solche Erschütterung hervorgerufeu wurde, als ob dar Schiff selbst von einer Granate getroffen worden wäre. Das wäre an sich nichts Wunderbare«, denn diese Erscheinung zeigt sich auf den meisten Schiffen. Unglaublich klingt es aber, wenn mau hört, daß verschiedene Leute der Besatzung sich gavz in der Nähe der Geschütze ausgehalteu haben, jedenfalls, um sich das Schauspiel nicht entgehen zu laffen. Dieselben hatten denn auch ihren Leichtsinn zu büßen, denn sie fielen Platt auf die Nase, der Eine von ihnen durch eine Luke unter Deck, wo er fich ein Bein brach.
Sehr bald machte fich das ruhigere Zielen und daher überlegene Feuer der Amerikaner bemerklich. Bereits um 10 Uhr, also nach kaum einer halben Stunde, sah man ein spanisches Schiff, die „Vizcaha", brennen, was mit einem lauten Hurrah von amerikanischer Seite begrüßt wurde. Tine Granate der „Iowa" hatte den im Bugrohr steckenden Torpedo des genannten Spaniers getroffen und zur Explosion gebracht, welch' letztere da« ganze Vorderschiff zertrümmerte, das Deck aufsprengte und 20 Mann tödtete.
Inzwischen war auch die „Jnsanta Maria Theresa" in Braud gerathen. Beide spanischen Schiffe, deren Maschinen zudem beschädigt waren, hielten nach der nahen Küste ab und liefen auf. Die „Vizcaha" ergab fich hierauf und holte die Flagge herunter, gerade als das amerikanische Torpedoboot „Ericson" herangesaust kam, um ihr mit einem Torpedoschuß den Rest zn geben. Ein Manu des Torpedobootes hatte dem Commaudanten noch schnell zurufeu können: „gn spät, die Flagge ist herunter!"
Die „Jasanta Maria Teresa" hatte eine Keffelexplofiou und brannte total aus. Go waren um halb 11 Uhr, also binnen einer Stunde bereit« zwei spanische Schiffe vernichtet.
Eine Viertelstunde später ging auch der von „Brooklyn", „Texas" und „Oregon" verfolgte „Almirante Oquendo" in Flammen auf und fuhr mit hartgelegtem Ruder, wie seine Borgänger auf den Strand. Der Commavdant ließ, um das Schiff gänzlich zu vernichten, Oel auf die Decke gießen, wodurch die Gluth noch mehr angefacht wurde, und entleibte fich dann selbst. Als braver Capitän wollte er den Unter- gang seines Schiffes nicht Überleben und zog den Selbstmord der Gefangenschaft vor. Auch auf dem „Oquendo" wurde dann gegen 11 Uhr die Flagge niedergebracht. Kurz darauf, al- die „Texas" eben frei von diesem Gegner war, wurde letzterer durch eine gewaltige Explofion erschüttert, das Feuer that seine Wirkung.
Emer kleinen armhttn amerikanischen Dampf-Uacht, unter dem Commando eine« bet der Explosion der „Maine" in Havanna gerrtteten Offiziers, war rS — sonderbare Fügung des Schicksals — Vorbehalten, den Admiral Cervera gefangen zu nehmen, der um eine Wache für die an Land geflüchteten spanischen Seeleute gegen die Insurgenten bat. Letztere schaffen wiederholt auf die Spanier an Bord der gestrandeten Schiffe und auf die, die fich durch Schwimmen zu retten versuchten.
Die eben erwähnte Damps-Uacht hatte kurz vorher den einen spanischen Torpedobootszerstörer außer Gefecht gesetzt und zum Aufläufen auf den Strand gezwungen, während der andere durch einen Schuß aus einem SechSpsÜnder-Schvrll- feuergeschütz der „Iowa" buchstäblich halbtrt worden und tu die Tiefe gesunken war. Der Keffel war explodirt und alle Mann ertranken. Das spanische Kanonenboot wär mittlerweile ebenfalls erledigt, sodaß nur noch daS schnellste Schiff, der „Chrtstobal Eolou", Übrig war, den zu erreichen fich |bie „Brooklyn" und der „Oregon" abmühten. Erstere steuerte, etwa eine Seemeile ab, einen dem Spanier annähernd parallelen CurS auf eine Landspitze zu, der „Oregon" dagegen jagte hinterher und kam allmählich auf. Bald erreichten seine Geschoffe da« fliehende Schiff und befiegelten dessen Schicksal. Auch die „Texas" versuchte mit einer, selbst bet der Probe- fahrt nicht erreichten Geschwindigkeit, die Verfolgung mitzu- machen, kam aber nicht mehr in Frage, vielmehr war e« vor Allem dem „Oregon" zu .verdanken, wenn auch das letzte spanische Schiff der Vernichtung anheim fid. Hier kann man wieder von einer seltsamen Schicksalsfügung sprechen, indem nämlich der „Oregon" bekanntlich bei Ausbruch de« Krieges in Südamerika lag und die Amerikaner große
herzliche, und ein auserlesene« Frühstück, bei welchem ein äußerst schmackhaftes Bier credenzt wurde, bereitete den Deutschen einen nicht zu verachtenden Empfang ihrer Palästina- Reise.
Doch bald sollte es schlimmer kommen. In brennender Sonuengluth wußte der Weitermarsch angetreten werden.
ES war ein seltsamer Anblick, der fich den neugierig vor ihren schmutzigen Erdhütten hockenden oder stehenden Etngr- dorenen darbot: an der Spitze ritten zwei alte weihbärttge Baschi Bozuk«, denen eine Abtheilung türkischer Cavallerie folgte, dann der preußische Kronprinz mit seinem Gefolge, darauf die Seesoldaten, auch zu Pferde, während eine wettere Abtheilung türkischer Cavallerie den Schluß bildete. Alle deutschen Theilnehmer freuten fich Über die reitenden Marinesoldaten, gewiß ein Unikum tu der Geschichte de« Militärwesens, denn Mancher der „blauen Jungen" bestieg zum ersten Mal ein Pferd. Deshalb ließ der Führer, Lieutenant Kutzen, seine Colonne zur Seite treten und folgte mit ihr dem Zuge als Nachhut, wobei die Reitversuche mit größerem Erfolge fortgesetzt wurden. An allen Gliedern zerschunden freuten diese „Cavalleristeu wider Willen" fich, als endlich gegen 4t/z Uhr Nachmittag« in einer Gebirgsschlucht da« Lager aufgrschlageu wurde.
Am folgenden Tage ging die Reiterei schon beffer von statten, der schöne, frische Morgen erquickte die ganze Gesellschaft, und manche« Scherzwort flog hin und her. Nach einem kurzen Ritt kam Jerusalem in Sicht. Die Soldaten stiegen von den Pferden, und unter Führung des Kronprinzen, der die Uniform seines schlefischen Dragoner-Regiment« angelegt hatte, ging e« durch das Jaffa-Thor in die heilige Stadt.
Angst hatten, daß er von Cervera« Flotte abgefangen werden könnte.
Um IVi Uhr — so lange hatte e« der „Christobal Colon" au«gehalten und war in dieser Zeit doch etwa 60 Seemeilen westlich von Santiago gekommen — nahm auch er Cur« auf den Strand. Die Seeventile wurden geöffnet und die Schlüffe! dazu Über Bord geworfen, um da« Schiff nicht in Feindeshand fallen zu laffen. Diese Maßregel half aber unter den obwaltenden Umständen nicht viel mehr, und fünf Minuten später ging die letzte rothgelbe Flagge nieder, als das nächste amerikanische Schiff noch eine Seemeile wett ab war.
Commodore Schley verließ sein Schiff in einem kleinen Boot und nahm die Uebergabe des Spaniers entgegen, so daß er dem fich auf der „New-York" nähernden Admiral 1 Sampson seinen Steg fignaitstreu konnte, einen Sieg, wie er im Hinblick auf die absolut vollständige Vernichtung de« einen Gegners seinesgleichen in der SeekriegSgesckichte nicht hat. Alle sieben anSgelausenen spanischen Schiffe waren verbrannt, gesunken oder aus den Strand gefetzt und Übergeben. Bon der Besatzung waren 850 Mann im Kampf gefallen oder verbrannt bezw. ertrunken und 1650 Mann waren gefangen, darunter der Admiral. Unter den Gefangenen befanden fich 500 verwundete, wovon 200 Schwerverwundete waren.
Die Verluste der Amerikaner waren dagegen geradezu wunderbar gering. ES waren auf dem „Brooklyn" nur ein Mann getödtet und zwei verwundet worden, während kein einzige« der anderen betheiligten Schiffe, von denen „Indiana" zwei, „Oregon" drei und „Iowa" nenn Treffer aufwiesen, irgend welche Mannschaft etngebüßt hatte.
Die spauifchen Verwundeten wurden auf die amerikanischen Lazarethschiffe geschafft, die Gesangenen auf die einzelnen Schiffe vrrtheilt. Auf dem „Harvard" sollen fie versucht haben, das Schiff zu Überrumpeln, wobei 6 geiödtet und 15 verwundet wurden.
Der „Almirante Oquendo", der 61 Treffer erhalten hat, liegt in einer kleinen Bucht und könnte vielleicht noch abgeschleppt, sowie restaurirt werden, möglicherweise auch die „Jusanta Maria Teresa", die 33 Mal getroffen wurde. Die 24 Treffer auswrisende „vißcaha" dagegen ist ein hoff- nungrloseS Wrack. Der Commandant des „Ericfon", der zehn Mann dieses Schiffes rettete, hat auSgefagt, daß er durch die tu den Rumpf geschossenen Löcher die völlig nackten Leute gesehen hätte, blutig und bratend in der Gluth de« ungeheuren Brandes, durch die die geladenen Geschütze von selbst losgingen. Deck« und Seiten de« Schiffe« wären roth- glühend gewesen.
Der „Cristobal Colon" schließlich, der durch Schüffe so gut wie gar nicht verletzt wurde, wird kaum zu erhalten sein. Er trieb an dem Unglückstage, Abend« gegen 7 Uhr bei Fluth wieder flott werdend, etwa 400 Meter westlich, wo er — Bug nach außen — wieder festkam. Die „New Uork" wollte ihn abschleppen, r« gelang ihr aber nicht, da er bereit« bi« zur Batterie unter Waffer lag. Um 11 Uhr Nachts holte er Über und kenterte nach Steuerbord, sodaß die Kanonen, deren VerschlÜfle über Bord geworfen worden waren, direct gegen den Himmel gerichtet find. Er weist nur acht Treffer auf.
Vermischtes.
• Marburg, 28. August. Ein Unstern waltet über unserer Stadt. Wir haben leider gestern wieder zwei Er- trinkungssälle an einem Tage von hier zu berichten gehabt, auch ging noch ein Gerücht von einem gestrigen dritten Ertrinkungsfall. Der Verlauf des einen Falles aber, das Ertrinken des zehnjährigen Mädchens in Marburgs neuer städtischer Bade-Anstalt, hat sich unter Umständen ereignet, welche eine hier bisher nicht gekannte Erregung und Erbitterung der Bewohnerschaft zur Folge haben. Wir müffen uns der Hoffnung hingeben, daß die von Seiten der König!. Staats- Anwaltschaft bereits eingeleitete Unlerfuchung und die spätere richtige Würdigung notorischer, sich hierbei zeigender Miß- stände durch die König!. Regierung geeignet sein werden, die Gemüther zu beruhigen. Die Einzelheiten des Vorganges find unseres Wiffens folgende: Die zehnjährige Tochter eines *
Die Kunde von der Ankunft de« preußischen Thron- | folger« hatte fich mit Blitzesschnelle verbreitet. Überall in den Straßen standen dicht gedrängt die Menschenmaffeu und begrüßten jubelnd den Führer und seine Mannschaft.
Auf dem Platz vor der Grabeskirche wurden die Gewehre zusammengestellt und dann in der Kirche selbst eine kurze Andacht gehalten. Der Kronprinz und sein Gefolge nahmen zum Theil im Johanuiter-Hospiz, zum Theil im nord- deutschen Consulat Wohnung, während die Seesoldaten im Hotel Thiele eivquartirt und dort während des mehrtägigen AusenthaltS vorzüglich bewirthet wurden.
Die nächsten Tage verbrachten der Kronprinz und Ge- folgt mit Besichtigung der Sehenswürdigkeiten Jerusalems. Der ZtonSburg wurde ein Besuch abgestattet, der Garten Gethsemane und der Oelberg besichtigt, auch wurden Au«- flögt nach dem Jordan, dem tobten Meer und Bethlehem unternommen.
Am folgenden Sonntag übernahm der Kronprinz den Platz für die zu erbauende Erlöserkirche, deren Einweihung der Kaiser jetzt beiwohnen will.
Mit dieser Uebernahme war der Aufenthalt in Jerusalem beendet. Auf demselben Wege ging« zurück nach Jaffa, wo wieder eine Begegnung mit dem Kaiser von Oesterreich stattfand, der kurz vorher dort eingetroffen war.
Bon Jaffa fuhr die „Hertha" nach Beirut, woselbst einige Tage gerastet wurde, die man zu Ausflügen nach Damaskus und in den Libanon benutzte.
Mit diesen Ausflügen war der Ausevthalt in Palästina beendet, nun ging« nach Port Said zur Einweihung des Suez- I Kanals. Hier in Port Said ging auch der Kronprinz Friedrich
hiesigen König!. Landmeffers hatte gestern während der Frauen- Badezeit in der neuen städtischen Bade-Anstalt Schwimmunterricht. Es haben solchen dort etwa 10 bis 14 jährige Mädchen eigentlich bei der Frau des Bademeister-Gehilfen Allendorf. Sie ist jetzt unpäßlich durch ihren Zustand hierzu, und soll dem Unterricht, was wir für völlig unschicklich halten, ihr Ehemann gestern beigewohnt haben. Das Mädchen war an einem befestigten Strick mit Gurt, und als es an ihm aus dem Bassin in die freie Lahn sprang, riß dieser St-ick in einer neuen städtischen Bade-Anstalt und das Kind ward fortgetrieben. Ein Strick, den das selbst durch den Sprung verstärkte Gewicht eines 10 jährigen Mädchens zerreift, ist ein unverantwortlich schlechtes R quifit einer neuen städtischen Bade-Anstalt! Badegehilfe Allendorf springt dem Kind nach um es zu retten, das Kind klammert sich an ihn, da erfaßt ihn wahrscheinlich die Selbstangft, in der man ihm eine Stange reicht, er sichert sein Leben. Das Kind aber geräth, da die Schutzrechen vor den „Keffeln", auf denen die Bade- Anstalt steht, fehlen, zwischen diese Keffel und muß elendiglich ertrinken! Die Leiche hatte man dann bald gefunden, Wiederbelebungsversuche waren unmöglich, Herr Dr. Hoffmann konnte nur den Tod constatiren. Die Untersuchung durch die König!. Behörden wird ergeben, inwieweit das Project dieser Bade Anstalt ohne Schutzrechen vor den Keffeln abgenommen, ausgeführt und genehmigt werden durfte. Wir warten die Ergebnisse dieser amtlichen Untersuchungen ab. Den Eltern des Kindes aber, namentlich der unglücklichen Mutter, die gestern in verzweifelndem Schmerze neben der in ein Leinentuch gehüllten Leiche des lieben Töchterchens von der Bade- Anstalt nach Hause geleitet wurde, sprechen wir, wohl im Namen der gesummten Bewohnerschaft Marburgs unsere tiefste Theilnahme aus.
* Waldwirthschaft in unseren Colonien. Ein hervor- ragender reichsländischer Forstmann schreibt der „Straßburger Post": Unsere Wälder in Deutsch-Ostafrika haben nach den übereinstimmenden Berichten unserer Regierungsvertreter die größte Bedeutung, sodaß schon vor längerer Zeit in der Person des Forstaffeffors o. Bruch Hausen ein Sachverständiger dorthin gesandt wurde, dessen Bericht uns jetzt vorliegt. Hiernach umfaffen unsere dem Staate unterstellten Forsten eine Gesammtfläche von etwa 40 000 Hectar, welche aber in der zügellosesten Weise bisher ausgeraubt sind. Den meisten Schaden verursachen hierbei die Eingeborenen im Innern de« Landes selbst, welche Flächen von Wald entblößen, hier Brand- cultur treiben, um dort zwei bis drei Ernten Reis auf diesem kräftigen Boden zu ziehen, für Wiederanbau aber keinerlei Sorge tragen, sondern der Natur Alles überlasten. Die werthvollen Holzarten verschwinden hierdurch nach und nach, und es bürgern sich dort genügsame schnell wachsende Weich- Hölzer ein. Ueberall, wo die Verkehrsverbindungen günstig sind und keine besonderen Terrainschwierigkeiten entgegenstehen, war die Abnutzung von jeher eine ganz bedeutende, denn es ist das dort gewachsene Holz zum großen Theil außerordentlich hart, dauerhaft und werthvoll. Hauptsächlich sind eü die Mangrovearten, welche eine Höhe von 20 bis 30 Meter und ganz bedeutende Stärken erreichen, welche den dortigen Wald so werthvoll machen. Nicht nur als Brennholz laffen sich dieselben vorzüglich verwerthen, sondern fie liefern auch sehr gutes Baumaterial, sodaß ein schwungvoller Handel damit getrieben wird. Jetzt kann ein Jeder nach vorheriger Anzeige beim Zollamt hinausziehen und an beliebigem Orte Holz dem Walde entnehmen. Bei der Rückkehr zur Küste ist alsdann etwa ein Drittel des Werthes und bei der Ausfuhr weitere 10pCt. Zoll zu entrichten. Die Jahreseinnahme beziffert sich hierdurch auf 18 bis 19000 Mk, also immerhin verschwindend im Vergleich zu der werthvollen Nutzung. Der erwähnte Sachverständige schlägt nun der Negierung zur intensiveren und nachhaltigen Ausnutzung vor, daß aus dem betreffenden Walde drei Verwaltungsbezirke gebildet und unter scharfe Controle genommen werden. Mit möglichster Schonung der Gewohnheiten und Eigenthümlichkeiten der Eingeborenen ließe sich dann ein geregelter Forstbetrieb einführen, wobei eine Umtriebszeit von 80 Jahren zu Grunde gelegt werden kann. Mit diesem Alter haben die guten Nutzhölzer bei ihrem schnellen Wuchs in der Jugend schon das werthvollste Wachsthum und den höchsten NutzungSwerth erreicht. Eine
Wilhelm mit der Kaiserin Eugenie von Frankreich auf de« Quai spazieren. Damals ahnte keiner der Theilnehmer, daß nach kaum einem Jahr der stolze franzöfische Thron zertrümmert sein werde und die schöne Kaiserin Eugenie nach England flüchten müffe.
Ueber die Feierlichkeiten in Port Said ist schon in größeren und kleineren Werken berichtet worden. Der norddeutsche Bund war bei den Festlichkeiten durch fünf Schiffe vertreten. Die „Grille" war dazu bestimmt, den Kronprinzen durch den Suez Kanal und zurück zu sühren.
Nach der Rückkehr nahm der Kronprinz von der „Hertha" und ihrer Mannschaft Abschied, um auf der „Elisabeth" die Heimreise in die Heimath anzutreten. Die „Hertha" aber setzte durch den Kanal ihre Reise um die Erde fort, von der sie erst im November 1872 zurückkehrte.
DaS war die Orientreise de« Kronprinzen Friedrich Wilhelm. Nicht viel Gefolge nahm an derselben Theil, auch wurde nicht der Pomp entfaltet, welcher die diesmalige Reise de« deutschen Kaiser« umgibt. Aber zwischen damal« und heut liegt nicht nur ein Zeitraum von 30 Jahren, sondern die weltgeschichtlichen Ereigniffe geben dem diesjährigen Zuge eine erhöhte Bedeutung. Damals kam der Kronprinz eine« Staates, der erst kürzlich durch einen glücklichen Krieg in die vorderste Reihe der Großmächte eingetreten war, in diesem Jahre erscheint der Kaiser des geeinten deutschen Reiche«, de« Reiches, das im Rath der Völker eine der ersten, wenn nicht die erste Stellung einnimmt. Deßhalb werden auch von alle« Fürsten, deren Länder berührt werden, die nmsaffendsten Vorkehrungen getroffen, um dem deutschen Kaiser einen der Stellung seines Reiches würdigen Empfang zu bereiten.
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