dieser Sache mit, dem nur der finanzielle Gesichtspunkt hierin maßgebend gewesen sei. Die Position sei in der Steuer- resorm enthalten, werde sie abgelehnt, so müsse Ersatz geschaffen werden, da die Regierung sie nicht entbehren könne. — Abg. Erk wird ebenfalls für Ablehnung der Steuer stimmen.
Eine ganze Reihe von Anträgen sind zu der Position gestellt. Wegen vorgerückter Stunde wird die Sitzung um Vz2 abgebrochen. Morgen früh 9 Uhr Fortsetzung der Beratungen.
Deutsches Keich.
Berlin, 29. Juni. Wie aus Kiel gemeldet wird, erwiderte der Kaiser bei dem gestrigen Festessen in der Marine-Akademie auf eine Ansprache des Admirals Köster, in welcher er der Fortschritte des Wassersportes gedachte, die Anwesenheit deutscher Fürsten, speziell des Prinzen Rupprecht von Bayern dankbar erwähnte und über die Teilnahme ausländischer Aachtbesitzer, besonders der Engländer und Schweden, seine Freude aussprach. Schließlich leerte der Kaiser sein Glas auf alle Freunde des Segel- und Wassersports. Heute vormittag besichtigte das Kaiserpaar in Begleitung der Prinzessin Heinrich und der in Kiel anwesenden Fürstlichkeiten den Neubau des „Fürst Bismarck". Später wurde die Arbeiter-Kolonie und das Arbeiter- Erholungshaus in Augenschein genommen. Um 11*/, Uhr begab sich das Kaiserpaar zur Regatta.
Berlin, 29. Juni. Das Herrenhaus wird am nächsten Samstag seine Plenarsitzungen wieder aufnehmen. Am selben Tage tritt auch die verstärkte Justiz-Kommission zusammen, um sich Über den Arbeitsplan zur Erledigung der Justizgesetze schlüssig zu machen.
Berlin, 29. Juni. Die „Nordd. Allgem. Ztg." bestätigt die kürzlich gemeldeten Unruhen in Kiautschou.
Berlin, 29. Juni. Der Reichstags-Präsident Graf Ballestrem veröffentlicht eine Berichtigung, worin er erklärt, daß er in der Reichstagssitzung vom 21. Juni die Worte: „vorausgesetzt, daß es im amtlichen Teile des Blattes war" weder gesprochen, noch später in den stenographischen Bericht eingefügt, noch deren Hinzufügung direkt oder indirekt veranlaßt habe. Dieselbe sei ohne sein Wissen unbefugter Weise im Bureau des Reichstages hinzugefügt worden.
Berlin, 29. Juni. Dem KönigAlbertvonSachsen hat der Kaiser zum 21. Juli eine ganz außergewöhnliche ehrende Auszeichnung zugedacht. An diesem Tage sind es fünfzig Jahre, daß der König, der im Jahre 1849 als Hauptmann der Artillerie unter dem Reichsoberbefehl des preußischen Generals v. Prittwitz mit den sächsischen Truppen nach Schleswig-Holstein zog, wo er sich beim Sturm auf die Düppeler Schanzen am 13. April hervorthat, den Orden pour le merite erhielt, neben dem ihm damals noch der sächsische Militär-St. Heinrichs-Orden verliehen wurde. In dem Feldzuge gegen Frankreich verlieh König Wilhelm I. ihm 1870 auch noch das Eichenlaub zum Orden pour le merite Der Kaiser hat nun beschlossen, um dem Könige Albert von Sachsen erneut einen Beweis seiner Hochschätzung und Dankbarkeit zu geben, ihn an diesem Tage dadurch ganz besonders zu ehren, daß er eine Abordnung von Rittern des Ordens pour le merite, welche aus den hervorragendsten Generalen der preußischen Armee besteht, nach Schloß Pillnitz entsenden wird, um durch diese dem König Albert seine Glückwünsche zu diesem einzig in seiner Art dastehenden Jubiläum überbringen zu lassen. Die Deputation wird geführt vom Generalfeldmarschall Prinzen Albrecht von Preußen, Regenten von Braunschweig, dem sich der kommandierende General des 16. Armeekorps, General der Kavallerie, Graf von Haeseler, der kommandierende General des 8. Armeekorps, General der Infanterie v. Liegnitz, und der Inspekteur der 3. Kavallerie-Inspektion, Generalmajor Freiherr von Schele, anschließen werden. Prinz Albrecht erhielt den Orden pour le merite für den österreichischen Feldzug am 20. September 1866, General der Kavallerie Graf von Haeseler am 19. Januar 1873, General der Infanterie v. Lignitz am 25. September 1877 für die Teilnahme am russisch-türkischen Kriege in seiner Eigenschaft als Militär-Attaschee, und Generalmajor Frhr. v. Schele am 26. November 1894 für den Feldzug gegen die Wahehe in Ostafrika. König Albert von Sachsen ist überhaupt der älteste Ritter des Ordens pour le merite und außerdem der noch einzige lebende Ritter des Großkreuzes des Eisernen Kreuzes.
Berlin, 29. Juni. Die feierliche Eröffnung des Dortmund-Ems-Kanals, die in Anwesenheit des Kaisers stattfinden wird, ist für den 3. August in Aussicht genommen.
— Oberbürgermeister Dr. Ditlrich aus Plauen wurde zum Bürgermeister von Leipzig gewählt.
— Die Eröffnungssitzung des internationalen Frauenkongresses, die am 26. ftattfand, gestaltete sich als feierlicher Empfang der Vertreterinnen, die aus allen Teilen der Welt zusammengeströmt sind. In ihrer Ansprache als Präsidentin wies die Gräfin v. Aberdeen daraus hin, daß die Organisation auf eine elfjährige Vorbereitung zurückblicke, und daß jetzt die Vertreter von neun nationalen Ausschüssen, sowie die Delegierten acht anderer Länder begrüßt würden. Lady Aberdeen verbreitete sich über die Verfassung des internationalen Kongresses und hoffte, daß die gegenwärtige Versammlung „nicht allein in einer Erweiterung unserer Gesichtspunkte, sondern auch in einem gegenseitigen Verständnis, einer gegenseitigen Würdigung der gethanen Arbeit und einer Einsicht in die besonderen Schwierigkeiten enden werde, die die vereinigenden Bande der Liebe und des Vertrauens stärken, sodaß der internationale Kongreß eine sehr wirksame Förderung alles guten wird. Wir mögen viel aus Büchern und Berichten über einander wissen, aber einander ins Antlitz zu schauen,
und von unseren verschiedenen Gesichtspunkten aus die schwerwiegenden Fragen zu erörtern, muß uns für alle Folgezeit in ganz neuartige, engere Beziehungen bringen." Lady Aberdeen hatte als wichtigstes zu förderndes Ideal die Hebung der Häuslichkeit vor Augen. Die folgenden Rednerinnen hielten sich in zumteil sehr ausgedehnten Ansprachen ebenfalls hauptsächlich auf dem Gebiete der allgemeinen Ideale der Frauenbewegung. Man fand, daß gerade dieser erste, eigentlich blos der Vorstellung der Delegierten gewidmete Tag unbedingt mit weniger Weitschweifigkeit der einzelnen Reden, wie des gesamten rednerischen Programmes hätte erledigt werden müssen. Die fast unerträgliche Hitze erforderte von den Teilnehmern am späteren Teile der Verhandlungen eine fast heroische Anstrengung.
Ausland.
Wien, 29. Juni. Heute mittag fand unter dem Vorsitz des Kaisers ein gemeinsamer Minifterrat fiatt. Nachmittags kehrten die ungarischen Minister nach Budapest zurück.
Wien, 29. Juni. Im Befinden des Nuntius Taliani ist eine wesentliche Besserung eingetreten.
Prag, 29. Juni. Vom deutsch en Kaiser ist beim Metropolitan-Kapitel wegen des Ablebens des Kardinals Schönborn eine Beileidsdepesche eingetroffen, welche sofort dankend erwidert wurde.
Niederlande. Nach den Mitteilungen der Londoner „Daily News", welche als einziges Blatt darüber ausführlich zu berichten scheint, hat auf der Friedenskonferenz im Haag, und zwar in der Kommission für den russischen Entwaffnungs-Vorschlag, der deutsche Delegierte Oberst Schwarzhoff eine Rede gegen den Vorschlag gehalten. Die Rede habe eine halbe Stunde gedauert und einen starken Eindruck gemacht. Er habe mit überwältigender Offenheit gesprochen, feine Rede werde für bewundernswert gehalten. Der Oberst führte aus, daß eine Herabsetzung des Friedensbestandes gar nicht mit einer entsprechenden Herabsetzung der Wehrkraft eins sei; der Friedensstand könne bleiben, und die Wehrkraft eines Landes könne doch wachsen. Die Länge der militärischen Dienstzeit, der Dienst durch einen Ersatzmann, die Eisenbahnen, die Schnelligkeit der Mobilmachung und die ökonomischen Bedingungen — das alles seien Faktoren, welche die militärische Stärke eines Landes ausmachen. Wenn man nur einen Teil des Problems herausgreife und behaupte, daß durch Herabsetzung des Friedensbestandes allein die Wehrkraft jedes Landes allgemein und in gleicher Weise vermindert werde, so könne das einem Laien wohl plausibel erscheinen, dem militärischen Sachverständigen aber erscheine das als eine offenbare Absurdität, daß er sich wundern müsse, wie man einen solchen Vorschlag überhaupt im Ernste habe vorbringen können. Die Russen bezeichneten Sibirien als eine Kolonie, aber im Falle eines europäischen Krieges werde Rußland jedes sibirische Regiment mit der Eisenbahn nach Europa bringen. Schwarzhoffs Ausspruch, Deutschland sei nicht ruiniert, im Gegenteile fein Reichtum, feine Zufriedenheit und seine Lebenshaltung wüchsen täglich, hätten einen gewaltigen Ein- )ruck gemacht. Diese Rede sei die größte Sensation der bisherigen Konferenz gewesen. „Was werden nun die armen Russen sagen'?" habe wohl jeder gedacht, nachdem Schwarzhoff gesprochen hatte. Die Antwort des russischen Obersten Gilinski auf Schwarzhoffs Rede sei sehr matt gewesen. Man muß abwarten, ob die „Daily News" die Rede richtig wiedergegeben hat, und ob auch der Auszug ohne gehässige Nebenabsicht angefertigt ist. Wie es heißt, wurden am Schluß die Anträge den beiden Unterkommissionen; überwiesen diese ernannten zwei Prüfungsausschüsse. Auch die „Köln. Ztg." bringt die kurze Mitteilung, daß die Rede )es Obersten v. Groß gen. v. Schwarzhoff einen überwältigenden Eindruck gemacht habe; lautlose Stille habe geherrscht, als er geendet, und die Versammlung wäre auch , u sofortiger Abstimmung bereit gewesen, wenn nicht Staal )urch ein geschicktes Manöver Beernaert zur Ernennung einer Kommission veranlaßt hätte. Die Abrüstungsfrage dürfe als begraben betrachtet werden.
Paris, 29. Juni. Einer Meldung der „Agence Havas" zufolge, wird das Kriegsgericht inRennes zusammen- gesetzt sein aus dem Genieoberst Jouaust (Vorsitzender), den Artillerie-Kommandanten Perougniart, Breon, Profilet, Merle und den Hauptleuten Parfait und Bauvais.
Lokales und PrsvinMes.
Gießen, 30. Juni 1899.
** Deutscher Anwaltstag in Mainz. Für den vom 7. bis 10. September in Mainz stattfindenden deutschen Anwaltstag ist folgendes Programm festgestellt: Donnerstag den 7. September, abends 8 Uhr: Begrüßung der Teilnehmer in den Räumen des Konzerthauses der Mainzer Liedertafel. Freitag den 8. September, vormittags 9 Uhr: Hauptversammlung des deutschen Anwaltsvereins im großen Saale des Konzerthauses; nachmittags 3 Uhr: Gemeinsames Mittagessen im Kasino „Hof zum Gutenberg"; abends 7-/z Uhr: Nachtfest im Garten der neuen Anlage. Samstag den 9. September, vormittags 9 Uhr: 15. Hauptversammlung der Hilfskasse für deutsche Rechtsanwälte. Um 11 Uhr Besichtigung der Sekt Kellereien von Ehr. Ad. Kupferberg, nachmittags 3 Uhr: Ausflug auf den Niederwald, Uferbeleuchtung auf der Rückfahrt. Sonntag den 10. September, vormittags 9l/8 Uhr: Zusammenkunft im Konzerthause zu gemeinschaftlichem Nundgang durch die Stadt. Um 11V2 Uhr: Musikalischer Frühschoppen auf der Terrasse der Stadthalle. Nachmittags 3 Uhr: Ausflug mit Schiff nach Biebnch, Wanderung durch den Park, sodann Fahrt nach Wiesbaden, wo am Abend zu Ehren des Anwaltstages ein Gartenfest mit Feuerwerk im Kurgarten stattfiudet.
0 Grünberg, 29. Juni. Eine sehr betrübende Trauerkunde durcheilte heute vormittag unsere Stadt. Der etwa zwanzigjährige Sohn einer hiesigen Familie leistete mit seinen Pferden einem Mobeitransporteur, welcher einen beladenen Möbelwagen von Gießen hierher zu befördern hatte, Vorspann. Nicht weit von Gießen geriet der junge Mann, auf bis jetzt unerklärliche Weise, unter die Räder des Wagens, wurde überfahren und starb demzufolge kurz darauf. Die ganze Stadt nimmt aufrichtigen Anteil an dem schweren Schicksalsschlage, der die Familie des so unerwartet dahingeschiedenen braven Sohnes betroffen. Erft vor wenigen Wochen trug man den Vater desselben zu Grabe, sodaß nun zwei Glieder derselben Familie auf unserem Friedhöfe nebeneinander ihre letzte Ruhestätte haben werden.
4- Grimberg, 29. Juni. Der diesjährige Verbandstag der Gabelsberger Stenographen-Verbandes für Hessen und Nassau wird am 12. und 13. August l. Ihrs, in der hiesigen Turnhalle abgehalten werden. — Die Wirtschaft in der Turnhalle wird nunmehr vom Turnverein bezw. dessen Vorstand auf eingene Rechnung betrieben werden, da sich kein Wirt zur Uebernahme der Restauration gemeldet hat.
F. Von der Feldkruckerhöhe, 29. Juni. Wie wertvoll und gesucht unsere Vogelsberger Hölzer sind, geht daraus hervor, daß sie nach Schwetzingen verfrachtet werden, wo bekanntlich starker Hopfenbau betrieben wird. Hierzu braucht man schlanke, starke Fichtenstangeu, an denen sich der Hopfen hinaufrankt. Den Schwetzinger Hopfenbauern liegen nun der Odenwald und der Schwarzwald vor der Thüre, und in beiden Gebirgen wachsen reichlich Nadelhölzer. Trotz der wesentlich höheren Fracht beziehen Schwetzinger Firmen größere Posten Fichtenstangen aus dem Vogelsberge, woraus geschlossen werden darf, daß diese Stangen wertvolle Eigenschaften besitzen.
N. Nidda, 29. Juni. Die Herren Forstleute sind auch bei uns eifrig im Besuchen von interessanten Waldanlagen, nicht blos die ausländischen, wie Ihre Zeitung gestern von der Forstakademie Aschaffenburg, die sich im Vogelsberge umsah, berichtet hat. Heute machten etwa 12 bis 15 Oberförster aus der Provinz Oberhessen eine Exkursion in die Waldungen, welche zwischen Salzhausen, Geiß-Nidda und Echzell liegen, und die für den Forstmann vieles Interessante bieten. In diesen Waldungen sind wieder sehr hübsche Spazierwege und Ruhebänke, die früher eingepflanzt waren, angelegt worden. An der heutigen Excur- sion beteiligten sich auch mehrere Damen.
Darmstadt, 28. Juni. Die hiesige Burschenschaft „Teutonia" ist suspendiert worden, weil die Mitglieder in demonstrativer Weise mit ihrem ehemaligen ersten Chargierten Kopf, der unlängst wegen Mißhandlung zu acht Monaten Gefängnis verurteilt wurde, nach seiner vorläufigen Haftentlassung in der Stadt herumgezogen sind.
Darmstadt, 29. Juni. Wie die „Darmst. Ztg." erfährt, ist die Angelegenheit Dettweiler dem Verwaltungsgerichtshof als Disziplinarhof zur Verhandlung und Entscheidung überwiesen worden.
D. Darmstadt, 29. Juni. Der zweite Verwaltungsbericht über die „Oeffentliche Lese- und Bücher-» Halle in Darmstadt für das Jahr 1898 ist erschienen, und von Herrn Bibliothekar K. Noack, dem Leiter des Institutes erstattet worden. Es ist eine überaus interessante Arbeit, auf die mit einigen Worten hingewiesen werden soll. Sie zeigt deutlich: der Beweis ist erbracht, daß ein solches Institut ein Bedürfnis ist; der Schwerpunkt der Einrichtung liegt in der Bücherhalle; diese wird viermal mehr benutzt, als die Lesehalle. Der Besuch ist ständig gewachsen, mehrere Damen und Herren führen seit Mitte April l. Js. freiwillig )ie Aufsicht und unterstützen dadurch den Bibliothekar in lankenswertestcr Weise. Die Zahl aller aufliegenden Blätter beträgt 131. Im abgelaufenen Jahre konnten neue Werke aus eigenen Mitteln angeschafft werden. Beherzigenswert ist, was der Herr Bibliothekar über die wichtigen Dienste agt, die eine sorgfältig ausgewählte Handbibliothek leistet. Das Ausleihen von Büchern ist gegen das Vorjahr um einen bedeutenden Prozentsatz gestiegen. Von der schönen ßitteratur (Unterhaltungsschriften) wurden am meisten gelesen : Karl May, Reiseromane; F. Dahn „Ein Kampf um Rom"; G. Schäfer, „Die silbernen Glocken von Mörlenbach", (Verfasser von „Die Hexe von Bingenheim", „Der wilden Frauen Gestühl"); G. Freytag, „Soll und Haben", „Ahnen", „Verlorne Handschrift". Von wissenschaftlichen und belehrenden Werken wurden geschichtliche, geographische und naturwissenschaftliche bevorzugt; auch nach religiöses Büchern war große Nachfrage. Der Bericht sagt zum Schluß: Die Anstalt soll ein Mittel sein, sich durch die Gedanken und Empfindungen hervorragender Geister aller Zeiten zu eigenem Nachdenken anregen zu lassen. Nur so verdient sie die Bezeichnung einer Volksbildungsanftalt im weitesten Sinne des Wortes, als „eine Schule der erwach- enen Leute."
Bingen, 26. Juni. Ein sicherlich viele Sicherheits- lehorden im lieben deutschen Vaterlande interessierender Fang glückte gestern unserer hiesigen Polizeibehörde, nämlich der einer Hochstaplerin, die zweifelsohne in ungezählten Orten „im Betrieb" gewesen ist. Dieselbe, eine etwa 25—26jährige gut gekleidete Frauensperson, hatte sich vor einigen Tagen in einem hiesigen Privathause einlogiert, dabei unter der Vorspiegelung, sie sei per 1. Juli als Lehrerin in ein hiesiges Institut engagiert, bei Hotels, Schuh- und Manufakturwarenhanoiungen Bestellungen nobelster Art ausführen lassen, „selbstverständlich" ohne Kasse, und im übrigen sorg- und kummerlos gelebt. Als die Polizei infolge verschiedener Umstände sich für das „Fräulein" zu interessieren begann, da stellte sich heraus, daß man es mit einer gesuchten Nummer erster Güte zu thun hatte, die icherlich noch mit mancher Sicherheitsbehorde in „angenehme" Berührung kommen dürfte; soweit bis dato „Anmeldungen" in diesem Sinne vorliegen, interessieren sich einige benach-


