Ausgabe 
3.10.1899 Zweites Blatt
 
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betrete außer stände, zur Uebernahme von Liefernngen für Armeezwecke als Bewerber aufzutreten. Da nun andere Submittenten nicht erschienen waren, so sind die Termine vorläufig vertagt worden.

I wohnen» des sog. gekrönten Kreuz in der Birnbaumsgasse die Wohnung, in welcher sie 52 Jahre lang hintereinander gewohnt hat. Die jetzige Einwohnerin erblickte dort da- Licht der Welt, die Eltern des Fräuleins sind daselbst ver­storben und nun ist die Wohnung der einzelnen Dame zu

I groß geworden und sie verläßt dieselbe, nachdem sie dir Wohnung über ein halbes Jahrhundert inne gehabt hat. - Für die Uebernahme der Verwalterstelle des Genesungsheims der Mainzer Ortskrankenkasse bei Langenbrombach, die in kürze besetzt werden soll, haben sich, wie derM. A." be­richtet, ca. 100 Personen aller Stände gemeldet.

Bingen, 30. September. Bei Anlage der Kanalisation am Hospital wurden in der Nähe der alten Stadtmauer verschiedene Altertümer, wie ein gut erhaltener Brustharnisch, ein eisernes Gesäß, mehrere Schwerter und 15 Silbermünzen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts gefunden. Die Gegen­stände bilden eine erwünschte Bereicherung unserer Alter­tumssammlung.

Worms, 30. September. Ein bedeutender Ein­bruchsdiebstahl wurde in dem Laden des Damenkon­fektionsgeschäftes von Benno Schwabe in der Kaiser Wilhelm- Straße verübt. Es wurden nach derW. Ztg." eine große Partie Seidenwaren im Werte von 80009000 Mk. ge­stohlen. Im Kontor sind sämtliche Schlösser der Behältnisse mittels Nachschlüssels geöffnet, ohne daß irgend etwas be­schädigt ist. Von dem Thüter fehlt jede Spur.

Nürnberg, 29. September. Wegen Mordes verurteilte I heute das Schwurgericht den Dtenstknecht Schmidt und die Witwe Groppel von Trendel, Bezirksamt Gunzenhausen, zum Tode. Die Witwe Schröppel hatte Schmidt behufs Heirat zur Ermorduug I ihres kränklichen Mannes, des Gemeindearmen Schröppel. anaesttftet. I Schmidt hatte diesen im Beisein der Schröppel im Bach ertränkt. I Heilbronn, 30. September. Vor dem Schwurgericht begann I heute vormittag unter starkem Andrang der Prozeß gegen den Raub- I ui örder Franz Vogl von Habelsbach in Niederbayern, einem ae« I lernten Metzger und Bierbrauer, der Ende Mai die 23 Jahre alte I Lehrerin Gretha Gilbert von Schlüchtern, eine Lchrerstochter, zwischen I den eine Viertelstunde von einander entfernten Ortschaften Großgartach I und Schlüchtern auf einer sonst stark frequentierten Landstraße am Hellen | *-fl9e iu der Absicht, sie zu berauben, durch einen Schnitt in den Hals I flötet hat. Der heutige Verhandlungstag war mit der Vernehmung I des Angeklagten ausgefüllt. Befragt, wie er dazu komme, ein wehrloses Mädchen hinzumordcn, ränmt er ohne Rückhalt ein, daß er die That vollbracht habe, um in den Besitz ihrer Wertsachen und ihrer Uhrkctte zu kommen, die verführerisch in der Sonne gcklitzcrt habe. Ohne die geringste Spur von Rene gibt er dann eine Darstellung über die Aus­führung dec That in allen ihren Einzelheiten. Nachdem er die Dame, die nach Heilbronn ivollte, um Einkäufe zu machen, durch den Zuruf I "Ha"" gestellt hatte, habe diese die Flucht ergreifen wollen. Im Nu sei sie tcdoch wieder m seinen Krallen gewesen, er habe sie zu Boden geworfen, sich auf sie gekniet und den tätlichen Schnitt gemacht,gerade wie man ein Schwein absticht". Am Montag beginnt die Zeugenver­nehmung. Wie dieFft. Ztg." meldet, sind über 70 Zeugen, darunter einige Sachverständige zu vernehmen.

Heittgenstadt (Eichsfeld), 29. September. Von der hiesigen Strafkammer wurde der Kirchendieb Schlosscrgesellc Joseph Höppner zu 6 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Angeklagte hat Nachts die Opferstöcke der katholischen Kirchen in Dingel­städt, Breitenbach, Silberhausen und Helmsdorf erbrochen und beraubt.

Straubing, 30. September. Der katholische Pfarrer Moosauer von Pocking wurde wegen Anstiftung zum Meineide und sechs Verbrechen aus § 174 Abs. 1 und 2 und § 183 des Straf­gesetzbuches zu zehn Jahren Zuchthaus und den Neben strafen verurteilt. Sein Hauptopfcr, die 17 jährige Söldnerstochter Gimpl, wurde freigesprochen, da sie die zur Erkenntnisfähigkeit erforderliche Einsicht nicht besaß. Die noch mitangeklagten, der Anstiftung zum Meineide der Gimpel bezichtigten Schreiners-Eheleute Markus und Emerentia Neulinger von Pocking wurden ebenfalls freigesprochen. (Der Skandalprozeß, welcher am Samstag sein Ende erreichte und weit über Bayern hinaus große Sensation erregte, hat so ungeheuerliche Dinge zu Tage gefördert, daß wir Bedenken tragen, ausführlich darüber zu berichten. Z. B. sind allein 97 Zeugen, meist Schulkinder, Jung­frauen, junge Frauen, sowie Greisinnen, fast sämtlich Opfer des Wüst­lings, vernommen worden. Der Staatsanwalt geißelte das Treiben des Pfarrers mit den schärfsten Worten. Er nannte ihn einen morali­schen Brunnenvergifter, der ganze Generationen moralisch ruiniere, der den Beichtstuhl, die Kanzel, die Schule, seine heilige Mission in schänd­lichster Weise zur Fröhnung seiner niederträchtigen Gelüste unter dem Mantel ärztlicher Behandlung und seelsorgerischer Thätigkeit mißbrauche und von dem man mit Recht sagen könne:Während er mit der rechten Hand das Allerheiligste spendete, verübte seine linke Hand unzüchtige Handlungen." Er zeichnete ein treffendes Bild von der Verworfenheit des Pfarrers und der Mutter der Gimpl, die ihre Tochter nicht schone, von den Sittenzuständcn in Pocking, von der armen Gimpl, die der Pfarrer, nachdem er sie moralisch ruiniert, auch noch auf die Bahn des Verbrechens gedrängt habe, um seine Schändlichkciten zu verdecken. (Für Interessenten bemerken wir, daß dieMünch. N. N." ausführlich darüber berichten. D. Red.)

I einem durch eine Thür mit dem Saal verbundenen Neben- I zimmer, lieber die Ausstellung selbst können wir sagen, daß I fie ebenso gelungen ist wie die Friedberger, die vom 22. bis I 26. d. M. stattfand. Es sind rund 85 Aussteller, darunter I Einzelaussteller, Gemeinden, Kreisstraßenverwaltungen und I Ortsgruppen, mit verschiedenen Nummern vertreten. Das I Obst aus den besseren Lagen von Büdingen zeichnet sich I durch schöne Färbung vor dem der anderen Obstlagen von I Oberheffen aus, dagegen scheint es etwas empfindlicher zu I sein. Das Obst von der Ortsgruppe von Büdingen zeigt I darum ganz vorzügliche Entwicklung und Schönheit, aber I auch das aus anderen Gemarkungen, wie Calbach, Echzell, I Bleichenbach, Herrnhag u. a. verrät guten Boden und gute Pflege. Demgegenüber hat das Obst aus dem Kreise

I Schotten, aus dem sogar das hochgelegene Götzen ausgestellt I hat, unscheinbareres Aussehen, aber größere Festigkeit. Die daher eingelieferten Sortimente aus Schotten, Eichelsachsen,

I Rainrod, Glashütten u. a. liefern den Beweis, daß man sich auch dort die Baumpflege sehr angelegen sein läßt. Auffallend ist es, daß die Wiederkehr derselben wertvollen i Sorten in den einzelnen Sortimenten, wie wir sie bei anderen Ausstellungen des Oberhessischen Obstbauvereins gewöhnt sind, nicht in gleicher Weise vorhanden ist. Es mag den Preisrichtern, als welche die Herren Obergärtner Wellmann- I l Sachsenhausen, Slovak-Gelnhausen und Kreiswandergärtner I Hotox-Homburg v. d. H. fungierten, recht schwer geworden I fein, bis fie von all dem Schönen und Guten das Beste I gefunden hatten. Zur Verfügung stand ein Preis Sr. Erlaucht des Grafen von Solms Laubach im Betrage von I 50 Mk., welcher der besten Leistung von Ortsgruppen des I Oberhessischen Obstbauvereins gewidmet war und der Orts- I gruppe Büdingen zufiel. Außerdem standen zahlreiche Diplome zur Verfügung. Es konnten verteilt werden: 42 Diplome erster Klasse, 34 zweiter Klasse und 15 lobende Anerkennungsdiplome. Das zeigt, daß die vom Verein gestellten Aufgaben gut gelöst wurden. Diese waren dieselben wie für die Friedberger Ausstellung (vgl. Nr. 227 d. Bl.). Der Besuch der Ausstellung ist fortgesetzt ein sehr reger. Mtt großem Interesse werden die einzelnen Sorten und Sortimente betrachtet, und wer mit Aufmerksamkeit Ver­gleichungen anstellt, der wird leicht finden, welche Sorten er bei Neuanpflanzungen zu wählen hat. Und das zu zeigen ist ja wohl eine Hauptaufgabe der Ausstellung. Der Schluß derselben findet Montag den 2. Oktober statt.

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30.1 iotn 15,80-17,00, Men A 00,00-00,01

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'** Zu Amerika verstorbene Heffen. In San Fran­cisco, C., Heinrich Kitzler, 75 Jahre alt, aus Hessen- Darmstadt. Daselbst: Witwe Katharina Lechens, 77 Jahre alt, aus Lang-Göns. Daselbst: Wilhelm Gimbel, 41 Jahre alt, aus Lang-GönS. In Evans- Dille, Jnd., Elisabeth KappS, geb. Paul, aus Mainz. Daselbst: Dr. John Lawal, 74 Jahre alt, aus Alzey. In Chicago, Jll., Hermann Felsenthal, 65 Jahre alt, aus Offenbach. In Racine, Wis., John Wuertz, 73 Jahre alt, aus Pfeddersheim. In Berlin, Kanada, Witwe A. E. Rinn er, geb. Meisner, 72 Jahre alt, aus Ober-Breidenbach. In East Zorra, Kan., Heinrich Schierholz, 90 Jahre alt, aus Nieder- Ofleiden. In Fruitvile, Cal., Frau Helena Schmidt aus Offenbach. ~ - - ~ - - - -

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Romrod, 1. Oktober. Des Kindes Schutz- I engel! Das 3jährige Söhnchen eines hiesigen Arbeiters entfernte sich gestern kurz vor Nacht, jedenfalls um sich zu I seinen noch auf dem Felde beschäftigten Eltern zu begeben. I Es kam aber bei denselben nicht an und wurde erst bei bereit Heimkehr vermißt; die unverzüglichen Nachforschungen I in der Nachbarschaft waren ohne Erfolg. Man bot nun I die gesamte Einwohnerschaft auf, welche mit Laternen das Feld absuchte, aber auch vergebens Endlich fand sein I Vater heute morgen, nachdem es Tag geworden, das Kind auf den Aeckern unweit der Zeller Gemarkungsgrenze. Es I war sehr beschmutzt und bei seinem Umherirren endlich I liegen geblieben und eingeschlafen. Die Freude des Vaters I kann man sich denken, als er bei dem Suchen auf seinen I Ruf auf einmal die muntere Antwort erhielt,Papa, hier bin ich". Auch die Kälte der Nacht scheint dem Knaben I nicht geschadet zu haben.

Darmstadt, 30. September. An Stelle des Herrn Rechtsanwalt Gallus, welcher fein Mandat als Verteidiger des Redakteurs derFrankfurter Zeitung", Alexander Giesen, niedergelegt hat, ist nunmehr Herr Rechtsanwalt Muser ans Offenburg (Baden) getreten.

Wolfsgarten, 1. Oktober. (Vom Hofe). Nachdem gestern die Prinzessin Ludwig von Battenberg mit Kindern j und Prinzeß Aribert von Anhalt im hiesigen Hoslager ein- I getroffen, ist heute Prinzeß Christian von Schleswig-Hol- stein angekommen und wird das Treiben immer lebhafter. Da das Wetter abwechselnd immer noch schöne Stunden und Tage bietet, beabsichtigen die hohen Herrschaften, den Aufenthalt nach Möglichkeit auszudehnen unb jede Stunde auszunützen. Heute fuhren die russischen Herrschaften zum I Kirchenbesuch in Wiesbaden; voraussichtlich wird auch heute die Bestimmung über den Tag der Einweihung der I neuen Kapelle in Darmstadt erfolgen. Morgen Montag sollen die Glocken der russischen Kapelle geweiht werden.

* Sprendlingen, 29. September. Dem Vernehmen nach steht der Fürst von Jsenburg-Birstein im Begriffe, die um Sprendlingen und Isenburg liegenden Waldungen zu verkaufen. Das Großh. Kreisamt empfiehlt den Gemeinden, diese Waldungen, in denen sie umfangreiche I Nutzungsrechte, wie Streu, Weide, Stock- und Abfallholz, I Reiser u. s. w. besitzen, eigentümlich zu erwerben, und es I fragt sich daher, ob dieser Erwerb in pekuniärer Hinsicht I von Vorteil sein wird, da die Verwaltung bedeutende Kosten in Anspruch nimmt. Die Kaufsumme soll, wie dasLang. Wochenblatt" hört, für Isenburg 2 Millionen und für Sprendlingen etwa 5 Millionen Mark betragen; für Zinsen I wären also jährlich zu drei Prozent 150000 Mark zu ent­richten. Einer vorläufigen Berechnung nach ist für Verkauf von Holz 2C. eine jährliche Einnahme von etwa 170000 Mk. zu erzielen. Bringt man von dieser Summe die beträcht­lichen Kultur- und Verwaltungskosten noch in Abzug, so würde der Gemeinde kein Vorteil, sondern ein erheblicher Nachteil in Aussicht stehen, sodaß es wünschenswert er­scheinen möchte, wenn der hessische Fiskus als Käufer auftritt.

Lampertheim, 30. September. Wie man erfährt, war Kommerzienrat H. Lanz aus Mannheim mit der hiesigen Gemeinde in Verbindung getreten, um ein großes, irn I sandigen Teil der Gemarkung gegen Neuschloß hin gelegenes I Ackergebiet zu kaufen, damit er seine ausgedehnte Ma- I schinenfabrik hierher verlegen könnte. Leider war in I Bezug auf die Bodenpreise keine Einigung zu erzielen.

Mainz, 30. September. Eine treue Mieterin. I Viele Bewerber. Am 1. Oktober verändert eine Ein- I

Oerichtssaal.

cki 30 September. Ein mehrfach vorbellraster

FlasLenbterhändler kaufte bei einem Fahrradhändler in Offenbach ein Fahrrad für 240 Mk. gegen Ratenzahlungen, von denen er nur i. n Höhe Don 50 Mk. leistete, dann aber verkaufte er das mit Eigentumsoorbehalt belastete Vehikel; geradeso machte er es mit iw" weiteren ihm von derselben Seite verkauften Rädern, auf die er auch nur je einen Teil deS Kaufpreises bezahlt hatte. Zwei Fahrrabhändler betrog er in gleicher Weise um 160 bezw. 230 Mk., wvem er die nach Anzahlung von 150 Mk. erhaltenen Räder ins Pfandhaus brachte. Die Geschädigten würden sich nicht mit ihm eingelassen haben, wenn er ihnen nicht vorgespiegelt hätte, daß er ein K! Landes Flaschmbiergeschäft besitze, während er dasselbe in Wirklichkeit bereits verkauft hatte, und zwar that er da« ohne Er­mächtigung der betreffenden Brauerei, welche ihm das Inventar gestellt hatte, das er mitverkaufte. Hierdurch hat er sich auch der Untreue schuldig gemacht, und gestern stand er nun vor der Straf­kammer. Ein Einwand, geisteskrank zu sein, wird durch das Gut­achten eines Sachverständigen widerlegt. Er wird zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt.

Arbeiterbewegung.

m ... Part-, 1. Oktober. Aus Le Creuzot wird gemeldet, daß der Präfekt dem Direktor Schneider folgende Bedingungen der Arbeiter unterbreitet hat: 1. verlangen die Arbeiter für alle, gleichviel ob syndi- krerte oder nicht syndikierte Arbeiter in- und außerhalb der Werkstätte vollständige Gleichstellung der Behandlung seitens der Aufseher, 2. for­dern sie vom Direktor, er müffe sich verpflichten, keinen Arbeiter wegen Ausstandsbewegung zu maßregeln; nur dann würden sie die Arbeit wieder aufnehmen. Es wird hinzugefügt, daß der Präfekt im eigenen, sowie im Namen der Regierung bei dem Direktor einwirken wird, damit dieser die Bedingungen annehme, andernfalls würde der Direktor für die kommenden Ereignisse verantwortlich gemacht werden.

In Roß Valley, Cal., Jakob . 84 Jahre alt, aus Obernheim. In Byron, Cal., Adam Heiser, 54 Jahre alt, aus dem Großherzogtum Heffen. In Petrero, Cal., Anna Hildebrand, 53 Jahre alt, aus Nieder-Weisel. In Findlay, Ohio, Witwe Adam Rettig, 79 Jahre alt, aus Schlierbach. In Wheeling, W. Va., Witwe Hermann Laupp, geb. Conradi, 76 Jahre alt, aus Breitenbach.

** Aus Heffen, 29. September. In verschiedenen Teilen unseres Großherzogtums, namentlich aber in der Provinz Starkenburg, hört man bei ver- schiedenen Gelegenheiten oft die seltsame Redensart ge­brauchen:Wann nortz (wenn nur) der Klowe hält, baß die Fahn net fällt!" lieber den Ursprung dieses sonderbaren Spruches wurden wiederholt Untersuchungen angestellt, zu einer befriedigenden Lösung konnte man jedoch bisher nicht gelangen. Wie nun aber aus dem trefflich ge­schriebenen WerkGeschichte von Bürgel und Umgegend", verfaßt von Bürgermeister Lammert, hervorgeht, ent­stammt der berühmte Spruch dem Jahre 1848, und zwar ist der Ort seines Ursprungs Bürgel am Main. Herr Lammert schreibt:Der hiesige Turnverein, der stark im Verdachte war, .freiheitliche Bestrebungen zu verfolgen, wollteim Hose" ein Fest, natürlich ein patriotisches, feiern. Bei der Dekoration des Saales kamen auch einige schwarz­rotgoldene Fähnchen zur Verwendung. Es kam alsbald von Offenbach ein Polizeiorgan, das die Fähnchen konfiszierte. Zum Verhör geladen, gab einer der Turner (Philipp Stamm) auf die Frage, was er denn beim Be- I feftigen des corpus delicti gedacht habe, dem untersuchenden Beamten den berühmten Spruch zur Antwort!"- Dies ber authentische Hergang der Sache! Bemerken wollen wir noch, daß der vom Bürgeler Turnverein heute noch bei festlichen Gelegenheiten mitgeführte Kloben diesem in den 60 er Jahren von einem Offenbacher Gesangverein alsWahrzeichen für Bürgel" geschenkt und feierlich überreicht wurde.

A Heuchelheim, 1. Oktober. Abschiedsfeier. Wie bekannt, haben die Herren Fabrikbesitzer Busch u. Mylius I ihre Fabriken zu Heuchelheim und Waldgirmes verkauft und I gehen dieselben mit dem heutigen Tage an die neuen Besitzer I (Rum u. Cloos) über. Daher waren am Samstag Abend I sämtliche Fabrikarbeiter nach dem nahen Windhof zu einer I Abschiedsfeier eingeladen. In dem großen geräumigen I Saale hatten sich nicht nur sämtliche Arbeiter aus der I Heuchelheimer Fabrik eingefunden, sondern auch von Wald- I girmes war eine große Anzahl Fabrikarbeiter herbeigeeilt, I um an diesem Feste Anteil zu nehmen. Herr Fabrikant Mylius dankte sämtlichen Anwesenden, welche ihrem Geschäft I bisher irgend welche Dienste geleistet, und die beiden Werk- I fuhrer, Schmidt zu Heuchelheim und Ruhl zu Waldgirmes wurden durch wertvolle Geschenke noch ganz besonders aus- I gezeichnet. An Speise und Trank konnte sich jeder der Anwesenden nach Herzenslust ergötzen und war auch für Musik gesorgt, sodaß jeder sein Tanzbein schwingen konnte. I Die wohlgelungene Feier dehnte sich vis zum frühen Morgen aus und ist so recht ein Beweis dafür, daß hier zwischen Arbeitgebern und Arbeitern ein inniges Verhältnis bestanden hat. Für alle Zeiten wird uns der gestrige Tag in gutem I Andenken bleiben.

= Ober Widdersheim, 30. September. Der von hier I gebürtige Dienstknecht Wilhelm Kaiser, welcher seiner Zeit wegen schwerer Körperverletzung mit fünfzehn Monaten Gefängnis bestraft, ist als Strafgefangener am 27. d. Mts. in Gießen bei der Außenarbeit entwichen. Heute I wurde derselbe durch Herrn Wachtmeister Schmidt in Nidda verhaftet und in das Amtsgerichtsgefängnis daselbst ab­geliefert. Derselbe soll schon drei Monate Strafe abgemacht haben. Von zwei weiteren Sträflingen, welche gleichzeitig I auf dem Außendienst durchgingen, fehlt bis jetzt jede Spur, I oieielben sollen in der Richtung nach Hanau am Main ihre I Reiseroute genommen haben.

11 Ebingen, 30. September. Gestern morgen um I 11 Ubr wurde die Obstausstellung hier für die Kreise Edingen und Schotten durch den Präsidenten des Ober- , hessischen Olytbauvereins, Herrn Kreisrat, GeheimeRegierungs- I rat Dr. Braden von Friedberg, feierlich eröffnet. Der I @roffnung8feier moljnten bei Se. Durchlaucht Fürst Bruno I ju Dlenburg Büdingen, Se. Durchlaucht Prinz Alfred von I 1 |)|eiiburg Tübingen, Graf Oriola von Büdesheim, die Herren I aßmiftem ral Sraun von Darmstadt, Provinzialdirektor v. Bechtold in Gießen. Kreisrat, Geh, Regiernnqsrat <

Schonfeld in Schotten und Direktor Dr. v. Peter in Fried- t berg. Die Ausstellungsräume befinden sich in unserem ' Rathanse. Der große Saal vermochte indessen nicht alles I ZU fassen, obgleich die Tischreihen einen fünftägigen Aufbau ! haben und so geordnet sind, daß jedes Plätzchen benutzt ist. I Wir finden darum noch einen großen Teil des Obstes in I '

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