Ausgabe 
3.9.1899 Erstes Blatt
 
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bringen. Kardinal Kopp drückte seine Freude darüber aus, daß er die Pflichten eines Hausvaters von Schlesien diesem Katholikentag gegenüber erfüllen könne. Er sei stolz auf seine Schlesier, stolz auf die Bischofsstadt Neisse; er sei erfreut und entzückt über die Teilnahme aus dem ganzen Reiche. Der, Versammlung sei der Charakter einer Agi­tationsversammlung vorgeworfen worden, aber sie habe nur für die gute Sache agitiert und werde dafür weiter agitieren. Er scheide mit dem Vorsatz, die Anregungen dieser Ver­sammlung nicht unbenutzt zu lassen. Kardinal Kopp er­teilte zum Schluß den bischöflichen Segen. Darauf erhoben sich, nach derGerm.", stürmische Hochrufe, und ganz spontan wurde der Lobgesang:Großer Gott, wir loben Dich" angestimmt. Nach einem Hoch auf den Kardinal Kopp wurde der Katholikentag durch den Präsidenten Spahn geschlossen.

Zum Schluß wollen wir noch die Auffassung der Franks. Ztg." über die Bedeutung derartiger Veranstal­tungen in der Gegenwart wiedergeben. Das Blatt schreibt Eingangs seines letzten Leiters:

Der Katholikentag ist eine alte Institution und hatte einmal eine große Bedeutung, nämlich zurzeit des Kultur­kampfes, als die Zentrumsleute in scharfer Opposition zur Regierung standen. Heute aber ist die Wichtigkeit der Katholikentage eine viel geringere, trotzdem oder richtiger weil die Zentrumspartei zuMacht gelangt ist und bisweilen eine ausschlaggebende Nolle spielt. Es ist ja eine alte Erfahrung, daß Partei­tage und ähnliche Veranstaltungen hauptsächlich für diejenigen etwas bedeuten, die in der Opposition, in der Minorität sind und einen harten Kamps kämpfen müssen, mag dieser Kampf nun ein gerechter sein oder nicht. In solchen großen Ver­sammlungen ist der Ort, sich gegenseitig zu begeistern, sich wirkliche und vermeintliche Verfolgungen vorzuführen, und die Stimmung, die so entsteht, wird dann von den Teil­nehmern auf ihre Kreise übertragen. Aber einer Partei oder Gruppe, die bereits an der Krippe sitzt, bemächtigt sich leicht ein gesättigtes Gefühl, und das ist dem Aufschwung nicht günstig. Den Katholiken geht es nicht anders. Zwar fehlte es auch in Neisse nicht an tönenden Worten und lautem Beifall, aber das ganze war lange nicht das, was es einst gewesen ist ... ."

Prozeß Dreyfus.

Rennes, 1. September.

In der heutigen Verhandlung des Kriegsgerichts, welche um 6 Uhr 35 Min. begann, wurden zunächst eine Anzahl Zeugnisse der Behörden des Heimatsortes des Herrn du Breuil (des Zeugen, welcher Dreyfus mit einem fremden Attache bei Madame Bodson gesehen haben will) verlesen. Die Zeugnisse lauten höchst ehrenhaft für den Zeugen du Breuil. Er bittet, den Angeklagten zu fragen, in welcher Epoche seine Beziehungen mit Madame Bodson abgebrochen sei. Dreyfus erwidert, er glaube, daß er Madame Bodson 1887 nicht mehr gesehen habe, sicher aber nicht mehr 1889. Zeuge du Breuil bekundet, er könne zwei Personen bringen, die im stände seien, bestimmt über die Verbindung Dreyfus mit Frau Bodson auszusagen. Es seien zyiei ehemalige Kammerdiener (Gelächter). Zeuge verliest den Brios eines der ehemaligen Diener, in welchem es heißt, Dreyfus sei noch 1887 in das Haus Bodson gekommen, und zwar haupt­sächlich nachmittags, wenn Herr Bodson abwesend war. (Gelächter). Dreyfus bezeichnet es als unwürdig, daß diese persönlichen Beziehungen hier erörtert werden. Er erklärt nochmals, daß er niemals mit einem fremden Militär- Attacho diniert habe.

Zeuge Stallmeister Germain bekundet, er habe Dreyfus bei den deutschen Manövern in Mülhausen gesehen. Er erzählt, er sei eines morgens um 5 Uhr von dem Reitstall­besitzer Kullmann beauftragt worden, zwei fremde Herren mit Pferden vom Bahnhofe abzuholen. Einer der Herren sei dann auf einen deutschen General zugeritten und habe ihn begrüßt. Später habe er diesen Fremden im Bois ge­troffen und zwar in der Uniform eines französischen Ar- tillerie-Ofsiziers. Von Hauptmann d'Jnfreville habe er erfahren, daß der Offizier Dreyfus heiße. Verteidiger Demange läßt ein den Zeugen betreffendes Urteil verlesen, aus welchem hervorgeht, daß Germain wegen Vertrauens­mißbrauch mit 6 Monaten bestraft ist. Dreyfus erklärt, vor dem Paßzwang sei er jedes Jahr in seiner Vaterstadt Mülhausen gewesen. Er habe auch Pferde gemietet, aber er habe nie amtlich oder nichtamtlich einer deutschen Feld­übung beigewohnt. Zeuge Hauptmann d'Jnfreville sagt aus, er sei öfter mit Germain ins Bois geritten. Aus einem dieser Ritte habe Germain ihm von einem Fremden, der von Mülhausen nach dem Manöverselde geritten sei, erzählt und sein Erstaunen ausgedrückt, daß er denselben ^dann in Paris in der Uniform eines Artillerie-Offiziers wiedergesehen habe. Den Namen des Dreyfus habe der Zeuge nicht genannt und auch nicht nennen können, denn er habe Dreyfus vor 1894 gar nicht gekannt. Präsident Jouaust fragt den Zeugen Germain, ob er wohl wisse, wer ihm den Namen Dreyfus genannt habe. Zeuge Germain erwidert, er sei der Meinung, Hauptmann d'Jnfreville sei es gewesen, aber er könne sich ja irren. Gefragt, ob er in dem Angeklagten den Fremden wiedererkenne, den er zum Manöver begleitet habe, antwortet Germain, Dreyfus betrachtend, er war etwas gesunder, es sind aber dieselben Züge. Dreyfus wiederholt seine obige Aussage. Der Reit- Jnstitutbesitzer Kullmann aus Mülhausen, eine durchaus preußische Erscheinung, bezeichnet die Aussage Germains von dem Abholen des Dreyfus vom Bahnhofe und dessen Ritt in das Manöver als völlig unwahr. Er stellt dieser Behauptung das formellste Dementi entgegen. Er habe niemals für Dreyfus Pferde nach dem Bahnhofe geschickt und ihm niemals Pferde vermietet. Dreyfus habe er ge­kannt, weil man seine Familie in Mülhausen kenne. Ge­

fragt, ob Oberst Sandherr einmal den deutschen Manövern beigewohnt habe, erwidert Zeuge Kullmann, er habe es nicht selbst gesehen, aber Oberst Sandherr habe es ihm erzählt, daß er einem Manöver beigewohnt habe.

Zeuge Hauptmann Lemonnier bekundet: Es sei am 1. August 1894 gewesen, als in dem Bureau von den Grenztruppen gesprochen und erörtert worden sei, was am Tage nach der Kriegserklärung zu geschehen habe. Dreyfus habe nach der Karte des Grenzgebietes einen Platz zwischen Mühlhausen und Belfort gezeigt, bei Altkirch, welcher, wie er meinte, geeignet sei, die Deutschen aufzuhalten. Er kenne die Position, weil er eines Tages den deutschen Manövern zu Pferde gefolgt sei. Sämtliche Offiziere seien sehr dar­über erstaunt gewesen, daß ein französischer Offizier unge­hindert habe deutschen Manövern folgen können. Er wieder­holt sodann, daß er Dreyfus habe sagen hören: Ich bin deutschen Feldübungen zu Pferde gefolgt. Wenn Dreyfus das bestreite, sage er nicht die Wahrheit. Gefragt'^vann dieses Manöver stattgefunden habe, erwidert Zeuge, das wisse er nicht. Dreyfus bleibt wieder dabei, daß er niemals einem Manöver beigewohnt habe. Er kenne die Gegend von Mülhausen sehr gut und habe deshalb mit Hauptmann Lemonnier von dem Platze bei Altkirch sprechen können.

Der nächste Zeuge ist Herr Villon, derselbe, der im Central-Hotel in Berlin das Gespräch zweier preußischer Generale gehört haben will. Er erklärt, er sei 1894 im Speisesaale im Central-Hotel gewesen und in einem Neben­saale hätten zwei deutsche Generale gesessen, welche ihn jedoch nicht sehen konnten. Beide Offiziere hätten in fran­zösischer Sprache über die französische Armee gesprochen und zwar von der hydraulischen Bremse und anderen ar- tilleristischm Fragen. Der eine der Offiziere habe gesagt: Es ist doch ekelhaft, einen französischen Generalstabs Offizier sein Vaterland verraten zu sehen. Der andere habe darauf erwidert: Wir haben den Vorteil davon, Du weißt, daß wir in den nächsten Tagen den Mobilmachungsplan von Dreyfus erhalten. (Schallendes Gelächter.) Villon bemerkt ganz rot im Gesicht: Ich gebe mein Ehrenwort, daß ich das im Central-Hotel gehört habe.

Der Zeuge, pensionierter General Sebert führt aus, das Bordereau könne nicht von einem Artilleristen geschrieben sein. Dafür habe er verschiedene Beweise. Ich bin, so sagt Zeuge, überzeugt von der Unschuld des Dreyfus. Ich bin glücklich, zu seiner Rehabilitierung beitragen zu können. Ich bin voll Vertrauens, daß hier fern von allen Leiden­schaften der begangene Irrtum wieder gut gemacht wird. Zeuge, Hauptmann Ducroz, kennt Dreyfus von Beginn seiner Offiziers-Laufbahn an. Er bekundet, Dreyfus habe niemals indiskrete Fragen gestellt. Zeuge, Hauptmann Hartmann, will über die ihm gestern von General Chamoin vorgelegten artilleristischen Dokumente des. geheimen Dossiers sprechen, was ihm jedoch der Präsident verweigert. Zeuge bittet alsdann, morgen wieder zeitweilig die Oeffentlichkeit auszuschließen. Des weiteren sucht er nachzuweisen, daß das Bordereau nicht von einem Artilleristen geschrieben sein könne. Die Vernehmung des Zeugen Hartmann wird morgen fortgesetzt.

Deutsches Keich.

Herr von Miquel. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Eine Auslassung derMünchener Allgemeinen Zeitung" beschäftigte sich dieser Tage mit dem Befinden des Vizepräsidenten des Staatsministeriums, Finanzministers Dr. von Miquel. Unter anderem hieß es dort, nach seiner eigenen Bekundung sehe der Ministerdem Zeitpunkt, da er seines schwierigen uud verantwortungsreichen Amtes end­lich enthoben sein werde, mit Sehnsucht entgegen." Aus dieser, möglicherweise auf eine gelegentliche, bei dem hohen Alter des Ministers leicht verständliche Aeußerung zurück­zuführende Angabe sind in der Presse allerlei Meldungen über angeblicheAmtsmüdigkeit" des Finanzministers und dergleichen entstanden. Daß von einer Amtsmüdigkeit des Ministers in dem Sinne, als ob er sich außer stände fühle, den Anforderungen seines Amtes weiterhin gerecht zu werden, nicht die Rede sein kann, läßt sich unseres Erachtens schon aus dem Maße der Teilnahme des Ministers an den parla­mentarischen Arbeiten der verflossenen Session, nicht nur im Plenum des Parlaments, sondern auch in den verschiedenen Kommissionen, schließen.

Das Kaiserabzeichen für Jäger und Schützen. Um das vom Kaiser gestiftete Abzeichen für Jäger und Schützen, das aus einem Zwölfender Geweih mit dem Hubertuskreuz besteht, kämpfen alljährlich sämtliche preußische Jäger-Bataillone. Verliehen wird es derjenigen Kompagnie, welche sich mit ihrer Gesamtleistung als die tüchtigste erweist. Diesmal hat die 3. Kompagnie unter Hauptmann Freiherrn von Nauendorff das Kaiserabzeichen errungen.

Ausländische Offiziere werden beim Kaiser­manöver zahlreich vertreten sein. Von den beim Deutschen Reiche beglaubigten Attaches werden teilnehmen, und zwar für Amerika: Major Allen, für Chile: Oberstleutnant Saerdin Alcade, für England: Oberstleutnant Grierson, für Italien: Oberst und Flügeladjutant Prudente, für Japan: Major Ohard, für Oesterreich-Ungarn: Major und Flügel­adjutant Graf Sturgkh, für Rußland: Oberst Prinz Enga- litscheff, für Schweden: Hauptmann Bar6, für Spanien: Oberst Comte de Tennon de la Vega, für die Türkei: Rittmeister und Flügeladjutant Enver Bey, während die Grande Nation keinen Vertreter zu den Manövern ent­senden wird; desgleichen China, Portugal und die Balkan- staaten.

Zum Studium der Pest in Oporto be- giebt sich vom Berliner Institut für Infektionskrankheiten Professor Dr. Frosch in den nächsten Tagen im Auftrage der deutschen Regierung in die verseuchte Stadt. Profeffor Frosch, der Geheimrat Koch auf seiner Reise zum Studium

der Malaria in Italien begleitet hat, ist erst vor wenigem Tagen in Berlin eingetroffen.

Zum Kaiser besuch in Straßburg wird be­richtet, daß der Monarch, über Lauterburg kommend, am Montag, 4. d. Mts., morgens 9 Uhr 35 Minuten auf dem Neudorfer Bahnhofe eintrifft, woselbst kleiner Empfang be­fohlen ist. Sofort nach der Ankunft begiebt sich der Kaiser mittels Hofwagens nach dem Polygon, steigt dort zu Pferde und nimmt nach Begrüßung der erschienenen Fürstlich­keiten 20. die große Parade ab, nach deren Beendigung er an der Spitze der Fahnenkompagnie in Straßburg einreitet und im Kaiserpalast absteigt. Daselbst findet um 6^/, Uhr abends große Militär-Paradetafel statt. Für Dienstag abend sind vom Kaiser die Spitzen der Civilbehörden von Straßburg zur Tafel nach dem Kaiserpalast befohlen worden. Der Kaiserpalast wurde von dem Monarchen zuletzt am 18. und 19. Oktober 1895 bewohnt und zwar anläßlich der Denkmalsenthüllung auf dem Schlachtfelde bei Wörth. Der Kaiser nimmt zwar ungern in dem Palaste Wohnung, weil die innere Einrichtung seinem Geschmacke wenig ent­spricht und weil sich das Gebäude zur Unterbringung eines größeren Gefolges nicht eignet. Die von dem Kaiser zu bewohnenden Räumlichkeiten liegen im linken Flügel nach der Universität zu und sind sehr einfach ausgestattet. Im Arbeitszimmer des Kaisers steht ein schmuckloser, mittel­großer Schreibtisch ohne Aussatz; Schreibzeug, Kerzenhalter, Briefbeschwerer und Weckeruhr 2c. sind ans Bronze gefertigte Die ans gepreßtem Leder mit Golddruck hergestellte Tapete trägt als einzigen Schmuck ein Bild, Kaiser Wilhelm I. bei Sedan darstellend, und eine alte Urkunde mit Abbildungen. Die Empfangs-, Wohn- und Schlafzimmer sind ebenfalls nicht luxuriös ausgestattet, indessen sind die Kamine aus echtem französischen Marmor gearbeitet und mit herrlichen Spiegeln versehen. Die Abreise des Kaisers und seines Gefolges nebst Gasten von Straßburg in das weitere Manövergelände erfolgt über Röschwoog-Rastatt am Mitt­woch mittag um ll/z Uhr vom Zentralbahnhofe aus.

An der Küste von Deutsch-Südwestafrika ist, wie ausSwakopmund gemeldet wird, das Telegraphen­kabel am 7. Juli wieder gebrochen, vermutlich an der­selben Stelle, wo schon Mitte Mai ein Bruch erfolgte. Die Stelle liegt etwa acht Meilen von der Walfischbar entfernt, das Kabel hat sich hier infolge seiner Schwere im Meeresboden eingebettet; man neigt der Ansicht zu, daß sich durch ' vulkanische Einflüsse Gase entwickelt haben, die zur Explosion gekommen sind und eine Zerstörung des Kabels bewirkt haben.

Ausland.

Die Pest in Portugal. Donnerstag wurde ein verdächtiger Krankheitsfall gemeldet. Der Ausschuß der kaufmännischen Vereinigung richtete an den König und den Gouverneur Eingaben, in welchen um Antwort auf die vor­gebrachten Beschwerden gebeten wird. Einige Geschäfte in der Stadt sind geschlossen. Nachmittags verlas der Präsident der kaufmännischen Vereinigung vor einer großen Volksmenge eine Verfügung der Regierung, durch welche Versammlungen verboten werden. Die Menge widersprach in lärmender Weise, Gendarmen zerstreuten sie und nahmen mehrere Ver­haftungen vor.

Lokales und UrovinMes.

Gießen, 2. September 1899.

* Militärischer Besuch. Aus Anlaß der in der Um­gegend stattfindenden Truppenübungen sind hier eingetroffen und intHotel Großherzog von Hessen" abgestiegen: der kommandierende General des 18. Armeekorps, Exzellenz v. Lindequist, Generalleutnant Exzellenz v. Schilling- Cannstadt und General v. Ploetz.

* Die Sedanfeier wurde hier in der üblichen einfachen Weise begangen. Oeffentliche und private Gebäude sind beflaggt. Heute morgen um 7 Uhr wurde von einer Zivil­kapelle ein Choral vom Turme der Stadtkirche geblasen. Die Krieger- 2c. Vereine halten ihre besonderen Feierlich­keiten heute abend, bezw. am morgigen Sonntag.

* * Vom Vogelsberger Höhenklub. Da der diesjährige Gesamtausflug auf den Hoherodskopf am 1. Juli gänzlich verregnet war, beabsichtigt der Verein, wie bereits mitgeteilt, statt des projektierten HerbftauSfluges nach Hirzenhain einen solchen am 10. September auf den Hoherodskopf zu veranstalten, wozu er Einladungen an die Zweigvereine ergehen läßt. Aus den Beschlüssen der letzten Generalversammlung heben wir als wichtigen Punkt hervor: die Erbauung eines massiv steinernen Turmes auf dem Taufstein, der als Erinnerung an den größten Staatsmann Deutschlands den NamenBismarckturm" er­halten wird. Ein Ausschuß zur Betreibung der Angelegen­heit ist unter Vorsitz des Herrn Geheimen Regierungsrats Schönfeld in Schotten bereits gewählt worden.

* * Die Freie Vereinigung der Krankenkassen im Groß- Herzogtum Hessen hat in ihrer kürzlich abgehaltenen General­versammlung beschlossen, bei Großh. Staatsregierung zu befürworten, daß die Dienstboten durch landesgesetzliche Bestimmung der Krankenversicherungspflicht unterworfen würden, wie dies in Baden, Württemberg und Sachsen der Fall sei. Der Antrag wird hauptsächlich damit begründet, daß Dienstboten im Falle der Erkrankung der Armen­unterstützung anheimfielen. Die Großh. Staatsregierung läßt nun durch dje Kreisämter bei sämtlichen Gemeinden Erhebungen anstelle!«, ob ein Bedürfnis zur landesgesetzlichen Einführung der Versicherungspflicht der Dienstboten in der Gemeinde hervorgetreten ist.

* Eine bemerkenswerte Neueinrichtung in Bezug auf den Transport unverpackter Fahrräder besteht seit einiger Zeit im Bereich der Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen. Besondere Abteile, die äußerlich durch ein Schild mit der Aufschrift.