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Wien, 1. Dezember. Der „Pol. Sorresp." wird von einem unterrichteten Londoner Gewährsmann mitgeteilt, daß in dortigen Regierungskreisen ein nachhaltige Befriedigung über den Verlauf des Besuchs des deutschen Kaisers herrsche, und daß trotz des privaten Charakters des Besuchs der politische Ertrag ein äußerst schätzenswerter sei. (!) Die diplomatischen mit dem Kaiser in Berührung gekommenen Persönlichkeiten erblicken in der Stimmung des Kaisers einen Reflex der politischen Befriedigung.
Wien, 1. Dezember. Die Ansprache, welche der Kaiser heute beim Empfange der Deligationen an den Delegationspräsidenten richtete, wird allseitig mit großer Befriedigung ausgenommen. Das „Neue Wiener Abendblatt" sagt, die Rede des Kaisers sei eine der markandesten Friedenskundgebungen, und es sei im höchsten Grade erfreulich, wenn auf diese Art und Weise die ausgezeichneten Beziehungen zu allen Mächten konstatiert werden. Die „Neue Freie Presse" hebt den Passus über den ungetrübten Bestand des Dreibundes, sowie die loyalen, freundlichen Beziehungen zu Rußland hervor. Derselbe habe die Bedeutung eines kategorischen Dementis aller fortwährend auftauchenden Meldungen, nach welchen infolge der Vorgänge in Serbien die Beziehungen Oesterreichs zu Rußland eine Trübung er- fahren hätteu.
Paris, 1. Dezember. Ein D e g e n d u e l l fand gestern zwischen dem Redakteur des „Figaro" Huret und dem Redakteur Viond von der „Libre Parole" statt. Letzterer wurde an der Hand verwundet, weshalb der Kampf eingestellt werden mußte.
Montag den 4. D, abends 8>/, Monats «Bers bei Wchöfer, S __Das
, 30- November. In dem Prozeß gegen die herzlose, grau
same Stiefmutter Marie Kutscher« und ihren Mann in Wien— worüber mit wiederholt berichtet haben — ist nunmehr baß Urteil gesprochen. Das entmenschte Weib ist zum Tode verurteilt, ihr Mann aber ist freigesprochen worden. Es wird darüber ausführlich berichtet: Marie Kutschera, die grausame Mutter, welche ihr Stiefkind durch systematische Mißhandlungen tötete, wurde nachts um */J2 Uhr jutn Tode verurteilt. Eine Ueberraschung bot das Zurückziehen der Anklage gegen den Vater der grausam behandelten Kinder; doch hat er dies nur einem Fehler in der Anklage zu verdanken, die auf Mithilfe ®e,m Mord lautete und sich nicht auf die Kindermißhandlungen bezog, an denen er zweifellos mitschuldig ist. Es wurde durch Beweisverfahren ermittelt, daß der Tod der Anna durch die von bet Frau zugefügten Mißhandlungen indirekt herbeigesührt wurde, daß aber die Scheußlichkeiten, welche in der Nacht vor de» Tode verübt wurden, das EwflSßen drS Branntweins, das zweimalige Eintauchen in eiskaltes Wasser, die Schläge mit der Knute und das Zuhalten deS Mund-S direkt den Tod verursachten. An diesen gräßlichen Mißhandlungen ist der Vater unschuldig, weil er octrdfl mar. Frau Kutschera war bet seiner Freisprechung gern apathisch und gletchgilttg. Für sie hielt der Staatsanwalt die Anklage auf Mord aufrecht. Den Geschworenen wurden Schuldfragen auf Mord oder Totschlag oorgelegt. Sie hatten sich eingehend bet Öen Sachverständigen über die wahre Todesursache erkundigt und ob eine Frau aus dem Volke wissen muhte, daß ein kaltes Bad töiltch wirken kann. Nachdem die letzlere Frage entschieden bejaht worden und die Todesursache als Neroenchoc infolge grausamer Mißhandlungen angegeben war, zogen fie sich zurück. Nach dretoiertelstündiger Beratung sprachen acht gegen vier Stimmen daS Schuldig. Die Kutschera nahm die Verkündigung deS Todesurteils ruhig entgegen.
Neueste Meldungen.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 2. Dezember. Wie aus Abbazia telegrafiert wird, ist die Wittwe Hermann v. Helmholtz, Anna von Helmholtz, die zum Leichenbegängnis ihres kürzlich verstorbenen Schwagers, des ehemaligen Landes-Präsidenten Frhrn. v. Schmidt-Zabierowo in Volesca von Berlin eingetroffen war, dort plötzlich verstorben.
Berlin, 2. Dezember. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus London: Ein wohl informierter Mann erklärte in einer Besprechung, daß alle Punkte der Verständigung zwischen Deutschland und England durch Noten* Austausch fixiert seien.
Berlin, 2. Dezember. Die Budget-Kommission des Reichstages sollte heute zusammentreten, um den vor der Vertagung in der Kommission liegen gebliebenen Entwurf einer Reichs-Schulden-Ordnung zu beraten. Der Vorsitzende von Kardorff hat jedoch diese Sitzung aufgehoben. Die Budget-Kommission wird voläufig nicht tagen.
Berlin, 2. Dezember. Die Abgeordneten Freiherr Heyl zu Herrnsheim, Dr. Hitze und Jakobskötter haben im Reichstage mit Unterstützung von Mitgliedern der Rechten, des Centrums und der Nationalliberalen einen Antrag um Abänderung des Kranken-Versicherungs-- gesetzes eingebracht.
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Wrales und MomnsieUes.
Gießen, 2. Dezember 1899.
** Tranövaalabeud im Stadttheater. Wir wollen nicht verfehlen, nochmals besonders darauf hinzuweisen, daß der Abend am Montag, 4. Dezember 1899 um 8*/2 Uhr beginnt. — Herr Bergingenieur Dieseldorff bittet uns, mitzuteilen, daß er von Dr. Layds sein Porträt, sowie ein Bild von Toubert übersandt erhalten habe, die auch zur Projektion gelangen werden. — Was im Uebrigen den Abend betrifft, so wird, wie aus dem Inseratenteil ersichlich ist, außer dem Hauptvortrag und ! der Vorführung von Lichtbildern von Transvaal und Samoa, von Fräulein Margarete Haussig ein Prolog gesprochen werden, dervonDirektor Dr. Otto in Offenbach a.M. mit besonderer Berücksichtigung des hiesigen Abends verfaßt ist. Alsdann wird in einer kurzen Ansprache seitens eines der Veranstalter des Abends das Verhältnis der Deutschen zu dem jetzt entbrannten Kriege dargelegt werden, da ja der Dieseldorff'sche Vortrag mehr sachlicher Natur ist. Herr Dieseldorff wird in Marburg am Sonntag auf Anlaß der dortigen Studenschaft nochmals reden. Es nehmen an dem dortigen Abend außer 8.8., A. D. C. noch 15 Studentenverbindungen offiziell teil. Dieser Hinweis wird genügen, um auch hier eine rege Beteiligung der Studentenschaft zu veranlassen. Zum Schluffe bitten wir die Besucher des Abends, die Garderobe nicht mit ins Theater zu bringen; besonders wollen die Damen die Hüte abnehmen.' — Nach dem Vortrag findet eine zwanglose Vereinigung der Besucher im (Safe Ebel statt, wozu alle, besonders auch die Damen herzlich willkommen sind.
*• Stadttheater. Auf besonderen Wunsch auswärtiger Theaterfreunde findet morgen Sonntag nachmittags 4 Uhr eine Wiederholung der Fortsetzung von „Im weißen Rößl, des Lustspiels: „Als ich wiederkam" statt.— Abends 8 Uhr kommt das im vorigen Jahre mit großem Beifall angenommene Lustspiel: „Hofgunst" zur Aufführung.
** Polizeibericht. Vorgestern abend wurde ein Arbeiter, welcher bereits Tags vorher wegen Trunkenheit, Ruhestörung 1 und Beleidigung des Publikums verhaftet und wieder ent« i lassen worden war, wiederholt verhaftet, weil er sich dieser Uebertretung wiederum schuldig machte. Bei der Ver. Haftung widersetzte er sich derart, daß er nur mit Mühe in das Haftlokal verbracht werden konnte, da er sich auf die Erde legte und nach den Schutzleuten trat und schlug. Anzeige wegen Widerstand, thätlicher Beleidigung rc. wurde gegen denselben erhoben. — Gestern nachmittag verfiel ein dahier auf Besuch weilendes älteres Fräulein auf dem Marktplatz in Krämpfe und mußte per Chaise in ihre Wohnung verbracht werden.
Arbeiterbewegung.
JSgerndorf (Oesterr. Schlesien), 1. Dezember. Die Arbeiter zwerer hiesiger Tuchfabriken stellten am 29. November bic Arbeit ein. Sämtliche Tuchfabrikanten einigten sich über ein solibarisches Vorgehen unb teilten ben Arbeitern mit, baß, falls bie Ausständigen bie Arbeit nicht vollzählig aufnehmen, am Montag in allen Tuchfabriken bie Aussperrung beginnt. Die Arbeiter verhalten sich ruhig.
Steyr, I. Dezember. 1000 Arbeiter veranstalteten gestern eme Demonstration zur Erwirkung einer für bie Arbeiterschaft günstigeren Wah lreform für bie Gemeindevertretung. Die Aufforderung des Stadtsekretärs, auseinanderzugehen, wurde mit Lärmen und Steinwürfen beantwortet. Die Polizei zerstreute die Demonstranten mit der blanken Waffe. Das requirierte Militär brauchte nicht einzuschreiten. Ein Wachmann wurde leicht verletzt, eine Verhaftung vorgenommen.
Merichtssaal.
no. Darmstadt, 1. Dezember. Heute wurde in der Straf- kammer ll gegen die vier jungen Leute verhandelt, welche in der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober dss. IS. den Frühzug der Dampfstratzenbahn dadurch zur Entgleisung ? sii einen sogenannten Bahnmetfterwagen, der ab
seits im Fckde stand, auf die Schienen hoben und dann quer über denselben stehen ließen. Es sind dies der 2 «jährige Mechaniker Brohm, Mechaniker Karl Hoffmann, Fliedr. Eisenhauer und Gustav. Rupp, beide Kaufleute. Nach den Aussagen derselben kehrten sie in angetrunkenem Zustande von einer Vergnügungstour aus Griesheim zurück und wollten mit ihrer That nur einen schlechten Sch rz gemacht haben. Der um 5 Uhr fällige Zug der Dampfstraßenbahn stt.ß denn auch mit dem Hindernis zuwmmen, weil starker Nebel herrschte. Der Bahnmetsterwaaen wurde -er' trümmert und der Zug sprang aus den Schienen, sodaß ein Material- fchaden von zirka 300 Mk. entstand. Die Angeklagten bereuen heute sämtlich ihren grenzenlosen Leichtfinn, der sie b-tnahe vor das Schwurgericht gebracht hätte. Der Staatsanwalt beantragte gegen Brohm, als den Anstifter des Bubenstreichs, 4 Monate, gegen die a^ren Angeklagten je 3 Monate Gefängnis. Der Gerichtshof zoa als M lderungsgrund das sofortige Geständnis unb den jugendlichen LEsinn w B tracht und verurteilte die vier Angeklagten in je 2 Monate Gefängnis, abzüglich 4 Wochen Untersuchungr-Haft.
s Prozeß gegen den Chefredakteur
der „Rhetnisch-Westfäl'schen Z.Uurig", ReiSmann-Grane, und den Redakteur beifelben Zeitung, Bracken, wegen Beleibigung bes Bochumer Lanbrates, sowie ber beim Herner Ausstande amtlich Polizeibeamten verurteilte baS Lanbgericht ersteren zu 300 Mk., letzteren zu 150 Mk.
Breslau, 1. Dezember. Dem „BreSl. Gen.«Anz." mU6 ^bapel nachstehendes Telegramm zu: Am 27 November passierte der Dampfer „König" Dar« eS-Salaam mtt Major v. Reitzenstein an Bord. Major v. Reitzenftetn trifft am 5. Dezember in der Dela- goabai ein, um sich bald darauf zum Burenheere zu begeben.
~ ?er "Fillaro" schreibt bezüglich der Be
gegnung des Kaisers Wilhelm mit den holländischen Königinnen, der Kaiser mache seinen ganzen Einfluß geltend, um die junge Königin zu einer Heirat mit einem ociitfd)en Prinzen geneigt zu machen. Die Verwirklichung dieses Planes scheine auch in der That in nicht trn^r sicher zu sein und damit würde auch Holland für seine Unabhängigkeit unter den besonderen Schutz des Kaisers Wilhelm kommen. Die Möglichkeit, meint der ,,Figaro", schließt für das Berliner Kabinett die Notwendigkeit ein, feine Politik nicht nach den Wünschen Englands einzurichten.
Weimar, 1. Dezember. Als Nachfolger des zum Bundesratsmitglied ernannten Finanzrates Paulßen wurde Landgerichtsrat Fürbringer ins Finanzministerinm
Ausland.
®i.™' 1 • Dezember. Die österreichische und die ungarische Delegation wurden heute mittag vom »aper Franz Joseph empfangen. Dabei sagte der Kaiser u. a. : Die Beziehungen der Monarchie zu den aus- wartigen Machten tragen durchweg einen unverändert freund- Uchen Charakter und lassen auch fortan die Zuversicht auf ungestörte Fortdauer der friedlichen Lage in Europa gerecht» fcrhgt erscheinen. Die sicherste Gewähr hierfür erblicke ich nach wie vor in dem ungetrübten Bestände des engen und vertrauensvollen Verhältnisses zu unseren Verbündeten. Mit Befriedigung kann ich darauf Hinweisen, daß mit Rußland Ä « ft-1? auf der Balkanhalbinsel auftauchenden Fragen volles Einvernehmen herrscht. Gegenüber dem südafrikanischen Kriege werden wir strikte Neutralität beobachten.
Abgeordneten Esche (nl.) zum Berichterstatter ernannt. Das Gesetz soll noch vor den Weihnachtsferien im Plenum verabschiedet werden.
— Kontre-AdmiralBendemann soll zum Nach, folger des Prinzen Heinrich als Chef des ostasiatischen Geschwaders ausersehen sein.
— Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe folgte heute, rote die „Nordd. Allg. Ztg." meldet, einer Einladung zur Frühstückstafel im Neuen Palais, worauf der Kaiser einen längeren Vortrag desselben entgegennahm. Auch den Staatssekretär des Reichsmarineamtes, Kontre-Admiral Tirpitz, hatte der Kaiser zum Frühstück eingeladen, an welchem der hier anwesende Prinz Albrecht von Preußen ebenfalls teilnahm.
— In der Wahlprüfungskommission des Reichstages wurden heute die Mandate der Abgg.. Dr. Böckel (antif.), Förster (kons.) und v. Staudy (kons.) für gtltig erklärt. Dagegen wurden die Mandate der Abgg. Will (kons.) und Schulze-Steinen (nl.) beanstandet.
— Die Wirtschaftliche Vereinigung des Reichstages war am Donnerstagabend unter dem Vorsitz be« Abg. Rettich (kons.) zusammengetreten und hat zum Gesetzentwurf betr. Aenderung des Münzwesens, Stellung genommen. Der zweite Gegenstand: Besprechung des Gesetzentwurfs betr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschau, wurde von der Tagesordnung abgesetzt, weil die Sitzung der 15. Kommission bis nach Weihnachten verschoben worden ist.
Ich Reichstage wird zu Beginn der nächsten Woche m die zweite Beratung des Gesetzentwurfes, betr. Aenderungen und Ergänzungen des Strafgesetzbuches , (sogen, lex Heinze) eingetreten werden.
— Die „Post" erfährt von maßgebender Stelle, daß Über den Zeitpunkt der Einbringung derFlotten- vorlag- beim Reichstage bisher noch keinerlei Fest, setzung getroffen worden ist.
— Der „Reichsanzeiger" meldet: Nach einem jetzt hler eingegangenen Bericht des Kaiserlichen Kon- suls in Prätoria hat die Regierung der Südafrikanischen Republik mittels amtlichen Schreibens vom 12. Oktober M. IS. dem Konsul mitgeteilt, daß zwischen der Südafrikanischen Republik und Großbritannien Kriegszustand besteht.
— Die Meldung, daß Oberleutnant Weidner 291 3yfanteneregiment einen einjährigen Urlaub erhalten habe, um den südafrikanischen Krieg auf Seiten oer Buren mitzumachen, wird von berufener Seite I dementiert. ' I
~ Der englische Staatssekretär der Kolonieen, Chamberlain, äußerte in feiner letzten Rede mit Bezlehwng auf Deutschland u. a., die neue " \ k a lran? fischen den germanischen Rassen ftbciben großen Zweigen der Anqel-
Einfluß dar in der Zukunft der Welt. Tatsächlich ist, wie die „Nat.-Ztg." von wohlunterrichteter Seite hört, in Windsor kein neues Abkommen I getroffen worden. Richtig ist, daß bei den Unterredungen des Kaisers und des Grafen Bülow mit Chamberlain sich Bereitwilligkeit und übereinstimmende Auffaffung in dem Sinne gezeigt hat, auf kolonialem Gebiete in Zukunft die Schwierigkeiten aus dem Wege zu schaffen, die sich in den die beiden Länder berührenden Fragen dieser Art ergeben konnten. Die kontinentale und allgemeine Politik Deutsch- I lanos wird, wie die „Nat.-Ztg." weiter hervorhebt, durch I Me« Einvernehmen, das seine Spitze gegen keine andere Macht richtet, durchaus nicht berührt. Vielmehr hielt! Deutschland nach wie vor daran fest, seine allgemeine Politik weder England noch Rußland gegenüber zu binden.
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Universität und Hochschule.
Gestorben: Kollegienrat Dr. Ebuarb Petri, Profeffor ber Geographie unb Anthropologie an ber Universität in Petersburg.
Heidelberg, 1. Dezember. Auf Wunsch Mannheimer Arbeitervereine werben Profefforen ber Universität Heibelberg, bie einen Ausschuß für Volkshochschulkurse gebildet haben, solche Kurse in Mannheim eimichten.
Göttingen, 1. November. In bem vielbesprochenen Prozeß gegen bie „Harmlosen" sinb bekanntlich die früheren Beziehungen des freigesprochenen Angeklagten v. Kayser zum Korps Saxonia in Göttingen wiederholt von der Verteidigung berührt worden. Wie die „Krzztg" mitteilt, hat Herr v. Kayser das Korpsband zurückgegeben und ist im Verzeichnis der „Alten Herren" des Korps gestrichen worden. Die vom Korps eingeleitete Untersuchung ist damit erledigt.
— Verschiedenes. Wie aus Berlin berichtet wird, vollendete Theordor Mommsen gestern in erfreulichster Rüstigkeit daS 82. Lebensjahr. — Wie die „Deutsche medizinische Wochenschrift mitteilt wurde beim zahnärztlichen Institut der Universität Berlin Dr. med. Wilhelm Dieck als Lehrer für konservierende Zahnheilkunde angestellt. Profeffor Dr. War nekros, der Leiter der zahntechnischen Abteilung der Anstalt, hat aus Gesundheitsrücksichten einen halbjährigen Urlaub genommen. Er wird durch den Zahnarzt H a h l vertreten dessen Berufung zum Lehrer am Institut für Zahnheilkunde bevorsteht. — Aus Leipzig berichtet die „Leipziger Zeitung^: Dem ersten Assistenten am Pathologischen Institut Profeffor Dr. med. Richard Kockel wurde für die durch das Hinscheiden des Professors Dr. Viktor Birch- Hirschfeld ausfallende Vorlesung „über die Hauptabschnitte der speziellen pathologischen Anatomie" nebst den Sektionsübungen und dem praktischen Kursus der pathologischen Gewebelehre auf die Dauer der Vakanz der Lehrauftrag erteilt. Ferner ist die interimistische Direktion des pathologischen Instituts dem Direktor des hygienischen Instituts Geheimen Medizinalrat Professor Dr. med. Franz Hofmann übertragen worden.
Handel und Verkehr. Uolkswirlschast.
Gieße«, 2. Dezember. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. 0.90—1.10, Hühnereier per St. 8—10 4, 2 St. 00—00 Enteneier 1 St. 0-0 4, Gänse- eier per St. 0—00 Käse 1 St. 5-8 H, Kasematte 2 St. 5-6 Erbsen per Liter 20 Linsen per Liter 30 Tauben per Paar
A 0.80—1.00, Hühner per St. J4 0.90—1.00, Hahnen per Stück A 0.60—0.90, Enten per St. A 1.80—2.20, Gänse per Pfund A 0 48—0.58, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 Kuh« und Rindfleisch per Pfd. 62—64 H, Schweinefleisch per Pfd. 66—74 H, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 78 Kalbfleisch per Pfd. 64—66 4, Hammelfleisch per Pfd. 50—60 Kartoffeln per 100 Kilo 3.k0 bis 4.50 A, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Ctr. A 5.00—5.50, Milch per Liter 16 H.


