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3.2.1899 Erstes Blatt
 
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fltzung beschlossen und in dieser den Antrag der Minderheit, Aach welchem das Gesetz mit rückwirkender Kraft vom 1. Januar 1899 au in Kraft treten soll, mit 150 gegen 149 Stimmen angenommen. Das Ergebnis der Abstimmung wurde von der Linken mit großem Beifall ausgenommen. Inzwischen ist nun am Mittwoch die Vertagung des Reichs­rats auf Grund Allerhöchsten Auftrages ausgesprochen worden. . .

Wien, 1. Februar. Das neue bulgarische Minr- sterium wird von derNeuen Freien Presse" äußerst sympathisch begrüßt. Das Blatt bezeichnet die Mitglieder desselben als solch vertrauenswürdige Personen, welche die Eigenschaft besitzen, der inneren Partei-Zerklüftung Einhalt zu thun und die Angelegenheit der Orientbahn zu einem guten Ausgange zu führen.

Brussel, 1. Februar. Trotzdem der Kongostaat die neuerlichen Schreckensnachrichten ableugnet, scheint es doch zweifellos zu sein, daß die Aufständischen in weiteren Gesechten sowohl am Tanganjika-See gegen DHanis ebenso wie am Zusammenfluß des Ubanghi und Kongo gegen Lothaire gesiegt haben. Letzterer soll selbst schwer verwundet und gefangen genommen worden sein. In beiden Gefechten sind viele Weiße gefallen. Da DHanis und Lothaire 1400 Kilometer von einander entfernt sind, so scheint der Aufstand der Batetelas nunmehr das ganze Aequatorial-Gebiet er­griffen zu haben.

Paris, 1. Februar. Die Rechtspflege geht im ftan- zösischen Parteikampf unter. Das ist die bedeutsame, für die Republik verhängnisvolle Thatsache, die jetzt nur in einem neuen Abschnitt hervortritt. Dem Justizminister läßt sich daraus nicht einmal ein Vorwurf machen. Die Thatsache bestand vom Anfang der Dreyfussache an und muß daher auch deren Abschluß bilden, einen Abschluß, der wahrscheinlich alle Formen des Gesetzes abstreisen und den Kampf der Parteimächte in unverhüllter Rohheit zeigen wird. Die französische Regierung unterhandelt mit eng­lischen und sranzösischen Bankhäusern wegen einer Anleihe von acht bis zehn Millionen Pfund Sterling, die haupt­sächlich zur Vergrößerung der Flotte, jedoch auch zu Armee­zwecken bestimmt sei.

Belgrad, 1. Februar. Die im Auslande verbreiteten Gerüchte von einer angeblichen antidynastischen Be­weg u n g in einzelnen Bezirken Serbiens sind vollständig unbegründet.

Konstantinopel, 1. Februar. Wie jetzt bekannt wird, erhob der türkische Vertreter in Bukarest Einspruch gegen die Zulassung des bulgarischen Agenten zum Neujahrs-Empfang, indem er geltend machte, daß die Ver­tretung Bulgariens allein der Türkei zukomme.

Amerika. In letzter Zeit hat die Vorlage wegen Vermehrung des Vereinigten Staaten-Heeres das Repräsentantenhaus zu Washington befchästigt. Der wesentlichste Paragraph fetzte die Präsenzstärke auf 100000 Mann fest. Gegen diese Bestimmung wie gegen mehrere andere erhob sich aus beiden Seiten des Hauses Widerstand. Zunächst wurde der Artikel, welcher den Rang eines Ge­neralleutnants schafft, gestrichen; es wird auch fernerhin keinen höheren Rang in der Armee geben, als den eines Generalmajors. Die republikanischen Führer erklärten sich bereit, den Paragraphen über die Stärke des Heeres dahin «bzuändern, daß sie mindestens 50000, höchstens 100000 Mann betragen solle; der gegenwärtige Jstbestand von 64000 Mann möge beibehalten werden, dem Präsidenten aber Vollmacht gegeben werden, im Falle der Not die Zahl auf das Höchstmaß zu bringen. Schließlich hat das Haus die Vorlage mit der Maßgabe angenommen, daß die Präsenz­stärke mindestens 57 000, höchstens 75000 Mann betragen solle. Damit ist das Gesetz aber noch keineswegs ge­sichert. Der Senat wird jedenfalls die Vorlage verstümmeln und wahrscheinlich ganz ablehnen. Weil man diesen Fall besürchtet, wird nun schon von vornherein der Vergleichs- Vorschlag gemacht, das Heer ein Jahr lang in seiner ge­genwärtigen Stärke bestehen zu laffen.

Die Absendung von Verstärkungen nach den Philippinen soll laut einem in Washington soeben ge­gebenen Befehle neuerdings noch beschleunigt werden. Das ist kein gutes Zeichen. Aus Madrid wird ferner gemeldet, die nordamerikanische Regierung habe der spanischen den überraschenden Vorschlag gemacht, sie wolle die spanischen Truppen, sowie alle spanischen Gefangenen, welche sich noch auf den Philippinen befinden, auf Kosten der Vereinigten Staaten nach Spanien zurückbesördern. Offenbar befürchtet man in Washington, daß die fernere Anwesenheit von Spaniern auf der Inselgruppe die Philippiner in ihrem Widerstande bestärken könne.

Zur kubanischen Frage wird aus Washington berichtet, Robert Porter sei im besonderem Auftrage nach Cuba gegangen, um sestzustellen, ob die cubanischen Truppen bereit sind, sich auszulösen, wenn sie einen Sold im Betrage von 3 Millionen Dollars empfangen. Die Cubaner ver­langen allerdings nicht weniger als 30 Millionen.

Males und MovmMes.

Gießen, den 2. Februar 1899.

Empfang. Se. König!. Hoheit der Großherzog empfingen am 1. Februar u. a. den Oberstleutnant a. D. Cramolini, Präsident des Landesverbandes der mili­tärischen Vereine,Kriegerkameradschaft Hassia", den Haupt­mann Ehrhardt vom Jnsanterie-Regiment Nr. 140, den Amtsrichter von Psister von Orlenberg, den Pfarrer Schulte von Beuern, den Professor Sauer von Gießen.

Ruhestandsversehung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog habenAllergnädigst geruht, am 28. Januar den Lehrer an der Augustinerschule zu Friedberg, Dr. Albert Schöl, auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. April I. Js., in den Ruhestand zu versetzen.

* Eruenuuug. Seine Königliche Hoheit der Groß- herzog haben Allergnädigst geruht, am 28. Januar dem Forstwart der Gemeinde-Forstwartei Beffunger Tanne, Georg Bollhardt zu Bessungen, aus Anlaß seiner Ver­setzung in den Ruhestand den Charakter alsFörster" zu verleihen.

Aus dem Gerichtsdieust. Durch Entschließung Groß­herzoglichen Ministeriums der Justiz vom 30. Januar ist der Gerichtsaffessor Dr. Heß in Darmstadt mit Wahr­nehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei Großherzoglichem Amtsgericht Darmstadt I und der Ge- richtsaffeffor Schnitzspahn in Alsfeld vom 1. Februar d. Js. an mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei Großherzoglichem Amtsgericht Darmstadt II beauftragt worden.

Gießener Volksbad. Der Besuch des Bades im ab- gelaufenen Monat Januar ist wie zu erwarten namentlich an den kälteren Tagen zurückgegangen gegen denjenigen des Vormonats; immerhin wurden insgesamt noch 7185 Bäder abgegeben, gegen 7823 im Dezember, und gegen den höchsten Januar-Besuch des Offenbacher Bades mit 5981 Bädern.

Dagegen hat der Samstag, der 21. Januar d. Js., den seit Bestehen des Bades höchsten Tagesbesuch ergeben mit zusammen 593 Bädern, worunter 405 Schwimm-, 88 Brause- und 94 Wannenbäder.

Der Monats besuch im einzelnen hat sich verteilt wie folgt

Schwimmbad 4447 Männer, worunter 9591 zu 869 Frauen, 198/ 10 Pfg.

Wannenbäder 1. Kl. 171 Männer, 2. Kl. 492 Männer,

1. 53 Frauen, 2. 280 Frauen,

Dampf- und Heißlustbäder zusammen 117 Männer,

25 Frauen,

Brausebäder zusammen 731.

Die Personenwage wurde von 140 Personen benutzt, die Anstalt von 38 Personen besichtigt.

* * Stadttheater. Als zwölfte Volksvorstellung ging am Dienstag abend das bereits mit Clara Drucker als Gast in dieser Spielzeit gegebene Birch-Pfeiffer'sche Charakterbild Die Grille" in Szene. An Stelle Clara Druckers gab Frl. Alice Schloß die Fanchon Vivieux mit gutem Erfolg. Erreichte ihre Grille in Darstellung und Spiel auch nicht die ihrer hochgeschätzten Vorgängerin, so zeigte sich Fräulein Schloß auch in dieser Rolle als begabte Künstlerin, die ge­wonnen zu haben unserem Stadttheater sicher zum Vorteil gereichen wird. Das Haus war, wie bei den sogen. Volks- vorstellungen Üblich, übervoll. Das sür gestern abend angesetzte Benefiz des Herrn Hubert Dietzsch wandelte ich insofern in ein Malefiz, als infolge eines gelegentlich »er letzten Probe zwischen dem Helden und der Direktion ausgebrochenen Zwistes das zahlreich herbeigeströmte Publikum in des Wortes verwegenster Bedeutung heimgeschickt wurde. Von sich freuenden dritten wurde in diesem Falle nichts be­merkbar, dagegen machte sich ber Unmut über die erfahrene Unbill zuweilen recht drastischLuft, und dürfte das Theater durch diesen unverkennbaren Mißerfolg kaum gewonnen haben.

Stadttheater. Wie bereits bekannt, kommen die Verfasser desWeißenRößl", Blumenthal und Kadel- burg, morgen (Freitag) mit ihrem neuen dreiaktigen Lust­spieleAuf der Sonnenseite" zu Wort. Der große Erfolg, den das Stück überall errang, wird ihm auch hier treu bleiben. Der ungewöhnlich hohen Honorarkosten wegen läßt die Direktion eine kleine Preiserhöhung eintreten.

ein Gegenstand des lebhaftesten Zntereffes für alle Einwohner unserer Stadt ist ohne Zweifel die in Aussicht genommene Kanalisation derselben. Unsere Nachbar­stadt Marburg ist uns in dieser Richtung bereits voran­gegangen. Zu hören, welche Erfahrungen man dort mit der Kanalisation gemacht hat, wird deshalb vielen gewiß erwünscht fein. Der nationalliberale Verein hat es sich angelegen sein lassen, einen dortigen sachverständigen Herrn sür Abhaltung eines Vortrages über fraglichen Gegenstand zu gewinnen, woran sich in öffentlicher Versammlung eine lebhafte Diskussion anschließen dürste. Wir machen hierauf einstweilen aufmerksam mit dem Be­merken, daß über Zeit und Ort der Versammlung, welche wahrscheinlich in nächster Woche stattfinden wird, Anzeige in diesem Blatte bevorsteht.

* Kunstverein. Unter den etwa 90 ausgestellten Ge­mälden, welche gegenwärtig die Ausstellung im Turm­haus am Brand ausweist, befinden sich nach Gegenstand und Aussührung sür den Kenner, wie den Laien interessante Stücke. Vorerst nennen wir die beiden Gemälde von A. Weinberger- Wiesbaden,Hasenlager" undBirkhahnbalz", welche als recht gelungen zu bezeichnen sind und namentlich sür Jagd- freunde besonderen Reiz bieten. Tief ergreifend in feiner schlichten Darstellung ist danebenDas Lied vom Leid" von R. Jaumann-Maxlau; sreundlicher und recht ansprechend sind zwei andere GenrebilderAlte Bekannte" von A. Rieper undHeimkehr vom Markt" von C. Mali-München. EinenOberitalienischen Weinkeller" zeigt uns A. Leu- Deffau mit feinem Bilde, an welchem der zarte weiche Ton angehm auffällt.Fuldaer Bäuerin am Brunnen" von L. v. Rößler-Frankfurt a. M. bietet einen besonderen Reiz durch die ungemein wirksamen Lichteffekte.Studien- köpse" sind von I. Zeniseck - Prag und G. Brosch- Venedig ausgestellt. Wir geben letzterem den Vorzug; von selbigem Künstler finden wir noch ein Bild, welches denS. Giovaniplatz" in Venedig darstellt. Auch die Landschaft ist recht schön vertreten, besonders ge­fallen unsMondnacht" von L. Douzettö-Barth (Ostsee) und die beiden Bilder von R. Frefenius-CronbergFlußland­schaft" undBeim Fischen". In Perspektive, Lust und Stimmung sonderlich gut getroffen istSchleuse im Winter" von H. v. Stegmann-Stein-Heinrichsau,Schaft am Neckar" von I. Kornbeck-Oberensingen undMotiv aus dem Rhön- gebirg" von I. Hoffmann-Frankfurt a. M. Ferner sollen

nicht unerwähnt bleibenFischer in einer Waldbucht" von A. Kappis-Stuttgart,Hessische Mühle" von W. Barthel- Düffeldors,Buchwald" von H. Schnabel-München und ] Am Brunnen" von I. Braubach-Cronberg. Unter den i Künstlern, welche die Ausstellung mitStillleben" und ; Blumenstücken" beschickt haben ist in erster Linie Ilse Müller-Gotha zu erwähnen, welche mit einer Kollektion von circa 20 Bildern vertreten ist, die auch saft durchweg das Interesse der Beschauer beanspruchen dürfen. Auch §. Mertens-Celle hat ein BlumenstückLilien" ausgestellt, welches ebenfalls besondere Beachtung verdient. Voraus­sichtlich wird schon kommende Woche ein teilweiser Wechsel der Gemälde stattfinden, sodaß baldiger Besuch der Aus­stellung ratsam erscheint.

* Der hessische Landwirtschaftsrat hat aus staatlich ge- I währten Mitteln 6000 Mk. für die im Juni ds. Js. in I Frankfurt a. M. stattfindende Landwirtschaftliche I Ausstellung, und speziell sür die Tierabteilung, als Preisstiftung festgelegt, ferner werden noch weitere 2000 Mk. nach Kenntnisnahme des Umfanges der Tierbeschickung für denselben Zweck bereitgehalten.

Unberufene Versmacher. In letzter Zeit wurden wiederholt öffentliche und Privatgebäude durch Beschreiben derselben mit Kreide beschmutzt und Verse unsittlichen Inhalts angeschrieben. Gestern gelang es, drei dieser Vers- künstler (drei Bäckerjungen) abzufaffen und zur Anzeige zu bringen.

* Befitzwechsel. Das von Herrn Hinkler in dem Hause Westanlage 21 neu eingerichtete HotelGroßherzog von Hessen" ging heute mit sämtlichen Aktiven und Passiven an den Eigentümer des Hauses, Herrn Bauunter­nehmer Nauheimer, käuflich über. Das Hotel wird üt unveränderter Weise weitergeführt.

Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Tot­geborenen, betrug in der Woche vom 8. bis 14. Januar in Mainz 24, in Darmstadt 28, in Offenbach 20, in Worms und Gießen je 7, zusammen 76, davon 20 im ersten Lebensjahre. Todesfälle pro Jahr und 1000 Einwohner kamen auf Mainz 15,5, auf Darmstadt 21,1, Offenbach 12,2, Worms 10,1 und auf Gießen 14,8. Die Todes­ursache anbelangend, verstürben an Diphtherie 1 (Darm­stadt), an Unterleibstyphus 1 (Mainz), an Diarrhöe und Brechdurchfall 5 (je 1 in Mainz, Offenbach und Gießen, 2 in Worms), an Lungenschwindsucht 10 (6 in Mainz, 3 in Darmstadt, 1 in Worms), an akuten entzündlichen Krank­heiten der Atmungsorgane 12 (je 2 in Mainz und Gießen, I 6 in Darmstadt, je 1 in Offenbach und Worms), an Gehirn- Apoplexie 5 (je 1 in Mainz, Offenbach und Gießen, 2 in Darmstadt), an sonstigen Krankheiten 39 (11 in Mainz, 16 in Darmstadt, 7 in Offenbach, 2 in Worms, 3 in Gießen); gewaltsamen Tod erlitten 3 Personen (2 in Mainz, 1 in Worms).

0 Ortenberg, 1. Februar. Unsere Vogelsberger Steine | erhalten immer weiteren Rus, und erlangen dadurch -®a£ I sür uns die Hauptsache ist einen immer höheren Wert. Als Beweis dafür ist anzusehen, daß ein einziger Morgen I Land, den man vor wenigen Jahren vielleicht noch um etliche hundert Mark hätte kaufen können, kürzlich für ein Pacht­geld von tausend Mark, aber nur für ein einziges Jahr verpachtet wurde, weil er wertvolles Steinmaterial birgt. Der Pachter ist ein unternehmender Herr aus dem Kreise Offenbach. Wenn er eine weitere Fläche haben will, kann er sie gegen dasselbe Pachtgeld, d. h. 1000 Mark für den Morgen, erhalten. Daneben giebt er dem Staate das Chaussierungsmaterial für die dortigen Straßen aus den Abfallsteinen umsonst. Solche erfreuliche Ergebnisse mit unfern Vogelsberger Steinen erinnern einigermaßen an das I Thonlager in Klingenberg a. M.

E Echzell, 1. Februar. Ein mit großer Schlauheit ausgeführter Einbruchsdiebstahl setzt die Gemüter unserer Dorfbewohner in Bewegung. Es wurde einem hiesigen Ehepaare, während cs abends auswärts war, ein Betrag von nahezu 150 Mk. aus der Kaffe entwendet. Letztere besitzt nicht einmal ein Schloß zum Abschließen, sondern nur einen Knops zum Ausziehen der Schublade. Dem Dieb, der jedenfalls in dem Hause sehr bekannt sein muß, war das Handwerk recht bequem gemacht. Man ist dem Gauner aber schon aus der Spur.

Von der untern Bergstraße, 30. Januar. Wie in vor­hergehenden Jahren, so werden auch in diesem Winter bit noch vorhandenen wenigen Exemplare älterer Nuß' bäume erheblich gelichtet, sodaß in kurzer Zeit diese schatten­spendenden Bäume säst gänzlich von der Bildfläche ver­schwunden fein, und unsere Gegend eines schönen Schmuckes I beraubt sein wird. Für das vielbegehrte Holz wird aller­dings ein hoher Preis gezahlt. Darmst. T. A.

Mainz, 1. Februar. Die junge Amerikanerin, welche mit dem Juwelenschwindler in dem .Hotel Conti­nental" verhaftet worden ist, wurde gestern Nachmittag von i der Staatsanwaltschaft außer Verfolgung gesetzt, und von dem amerikanischen Konsul in einem hiesigen Hotel unter­gebracht. Der Konsul wird für das Fortkommen des auf so schändliche Weise betrogenen Mädchens Sorge tragen.

Oppenheim, 31. Januar. In einer gestern abend ab- gehaltenen Versammlung des Lokal-Weinbauvereins standen mehrere wichtige Gegenstände aus der Tagesordnung. In der ersten Sache, welche die Abänderung des Reichs weingesetzes von 1892 betrat, wurde folgende Resolution angenommen: 1. Die Fabrikation von Kunstwein ist bei süngnisstrafe zu verbieten; 2. der Zusatz von Zuckerlösung zum Traubenmost soll bis Ende Dezember des betreffenden Jahres erlaubt sein. Den Herren Oekonomierat Wernher, Gutsbesitzer Weitzel und Weinhändler Harth, welche die Provinz Rheinhessen bei der demnächst in Berlin stattfindenden Konferenz zur Vorberatung wegen Abänderung des Gesetzes vertreten, soll der Wortlaut dieser Resolution zur gefälligen Benützung mitgeteilt werden. In einer zweiten Frage,

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