgerufen, und zwar, weil derselbe auch mes- mal im vollsten Widerspruch gegen die zweifellosesten That- fachen sich befindet. OtiS erklärt den Feind ür entmutig , seine Truppenkörper aufgelöst und in die Walder geflüchtet, I und das angesichts der Thatsache, daß er selbst zugwt, „seine Truppen hätten sich auf Manila zurückgezogen und behaupteten dort ihre Stellungen trotz der fortgesetzten Am griffe der Filipinos". Was die Auflösung der Tagcücn- Truppen betrifft, so illustriert dieselbe am besten der Bericht Mc Arthurs, der ausdrücklich erklärt, seiner Division steh I Aguinaldo an der Spitze eines 7000 Mann starken Korps
Ausland.
Lim, 2. Juli. Ein furchtbarer Wolkenbruch richtete im Eusthale große Verheerungen an. Sämtliche Gebirgsbäche sind aus den Ufern getreten. Das Avße Sensenwerk in Laussa gleicht einer Ruine. Mehrere Bauerngehofte und einige kleinere Werke sind arg bedroht. Mehrere Per- sonen sind ertrunken.
Paris, 2. Juli. Das Nationalfest am 14 ds. wird wie alljährlich gefeiert. Der Truppenschau wird der Prasident^Loubet beiwoh 1$^ Regiernngs-Kommissar beim Dreyfns'-Prozeß, Oberst CarriSrc, wird, wie verlautet, 37 Belastungszeugen vorladen. ,
Rennes? 1 Juli. Madame Dreyfus hat drei b-. deutenden Aerzten den Auftrag erteilt den Gesnndheits- zustand ihres Gatten eingehend zu prüfen.
Bekanntmachung,
betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Garbenteich.
In der Reit vom 4. Juli d. I. bis einschließlich 17. Julid. I. liegen auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Garbenteich die Arbeiten des 1. Abschnittes rubr. Feldbereinigung, nämlich:
1. der allgemeine Meliorationsplan,
2, Erläuterungsbericht und Prüfungsprotokoll zu dem-
Bekanntmachung. ,
Die bezüglich eines Gehöfts in Lehrbach, Kreis Alsfeld, seither noch bestandene Sperre ist aufgehoben worden.
Gießen, den 29. Juni 1899.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtolds
Kichmer Anzeiger
NMLLLLEW Amercck -^tHeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren
Antwerpen, 2. Juli. Hier fand gestern abend eine ähnliche Kundgebung statt wie in Bruffel. Etwa 200 Sozialist-n und Christlich-Soziale durchzogen die Straßen । der Stadt unter den Rufen: Es lebe die Republik. Die ; I Kundgeber machten vor den klerikalen Zeitungslokalen und vor der Wohnung des Gouverneurs Halt und stießen feindliche Rufe aus. In Lüttich wird im Laufe des heutigen Tages eine große Kundgebung veranstaltet.
Madrid, 2. Juli. In Badalona stürmte eine erregte Volksmenge das Rathaus, in das eine mißliebige neue Stadtverwaltung eingezogen war. Einzelne Kundgeber schossen auf die Garde, die mit einer Salve antwortete. Auf beiden Seiten gab es viele Tote und Verwundete. Der offizielle Bericht verzeichnet vier Tote und sieben Schwerverletzte. Truppen-Abteilungen trieben die Menge aus-
Gießen, den 27. Juni 1899.
Betr.: Herbeiführung einer einheitlichen Buch- und Rechnungs- I ] führimg und Beseitigung bestehender Mißverständniffe I , bei den örtlichen Jnvaliditäts- und Altersversicherungs- I stellen.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a« die Großh. Bürgermeiftereie« und Kranken kasseuvorstäude des KreiseS.
Behufs Herbeiführung einer einheitlichen Buch- und I Rechnungsführung bei den örtlichen Jnvaliditäts- und Altersversicherungsstellen und Beseitigung von m dieser Beziehung bestehenden Mißverständnissen hat sich der Vorstands- I Vorsitzende der Versicherungsanstalt, Herr Regierungsrat I Dr. Dietz von Darmstadt, auf unsere Einladung m dankenswerter Weise bereit erklärt, Vorträge zu halten, und werden I diese stattfinden:
1. in Hungen:
den 5. Juli 18 99, vormittags 9^ Uhr, im Gasthause „Zum Solmser Hof" für die Gemeinden des Kreises der Amtsgerichtsbezirke Hungen, Lich und Nidda.
2. in Grünberg:
den 6. Juli 1 899, vormittags 9»/4 Uhr, in der Wirtschaft „Zum wilden Mann" von Ferdin. Jmmhäuser für die Gemeinden des Kreises der Amtsgerichtsbezirke Grünberg, Laubach und Homberg. I
3. in Gießen:
den 10. Juli 18 99, vormittags 10 Uhr, in der Wirtschaft „Lonys Bierkeller" von Ehr. Kruse (Schanzenstraße ^8)
für die Gemeinden des Kreises der Amtsgerichtsbezirke Gießen Sie^wollen dies den Rechnern der örtlichen Jnvaliditäts- und Altersversicherungsstellen und denjenigen Rechnern von Krankenkassen, mit welchen die Geschäfte der Jnvaliditäts- und Altersversicherung verbunden sind, alsbald bekannt geben und sie anweisen, pünktlich zu dem Vortrag an dem für Ihre Gemeinde bestimmten Orte zu erscheinen.
Auch Sie selbst wollen sich hierzu eiusiudeu.
v. Bechtold.
Nach dem Vortrage soll jedesmal in dem betr. Gasthause ein gemeinschaftliches, einfaches Mittagessen stattfinden.
Gießen, den 1. Juli 1899.
Betreffend: Die Herrichtung der Schullokalitäten während der Ernteferien.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.
Wir machen Sie darauf aufmerksam, daß wir die pünktliche Erfüllung der Vorschriften in rubr. Betreff von Ihnen erwarten. Der Anstrich der Wände in den Schul- zimmern muß mindestens alle 2 Jahre erneuert werden. (Ausschreiben Gr. M. d. I. und d. I. A. f. Sch. A. vom 29. Juli 1876.
Zum Anstrich der Wände muß Leimfarbe verwendet werden, die nach dem Trocknen nicht abfällt oder stäubt.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
Gießen, den 1. Juli 1899.
Betr.: Zurückstellung unabkömmlicher Beamten, hier von Lehrern und Schulverwaltern im Falle einer Mobil-


