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haben zur Enthebung von lsendung von Gralulalionskarten l bis jetzt Gaben zugewenteü Ich, Glaserintister. 3. Eteding, Idirector. 5. Kosn, Kaufmann, ergen, Director. 8. Helm, Wetn- eter. 10. Senft, Gainifon-Ber- .cheel, Kaufmann. 12. Melchior rdgertchtsralh. 14. Heichelheim, Ms Wwe. 16. Schraub, W iert Haas und Frau. 19. Henning», lentner, und Frau, 21. Heinrich
&eorg M ^britan1, und U SU'rn, Ärchilect, und Frau, ard Krumm, Kaufmann. 27. M- mm, gemmetiiental). 29_ « Uaflauet, art»
ebnetet. 33. L P-tn ll, 61* bietet. 36. Sert <**-
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Nr 307 Zweites Blatt______Samstag den 31. December___________________L8D8
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Anrts- und Anzeigeblutt für den TCrete Giefzen.
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Adresie fir D«p<schrii: >egtl<tt A«r«lprecher Nr. M.
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Amtlichem Theil.
Bekanntmachung.
«U Stellt de» Joh». Mengt» III. und de» Phil. Schättler IV. zu ©roßen Linben find:
1) Phil. Schättler IV., Schreinermeister daselbst, zu« Vertraueu»«anu und
2) Fried r. Amend, Mühlenbefitzer daselbst, zum Ersatz- manu desselben
für die Invalidität»- und Alter»verfichernng»anstalt (Br. Hessen ernannt worden.
Gießen, den 28. Deeember 1898.
Großherzogliche» KretSamt Gießen.
_____________________v. Bechtold.____________________
Bekanntmachung, betr.: Die Umwandlung der Schornfieinfeger'Jnnuug für da» Großherzogthum Hessen in eine Zwaug»iunong.
Nachstehende Bekanntmachung dringen wir hiermit zur allgemrtueu Keuutuiß.
Gießen, den 27. Deeember 1898.
Grobherzogliche» Krei»antt Gießen, v. Bechtold.
Bekanntmachung,
Herr.: Die Umwandlung der Schornsteinfeger« Innung sür do» Großherzogthum H'ßeu in eine Z«ang»innung.
Hierdurch wird bekannt gemacht, daß die Liste über die tu rubrleirte« Betreff stattgehabte Abstimmung in der Zeit vom 27. Deeember d. I. bi» einschließlich den 10. Januar k. I während der Bureaustuuden aus der Registratur de» Großh. S.ei»amt» Darmstadt zur Einsicht und Erhebung etwaiger Einsprüche der Bethetligten öffentlich ausgelegt ist.
Etwaige Einsprüche find tuuerhalb dieser Frist bei Großh. krei»amt Darmstadt mündlich oder schriftlich auzubrtugeu. Rach Ablauf der oben bestimmten Frist angebrachte Einsprüche bleiben vuberückfichtlgt.
Darmstadt, den 20. Deeember 1898.
Dee Lomm'ffar:
Dr. Dörner, Großh. Regteruogßaffeffor.
Feuilleton.
Seine Äugend.
Eine Cylvestergeschichte von O- Elster.
(Nachdruck verboten.)
Er hatte gar nicht darauf geachtet, daß Mitteruacht herang,kommen war, so hatte er fich tu seine Arbeit am Schreibtisch verlieft — e n wiffenschaftliche» Derk, au de« er nu« schon seit drei Jahren arbeitete. Lag sür Ta, und Rächt für Nacht hatte er geseffeu uud io alten Haod^chrtsteu und Folianten studirt uud gelesen und geschrieben. Et hatte ba» Leben fast darüber vergeffev, da» Leben uud seine Freunde uud feine Jugeud.
Und doch war e» heute die letzte Nacht i« Jahre, in der fich die Menschen zu sröhlichen Festen zusamm.usaudeo, um die geheimoißvolle Stunde zu feiern, tu der da» alte, »übe Jahr tu da» Grab der Ewigkeit verfiokt und etu neue» Jahr wie ein Sind mit großen, hoffnaoglfeltgen Augen uud lächelnden, rotheo Lippen emporsteigt.
Einen Augenblick hatte er tu seiner Arbeit tuuegehalten, um nachzustnneu- da weckte ihn sröhliche» Selächter ^ Gläser klingen, da» en» der Wohnuog neben der l^o hervor klang, an» seine« Grübeln, und er erinnert.° fich P ötzlich, daß e» die letzte Nacht de» Jahre» war, welcheerewsam, ein grübelnder, alternder Mauo, in seine« Arbeitszimmer
Er fuhr fich mit der schmalen Gelehrtenhand über die «eihe Stirn und strich d°, dunkle »el°S ,utLck, d°, th» »er die Schliiseu gefaHin war. Wie ost %»«« bfe f f H°°d der Mutter mit den dunklen Locken bei «nabra_ B WH wie oft hotte die Hand de, ernsten, *°R »" *“”1'. Bot», onf dem dunklen Scheitel de, »°°b°° < »
»st die Hund der nun ISngft »erloreneu Jugeudgeliedteu bteseo bravueu Locken gewühlt!
St ieustt, tief auf, erhob fich mtd trat au da, Feuste., da» er »ffnete.
Bekanntmachung,
betr.: Subvention von Gemeinden b i vtsa,e.ffong reiner Bulle«.
Nachdem nunmehr der landw rtbschafrliche Provinzial- verein die Mittel zur Hebung der R'ndv ebzuchl i >che mehr en die Bezi'ksvereine abot-bt, fnrbnn di^ee» nerwenb-, w-v^eu vom laudwtrthsch. Beztrksvereirr keine Beihülfeu zur Beschaffung raffereiuer Bulleu an Gemeinde» mehr geleistet. Statt otfleu gtrotj t der lan-mntDid?. Prootozialveretn solche Beihülfeu tu Höhe von 20 Proeent de» Äntciffpreift», wenn ein von d esem zu bestimmende» Eom«isfion»«ttglied bei« Ankauf mitgewirkt hat. Aot'äge find bet» Proviuzialvereiu (G?schäft»stelle in Alsfeld) zu stellen.
Gießen, dea 28. Deeember 1898.
Der Direktor de» landwirthsch. veztrk»vereiu». v. Bechtold.
Gtrßeu, den 29. Otcember 1898.
Betr.: Die Strafregister - hier: Die Nachweisungen der in 2. Halbjrhr 1898 verstorbenen bestraiten Personen.
Der Großherzogl. Ober-Staatsanwalt beim Landgericht der Provinz Oberhessen an sämmtliche OrtSpolizeibehörden des Kreises
Gießen.
Sie werden ersucht, die obenerwähnten Nichweisnngen bezw. Fehlanzeige« bi» zum 1. Februar 1899 ohne nochmalige Erinnerung au mich eivzusendeu.
I. fioch.
Sylvester.
Mit de« heutigen Tage nehmen wir Abschied vo« de« alteu Jahre, und mag t» uns nun Frohes oder Trübe» gebracht haben, der Abschied wird immer schwer. W«uu timte Abend die zwölfte Stunde zu Ende ist uud die ©Iller zusawmenkliogen, um da» neue Jahr zu begrüßen, daun blickt Jeder unwillkürlich zurück auf die vergangene Zeit, uud manche« Auge wird tiflbc trotz de» Jubel», der dem ueueu Jahre rutgegeuschallt. Dle Jahre komm'« und gehen, und wit jede« Jahre kommen wir bim Ende dies » Erdeadaseiu» näher. Deshalb ist auch der letzte Ta- ganz besonder» dazu
ongethon, au den Ernst des Leben» zu erinnern. Der das Leben nicht ernst nimmt, wer nur zu Lust nnb Scherz g'toren zu sein »eint, der ist u'cht weith, zu leben. Um da« Dasein richtig würdigen zu körn en, dazu gehört auch, daß man Summer und Sorge teuren leint, woran e» ja sreilich den meisten Meeschen nicht sehlt. Auch im abgelanfenen Jahre werden e» nur Wenige sein, denen nicht die E'kenrtniß geworden ist, daß Mühe nnb Arbeit da» Köstlichste am Leben find, dagegen viele, die die sogenannten Freuden btese« Leben» nur de» R-mea nach kennen und fortgesetzt de» Schicksal» rauhe Hand onf stch ruhen fühlen.
Und von dem vergangenen Jahre blickt man vorwärt» a«f da» beginnende. Sollen wir ihm hoff -ungSvoll entgegrw- fehen, mit Muth und Energie dem Geschick in» Auge schauen nnb den Kampf um» Dafetu frisch anfnehmen k 30'er sollen wir muthlo» vo« Sch cksal un» treiben lcffen, »it Bangen und Zagen in» neue Jahr hineingehen, ohie Hoffnung, baß e» bester werde, daß ein gütiger Golt unser Loo» mildere? Wir meinen, b e Wahl kann nicht schwer fallens Ja, wenn wir nur auf un» allein angewefeu toäten! Aber wir haben Pflichten zu erfüllen — wrnu nicht für nufere Familie, so doch gegenüber unserem Nächsten uud dr« Staate. Und dieses Pfl chtgrfühl ist e», welche» un» Alle vergeben» auf- gewendete Müde vergeffen machen und un» zu neuem Streben auspornen m> ß. Wenn wir also heute zurückolickeu auf da» ve,stoffene I ihr und wirklich erfahren wüsten, daß all unser Mühen und kkämpsen umsonst gewesen ist, so soll da» nicht etwa Bkranlaffaug sein, daß wir muthlo» den Kampf auf» geben, sondern gerade die bisherige Ergebnißlofigkeit unserer Arbeit soll ein Sporn sein, nicht aufzuhören und nicht zu erschlaffen Angesicht» der großen Aufgaben, die noch zu erfüllen find. Dazu vcu Golt Kraft zu erbitten, ist heute der geeignete Tag, und wenn wir recht zu bitten verstehen, bann wird nufer Wunsch der Erfüllung nicht ermangeln.
(xx)
Druffdyes Reich.
— Zum Fall Delbrück laffen fich die ,8R. N. 97.* untrim 26. Deeember an» London schreiben: Da» vorgehen der preußischen Regierung gegen Profeffor Delbrück hat auch tu englischen Gelehrteukreisen große» Brdauern erregt. Sie waren gewohnt, in den deutschen Univerfiiäten
Eine sternenklare Winternacht ruhte über den verschneiten Dächern und ©affen. Alle Fenster der Häuser waren erleuchtet, an» vielen geöffneten Fenstern drang Gelächter und Gläsnkliogen in die rohige, klare, kalte Winternacht. Drüben erhob fich der Kirchihurw, «ahnend wie ein Riesevfioger zu den Sternen des Himmel» emporweisenb. Durch die gothischen Zierathen und die Schall öcher dlinkie da» fUberne Licht bei Monde», und leichte Schattengeister schienen die i« Dunkeln liegende Kirche zu umschweben.
Wie ein ©eisterhauch bebte e» durch die Luft, und jetzt setzte da» Uhrwerk de» Thurmes knarrend ein, uud in dumpfen, metallischen Klängen verkündete fie den Anbruch der letzten Stunde de» alten Jahre».
Ein Schauer geheimn'ßvvller Ahnung durchrieselte den einsamen Mann. Er wandte fich ab, um wieder an die Arbeit zu gehen. Doch sein Ange blieb gebannt an einer Erscheinung hasten, welche mitten in seine« Zimmer stand.
Eine jugendliche Frauengestalt schien e» zn fein — in ein weiße», schleppende» Gewand gekleidet. Uebtr die runden, jugendlichen Schultern flost-u goldblonde Locken nieder, die weißen Hände waren wie zum Gebete gefaltet und hingen schlaff nieder, n« die rofigeu Lippen schwebte eine «eloucho- lischeS Lächeln, und traurig, auklageud blickten ihn die großen, blauen K nderaugeu an.
^Wer bist Du ?* kam e» über seine bebenden Lippen.
^Kennst Du «ich nicht sprach die Erscheinung «it finster, fast klog'uder Stimme. ^Jch bin Deine Jugend.*
-Meine Jugend?*
.Eriuuerst Do Dich «einer nicht «ehr? Weißt Do nicht «ehr, wie wir al» fröhliche Kinder gemeinsam durch Flur und Wald eilten — mit bunten Blumen unb Kieseln bleiten nnb ben Schmetterling uachjagtr«? Weißt Du nicht «ehr, wie wir Hand in Hard auf be« ©pfrl der Berge ober de« verfallen» Thurme einer Burgruine standen und mit großen, hoSaungödaugeu, sehnsüchtigen Augen hinao». schauten tu die »ehe, weite B:Ü? Weißt Do nicht «ehr, wie ich Dir i« Anne lag uud Du in süße» «rh der ersten LiebeSsehosucht «eine Lippen »üßtest? Weißt Dn nicht «ehr, wie wir gemriusa« Ar« in Ar« durch» Leben »anbmen
— froh und harmlos de» Leben» Freude genießend? Weißt Du nicht mehr, wie wir alle Höhen unb Tiefen de» ölff en» erforschen wollten? Wie wir im faustischen Drang der Wclt Gehcimuiß, Leden und Streben ergründen wollten? — Weißt Do da» Alle» nicht «ehr, daß Du «ich nicht wtedereikenust?*
Er sank in ben Sessel zurück und bedeckte die schmerzenden Augen «it der Hand.
,T)u hast «ich vergeffen/ fuhr die Erscheinung traurig fort, »weil Do Dich einmal im Leben getäuscht fühltest. Da» Mädchen, welche» Do liebtest, e» wandte fich voo Dir und gab sich einem anderen Manne zu eigen — nnb darüber vergaßest Du auch mich, Deine treueste Gefährtin, Deine treueste Geliebte. Du vergaßest «ich und da» Leben. Rur noch in der Einsamkeit Deine» Arbeitszimmer» lebtest Du — nur noch der Arbeit wegen schien Dir ba» Leben leben»* wer h — Da glaubtest ba» Leben zu vnach.en, Du unterdrücktest die Sehnsucht nach be« Leben, nach ber Freude, nach «tr — D-ioer Jugend, dem schöosteu ©escheuk der Götter an die Menschen. Du wurdest vor der Zeit ein alter Mann, unb kalt und tobt lag Dein Herz, Deine Seele in Deiner Brust. Aber ich — ich blieb Dir durch alle die Jahre treu — ich stä, kte Dich, ich goß Dir neue» Leben, neue» B.'ut, neue Kraft in die Abern und neue» Hoffen in die vereinsamte Stele. Ich ermahnte Dich i« Stillen, die Jugend nicht zn vergrffen, doch Do wolltest «ich nicht hören, und jetzt, in der Siuobe zwischen dem alten und dem neuen Jahre, wo die Zeit eine kurze »eile still zu stehen scheint, wo neu- Lorse au» ber butten, geheimuißvollen Tiefe ber Ewigkeit geboren werben, — jetzt komme ich, um von Dir Abschieb zu nehmen . . . .*
.Reto, — nein —* stöhnte er schmerzlich auf.
,Do wirft nun ganz allein sein/ klavg e» wie rin Geifterhaoch, ,»enn Deine Jugrub Dich verlaffeu hat. Richt» wirb Dich «ehr stören in Deiner Einsamkeit — In Deiner Arbeit — kein Wunsch — kein Sehnen — kein Hoffen — kein Mitleib — keine Begeisterung — Du bist allein — allein — allein —*
Er streckte die Hände au».


