bereu sie sich unter ihren Unterthauen erfreut, wird der Einfluß, den sie auf die Regierung auSüben kann, nicht gering fein. Um so größer wird damit freilich auch die Beraut- Wörtlichkeit werden, die sie dem Lande gegenüber zu tragen hat, und um so mehr wird da- Wohl und Wehe ihrer Unterthauen sowohl, wie die internationale Stellung, welche die Niederlande einnehmen, von der Haltung der Königin ab» hängen. Daß sie bei ihrer Jugend den Rath erfahrener Staatsmänner nicht von sich weisen wird, dafür bürgt die Erziehung, welche sie geuoffea hat, und welche stet- darauf bedacht war, ein allzu stark hervortretendes Gelbstbewußtsein zu mildern. Großen Einfluß wird es ja auf ihre ganze RegieruugSzeit auSüben, welchen Mann sie sich zum Gemahl erwählen wird und welche Stellung im Staate sie diesem eiuzuräumen gedenkt. Schon seit Jahren hat eS besonders bie ausländische Preffe an HeirathSprojecten nicht fehlen lasten, aber vielfach war dabei der Wunsch der Vater des Gedanken-. Wir wollen heute diesen Projrcten nicht weiter nachgehen, sondern nur unserer Hoffnung Au-druck geben, daß die Erwartungen, welche die Niederlande und auch da» Ausland an die Regierung-zeit der Königin Wilhelmine knüpfen, sich In vollem Maße erfüllen mögen. Gotte- Segen möge über der jungen Königin walten, die durch die Baude des Blutes fo eng mit unserem deutschen Fürsteuhause verbunden ist.
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Deutsche- Reich.
Darmstadt, 29. August. Au- Jagdschloß Wolfsgarten wird der „Darmst. Ztg," berichtet: 27. August. Ihre Großherzogliche Hoheit Prinzessin Ludwig von Battenberg nebst Durchlauchtigen Kindern trafen heute zu Besuch der Allerhöchsten Herrschaften hier ein, nahmen da- Luucheon mit Allerhöchstdenselben und kehrten gegen Abend nach Schloß Heiligenberg zurück. Im Gefolge befand sich die Hofdame Miß Kerr. — 28. August. Der Königlich Großbritannische Geschäftsträger Mr. Buchanan nebst Gemahlin Lady Georgina Buchanan waren heute zum Großherzoglichen Luucheou geladen und kehrten Abends nach Darmstadt zurück.
Berlin, 29. August. Der Kaiser besichtigte heute Morgen um 7 Uhr das erste Garde-Regiment zu Fuß auf dem Bornstedter Felde. Um 1 Uhr nahm der Kaiser die Meldung de- Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen entgegen.
Berlin,29.August. Reich-kanzler Fürst Hohenlohe wird morgen früh nach Berlin zurückkehren.
Berlin, 29. August. Unter den Mitgliedern de- ColonialratheS befindet sich ein katholischer Geistlicher, Domeapttular HeSPers, und der der Kurie amtlich sehr nahestehende Confistorialrath Porsch (der bekannte Abgeordnete). E- findet sich aber auf der langen Liste kein einziger evangelischer Geistlicher, obwohl man doch anuehmen darf, daß eS auch für die evangelischen Mtfftoneu von Wichtigkeit wäre, im Colonialrath vertreten zu fein.
Berlin. 29. August. Dem „Berliner Tageblatt" wird auS Budapest telegraphirt: Zuverlässige Blätter melden, die Entscheidung in der Ausgleich-frage sei biS nach dem Manöver vertagt.
Berlin, 29. August. Sämmtliche Abendblätter, mit Ausnahme der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", besprechen in der sympathischsten Weise eingehend den AbrüstuugS- Vorschlag de- Zaren, wenn sie auch zum Theil Zweifel hegen, ob sich der Plan wird durchführen lasten. — Die „Kreuzzeitung" begrüßt den vom Zaren vorgeschlagenen Zusammentritt einer Frieden- Couferenz mit freudiger Genug- thuuug. Sie wünscht aufs Innigste, daß der augenblickliche Zustand fortwährender Bedrohniß gedeihlicheren Zeitläuften Platz machen möge, die e- den Völkern ermöglichen, mit uu- getheilter Kraft ihren Culturaufgabeu sich zu widmen. — Die „Deutsche Tageszeitung" meint, e- sei fraglich, ob alle Mächte die geplante Couferenz beschicken würden. Sie glaubt überhaupt kaum, daß au- der Confereuz etwa- wird. Sollte sie aber zu Staude kommen, dann werde sie den erwünschten Erfolg nicht haben. — Der „StaatSbürger-Zeituug" erscheint
RechtSwiffeuschaft. Er wird seine Keuotniffe auch bei mir verwerthen können, wenn er sich nicht in diesen juristischen Schlingen so verstrickt, daß ihm die Fähigkeit zu einer praktischen Thätigkeit abhanden kommt. Und da- möchte ich eben von vornherein verhindern- er soll schon zu Beginn über seine künftige Wirksamkeit im Klaren fein. Darum möchte ich dich ernstlich bitten, mir hier mit deiner mütterlichen Eitelkeit nicht in die Quere zu kommen.
II.
Anflachen könnte man, wenn e- nicht gar zu ärgerlich wäre. Am Ende glaubst du ernstlich, dem Bengel fehle etwa». Katzenjammer hat er, da- ist alle». WaS ich schon wieder behaupte? Du willst mich wohl solche Zustände kennen lehren? Und zum Doktor schicken — es ist wirklich lächerlich. Am liebsten möchte ich ihm eine gute Dost- ungebranntes Stabholz verschreiben, denn damit hätte e- bei ihm wirklich noch Zeit gehabt. Da- find aber die Folgen deiner Verzärtelung, deiner Nachgiebigkeit, deiner Schwäche. Dir, aber nicht mir kann der Junge etwa- von Erkältung vorschwatzen. Ich will hoffen, daß die- wenigsten- der erste Fall ist, und daß diesem nicht in allzu kurzer Zeit ein zweiter folqt, dafür werde ich schon Sorge tragen. Nein, diese heutige Jugend! In diesem Alter habe ich mir dies wahrlich nicht erlaubt. E- wäre mir auch nicht am besten bekommen, denn meine Mutter hielt strenge Zucht. Auch flogen mir nicht so mir nicht- dir nichts die Gelder zu. Jndeß — ich will nicht allzu streng ins Gericht gehen und heute schon gar nicht. Morgen rede ich mit ihm ein kräftige- Wörtchen. Er ist allerdings sonst ein solider und fleißiger Junge, aber da- soll auch keine Wendung nehmen. Geschieht e-, so ist e- einzig nur dein Verschulden, jawohl, einzig nur dein Verschulden!
e- sehr zweifelhaft, ob e- dem Zaren gelingen wird, au- dem Widerstreit der Meinungen einen Weg zu finden, der zum ewigen Weltfrieden führt. Wolle der Zar den Weltfrieden, so bleibe e- ihm unbenommen, mit der Abrüstung zu beginnen und auf die alliirte Nation Frankreich in gleichem Sinne einzuwirkeu. Deutschland werde daun sicherlich nicht zurückstehen. — Die „Post" schreibt: An un- lag e- gewiß nicht, daß Deutschland seinen schweren Eiseupanzer avziehen mußte und daß eS in demselben Tag und Nacht auf der Wacht stehen muß. Nur der Zwang der Selbsterhaltuug hat nuS hierzu genöthigt, denn keine Großmacht grenzt wie Deutschland an die Großmächte, von denen jede dahin strebt, daS beste Schwert für sich zu schmieden. — Die „Berliner Neuesten Nachr." begrüßen die edlen Absichten de- Zaren mit rückhaltlosestem Beifall. Deutschland könne indeß in eine Abrüstung nur dann willigen, wenn sie pari passu mit Rußland, Frankreich und Oesterreich zu ermöglichen wäre. — Auf die Schwierigkeiten der Durchführung de- AbrüstungS- plane- hinweisend sagt die „National-Zeitung": E- darf al- selbstverständlich vorausgesetzt werden, daß die ruffische Regierung sich über die Grundzüge eines Programm- klar ist, daß sie namentlich festgestellt hat, welche Verpflichtungen sie selbst unter der Voraussetzung ähnlicher Maßregeln anderer Staaten übernehmen will. — Die „Germania" bezeichnet die Schwierigkeiten, welche sich der praktischen Durchführung de- prächtigen Gedankens des Zaren eutgegeustellen, al- riesengroß. Sie hofft indeß, daß die Confrrenz zu Stande kommen und positive Ergebnisse haben wird. — Die „Voff. Ztg." ist der Meinung, daß ein solcher Schritt eines mächtigen Mannes ganz ohne segensreichen Folgen nicht bleiben könne. Jndeß könne man Zweifel darüber hegen, ob diese Folgen schneller oder zögernd, ob sie in umfassender Weise oder in beschränktem Maßstabe eintreten werden. — Die „Volks- Zeitung" schließt einen längeren Artikel mit den Worten: Wahrlich, wie und wo immer der Kampf gegen den Militarismus von jetzt ab in Zukunft geführt werden wird, die Kriegserklärung gegen ihn, die feierlichst in alle Lande von Petersburg au- erklungen ist, wird ihre agitatorische Kraft ■> immer von Neuem entfalten. Ein historische» Ereigviß ersten Range» wird die Veröffentlichung der Kundgebung für alle Zeiten bleiben, so lauge noch ein letzter Rest von Militarismus die Völker peinigt. — Der „Börsen Courier" schreibt: In hiesigen maßgebenden Kreisen hält man, wie uns von informirter Seite mitgetheilt wird, dafür, daß diese Kundgebung de» ruffischen Monarchen geeignet fei, da» größte Auf» sehen zu erregen, sowohl wegen der hohen Stelle, von der sie ausgeht, wie wegen der Aussicht auf eine allgemeine Umgestaltung der Weltlage, fall- sich der hochherzige Gedanke praktisch verwirklichen läßt. Jedenfalls sei anzuerkenuen, daß darin ein prächtiger Beweis der Friedensliebe des Czaren liegt, von dem man hier zu wiffen glaubt, daß er sich mit der Lösung des Weltfriedens-Problem- feit langer Zeit beschäftigt und seinen Gedanken darüber in vertraulichen und politischen Gesprächen Ausdruck gegeben habe. Wenn er sich jetzt entschloß, das Thema zur öffentlichen Di-cussion zu stellen, so geht er anscheinend von der berechtigten Voraussetzung au-, daß er al» autokratischer Herrscher in unangreifbarer militärischer Stellung am leichtesten diese heikle Frage anschneiden könne. Au» diesem Grunde und mit Rücksicht auf den hochgestellten Urheber steht man hier in leitenden Kreisen dem Gedanken sympathisch gegenüber. Zu einer Stellungnahme kann man sich jedoch um so weniger entschließen, als ja die russische Anregung selbst noch idealen Charakter hat und man in Petersburg vorläufig abwarten will, wie sie auf die öffentliche Meinung in der civilifirten Welt und auf die verschiedenen Regierungen im Besonderen wirken wird.
— Zur Kundgebung de- Zaren schreibt die „Köln. Ztg.": Die Friedeu-kundgebung des Kaisers von Rußland hat, man kann nicht sagen wie ein Blitz au» heiterm Himmel, sondern wie ein Heller Sonnenstrahl zwischen drohenden Gewitterwolken gewirkt. Politisch ungeschulte Leute, insbesondere die FriedenSvereinler, werden sie mit tosendem Beifall aufuehmen, aber auch der kühle Politiker, der weiß, wie wenig Gewicht im Allgemeinen Beschlüße und schöne Reden in dem furchtbaren, ehernen Gesetzen gehorchenden Kampfe ums Dasein haben, muß der russischen Kundgebung dennoch einen hohen Werth beimeffen. Wenn auch eine unabsehbare Reihe praktischer Fragen sich der erstrebten Lösung entgegen- thürmt, so ist eß doch von moralischer Bedeutung, daß die drückende Last der Kriegsbereitschaft ohne Umschweif als solche bezeichnet worden und dem tief in den Völkern schlummernden Wunsche nach Verminderung der Rüstungen, der sich angesichts der scheinbaren Unmöglichkeit seiner Erfüllung nur wenig hervorgewagt hat, offen Ausdruck gegeben ist. Man muß selbstverständlich den Gedanken abweiseu, daß Rußland, bloß um irgend einen diplomatischen Zweck ohne grundlegende Bedeutung zu erreichen, ein Schauspiel in Scene setzt, da» so sehr die öffentliche Meinung der ganzen civilifirten Welt zu erregen geeignet ist. Wie dem aber auch sei, wie froh man die Botschaft des Zaren begrüßen mag, man darf nicht vergeßen, daß fie eben einen Plan bringt, über deffeu prac- tische Ausführung man bis jetzt nur nebelhafte Bermuthungen äußern kann. Deutschland hat unter dem großen Lehrmeister Bismarck einen klaren Blick für das Gegenständliche und Erreichbare gewonnen, vnd es ist durchaus nicht anzunehmeu, daß die deutsche Regierung sich in einer die Sicherheit des Staates irgendwie gefährdenden Weise bindet. Aber geschickte Parteiführer werden dem sogenannten deutschen Idealismus, der sich freilich manchmal al» schönma-kirte Sorge um den Geldbeutel und politische Theilnahmlofigkeit darstellt, da» Wort de» Zaren als ein moralisches Verbot weiterer Verstärkungen der Milttärkraft darstellen und jedes dahingehende etwaige Verlangen der Regierung als unnöthig und frevelhaft bezeichnen. Ihre Widerlegung ergiebt fich aus der Botschaft selbst, denn fie erkennt an, daß die einzelnen Staaten nicht au- Willkür, sondern unter dem mächtigen Drucke der Nothwendigkeit handelten, wenn fie ihre Rüstung nach Kräften und über ihre Kräfte hinaus zu vervollständigen suchten.
Dabei wird eS bleiben, solange nicht der Plan der russischem Kaisers einigermaßen greifbare Gestalt gewonnen hat. Wenn der Kaiser seinen Plan durchzuführeu vermag, so hat er eint der größten und schönsten Thaten der Weltgeschichte vollbracht,, eine neue Zeit heraufgeführt. Deutschland besonders wird, soviel es vernünftigerweise irgend vermag, die edlen Be- strebnngen fördern, aber dennoch wird es für die nächste Zeit sein Pulver trocken halten und einen verfrühten und deshalb verderblichen, schwächenden Einfluß der Friedensbotschaft auf seine innere und äußere Politik nachhaltig abwehren.
— Ueber die Kundgebung deS Zaren liegen in- zwischen bereit» eine Anzahl Urtheile der europäischen Preffe vor. Zunächst kommt die Ansicht der französischen Blätter in Betracht. Sie begrüßen die Kundgebung deS Zaren all eine edle und großmüthige Aeußerung der Menschlichkeit und find einstimmig der Ansicht, daß sämmtliche Mächte an der AbrüstungS Couferenz theilnehmen werden, doch äußern fit fich im Allgemeinen zweifelnd über da» Ergebniß der Verhandlung. Der „GanloiS" bemerkt, Frankreich würde bet einer Abrüstung nicht das gewinnen, wa» Rußland und die anderen Mächte gewinnen würden, weil da», was Frankreich jetzt fehle, ihm auch nach der Abrüstung wieder fehlen würde. Allerdings würde eß ebenso wie alle anderen Mächte den Bortheil haben, daß e» finanziell erleichtert würde. Der „Soleil" drückt die Hoffnung aus, daß Frankreich Sicherheit dafür erhalte, daß e» seine berechtigten Hoffnungen im Osten nicht aufzugeben brauche. „Antoritv" und „Libre Parole" zollen der Anregung des Kaiser» ohne Einschränkung ihre Anerkennung. Da» „Journal" fragt, ob nicht der kaiserliche Vorschlag eher Verstimmung als Beruhigung Hervorrufen werde, trotzdem fei er ein glückliche» Zeichen für die Zukunft. „Radikal" wünscht dem hochherzigen Vorschläge allen Erfolg, doch sei es nothwendig, vorher gewiße Fragen zu regeln, deren fich der französische Patriotirmu» niemals entäußern könne. „Rappel" hält es gleichfalls für nothwendig, gewiße, dem Rechte zugefügte Schäden wieder abzustellen. „Siäcle" führt au», bet dem Wiedererwachen der militärischen Leidenschaften habe dieser Versuch ein erhöhtes Jntereße. Das „Petit Journal" meint, daß bei der abzuhaltenden Couferenz die Hauptfrage, deren Lösung im Jntereße de» Frieden» nothwendig sei, gemäß dem unverjährbaren Rechte der Völker geregelt werde. „Petite Röpublique" sagt, der Kaiser habe eine große That gethau, deren Plötzlichkeit noch ihre Tragweite erhöhe, aber der Sociali-mus allein könne die Träume deS Kaiser» zur Verwirklichung bringen. Der „Matin" schreibt, die Sprache des AbrüftungSvorschlage» fei würdig de» hochherzigen jugendlichen Herrscher», e» sei jedoch nicht Sache der Franzosen, laut zu sagen, warum fie die Abrüstung»- ibee für einen Traum halten. Die befriedigten Völker mögen ihre Truppen heimschicken und ihre Waffen in Werkzeuge verwandeln. Da» sei aber nicht Aufgabe der vorn Unglück betroffenen Völker, die am Horizont nicht das blutige Roth der Schlachten, sondern daS Morgenroth der Gerechtigkeit und Vergeltung suchen. „ES scheint un» Übrigen»", fährt „Mattn" fort, daß unser Verbündeter nicht vergessen dürfte, daß unsere Grenzen weniger unversehrt al» unverletzbar find, als seine eigenen, und daß er uns nicht in die Nothwendigkeit versetzen sollte, der Couferenz unseren Beistand zu versagen und laut auSzusprechen, unter welchen Bedingungen wir theilnehmen können. In ähnlichem Sinne äußert sich der „Figaro", welcher htnzusügt, die russischen Vorschläge erschienen in dem Augenblick, in welchem der angelsächsische Liberalismus viele Köpfe verwirre, als wohlthätigeS Ab- leitung-mittel. „Petit Journal" erklärt, da» Rundschreiben fei ein Act von unberechenbarer Tragweite, der den Zaren hoch ehre. Die öffentliche Meinung Frankreichs werde die hochherzige Initiative de» Kaisers einstimmig gutheißev. Man müffe hoffen, die Couserenz werde die den Weltfrieden betreffenden Fragen im Sinne der Gerechtigkeit und des Rechte» der Völker lösen. Bon der englischen Preffe sagt die „Times", der Vorschlag be» Zaren sei in fich selbst ein große- politisches Ereigntß, da», auch wenn es zu einem unmittelbaren Erfolge nicht führen sollte, große Ehre auf seinen Namen und seine Regierung häufen werde. — Der „Standard" meint, so lange England Grund zu der Auffassung habe, daß seine HandelSintereffen bedroht seien, werde e» von seinen Anstrengungen nicht ablaßen können, den Vorsprung fich zu erhalten, den eS vor seinen Nebenbuhlern zur See habe. Die „Morning Post" meint, während der allgemeine P'an zum Frieden und zur Abrüstung sür Rußland ganz gut paßen könnte, würde er England durchaus nicht avftehen. — „Daily News" und „Chronicle" erwarten, England werde der ruffischen Einladung unverzüglich folgen. — „Daily Telegraph" flieht die Bedeutung be» Vorschlag- be» Zaren zu und bespricht bie Schwierigkeiten, welche die Couferenz zu Überwinden haben werde. Sämmtliche Ofen-Prster Blätter besprechen in (natürlich!) enthusiastischer Weise die Kundgebung des Zaren und halten dieselbe für da- bedeutendste Ereiguiß der letzten Jahrzehnte. In Rom hat die Kundgebung lebhaften Eindruck gemacht- einige Blätter begrüßen dieselbe mit Beifall, andere indeß mit Vorbehalt und Mißtrauen. In der norbamerikanischen Botschaft zu Berlin ist man burch die Kundgebung de- Zaren ebenso Überrascht worden, wie an anderen amtlichen Stellen. In Abwesenheit de- Gesandten White wurde ein Berichterstatter vom LegationSrath Jackson empfangen, der zunächst fein Erstaunen Über die Weltfriedenspolitik de» ruffischen Kaisers äußerte. „ES wäre ein großartiges Werk, falls es vollbracht werden könnte", sagte Herr Jackson, „aber persönlich bin ich der Meinung, daß dasselbe kaum durchführbar fein wird. WaS meine Regierung in dieser Frage zu thun gedenkt, darüber find wir natürlich noch nicht informirt, aber ich bin der persönlichen Meinung, daß Amerika bie Philippinenfrage keineswegs vor ba- Forum der Petersburger Couferenz dringen wirb. Das ist eine Angelegenheit, bie allein zwischen den hieran beteiligten Mächten Amerika nnb Spanien ausgemacht werben muß." Herr Jackson meinte ferner, bah kaum anzunehmeu wäre, daß irgend eine andere Macht vorher von der beabsichtigten


