Ausgabe 
3.1.1899 Erstes Blatt
 
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der Ministerien des Innern, des Handels und der Eisenbahn nicht mehr durch Eisenbahnen und Dampfschiffsverbindungen befördert werden.

Budapest, 31. Dezember. Hier wurde em Erlaß publt- cirt, welcher die Verlängerung des wirtschaftlichen Ausgleichs zum Gegenstand hat. Die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Znstandes soll im Wege des Quoten­wechsels Seitens der beiden Regierungen gegenseitig er­folgen.

Budapest, 31. Dezember. Durch eine Verordnung des Finanzministers werden vom 1. Januar 1899 ab alle Steuerexekutioen, sowie Exekutionen für ära­rische Forderungen bis auf Weiteres sistirt.

Rom, 31. Dezember. König Menelik hat auf Anraten Frankreichs, sich nicht mit England in einen Konflikt einzulassen, derItalia Militare" zufolge, den Vormarsch gegen Galabeth aufgegeben.

Genf, 1. Januar. Das makedonische Komitee hält hier demnächst einen Kongreß ab, um die Forderungen und das Verhalten der Makedonier einer eingehenden Beratung zu unterziehen und dieselben alsdann den Großmächten zu unterbreiten.

Paris, 31. Dezember. Der frühere Unterpräfekt von Fourmies, Namens Isaak, ist von der Polizei verhaftet worden, weil er sich weigerte, seinen militärischen Pflichten nachzukommen.

Paris, 31. Dezember.Crie de Paris" zufolge hat Kapitän Lebrau-Renault bei seinem Verhör vor dem Kassationshof sich geweigert, eine direkte Antwort zu geben. Er sagte, es sei ihm unmöglich, sich genau zu erinnern, was Dreyfus seiner Zeit zu ihm gesagt habe. Einer der Kassationshofräte stellte Lebrun-Renault sodann die Frage, ob er unmittelbar nach dem Sprechen mit Dreyfus den Eindruck gehabt habe, daß die Worte Dreyfus ein Ge­ständnis seiner Schuld gewesen seien. Lebrun-Renault ant­wortete kategorisch:Nein, man hat mir erst nachher ge­sagt, daß diese Worte Dreyfus einem Geständnis gleich­kämen."

Paris, 31. Dezember. Aus Montreal kommt die Meldung, das dortige BlattToronto World" veröffent­licht einen sensationellen Artikel über die anglo-ameri­kanischen Beziehungen. Das Blatt erklärt, England sei entschlossen, um sich die Freundschaft der Vereinigten Staaten zu sichern, Kanada aufzugeben und an die Ver­einigten Staaten abzntreten. Das Blatt sagt, die Kolonie könne sich auf eine baldige Annektion durch die Vereinigten Staaten gefaßt machen.

Paris, 1. Januar. Brisson wird seine Präsident­schaft für die Kammer aufstellen lassen. Alle Revisionisten werden dagegen stimmen.

Bukarest, 31. Dezember. Die Kammer ist bis zum 23. Januar vertagt worden.

Petersburg, 31. Dezember. Die Nachricht, der Zar werde im Frühjahr über Wien nach Rom reisen, wird in informierten Kreisen, trotz des erfolgten Dementis, für zu­treffend gehalten.

MFC. Rußland. Trotz der verschiedenen Dementis sollen doch für die Vermehrung der Flotte 250 Millionen Rubel ausgcworfen sein.

Rew-Nork, 1. Januar. Ein amerikanisches Geschwader unter Führung des Admirals Sampson wird im Früh- ftchr die Häfen Deutschlands, Englands und Frankreichs besuchen.

Aus Schautung. Englische Zeitungen haben uns neuer­dings mehrfach die angenehme Neuigkeit übermittelt, daß im Innern der Provinz Schantung eine Gährung be­stehe, und daß diese Gährung sich gegen die Erwerbung von Kiautschou durch Deutschland richte. Man wird gut thun, dergleichen Nachrichten mit allergrößter Vorsicht aufzunehmen. In Wirklichkeit ist nichts dahinter, als der Wunsch eng­lischer Interessenten, die deutschen Unternehmungen im Innern von Schantung, so lange es angeht, oder womög­lich vollkommen hintanzuhalten.Gährungen" sind im Innern >on China immer und an allen Stellen vorhanden und vor­handen gewesen. In den weitaus meisten Fällen beschränken sie sich auf örtliche Unruhen, welche zudem gewöhnlich nicht einmal diesen Namen verdienen, sondern eine ähnliche Rolle spielen, wie etwa ein größerer Ausstand bei uns. Gereizte Stimmung gegen Fremde besteht in China nach wie vor und zwar in allen Theilen des Landes, verhältnißmäßig aber gerade am wenigsten in der Provinz, um die es sich hier handelt, nämlich in Schantung. Das englische Preß­manöver scheint keinen anderen Zweck zu haben als den, das deutsche Kapital von den geplanten großen deutschen Unternehmungen in unserem Hinterland von Kiautschou ab­zuschrecken. Irgend ein Grund zur Beunruhigung liegt absolut nicht vor und kann durch derlei englische Tataren­nachrichten auch nicht gegeben werden.

Lokales und Provinnelles.

Gießen, den 2. Januar 1899.

* * Ordensverleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht, am 3. Dezember dem Vorstand des Salinen- und Bergamts, sowie der Bade­direktion Bad Nauheim Geheimen Bergrat Otto Weiß zu Bad Nauheim aus Anlaß seines am 1. Januar 1899 stattfindenden 50jährigen Dienstjubiläums das Ritterkreuz 1. Klasse des Ludewigs-Ordens zn verleihen.

* * Charaktererteilung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 23. Dezember dem Rechner der Spar- und Kreditkasse in Groß-Umstadt Jakob Lautz den Charakter alsRendant" zu erteilen.

* * Ernennung. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums des Innern wurde der Großherzogliche Kreis­amtmann Loch mann zum Vorsitzenden des neu zu bildenden Schiedsgericht für die städtische Bauunfallversicherung zu

Mainz und der Großhcrzogliche Kreisamtmann Krug von Nidda zum Stellvertreter des Vorsitzenden dieses Schieds­gerichts ernannt.

* * Aus dem Verwaltungsdienste. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 29. Dezember 1898 ist der Großherzogliche RegierungS- affessor Hermann v. Bechtold in Darmstadt vom 1. d. M. an mit Versetzung der Stelle eines Kreisamtmanns bei dem Großherzoglichen Kreisamt Alsfeld beauftragt worden.

* Ernannt wurde am 28. Dezember der Hilfsdiener Christian R e b s o n zum Kanzleidiener der Zweiten Kammer der Stände.

* * Gießener Volksbad. Ungeachtet der kälteren Witte­rung und der mancherlei Abhaltungen, namentlich der Frauen, ist der Besuch des Bades im abgelaufenen Monat Dezember nur wenig hinter dem Vormonat zurückgeblieben: es wurden insgesamt 7823 Bäder abgegeben, gegen 8606 im November (in welch letzterem aber auch um einen Tag mehr gebadet werden konnte) und gegen einen höchsten Dezember-Besuch des Offenbacher Stadtbades von nur 6329. Der Rückgang gegenüber dem November entfällt ausschließlich auf das Schwimmbad, während die Benützung der Wannen-, der Dampf- und Heißluft- und der Brausebäder wiederum zu­genommen hat. Der Besuch im Einzelnen hat sich verteilt wie folgt: Schwimmbad 5007 Männer, darunter 923 zu 10 Pfg., 903 Frauen, darunter 205 zu 10 Pfg., Wannen­bäder 1. Klasse 213 Männer, 54 Frauen, 2. Klasse 512 Männer, 282 Frauen; Dampf- und Heißluft-Bäder zu­sammen 128 Männer und 27 Frauen; Brausebäder zu­sammen 697. Die Personenwage wurde von 140 Personen benutzt, das Bad von 56 Personen besichtigt.

**-e- Stadttheater. Mit recht gutem Erfolge gelangte gestern Abend das fünfaktige VolksstückMein Leopold" von L'Arronge zur Aufführung. Dieses alte, von Bial in Musik gesetzte Stück, verfehlt noch immer seine Wirkung nicht, zumal wenn die Rolle des protzigen Schuhmacher­meisters und Hauswirts, aber gar schwächlichen Vaters, des Gottlieb Weigelt, so meisterhaft dargestellt wird, wie gestern durch Herrn Direktor Helm. Auch sein Sohn Leopold und seine Tochter Clara fanden in Herrn Köhler und Frl. Würdig tüchtige Vertreter. Eine allerliebste Stadt­richterstochter lernten wir in Frl. Pauli als Emma kennen; gesanglich sowohl als schauspielerisch bot sie eine recht gute Leistung. Herr Wilhelmi war als Mehlmeier ein recht drolliger Klavierlehrer. Die Regimentsmusik konnte trotz ihres vorzüglichen Spiels über die endlos langen Pausen nicht hinwegtäuschen.

< # Jubiläum. Im Hause Gg. Ph. Gail begingen gestern die Herren H. Petri und I. Jung ihr 25jähriges Jubiläum und fand aus diesem Anlaß dortselbst eine durch Umstände bedingte kleine, aber erhebende Feier statt. In Anerkennung ihrer treuen Mitarbeiterschaft wurde genannten beiden Herren, sowie dem Herrn Emil Böß, welcher dieses Jubiläum bereits im Jahre 1885 feiern konnte, Prokura erteilt. Es ist gewiß ein erfreuliches Zeichen, wenn in unserer kurzlebigen Zeit langjährige treue Dienste die ver­diente Würdigung finden und wird dadurch dem erwähnten Hause, wie seinen Angestellten, ein gleich ehrendes Zeugnis zu teil.

* * Vortragskurs für praktische Landwirte in Gießen vom 4. bis 7. Januar 1899. Wie wir vom Hessischen Land­wirtschaftsrat erfahren, verteilen sich die Vorträge an den einzelnen Tagen nach folgendem Plane: Mittwoch vor­mittags von 101 Uhr werden folgende Vorträge ab­gehalten: Neue Erfahrungen auf dem Gebiete des Zucker­rübenbaues und der Zuckerfabrikation. (Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Märcker - Halle). Landeskulturaufgaben. (Landeskulturrat Dr. Klaas-Darmstadt). Neue Erfahrungen auf dem Gebiete des Kartoffelbaues und des Brennerei­betriebes (Geheimer Reg.-Rat Dr. Märcker Halle). Donnerstag vormittags: lieber die Grundrente. (Geh. Hof­rat Prof. Dr. Thaer-Gießen). Fortschritte auf dem Gebiete der Schweinezucht. (Generalsekretär Dr. Kirstein-Berlin). Drei kurze Vorträge praktischer Landwirte über Einrich­tungen und Erfahrungen ihrer Wirtschaft. Freitag vor­mittags : Fortschritte auf dem Gebiete der Seuchenbe­kämpfung (Prof. Dr. Winckler-Gießen). Staatliche und korporative Maßnahmen zur Hebung der Viehzucht (Landes­tierzuchtinspektor Dr. Vogel-München). Elektrizität in der Landwirtschaft. (Ingenieur Leonarz-Nürnberg).

Landwirtschaftliche Ausstellung in Frankfurt a. M. Auf eine Eingabe des hessischen Landwirtschaftsrates bei der Eisenbahndirektion zu Frankfurt a. M. wurde die frachtfreie Rückbeförderung der auf der landwirtschaftlichen Aus- stellung zu Frankfurt a. M. unverkauft gebliebenen Tiere unter den üblichen Bedingungen bewilligt, vorausgesetzt, daß die Rückbeförderung innerhalb vier Wochen stattfindet.

* * Die Neujahrsnacht verlief, ohne daß größere Aus­schreitungen oder Unfälle zu verzeichnen sind. Im allgemeinen wurde der Unfug getrieben, möglichst viel Feuerwerkskörper aus den Fenstern von Privathäusern, ins­besondere aber aus Wirtschaften, rücksichtslos zwischen das Publikum zu werfen. Mehrere Personen wurden int Gesicht verletzt und an den Kleidern beschädigt. Von der Schutzmannschaft mußten etwa 65 Personen zur Strafanzeige notiert werden, darunter 40 wegen Abbrennen von Feuer­werkskörpern.

K Wieseck, 2. Januar. Am Samstag nachmittag ver­irrte sich das kleine vierjährige Kind des hiesigen Bäckers L. M ü l l e r. Alle Nachforschungen nach demselben waren in der Nacht ohne Erfolg. Früh 6 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert und wurde das Kind denn auch in der Nähe der Badenburg erstarrt aufgefunden. Hoffentlich wird es dem hiesigen Arzte, welcher gleich zur Stelle war, gelingen, das­selbe am Leben zu erhalten.

Bellersheim, 30. Dezember. Der vermißte Karl Eberhardt von hier, von deffen spurlosem Verschwinden

dieLandpost" unlängst berichtete, wurde gestern am Oberholz im Gemeindesteinbruch ertränkt aufgefunden. In diesen Steinbrüchen befinden sich Wasserlöcher, in denen sich jemand leicht ertränken kann und dürfte E. seinen Tod freiwillig gesucht haben. Beim Eismachen wurde der Leichnam entdeckt.

X. Darmstadt, 1. Januar. Es dürfte nicht viel Städte im deutschen Reiche geben, in denen das Neujahrsfest mit einer so allgemeinen, hohe und mittlere Kreise wie imTraube"-Essen umfassenden Feier wie hier be­gangen wird; heuer war die Teilnehmerzahl über 200. Den Toast auf den Landesherrn brachte der Oberbürger­meister aus; auf das fernere gute Verhältnis zwischen Bürgerschaft und Militär toastete der Divisions-Kom­mandeur^______________

Aus der Zeit für die Zeit.

Vor 147 Jahren, am 3. Januar 1752, wurde zu Schiff- Hausen der berühmte Geschichtsschreiber Johannes von Müller geboren. Von hervorragendem Werte, wenn auch in einzelnen Punkten von der forschenden Kritik überholt, find und bleiben seineSchweizergeschichten" und die vier- undzwanzig BücherAllgemeiner Geschichte", meisterhaft in Auffassung und Darstellung der historischen Entwickelung der Personen und Ereigniffe. v. Müllec starb am 11. Mai 1809 AU Kassel.___________________________________________________________

Vermischtes.

I- Dutenhofen, 30. Dezember. Auch in diesem Jahr hat unsere Gemeinde einen Beweis der hochherzigen Gesinnung der Verwaltung des Fernie'schen Bergwerks erhalten. Durch den Herrn Direktor Pascoe kamen zu Weihnachten 200 Mark zur Verteilung, wodurch mehreren armen Wittwen und bedrängten Familienvätern eine große Weihnschtsfreude bereitet wurde. Je mehr unsere Zeit der christlichest-Nächsten- liebe bedarf, um so erfreulicher ist es, dankbar von^olcherc Akten berichten zu können. Dem edlen Geber sei au$ an dieser Stelle herzlicher Dank gesagt.

Universttüts Nachrichten.

Petersburg. Anläßlich der H u n d ertja h r f eier der x Medizinischen Akademie wurden zu Ehrenmitgliedern unter Anderen ernannt der Herzog Karl Theodor in Bayern, Generalstabsarzt der Armee Dr. von Coler, sowie die Prof ssorcn Waldeyer-Berlin, von Bergmann-Berlin, v. Recklinghausen-Straßburg, Kühne Heidelberg, Flügge-Breslau, Stieda-Königsberg und Schwalbe-Slraßburg.

Barmen. Das Preisgericht hat soeben entschieden, daß bezüglich des Wettbewerbes für die Herstellung von zwei Kaiser- standbildern sür die hiesige Kaiser Wilhelm Friedrtch-Ruhmeshall« je einen ersten Preis erhält: Gustav Eberlein-Berlin und Joseph Hammerschmidt-Düsseldorf; einen zweiten Preis: Kauer-Berlin und H. Künzler-Berlin; einen drtttm Preis: Martin Götze-Berlin und Johannes Böse-Berlin.__________________________________________

Spielplau der vereinigten Frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Dienstag den 3. Januar, nachmittags 3*/» Uhr:, Hänsel und Gretel. Abends 7 Uhr: Die lustigen Weiber. Mittwoch den 4.Januar, nachmittags 3»,Uhr: Aschenbrödel. Donnerstag d n 5. Januar: Lohengrin. Freitag den 6. Januar: Wilhelm Tell. Samstag den 7. Januar, nachmittags ,3Vi Uhr: Aschen­brödel. Abends 7 Uhr: Die Jüdin. Sonntag den 8. Januar, nachmittags 31/« Uhr: Aschenbrödel. Abends 7 Uhr: Amelia oder: Der Maskenball.

Schauspielhaus.

Dienstag den 3. Januar: Za za. Mittwoch den 4. Januar: Maria Magdalena. Donnerstag den 5. Januar: Wallen­steins Tod. Freitag den 6. Januar geschlossen. Samstag den 7. Januar: Das Vermächtnis. Sonntag den 8. Januar, nach­mittags 3*/i Uhr: Zaza. Abends 7 Uhr: Han« Huckebein. Montag den 9 Januar: Montag den 9. Januar: Im weißen Rößl.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Montaa den 2. Januar Abends 8 Uhr: Btbelstuude im Confirmandensaal der Johanneskirche. Kolosserbrief, Cap. 2, von Vers 16 an: Mahnung zur Treue gegen den Herrn und sein Wort; Warnung vor Verirrung. Pfarrer Dr. Naumann.

Verkehr, Land- und Volkswirtschaft.

Was ein Zeitungskatalog ist, das weiß heutzutage Jeder, der mit dem Annoncenwesen zu tbun hat, aber welche Unsumme von Fleiß und Arbeit dazu gehört, ein solches Werk herzustrllen, davon hat gar mancher keine Ahnung. Soeben Hai die Central- Annoncen Exp-.diton von G. L. Daube L Co. ihren neuen Zeitungs- katalog für das Jahr 1899 erscheinen lassen, der vermöge seiner pcaktttchen Verwendbarkeit und übersichtlichen Einteilung einen sehr vortheilhaften Eindruck macht. Um die Handlichkeit zu vermehren, ist das Format etwas verändert worden, während die Ausstattung als Schreibmappe, die sich als sehr praktisch erwiesen hat, beibehalten wurde. Die Löschkartons sind nach innen verlegt worden und bet dadurch freigewordene Raum zeigt eine reiche, in Braun und Gold gehaltene Relief-Deckclpreffung, die den Katalog noch wesentlich ele­ganter gestaltet. Wenn man run bedenkt, welche Mühen und Kosten schon allein dir Herstellung eines so umfangreichen Werke« erfordert, so muß man erst staunen, welche Fülle von Vorarbeiten nötig stnd, um den Inhalt zusammenzi-st.llen; denn jede Angabe, selbst über die allerkleinste Zeitung, beruht auf authentischen Mitteilungen. Allein über 20,000 vorgedruckte Fragebogen, ohne die unzähligen schriftlichen Korrespondenzen werden alljährlich über die ganze zivilistrt-' Welt verbreitet und von überallher gelangen die ousge- iüllten Blätter an ihren Bestimmungsort zurückt, wo sie dann ge­sichtet und al« wichtiges Material zur Aufstellung de« KatalogeS verwandt werden. Eine unausgesetzte, anstrengen e Arbeit von un­gefähr 6 Monaten ist erforderlich, um das Werk als das präsentiere« zu können, waS der Daube'sche Zsttungska'alog schon von jeher war: ein zuverlässiges, auf gewissenhaftester Grundlage beruhendes, unent­behrliches Nachschlagebuch für jeden Inserenten.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold'.

Berlin, 2. Januar. Wie dasBerl. Tagbl." aus Brüssel meldet, wird daselbst die Thalsache, daß König Leopold, obwohl er von seinem Fußleiden völlig geheilt ist, den Neujahrs-Empfang bei Hofe völlig absagen ließ, vielfach commentirt. Die liberale Preffe erblickt darin eine