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31.8.1898 Erstes Blatt
 
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Kundgebung bei Zaren benachrichtigt worden fei, und fügt htazn, daß die einzelnen Mächte fich schwerlich zu bem Schritte bet Abrüstung entschließen würden ober könnten. Immerhin aber sei bfefe Kundgebung eine bet bebentenbften, bie je von einem Machthaber in so unzweibeutiger Form veröffentlicht worben wäre. (Tägl. Rundschau.)

Ueber ben Besuch bei Kaisers in Venedig wirb ans Rom geschrieben: Der Kgl. Hausminister hat be- teits der Palastverwaltung in Venedig bie Bestimmungen zu- gehen Itfien betreffs der Instandsetzung der Zimmer, die das deutsche Kaiserpaar dort bei seine« Aufenthalte im Ddober bewohnen wird. Ls bedarf dazu nut wenig Arbeit, da es die Räume find, welche die erlauchten Gäste das letzte Mal inne hatten. Da das unmittelbare Gefolge des Kaisers nur klein ist, wird es ebenfalls im Palaste absteigen und ebenso die Minister Pellonx und Lanevaro. Falls der Staatssekretär v. Bülow seinen Monarchen bis Venedig begleitet, werden für ihn sowohl wie für ben italienischen Botschafter in Berlin, Grafen Lanza, bie nöthigen Räume gleichfalls bereit gehalten. Der beutsche Botschafter in Rom finbet fich zur Begrüßung seines Herrn in venebig ein. Da ber Besuch bei Kaisers streng privater Natur ist, werden zum Ehrendienst bet ihm von dem Könige keine Offiziere besohlen- auch fällt für die Offiziere während bet Anwesenheit ber Herrschaften das An» legen ber Galauniformen weg. Für ben Tafeldienst wirb von Rom bas nöthige Porzellan unb Silberzeug gesandt,- außerdem daS Küchenpersonal unb das Personal für ben Sicherheitsbienst und ferner 25 Gardes du Corps für die Ehrenposten im Inneren des SchloffeS.

PrinzHeiurich von Preußen gedenkt im Laufe kommenden Monats seine Divifion des Kreuzergeschwaders in Shanghai anf kurze Zeit zusammenznziehen unb zwar in der ausgesprochenen Sdficht, mit einer möglichst großen Anzahl von ber Besatzung an ber Enthüllung des Denkmals für das untergegangene Kanonenboot «Iltis- in Shanghai bei» -uwohneu. Der Prinz hat vor feiner Fahrt nach ben russischen Häsen, wie aus Tschisu geschrieben wirb, ben Wunsch aus­gesprochen, daß die im Herbst zur Entlaffung kommenden Leute eine Erinnerung an ihre in strengster Pfltchtersüllung umergegangenen Kameraden mit in die Heimath nehmen.

Die Geschenke, die der Kaiser von China, sowie die Kaiserin-Mutter für den deutschen Kaiser anläßlich des Besuche- des Prinzen Heinrich in Peking bestimmt haben, werden von einer besonderen Mission nach Deutschland ge­bracht werden, die zugleich auch ein Handschreiben des Kaisers von China überreichen soll, in welchem der Dank für die Verleihung des Schwarzen Adler.Ordens ausgesprochen wird. Die Geschenke für die Kaiserin, den Prinzen und die Prinzefftu Heinrich find dagegen bereits auf den DampferDarmstadt" verladen worben, der bekanntlich auch den ersten Ablösnogs» tranSport nach Siantschou vermittelt hat.

Köln, 29. August. DieKöln. Ztg." schreibt zu ber Kunbgebung bei Zaren: Schon in Anbetracht des Urhebers bei übrüstungsplanes scheint es sicher, baß kein Staat fich weigern wird, ihn in ernstliche Erwägung zu ziehen. Wal iaSdesondere Deutschland anlangt, so wird für besten Stellung Folgendes maßgebend sein wüsten. Wenn wir heute eine gewaltige Kriegsmacht befitzeu und diese durch Bündniffe mit anderen Mächten gestärkt haben, so find unsere Rüstungen doch niemals Selbstzweck gewesen, sondern fie dienten nur unserem eigenen Schutze unb ber Erhaltung beS Friedens. Mehr als 20jährige Erfahrung hat gezeigt, baß Deutschlanb die erworbene Wettmachtstellung nicht zu kriegerischen Unter­nehmungen auSzunutzen sucht, unb selbst untere Gegner haben bieS auch anerkannt. Gehr gern find wir bereit, die ehrliche Probe zu machen und ohne Hintergedanken auf bie russischen Pläne einzugehen in ber vollen Ueberzeugung, daß diese nur t« Geiste aulgleichender Gerechtigkeit betrieben werben sollen, und ohne Schädigung der LebenSintereflen sowie ber Rechte unteres Staates und Volkes.

Au»U»rrd.

Bien, 29. August. Ja Bötsenkreisen circulirt daS bisher von anderer Seite noch nicht bestätigte Gerücht von der bevorstehenden Demission des Ministers des Aeußrrn, Grasen GoluchowSky.

Bien, 29. August. Heute vormittag sand unter dem Vorsitz deS Kaisers ein Miuisterrath statt. Nachmittag werden Graf Thun und Baron Bansth vom Kaiser in gemein­samer Audienz empfangen werden, worauf ein Kr 0 nrath stattsinden soll.

Wien, 29. August. Die Blätter fahren fort, das Rund« schreiben des Grasen Mnrawtew zu besprechen und drücken ihre Meinung dahin aus, baß bie Konferenzen möglicherweise zu Stande kommen. Der größte Theil der Zeitungen warnt jedoch vor allzu sanguinischen Hoffnungen, da fich ber practi» schen Durchführung ber vom Zaren angeregten Idee fast un- üderwindliche Schwierigkeiten entgegenfhllen, besonders wenn Frankreich ans ben Conserenzen bie ^Rückgabe von Elsaß» Lothringen als eine» bet stärksten Friebensmittel beanspruchen sollte.

Rom, 20. August. Die italienisch: Regierung beauftragte ihren Botschafter in Petersburg, dem Zaren den auf­richtigsten Dank Italien» für seine völkersreundl-che Anregung auszusprechen.

Rom, 29. August. Die Nachricht von bem Ab- rüstnugsvorschlage bes Zaren hat in ganz Italien die größte Seusatton hervorgerusen. In diplomatischen »reisen glaubt man, daß dieser Entschluß von den europäischen und außereuropäischen Staaten bereits im Großen und Ganzen angenommen sei. Italien steht bereits in diesem Vorschläge die Wiederherstellung seiner Finanzeo. Alle Blätter sprechen fich günstig über ben Vorschlag au«, zweifeln jedoch an der Ausführung desselben.

Brüssel, 29. August. DasXX. Siöcle" schreibt: Der Vorschlag des Zaren bringt eine neue Aera hervor. Die Hände, welche das Secirmeffer führen, seien mit Sicher­heit in die schmerzhafte Wunde unserer Epoche eingedruogen.

CocaUs rrrrd provinzielles.

Gießen, ben 30. August 1898.

** Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Röntgt. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 24. August den von Seiner Erlaucht dem Grafen von Schlitz, genannt von Görtz, auf die zweite evangelische Pfarrstelle zu Schlitz, Decauat Lauterbach, präsentirten Pfarrer Fritz Schmidt zu Hartershausen für diese Stelle zu bestätigen.

Tr. Landesgewerbeverein. Als vor reichlich einem halben Jahre anf Einladung des Ortsgewerbevereins Gießen eine Versammlung und Besprechung seitens ber vertrrter oberhessischer Gewerbevereine stattsand, kam ber Wunsch 8tun Ausdruck, dergleichen Besprechungen öfters zu wiederholen, denn mau fühlte mit Recht, daß gemeinsame Berührungspunkte auch eine gemeinsame Besprechung unb Erlebigung bedingen, wenn für alle Thetle, soweit thunlich, Besriediguug herbeigeführt werden soll. Aus dieser Beran- laffung tagten gestern Montag den 29. August, von Nach» mittags 3 Uhr an, imHessischen Hvs" tu Butzbach bie auf Einladung des OrtsgewerbevereinS Gießen erschienenen 29 Vertreter der oberhessischen Gewerbevereine. Nachdem Herr Commerzienrath H eyli gen st aedt-Gießen bie Erschienenen bewillkommnet unb barauf hingewiesen, baß zu bieser Versammlung der Ortsgewerbeverein Büdingen Anlaß gegeben, bat derselbe, den Borfitz wie schon in der ersten Versammlung wiederum Herrn Hofmaler Hhrvnimus- Friedberg übertragen zu wollen. Herr Hyrouimus machte zunächst auf die Punkte der Tagesordnung für die heutige Besprechung aufmerksam unb stellte ben ersten Punkt: bie Bildung ber bemnächst ins Leben tr etenben Bezirksausschüsse, nachdem bie erforberlichen Erläute­rungen dazu gegeben waren, zur Debatte. Nach einer leb­haft unb sichtlich mit viel Intereffe geführten Für- unb Gegeo- rebe beschloß man: Großherzogltcher Centralstelle für die Gewerbe vorzuschlagen, daß sür Ob er Hessen vier Bezirke, und zwar 1) Gießen mit Grüaberg, Lich, Hungen, Laubach, Londorf, Homberg a. d. O. und Lollar, 2) Friedberg mit Altenstadt, Nauheim, Bilbel, Reichelsheim und Butzbach, 3) Nidda mit Echzell, Bübingen, Schotten, Ortenberg, 4) Lauterbach mit Herbstein, Schlitz unb Alsfeld gebildet werden möchten und hierbei als Grundsatz zu gelten habe, daß jeder Bezirk insofern derselbe annähernd 300 Mit­glieder in fich schließe einen Vertreter in den Ausschuß entsendet. Als zweiter Punkt der Tagesordnung: Die Handwerker-Sterbekafse betreffend, beschloß man nach kurzer Debatte, die Vorschläge de« OrtsgewerbevereinS Büdingen: den Beginn der Thätigkeit der Kaffe vorerst ge­nauer wie geschehen präcifiren zu laffen voll und ganz zu unterstützen. Nach einigen weiteren Anregungen über die Benutzung der Bibliotheken rc. erfolgte der Schluß der Versammlung unter dem allgemeinen Zuruf:Auf Wiedersehen!"

Seltenheiten. Im Garten ber hiesigen Loge zeigt ein Kastanienbaum zum zweiten Male in biefem Jahre Blülhen. Durch Herrn Kaufmann Geisse wurde unS heute ein auS ber Gegeub von Wetzlar stammender Zweig eines Apfelbaumes gezeigt, welcher Frucht und Biüthen zu gleicher Zeit aufwieS.

* 3ubilaam. Der bei Grohherzogl. Steuer - Com- wiffariat Gießen angestellte Steuer CommiffariatSgehtlfe Herr Hermann Höpfner feiert am 1. September l. IS. sein 25jährigeS Dtevstjubiläum.

Auszeichnung. Vollblut-HengstSatan", 16 Monat alt, von Sumsbacher a. b. Lehet, undDiana" von Lord- Glascow 0. d. Ophelia, Züchter unb Besitzer Hans Carl Fießer hier, erhielt auf ber am Sonntag in Butzbach ab- gehaltenen Pferbeschau des hessischen Pferdezuchtverein» bin Ehrenpreis des Landwirthschaftlichen BezirkSverein» Friebberg.

DieWanderer, Gießener Radfahr-Sefellschaft", ver- avstalten thr diesjährige» Herbstrennen auf ber in vor- züglichem Zustand befiablichen 400 Mtr.-Cementbahn auf bem hiesigen Sportplatz am Sonntag den 2. Oktober b. I. Die Aurschreibung wirb in Kürze erfolgen. Da» Programm ver- spricht ein sehr reichhaltiges zu werden unb u. «. kommen bestimmt zum Austrag: MeisterschaftSsahren von Süddeutsch- lanb über 25 Kilometer für Herrenfahrer, Meisterschaft», fahren von Süddemschland über 10 Kilometer für Berufs- fahret, Fahren um den von bet Deutschen Sportdehörbe für Bahnwettfahren gestifteten Preis für Herrenfahrer, Vorgabe- fahren für Berufsfahrer, Fahren um den vom Kuratorium der Rennbahn gestifteten Wanderpreis rc. rc. Die Vor­arbeiten find im Gang unb bei dem reichhaltigen Programm rechnet man mit Bestimmtheit auf eine rege Betheilignng so- wohl Seitens der Fahrer wie auch des fportltebenben Publi­kums von hier und auswärts.

Fahrpreis-Ermäßigung. Für Kinder sollen nach der MünchenerAllgem. Zeitung" von ben beutschen Eisenbahn- Verwaltungen bie Fahrpreise derart ermäßigt werden, baß Siuber bi» zum scchsteu (bisher vierten) Lebensjahr in Be- gleituog Erwachsener frei sein, während solche bi» zum vier­zehnten (dither zehnten) Leben»jahr nur halbe Fahrpreise zu zahlen haben werden.

Wetterbericht. Nachdem eine :m Norden gelegene, ziemlich liefe Depression ihren Bereich vorübergehend über die Schweiz nach dem Kontinente herein ausgedehnt hat, macht nunmehr wieder hoher Druck von Südwesten her einen energischen Vorstoß nach Central Europa, doch dürfte zunächst dessen Herrschaft durch daS Auftreten verschiedener Theil- minima sehr eingeschränkt werden, ein» liegt über Mähren unb Galizien, zwei weitere, welche namentlich für Süd- beutschlonb in Betracht kommen, find über der Adria unb bem Golf von Genua wie bet südlichen Schweiz zu erkennen. Voraussichtliche Witterung: Im Norden heiter, im Süden zunächst noch wolkig unb stellenweise Nieder­schläge. ______________

R. Ranstadt, 29. August. Der Dawpsziegeleibefitzer Wilhelm Schneiber von hier hat heute Morgen in eine«

WahnsinvSansall seine« Leben burch Erhängen ein Ende gemacht.

A Hockersdorf, 29. August. Ein hiesiger zehnjähriger Knabe hatte an dem Ziegellegen aus ein Dach Theil ge­nommen ohne den Wollen seiner Eltern. Er stürzte von der hohen Leiter herab unb fiel in die Tiefe. Der Fall « als ein besonders glücklicher bezeichnet werben, da fich der Junge nur ben einen Ar« auseinanderfiel, wo er leicht ben Tob hätte staben können.

(S) Unter beiberlenrod, 29. August. DaS Töchterchen beS hiesigen LanbwitthS B. fiel in eine Sense unb verletzte fich so schwer, baß eS tu bie Klinik nach Gießen verbracht werben mußte.

§ Aus dem Ohmthal, 29. August. Die beginnende Grummeterote zeige, baß baS Gras seit ben letzten vier­zehn Tagen nicht nur im Wüchse eingehalten, soobern erheb­lich zurückgegangen ist infolge ber tropischen Hitz'. In manchen Gemarkungen hat man daS Grummet vor ber Ernte des Sommergetreides gemacht und dabei nicht unklug gehandelt. Der jetzt noch emgetretene Regen kommt für daS Grummet zu spät. Immerhin liefern bie Grundwiesen gute Grummet­ergebnisse, auf den trocknen Bergwiesen dagegen gibt es schlechte ober gar keine Erträge. An Dörrfutter fehlt eS übrigens in diesem Jahre nicht.

Worms, 28. August. Der neue Bürgermeister von WormS, Herr Köhler, wird am nächsten Freitag im Bei­sein der Stadtverordneten durch KreiSrolh Dr. Kayser in den Dienst eingeführt werden. __________________

Aus der Seit für öit Jett

Vor 77 Jahren, am 31. August 1821, wurde zu Potsdam der Physiker Hermann Ludwig Ferdinand von Helmholtz geboren, der Erfinder des Augenspiegels und Mttentdecker des Gesetzes von der Erhaltung der Kraft. Ueberall hat er mit philosophischem Geist den Zusammenhang der einzelnen Erscheinungen gesucht und die Physiologie auf Bahnen gelenkt, welche Aussicht eröffnen, den Räthseln der Lebensvorgänge näher zu treten. Helmholtz starb am 8. Sep- tember 1894 in Eharlottenburg.__________________________

verkehr, Land, und volkswirthschaft.

Gießen, 30. August. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Buller per Pfd. 1.10-1.30, Hühnereier per St. 70 ^1, 2 St. 0000 Enteneier 2 St. 1415 H, Gänse­eier per St. 1200 Käse 1 St. 5-7 H, ttäsematte per St. 3 H, Erbsen per Liier 18 Linsen per Liter 30 Tauben per Paar jl 0.80-0.00, Hühner per St. X 0.85-1.20, Hahnen per Stuck X 0 65-1.00, Enlen per St. X 1.50-1.80, Gänse per Psund X 0 000.00, Ochsenfleisch per Psd. 6674 Kuh- und Rtndfieych per Pfd. 6266 Schweinefleisch per Pfd. 6876 H, Schweine­fleisch, gesalzen, per Pfd. 76 H, Kalbfleisch per Pfd. 60-64 A, Hammelfleisch per Pfd. 80-00 4 Kartoffeln per 100 Kllo 6.00 bt8 9.00 X, Weißkraut per St. 000, Zwiebeln per Ctr. X 5.006.00, Milch per Liter 16 .

Dauer der Marktzeit von 7 Uhr Morgen» bt8 1 Uhr Nach­mittag». Während der ersten 3 Stunden der MarktzeU darf tm Umherziehen nicht feilgeboten werden __

Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemessen am 30. August, »wischen 11 u. 12 Uhr Mittag-: Wasser 14°, Luft 13°.

___Rübsamen'sche Badeanstalt.

Neueste Nachrichten.

Depeschen bei Bureau »Herold*.

vad Nauhei«, 30. August. Um jedes Aufsehen gelegen!- lich ihrer Abreise zu vermeiden, suhr bie Kaiserin von Oesterreich gestern früh um 10 Uhr per Wagen, begleitet von einer Hofdame, nach Homburg v. b. H., verabschiebete sich dort von verschiedenen Fürstlichkeiten vnb suhr Abends 8 Uhr per Bahn nach Frankfurt a. M, wo fie im dortigen Hauptbahnhofe ihr Gefolge erwartete. Die Abfahrt nach Laux erfolgte Abends 10 Uhr 52 Min., woselbst bie Ankunft heute Nachmittag 4 Uhr 15 Min. erfolgte.

Berlin, 30. August. DemLocal-Anzeiger" zufolge wurde unterhalb deS Motteratsch-Gletichers die Leiche der ans Pentrefine verschwundenen Frau Bi al aus Berlin zer­schmettert aufgefanben. Bei ber Leiche fanb man sämrntliche Werthsachen.

Berlin, 30. August. AIS Trick ber russischen Diplomatie betitelt derVorwärts" seine Besprechung ber Kunbgebung beS Zaren. Alle» daS, was nun unter dem Namen N'colauS II in bie Welt gehe, sei längst von ben Sozialbemokraten im beutschen Reichstage gesagt worben. Der geplante FriebenScoogreß werde ergebnislos bleiben, wie fein längst vergessener Vorgänger, die internationale Arbeiterschvtz-Kouferenz. DerVorwärts" fieht in bem Er­laß be» Zaren nichts anbereS al» bie Andeutung, daß bie Kriegsgefahr so groß unb so nahe ist, wie seit Jahrzehnten nicht Als ben Anbruch einer Periobe sürchterlichen Blut­vergießens und nicht als ben Gedanke einer Aera ewigen Friedens erscheint dem genannten Blatte daS russische Manifest.

Berlin, 30. August. Wie bervorwärts" meldet, war gegen den Abgeordneten Liebknecht wegen Aeuße» rangen in einer Wiesbadener Versammlung kurze ZeÜ vor ber Reichstagsstichwahl ein neuer MajestätSbeleidigungS- Pr 0 zeg geplant. Ein bieSdezützlicher Antrag ber Staats» anwaltschait sei aber vom Wiesbabener Landgericht abgelehnt worden.

Rem, 30. August. Rampolla sagte dem Zaren tele» graphisch die Unterstützung deS Helligen Stuhles für das Gelingen seine» Vorhabens zu.

Paris, 30 August. Der Kassationshof wird morgen Über die Beschwerde PicquartS wegen Verweigerung ber öffentlichen Erhebung ber Anklage gegen Esterhazy, gegen Frau Pay» unb gegen Paly bu Klam beschließen.

Paris, 30. August. Die SctenstÜcke über bie gegen Esterhazy eingeleitete Untersuchung finb bem Kriegsministerium gestern übermittelt worben. Der Antrag beS Untersuchungs­richters geht bahin, Esterhazy aus ber Armee auSzn- stoßen und bürfte diesem Anträge auch Folge gegeben werden.