andere im Freien benutzt. Abends gewährt die Königin den Augen so viel wie möglich Ruhe, und wenn sie bei künstlichem Licht lesen oder schreiben muß, zieht sie Wachskerzen vor.
— Die Nachricht von der Bäreninsel, daß der Kommandant des russischen Kriegsschiffes „Swetlana" Herrn Lerner mit einem nicht näher bezeichneten Einspruch begegnet sei, und daß er auch der deutschen Seefischerei-Expedition im Namen der russischen Regierung mit Widerspruch gegen ihre Thätigkeit entgegengetreten sei, ist offenbar unrichtig. Denn aus Tromsö meldete gestern der Draht: Das russische Panzerschiff „Swetlana" traf nach viertägigem Aufenthalte an der Büreninsel heute nachmittag hier ein. Die Russen legten Lerner keine Hindernisse in den Weg. Sie berichteten über sehr viel Nebel und schlechte Hafenverhältnisse. Die deutsche Seefischerei-Expedition hält sich an der Nordostseite auf, wo der beste Hafen ist. Die „Swetlana" wird Sonnabend mittag Tromsö verlassen.
Ausland.
Wien, 29. Juli. Der Kaiser verlieh dem Reichskriegsminister Kriegshammer anläßlich seines 50 jährigen Dienstjubiläums den erblichen Freiherrnstand.
Wien, 30. Juli. Oesterreich lebt jetzt wirklich in einem Maßregelungs-Zeitalter. Immer klarer wird es, daß die Regierung weder Versammlungen gegen den Ausgleich und die Erhöhung der Zuckersteuer, noch den Abdruck solcher Kundgebungen in öffentlichen Blättern dulden will. Beweis dessen ist, daß das Amtsblatt vom Freitag nicht weniger als 57 in den letzten Tagen erfolgte Beschlagnahmen von Zeitungen amtlich bestätigt. Allein die Wiener „Deutsche Zeitung" ist in sechs Tagen sechsmal beschlagnahmt worden.
Wien, 29. Juli. Alle Verbote, Aufiösungen, Beschlagnahmen, Sistierungen vermögen die Volksbewegung gegen den § 14 in Oe st erreich nicht einzuschränken. Die Aufträge an die Behörden, aufs Strengste gegen jede Regung des Volksunwillens einzuschreiten, verfehlen Zweck und Wirkung vollständig. In Deutschböhmen haben bis nun über 80 Gemeindevertretungen gegen die Anwendung des § 14 protestiert! Dieselben werden auch die für die Ausführung der letzten § 14 Verordnung notwendige Mitwirkung der Gemeinde verweigern. Nun regt sich auch in den niederösterreichischen Städten der Widerstand gegen die Erhöhung der Zuckersteuer. Zu morgen, Sonntag, sind siebzehn Volksversammlungen in niederösterreichischen Ortschaften einberufen. Die Wiener Polizeibehörden treffen alle Vorbereitungen, um etwaigen Straßenereignissen gegenüber gerüstet zu sein.
Prag, 29. Juli. Die hiesigen Zuckerbäcker beschlossen, am Tage des Inkrafttretens der Zucker st euer. Erhöhung ihre Geschäfte geschlossen zu halten und einen Protest-Umzug durch die Stadt und Protest-Meetings abzuhalten, zu welchen alle in Prag weilenden Abgeordnete geladen werden.
Arad, 29. Juli. Die Gemeinde Zar an steht in Flammen. Bisher sind über 50Wohnhäuser eingeäschert.
Paris, 29. Juli. Ein Tendenz-Märchen wird jetzt auch amtlich widerlegt. Im Ministerrat erklärte Minister Delcassv, daß die angebliche Depesche des Kaisers von Rußland an den Prinzen Louis Napoleon vollständig erfunden sei. Sie sei von keiner russischen Zeitung veröffentlicht, vielmehr in allen ihren Teilen in Paris erdichtet worden. Waldeck-Rousseau bestätigte, daß wegen der an der vorgestrigen Pariser Börse verbreiteten falschen Nachrichten die Untersuchung eingeleitet worden ist.
Rennes, 29. Juli. Die Verteidigung Dreyfus machte als Zeugen Beaurepaire sowie alle Personen namhaft, die über den Verkauf des Robin-Geschosses an Deutschland Angaben machen wollen.
Belgrad, 29. Juli. Im „Hamb. Corresp." entwirft ein dieser Tage aus Belgrad zurückgekehrter Politiker fob
gendes Belgrader Stimm^lgsbild, das mit der Veschwichti- gungsnote der Berliner serbischen Gesandtschaft recht wenig übereinstimmt: Seit einigen Tagen findet eine wahre Völkerauswanderung aus Serbien, vornehmlich aus Belgrad, nach Süd-Ungarn, Bosnien und nach Fiume und Triest statt. Alles, was in Belgrad und im übrigen Lande auch nur das geringste Anzeichen von Radikalismus trägt, wird verfolgt und „rennet, rettet, flüchtet" deshalb, gerade als ob in Serbien die Pest herrschte. Belgrad selbst macht bereits einen unheimlich öden, verlassenen Eindruck. In seinen Straßen promenieren fast mehr Schutzleute als andere Sterbliche. Das Volk gewöhnt sich allmählich an den häufigen Anblick der radikalen Opfer, welche gefesselt von den Konstablern nacb den Kasematten gebracht werden. Ist es ein „vornehmes Opfer", so wird es im Fiaker dorthin befördert — die „minderen" müssen den Weg zu Fuß zurücklegen. Will solch ein armes Opfer im Bewußtsein seiner völligen Unschuld nicht schnell genug gehen, so wird es durch „Kitzeln" mit dem Säbel sehr bald in Trab gebracht. Weber 200 Personen schmachten bereits infolge des Attentates im Belgrader Kerker. Die jetzigen Zustände in Belgrad erinnern lebhaft an die Vorgänge in Petersburg im Jahre 1883, als nach dem Attentate, dem Kaiser Alexander II. Zum Opfer fiel, ins Ungemeffene Personen verhaftet wurden, die nur des entferntesten Zusammenhanges mit nihilistischen Bestrebungen verdächtigt wurden.
Vermischtes.
* Zerschneiden von 20 Pfennig-Stücken. Aus Hersfeld wird geschrieben, daß dort beim kaiserlichen Postamte in den letzten Tagen zur Einzahlung benutzte kleine silberne Zwanzigpfennigslücke, die etwas abgenutzt oder in geringem Maße beschädigt waren, am Postschalter von dem Ännahme- beamten einfach zerschnitten und nach dieser Entwertung den Einzahlern zurückgegeben wurden. Von den Geschädigten ist der Beschwerdeweg beschritten. Es hat auch in dieser Angelegenheit bereits eine Versammlung von Beteiligten stattgefunden, in der beschlossen wurde, eine Eingabe an das Finanzministerium zu richten. Das Postamt soll zu diesem merkwürdigen Vorgehen dadurch veranlaßt worden sein, daß ihm von der Reichsbankstelle in Hanau eine größere Anzahl solcher kleinen Zwanzigpfennigstücke ebenfalls in durch Zerschneiden entwertetem Zustande zurückgesandt wurde und der entstandene Schaden von den Beamten gemeinsam ersetzt werden mußte. Es ist die Meinung vorherrschend, daß es sich in dem vorliegenden Falle um eine vorsätzliche Be- chädigung fremden Eigentums handelt, und daß die Schalterbeamten kein Recht haben, Geldstücke, deren Annahme sie glauben verweigern zu müssen, durch Zerstückelung zu entwerten.
* Römische Wandmalereien sind in Straßburg aufgefunden worden. Es wird augenblicklich in der Stadt iine umfangreiche Schwemmkanalisation eingerichtet, und dabei die Straßen in der Altstadt allenthalben von Grund aus aufgerissen. Dabei wurden denn vor kurzem in dem ältesten Stadttelle in der Nähe der alten Thomaskirche Wandmalereien aus römischer Zeit gefunden. Man schätzte ie zunächst nicht besonders. Nähere Prüfung hat jedoch ergeben, daß jene Gemälde doch wertvoll sind. Sie wurden in das alte Schloß, in dem sich das Straßburger Museum befindet, überführt und werden dort jetzt durch den Museumsdirektor Professor Henning zusammengesetzt und restauriert. Sie geben außer einem großen Formenschatz an geometri- cher und pflanzlicher Ornamentik auch Darstellungen aus )er Mythologie und dem Menschenleben wieder. Besonders chön sind zwei halbmetergroße Figuren eines Tänzers und einer Tänzerin, sowie zwei Genrebilder, deren eines eine Opferung im Pallastempel, das andere einen Wettlauf in )er Arena darstellt. Die beiden Bilder sind durch eine Anzahl gut gezeichneter, kaum fingergroßer Menschen belebt. Das eine Bild ist durchgängig in braunen, das andere in
grünen Tönen ausgeführt. Zur Umrahmung der Flächne sind Guirlanden, Trophäen und dergleichen verwandt worden. Infolge dieses schönen Ergebnisses hat man die Ausgrabungen an der Fundstätte wieder ausgenommen, und weitere Funde gemacht. Die nachträglich entdeckten Stücke stellen völlig anders geartete, tapetenartige Muster dar, worunter Baumgruppen mit singenden Vögeln den Hauptraum einnehmen. Die Farben sind vortrefflich erhalten. Es hat sich wieder einmal gezeigt, daß die römischen Honigfarben nicht nur unter der trockenen Lavaschlacke Pompejis, sondern auch im Grundwasserschlamm Straßburgs über zwanzig Jahrhunderte zu triumphieren vermögen.
Unterhaltungen in Bad-Nauheim
vom 1. August bis 5. August.
Dienstag den 1. August, nachmittags von 4»'r bis 6Ve und abends von 8 bis 10 Uhr auf der Terrasie: Konzert der Kurkapelle. Nachmittags 4 Uhr: Theater (Kindervorstellung). Die drei Haule- mSnnerchen. Abends 9 Uhr: Bengalische Beleuchtung am Teiche. Mittwoch den 2. August, nachmittags von 4'/, bis 6'/, und abends °on 8 biS 10 Uhr auf der Terrasse: Konzert der Kapelle des 2. Großh. Hefi. Infanterie Regiments (Kaiser Wilhelm) Nr. 116 aus Gießen. Bei gutem Welter spielt die Kurcapelle nachmittags von 4 bis 6 Uhr am Tetchbause. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle. Der Bettelstudent. Donnerstag den 3. August, nachmittags von 4'/, bis 7 Uhr auf der Terrasie: Konzert der Kurkapelle. Abends von 8 bis 10 Uhr im Saale: Tanz. Freitag den 4. August, nachmittags von 4«/, bis 6«/r und abends von 8 bis 10 Uhr auf der Terrasie: Konzert der Kurkapelle. Abends Solisten-Konzert. Abends 8 Uhr: Theatervorstellung. Onkel Bräsig. Samstag den 5. August, nachmittags Don 4*/, MS 6% und abends von 8 bis 10 Uhr auf der Terrasie: Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale: Zauber Vorstellung des Hofzauberkünftlers Belachtni-Marburg.
8piklp!«i^krs,vkttiaiitr«)Frsvksmrkr Stadtihkalkr.
Opernhaus.
Dienstag den 1. August: Tannhäuser. Mittwoch dm o SU0U2: °<A verwunschene Schloß. Donnerstag dm 3. August: Undine. Freitag dm 4. August: Lohengrin. Samötag den 5. August: Fledermaus. Sonntag dm 6. August: Der Bärenhäuter. Montag den 7. August: SommernachtS- traum. Dimstag dm 8. August: Fidelio.
. Schauspielhaus.
Dienstag den 1. August: Nora. Mittwoch dm 2. August: Zara. Donnerstag dm 3. August geschloffen. Freitag dm 4. August: Glück im Winkel. Samstag den 5. August: Liebelet. Sonntag den 6. August: Im weißen Rößl. Montag dm 7. August geschloffen.
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nicht so bald fertig werden. Bezeichnend für Thorwaldsens Denkweise ist folgendes Schreiben an die Denkmals- Kommission :
„Geehrteste Herren!
Ihr wertes Schreiben vom 2. September habe ich richtig empfangen, und mit Freuden daraus ersehen, daß die Ihnen zugesendete Skizze des Gutenberg'schen Monuments Ihren Beifall erhalten, welches ich sofort nach Ihrem Wunsche unter meiner Leitung von Bildhauer Bissen, den ich dazu für tüchtig halte, aussühren lassen werde. Die Statue, sowie die Basreliefs führen unbedingt meinen Namen, und ich bin stolz darauf, einen so großen Wohlthäter der Menschheit, wie Gutenberg, durch meine Arbeit verherrlichen zu können. Was ich schon früher durch Herrn Heuß Ihnen sagen ließ, daß mich Ihr ehrender Antrag und Vertrauen sehr erfreuten, wiederhole ich nochmals, und grüße Sie mit Hochachtung und Herzlichkeit.
Rom, den 4. Oktober 1833.
Albert Thorwaldsen."
Der große Däne hat in dem Gutenberg-Denkmal ein Meisterwerk geschaffen, das in seiner edlen Einfachheit, die doch nicht der Wucht und Größe entbehrt, zum Gemüt spricht. Man kennt das Monument — es wurde 1837 unter rauschenden Festlichkeiten enthüllt — aus unzähligen Abbildungen, die in alle Welt gegangen sind, und das Heim auch des ärmsten Buchdruckers zieren. Selten ist ein Denkmal populärer geworden! Auch Fritz Lennig, der unvergleichliche, zu früh dahmgeschiedene Dialektdichter, trug zu dieser Volkstümlichkeit das Seine bei. Launig sagt er in den „Glossen eines Bauern über Gutenbergs Monument":
„Ins Angesicht nun aller Welt,
Hunn se de Guddeberg ze Meenz hoch uffgestellt, Dar hot de Druck der allererscht erfunne,
Un hot sich doderdorch die Welt zum Freind aewunne,
Äetstneri: E. vorktzar»».
Das heeßt — de Druck so for ze lese,
Der anner Druck, glaab eich, itz lang deroor gewese;
Un noch der Hand (nachher) hot halt der aan Druck und der
Ganz briederltch bestanne newer-nanner.
Den baaderla Druck stellt der Guddeberg selbscht vor, Wie er do stieht — betracht en nor.
Ar hält im linke Arm die heilig Schrift fescht wedder;
E Stembel horr-er rechts, for was? — For Stembelblätter.
Dar Hot am Enn de8 Zeigs, ei wärscht de net gedoocht, Dorch sein Erfinning aach erscht uffs Dabeet gebracht. Die Stembel, die dhun Geld intrahe,
Die heilig Schrift, die dhut die Wahrheit sähe;
DeSwehe is der's Maul mit Krappe zugeschlosse, Die Stembel — die sein los gelosse, E Bauer, der micht aach sein Glosse."
Ja, Gutenberg ist populär geworden; was einst an ihm gefehlt wurde, wird jetzt eifervoll gut gemacht. Unter vielem Pomp beging man 1890 die vierhundertundfünfzigjährige Gedenkfeier der Erfindung der Buchdruckerkunst; überhall huldigte man dem Menschheits Wohlthäter. Aber nun rüstet sich Deutschland zu einer Feier, die in ihrer Großartigkeit und Tiefe wohl sämtliche bisherige Ehrungen übertreffen wird : die Feier des fünfhundertjährigen Geburtstages Johann Gutenbergs! Freilich, das Jubiläum ist keines wie andere; denn noch kein Geschichtsforscher hat mit Bestimmtheit sagen können, in welchem Jahre Gutenberg zur Welt kam. Schaab schreibt: „Die Geschichte seiner (Gutenbergs) Jugend verliert sich in einem undurchschaulichen Dunkel." Und der moderne scharfsinnige Historiker Dziatzko meint: „Das Jahr der Geburt Gutenbergs steht nicht fest; doch dürfen wir annehmen, daß es um die Wende des 14. und 15. Jahrhunderts fiel, sein Alter also mit dem Jahrhundert lief." Von Interesse ist auch die Meinung des Oberbibliothekars der Mainzer Stadtbibliothek, Dr. Belke, der sich wie folgt ausließ: „Gutenbergs Geburtsjahr ist nicht bestimmt überliefert, es kann nur als wahrscheinlich
HU6 IBcrlei »et Srülrl'schen Univtrftläk«-Vuch. un» 6tttn»m<etet
angenommen werden, daß er am Ende des 14. Jahrhunderts in Mainz geboren ist. Wie jetzt meist das Jahr 1397, nahm man früher fast allgemein 1398 an; die Wahrscheinlichkeit spricht für eines dieser Jahre, aber zu beweisen ist es nicht." Allerdings wäre die Frage bald gelöst, wenn man das, was eine Marmortafel an dem Lauteren'schen Hause in der Emmeranstraße mitteilt, für historisch zutreffend erachten würde:
«Hof zum Gensfleisch
Stammhaus des Erfinders der Buchdruckerkunst Johann Gensfleisch zum Gutenberg
wo er im Jahre MCCCXCVIII geboren ward. Christian Lauteren
weihet auf der Stelle desselben Hofes diesen Denkstein dem unsterblichen Erfinder am XXIX. Januar MDCCCXXV."
Wie schade, daß man von dieser Inschrift nur sagen kann, sie stelle ihrem Stifter selbst das beste Zeugnis für seinen Feuereifer aus, sonst aber ist sie ohne jedwede Bedeutung. Unter diesen Umständen hat die Geschichtsforschung allein das entscheidende Wort zu sprechen, und das lautet — unbestimmt. Sicher ist nur, daß Gutenberg — er trägt den Namen seiner Mutter Else zum Gutenberg — in Mainz als Sohn des Patriziers Frielo Gensfleisch geboren wurde, daß er etwa 1468 zu Mainz starb und im Franziskanerkloster die letzte, heute allerdings nicht mehr zu entdeckende Ruhestätte fand. Festgestellt für ewige Zeiten ist auch Gutenbergs Erfinderruhm, den er so schwer erkämpfen müßte. Deshalb wird die Feier von des Meisters 500jährigem Geburtstage — man hat dafür den Sommer 1900 bestimmt — im Volke wurzeln und aufs neue offenbar werden, daß die Menschheit durch die Buchdruckerkunst aus der Nacht zum Lichte drang.
(Pietsch Erden) ie Gieße».


