Ausgabe 
4.2.1899 Erstes Blatt
 
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mit dem Ariegsministerium in Unterhandlung zu treten, und diese Unterhandlungen noch nicht zum Abschluß gelangt seien. Die Stadtverordnetenversammlung ging stillschweigend über den Kafteler Gemeinderat zur Tagesordnung über.

Mainz, 2. Febr. Wie derMainz. Anz." vernimmt, findet Montag den 6. Februar d. I., nachmittags 3 Uhr, im großen Saale des Hotels zumDarmstädter Hos" in D a r m st a d t eine Versammlung der Weininteressenten (Weinproduzenten, Weinhändler, Weinverkäufer und Wirte) statt, in welcher zu dem, zur Zeit dem hessischen Landtage vorliegenden neuen Weinsteuergesetz-Entwurf Stellung ge­nommen werden soll. Es ist die Einführung einer Wein­steuer in Hessen von so großer Tragweite, sowohl für die Weinproduzenten, als den gesamten Hessischen Weinhandel und Weinbetrieb, daß ein sehr zahlreicher Besuch dieser Ver­sammlung zu erwarten ift

Aus der Zeit für die Zeit.

Vor 28 Jahren, am 4. Februar 1871, starb zu Branitz bei Kottbus der geistreiche HermannFürstvonPückler- Muskau, der sich nicht allein als Schöpfer des viel be­wunderten Parkes in Muskau i. L., sondern auch als Schrift­steller einen Namen machte. Als angeblichVerstorbener" verfaßte er eine große Anzahl interessanter und pikanter, wenngleich flüchtiger und mitunter leichtfertiger Schriften, besonders Reiseberichte und vermischte Aufsätze. Zuletzt widmete er seine Feder dem Preise des ägyptischen Beherrschers Mehemed Ali. Der Fürst wurde am 30. Oktober 1785 zu Muskau geboren. >

können wir uns hier in Gießen eine solche Folge von I Abenden nicht gönnen, aber den einen, mit seinem wahrhaft I vornehmen Programm, den wollen wir am nächsten Sonntag I voll und ganz genießen.

» Stadttheater. Herr Diehfch ermächtigt uns, dem Publikum folgende Erklärung über den Ausfall der Benefiz- »orstellung am Mittwoch zu geben:

Ich widersetzte mich dem dienstthuenden Regisseur auf Grund einer Meinungsverschiedenheit, infolgedeffeu die I Probe aufgehoben und durch die Konsequenzen dieses Vor- I falles späterhin auch die Vorstellung abgesagt werden mußte. | Don einem Bruch zwischen der Direktion und mir ist natur- I lich nicht die Rede.

Gießen, den 3. Februar 1899.

H. Dietz sch."

** Vortrag. Gestern abend fand der von der Orts­gruppe Gießen des d e u t s ch - n a t i o n a l e n H a n d l u n g s- gehilfen-Verbandes veranstaltete Vortrag unter leid­licher Beteiligung statt. Gegen 10 Uhr eröffnete der Vorsitzende die Versammlung mit einem Hoch auf Se. Majestät den deutschen Kaiser und Se. Königl. Hoheit den Großherzog von Hessen und erteilte sodann dem Redner, Herrn W. Schack aus Hamburg, das Wort. Derselbe I wußte an der Hand der kaiserlichen Botschaften die Lage der deutschen Handlungsgehilfen in beredter Welse zu schildern, und fanden seine Ausführungen ungeteilten Beifall. Da die anwesenden Herren dem Redner im großen ganzen beistimmten, war die Diskussion nicht allzu lebhaft, und wurden nur einige unbedeutende Angelegenheiten erörtert. I Ein gemütliches Beisammensein vereinigte die Anwesenden bis gegen 1 Uhr morgens. Die Ortsgruppe Gießen des D.-H.-V. gewann durch diesen Vortrag wiederum einige | Mitglieder. I

** Oberhesfischer Geschichtsverein. Die gestrige Ver­sammlung war überaus zahlreich besucht. Einen Bericht über Herrn D-. Kornemanns hochinteressanten Vortrag überdas römische Germanien" bringen wir demnächst.

** Vom Sprachvereine. Schon Leibnitz erkannte, daß wir im älteren Deutsch für manches fremde Wort ein treff- | liches heimisches besäßen, und wir könnten somit neuer Wortbildungen oft entraten, wenn wir solche im Laufe der Zeit verloren gegangene Ausdrücke wieder aufnehmen wollten. Wirklich gebrauchen wir gegenwärtig eine große Anzahl Wörter, die Jahrhunderte hindurch verschmäht oder ver­gessen waren, z. B. bieder, Eiland, Fehde, findig, vergeuden, Gau, hehr, Heil, Heim, heischen, Hort, Hüne, Imbiß, kosen. Maid, Minne, minnig, Recke, Satzung, Schemen, Schranke, Ungetüm, wähnen, weidlich u. v. a. Dieft kräftigen und schönen Wörter mußten sich lange Zeit gefallen lassen,ver­altet" gescholten zu werden. Wer möchte sie heute wieder missen? Mit Vorliebe bedient man sich ihrer zumal in gewählter Sprache. Aber noch ist der versunkene Sprach­schatz nur zum kleinsten Teile gehoben. Weiteres Gut herauszuschürfen, das sollte sich jeder kundige Schriftsteller unb besonders Dichter befleißen.

**r. Die hiesige Fleischer-Innung bezog am letzten Mon­tag den zweiten Transport Schweine, 70 Stück, aus Oldenburg. Die Ware kann als beste Qualität be­zeichnet werden und entspricht im Gewicht, und weil voll­fleischig und feingliederig mit weniger Speck- und Fett- ansatz mehr den Anforderungen des Metzgergewerbes und des Publikums, als die aus hiesiger Gegend bezogenen Tiere. Die Fleischmasse ist von derber, fester Beschaffen- 1 beit, und eignet sich zur Anfertigung von Dauerware, wie I auch anderer Wurstsorten vorzüglich. Ausländische Kun.t- I futtermittel, welche nur nachteilig auf die Schweinemast einwirken, scheinen in dortiger Gegend nicht verfuttert I zu werden. _ ... . I

f Der Verwaltungsbericht der Großh. Bürgermeisterei I Gießen für das Rechnungsjahr 1897/98 ist erschienen. Derselbe enthält die Uebersicht der Einnahmen und Aus­gaben der Stadt Gießen, die Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben des städtischen Gaswerks nebst Verwaltungsbericht, des städtischen Wasserwerks, des städtischen Armenamts, des Stadterweiterungsfonds und einen allgemeinen Bericht über die städtische Verwaltung. Was zunächst die summarische Uebersicht betrifft, so erscheinen als hauptsächlichste Posten: Vermietete Gebäude Einn. 16706.45 Mk.,Ausg. 3031.04 Mk.; | Grundstücke Einn. 27638.08 Mk., Ausg. 9998.52 Mk.; Waldungen Einn. 93407.44 Mk., Ausg. 26900.16 Mk.; Gaswerk Einn. 98914.46 Mk., Ausg.; Wasserwerk Einn. 68804.95 Mk., Ausg.; Schlachthaus Einn. 31056.01 Mk., Ausg. 14508 71 Mk.; Jagden ®mn. 4190 Mk., Ausg. 161.31 Mk.; Märkte Einn. 2679 75 Mk.^ Ausg. 1702.65 Mk., Wagenanstalten Einn. 4433.15 Mk., Ausg. 2314.53 Mk.; Kirchen Einn. 66847.80 Mk., Ausg. I 68919.27 Mk.; Friedhöfe Einn. 2252.62 Mk., Ausg. 4846 19 Mk.; Volks- und Fortbildungsschule Einn. 1059 08 Mk., Ausg. 92630.60 Mk.; höhere und erweiterte Mädchenschule Einn. 31766.29 Mk., Ausg. 63509.18 Mk.; Realgymnasium und Realschule Einn. 340 Mk., Ausg. 34562.15 Mk.; Handwerkerschule und Lokalgewerbe­verein (Sinn. 50 Mk., Ausg. 1735.58 Mk.; Vorschule des Gymnasiums Einn. 5150 Mk., Ausg. 5944.36 Mk.; Gemeinnützige Zwecke außerhalb der städtischen Verwaltung Einn. 79.20 Mk., Ausg. 6731.60 Mk.; Straßenunterhaltung Einn. 2246.35 Mk., Ausg. 26 117.34 Mk.; Straßenreini- gung und Kehrichtabfuhr Einn. 286.45 Ausg. 37 851.67 Mk.; Straßenbeleuchtung Einn., Ausg. 27 094.55 Mk.; Oeffent- liche Anlagen (Sinn. 180 Mk., Ausg. 8614.07 Mk.; Brunnen Einn.,'Ausg. 4776.65 Mk.; Kanäle Einn. 31.36 Mk., Ausg. 7790.11 Mk.; Filialarbeitshaus Einn. 2454.09 Mk., Ausg. 2454.09Mk.; Feuerlöschanstalten Einn. 180Mk., Ausg. 4126.36 Mk.; Armenpflege Einn., Ausg. 45374.10 Mk.; Versicherung der Arbeiter Einn.3113.70 Mk., Ausg.5601 Mk.; Stiftungen Einn. 6936.67 Mk., Ausg. 6212.17 Mk.; Zweck des Kreises und der Provinz Einn., Ausg. 74 873.90 Mk.; Militärzwecke Einn. 2377.49 Mk., Ausg. 4718.72 Mk.:

Polizei (Sinn. 7225.39 Mk., Ausg. 48 048.46 Mk.; öffent- I liebe Sicherheit (Sinn. 170.60 Mk., Ausg. 2217.30 Mk.; allge- I meine Verwaltung (Sinn. 9109.62 Mk., Ausg. 86 805.04 Mk.; I Pensionen Einn. 10 Mk., Ausg 4918.28 Mk.; Schulden- I tilqunq (Sinn. 15 644.24 Mk., Ausg. 52 000 Mk.; Kapitalzinsen Einn. 24 472.08 Mk., Ausg. 233 631.38 Mk.; Oktroi (Sinn. 140528.87 Mk., Ausg. 38010.92 Mk.; Hunde­steuer Einn. 3990 Mk., Ausg. 228.22 Mk.; Fleischbeschau Einn. 7078.20 Mk., Ausg. 8784 65 Mk.; Gemeindesteuern I (Sinn. 458 931.41 Mk., Äusg. 15 450.01 Mk.; Rente der Oberhessischen Eisenbahngelände- Entschädigung (Sinn., Ausg. 5761.74 Mk. Die Summe der Betriebsrechnung beläuft sich in Einnahmen aus 1 234 723.69 Mk., in Aus­gaben auf 1 096 312:28 Mk. Die Vermögensrechnung, welche an Einnahmen insgesamt 1 425 348.40 Mk., an Aus- I gaben 1069 656.13 Mk. aufweist, enthält an wesentlichen Posten: Stiftungs-Kapitalien (Sinn. 14 909.50 Mk., Ausg. 14 199.50 Mk.; An- und Verkauf von Grundstücken Einn. I 12 048.98 Mk., Ausg. 128 976.15 Mk.; Erbauung gemein» I heitlicher Gebäude (Sinn., Ausg. 79030.62 Mk.; Erbauung I von Straßen Einn. 20418.99 Mk., Ausg. 123087.37 Mk.; Kanalbauten Einn. 594.39 Mk., Ausg. 6909.53 Mk.; Er- I bauung des Gaswerks Einn., Ausg. 25 336.57 Mk.;

Erbauung des Wasserwerks (Sinn., Ausg. 28914.26 Mk.; I Außerordentliche Kosten des Friedhofs Einn., Ausg. I 1516.99 Mk.; Kapital-Aufnahme und Rückzahlungen Einnahm. 1032 549.50 Mk., Ausgab. 659 122.45 Mk. Die Hauptsumme der Einnahmen beträgt demnach 2 660 072.09 Mk., die Ausgaben 2 165 968.41 Mk., sodaß ein Ueberschuß verbleibt von 494 103.68 Mk. Derselbe I besteht in baarem Vorrat von 465 398.84 Mk., in Vorlagen I im Betrage von 26 608.60 Mk., in liquidierten Ausständen im Betrage von 2 096.24 Mk.

** Jagdschutz. Mit dem 1. Februar hat im Groß­herzogtum Hessen die allgemeine Hegezeit in Wald und Feld begonnen. Dieselbe dauert bis zum 31. August.

* Die in Rußland von den Reisenden zu beobachtenden Bestimmungen. Die deutschen Konsulate in Ruß­land werden häufig von Reichsangehörigen, die gegen die russischen Paßvorschriften verstoßen haben und deshalb beim I Verlassen Rußlands von den russischen Grenzbeamten an- gehalten worden sind, um Beistand ersucht. Die nachträg­liche, meistens mit der Entrichtung von Geldstrafen ver­bundene Erfüllung der einschlägigen russischen Vorschriften erfordert viele mündliche und schriftliche Verhandlungen mit den russischen Behörden, und bringt für die Beteiligten oft einen recht empfindlichen Zeitverlust mit sich. Die Groß- herzogliche Handelskammer zu Mainz teilt mit, daß, um die Zahl dieser oft schwierig zu erledigenden und für die Betroffenen störenden Fälle möglichst zu vermeiden, von dem Großherzoglichen Ministerium des Innern angeordnet worden ist, daß für die Folge von allen Paßaussertigungsstellen jedem Reichsangehörigen, dem ein Paß zur Reise nach Ruß­land ausgehändigt wird, ein Abdruck einer Zusammenstellung der wichtigsten russischen Bestimmungen übergeben oder dem Paß eingeklebt wird. Indem bemerkt wird, daß die tn Betracht kommenden Vorschriften nur für Paßinhaber christ­licher Religion gelten, verfehlen wir nicht, Interessenten aus I das vorstehende aufmerksam zu machen.

-e. Reu-Ulrichstein, 31. Januar. Monatsbericht der Arbeiter-Kolonie Neu-Ulrichstein für den Monat Januar 1899. Am 31. Januar 1899 befanden sich in der Kolonie 64 Mann. Dieselben verteilen sich: 1. Nach der Geburt: Großherzogtum Hessen 9, Regie­rungsbezirk Wiesbaden 11, Regierungsbezirk Kassel 5, Pro­vinz Sachsen 2, Westfalens Rheinlande 7, Brandenburg s, Posen 1, Ostpreußen 2, Hannover 2, Schlesien 2, Schleswig- I Holstein 1, Thüringische Staaten 1, Neichslande 2, König­reich Bayern 4, Königreich Sachsen 4, Königreich Württem­berg 1, Großherzogtum Baden 1, Mecklenburg 1. 2. Nach dem Gewerbe: Arbeiter 27, Bäcker 2, Barbier 1, Dreher 1, Former 1, Gärtner 1, Hutmacher 1, Kappenmacher 1, Kauf­leute 6, Kellner 2, Klempner 1, Maschinenzeichner 1, Maurer 4, Photograph 1, Schlosser 3, Schreiner 2, Schneider 1, I Schuster 3, Schweizer 1, Tuchmacher 1, Tüncher 1, Pfla­sterer 1, Zimmermann 1. Gearbeitet wurde an 1613 Tagen. Verpflegt wurde an 1910 Tagen. Die Kolonie zählte im Januar 237 Sonn- und Feiertage, 50 Krankentage, 3 Be­urlaubtentage, arretiert (wegen Kontrolentziehung) 7 Tage. Im Monat Januar 1899 wurden entlassen 15 Mann, und zwar erhielten Stellung durch eigenes Bemühen 4, zur I Familie zurück 3, auf eigenen Wunsch 6, wegen Arbeits­scheu 2. Seit Bestehen der Kolonie sind ausgenommen worden im ganzen 3543, dagegen abgegangen im ganzen 3479, ! bleibt Bestand am 31. Januar 1899: 64.

Darmstadt, 2. Februar. Seine Königliche Hoheit der I Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung I vom 28. Januar den Verzicht des Wirklichen Geheimerats I Dr. Joseph Görz in Mainz auf die Rechte eines lebens­länglichen Mitgliedes der Ersten Kammer der Stände Aller- I gnädigst anzunehmen geruht.

Mainz, 2. Februar. Die hiesige Stadtverordneten- I Versammlung faßte gestern auf Antrag des Geh. Kommer- I zienratMichel den einstimmigen Beschluß, bei dem I Ministerium in Darmstadt um Zurückziehung des Weinsteuer- I gesetz-Eutwurfs vorstellig zu werden. Begründet wurde der I diesbezügliche Antrag von dem Antragsteller hauptsächlich I mit dem Hinweis, daß diese projektierte Steuer eine neue, I schwere, ungerechte Belastung Rheinhessens darstelle. In I der gleichen Stadtverordnetensitzung brachte auch der Ober- I bürgermeister den gegen die Eingemeindung mit Mainz lautenden Beschluß des Kasteler Gemeinderats zur Sprache, I welches Vorgehen von Kastel der Oberbürgermeister als ein« I fettig und inkorrekt bezeichnete, indem die Gemeindever­tretung von Mainz und Kastel seinerzeit den Beschluß ge- I faßt, gemeinsam wegen dem in Kastel freiwerdenden Gelände

Vermischtes.

* Frankfurt a. M., 2. Februar. Im Schalterraum der hiesigen Reichsbank wurden am Samstag zwei Ausländer verhaftet, weil sie Anlaß zu der Vermutung gaben, daß sie einen Bankraub beabsichtigten. Sie waren schon am Freitag auf der Reichsbank beobachtet worden, wo sie sich längere Zeit anscheinend zwecklos herumtrieben. Als sie am folgenden Tage wieder erschienen, fiel es den Bankbeamte» auf, daß der eine am Ausgang Stellung nahm, der andere aber am Schalter sich an die ihrer Abfertigung harrenden Kassenboten herandrängte. Man benachrichtigte deshalb durch den Fernsprecher die Polizei und fragte den Fremdling, was er wünsche. Er zog eine englische Banknote aus der Tasche und wollte sie gewechselt haben, wurde aber mit seinem Begleiter von der inzwischen erschienenen Polizei ab- geführt. Der eine nennt sich John Wilson aus London, sein etwa 20 Jahre älterer Begleiter will 1844 in New- Jork geboren sein und Josef Reed heißen. Der eine war im Hotel National, der andere im Russischen Hof abgestiegen; Need trug einen Dolch und einen geladenen Revolver bei sich. Mit Geldmitteln waren beide reichlich versehen; auf der Reichsbank wollen sie sich deshalb getroffen haben, um einen gemeinschaftlichen Bekannten namens Anderson yt er-. warten. Sie kamen über Köln hierher und wollen die Reise von Paris gemeinschaftlich gemacht haben. Das Mißtrauen, welches man den Beteuerungen ihrer Unschuld entgegensetzt, ist begreiflich; denn gerade die Frankfurter Reichsbankstelle ist schon wiederholt von englischen und amerikanischen Lang­fingern zum Schauplatz verwegener Diebstähle gemacht wor­den. Am 1. Juli 1892 hatten zwei internationale Gauner, die von Wien kamen und nach Paris weiter reifen wollten, einem Lehrling auf der Reichsbank 227 000 Mark ab# genommen. Der Streich mißglückte, denn der Dieb wurde nach heißer Jagd und verzweifelter Gegenwehr ergriffen und zu 12, sein Genosse zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilt. Am Samstag vor Ostern 1895 vermißte ein Ausläufer 20 000 Mark in Scheinen, die ein feiner Herr ihm ab­genommen hatte. Dieser Dieb, Henry Bestou, wurde zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt. Endlich wurde am 8. August 1898 auf der hiesigen Hauptpost einem Kassenboten ein Wertbrief mit 5000 Mark Inhalt gestohlen. Hier blieb der Thäter unentdeckt, aber einige Beamte der Reichsbank glauben sich zu erinnern, daß um die damalige Zeit zwei Leute am Schalter der Reichsbank erschienen, die den jetzt verhafteten Fremdlingen auffallend ähnlich sahen.

* Saarlouis, 1. Februar. Die Witwe des Geheimrats v. B o ch zu Mettlach hat 100,000 Mk. für die Arbeiter , der Firma Villeroy u. Boch geftiftet.

* Der siebente internationale Geographen Kongreß wirb in Berlin stattfinden, und die dortige Gesellschaft für Erdkunde labet alle Fachgenossen und Freunde der geograpfr ischen Wissenschaft zur Versammlung, die vorn 28. September bis 4. Oktober tagen wird, ein. Die deutsche Reichs regierung hat auf Antrag der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin den Betrag von 50,000 Mk. als Beitrag zu den I Kosten des Kongresses in den Etat eingestellt, der dem I Reichstag bereits vorgelegt ist. Der internationale Gern I graphen-Kongreß ist die angesehenste Vereinigung der Förderer und Freunde der geographischen Wissenschaft, uni es steht zu erwarten, daß seine erste Tagung in der Haupt I ftabt des deutschen Reiches den früheren glanzvollen Der I Sammlungen zu Venedig, Bern und London in nichts nach I stehen wird.

* Der Kampf ums tägliche Brot läßt täglich neu' I Berufs arten entstehen; so ernst der Anlaß ist, der m* I sonders in Großstädten die Waffen in die Hand drückt, I drollig sind manchmal diese selbst.Daily Mail" plaudern I kürzlich über solche neue Berufsarten, in denen besonder I die Frauen erfinderisch sind. Eine eigenartige Erscheint I und sehr bezeichnend für Londoner GesellschaftsverhältMi" I ist z. B.the dinner-taster, auf Deutsch dieSpeisi^ Kosterin". Diedinner-taster besucht in London die Häust I und Prüft die dort zu bereitenden Speisen auf ihren Woh I geschmack, giebt Anleitung zu neuen Gerichten und Ha" I griffen. Diesergeschmackvolle" Beruf soll seine Frau ie*r I gut ernähren. Eine Anzahl Frauen hat neuerdings in

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