Ausgabe 
1.7.1899 Erstes Blatt
 
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Gottesdienst der israelitischen Zeligionsgrseüschast.

Sabbathfeier am 1. Juli 1899.

Freitag abend 7« Uhr, Samstag vormittag 8 Uhr, nach­mittag 4 Uhr, Sabbathausgang 9« Uhr.

Nachmittag 3» Uhr Schrifterkläruug.

WochengotteSdienst morgens 6» Uhr, abends 7« Uhr.

Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemessen am 30. Juni, zwischen 11 u. 12 Uhr mittag-:

Wasser 16°, Luft 14«/,°.

Rübsamen'sche Badeanstalt.

Neueste Meldungen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 30. Juni. Aus Lübeck wird dem Berliner Tage­blatt gemeldet, daß Fürst Herbert Bismarck auf Wunsch des Kaisers daselbst dort eingetroffen ist, um dem Monarchen nach Schluß der morgen staitfindenden Regatta Vortrag zu halten. Es wird hinzugefügt, daß man in Lübeck dieser Audienz eine politische Bedeutung beimesse. Das Berliner Tageblatt gibt hierbei den Gerüchten Raum, wonach Fürst Bismarck im Falle der Auflösung des preußischen Landtages als Nachfolger des Ministers von der Recke ausersehen sei.

Berlin, 30. Juni. Die meisten Blätter geben ihrem Erstaunen Ausdruck über die vom Bureau des Reichs­tages ohne Wissen des Präsidenten vorgenommene Kor­rektur des stenographischen Berichtes der Sitzung vom 21. d. M. Die National-Zeitung bezeichnet diese Angelegenheit als ein ganz beispielloses Vorgehen. Es könne unmöglich geheim gehalten werden, von wem und auf wessen Veranlassung diese unbefugte Aenderung vorgenommen worden sei.

Herne, 30. Juni. Die Nacht verlief ruhig. Auf der Zeche Schamrock fuhren zur Frühschicht auf Zeche 1 und 2 734 Mann an, auf Zeche von der Heydt von 400, 265; auf Julia von 362, 273; auf Recklinghausen ist alles angefahren; auf Friedrich der Große von 800 Mann 600. Auf der Zeche Constantin fuhren auf Zeche 4, 65 Mann an.

Herne, 30. Juni. Es verlautet, daß ein großer Teil der Truppen schon heute wieder ab rücken soll. Die V. r >. ngskosten für dieselben tragen diesmal die Zechen, Stabt die Bezahlung mit Hinweis darauf, daß sie

>en Ereignissen von 1889, wo sie für die herbei- en Truppen 80000 Mk. aufwandte, zu tragen habe. ? reisen besteht die Ansicht, daß der Streik noch an '>ing gewinnen werde, da die Arbeiterschaft mit dem Nar ' an Arbeitskräften bei vorhandenen großen Lieferungs- Aufträs en für Kohlen rechnet.

ich, 30. Juni. Infolge des ausgebrochenen Stein- Lrbki reiks planen die Baugewerbe-Inhaber die Ser il-Aussperrung aller Bauarbeiter.

Rom, 30. Juni. Zwischen der Negierung und den verfassungstreuen Oppositions-Parteien finden durch Ver­mittelung Bazellis Verhandlungen statt, welche die Ver­einigung aller verfassungstreuen Parteien in der Frage der politischen Vorlage gegen die äußerste Linke bezwecken. Die Verhandlungen dürften von Erfolg sein.

Brüssel, 30. Juni. Die gesamte Presse tadelt die Brutalität der Gendarmerie, welche mitleidslos auf friedliche Leute einhieben, während die Polizei und Civil- | truppen mäßig und kaltblütig blieben.

Brüffel, 30. Juni. Die gestrige Sitzung der Kammer hat insofern enttäuscht, als man bestimmt glaubte, vom Ministerpräsiden!en eine Erklärung zu hören, daß die Ver­handlungen über das Wahlgesetz vertagt werden. Das Ministerium scheint vielmehr entschlossen zu sein, den Kampf gegen Die Obstruktion bis zum Blutvergießen aufzunehmen.

Brüffel, 30. Juni. Die gesamte Presse, liberaler Rich­tung, erklärt, daß nur der Rücktritt des Ministeriums van der Peereboom sowie die Zurücknahme der Wahl-Vorlage die Ruhe wieder Herstellen kann. Man spricht bereits von der bevorstehenden Berufung eines Ministeriums de Landt- sheore. Der König verbrachte den ganzen Tag hindurch mit Konferenzen mit verschiedenen Parteiführern, insbesondere mit Beernaert, welcher als Berater des Königs während der gegenwärtigen Krisis die Hauptrolle zu spielen scheint.

Brüffel, 30. Juni. Gestern abend 10 Uhr begaben sich etwa 4000 Kundgeber, welche aus dem Volkshause zurück­kehrten, nach dem Rathause, wo eine Massenversamm­lung abgehalten werden sollte. Berittene Gendarmerie vertrieb die Menge in die Nebenstraßen und feuerte von Zeit zu Zeit in die Menschenmassen. Aus den Nebenstraßen des dicht bevölkerten Stadtviertels hörte man in kleinen Zwischen­räumen Schüsse fallen, welche besonders zu dem Zweck dienten, die Gendarmerie und deren Pferde zu erschrecken. Starke Gruppen, welche unaufhörlich revoltierten und Lieder sangen, begaben sich in die Oberstadt und in die Umgebung der neutralen Zone. Hier schoß die berittene Gendarmerie un­aufhörlich. Die Aufregung steigerte sich von Augenblick zu Augenblick. Ernste Zwischenfälle scheinen sich jedoch nicht ereignet zu haben.

Brüffel, 30. Juni. Die Krawalle in den Straßen dauerten bis 2 Uhr nachts. In kurzen Zwischenräumen hörte man Revolverschüsse der Gendarmerie, welche von Seiten der Kundgeber erwidert wurden. Näheres über die gestern abend vorgekommenen Verwundungen ist noch nicht bekannt, jedoch steht fest, daß den Gendarmen von den Kund­gebern zwei Pferde erschossen wurden.

Saaz, 30. Juni. Hier fanden heftige Zusammen­stöße zwischen den Deutsch-Nationalisten und den Sozialisten statt, da die ersteren eine Versammlung der letzteren stören wollten, worauf die Versammlung spät Nachts verboten wurde.

Paris, 30. Juni. Echo de Paris schreibt, eine hohe

Persönlichkeit habe gestern abend gegen 11 Uhr die Mit­teilung erhalten, der Kreuzer Sfax habe Befehl bekommen, Dreyfus zwei Kilometer von Brest in der Nähe eines Pulverturmes an Land zu setzen und von dort sofort nach Rennes zu dirigieren, wo er gegen Mitternacht eintreffen werde.

Paris, 30. Juni. Die Briefe und Depeschen, welche Dreyfus von der Teufels-Insel hierher richtete, zeigen zwar eine gewisse Depression, rechtfertigen aber keineswegs die Annahme, daß sein Verteidiger Demange ihn erst in einer Heilanstalt untergebracht wissen will. Richtig ist, daß Demange nach einer oder zwei Konferenzen mit Dreyfus sich darüber aussprechen will, ob sein Klient den Anstreng­ungen und Aufregungen einer mehrtägigen Verhandlung gewachsen sei. Ginge es nach den Wünschen der Frau Dreyfus, so würde die Verhandlung sobald als möglich stattfinden.

Sofia, 30. Juni. Die Sobranje hat mit 68 gegen 48 Stimmen die Eisenbahn-Konzession angenommen.

Darmstadt, 30. Juni, 1 Uhr mittags. (Privat-Telephon- meldung.) Die Zweite Kammer nahm mit allen gegen 14 Stimmen die Einführung einer Fahrrad st euer von 5 Mk. pro Jahr an. Befreit davon sind Gewerbetreibende und Lohnarbeiter mit einem Einkommen unter 1500 Mk. Die Luxuswagen und Reitpferde werden mit20Mk. Stempel belegt.

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Borschriften bei Lösung der Fe st karten zum Schützenfest. Familienkarten mit 3 Beikarten zu Mk. 5. gültig für alle Festlichkeiten. Die Beikarten werden auf die Namen der Inhaber ausgestellt und nicht durchweg auf den Namen des Familienoberhaupts. Diese Beikarten werden an alle Mitglieder ein und des­selben Hausstandes ausgegeben. Ausgeschloffen sind Söhne und männlicher Besuch über 18 Jahre. Zu diesen 3 Beikarten können noch weitere Beikarten zu Mk. 1,25 gelöst werden. Besitzer von Beikarten wollen sich von dem richtigen Eintrag ihres Namens vergewissern, damit sie bei der Kontrolle auf dem Feftplatz keine urran- genehme Auseinandersetzung finden. Als Kinder unter 14 Jahren werden sämtliche schulpflichtigen Kinder ver­standen.

Alle Karten sind sichtbar zu tragen.

Concordia.

)ie Mitglieder werden gebeten, zur Beteiligung estzug Sonntag den 2. Juli, Pünktlich 10 Uhr, im Bereinslokal sich einfinden zu wollen. 5023 Der Vorstand.

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Krofdorf, 29. Juni 1899.

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